Carlisles POV
Ich konnte die Gefühle, die ich im Moment hatte nicht beschreiben. Als Bella sagte sie sähe mich als ihren Vater und als sie mich auch noch Daddy nannte, wollte ich nichts mehr, als sie in den Arm zu nehmen und ihr zu sagen, das alles in Ordnung ist. Selbst jetzt hörte ich ihr Herz vor Nervosität schlagen. Ich würde sie am liebsten trösten.
Ich schüttelte den Kopf.
Ich musste stark sein, ich war der Vater, der ihre Handlung nicht ohne Konsequenzen dulden kann.
Wir kamen in mein Büro und Bella öffnete die Tür. Sie machte ein paar vorsichtige Schritte, blieb dann stehen und schaute mich an. Sie war sich unsicher, was sie nun tun soll.
Ich nickte zu dem Stuhl vor meinem Schreibtisch, bevor ich die Tür schloss.
Wir nahmen unsere Plätze ein und ich begann Bella zu beobachten. Sie sah nervös und unruhig aus. Sie betrachtete ihre Hände, als ob sie das Interessanteste auf der ganzen Welt wären.
"Warum erzählst du mir nicht, wie du auf diese lächerliche Idee gekommen bist, auf die Party in Port Angeles zu gehen" begann ich diese Unterhaltung.
Sie holte einmal tief Luft und fing an zu erzählen, während sie die ganze Zeit auf ihre Hände starrte "Nun, es begann in der Mittagspause..." begann sie leise.
"Isabella" unterbrach ich sie "So interessant, wie deine Hände auch sind. Möchte ich, das du mich ansiehst, wenn du mit mir sprichst" Sie errötete und murmelte "Entschuldigung" ich winkte die Entschuldigung ab und signalisierte ihr das sie fortfahren kann.
Sie erzählte mir, wie sie von der Party hörte, die Jessica´s Cousine ausrichtete und wie cool sie wären, wenn sie auf eine College Party gehen würden.
Sie sagte mir, wie sie nach Port Angeles gekommen ist und wer alles dabei war.
Ich hielt meine Hand hoch um sie zum Schweigen zu bringen.
"Bella, warum bist du auf diese Party gegangen?" fragte ich sie neugierig. Ich wusste, das Bella Party´s hasste. Warum ist sie also auf diese Party gegangen. Die Antwort, würde mich wirklich interessieren.
Bella errötete und ihr Herz begann zu klopfen "W-Weil ich dachte, es würde Spass machen. Außerdem wollte ich Zeit mit Jessica und Mike verbringen" beendete sie ihre Erklärung, ohne mir in die Augen zu sehen.
Ich schloss meine Augen und versuchte mich zu beruhigen. Ich kann es nicht fassen, das Bella die Dreistigkeit besitzt mich anzulügen. Ich öffnete meine Augen und funkelte sie böse an.
"Isabella Marie Swan" begann ich streng. Sie schaute mich mit großen Augen an "Du hast mich schon Mal angelogen und jetzt besitzt du die Frechheit mich zum zweiten Mal anzulügen. ich beugte mich nach vorne und schaute ihr in die Augen "Wag es ja nicht mich nochmal anzulügen" sagte ich warnend.
Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück und legte meine Hände auf den Schreibtisch "Würdest du es noch mal versuchen junge Dame" fuhr ich fort.
Bella schloss die Augen und nahm ein paar tiefe Atemzüge um sich zu beruhigen "Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt" forderte ich.
Sie musterte noch mal ihre Hände, ehe sie sagte "Ich hab es wegen Edward getan"
Was? dachte ich "Erklär es mir" forderte ich "Und schau mich dabei an Isabella. Ich will es nicht 10 Mal sagen"
Mit einem knallroten Gesicht, sah Bella mich an und sagte genervt "Ich bin es leid, mir von Edward sagen zu lassen mit wem ich mich treffe und wem nicht. Edward hat kein Recht mir zu sagen, wie ich mein Leben führen ich Jacob besuchen will, dann ist das meine Sache. Er lässt mich nicht, weil er denkt die Wölfe tun mir weh. Ich dachte, wenn ich auf die Party gehe und mich betrinke, dann wird Edward sehen, das Menschen auch gefährlich sind und er wird mich dann nicht mehr davon abhalten Jacob zu sehen." beendete sie ohne einmal ihren Blick von mir abzuwenden.
Das das der Grund war, hatte ich nicht erwartet, aber Bella´s Gefühle hingegen überraschten mich überhaupt nicht. Ich hatte Edward schon mal gesagt, er soll Bella gegenüber nicht so kontrollierend sein. Ich muss mich noch mal mit ihm darüber unterhalten.
"Bella schau mich an" befahl ich leise "Ich verstehe deine Frustration und ich werde mit Edward darüber sprechen. Er sollte nicht versuchen, deine Handlungen in irgendeiner Weise kontrollieren. Ich glaube nicht, das er dir verbietet Jacob zu sehen. Ich weiß das Jacob dir niemals weh tun würde." Bella nickte zufrieden über meine Einschätzung.
"Allerdings" fuhr ich fort "Verstehst du nicht warum Edward das tut?"
"Ich weiß" antwortete Bella langsam. Ich hob meine Augenbraue und drängte sie weiterzusprechen.
"Er tut es um mich zu schützen" erklärte sie leise "Er sagt, er könne es nicht ertragen, wenn mir etwas passiert"
"Edward liebt dich Bella" begann ich "Auch wenn seine Schutzmaßnahmen etwas übertrieben sind. Aber er tut es um dich zu beschützen, nicht um dich zu ärgern" beendete ich lächelnd meine Erklärung.
Bella nickte langsam, mit einem sanften Lächeln auf dem Gesicht "Ich glaub ich bin ein bisschen zu weit gegangen" sagte sie ironisch.
"In der Tat" stimmte ich ihr zu "Dein Verhalten was sehr dumm und kindisch" tadelte ich sie.
Bevor sie antworten konnte, fuhr ich fort " Hab ich vorhin richtig gehört, das du auf die Party gegangen bist mit der Absicht dich zu betrinken?"
Ich starrte Bella enttäuscht an, als sie ihren Mund wieder schloss. "Ich erwarte eine Antwort von dir"
Sie sah mich an und antwortete ruhig "Ja Sir"
"Warum hast du mich angelogen Bella?" fragte ich sie, obwohl ich die Antwort eigendlich schon wusste.
Ihre Augen füllten sich mit Tränen, als sie die Enttäuschung in meiner Stimme hörte " E-s war weil, i-ch w-usste, das du nein sagen würdest" antwortete sie unter Tränen und wischte sich über die Augen.
"Du wusstest also, das ich diese Party nicht erlauben würde und bist trotzdem hingegangen?" sagte ich streng.
"J-ja" antwortete sie leise.
"Was geschah auf der Party?" fragte ich.
Sie stöhnte leise, bevor sie mich wieder an sah und mir von dem Trinkspiel, von der Schlägerei mit Lauren und der Verhaftung erzählte.
Bier-Pong? dachte ich erstaunt. Dann die Schlägerei mit Lauren. Hat Bella wirklich geglaubt, durch sowas könne sie ihre Unabhängigkeit beweisen?
"Lass mich sicher gehen, das ich alles richtig verstanden habe" sagte ich wütend und hielt
eine Hand hoch, um ihr mit jedem Finger ihre Vergehen aufzuzählen "1. Du bist auf eine Party gegangen und hast Alkohol getrunken, obwohl du weißt das das illegal ist. 2. Du hast mich zweimal angelogen. bist auf die Party gegangen, obwohl du genau wusstest, das ich das nie erlauben würde. hast dich mit Lauren geschlagen. 5. Du wurdest verhaftet"
Bella zuckte zusammen und starrte mich mit offenem Mund an. Ich konnte Schuld in ihren Augen sehen. Gut so. Sie soll sich ruhig schuldig fühlen.
"Ich werde dein Schweigen, als Bestätigung ansehen, aber zöger nicht wenn ich was übersehen habe hinzuzufügen" sagte ich zornig. Bella zuckte wieder und ihre Augen füllten sich mit Tränen.
Ich holte tief Luft. Ich musste mich beruhigen. Ich kann mich jetzt nicht mit Bella beschäftigen, wenn ich wütend bin.
"Bella bitte geh in dein Zimmer, damit ich klar denken kann. Ich hole dich, wenn ich soweit bin"
"O-Ok" sagte sie leise und ging aus dem Zimmer.
Ich atmete unötigerweise ein und hörte aufmerksam zu, ob Bella meine Anweisung befolgte.
Was mich am meisten an dieser ganzen Sache aufregte, war die Tatsache wie rücksichtlos Bella war. Sie hat nicht einmal über ihre Sicherheit nachgedacht. Sie hat nicht einmal darüber nachgedacht, wie gefährlich diese College Party war. Jemand hätte ihr was ins Getränk geben können. Ältere Jungs waren auf der Party, sie hätte vergewaltigt werden können. Durch das Trinken hätte sie eine Alkoholvergiftung bekommen können, oder sie wäre in irgendeinen Straßengraben gelandet. Ich muss sichergehen, dass Bella einsieht, das sie sich in Gefahr gebracht hat. Eine Regel, die in meiner Familie an oberster Stelle steht. Bringe dich niemals selbst in Gefahr.
Das nächste über was ich nachdachte war, Bella hat mich angelogen. Eine weitere große Regel in meiner Familie. Ich hielt es dür eine Form von Respektlosigkeit. Meine Kids lernten schnell, das wenn sie mich, oder ihre Mutter anlogen, sie sich auf eine lange Reise über meinen Knien gefasst machen konnten und das schneller als das sie das Wort "unfair" sagen konnten.
Schlägerei! Ich seufzte. Die dritte große Regel, die Bella gebrochen hatte. Esme und ich duldeten keine Gewalte ganz gleich welcher Art. Wir kennen unsere Kinder, ganz besonders die Jungs, die gerne mal miteinander raufen. Aber greifen sie jemand ernsthaft an, war die Konsequenz, ein sofortiger Besuch in meinem Büro.
Als nächstes dachte ich über Bella´s Verhaftung nach. Die vierte und letzte große Regel der Familie. Lenke niemals zu große Aufmerksamkeit auf unsere Familie. Bella hat gegen diese Regel verstoßen, aber da Bella rein rechtlich kein Teil dieser Familie ist, will ich da eine Ausnahme machen. Das bedeutet aber nicht das ich über ihre Verhaftung weniger wütend bin. Ich werde sie auf jeden Fall verwarnen.
Ich stöhnte vor Enttäuschung., Von den vier großen Regeln der Familie, hatte Bella es geschafft drei in einer Nacht zu brechen. Zugegeben ich hatte diese Regeln nie mit ihr besprochen, aber Bella wusste genau, dass das was sie tat falsch und leichtsinnig war. Das waren keine Ausrutscher dachte ich wütend.
Ich ging zur Couch, setzte mich und legte meinen rechten Arm über mein Gesicht. Wenn Bella eine Regel gebrochen hätte, würde ihr das schon eine Tracht Prügel einbringen. Aber meine liebe Tochter hat gleich drei Regeln gebrochen. Was soll ich nur machen? Ich wollte es nicht länger vor mich hin schieben.
Ich zog kurz den Gürtel in Erwägung, hab den Gedanken aber schnell wieder verbannt. Den Gürtel bringe ich nur in extremen Situationen zum Einsatz und obwohl Bella viele Regeln gebrochen hatte, wollte ich das nicht tun. Ich musste auch berücksichtigen, das Bella wahrscheinlich noch nie Prügel bekommen hat und den Gürtel beim ersten Mal zu verwenden, wäre grausam. Ich zog alle Möglichkeiten in Betracht, bevor ich eine Entscheidung traf.
Bella wird heute eine Tracht Prügel von mir ernten, weil sie so rücksichtlos war und sich törichterweise in Gefahr gebracht hat. Morgen Abend, werde ich sie wieder übers Knie legen und zwar für ihre Lügen. Ich werde Esme anrufen und sie fragen, ob sie damit einverstanden ist.
Wegen der Schlägerei werde ich nachsichtig sein. Ich werde Berücksichtigen das Bella getrunken hatte und somit nicht ganz zurechnungsfähig war und zu der Zeit nicht klar denken konnte. Bella wird einen Entschuldigungsbrief an Lauren schreiben, den ich überprüfen werde. Wegen der Verhaftung, werde ich Gnade vor Recht walten lassen. Ich werde ihre nichts weiter geben als eine ernste Warnung.
Ok, dachte ich während ich mich langsam aufsetzte. Ich werde erst Esme über die Sache informieren. Ich zog das Telefon aus der Tasche und wählte.
"Hallo Carlisle" meldete sich mein Schatz nach dem zweiten Klingeln. Gott wie ich sie vermisse.
"Hallo Esme, hat dir Alice die Sache mit Bella schon erzählt? fragte ich vorsichtig.
"Ja hat sie, aber ich verstehe nicht ganz. Alice hat nicht viel erzählt. Warum sagst du mir nicht, was mit unserer Jüngsten los ist?" fragte sie neugierig.
Ich seufzte und erklärte meiner Frau alles, was gestern passiert war. Ich teilte ihr meine Entscheidung mit, wie ich Bella bestrafen wollte.
Ich hörte meine Frau enttäuscht seufzen, als ich mit meiner Erklärung fertig war.
"Das glaube ich nicht" sagte sie erstaunt "Sie hat das alles wegen Edward getan?"
"Ich weiß" antwortete ich trocken "Vielleicht solltest du mit Edward reden. Aber erzähl im nichts von dieser Sache, sondern rede mit ihm über Bella. Sag ihm das er seine Fürsorge etwas abstellen soll"
"Ja ich werde mit Edward sprechen" sagte sie entschlossen.
Ich hielt inne und fragte dann zögernd " Bist du einverstanden, mit meiner Strafe für Bella?" Esme hat ihre Kinder immer beschützt und ich war nicht in der Stimmung, um mit ihr darüber zu streiten. Außerdem war ich der Meinung, das Bella es verdient hatte und ich hoffte meine Frau würde mir da zustimmen.
Ich hörte einen Seufzer und dann "Carlisle Liebling ich bin einverstanden. Bella´s Verhalten war furchtbar. Sie hätte sich ernsthaft in Gefahr bringen können. Die Idee mit dem Entschuldigungsbrief ist brilliant und im Bezug auf die Verhaftung glaube ich das eine Verwarnung ausreichend ist. Zweifel nicht an dir selbst Carlisle, du bist ein wundervoller Vater"
ICh spürte einen Ansturm von Liebe und Zuneigung für meine Frau und seufzte "Danke" Ich was Gott dankbar, das er mir eine so liebevolle und fürsorgliche Frau gegeben hat.
"Ich liebe Dich Esme"
"Ich liebe dich auch mein Liebling" antwortete sie liebevoll "Und vergiss nicht Bella zu sagen, das sie ihre Strafe annehmen und nicht gegen dich kämpfen soll. Ich sehe euch beide morgen" und damit legte sie auf.
Ich starrte auf das Telefon, es war schön die Stimme meiner Frau zu hören. Ich freute mich überhaupt nicht, über das was gleich kommen würde. Ich hasste es meine Kinder zu verprügeln, aber es hat mich nie daran gehindert. Meine Kinder waren ewige Teenager und als solche musste ich sie immer auf den richtigen Weg zurück bringen. So war die Aufgabe eines Vaters. Ich stärkte mich mental für die bevorstehende Diskussion und begann mich auf den Weg zu Edward´s und Bella´s Zimmer zu machen
