Der Fang
Original: „The Catch" von Passo auf Die Figuren und Orte gehören Rowling und die Story Passo. Na toll, und wo ist verdammt nochmal mein Anteil! He!
Pairing: RW/SS
Kapitel: 7/17
Ich und meine Beta-Leserin haben uns sehr für euch beeilt. Hoffe es gefällt euch!
Kapitel 6: Frag einfach
Ron Weasley tippte mit seinem Federkiel ungeduldig auf den Tisch. Er sah jetzt schon zum fünften Mal, seit er hier war, auf die Uhr. Professor Snape war zu spät! - Um zehn Minuten im Moment. Das war sehr uncharakteristisch für ihn. Snape war der pünktlichste Mensch, den Ron kannte.Das letzte Mal, als so etwas passierte, war er nur fünf Minuten zu spät gekommen - und das nur, weil er eine Besprechung mit Dumbledore hatte.
Nach einer Weile packte Ron sein Zaubertränkelehrbuch wieder weg. Er konnte sich irgendwie nicht konzentrieren. Wieder sah er auf seine Uhr. Zwanzig Minuten zu spät. Ihre Unterrichtszeit war schon fast um die Hälfte vorbei. Es war nicht sehr wahrscheinlich, dass Snape in Kürze noch erscheinen würde.
#Wo zur Hölle ist er?#, dachte Ron leicht irritiert. Wenn er nicht kommen konnte, dann wäre es rücksichtsvoller von ihm gewesen, wenn er Ron mit einer Eule darüber informiert hätte. Der einzige Grund, warum Snape es unterlassen würde, wäre wenn er …
#Augenblick! Was ist, wenn er in Gefahr ist? Was, wenn er von Voldemort gefangen genommen wurde oder so etwas?# Ron stand alarmiert von seinem Stuhl auf. #Okay, Ron…bleib ruhig. Er ist innerhalb von Hogwarts. Selbstverständlich ist er hier absolut sicher.#
Ron setzte sich schwermütig wieder hin. Dennoch er konnte die übertriebenen Gedanken in seinem Kopf nicht verjagen. Wenn nun doch etwas nicht stimmte... Ron entschied sich: Er würde noch die restliche Stunde warten. Wenn Snape um fünf Uhr nicht hier war, dann würde er selber nachsehen, was los ist. Nach dem er dafür entschieden hatte, holte Ron sein Zaubertränkelehrbuch wieder heraus und las weiter. Er versuchte damit die Panik in seinem Verstand zurückzuhalten.
Das Objekt von Rons Sorge war jedoch weder in Gefahr noch bei einem Meeting mit Dumbledore. Severus war völlig alleine in seinem Schlafzimmer – und dachte nach.
#Er wartet auf mich. Ich weiß, dass er es macht.#
Snape fühlte sich ein wenig schuldig bei dem Gedanken daran, dass er den Jungen auf dem Trockenen sitzen ließ, in dem kleinen Konferenzraum, wo er auf den Lehrer wartete. Welcher allerdings niemals kommen würde. Aber soviel, wie er dessen Bekanntschaft auch genoss (sich sogar danach sehnte), genauso wenig wagte er es ihn zu sehen. Es wurde für ihn zu viel, Ron Weasley in die Augen zu sehen, ohne irgendetwas zurückzugeben. Besonders seit er das wusste…seit er wusste, dass …
#Er denkt ich bin nett.# Er dachte an das Pergament. #Er denkt ich sehe gut aus. Gut genug zum Küssen.#
#Oh, komm schon, Severus! Diese kleine Notiz könnte auch ein Streich sein. Er beabsichtigt wahrscheinlich, dich damit zu verarschen. Wahrscheinlich hat er gewusst, dass du es früher oder später finden würdest.#
Großartig, das war eine sehr wahrscheinliche Variante. Schließlich kam Ron mehr nach den Zwillingen als nach seinem gutgesitteten älteren Bruder Percy. Er könnte sich mit seinem teuflischen Potter Jungen über ihren verrückten Zaubertränkelehrer, der ohne ein erwähnenswertes soziales Leben war. Als er sich die Szene vorstellte wurde Snape rot. Ja, es war die wahrscheinlichste Variante.
Dennoch, er hatte viel Zeit mit Ron verbracht und ihn dadurch ein klein wenig besser kennen gelernt. Und sein Bauch sagte ihm, dass Ron niemals so eine Art von Spott benutzen würde. Tatsächlich schien er eine anständige Person zu sein. Um genau zu sein, er schien eine sehr nette Person zu sein. Die Art von Mensch, mit dem er reden oder lachen konnte - und vielleicht …
#Was denkst du?# Snape schlug sich an den Kopf und schalt sich sofort selbst. # Du wirst kein Verhältnis oder irgendeine Art von ähnlichen Verbindungen mit dem Jungen heraufbeschwören! Mal von dem Fakt abgesehen, dass du total schlecht in Freundschaften bist, solltest du nicht vergessen, dass du sein Professor bist. Wenn er dich wirklich betören will, dann ist es deine Pflicht als Lehrer in zu entmutigen, sich auf diese Weise an dich zu heften.#
Severus atmete schwer nachdem er eine Entscheidung getroffen hatte. Ja, er musste jeden möglichen Kontakt mit Ron Weasley begrenzen. Das war der einzige Weg. Die Nachhilfe würde enden müssen. Ron hatte sich sehr verbessert. Er konnte es jetzt selbständig handhaben. Es war schon eine Weile her, dass er die Nachhilfe noch wirklich gebraucht hätte.
Als er darüber nachdachte, ballte er seine Fäuste so stark, dass seine Knöchel ganz weiß wurden. Es verletzte. Es verletzte ihn wirklich sich von ihm fernzuhalten. Er sah Rons Gesicht vor sich, jedes Mal wenn er die Augen schloss. Sah das Lächeln, dass völlig dazu fähig war, einen Raum zu erleuchten. Oder das dichte rote Haar, das ihm glatt über die Wangenknochen fiel, wenn er sich über einen Kessel mit kochendem Inhalt beugte. Seine Stimme hallte in seinem Kopf wieder…
„Sie sind der Beste, Professor. Ich wüsste nicht, was ich ohne sie gemacht hätte."
Die Worte bewirkten, dass er rot wurde, machten, dass er sich sogar stolz und wetgeschätzt fühlte. Es war schön, solange es bestand. Süß eben. Es machte, dass er eine Weile träumte. Aber nun musste der Traum enden.
Ron klopfte probeweise an die Tür von Snapes Gemächern. Nach den ersten drei Schlägen und keiner Antwort, begann er lauter an die Tür zu klopfen. Er war kurz davor auch noch seine Stimme zu benutzen als Snape endlich antwortete.
„Geh weg! Ich habe Kopfschmerzen."
Rons Hand stand still. Er nahm seinen Arm runter und stand dort so für eine Weile. Snape klang völlig erschöpft. Wenn er schlimme Kopfschmerzen hatte, dann hatte er einen guten Grund um ihre Stunde zu vergessen.
Sich erleichtert fühlend, schlenderte Ron hoch zum Gryffindor Turm. Vielleicht konnte er Snape etwas schicken, das ihn sich besser fühlen ließ.
Severus Snape hörte das Klopfen. Wahrscheinlich war es Filch, mit der Lieferung neuer Zutaten. Er sollte wirklich aufstehen und die Tür öffnen. Nur er war im Moment nicht in der Stimmung, irgendetwas zu tun - und das schloss das Aufstehen vom Bett mit ein.
„Geh weg! Ich habe Kopfschmerzen."
Er würde das Zeug später abholen.
Zwei Stunden später…
Severus hatte seine Position noch immer nicht verändert. Das war neu für ihn. Er war der letzte Mensch, der sich für eine Coach Potato halten würde. Aber nun lag er hier und weigerte sich seinen Arm zu heben, um das Kopfkissen zu bewegen. Was war denn das? Depressionen?
Als er gerade am Überlegen war, welchen Grund seine schändliche Existenz hatte und warum Rons tiefrotes Haar erstaunlich gut zusammen mit sonnengebräunter Haut aussah, flog eine Eule durch das Fenster. Sie trug ein kleines eingewickeltes Packet. Die Eule ließ es auf das Bett neben ihn fallen und flog prompt wieder weg, ohne sich die Zeit für eine kurze Rast zu nehmen. Verwirrt darüber, wer ihm das Packet geschickt hatte, hob Severus seinen Körper ein bisschen vom Bett, um es zu inspizieren.
Er riss das zarte, goldene Band ab, um eine hübsche Kiste mit einem kleinen, nach Lavendel duftenden Kissen zu enthüllen. Daran war ein Zettel befestigt:
Hoffe, dass das helfen wird
ihre Kopfschmerzen zu besänftigen.
-Ron
Severus knurrte und ließ sich zurück ins Bett fallen. Dahin war seine Chance, den Jungen jetzt zu vergessen.
Der Zaubertränkeunterricht am folgenden Tag war ein kleines Desaster. Severus Snape konnte sich nicht konzentrieren. Jedes mal, wenn er zu der Seite der Gryffindors sah, sah er nur Ron. Ron schaute ihn mit einem verwirrten Blick an und wunderte sich, warum er von ihm völlig ignoriert wurde - jedes Mal, wenn er seine Hand hob. Ron sah ihn mit einem verletzten Ausdruck an. Er sah traurig aus. Tatsächlich schaffte dieser Blick es, dass Snape sich schrecklich schuldig fühlte. Aber das war besser, als die Alternative. Als das der Rothaarigen ihn genug abgelenkt hatte, hörte er wie seine Stimme begann total überzuschnappen.
„Ummm…also Klasse, wer kann mir die Bedeutung der dama de noche für den Wolfsbanntrank nennen?"
Die gesamte Klasse sah ihn mit einem sonderbaren Blick an.
„Professor, ich habe die Frage gerade schon beantwortet.", erwiderte Draco Malfoy schnell. Er machte sich schon ein wenig Sorgen um das Oberhaupt seines Hauses. Snape sah gequälter aus als sonst.
„ Es tut mir leid." Snape wischte mit seiner Hand über das Gesicht. Was war nur los mit ihm? „Könnten Sie bitte ihre Antwort noch einmal wiederholen?"
„Es ist eine Blume, die die widrigen Effekte des Vollmondes auf den Werwolf zerstreut. Kurz gesagt, ist sie die wichtigste Zutat, weil sie die natürlichen Instinkte des Werwolfs zur Gewaltbereitschaft kontrolliert."
„Sehr gut, Draco." Snape legte eine Hand auf den Tisch. Er fühlte sich ein wenig schwach. Er hatte gestern Nacht kaum geschlafen, dank eines gewissen Gryffindors. Er schloss müde seine Augen. Er konnte unmöglich in diesem Zustand unterrichten.
„Klasse, ich lasse euch heute früher raus. Vergesst nicht die angewiesen Kapitel durchzusehen bis zur nächsten Stunde. Bis dann."
Immer für eine freie Stunde dankbar, flüchteten die Schüler schnell aus dem Klassenraum. Außer einer. Ron Weasley. Betroffen aussehend, näherte er sich dem Lehrertisch.
„Professor, geht es ihnen gut?"
Snape öffnete seine Augen nicht. „Mir geht es sehr gut, Mr. Weasley. Es gibt keinen Grund für sie, alarmierend meine Gesundheit zu betrachten. Nun, warum gehen sie nicht mit ihren Freunden und lassen mich in Ruhe."
Aber Ron hatte eine halsstarrige Ader, von der Severus nie etwas gewusst hatte. Er weigerte sich zu gehen und klebte an seiner Position wie ein aufdringliche Klette.
„Ich weiß, dass etwas nicht in Ordnung ist.", presste er heraus. „Bin ich es? Habe ich etwas falsch gemacht?"
„Sei nicht albern. Was hätten sie schon tun können, damit es mich umwirft?", zum Ende hin wurde er sarkastisch.
„Ich weiß nicht. Vielleicht können sie es mir sagen?" Ron trat einen Schritt näher. „Sie kamen gestern nicht zum Büro. Ich habe die gesamte Stunde gewartet."
„Ich hatte Kopfschmerzen. Ich war nicht in der Kondition um zu unterrichten." Snape öffnete seine Augen und zwang sich selbst dazu Ron gefühllos ins Gesicht zu sehen. „Wie sie sehen können, fühle ich mich im Moment ein wenig matt. Es gibt wirklich nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste."
„So, sie sind also nicht wütend auf mich oder sonst etwas?"
Snape seufzte. „Nein, Mr. Weasley. Ich bin nicht sauer auf sie." Er wünschte nur, er würde endlich gehen. Er begann eine ungewohnte Wärme zu spüren, die sich in seinem Körper ausbreitete.
„Na dann, in Ordnung." Ron drehte sich um und begann in Richtung Tür zu gehen. Plötzlich stoppte er und lief zurück.
#Oh, was nun?#, dachte Snape verzweifelt.
Ron starrte in Severus Augen. In dem Moment fühlte er ein unerwartetes und sehr seltsames Aufwallen von Mut. Er hatte den Eindruck, als könne er alles machen – alles auf der Welt. Seine Nervosität verschwand und wurde durch eine außergewöhnliche, prickelnde Ruhe ersetzt. #Frag jetzt, Ron.# Jetzt oder nie.
„Professor, würden sie mit mir ausgehen?"
Snape öffnete seinen Mund überrascht, seine Lippen formten ein O. Seine Augen waren nicht besser, sie waren fast so rund wie sein Mund. Er versucht seine Stimme zu finden als er in seinem betäubten Gehirn nach einer Antwort umhertastete. Für fünf endlose Sekunden starrte er Ron bloß still an.
„J..ja."
Auf Rons Gesicht brach ein Lächeln aus. Für einen Moment hatte er gedacht, dass Sev „nein" sagen würde. #Nun ja, hätte er es getan, dann hätte ich mich immer noch hinlegen und auf der Stelle sterben können.#
„Okay, ich werde sie dann Samstag sehen. Ich könnte sie vielleicht vor ihrem Büro so sieben Uhr abends treffe. Ist das okay für Sie?"
Severus Snape nickte stumm. Er war im Moment nicht wirklich dazu in der Lage komplexe Bewegungen zu machen. Beides, seine Bewegungsfähigkeit und die Kraft zu Sprechen waren gerade arbeitsunfähig.
Mit einem letzten Lächeln verließ Ron den Raum.
Für ganze fünf Minuten bewegte sich Severus nicht. Mittlerweile konnte er zusammenhängend denken, denn Ron war gegangen. Er sah auf seinen Tisch und realisierte, dass er immer noch stand. Er hatte ja gesagt! Woher kam das nur?
Er hatte absolut keine Idee.
Severus Lippen verzogen sich zu einem Lächeln, als er sich auf den Stuhl setzte. Mit einem Mal schien das Zimmer um einiges heller.
Ende des Kappis
