Hier nun (endlich? ;) !) wieder ein neues Kapitel. Lasst mich wissen was ihr davon haltet :)
Als Tony an diesem Abend nach Hause kam, wartete Sofia bereits mit dem Essen auf ihn. Vor ein paar Monaten hatte er ihr den Schlüssel zu seiner Wohnung gegeben und seit dem nutzte sie hin und wieder die Möglichkeit ihn zu überraschen. Normalerweise freute er sich darüber, doch heute hätte er sich gewünscht in eine leere Wohnung zu kommen. Er brauchte einfach mehr Zeit sich zu überlegen wie er Sofia von dem Undercover-Einsatz erzählen sollte.
„Wie war die Arbeit, Schatz?", fragte seine Freundin während sie den Tisch deckte.
„Du weißt ja, dass wir bei unserem aktuellen Fall nicht weiter kommen.", begann Tony. Er hatte beschlossen es sofort hinter sich zu bringen. „Gibbs hat deshalb beschlossen das Kate und ich undercover als Ehepaar auf dem Stützpunkt ermitteln."
„WAS?!", entfuhr es Sofia etwas lauter als sie es gewollt hatte. Man konnte ihrem Gesicht ansehen wie geschockt sie über diese Neuigkeit war.
„Es ist unsere letzte Option", entgegnete Tony beinahe rechtfertigend.
„Aber wieso ausgerechnet du und Kate?", fragte Sofia ärgerlich.
„Süße", sagte Tony, ging zu ihr und legte die Arme um sie, „Kate und ich sind nun mal Gibbs erfahrenste Mitarbeiter."
Sofia drehte sich in seinen Armen zu ihm um und warf ihm ein mattes Lächeln zu. Tony wusste das er seine Freundin noch immer nicht überzeugt hatte, deshalb fuhr er fort: „ Wenn es eine andere Möglichkeit gäbe den Täter zu fassen, hätte Gibbs diesen Einsatz nicht angeordnet."
Sofia seufzte: „Das weiß ich doch… Ich hab überreagiert. Entschuldige." Sie gab ihm einen kurzen Kuss und sagte: „Lass uns essen. Du bist bestimmt am Verhungern."
„Du kennst mich einfach zu gut!", erwiderte Tony mit einem breiten Lächeln.
Als Tony und Kate am Mittwochmorgen gegen neun Uhr auf dem Stützpunkt ankamen, war der Umzugswagen bereits vor Ort – schließlich sollte niemand Verdacht schöpfen.
Das „neue Zuhause" der beiden lag ganz in der Nähe des Tatorts, so würden sie ihre Nachbarn unauffällig bei Gesprächen über den Gartenzaun befragen können.
„Ich hätte nicht gedacht, dass Sofia dich gehen lässt!", neckte Kate Tony als sie aus dem Wagen stiegen.
„Kate –", begann Tony. Doch diese unterbrach ihn sofort.
„Ab jetzt Ann", erinnerte sie ihn, nahm ihre Tasche vom Rücksitz und ging zum Haus. Tony nahm ebenfalls seine Tasche vom Rücksitz und folgte ihr.
„Ann, Schatz!", hörte Kate Tony sagen als sie gerade das Haus betreten wollte.
„Ja, Tony?"
„Michael, nicht Tony", entgegnete dieser grinsend. Kate rollte daraufhin mit den Augen.
„Ja, Michael?"
„Wir sind frisch verheiratet und das ist unser neues gemeinsames Zuhause. Ich muss dich über die Schwelle tragen, das ist Tradition."
„Nein, musst du nicht!", antwortete Kate und wandte sich ab um ins Haus zu gehen.
Tony griff nach ihrer Hand um sie zu stoppen. „Wenn wir wie ein echtes Ehepaar wirken wollen, dann müssen wir das tun. Wir wollen doch nicht die ganze Operation schon am ersten Tag gefährden?! Was würde Gibbs wohl dazu sagen?!"
Damit hatte er sie überzeugt. Gibbs würde vor Wut rasen wenn so eine Kleinigkeit den Undercover-Einsatz zu Nichte machen würde.
„Also schön."
„Ein bisschen mehr Enthusiasmus, bitte!", meinte Tony während er Kate die Tasche aus der Hand nahm und auf den Boden stellte. Sie lächelte ihn kurz gequält an und legte dann ihre Arme um seinen Hals. Tony umfasste Kates Taille, griff unter ihre Beine und hob sie hoch.
Kate musste sich eingestehen, dass sich das gar nicht so schlecht anfühlte. Außerdem hatte sie immer von dem Tag geträumt an dem sie über die Schwelle getragen würde. Aber in ihren Träumen war der Mann der das tat nie Tony gewesen.
Tony trat mit Kate in den Armen über die Schwelle und sagte: „Willkommen in unserem neuen Zuhause, Schatz!"
„Das wird Gibbs mir büßen! Und Alexis auch!", grummelte Kate als Tony sie absetzte.
„Der Mann der dich später mal wirklich heiratet tut mir jetzt schon leid!", grinste Tony.
„Ach, sei still!", entgegnete Kate genervt. Dann machte sie sich daran das Haus zu erkunden.
Tony holte die beiden Taschen rein und machte sich auf die Suche nach dem Schlafzimmer. Als Tony das Zimmer betrat, war Kate bereits dort. Sie warf gerade einen Blick in das angeschlossene Badezimmer.
„Welche Seite willst du?", fragte er als er die Taschen vor dem Bett abstellte.
„Was?"
„Auf welcher Seite vom Bett willst du schlafen?", präzisierte Tony seine Frage.
„Ich schlafe nicht mit dir in einem Bett", antwortete Kate ruhiger als Tony es erwartet hatte.
„Dann wirst du vor Lieb mit der Couch nehmen müssen, denn in diesem Haus gibt es nur ein Bett und ich werde nicht auf der Couch schlafen."
„Womit hab' ich das verdient?!", murmelte Kate.
„Also?", bohrte Tony nach. Er war gespannt auf ihre Entscheidung.
„Ich nehm' die rechte Seite." Ein verschmitztes Lächeln breitete sich auf Tonys Gesicht aus. Er hatte geahnt, dass Kate nicht auf der Couch schlafen würde.
Tony wollte gerade etwas sagen, doch Kate kam ihm zuvor: „Ich will nichts hören. Verstanden?" Das war natürlich eine rhetorische Frage.
„Ist jemand zuhause?", hörten sie eine Frauenstimme aus dem Erdgeschoss rufen.
„Wir sind oben! Einen Moment!", antwortet Kate. Tony und Kate warfen sich einen irritierten Blick zu. Sie erwarteten niemanden. Dennoch gingen natürlich nach unten. Im Flur standen ein Mann und eine Frau, beide blond. Sie mussten etwa in ihrem Alter sein.
„Ich bin Mary Peterson", stellte sich die Frau vor, „Und das ist mein Mann Robert. Wir sind ihre Nachbarn und wollten Sie willkommen heißen."
„Sehr erfreut", antwortete Tony, „Wir sind Ann und Michael Porter." Er reichte beiden die Hand und Kate tat das gleiche. Anschließend legte Tony seinen Arm um Kates Taille. Das irritierte sie etwas. Doch das war schließlich Teil der Tarnung und so versuchte Kate sich nichts anmerken zu lassen.
„Außerdem wollten wir sie zu unser monatlichen Dinner Party einladen", fuhr Robert fort, „Das hat bei uns Tradition. Jeden Monat veranstaltet ein anderes Paar in der Straße diese Party. Bei der Gelegenheit können Sie gleich alle Nachbarn kennenlernen."
„Wir kommen sehr gerne", erwiderte Kate freundlich lächelnd.
„Das freut mich. Die Party ist Sonntag ab 18 Uhr bei uns zuhause. Hausnummer 275."
„Dann wollen wir sie auch nicht länger stören. Sie haben ja noch viel zu tun", meinte Mary mit einem Blick auf die Kisten die sich im Flur stapelten.
„Da haben Sie Recht", entgegnete Tony. Die Petersons verabschiedeten sich und machten sich auf den Weg zu ihrem Haus. Nachdem die beiden außer Hörweite waren, drehte sich Tony zu Kate und sagte: „Das hier ist keine Navy-Stützpunkt, das ist die Vorstadthölle!"
„So schlimm wird's schon nicht werden.", versicherte ihm Kate schmunzelnd.
