„Meine Güte, wenn ich es dir doch sage. Da war nichts.", stöhnte Yaten genervt, als er die Küche betrat. „Yaten ich habe ja wohl Augen im Kopf.", versuchte Seiya sich zu rechtfertigen. Er lehnte sich an den Kühlschrank und nahm sich die Cola Flasche. „Dann benutze die Augen im Kopf für wichtige Dinge und nicht für Dinge, die dich nichts angehen!", fauchte Yaten. „Außerdem hat Taiki doch gesagt du sollst nicht so viel Cola trinken." „Jetzt fange du nicht auch noch mit dem Mist an. Und versuche nicht, vom Thema abzulenken. Natürlich geht mich das Liebesleben von meinem Bruder was an." , grinste der Schwarzhaarige belustigt. Yaten wurde leicht rosa um die Nase. „Welches Liebesleben?" „Na das von dir und Minako." „Was für Synapsen sind denn bei dir falsch gekoppelt? Manchmal tickst du echt nicht ganz richtig.", bemerkte Yaten und strich sich mit seiner Hand die Haare aus dem Gesicht. „Was wäre wohl passiert wenn wir nicht dazu gekommen wären." ,stichelte Seiya weiter. „Du übertriffst dich heute mal wieder selbst im Scheiße erzählen. Ist dir das gerade bewusst?", fragte Yaten mit einem leicht abwertenden Ton. Seiya ging zu ihm und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter. „Ach komm schon. Was ist so schlimm daran, das du auf sie stehst." „Hallo Wand hier spricht Tapete.", murmelte Yaten leise. Sein Bruder blickte ihn entgeistert an. „Wie...Wand und Tapete?" „Hörst du mir nicht zu? Ich habe kein Interesse an Minako. Das hatte ich noch nie und werde es auch nie haben. Wir sind Freunde, das ist alles. Verstanden? Oder soll ich dir das nochmal schriftlich nachreichen, damit du es auf dich wirken lassen kannst?", witzelte Yaten, doch Seiya boxte ihn nur leicht in die Rippe. „Hör auf dich über mich lustig zu machen! Und was meinte Minako eigentlich damit, das ich noch wach sei? Den Witz habe ich nicht verstanden." Seiya blickte seinen kleinen Bruder fragend an, doch der wollte seine faule Ausrede nur ungern zugeben. „Ach weißt du, das kann ich dir jetzt auch nicht so genau sagen. Du weißt doch wie sie manchmal ist." Ungläubig blickte Seiya zu Yaten. „Na ja, ist ja jetzt auch egal. Ich habe einen tierischen Hunger! Wie sieht es bei dir aus?" „Essen klingt gut. Hat Taiki nicht irgend so einen Auflauf gemacht?", dabei öffnete Yaten den Kühlschrank. „Stimmt, der war im übrigen echt total lecker.", entgegnete Seiya, während er schon mal Teller bereitstellte. „Aber der ist nicht mehr hier drin. Habt ihr ihn aufgegessen?" Seiya blickte stutzig drein. „Nein, das kann nicht sein. Da war noch fast die Hälfte übrig geblieben." „Hier ist aber kein Auflauf im Kühlschrank.", stellte Yaten fest. „Das kann nicht sein. Guck nochmal richtig nach." „Ich werde ja nicht irgendwelche Wurst – und Käseverpackungen mit einem Auflauf verwechseln.", schmunzelte Yaten. „Mach mal Platz und lass mich gucken.", und drängelte sich mit Yaten vor dem Kühlschrank. „Stimmt du hast Recht, da ist kein Auflauf mehr." „Hab ich dir doch gesagt, aber nein. Der Herr will ja wieder nicht auf mich hören." „Seiya? Yaten?" Die zwei drehten sich um und blickten ihren großen Bruder an. „Hey Taiki, haben wir dich geweckt?", fragte Yaten. Doch Taiki winkte nur nervös mit der Hand : „Ach nein, ihr doch nicht. Was macht ihr hier überhaupt?" „Örm...lass mal überlegen. Ach jetzt wo du so fragst fällt es mir wieder ein. Wir wohnen hier.", grinste Seiya. „Und wir waren auf der Suche nach dem Auflauf, aber der ist weg.", stellte Yaten fest. Taiki kratzte sich nervös am Kopf. „Ach wisst ihr...Den habe ich aufgegessen." „Wie? Alles?", Seiya blickte seinen Bruder mit großen Augen an. „Ja, ich hatte plötzlich so einen großen Hunger. So, wollt ihr nicht auf eure Zimmer gehen? Es ist schon spät.", entgegnete Taiki und ging in den Flur. Seiya und Yaten blickten sich verwirrt an. „Was ist denn mit dem los?" „Kein Plan, aber er wirkt leicht nervös und etwas zerstreut.", stellte Yaten fest. „Warum will er uns auf unsere Zimmer schicken?" „Er wird doch nicht etwa...?" Die beiden mussten grinsen. „Mädchenbesuch haben.", schmunzelte Seiya. „Lass es uns doch raus finden." Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht gingen sie in den Flur. „Da seid ihr ja endlich!", sagte Taiki und öffnete schon die Zimmertüren seiner Brüder. „Sag mal, warum hast du es denn so eilig?", fragte Yaten. „Wie eilig?" „Du hältst schon unsere Zimmertüren auf, das ist sehr auffällig. Hast du etwas zu verheimlichen?", wollte Seiya wissen und musste innerlich grinsen. Taiki wurde auf der Stelle rot wie eine Tomate. „Aber nein wie kommt ihr denn darauf. Ich würde doch nie..." „Taiki, sind deine Brüder gekommen?" Stille. Die drei Jungs drehten sich um und Taiki wollte augenblicklich im Boden versinken. „Amy, was für eine Überraschung. Taiki hat uns gar nicht gesagt das er Besuch hat.", entgegnete Seiya und klopfte Taiki mit einem breiten Grinsen auf die Schulter. „Warum hat er euch nichts gesagt?", wollte sie wissen. „Das steht jetzt hier ja nicht zur Debatte. Amy und ich sind am lernen und Schulstoff aufholen. So, ist eure Neugierig jetzt gestillt?" „Ja klar. Nur hättest du uns das auch gleich sagen können." , meinte Yaten und steckte seine Hände in die Hosentaschen. „Ja weil dein komisches Verhalten war überhaupt nicht auffällig.", stellte Seiya fest. „Wieso, welches Verhalten?", wollte Amy gespannt wissen. „Er war total nervös und wollte uns auf unsere Zimmer schicken.", sagte Seiya belustigt. Amy musste lachen. Taiki hätte seinen Bruder am liebsten erwürgt, doch er wollte vor Amy nicht die Beherrschung verlieren. „Eh das jetzt hier noch mehr ausartet, bringe ich dich zur Tür Amy. Danke für deine Hilfe." Amy wurde leicht rosa und blickte zu Boden. „Gerne und wenn du noch etwas brauchst, musst du einfach nochmal fragen.", entgegnete sie leise. Amy holte schnell ihre Sachen und die beiden machten sich auf den Weg zur Tür. „Tzz, kaum sind die Brüder aus dem Haus, lädt er die Mädels ein.", grinste Seiya und blickte den beiden hinterher. „Vielleicht haben wir ein völlig falsches Bild von unserem Bruder." „Ach egal, lasst uns in Bett gehen. Es ist spät geworden."

Yaten zog die Vorhänge seines Zimmers zu. Das schwache Licht seiner Nachttischlampe durchflutete den Raum. Mit einem langen Seufzer ließ er sich auf sein Bett sinken. Er dachte an die Worte seines Bruder. „Liebesleben...Mit Minako. Der spinnt doch." Rücklinks ließ er sich auf sein Bett fallen, streckte seine Arme zur Seite. Doch, was wäre wohl passiert wenn Seiya und Bunny nicht gekommen wären? Noch nie war Yaten einem Mädchen so nah gekommen. Hätten sie sich geküsst ? Dieses Wort blieb in seinem Kopf hängen. Er blickte zur Seite, sah sie plötzlich dort liegen. Mit all ihren liebreizenden Seiten. Mit ihren klaren blauen Augen, mit ihren leicht rosa Wangen. Er verspürte deutlich die Wärme, die durch seinen Körper strömte. Er verspürte sein Herz, das schneller pochte und er verspürte das Bedürfnis...sie zu küssen. Schlagartig schreckte er hoch. Er blickte sich um, er blickte zur Seite. Er war in seinem Zimmer, er war allein. Ihr Bild vor seinen Augen war verschwunden. Er setzte sich auf. Er fühlte sich benommen, hatte Mühe seinen Oberkörper aufrecht zu halten. Dieses Mädchen ließ ihn einfach nicht los. Immer wieder zog sie ihn in ihren Bann, immer wieder spürte er die Anziehungskraft zu ihr. Dabei waren sie doch nur Freunde. Freunde. Er blieb einige Minuten sitzen, schwelgte in Gedanken. Als er aufstand, fühlten sich seine Beine schwer an. Der Weg in sein Bad erschien ihm wie eine Ewigkeit. Dort angekommen zog er sein T-Shirt aus und wollte es in den Wäschekorb werfen. Doch er hielt inne.Er nahm einen süßlichen, lieblichen Duft wahr. Ihren Duft. Er lächelte leicht. Schon wieder schlich sie sich in seine Gedanken, und er wollte sich nicht dagegen wehren. Er wollte ihr Bild festhalten, warum auch immer er das tun wollte. Warum auch immer er sich von ihr angezogen fühlte, warum auch immer er sie küssen wollte. Warum auch immer. Ein Schmunzeln umspielte seine Lippen, bevor das kalte Duschwasser seinen Körper herunter prasselte.

Minako legte ihren Kopf zur Seite, als sie sich im Spiegel betrachtete. Ihr langes blondes Haar fiel über ihre Schultern. Nur von einem knappen Höschen und einem BH bekleidet, stand sie dort. Ihre großen Augen blickten in den Spiegel. Lange betrachtete sie sich, drehte sich nach allen Seiten. Dann blieb sie stehen, begutachtete jeden Zentimeter ihren Körpers. „Wenn er mich nicht haben will, dann eben nicht.", sagte sie leise zu sich selbst und stütze ihre Hände auf dem Waschbecken vor ihr auf. Sie dachte an ihn, an ihre Begegnung in der Turnhalle, an seine Nähe. Er hatte sich noch nie wirklich für sie interessiert, schon damals nicht. Warum sollte sich das jetzt geändert haben? Sie glaubte nicht daran, das der Vorfall in der Turnhalle eine tiefere, gefühlsmäßige Wirkung auf Yaten hatte. Auf Minako hatte es das , keine Frage. Doch versuchte sie sich zwingend klar zu machen, das alles nur ein reiner Zufall war und kein tieferer Sinn dort hinter steckte. Wieder blickte sie in den Spiegel. Sie lächelte. Vom Trübsal blasen hatte Minako gestrichen die Nase voll. Sie verließ das Badezimmer, doch bevor sie das Licht ausschaltete blieb sie stehen und grinste nochmals breit. „Na ja, aber ne ziemlich geile Sau ist er schon, der Yaten.", sagte sie leise. Auf dem Weg in ihr Zimmer musste sie nochmals über diesen Satz lachen.

Minako hatte sich einen warmen Kakao gemacht und saß im Schneidersitz auf dem Boden ihres Zimmer. Es war bereits spät. Um sie herum lagen lauter Blätter, die Minako versuchte mit verkrampfter und angestrengter Miene zu ordnen. „Ich Trottel ich. Ich schaffe es doch niemals meinen Physikhefter zu ordnen." Sie ließ den Kopf hängen und betrachtet die kleinen Zeichnungen an den Rändern der Blätter. Typisch Minako eben. Hätte sie gewusst, das sie ihren Hefter irgendwann einmal Yaten in die Hände geben würde, hätte sie ihre fragwürdigen Zeichenkünste sicher unterlassen. Wenigstens hatte sie nicht irgendwelche großen Herzen mit seinem Namen drin aufgezeichnet. Hatte sie doch nicht oder ? Hastig überblickte sie alle Blätter, doch diese Peinlichkeit schien ihr erspart zu bleiben.

Nach einer geschlagenen Stunde war es ihr endlich gelungen ihren Hefter in eine geordnete Reihenfolge zu bringen. Sie ließ sich rücklings auf den Boden fallen, streckte ihren Körper. Ein Blick auf die Uhr, es war kurz vor null Uhr.

Die Wohnung war still, Minako war allein. Wie fast immer. Allein. Ihre Mutter war auf irgendwelchen geschäftlichen Reisen. Sie dachte nicht viel über die Gründe der Mutter, die diese hatte nicht zu Hause zu sein, nach. Es war ihr mit der Zeit egal geworden, schnell wurde das selbstständige Leben zum Alltag für Minako. Wie an so vielen Abenden lag das Mädchen nun allein auf dem Sofa im Wohnzimmer. Das Licht war gedämmt. Sie hörte Artemis Tapsen und zuckte leicht zusammen, als er auf das Sofa sprang und sich schnurrend an ihre Beine kuschelte. Ehe sie einen letzten klaren Gedanken fassen konnte, fielen ihre Augen zu und sie versank im Land der Träume.

Am nächsten Morgen wurde Minako durch die ersten Sonnenstrahlen geweckt. Sie gähnte und streckte sich gemütlich, wobei beinahe ihr weißer Kater Artemis vom Sofa gepurzelt wäre. Nur sehr mühsam konnte sich Minako überwinden aus ihrer warmen Decke in das kalte Wohnzimmer zu krabbeln. Schnell rannte sie zum Fenster, um sich von den warmen Sonnenstrahlen kitzeln zu lassen. Als sie in ihrem Zimmer ankam, wäre sie beinahe auf den Physikhefter drauf getreten. „Ach Minako.", schimpfte sie zu sich selbst. „Das du auch immer alles auf dem Boden liegen lassen musst." Ihr Blick fiel auf die Uhr. Schnell fasste sie den Entschluss, Yaten den Hefter so schnell wie möglich vorbei zu bringen. Mit anderen Worten …. Sofort. Vorausgesetzt war natürlich, das die drei Jungs jetzt nach ihrer Rückkehr immer noch in der selben Wohnung wohnten, die Minako als Adresse bekannt war. Sie schnappte sich den Hefter um ihn in ihre Tasche zu packen und setzte dann ihre morgendliche Routine mit einem Abstecher in der Küche fort. Dort angekommen, schnappte sie sich eine Schüssel und befüllte diese mit einer großen Portion Müsli, als plötzlich das Telefon klingelte. „Ja Aino hier." Am anderen Ende der Leitung meldete sich Bunny. „Guten Morgen Minako." „Hey Bunny, du bist schon wach?", fragte Minako, während sie gekonnt mit einer Hand die Milch über ihr Müsli goss. „Na ja, aber natürlich. Du wir treffen uns dann vor dem Konzert heute Abend noch bei Rei ja?", meinte Bunny. „Geht in Ordnung. Sag mal weißt du ob die Jungs eine neue Adresse haben?" „Minako warum willst du das wissen?", fragte Bunny neugierig. „Nur so.", sagte Minako kurz. „Das glaub ich dir nicht." „Na du weißt doch, das Yaten mein Physikzeug haben will, und da wollte ich das eben gern vorbeibringen." „Ach na dann. Du ich weiß nicht ob die noch die selbe Adresse haben. Wieso kommst du eigentlich darauf das ich das wissen könnte?" „Da du ja viel mit Seiya zu tun hast, dachte ich eben du weißt das." „Soll das eine Anspielung auf irgendwas sein, liebste Minako?" „Das war nur eine Feststellung.", grinste Minako und setzte sich auf die Arbeitsfläche der Küchenzeile. „Ja das würde ich jetzt auch sagen." Beide Mädchen mussten lachen. „Gut meine Hübsche, also das wollte ich dir nur sagen, also zwecks Treffen und so." „Danke, du bist lieb. Dann weiß ich Bescheid." „Und du erledige deine Aufgabe. Hast du deinen Hefter vorher sortiert?" „Was ist das denn bitte für eine Frage? Ja na klar hab ich das gemacht." „Jetzt muss er das also nur noch verstehen." „Genau, das wird er ja hoffentlich hinbekommen." „Wenn nicht wirst du eben seine private Nachhilfelehrerin." Minako wurde leicht rosa um die Nase, was Bunny ja zum Glück nicht sehen konnte. „Ich wette du wirst gerade rot.", lachte Bunny am anderen Ende. „Na sicherlich nicht. Also das mit der Nachhilfe. Und das andere auch." „Lügen haben kurze Beine liebste Minako." „Es wäre sinnvoller wenn wir dieses Telefonat jetzt erst einmal beenden." Die beiden Mädchen kicherten und verabschiedeten sich dann voneinander.

Yaten klopfte an die Badezimmertür. „Man Seiya, mach mal Lack hier." „Was?" Yaten hörte wie sein Bruder die Dusche ausstellte. „Ich hab gesagt du sollst dich beeilen! Es leben zufälliger Weise noch mehr Leute hier in der Wohnung die alle mal duschen wollen." „Ja reg dich ab , ich bin gleich draußen!" Kopfschüttelnd ging Yaten ins Wohnzimmer und ließ sich auf das Sofa fallen. „Unsere nächste Wohnung hat definitiv drei Bäder.", sagte er genervt und zappte sich durchs Fernsehprogramm. Bei einem Musiksender stoppte er und drückte seinen Körper in die weichen Kissen des Sofas. Da öffnete sich auch schon die Badezimmertür und Seiya betrat das Wohnzimmer. „Das Bad ist frei für dich gnädiger Herr.", grinste er. Yaten schaute über die Lehne des Sofas zu seinem Bruder. „Schön das du mit deinen nassen Füßen durch die ganze Bude rennen musst. Du weißt doch wie pingelig Taiki bei solchen Sachen ist.", sagte er in einem gleichgültigen Ton. „Erst hämmerst du wie so ein Irrer gegen die Badtür, das ich mich auch ja beeilen soll und dann..." Yaten unterbrach seinen Bruder. „Das du dir nicht richtig die Füße abtrocknen kannst, hat ja nicht wirklich was damit zu tun." „Doch ich wollte dich nicht noch länger warten lassen." Seiya schmiss Yaten ein trockenes Handtuch entgegen. Dieser musste grinsen. „Du bist echt ein Spinner." „Ja liegt eben in der Familie." Die Brüder mussten lachen. Kurz bevor Yaten die Tür des Badezimmers öffnete blickte er nochmals zu Seiya. „Aber du bist der größte Spinner der Familie, eindeutig." Noch eh Seiya ein Sofakissen nach ihm werfen konnte, verschwand Yaten im Bad. „Das werden wir ja noch sehen wer hier der größte Spinner ist.", rief er ihm nach.

Kurz nachdem sich der Schwarzhaarige auf den Sessel gesetzt hatte, klingelte es an der Tür. Seiya schaute verdutzt. Normalerweise erwarteten sie Vormittags nie Besuch. Schnell zog er sich seine Jogginghose und ein Shirt drüber und lief zur Tür. Es klingelte gerade ein zweites Mal, als er die Tür öffnetet und … Minako vor ihm stand. „Minako?" Diese grinste ihn breit an. „Guten Morgen Seiya." „Was machst du hier? Womit haben wir die Ehre?", fragte Seiya. „Darf ich erst mal reinkommen?" „Na klar." Gemeinsam betraten sie die Küche. Minako bekam große Augen. Die Küche erschien ihr riesig. Sie kannte zwar die Adresse der Jungs, hatte sie aber noch nie in ihrer Wohnung besucht. „Wozu brauchen drei Jungs so eine große Küche?", fragte sie erstaunt während sie sämtliche technische Geräte betrachtete. „Na ja, diese Frage kann ich dir jetzt auch nicht so genau beantworten. Taiki hat sie eingerichtet." Minako schwieg. Mit einem Lächeln im Gesicht stand sie vor dem zweitürigen Kühlschrank, inklusive Eiswürfelmaschine. „Du darfst ihn auch öffnen.", schmunzelte Seiya während er sich an den Türrahmen anlehnte. „Der ist ja mal größer als groß. So viel kann man ja gar nicht essen, wie da rein geht." Seiya ging auf sie. „Du sag mal warum bist du jetzt eigentlich hier?" Minako kramte in ihrer Tasche und drückte Seiya den Hefter in die Hand. „Hier mein Physikhefter für deinen Bruder. Kannst du ihm den bitte geben?" „Du kannst ihm den auch persönlich geben." Er grinste sie an, doch Minako konnte auf diesen Satz keine Antwort geben. „Setze dich einfach ins Wohnzimmer und warte einen Augenblick." „Aber ich..." Minako konnte gar nicht so schnell gucken, da schob Seiya sie auch schon ins Wohnzimmer. „Darf ich dir irgendetwas anbieten?" , fragte er die sichtlich überforderte Minako. „Nein danke." „Dann mach es dir einfach bequem." Mit diesem Satz war er grinsend um die Ecke verschwunden.

Noch immer leicht verwirrt ließ sich Minako in die Kissen des Sofas sinken. Sie begutachtete das Wohnzimmer, welches sich durch einen offenen Übergang an die Küche anschloss. Es war elegant und sehr stilvoll eingerichtet, die Innenausstattung musste eine Frau übernommen haben. Anders konnte sich Minako die Auswahl der präzise auf einander abgestimmten Möbel und Accessoires nicht erklären. In einer Ecke des Zimmers stand eine große Grünpflanze, auch so etwas hatte sie hier nicht erwartet. Mit Plastikpflanzen hätte sie dann schon eher gerechnet, war ja schließlich eine Männer WG. Schließlich blieb ihr Blick am überdimensional großen Fernseher hängen, der an der gegenüberliegenden Wand hing. Sie stand auf, stellte sich direkt vor den Fernseher und breitete dabei ihre Arme aus. Immer noch hatte er eine wesentlich größere Spannweite. Minako kam sich direkt etwas winzig vor. Sie fragte sich, was für eine riesige Summe an Geld nötig war, um dieses Gerät zu bezahlen. Plötzlich fiel ihr Blick auf die Spielkonsole, die etwas weiter abseits stand. Ihre Augen begannen zu strahlen, sie hatte eine Vorliebe für Videospiele. Insbesondere für Autorennspiele. Fast täglich besuchte sie die Spielhalle hier direkt um der Ecke, um am Rennsimulator ihr Können zu trainieren. Vorsichtig hockte sie sich auf den Boden und griff nach der Schachtel neben der Konsole. „Hey Minako, suchst du was?" Sie schreckte hoch. Taiki stand vor ihr und grinste sie an. Sie blickte verlegen zur Seite. „Ich bin eigentlich nur hier um deinem Bruder den Physikhefter zu bringen. Und ich wollte eigentlich nur ganz still dort sitzen und warten aber..." „Dann hast du diesen Fernseher und die Spielkonsole gesehen und wolltest spielen." Taiki vollendete ihren Satz. Sie nickte zaghaft. Die Situation war ihr leicht peinlich. War ja auch nicht gerade höflich, sie kommt das erste Mal hier in diese Wohnung und macht sich bei der erst besten Situation ungefragt über die Spielkonsole her. „Wenn du möchtest spielen wir eine Runde zusammen, das hatte ich sowie gerade vor." , schlug Taiki vor und setzte sich zu ihr auf den Boden. „Wirklich, das wäre ja toll.", freute sich das blonde Mädchen und grinste breit. „Was möchtest du spielen?" „Am besten irgend etwas mit Autorennen!" Taiki blickte sie verdutzt an. „Okay, wenn du magst." Schnell entschieden sie sich für ein Spiel. Gerade als der Braunhaarige die Konsole anschließen wollte, kam Seiya hinzu. „Was habt ihr vor?", wollte er gespannt wissen. „Wir wollen einen Runde Autorennen spielen.", sagte Minako aufgeregt. Sie freute sich gerade wie ein kleines Kind. Der Fernseher der Jungs war wie gemacht für Autorennspiele. Er war perfekt. Seiya setzte sich auf das Sofa und schnappte sich einen Controller. „Na wenn hier schon mal ein Mädchen mitspielt, dann werde ich doch auch gleich mal mit einsteigen." Minako und Taiki schnappten sich ebenfalls einen Controller. Taiki setzte sich zu Seiya, während Minako sich im Schneidersitz vor dem Fernseher platzierte. Sie war sichtlich fasziniert von diesem Gerät. „Sobald sie auf Tour sind, breche ich hier ein und schnappe mir das Teil." Sie musste bei diesem Gedanken grinsen. „So sind alle bereit?", fragte Taiki. Die beiden anderen bejahten seine Fragen und so konnte das Rennen starten. Nach wenigen Sekunden erkämpfte sich Minako die Führungsposition. „Wieso bist du so gut?", rief Taiki ihr zu, während er darum kämpfte, seinen Bruder zu überholen. „Mach Platz man!", schrie er. „Das würde dir so passen!", entgegnete dieser und bewegte seinen Körper nach den Kurven des Spiels hin und her. Minako schien hoch konzentriert zu sein. Wortlos saß sie auf dem Boden und steuerte ihr Rennauto geschickt über die Strecke. Als Seiyas Rennwagen auf gleicher Höhe mit ihrem war, verlor sie ihre Beherrschung. „Man, fahr doch du Sau. Und mach gefälligst Platz!" Taiki und Seiya schauten sich kurz amüsiert an. Nach drei weiteren Runden stand Minako als deutliche Siegerin fest. „Gewonnen, gewonnen, gewonnen!", sie strahlte über beide Ohren. „Du bist echt gut. Du scheinst eine Menge Übung auf dem Gebiet zu haben.", stellte Taiki fest. „Ich spiele einfach nur sehr gerne." „Schau, sie hat sogar Yatens Rekord geknackt.", meinte Seiya, während er sich einen Schokoriegel gönnte. Minako schaute gespannt und legte ihren Kopf zur Seite. Nur wenige Millisekunden trennten sie beiden voneinander. Sie schien einen echten Gegner gefunden zu haben.

„Hey Leute was...Minako?" Yaten stand im Wohnzimmer und blickte die Drei erstaunt an. „Wir haben gespielt. Du glaubst gar nicht wie gut Minako ist.", sagte Taiki, während er die Kabel der Konsole vom Fernseher entfernte. „Sie hat sogar deinen Rekord geknackt. Verstehst du … Ein Mädchen ist besser im Autorennfahren als du.", grinste Seiya frech. Minako war für die ersten Sekunden so überrumpelt das sie gar nichts sagen konnte. Er sah gut aus, selbst noch in Jogginghosen und einem weiten T-Shirt. Langsam spürte sie das Blut, welches in ihre Wangen schoss. „Na ja, so gut bin ich nun auch nicht.", sagte sie leise. Yaten spürte ihre leichte Verlegenheit. Vorsichtig stand sie auf und nahm den Physikhefter der auf dem Tisch lag. „Hier, das wollte ich eigentlich nur schnell vorbei bringen." Sie drückte Yaten den Hefter in die Hand und verabschiedete sich schnell von den anderen Jungs. „Warte ich bringe dich noch zur Tür.", schlug Yaten vor. „Nein, nein. Ich finde den Weg schon allein." Sie grinste verlegen und ihr Herz schlug schneller, als er ihr Lächeln erwiderte. „Okay, aber denk dran, irgendwann möchte ich mal eine Revanche, dafür das du meinen Rekord geknackt hast." „Na ob du dann als Sieger dastehen wirst ist fraglich." Sie schmunzelte ihn an und verließ dann die Wohnung. Yaten blieb in der Küche stehen und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf. Er zuckte leicht zusammen, als Taiki ihm auf die Schulter klopfte. „Bruder, dieses Mädchen ist verrückt nach dir." „Jetzt fängt der Nächste mit diesem Geschwätz an. Ich aber nicht nach ihr.", sagte er kurz und ließ seine zwei Brüder zurück. Diese schauten sich nur kopfschüttelnd an. „Doch er ist es, eindeutig.", grinste Seiya.