„Hallo?", erklang schließlich die ihm so vertraute Stimme seiner Assistentin am anderen Ende.
„House hier, wo sind sie gerade?"
Der Arzt bog jetzt in einen anderen Gang ein.
„Mit Foreman und Chase im Besprechungsraum. Wir warten auf sie. Wo sind sie?"
„Ist die Hollywood Infanterie schon da?", wich er ihrer Frage mit einer Gegenfrage aus.
„Ja, die stehen hier rum und warten ebenfalls auf sie."
„Gut, sagen sie Chase und Foreman bescheid und kommen sie in den Heizraum."
„Den Heizraum?!", ertönte es entgeistert aus dem Telefon.
„Ihr Gehör funktioniert noch einwandfrei, das freut mich. Tun sie es einfach. Und hängen sie auf dem Weg irgendwie diesen Idiotentrupp ab. Ich muss jetzt auflegen, da mir keine beleidigenden Ausdrücke mehr für diese Klappspaten einfallen."
Mit diesen Worten nahm er das Handy vom Ohr, klappte es zu und steckte es wieder weg. Nach ein paar weiteren Metern und zwei weiteren unbeschrifteten Türen, kam er endlich am Ziel an. «Heizraum» stand in fettgedruckter Schrift an der Tür vor ihm. Dr. House sah sich agentenfilmgerecht um und verschwand, sobald er sicher sein konnte, dass die Luft rein war, blitzschnell durch die Tür.
Als sein Assistententeam einige Zeit später eintrat, saß House, den Rucksack neben sich gelegt, auf der rechteckigen Verkleidung einer Wärmepumpe und war damit beschäftigt, hochkonzentriert seinen Stock zwischen zwei Fingern zu drehen.
„Wieso treffen wir uns im Heizraum?", wollte Chase als erstes wissen.
„Ich mag die Ruhe hier unten", erklärte House gegen das monotone Brummen einer der im Raum stehenden Maschinen an, welches nur von einem unregelmäßigen Klappern der Heizkörper unterbrochen wurde.
„Wir könnten gar nichts machen, wenn wir ins Mittelalter zurückreisen könnten", meinte er zusammenhanglos in Gedanken versunken mehr zu sich selbst als zu seinen Assistenten.
„Was?", fragte Foreman kopfschüttelnd.
„Ich meine bei einer Zeitreise. Da kämen wir aus der Zukunft die von Technik nur so überflutet ist und könnten nicht mal eine simple Glühbirne herstellen", sinnierte der Ältere weiter.
„Wir könnten Krankheiten diagnostizieren", warf Chase fröhlich ein, der als letztes hereingekommen war.
House hörte auf den Stock zu drehen und sah Chase siegessicher an. „Vielleicht. Aber wir könnten sie nicht heilen."
Jetzt mischte sich der zerknauscht drein schauende Foreman wieder ein: „Und was hat das mit unserem Fall zu tun?"
„Nichts." House stieg vorsichtig von der Wärmepumpe und rieb sich den angeschlagenen Oberschenkel. „Ich sehe sie haben die Tafel nicht mit runter gebracht."
„Nunja wir...", begann Cameron wurde aber sofort von ihrem Vorgesetzten abgewürgt.
„Gut mitgedacht. Das wäre auch zu auffällig gewesen, ich gebe ihnen recht. Sie konnten aber offensichtlich wenigstens die Wir-verfolgen-euch-bis-euch-schlecht-wird-Filmcrew abhängen, sehr schön."
Cameron nickte. „Die denken wir drei sind zu einem Hausbesuch bei einem hochansteckenden Patienten. Jetzt schlagen sie die Zeit mit Däumchendrehen in der Kantine tot." Sie machte eine kurze Pause und fügte dann hinzu: „Das hoffe ich jedenfalls."
„Gut, gut", bemerkte House. „Das mit der Tafel ist schade, aber ich habe mir so was schon gedacht und darum habe ich uns einfach ein neues Diagramm gemalt, basierend auf dem alten."
Der Mediziner deutete mit einem Kopfnicken auf einen großen orangefarbenen Kasten in der Ecke des Raumes.
„Auf einen der Warmwasserspeicher?", hakte Cameron ungläubig nach.
„Und ihre Augen funktionieren auch noch. Beeindruckend!"
„Aber das kriegen wir nie wieder ab", gab Foreman zu bedenken.
House nickte zustimmend. „Ich weiß. Das Teil sollte sowieso mal gestrichen werden. Ich kann Orange nicht ausstehen."
„Aber sie haben ein orangefarbenes Motorrad", warf Dr. Cameron ein.
Sofort fasste sich House voller Verzweiflung an den Kopf. „Repsol! Kein Orange, das ist Honda Repsol, Dr. Cameron."
Eric Foreman wurde langsam ungeduldig.
„Können wir uns jetzt um die Patientin kümmern?", fuhr er seinen Vorgesetzten schroff an.
