Veränderungen

Montag, 10. September

Am nächsten Morgen wurde Cam durch lautes Gelächter wach. Sie schlug die Augen auf und blickte in die Gesichter von James und Peter. Ihr wurde schnell klar, warum die beiden so lachten. Sie hatte ihre Arme um Sirius' Hals geschlungen, ihre Beine waren mit seinen verkreuzt und er hatte sein Gesicht in ihren Haaren vergraben, wobei er sie mit seinen Armen um ihre Taille eng an ihn gepresst hielt.

Schnell löste sie sich von ihm, stieg aus dem Bett und funkelte James böse an. „Was gibt's zu lachen?"

„Ich wusste nicht, dass Träume noch während des schlafens in Erfüllung gehen. Muss ich Sirius mal fragen wie er das anstellt. Träumt von dir und am nächsten Morgen liegst du neben ihm." Er lachte noch mehr und Cam errötete. Sirius träumt von mir?

„Ich geh rüber. Wir sehen uns beim Frühstück!"Sie verlies den Raum und hörte noch auf der Treppe James Lachen und Peters Quieken.

Nach mehreren Minuten hatten sie es auch endlich geschafft Sirius zu wecken. Er grunzte etwas (James und Peter waren sich sicher, dass es ‚Camy' bedeuten sollte) und schlug die Augen auf. Mit seiner Hand griff er direkt neben sich, doch Cam war weg.

„Keine Angst, sie ist nur in ihren eigenen Schlafsaal gegangen und zieht sich an. Hast du endlich Erfolg gehabt?"James setzte sich zu ihm aufs Bett.

„Wir sind nur Freunde, ok? Sie hatte Angst und hat bei mir geschlafen. Ist doch nichts schlimmes dabei."

„Wetten wir, dass das nur ne Ausrede war? Sie wollte einfach bei dir sein, merkst du das nicht? Na ja, Themawechsel. Remus kommt heute aus dem Krankenflügel raus. Aber ich glaub nicht, dass er noch vor dem Unterricht wiederkommt. Ich geh schon mal frühstücken. Beeil dich, sonst kriegst du nichts mehr!"Er stand auf und verlies den Raum und Peter watschelte schnell hinterher.

Sirius richtete sich stöhnend auf und schlurfte ins Bad. Wenn es nur eine Ausrede war, dann ist Cam eine echt gute Schauspielerin. Und so oder so, es war eine schöne Nacht und ich hab es doch genossen, dass sie da war.


„Cam! Wo warst du? Wir haben uns Sorgen um dich gemacht!"Lily hatte die Arme auf ihre Hüfte gestützt und blickte sie vorwurfsvoll an.

Cam grinste übers ganze Gesicht. „Ich hab bei Sirius geschlafen!"

„Bei oder mit?"Alex hatte sich soeben zu den beiden gesellt.

„Bei natürlich. Wir sind nur Freunde!"

„Ich kann's nicht mehr hören!"Lily hielt sich die Hände auf die Ohren. „Warum kapiert ihr das nicht? Du willst ihn und er will dich. Das ist doch so einfach. Überleg mal, wann du Sirius das letzte mal mit einem Mädchen gesehen hast!"

„Na ja, das warst du!"gab sie zu. „Aber das ist ja auch erst eine Woche her."

„Er will sich ändern. Für dich. Und ich finde dafür sollte er auch irgendwann belohnt werden."

„Wenn er es wirklich ernst meint, dann reicht diese Woche noch nicht, um mir das zu zeigen. Da muss er schon mehr machen!"

In dem Moment flog die Tür auf und Amaya und Nathalie, mit denen sie sich das Zimmer teilten, kamen lachend rein, verstummten aber, als sie die anderen drei sahen. Sie waren seit ihrem fünften Jahr verfeindet. Amaya hatte sich schon vorher verändert, war nur noch auf Jungs und ihr Aussehen fixiert gewesen. Aber in ihrem fünften Jahr, als sie gemerkt hatte, dass James nur für Lily schwärmte, hatte sie angefangen böse Gerüchte in die Welt zu setzen.

„Auf jeden Fall, hat er mich vorhin gefragt, ob ich mit ich ausgehe. Bald hab ich ihn soweit. James ist ja auch wirklich süß!" Sie betonte den Namen extra laut und blickte Lily dabei an. Auch von ihren Freunden wurde Lily jetzt angestarrt, doch sie gab sich cool und zuckte nur mit den Schultern. Innerlich war sie aber längst nicht so ruhig. Es war von Anfang an klar gewesen. Erst macht er mit ihr rum, dann schnappt er sich die nächste, nur weil er nicht direkt Erfolg hat. Sie musste sich eingestehen, dass sie ernsthaft eifersüchtig war. Nicht die selbe Eifersucht, die sie empfunden hatte, als sie Cam und James zusammen gesehen hatte. Nein, richtige Eifersucht.

Amaya und Nathalie giggelten in ihrer Ecke weiter und ehe Cam oder Alex es mitbekamen, hatte Lily den Schlafsaal verlassen.

Sie ging schnell zum Frühstück weiter, denn es blieb ihr nicht mehr viel Zeit vorm Unterricht. Auch Sirius saß noch beim Frühstück.

„Hey Lily, alles klar bei dir?"

„Natürlich! Warum sollte es mir nicht gut gehen?"

„Hör mal, ich mag dich wirklich, aber bitte hör auf James zu verarschen!"Er hatte sich von seinem Frühstück abgewandt und schaute sie an. „Du kannst ihn damit echt verletzen, mit deinem Verhalten."Lily war überrascht, dass er so direkt war.

„Ich ihn verletzen? Er hat doch schon die nächste. So traurig kann er dann wohl nicht sein!"

„Die nächste? Und wen bitte schön? Ein Lily-double? Obwohl nicht mal das an ihn rankommen würde. Lily, du bist alles was er will, also behandel ihn etwas besser!"

„Seine Neue ist Amaya, falls du es wissen willst! So sehr kann er mich ja dann nicht mögen!"Sie lies ihr Frühstück stehen und verlies die große Halle.


Die Geschichtsstunden bei Prof. Binns liefen in dem gewohnten Schneckentempo ab. Sirius und Cam schrieben sich die Stunde über kleine Briefchen, Alex kritzelte auf ihrem Blatt herum und starrte immer öfter zu Remus' leerem Platz herüber, Peter schlief, Amaya starrte James an, der starrte Lily an und die starrte konsequent auf ihren Tisch.

Alex hatte beschlossen jetzt endlich etwas zu unternehmen und herauszufinden wo Remus war. Sie war sich sicher, dass er nicht bei seiner Mutter war. Auch wenn Sirius und James versuchten ihr das zu erzählen, Peter hatte sich verplappert, er ist einfach zu dumm.

Also machte sie sich nach Geschichte der Zauberei, als die anderen schon zu Zaubertränke gingen, auf den Weg zum Krankenflügel. Dort wollte sie als erstes nachschauen.

Doch bis dahin kam sie gar nicht erst.

Sie bog um eine Ecke und wurde nach hinten auf den Boden geschleudert.

„Oh Gott, ist dir was passiert?"Alex blickte erschrocken auf. Es war Remus, der gerade mit ihr gesprochen hatte. Er zog sie auf die Beine und sie schlang ihre Arme um ihn.

„Remus, wo warst du? Ich hab mir solche Sorgen gemacht! Warst du krank? Oder bei deiner Mutter?"

„Hey Alex, ganz ruhig. Eine Frage nach der and -."Weiter kam er nicht, denn Alex verschloss mit ihren Lippen seinen Mund. Es war ein sanfter Kuss und Remus Herz schlug schneller. Als sie sich von ihm lösen wollte, zog er sie wieder an sich und vertiefte den Kuss.

„Alex," er gab ihr ein kleinen Kuss auf ihr Ohr, „ich liebe dich, Alex!" Anstatt ihm zu antworten, küsste sie ihn noch einmal.

„Komm mit, Zaubertränke hat eh schon angefangen!"Er nahm ihre Hand und zog sie in einen Geheimgang. „Du kennst auch wirklich alles hier, was?"Sie lachte laut auf und er hielt ihr schnell die Hand vor den Mund. „Psst, hier hoch!"Er schob sie die Treppe hinauf und sie kamen auf einem breiten Gang wieder hinaus. Dreimal liefen sie hier auf und ab und Alex wollte grade fragen, was das sollte, als eine Tür in der Wand erschien. Remus hielt die Tür auf und machte eine Bewegung mit der Hand.

„Nach ihnen, Mylady!"Kichernd betrat Alex den Raum und war überwältigt. Ein großes Sofa war vor einem lodernden Kamin aufgestellt und drum herum standen viele Kerzen und Vasen mit riesigen Rosensträußen.

„Wo sind wir?"– „Im Raum der Wünsche. Du musst dreimal vor der Tür rumlaufen und dir etwas wünschen!"– „Und was hast du dir gewünscht?"Sie stand jetzt direkt vor ihm und schloss ihre Arme um seinen Oberkörper. Dann schmiegte sie ihren Kopf an seine Brust. „Ich habe mir gewünscht, dass du glücklich bist, hier mit mir. Einen ganz besonderen Raum!"Er beugte sich runter und küsste sie, dann hob er sie auf seine Arme und legte sie aufs Sofa. Sie zog ihn mit sich runter und küsste ihn wieder.

„Alex, ich liebe dich. Das habe ich ernst gemeint. Aber ich will dich nicht mit David teilen!"Sie richtete sich jetzt auf. „Remus, gib mir Zeit. Ich rede mit ihm!"– „Trennst du dich von ihm?"– „Lass uns diesen Augenblick genießen. Bitte!"

Remus vergaß seine Zweifel und lies sich vollkommen gehen.


Lily stöhnte auf, als sie den Klassenraum betrat. Cam saß neben Sirius und neben James war noch ein Platz frei. Zum Glück tauchte in dem Moment Peter auf und drängte sich an Lily vorbei. Glück gehabt, Lily. Du musst nicht neben Potter sitzen.

Doch sie hatte nicht mit James gerechnet. Grade als Peter sich neben ihn setzen wollte, hielt er eine Hand auf den Platz. „Sorry Pete, hier sitzt Lily!"Diese starrte ihn entsetzt an und er grinste. Peter hatte sich währenddessen auf einen anderen freien Platz gesetzt. Ok, kann er haben. Ich mach ihm die Stunde zur Hölle. Grinsend lies sie sich neben James nieder.

Die Stunde begann und er ignorierte sie zuerst. Irgendwann dachte sie nicht mehr an ihn, bis sie seine Hand auf ihrem Oberschenkel spürte. Blitzschnell drehte sie sich zu ihm um. Er lächelte schelmisch mit seinem jungenhaften Grinsen. Schnell schob sie die Hand weg und rückte zur Seite. Den Rest der Stunde blieb James, zu ihrer Verwunderung, ruhig. Dann bemerkte sie Amaya, die ihr giftige Blicke zuwarf. Aha, daher weht der Wind. Er traut sich nicht wegen Amaya.

Sie rückte ihren Stuhl wieder zu James rüber und beugte sich vor. „Tut mir leid James, dass ich ein bisschen voreilig reagiert habe!"Sie lächelte ihn an. „Macht nichts!"Er grinste zurück, unternahm aber keinen weiteren Versuch, ihr näherzukommen.

Enttäuscht verlies sie nach der Stunde das Klassenzimmer, wo James und Amaya auch schon standen. Schnell drehte sie sich zu Cameron um, die direkt hinter ihr war. „Kommst du mit zum Mittagessen?"

„Komme schon!"

Beim Mittagessen saß Lily mit Cameron bei Justin und Sebastien. Jedoch wanderten ihre Blicke immer öfter zu James, der Amaya mit Früchten fütterte. Angewidert drehte sie sich zu Justin um. Was James kann, kann ich schon lange! Mit einem zuckersüßen Lächeln sprach sie ihn an. „Hast du zufällig Samstag schon etwas vor?"Er blickte sie erstaunt an, dann grinste er. „Soll das ein Date werden?"– „So was in der Art!"Sie lachte. „Du hast Glück, Samstag bin ich noch frei! Sehen wir uns um 10 Uhr in der Eingangshalle?"Lily nickte und Justin und Sebastien standen auf. „Wir sehen uns!"sagte Sebastien an Cam gewandt, wobei er verführerisch lächelte.

Als sie weg waren, fing Cam laut an zu lachen. „Lily, was war das denn jetzt? Ein Date mit Justin?"– „Ja, warum nicht? Er sieht doch echt gut aus!"– „Das schon, aber was ist mit James? Ich dachte, ihr findet jetzt endlich mal zusammen!"

„Wegen dem Kuss? Er hat doch Amaya! Das mit uns war nichts ernstes!"

„Aha, so ist das also. Du bist eifersüchtig und willst dich rächen!" Lily grinste nur, stand dann auf und winkte Cam noch einmal zu. Dann war sie weg.

In dem Moment kam Sirius vorbei. „Hey Kleine, was wollten die beiden denn bei euch?"Er schaute sie verwirrt an. „Ein Date!"– „Du hast ein Date mit diesen Lackaffen?"Seine Stimme war lauter geworden, aber das störte ihn nicht. „Ich nicht!"Sie lachte. „Aber Lily hat eins mit Justin, am Samstag!"– „Und was ist mit James?"– „Schau ihn dir doch an, er hat jetzt Amaya. Hast du übrigens mal Alex gesehen? Sie war nicht in Zaubertränke!"

„Hab sie auch schon länger nicht mehr gesehen. Aber ich muss jetzt los! Wir sehen uns!"Er drückte ihr einen Kuss auf die Wange und verschwand. Cameron blieb strahlend zurück.


„Wir sollten gehen. Es ist bestimmt schon spät!"Remus gab Alex einen zärtlichen Kuss. „Nein, nicht. Bitte lass uns einfach hier bleiben. Ich will die anderen nicht sehen. Nur dich!"Sie schmiegte sich in seine Arme. Ihre schwarzen Haare verteilten sich neben seinem Gesicht und er spielte mit einer ihrer Haarsträhnen. „Du bist so schön!"Er grinste sie an und fuhr mit einem Finger über ihre niedliche Nase. „Rede bitte bald mit David. Ich will allen sagen, dass ich dich liebe!"

„So einfach ist das nicht. Er wird das nicht verstehen!"

„Was gibt es da nicht zu verstehen? Wir lieben uns!"Er blickte sie zweifelnd an. „Das tun wir doch, oder?"

Sie nickte und strahlte ihn dann an. „Ja, ich liebe dich, Remus!"


Samstag, 15. September

Es war halb Zehn und die sieben Freunde saßen am Gryffindortisch zum Frühstücken. Mittlerweile hatten alle von Lilys Date gehört und James war entsprechend schlecht gelaunt. Gelangweilt biss er von seinem Brötchen ab und bemerkte nicht einmal Amaya, die sich ihnen mit trippelnden Schritten näherte.

„Hallo mein Süßer!" James blickte kurz auf und sah dann wieder auf seinen Teller.

„Machen wir heute was zusammen?"

„Meinetwegen. Hab nichts besseres vor!"

„Oh schön, dann sehen wir uns später im Gemeinschaftsraum!" Sie drehte sich schnell weg, da Cam und Alex ihr giftige Blicke zuwarfen.

„Ich muss jetzt los. Treff mich ja gleich schon mit Justin!"Lily lächelte in die Runde, besonders lange schaute sie James an, stand auf und verlies die große Halle.

Der Rest blickte James unauffällig an, er schien es jedoch trotzdem zu bemerken. „Was guckt ihr alle so?"Er lachte. „Mir geht's gut, ok? Das mit Lily war doch nichts ernstes!"Ihm war klar, dass seine Freunde das nicht glauben würden, da er nichts mehr als Lily wollte, aber sie sprachen nicht weiter über das Thema.


„Lily, da bist du ja endlich!"Justin erwartete sie lächelnd in der großen Halle. Er sah heute besonders gut aus. Statt dem Hogwartsumhang trug er eine Jeans und ein schlichtes T-Shirt, welches ihm besonders gut stand. Seine blonden Haare schimmerten leicht golden.

„Hallo Justin! Was hast du geplant?"Sie begrüßte ihn mit einem Kuss auf die Wange und einem koketten Lächeln.

„Na ja, da kein Hogsmeadewochenende ist, dachte ich wir könnten ein bisschen spazieren gehen auf den Ländereien. Was hältst du davon?"

„Gute Idee. Lass uns gehen!"Sie hakte sich bei ihm unter und sie verliesen das Schulgebäude.

Nach dem sie eine Weile nur über die Wiesen von Hogwarts gewandert waren, suchten sie sich ein ruhiges Plätzen neben dem Verbotenen Wald und setzten sich dorthin.

Justin streckte sich auf dem Boden aus und grinste Lily an.

„Ich hätte nie gedacht, dass wir mal ausgehen!"

„Warum?"Lily schaute in fragend an.

„Na ja, es ist ja nicht zu übersehen, dass Potter auf dich steht!" Nicht schon wieder Potter! Kann ich nicht einen einzigen Potter-freien-Tag haben?

„Und was ist daran schlimm?"

„Ich glaube, Potter würde jedem die Knochen brechen, der dir zu nahe kommt. Ausserdem dachte ich, du würdest auch auf ihn stehen. Tun ja alle Mädchen aus ganz Hogwarts!"

„Tja, da hast du dich geirrt. Zwar versteh ich mich gut mit ihm, aber mehr ist da auch nicht dran!"

„Glück gehabt!"murmelte er und zog sie erst in seine Umarmung und küsste sie dann. Es war ein... eigenartiger Kuss. Ja, Lily fiel kein anderes Adjektiv dafür ein. Es war eigenartig und vielleicht etwas langweilig. Keine Leidenschaft, kein Prickeln. Kein James. STOP! Das ging zu sehr in die falsche Richtung. Hier war Justin, ein netter, süßer Junge.

„Woran denkst du?"

„Dass ich dich gerne wieder küssen würde!"Sie verbannte ihre Gedanken in den letzten Winkel ihres Gehirns und lehnte sich ihm entgegen.


Als sie später mit geröteten Wangen den Gemeinschaftsraum betrat, konnte sie von ihren Freunden nur James entdecken. Sie lies sich neben ihm aufs Sofas fallen.

„Na, wie war's bei deinem Date?"Er lächelte sie an und Lily war verwirrt. Sie hatte gedacht, dass er eifersüchtig war, aber davon war keine Spur.

„Ja, es war schön. Wir hatten viel Spaß. Was habt ihr denn gemacht?"

„Hauptsächlich Hausaufgaben. Dann hatte ich noch Quidditchtraining. Nichts besonderes!"Er klappte das Buch zu, in dem er gelesen hatte und räusperte sich. „Lily, wenn ich ehrlich bin, haben wir uns noch nicht viel um unser Schulsprecheramt gekümmert."

Sie fasste sich an den Kopf. „Das hab ich total verdrängt! Bald müssten wir auch Rundgänge haben!"

„Rundgänge müssen wir morgen Abend und Dienstag Abend machen. Aber zum Beispiel müssen wir uns um den Halloweenball kümmern."

„Sollen wir uns morgen um zwölf Uhr im Schulsprecherbüro treffen? Dann können wir alles weitere besprechen!"James nickte und rieb sich dann über den Bauch. „Ich hab so ein großen Hunger! Kommst du mit zum Abendessen? Wir wären zwar etwas früh, aber -."

„Komm, ich hab auch schon Hunger!"Sie stand auf und zog James mit hoch. Gemeinsam verliesen sie den Gemeinschaftsraum.

Cam und Alex, die gerade aus dem Mädchenschlafsaal kamen, lächelten sich wissend an.


„Oh Süße, das war ein schöner Abend! Musst du jetzt schon zurück?"David und Alex hatten den ganzen Abend draussen verbracht, doch Alex sehnte sich nach Remus und hatte darauf gedrängt wieder reinzugehen. Jetzt standen sie vorm Ravenclawgemeinschaftsraum und sie wollte ihren Freund endlich loswerden.

„Ich muss jetzt wirklich noch Hausaufgaben machen. Ausserdem muss ich mich um Cam kümmern. Sie ist ziemlich gefrustet wegen Sirius!"

„Wegen Sirius? Die beiden haben sich doch wohl nie besser verstanden!"

„Trotzdem muss ich los. Wir sehn uns morgen!"Sie drehte sich um und verschwand rasch.

Es konnte ihr gar nicht schnell genug gehen, bis sie Remus wieder sah. Ihre Freunde wussten nichts von ihrer geheimen Beziehung und sollten es auch vorerst nicht erfahren. Sie beschleunigte automatisch ihre Schritte und merkte gar nicht, dass ihr jemand folgte. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen, als sie an die vergangene Woche dachte. Seit ihrem ersten Treffen im Raum der Wünsche, hatten sie sich immer öfter heimlich getroffen und es war jedes Mal noch schöner.

„Hey meine Süße!"Sie drehte sich um, doch es war niemand zu sehen.

„Hallo?"

Es war immer noch niemand zu sehen.

„Remus? Bist du das?"Lachend zog er sich den Tarnumhang vom Kopf und zog sie zu sich. „Da bin ich ja froh, dass du nicht ‚David' gesagt hast!"– „Ich wusste, dass nur du das sein konntest. Intuition!"

„Hast du denn schon mit ihm geredet?"Sie blickte zum Boden und schüttelte sanft mit dem Kopf. „Ich machs aber bestimmt noch innerhalb der nächsten Woche! Ich versprechs dir!"

Lächelnd drückte er sie gegen die Wand und begann sie küssen.


Sonntag, 16. September

Pünktlich um zwölf Uhr saßen Lily und James im Schulsprecherbüro. Lily hatte es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht und James saß auf dem Schreibtisch.

„Was hast du denn vor? Zu Halloween, meine ich!"Lily sah ihn interessiert an.

„Ich dachte an einen Ball, oder?"

„Ich weiß nicht. Normalerweise gibt es nur einen Weihnachtsball und einen Abschlussball!"„Na und? Ich will einen Halloweenball! Und Dumbledore ist bestimmt begeistert!"

„In Ordnung, also gibt es ein Halloweenball. Immer deiner Meinung!"

James grinste sie an. „Da bin ich ja beruhigt! Also machen wir den Ball und du machst mit Snape zusammen den Eröffnungstanz. Nackt!" Lily starrte ihn entsetzt an und schlug ihm gespielt auf den Arm. „Ich dachte du bist immer meiner Meinung?"Sie rollte jedoch nur mit den Augen.

„Und wie organisieren wir das?"

„Erstmal müssen wir das mit den Vetrauensschülern besprechen!"

„Gibt es sonst noch was?"

„Nein, nur das wir heute Abend Rundgänge machen müssen! Um zehn Uhr!"

„Dann sehen wir uns ja dann noch!"Sie steuerte auf die Tür zu, drehte sich aber noch einmal um. „James?"Er hob den Kopf. „Freunde?"– „Freunde!"Er lächelte, doch in seinen Augen konnte sie noch etwas anderes lesen. Enttäuschung, Schmerz? Sie konnte es nicht genau sagen.

„Bis dann!"

„Bis dann, Lily!"Er sprach ihren Namen ganz sanft aus, doch Lily hatte den Raum schon verlassen.