So, nachdem ich gestern von meiner Kursfahrt nach Liverpool wiedergekommen bin, kommt hier nun das letzte Kapitel der Geschichte! :)


7. Das Ende

„Was ist mit deinem Gesicht passiert?"

„Regulus ist meinem Gesicht passiert", antwortete Remus. „Er hat sich entschieden, mir im Licht der jüngsten Ereignisse eine Nachricht zu hinterlassen, was er von mir hält."

James starrte ihn einfach nur an. Harry winkte wild mit einem riesigen Grinsen auf dem Gesicht.

„Na los, sag es", sagte Remus. „Ich hab´s dir ja gesagt."

„Nun ja … ich hab´s dir ja gesagt", sagte James. Er überreichte seinen Sohn an Remus. „Hier. Halt du ihn, während ich meine Schuhe ausziehe."

Remus trat zur Seite, um James herein zu lassen und piekte Harrys Nase und Bauch und spielte kurz mit ihm.

„Ich bin mir nicht sicher, ob ich es riskieren kann, ihn frei hier herum laufen zu lassen. Ich hab schon eine Weile nicht mehr wirklich sauber gemacht …"

„Mh, es wird schon gehen." James nahm ihn wieder zurück und folgte Remus in die Wohnung. „Oder … doch nicht. Was hast du hier getan?"

James sah entsetzt auf die Unordnung vor ihm.

Remus´ Klamotten waren überall verteilt, Boxen von bestellten Essen begannen, sich zu stapeln, unzerknüllte Blätter Papier und dreckiges Geschirr lagen herum und das Sofa sah aus, als hätte er die letzten zwei Wochen darauf geschlafen. Was er wahrscheinlich auch getan hatte.

„Äh, nichts. Ich habe vorhin versucht, aufzuräumen, aber hab es irgendwie … fallen gelassen …" Remus zuckte die Schultern. „Ich mache es später."

„Richtig …" James setzte Harry probeweise ab. „Du hast keine Giftstoffe oder wilde Tiere unter all dem Chaos, an dem mein Sohn sich selbst umbringen könnte?"

„Ich glaube nicht …"

„Wie beruhigend."

„Es tut mir Leid, ich bin nur in letzter Zeit etwas neben der Spur …" Remus seufzte. „Willst du einen Kaffee?"

„Kaffee wäre schön."

Remus ging in die Küche, um etwas Kaffee und einen Snack für Harry herbei zu zaubern. James behielt seinen Sohn strikt im Auge und sammelte etwas vom schlimmsten Teil des Durcheinanders auf.

Als Remus mit zwei dampfenden Tassen Kaffee und ein paar Keksen zurück kam, sah er, wie James ein Manuskript durchblätterte.

„Was ist das?", fragte er und sah auf. Remus stellte den Kaffee auf den Tisch neben ihn.

„Das ist … oh …" Remus zuckte peinlich berührt die Schultern. „Das ist das Buch, das ich geschrieben habe, als ich vorgegeben habe, ein Autor zu sein."

James blickte auf die erste Seite: Die Existenz als Werwolf: Ein Überlebensratgeber für moderne Nachfahren.

„Wie zum Teufel bist du darauf gekommen?"

„Ich hab´s mir aus dem Arsch gezogen."

Er gab Harry einen Keks, ohne sich darum zu kümmern, ob er alles vollkrümeln würde.

„Hm. Es ist zugebenermaßen wirklich gut." James blätterte weiter durch das Manuskript, hielt immer mal wieder an, um ein wenig zu lesen. „Obwohl es ein bisschen wie eine dicke, fette Umschreibung von Schwulen ist."

„Ja, Sirius hat das Gleiche gesagt."

Remus setzte sich schwerfällig. James zog eine Augenbraue hoch.

„Ich hab ihn vor kurzem gesehen. Er sah absolut scheiße aus."

„Was genau soll ich mit dieser Information anfangen?" Remus zog eine Grimasse.

„Hast du überlegt zu versuchen, noch mal mit ihm zu reden?"

„Oh, habe ich. Ich habe ihn in den letzten zwei Wochen jeden Tag angerufen, aber seltsamerweise will er nicht mit mir reden. Ich wusste, dass das passieren würde, James. Es ist nicht zu reparieren. Ich muss einfach damit leben. Er wird über mich hinweg kommen. Ich werde über ihn wegkommen. Das Leben geht weiter. Der ganze Scheiß."

„Wie dramatisch."

„Richtig."

„Wie auch immer. Was fangen wir mit dem hier an?" James zeigte auf das Manuskript.

„Nichts."

„Manchmal bist du wirklich dumm, weißt du das?"

„Was?"

„Du hast ein ganzes Buch geschrieben und willst es jetzt einfach verrotten lassen? " James schnaubte. „Lass es veröffentlichen. Es ist gut."

„Nein, ist es nicht. Es ist irgendein zufälliger Scheiß, den ich zusammen geschrieben habe, unter dem Vorwand, ich wäre ein wahnsinnig origineller und intellektueller Autor."

„Sieh mal, Remus, du bist klug. Du bist originell. Du hast es alles hier drin. Versuch, es zu veröffentlichen. Und mach deine gottverdammte Wohnung sauber, ich habe seit dem College nichts mehr gesehen, dass so schlimm war."

Harry war eine Weile still gewesen und als Remus und James verstanden, warum, nahmen sie ihm schnell den Gegenstand weg und reichten ihm stattdessen einen weiteren Keks.

„´Tschuldige, James …"

„Gott, Remus. Konntest du dein verdammtes Gleitgel nicht im verdammten Schlafzimmer lassen, wo mein Sohn es nicht finden kann?"

„Ja … ich weiß ehrlich nicht, wie das hier her kommt …"

Nachdem James gegangen war, verbrachte Remus vier Stunden damit, seine gesamte Wohnung aufzuräumen und sauber zu machen, bis der alte Glanz wiedergestellt war. Dann setzte er sich mit einem Ausdruck und einem Stift hin und begann zu arbeiten.

Über die nächsten Wochen überarbeitete er Stellen, editierte andere und schloss das Buch ab. Einer seiner Kontakte war ein Agent und stimmte zu, das Manuskript anzunehmen.

Remus hörte schließlich auf zu versuchen, Sirius zu erreichen. Er hatte es sehr deutlich gemacht, dass er nicht mit ihm reden wollte und Remus hielt es für richtig, er hatte ohnehin keine zweite Chance verdient.

Das hieß nicht, dass er aufhörte, sich über ihn Sorgen zu machen. Er verfolgte ihn auf myspace und twitter, aber nicht facebook, da Sirius ihn aus seiner Freundesliste gelöscht hatte, ebenso, wie er sein Profil gesperrt hatte. Er sah jeden Fernsehauftritt mit ihm, las Interviews und Artikel.

Und er fand, wenn man alles betrachtete, machte Sirius eine gute Figur bei der Handhabung seines Outings. Nach der ersten Woche, in der jeder bis zur Großmutter darüber geredet hatte, veralteten die Neuigkeiten.

Seine Fans unterstützten ihn weiterhin. In der Anlehnung an seine Kampagne gegen Drogen, für die er öffentlich arbeitete, wurde er nun auch in der Schwulengemeinschaft mit einbezogen. Es konnte nicht alles schlecht sein. Es war gute Werbung oder? Es funktionierte.

Volle sechs Wochen nachdem Remus den Artikel publiziert hatte, wurde ihm der Job als Herausgeber angeboten. Er hatte ihn beinahe vergessen und war aufrichtig überrascht, als der stellvertretende Herausgeber ihn bei Seite nahm und nachfragte, ob er Interesse hätte.

Zwei Wochen später hatte er einen glänzenden neuen Schreibtisch auf einem anderen Flur im gleichen Gebäude und dachte, dass das Leben doch ganz schön war.

Im Sommer hatte sein Agent einen Verlag gefunden, der bereit war, sein Buch zu veröffentlichen. Remus und sein Redakteur arbeiteten sich durch das Manuskript, um es endgültig zu verfeinern, und Remus fügte nach kurzem Zögern eine kleine Widmung hinzu.

Er glaubte nicht, dass es einen Unterschied machen würde, aber es würde gehen.

„Da ist ja mein sarkastischer, witziger Autorenfreund", grinste James und ließ Remus herein. Harry taumelte ihm entgegen, um ihn enthusiastisch zu begrüßen und umarmte sein Bein.

„Hi, Harry." Remus grinste und hob ihn für eine richtige Umarmung hoch. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, du großer Junge! Zwei Jahre, dass ist eine ganz schöne Leistung, huh?"

Harry drosch auf ihn ein und Remus setzte ihn lieber wieder ab, bevor er sich selbst weh tat. Auch Lily kam, um ihn zu begrüßen.

„Glückwunsch! Nichtsdestotrotz ein veröffentlichter Autor."

„Danke, auch wenn ich es bis jetzt noch nicht bin. Das Buch kommt nicht vor November auf den Markt. Das soll den Menschen genug Zeit geben, um es für andere Leute zu Weihnachten zu kaufen oder so, meinte mein Agent."

Remus grinste. „Ich habe euch eins mitgebracht, wenn wir schon dabei sind. Ich habe einen Stapel loszuwerden."

Remus fischte ein glänzendes, gebundenes Buch aus seiner Tasche. „Für euch."

„Das hätte nicht sein müssen, Remus." Lily umarmte ihn und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Ich hätte mein Eigenes gekauft."

„Ja, naja …" Remus lächelte. „Das musst du nicht. Ich habe fünf Bücher … Jetzt hast du dein Eigenes und ich weiß nicht, was ich mit den anderen vier Stück machen soll."

„Ich nehme eins, dann hast du nur noch drei, um die du dich sorgen musst!" James grinste. Er schnappte sich das Buch von Lily und öffnete es. „Oohh, ich werde darin erwähnt!"

„Natürlich!"

Danke an meinen Freund James, der mich dazu gebracht hat, etwas aus diesem Buch zu machen. Wie rühmlich."

„Es ist die Wahrheit", meinte Remus und wollte das Buch für ihn schließen, doch James las weiter.

Gewidmet an S. B., ohne den ich dieses Buch niemals geschrieben hätte. Ich hoffe nur, dass er mich nicht für immer hassen wird." James sah auf. Remus zuckte unbeholfen mit den Schultern.

„Ähm …"

„Jungs, Abendessen ist in fünf Minuten fertig, falls ihr es schafft, Harry und euch ins Esszimmer zu bewegen", sagte Lily sanft.

Remus schenkte ihr ein dankbares Lächeln.

„Weißt du, Remus", sagte James, als sie sich setzten. „Jetzt, wo du in der ganzen Buchgeschichte drin bist, solltest du auf jeden Fall noch eins schreiben."

„Und worüber?"

„Du bist der Autor, du solltest die Ideen haben", ärgerte James ihn.

„Ich weiß nicht, worüber ich schreiben sollte."

„Wie bist du auf die Idee mit dem Werwolfbuch gekommen?"

„Ich habe dir gesagt, dass ich sie mir aus dem Arsch gezogen habe. Es war eine … äh … bedrängende Situation. Ich habe bloß gesagt, was mir gerade in den Sinn gekommen ist …", sagte Remus schulterzuckend.

James grinste.

„Naja, da du ja gerade so gut im Bereich der Selbsthilfe-Bücher bist, solltest du … in der Richtung bleiben." Er goss sich Wein ein. „Schreib ein abfälliges Buch über Beziehungsberatungen oder so etwas und nenn es The Toadwars. Es wird herausragenden Erfolg haben."

„Haha. Ich weiß, warum du nicht der Autor bist."

„Ach, komm schon. Es könnte Spaß machen, oder? Oder, ich weiß nicht, etwas wie 10 gute Gründe, warum man nicht mit einem Rockstar ausgehen sollte. Die Menschen würden es lieben."

Remus sah in sein Glas, ohne zu antworten. James´ Gesicht verzog sich.

„Oh … tut mir Leid. Ich wollte nicht-"

„Vergiss es." Remus schüttelte den Kopf. Sein Mund verzog sich zu einem Grinsen. „Wer weiß, vielleicht schreibe ich darüber."

Lily kam mit dem Essen aus der Küche und James stand auf, um ihr lärmend zu helfen und einen Kuss zu ernten. Remus beobachtete sie still. Er vermisste Sirius. Das war keine Lüge.

Das Buch zu schreiben, wird ihn nicht zurück bringen. Aber … nein. Denk nicht darüber nach, Remus Lupin. Hab Spaß.

Nach dem Kuchen und einen Geburtstagslied, brachte Lily Harry ins Bett. James und Remus nahmen die Weinflasche mit ins Wohnzimmer und machten es sich für ein Gespräch über die Arbeit, das Buch und wahllose Themen gemütlich und vermieden vehement das Thema Sirius. Als Lily wieder kam, rollte sie sich mit Remus´ Buch in einem großen Sessel zusammen und begann zu lesen.

„Bist du sicher, dass du ein Eigenes willst, James?", fragte Remus amüsiert.

„Natürlich. In fünf Jahren werde ich es verkaufen, dann, wenn du reich und alt bist und ich eine der wenigen bin, die eine Erstausgabe haben", ärgerte James ihn.

Als Remus in dieser Nacht nach Hause kam, legte er zuerst das Buch für James bei Seite. Das Eine, das als erstes aus dem Druckprozess erschienen war, das Eine, das er eigentlich für sich behalten wollte, legte er für Sirius zur Seite. Er würde eine Notiz dazuschreiben und es am Morgen verschicken.


Was, das war´s jetzt? Kein Happy End?

Aber natürlich gibt es eines ... nur nicht hier. Es gibt eine Fortsetzung mit dem wunderbaren Titel "House of Love" und an dieser Stelle seit ihr gefragt.

Es hat mir wirklich Spaß gemacht, die Geschichte zu übersetzen, auch wenn ich sagen muss, dass ich Remus zum ersten Mal wirklich gehasst habe, für das, was er

mit Sirius abgezogen hat. Allerdings ist die Fortsetzung von der Kapitelanzahl doppelt so lang, von den Seitenzahlen mal ganz zu schweigen ;)

Auf jeden Fall würde es viel Zeit kosten und da stellt sich mir natürlich die Frage, ob die Fortsetzung für euch überhaupt interessant ist oder nicht. Wenn ja,

übersetze ich sie natürlich liebend gerne, aber da es so viel ist und ich ja auch noch zur Schule gehe, würde ich gerne im Vorraus wissen, ob sich die Arbeit dann auch lohnt.

Also, schreibt mir doch bitte in einem review oder einer privaten Nachricht, was euch besser gefällt, ob ihr die deutsche Übersetzung von House of Love gerne lesen wollt

oder nicht. Danke schonmal im Vorraus! :)

Ansonsten wünsche ich allen noch einen wunderschönes Wochenende :)

Eure Coja