Equally Cursed and Lost
by 4real
November 2006
Notes: Ähm ja. Vielleicht sollte ich das Rating langsam erhöhen? am Kopf kratz
Chapter 9: sweet… untouchable you
So you'd sing a lullaby to get me to sleep
So it's no surprise
my eyes are never heavy
For I've not seen you in the flesh for so
long
That I'm not sure we would know each other at all
Trespassers William
Die Stufen schienen kein Ende zu nehmen. Stück für Stück, Zentimeter für Zentimeter tastete sich Draco weiter hinab in die Finsternis. Die Luft wurde immer feuchter und es roch sanft nach Alter. Er hatte keinerlei Ahnung, wieviele Stufen er schon hinunter gegangen war oder wie lange sie schon auf der Flucht waren. Die Zeit verging in einem immer fremder werdenden Rhythmus. Während teilweise große Klumpen davon an ihm vorbeiquollen, schleppte sich immer wieder eine nicht reißen oder enden wollende, zähe Masse vor seinen Augen entlang und er hatte das Gefühl, er würde wohl noch bis in alle Ewigkeit Stufe um Stufe hinab in das Ungewisse stolpern…
Irgendwann hatte er die letzte der schmalen Stufen erreicht und vor ihm ragte eine glatte Steinwand empor, die ebenfalls von einer einsamen Fackel erhellt wurde. Der Anblick der Wand rief in Draco erneut all die Ängste hervor, die er niemals gänzlich hatte überwinden können und er spürte die namenslose Furcht seine Luftröhre emporkriechen. Doch bevor ihn die Panik überfallen konnte, brachte ihn ein Blick in das leichenblasse Gesicht von Harry wieder zur Besinnung und er legte seine leicht zitternde Hand auf den kalten Stein. Nichts geschah und augenblicklich brach Draco der Schweiß aus. Nocheinmal blickte er in Harrys lebloses Gesicht, dann wandte er sich wieder der glatten steinernen Wand zu. In seinem Kopf rotierten die Gedanken. Sollte auch hier Blut vergossen werden um die Schwelle passieren zu dürfen?, überlegte Draco fieberhaft.
Die Zauberstabhand nach wie vor um das kühle Holz seines Zauberstabes gekrallt und damit Harry auf seiner unsichtbaren Bahre so ruhig wie möglich haltend, fuhr Draco mit seiner freien Hand vorsichtig in seine Hosentasche und zog ein unscheinbares, silbern glänzendes Taschenmesser hervor. Er klappte es mithilfe von seinen Zähnen vorsichtig auf.
Beinahe sanft legte er die Schneide des Messers auf die nackte Haut des Unterarms, schloss die Augen, drückte zu und zog das Messer langsam über die gesamte Breite seines Armes. Der Schmerz explodierte Sekunden später in seinem Kopf und erschrocken riss er die Augen auf. Sein Arm war blutüberströmt, stellte Draco mit blankem Entsetzen fest und ließ das Messer fallen. Dann drückte er fest seine freie Hand auf die blutende Wunde an seinem Zauberstabarm und wartete, bis das dumpfe Pochen in seinen Ohren sich beruhigt hatte, doch sofort als er seine Hand von der Wunde löste, quoll mehr Blut hervor. Draco wurde schwindlig, doch er zwang sich bei Vernunft zu bleiben und legte die zitternde und blutverschmierte Hand auf den kalten blanken Stein, die geheimen Beschwörungsformeln murmelnd. Als er seine Hand zurückzog, blieb ein Blutfleck in der Form seiner Hand zurück.
...Und Familienblut am Familiengrabe haftet...
Fast sofort öffnete sich die unsichtbare Tür und der Slytherin hielt den Atem an.
Sie befanden sich in einem riesigen Raum. Draco sah sich beinahe versteinert um. Ein ruhiges Feuer in einem riesigen Kamin tauchte den Raum in warmes, flackerndes Licht. Die Wände waren mit schweren, dunkelgrünen Samtvorhängen behangen und der Boden mit einem flauschigen Teppich in derselben Farbe. Einige einzelne Stühle und Sessel waren um einen gläsernen Tisch nahe dem Kamin gruppiert. Eine Wand wurde vollkommen von einem riesigen Bücherregal dominiert.
Doch Dracos Erstaunen dauerte nur solange, bis ihn der Schmerz in seinem Arm und das wachsende Schwindelgefühl übermannten. Langsam stolperte er vorwärts und ließ die unsichtbare Bahre mit dem leblosen Körper des Gryffindors bis zu dem warmen Feuer in dem Kamin gleiten. Vorsichtig legte Draco den geschundenen Jungen auf den weichen Teppich und sah sich suchend nach einer Decke um. Als er eine gefunden und sie sanft um den nur von seinem Mantel geschützten Jungen gehüllt hatte, brach Draco schwach und entkräftet neben der reglosen Gestalt zusammen.
Mit Mühe und Not murmelte er den nötigen Zauberspruch um die Blutung seines Armes zu stillen, dann fiel auch er in einen bleiernen Schlaf.
Draco schien es als hätte er nur wenige Minuten geschlafen und tatsächlich hatte er keine Ahnung, wie spät es war noch wieviel Zeit vergangen war, seitdem er sein Zimmer verlassen hatte und durch die geheime Wendeltreppe hinab in die Kerker gestiegen war.
Vollkommen erschöpft erhob sich Draco und fuhr sich mit der Hand durch seine vollkommen ruinierte Frisur. Sein Blick wanderte zu der noch immer bewegungslosen Gestalt, die neben ihm auf dem weichen Teppich und in eine helle Decke eingehüllt lag.
Er musste Harrys Wunden behandeln, überlegte Draco und musterte das helle Gesicht des anderen. Kurzentschlossen stand Draco endgültig auf und sah sich suchend in dem großen Raum um. Erst jetzt fielen ihm die drei dunklen Türen auf. Langsam und misstrauisch lief Draco auf die erste der Türen zu und drückte die Klinke herunter. Langsam schob er die Tür auf und stand plötzlich in einem riesigen Badezimmer. Der Boden und die Wände bestanden aus dunklem Marmor, in welchen mit weißem Marmor eine Schlange in der Form eines großen S eingearbeitet war. Die Augen der Schlange schienen aus irgendeinem leuchtenden grünen Stein gearbeitet zu sein und glitzerten geheimnisvoll. Die Decke des Zimmers erinnerte an ein gotisches Kreuzrippengewölbe, wobei die Mittelsteine ebenfalls, wie die Augen der Schlange, aus einem magisch leuchtenden, grünen Material bestanden. Staunend sah sich Draco weiter um. Die Einrichtung des Bades war einfach gehalten; Sie bestand aus einer großen, in den Boden eingelassenen, eckigen Badewanne, deren Rand durch weitere Schlangenornamente geschmückt war, einem flachen aber großen Waschbecken aus dunklem Stein und einem riesigen, rahmenlosen Spiegel, der fast eine komplette Wand einnahm.
Hinter einem dunklen Wandschirm erkannte man die Umrisse einer unscheinbaren Dusche. Weiße, weiche Handtücher waren auf dem Rand der Badewanne gestapelt und in einer Nische der Wand brannte eine erstaunlich helle Kerze – die einzige Lichtquelle, die aber durchaus zu genügen schien und den ganzen Raum in warmes, gleichmäßiges Licht tauchte.
Draco riss sich zusammen und beschloss nicht weiter über diese unerwartete Pracht nachzudenken, sondern durchquerte den Raum mit entschlossenen Schritten und wusch sich Gesicht und Hände mit kaltem Wasser. Eine Weile sah er sein tropfnasses Selbst im Spiegel zweifelnd an und fragte sich, wer er eigentlich geworden war in den vergangen Stunden. Dann nahm er eines der Handtücher und vergrub sich vollkommen darin, trocknete mit dem Wasser auch eine einzelne Träne von seinen Wangen und starrte noch einmal, fast feindselig, sein Spiegelbild an. Schließlich nahm er ein zweites Handtuch, sah sich einen Moment suchend um, bis er eine silberne Schale fand, die er bis zum Rand mit Wasser füllte und zusammen mit dem Handtuch zurück zu dem nach wie vor bewusstlosen Harry trug.
Vorsichtig schälte er den Jungen aus der Decke und dem Umhang, den er um ihn gehüllt hatte als er ihn aus dem Kerker befreit hatte.
Der Gryffindor lag nackt und nur noch mit einer Hose bekleidet auf dem weichen Teppich und der flackernde Feuerschein des Kamins huschte über seine bloße Haut. Dracos Herz schlug schmerzhaft gegen seine Rippen, als er atemlos und mit aufgerissenen Augen die blasse Haut mit seinen Blicken entlang fuhr. Er spürte, wie sich alle Härchen auf seinem Körper aufrichteten und er fühlte das leichte, quälende Kribbeln in seinen Fingerspitzen. Ein Schauer durchfuhr ihn.
Dracos glühender Blick wanderte hinauf zu Harrys Gesicht. Er sah fast aus als würde er schlafen und einen friedlichen Traum träumen, wären da nicht die vielen kleinen und großen Wunden, die sogar seine blassen Wangen zierten. Seine Wimpern zitterten kurz, dann lag der Gryffindor wieder vollkommen reglos da.
Es kostete Draco große Anstrengung, sich von der berauschenden Schönheit des Schwarzaarigen abzuwenden und wieder einen kühlen Kopf zu bekommen.
Langsam tauchte er einen Zipfel des Handtuchs in die Schale mit warmem Wasser und tupfte behutsam den Dreck von Harrys Körper. Bestimmt eine halbe Stunde lang wusch er vorsichtig jeden Quadratzentimeter der Haut des Gryffindors sorgfältig und befreite ihn Stück für Stück von Erde und Sand. Fast zehn mal war er aufgestanden und hatte frisches Wasser geholt und das alte, schlammige und blutverschmierte Wasser weggeschüttet. Immer musste er dabei gegen die Übelkeit ankämpfen und das immer stärker werdende Schwindelgefühl.
Als Harrys Haut schließlich sauber und feucht im Schein des Feuers glänzte, kniete sich Draco erneut neben den Jungen und musterte ihn kritisch. Die Wunden sahen schmerzhaft aus, jedoch um einiges besser als vorher und Draco wusste, dass die Gefahr gebannt war. Sein Blick blieb an der Hose hängen, die Harry nach wie vor trug und er biss sich zögernd und unsicher auf die Lippe. Was wenn er darunter ebenfalls verletzt war?, durchfuhr es den blonden Slytherin. Draco lauschte tief in sich hinein und versuchte seine eigenen Hintergedanken auszumachen. Seine immer heißer werdenden Wangen ignorierend, nestelte Draco schließlich mit zitternden Händen an dem Verschluss von Harrys Hose, öffnete sie und zog sie, immer stärker zitternd, aus.
Draco hatte Recht
behalten. Auch Harrys Beine waren übersät mit Kratzern und
Schürfwunden, mit Dreck und Entzündungen. Was ihn jedoch am
meisten Sorgen bereitete, war die Tatsache, dass die Verletzungen in
seiner Hüftgegend offenbar nicht aufhörten... Voller Angst
schob Draco Harrys Boxershorts Zentimeter für Zentimeter hoch,
sodass die Innenseite seiner Oberschenkel sichtbar wurde.
Noch mehr
blaue Flecken kamen zum Vorschein. Draco spürte, wie das Blut
aus seinen Wangen wich, als er die Shorts noch ein Stück hinauf
schob, sodass auch das letzte Stückchen der blassen Haut zum
Vorschein kam.
Das frische Brandmal stach schwarz und rot von der weißen Haut ab und wirkte wie eine klaffende Wunde in einer unbefleckten Leinwand.
Wie von der Tarantel gestochen ließ Draco los und prallte zurück.
Sein Gesicht in seinen Händen vergraben, begann Draco haltlos zu schluchzen. Er wusste, was das für Verletzungen waren. Er wusste, woher sie stammten.
Plötzlich sprang Draco auf, rannte auf die zweite unbekannte Tür zu und riss sie auf. Er musste allein sein... Vor ihm befand sich eine riesige Bibliothek. Ein Bücherregal folgte dem anderen. Erst weit hinten, wo der Blick zu verschwimmen begann, konnte man ein Ende erahnen.
Doch Draco beachtete den Reichtum an Wissen und Erfahrung nicht, der vor ihm ausgebreitet lag wie der kostbarste Schatz auf Erden. Er rannte in die Bibliothek, vorbei an einigen Bücherreihen, bis er stehen blieb, die Hände auf die Knie gestützt und schrie. Er schrie nach Leibeskräften, schrie so laut er noch nie geschrien hatte. Er schrie solange, bis die Tränen seine Schreie erstickten, bis seine Stimme heiser in einem Schluchzen unterging und er erschöpft und zitternd an einem der Regale zu Boden sank.
Die Trümmer der letzten Stunden, der letzten Tage, der letzten Wochen stürzten auf ihn ein.
„Harry...", flüsterte Draco mit heiserer Stimme.
to be continued
Notes: Vielen Dank für die sehr lieben Reviews! Ich bin selbst gerade ganz besessen von Harry und Draco und schreibe und schreibe und schreibe. Leider habe ich keine(n) Betaleser und deshalb dauert das so lange – muss mit mir selber ringen, wie weit ich gehen darf, wie etwas geschrieben wird, wo genau das Komma fehlt, ob irgendwas überhaupt noch logisch ist etc.
Santander: Freut mich, dass dir die Geschichte jetzt (wieder?) gefällt! Sag doch einfach, wenn dich was stört. Ich würde mich gerne verbessern und das kann ich ohne eure gutgemeinte Kritik (und gutgemeintes Lob) nicht... Danke jedenfalls für deine Ehrlichkeit!
Dragon: Hui!! Hallo! Argh das macht mich glücklich, dass es dir gefallen hat! Vielen Dank! Ich bemühe mich so schnell zu schreiben wie es geht... Und Draco sieht Harry doch schon in diesem Kapitel richtig wieder und bald ist er auch wieder ansprechbar... denke ich...
Shadowprincess: Ich will dich nicht zerreißen!! Vielleicht schaff ich es ja, deine gespaltene Persönlichkeit mit sich selbst zu versöhnen...! Haha
Santander: Hui. Noch eine Review! Ich will dich nicht von deinen Hausaufgaben abhalten!! Aber klaro, es geht schon weiter...
Zissy: Sorry! Ich mag Blaise so! Und ich hab eine Schwäche für unglücklich Verliebte... Wer hat so was noch nicht erlebt? JAMMER
Alex: Lass dich überraschen! Aber ich hoffe selbst, dass es gut ausgeht!
FirstKiss: Jaaaa, blutige Anfängerin. Aber dank eurer Hilfe komm ich ganz gut klar und muss nur ab und zu in anderen Fanfics nachlesen um mich zu inspirieren!! (Siehe meine Favs...)
Schattentaenzerin: Ich war zu fix? Danke, das fasse ich als Kompliment auf! Und keine Sorge. Wirklich nicht. Geht mir selbst sehr nahe, das Thema. Danke für deine Sorge... umarm
Dragon: Ja, ich mach schon meine Pausen. Hab aber im Moment viel Freizeit, das ändert sich erst ab nächste Woche. Außerdem leide ich an Schlaflosigkeit (kein Scherz) und da dämmert man die ganze Zeit in Traumwelten vor sich hin.
Noch einmal lieben Dank für eure warmherzige Untersützung!!
4real
