Schnell waren die Ferien vorbei und damit auch Harrys und Hermines Urlaub in Paris. Bald würden sie nach Hogwarts zurückkehren. Sie waren noch oft im Magic gewesen und hatten dort viele schöne Abende verbracht. Sie waren auch in französischen Äquivalent zur Winkelgasse gewesen und Harry hatte für sich und Hermine einige neue Sachen gekauft, auch wenn seine beste Freundin dagegen gewesen war, dass er alles bezahlt hatte, besonders, als sie dann auch in Paris unterwegs gewesen waren und dort shoppen waren. Harry hatte ihr so viel neue Kleidung gekauft… und dass alles in den modernsten Läden, aber er hatte nie auch nur mit der Wimper gezuckt, wenn er seine Bankkarte gezogen hatte. Gerade stand sie in ihrem Zimmer und packte all die schönen Kleider in ihren Koffer, den Harry glücklicherweise innen vergrößert hatte, sonst würden die Sachen nämlich definitiv nicht hineinpassen. Eine halbe Stunde später schloss sie dann endlich den Koffer und brachte ihn nach unten in die Eingangshalle.
„Du bist fertig?", fragte Harry, der in der Tür zum Salon aufgetaucht war. Wie immer trug er dunkle Hosen und ein Hemd, dieses Mal dunkelblau. Seine Haare hatte er ausnahmsweise offen und sie fielen ihm locker ins Gesicht. Lässig lehnte er sich an den Türrahmen und blickte Hermine mit funkelenden Augen an.
„Ja, endlich. Gut das du den Koffer vergrößert hast. Sonst hätten niemals alle Sachen, die du gekauft hast, hineingepasst."
„Freut mich. Was meinst du, gehen wir noch ein letztes Mal in Paris spazieren, bevor wir morgen im Hogwartsexpress sitzen?"
„Gerne, solange wir nicht wieder einkaufen gehen."
„Nein, dieses Mal nicht. Ich würde gern wenn es dunkel wird auf dem Eiffelturm sein. Ein letztes Mal Paris von oben sehen."
„Denkst du, du kehrst nicht mehr hier her zurück?"
„Ich weiß es nicht, Mine. Ich hoffe es, aber die Zukunft ist niemals sicher. In England herrscht Krieg."
„Wir werden es schaffen, Jay. Irgendwann werden wir wieder hier stehen und an dieses Gespräch zurückdenken."
„Danke Hermine. Aber trotz allem würde ich gern noch einmal Paris bei Nacht sehen."
Gemeinsam verließen sie das Ravenclaw-Haus und spazierten durch die Straßen von Paris. Bei Sonnenuntergang standen sie auf dem Eiffelturm und blickten über die Stadt der Liebe. Harry blickte zu Hermine, diese bemerkte seinen Blick und sah auch ihn an. Hermine lächelte und langsam, ganz langsam näherten sich ihre Gesichter und schließlich senkten sich ihre Lippen ganz sanft aufeinander. Es war ein erster, zärtlicher Kuss im Licht des Sonnenuntergangs.
Schließlich, als die Sonne komplett hinter dem Horizont verschwunden war und die Sterne über dem nächtlichen Paris funkelten, gingen die beiden wieder nach Hause, irgendwann griff Harry Hermines Hand und drückte sie zärtlich. Hermine blickte zu ihm auf und lächelte liebevoll, dann schmiegte sie sich an ihn.
„Ich liebe dich, Jay."
„Ich liebe dich auch, Mine."
Mr und Mrs Granger waren noch wach als die beiden Verliebten wieder nach Hause kamen und lächelten, als sie die verschlungen Hände der beiden sahen.
Der nächste Morgen kam und heute würden sie wieder nach Hogwarts reisen. Früh morgens waren bereits die Grangers und Harry wach und saßen am Frühstückstisch.
„Was meinst du, wie wird dieses Jahr?"
„Anders, als alle davor", antwortete Hermine.
„Warum?"
„Weil wir anders sind, besonders du, Jay."
„Stimmt. Hogwarts kann sich auf was gefasst machen."
Alle lachten und schließlich brachen sie alle wieder nach England auf. Zuerst landeten sie beim Haus der Grangers, um Hermines Eltern dort zu verabschieden und sich dann selbst auf den Weg zum Zug zu machen. Es wurde ein tränenreicher Abschied, schließlich würde Hermine ihre Eltern lange Zeit nicht sehen. Doch dann mussten Hermine und Harry aufbrechen, schließlich wartete der Zug nicht auf sie.
Apparierend landeten sie auf Gleis 9 ¾ und betraten den Zug. Er war noch nicht so stark gefüllt, deshalb fanden sie auch noch ein Abteil für sich, vergrößerten ihre Koffer und legten sie in die Gepäckablage. Lesend warteten sie dann darauf, dass der Zug losfuhr. Kurz vor elf stolperte dann Ron ins Abteil und blickte die beiden erstaunt an. Harry saß dort, edel gekleidet, mit langen Haaren und ein Buch in der Hand. Hermine trug sehr weibliche Sachen, die er sonst nie an ihr gesehen hatte, ihre Haare waren dunkler als sonst und sie hatte sich an Harry gelehnt.
„Hey Leute! Wie waren die Ferien?"
„Sehr gut. Paris war toll."
„Ja, Paris ist eine wundervolle Stadt und es hat wirklich viel Spaß gemacht."
„Du warst auch da?"
„Ja, ich habe dort ein Haus geerbt und habe vor zwei Wochen oder so Hermine getroffen und sie hat die restlichen Ferien mit ihren Eltern bei mir verbracht."
„Wow."
„Und wie waren deine Ferien."
„Wie immer. Luna und Neville waren bei uns, aber ansonsten haben wir viel Quidditch gespielt."
„Jetzt setzt dich doch endlich mal, Ron, du brauchst doch nicht die ganze Fahrt zu stehen."
Ron ließ sich gegenüber von Harry und Hermine nieder und blickte immer noch etwas erstaunt auf seine beiden besten Freunde.
„Seid – seid ihr ein Paar?"
„Oh – ähm – ja, wir sind ein Paar, seit gestern Abend. Stört es dich?"
„Nein ich dachte nur, du stehst auf Ginny", wandte sich Ron an Harry.
„Sie ist für mich nur wie eine Schwester. Wo wir grade bei ihr sind, wo ist Ginny denn?"
„Sie ist bei Luna und Neville und noch ein paar aus ihrem Jahrgang."
„Ah, okay."
Hermine und Harry wandten sich wieder ihren Büchern zu, während Ron sich noch mal zurücklehnte und schlief.
Irgendwann waren es auch Harry und Hermine Leid nur zu lesen. Sie erhoben sich und gingen ein wenig durch den Zug.
Oftmals wurden sie von den anderen Schülern neugierig beobachtet, denn niemand hatte sie bis jetzt zusammen gesehen. Viele Mädchen waren schwer enttäuscht dass Harry jetzt kein Single mehr war und sie somit keine Chance mehr hatten. Schließlich standen sie vor dem Abteil der Slytherins und Draco Malfoy sah die beiden an.
„Also wirklich Potter, ich hätte dir einen besseren Geschmack zugetraut", schnarrte dieser.
„Ich bin mit meinem Geschmack ganz zufrieden, aber deiner lässt zu wünschen übrig. Ich dachte nie, du würdest dich mit Pansy Parkinson einlassen." Eben diese lehnte an Draco und sah verliebt zu ihm auf. „Denn ihr Aussehen schmeichelt definitiv ihrem Verstand", fuhr Harry fort, „was man von meiner Freundin nicht sagen kann. Sie ist unglaublich schlau und schön"
Wütend wandte Draco sich ab und lächelnd gingen Harry und Hermine weiter, bis sie schließlich auch wieder in ihrem eigenen Abteil ankamen, wo Ron immer noch schlief. Sie zogen sich um und weckten Ron, damit dieser es ihnen gleichtun konnte.
Eine halbe Stunde später lief der Zug am Bahnhof in Hogsmead ein und die Schüler fuhren mit den Kutschen zum Schloss hoch. Ginny und die anderen schlossen sich bei dieser Fahrt auch den anderen drei Gryffindors an. Schließlich erreichten sie das Eingangstor und Harry seufzte.
„Endlich zu hause", flüsterte er. Hermine drückte seine Hand und lächelte.
„Alles erinnert mich so an Camelot. Die Gründer haben nach diesem Vorbild Hogwarts erbaut."
„Also für dich nicht nur ein Zuhause sondern auch eine Erinnerung an Merlin und die anderen."
„Genau. Aber ich finde es toll, dass es so ist. Ich habe Camelot geliebt und ich bin froh, jetzt wieder hier in Hogwarts zu sein. Dumbledore erinnert auch ein bisschen an Merlin, auch wenn ich Dumbledore nicht mehr vertraue."
„Ich kann es verstehen Harry. Ach übrigens: Dumbledore beobachtet dich."
„Ich weiß."
„Wie? Du kannst ihn doch gar nicht sehen."
„Ich spüre seine Aura. Er versucht, mich zu lesen, nur leider funktioniert das bei mir nicht mehr. Ah, jetzt hat er es bemerkt und versucht es bei dir."
„Was? Aber dann…"
„Er wird nichts erfahren. Ich habe dich mit einem Schutzschild umgeben. Mir war klar, dass er das versuchen würde, da ich die gesamten Ferien verschwunden war."
„Warum hast du nichts gesagt?"
„Hätte das was verändert? Nein. Er wird wahrscheinlich noch vor Ende des Essens auf mich zukommen, und mich in sein Büro schleifen."
„Was wirst du ihm sagen?"
„Das ich ein wenig im Urlaub war, er sich aus meinen Gedanken fernhalten soll und er mir nichts mehr befehlen kann."
„Sagst du ihm, was du bist?"
„Das erfährt er noch früh genug. Ich sage ihm, dass ich emanzipiert wurde, mehr nicht. Soll er sich doch die Zähne daran ausbeißen."
Hermine schüttelte den Kopf. Hätte jemand ihr vor wenigen Monaten gesagt, dass Dumbledore so etwas versuchen würde, hätte sie ihm das niemals geglaubt.
Und wirklich, das Essen war gerade beendet, als Dumbledore in der Schülermenge neben Harry auftauchte.
„Harry, mein Junge, würdest du mit in mein Büro kommen? Ich muss mit dir sprechen."
„Natürlich, Direktor. Hermine, geh doch bitte schon vor. Würdest du in einer halben Stunde vor dem Gemeinschaftsraum warten, damit ich hinein komme?"
„Geht klar. Bis gleich!", meinte Hermine laut und leise fügte sie hinzu: „Pass auf dich auf."
„Ja, bis gleich!"
