Have Fun :)
-kursiv Geschriebenes sind Gedanken
7
Der nächste Morgen verlief ähnlich dem vorangegangenen. Setsu weckte ihren Lieblings-Bruder nachdem sie das Frühstück fertig gemacht hatte, suchte ihren Kram zusammen und verließ dann das Hotelzimmer. Einige Zeit später verließ auch Cain das Zimmer in Richtung Trailer. Er ließ sich von Jelly Woods in Tsuruga Ren zurück verwandeln und fuhr mit ihr zu LME wo er sein Auto geparkt hatte. Nachdem er Yashiro abgeholt hatte, machten sich die beiden auf dem Weg zu Rens Fotoshooting am anderen Ende der Stadt.
„Und wie ist Cains Manager so?" Der Manager hatte seinen Schützling seit dem Tag nicht mehr gesehen, an dem Cain seinen Manager/ Schwester getroffen hatte. Ren konnte sich nicht helfen und musste an die Stretch-Übungen vom Vorabend denken.
„Eine Klasse für sich." Er versuchte die Gedanken wieder loszuwerden, was keine einfache Aufgabe war und wechselte das Thema. „Steht heute außer dem Fotoshooting und dem Interview noch ein Job an?" Yashiro merkte sofort, dass Ren nicht über die Sache reden wollte und beschloss nicht weiter nachzufragen – vorerst.
„Bisher kam nichts rein." Er sah Ren nachdenklich an. „Ist alles in Ordnung mit dir? Du machst einen abwesenden Eindruck."
„Ja, es ist alles in Ordnung. Ich habe nur über das Interview später nachgedacht." Ren wollte seinem Manager lieber nicht zu viele Details über seine vergangenen Tage und seine 'Schwester' erzählen. Yashiro Yukihito steckt seine Nase nur zu gern in die Angelegenheiten seines Schützlings. Yashiro kaufte ihm die Ausrede natürlich nicht ab – Ren hatte schon zig Interviews dieser Art gegeben. Warum sollte er gerade jetzt mehr darüber nachdenken müssen als sonst?
„Wenn du das sagst."
Auf dem restlichen Weg ins Studio erzählte Yashiro von den zwei Tagen, die er bei seiner Familie verbracht hatte. Ren hörte nur mit einem halben Ohr zu, ließ sich davon aber nichts anmerken und stellte ab und an Fragen über die Familie des Managers.
Im Studio angekommen suchten die beiden nach dem Fotografen um sich vorzustellen und ihn zu begrüßen. Besagte Person war jedoch damit beschäftigt ein Foto nach dem anderen zu schießen und bekam von dem Trubel um ihn herum nichts mit. Ein Assistent begrüßte die beiden und wies Ren den Weg zu seiner Umkleide. Nachdem er sich umgezogen hatte, setzte er sich auf den Stuhl vor dem Spiegel und wartete darauf, dass die Visagistin ihre Vorbereitungen beendete.
„Komm rein!" rief sie nachdem es an der Tür geklopft hatte.
„Mina-san, hast du no-" sie erschrak sich als sie Tsuruga Ren bemerkte. „Oh, Guten Tag Tsuruga-san," sie verbeugte sich, „Entschuldigen sie die Störung."
„Ist kein Problem und Ihnen auch einen Guten Tag." Er lächelte sie mit seinem typischen Gentleman- Lächeln an und drehte sich wieder in Richtung des Spiegels. Die Ärmste brauchte einen Moment bis ihr wieder einfiel was sie hier überhaupt wollte.
„Mina-san, hast du noch Doppelseitiges Klebeband? Ich habe es heute morgen nicht geschafft noch neues zu holen und der Rest den ich hatte, habe ich vorhin bei dem Rosen-Shoot verbraucht."
„Klar. Moment." Sie ging zu einem ihrer Koffer um besagtes Klebeband zu holen. „Muss sie schon wieder so etwas 'luftiges' anziehen?"
„Ja. Morinosuke-san hatte beim ersten Shoot einen seiner Geistesblitze und hat noch ein paar extra Outfits bringen lassen. Kennst ihn ja." Mina musste lachen.
„Das stimmt, aber hätte er gestern nicht so einen Geistesblitz gehabt, hätte wir heute Morgen ohne Arbeit dagestanden und du hättest deine 'Leinwand' vielleicht niemals kennengelernt." Das Wort Leinwand betonte sie extra.
„Du bist ja nur neidisch." Mina stimmte mit einem Nicken zu. „Wer hätte gedacht, das aus dem unauffälligen Mädel so viel rauszuholen ist? Es ist als ob sie mit jedem Outfit und Make-Up jemand anderer wird." Mina reichte ihrer Kollegin das Klebeband und machte sich wieder daran sich die Sachen raus zulegen, die sie für Ren brauchen würde. Besagte Person hielt sich zurück und ließ die beiden Damen ihren Plausch führen.
„Wie sehen denn ihre Augen aus? Sie hat doch jetzt bestimmt schon zum dritten mal geweint."
„Eben das siebte mal." Mina sah sie überrascht an. „Sie kühlt sie gerade wieder, aber bisher ist nichts geschwollen."
„Ihr habt schon sieben Settings durch? Aber dann seit ihr ja weit vor dem Plan."
„Ja, es ist als ob sie genau wüsste was er will. Aber so wie Morinosuke-san drauf ist hat er noch mindestens hundert Ideen, also glaube ich nicht, dass wir früher fertig werden."
„Die wird er aber heute nicht alle schaffen. Vielleicht macht er ja noch mal ein Shooting mit ihr und ich bekomme die Chance mit ihr zu arbeiten." Mina kribbelten schon die Finger bei dem Gedanken daran.
„Das hoffe ich, aber sie ist ja eigentlich Schauspielerin also stehen die Chancen nicht ganz so hoch."
„Ach, es gibt doch auch Schauspieler, die modeln."
„Ja, aber die kannst du an einer Hand abzählen und die meisten sind … so …"
„Eingebildet? Arrogant? Ich weiß was du meinst … Aber es gibt auch Ausnahmen." Ihr Blick viel auf Ren, der immer noch da saß und nun in einer Zeitschrift blätterte.
„... Ich sollte jetzt wieder rüber." Sie drehte sich um und hatte die Hand schon fast an der Türklinke als ihr noch etwas einfiel.
„Ach ja. Mina-san, hast du zufällig diese Kontaktlinsen dabei, die du mir letztens gezeigt hast? Die die so unecht aussehen."
„Du meinst die knall türkisfarbenen? … Ja, Sekunde..." Sie kramte im Koffer nach der Tasche mit den farbigen Linsen. „Aber hast du nicht gesagt, dass du solche künstlich aussehenden Sachen nicht magst?" Sie reichte ihr die Packung und sah sie leicht verdutzt an.
„Ja, ich mag es lieber, wenn alles relativ natürlich aussieht. Aber ich wette bei ihr sehen sogar türkisfarbene Augen echt aus." Sie grinste erwartungsvoll während Mina seufzte.
„Hach, ich will von Morinosuke-san auch mal 'Mach was du denkst' hören. Wann kann man sich bei der Arbeit schon mal richtig austoben und rumprobieren..."
„Tja, eigene Schuld." Mina wusste genau was das Grinsen ihrer Kollegin bedeuten sollte als sie den Raum verließ 'Du wolltest doch lieber Tsuruga Ren schminken und hast dein Recht als Morinosukes Schwägerin eingefordert'... das habe ich jetzt davon... Sie drehte sich um, sah Rens Spiegelbild. … Naja, es hätte mich auch schlechter treffen können... und machte sich wieder an die Arbeit.
Nachdem Ren fertig gestylt war, bedankte er sich bei Mina und ging zu Yashiro um auf seinen Turn zu warten. Sein Manager reichte ihm eine Flasche Wasser und wendete sich dann wieder dem Set zu.
„Sie hat gleich Pause und dann bist du dran." War alles was er zu seinem Schützling sagte. Ren sah ihn einen Moment verwundert an und wendete dann seinen Blick in Richtung des Geschehens um zu ergründen was seinen Manager so ablenkte.
„Yashiro-san." Flüsterte er ihm zu, in der Hoffnung seine Aufmerksamkeit zu bekommen. „Du starrst doch sonst nicht so." Yashiro wendete seinen Blick nicht ab als er antwortete.
„Ich kann einfach nicht weg sehen, Ren. Das geht alles so schnell und ich will nichts verpassen. Ich weiß nicht wie die beiden das machen. Er gibt nicht einmal klare Anweisungen, aber sie scheint genau zu wissen was er will. Die müssen schon lange zusammenarbeiten, damit das so funktioniert." Erst jetzt sah Ren sich das Model genauer an und musste feststellen, das Yashiro recht hatte. Ohne das der Fotograf etwas sagte bewegte sie sich am Set während er ein Foto nach dem anderen schoss. Aber sie änderte nicht nur die Posen sondern auch ihre komplette Ausstrahlung. Während sie in dem einen Moment mit ausgestreckten Beinen auf dem Boden saß und mit großen Augen hoch in die Kamera sah, lag sie im nächsten auf dem Rücken und ließ mit ihrem lasziven Blick den ein oder anderen Mann im Studio erröten – das Outfit trug aber wohl auch seinen Teil dazu bei.
Sie trug ein sehr lockeres grün-schwarz gemustertes 'Kleid', das im Nacken gebunden wurde. Das einzige was den Rücken 'bedeckte' waren die Enden des Knotens. Ihre 'Vorderseite' wurde von zwei nach oben hin schmaler werdenden Stoffstreifen bedeckt. Der 'Ausschnitt' war so tief, das er erst von einem breiten weißen Gürtel aufgehalten wurde, der auf ihrer Hüfte saß. Das Kleid war so lang, dass es noch mehrere Zentimeter auf dem Boden lag, selbst wenn sie auf Zehenspitzen stand und hatte genug Stoff, das sie sich frei bewegen konnte ohne das es hoch rutscht oder zerriss. Ihre kurzen leuchtend roten Haare waren an-toupiert und standen zu den Seiten ab – ein Teil hing ihr ins Gesicht und bedeckte komplett das linke Auge. Sie hatte blutrote Lippen und stark betonte Augen. Das eher rockige Styling stand ziemlich im Kontrast mit dem elegant-sexy Kleid.
„Weiter!" rief der Fotograf. Das Model stellte sich in die Mitte des Sets, verschränkte ihre Arme unter der Brust und atmete tief durch. Dann setzte sie einen bös-mahnenden Blick auf während sich ihre Wangen röteten. Ren verstand nicht so recht was das sein sollte – aber Yashiro.
„Tsundere," flüsterte der Manager erstaunt. Ren sah ihn fragend an. „Wahh! Ren! Eine Tsundere! Ich habe so etwas noch nie gesehen. Also nicht außerhalb eines Manga oder-"
„Yashiro-san, beruhige dich. Du störst das Shooting." Und tatsächlich hatten sich schon einige Leute in der näheren Umgebung zu ihnen umgedreht, um zu sehen was da solche quietschigen Geräusche verursacht. Das brachte Yashiro wieder aus seiner Otaku-Welt. Er legte eine ernste Miene auf, räusperte sich und stellte sich kerzengerade hin – als ob nichts gewesen wäre. Innerlich freute er sich jedoch weiter über diese Real-Life-Tsundere. Es wurden noch einige 'Tsundere'-Fotos in unterschiedlichen Posen geschossen bevor Morinosuke eine neue Anweisung rief.
„Jetzt! Und so langsam wie vorhin." Ren sah vom Model zum Fotografen und hoffte nur das er deutlichere Anweisungen bekommen würde. Er wand seine Aufmerksamkeit wieder dem Model zu und fühlte sich sofort gefesselt. Sie stand da und blickte in die Kamera – ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen, aber es hatte etwas unglaublich trauriges. Ihre Augenbrauen zogen sich ein Stück zusammen, ihre Augen fingen an zu schimmern und nach ein paar Sekunde kullerte die erste Träne ihre Wange herunter. Dann die zweite. Ihre Lippen schmälerten sich, aber das Lächeln verschwand nicht. Die Tränen kullerten nun immer schneller und schon bald verschwand auch das Lächeln. Als sie langsam auf die Knie sank bemerkte Ren schluchzende Geräusche neben sich und musste feststellen, dass nicht nur einige der Crewmitglieder sondern auch sein Manager angefangen hatten zu weinen.
„Ok!" rief Morinosuke und das Gesicht des Models wechselte von purer Verzweiflung zu schierer Entschlossenheit. Dann stand sie auf und lächelte. Und obwohl ihr Gesicht tränen-verschmiert war konnte man ihr die Lebensfreude ansehen. Dann hockte sie sich hin, zog die Schuhe aus und machte etwas mit dem Saum des Kleides an ihren Zehen, bevor sie hochsprang und in der Luft einen Spagat machte. Sie begann zu einer Musik zu tanzen, die nur sie hörte. Ihr Lächeln war so ansteckend, dass das komplette Team fröhlich mitlachen musste. Auch Ren konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.
Nachdem der Fotograf erneut „Ok!" gerufen hatte lief er dem Model entgegen und ging mit ihr zusammen vom Set während er mit ihr ein paar der Bilder diskutierte. Einer der Assistenten erinnerte ihn daran, dass er auch noch andere Models zu fotografieren hat. Er sah zu Ren, sagte noch etwas zu dem Model, das sich darauf hin leicht verbeugte und in Richtung der Umkleiden verschwand.
„Tsuruga-san!" rief er als er Ren entgegen lief. „Guten Tag und entschuldigen Sie die Warterei."
„Guten Tag Morinosuke-san und ich habe nicht lange gewartet. Außerdem gab es etwas Interessantes zu beobachten."
„Ohh ja! Die Kleine ist der Wahnsinn. Ich hatte eigentlich nicht viel erwartet, weil das ja ihr erstes Fotoshooting ist, aber sie hat mich schon mit dem ersten Bild gefesselt. Unglaublich! Als ob sie Gedanken lesen könnte." Yashiro starrte den Fotografen mit weit aufgerissenen Augen an, auch Ren war überrascht, ließ sich aber natürlich nichts anmerken.
„Das heißt sie arbeiten heute zum ersten mal mit ihr?" Fragte Yashiro immer noch verblüfft.
„Ja, ich habe sie gestern zum ersten mal gesehen. Ich war gerade bei Lory als die Absage von den Mädels kam und hab ihm davon erzählt. Er hat mich gefragt, was ich brauche und sie," er wies mit dem Kopf in die Richtung in der sie verschwunden war, „ist das Ergebnis."
„Sie meinen Takarada Lory? Dann ist sie also ein Model von LME."
„Ja. Und Nein. Sie ist kein Model sondern Schauspielerin. Wenn ich Lory nicht schon so lange kennen würde, hätte ich sie auch nie in Betracht gezogen und den Termin heute abgesagt. Gut das ich es nicht gemacht habe."
„Morinosuke-san, wir sind dann soweit." rief der gleiche Assistent der ihn vorher auch schon angesprochen hatte.
„Oh, gut." Er drehte sich wieder Ren zu. „Wollen wir dann? Sie haben sicher auch noch andere Termine anstehen." Und mit dem drehte er sich um und ging zurück zum Set.
Rens Shooting verlief reibungslos, wenn auch mit deutlicheren Anweisungen als bei besagtem Model. Es dauerte zwei Stunden bis auch das letzte Foto im Kasten war und Ren sich für seinen nächsten Termin fertig machen konnte. Als er seine Umkleide verließ und sich auf den Weg zu Yashiro machte, der sich noch mit dem Fotografen unterhielt, hörte er wie Mina und ihre Kollegin über die Frisur eines Models in Schuluniform diskutierten.
„Wir können dann los, Yashiro-san."
„Ren. Da bist du ja." Er wand sich wieder Morinosuke zu. „Sie melden sich, wenn sie Genaueres wissen, Morinosuke-san? Dann können wir rechtzeitig einen Termin festsetzten."
„Das werde ich. Rechnen Sie aber nicht zu bald mit meinem Anruf. Ich habe gehört, sie hat für die nächste Zeit schon einen vollen Terminkalender." Die drei Männer verabschiedeten sich von einander und Ren und Yashiro machten sich auf den Weg zum Interview.
„Für was will sich Morinosuke-san bei uns melden?" Fragte Ren als die beiden im Auto saßen.
„Er möchte noch Bilder von dir zusammen mit seiner neu entdeckten Muse für seine Ausstellung machen. Aber wie du gehört hast, ist sie in nächster Zeit schon ausgebucht und wer weiß ob wir es schaffen eure beiden Terminkalender unter einen Hut zu bringen."
„Das wäre mit Sicherheit ein interessantes Shooting. Hat sie denn auch einen Namen?" Yashiro sah ihn überrascht an.
„Heeeee? Sag bloß sie gefällt dir?" Diese Art Grinsen hatte Ren bisher noch nicht bei Yashiro gesehen – ihm lief ein Schauer den Rücken hinunter.
„Ich kenne gern die Namen der Leute mit denen ich arbeite, Yashiro-san und ich wage zu bezweifeln, dass ihrer 'Muse' ist." Ein skeptischer Blick kreuzte Yashiros Gesichtszüge. ...normalerweise fragt Ren kurz vor einem Treffen nach Daten und nicht schon bevor auch nur ein Termin festgesetzt wurde...
„Ihr Name ist Cindy. Kein Nachname – wird wohl ein Künstlername sein." Ren grübelte, aber war sich sicher bisher noch nichts von einer 'Cindy' in LME gehört zu haben.
Am Abend zurück im Hotel stellte er fest, das er auf seinem Ren-Handy eine Nachricht von Kyoko hatte.
'Guten Abend Tsuruga-san,
das Shooting hat sich ein wenig hinausgezögert. S. wird ca. gegen 21 Uhr zurück sein.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend und entschuldigen Sie bitte die Störung.
Kyoko
Ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass es erst kurz nach acht war. … So formell... Immerhin hat sie diesmal Bescheid gesagt... Er entschied sich schon mal für sein abendliches Bad und griff sich ein paar Sachen bevor er ins Badezimmer verschwand. Als er eine geraume Zeit später wieder das Zimmer betrat stellte er fest das sein 'Schwester-Herz' wieder zurück war. Sie lag quer auf dem Bett mit den Füßen noch auf dem Fußboden. Er ging zu seinem Bett und wollte gerade etwas sagen als er merkte das sie schlief. … so vertrauensselig... und wehrlos... Er blieb neben ihr stehen und konnte seine Augen nicht von ihren sanften Gesichtszügen wenden. Für mehrere Minuten stand er einfach nur da und starrte sie an. Erst als sie leise seufzte und ihren Kopf zur Seite drehte kam er wieder zu sich. ...Was mach ich hier eigentlich?!...Er räusperte sich und ging die letzten Schritte zu seinem Bett.
„Hey." Er wartete auf eine Reaktion. Als sie langsam ihren Arm in Richtung ihres Gesichtes hob sprach er weiter. „Zieh wenigsten die Schuhe aus bevor du schlafen gehst."
„Hmm...Nii-san..." ... immer in ihrer Rolle... Sie setzte sich auf und zwinkerte mehrfach, um eine klare Sicht zu bekommen.
„Anstrengender Tag?"
„You could say that." Ren sah sie verwundert an … warum wieder Englisch? Ich hab doch als Cain mit ihr gesprochen...
„Alles ok?" Er ließ sie nicht aus den Augen.
„Hm. Ich habe nur trockene Augen. Hast du schon zu Abend gegessen?" ….. und jetzt wieder japanisch... sieh war wohl noch nicht ganz wach... aber musste sie sich eben echt selbst daran erinnern japanisch zu sprechen?... Ist sie vielleicht gar keine gebürtige Japanerin?... … ... Japaner haben doch normalerweise einen starken Akzent, wenn sie englisch sprechen... aber so perfekt- Er erinnerte sich daran was Setsu ihm gesagt hatte ...'Sie ist eben der Typ der nicht aufgibt bis etwas 'perfekt' ist'...
„Nii-san?" Ren hatte nicht mitbekommen, dass sie ihm eine Frage gestellt und er sie die ganze Zeit über angestarrt hatte.
„Hm?"
„Hast du schon gegessen?"
„Nein. Brauchst nicht kochen. Geh schlafen." Sie sah ihn skeptisch an und ging in die Küche.
„Nii-san braucht Abendessen." Ren ließ sie machen. Er hatte schnell gemerkt, dass Wiederworte nichts bringen, wenn es ums Essen geht.
„Wie war dein Tag?" Sie schüttelte den Kopf und seufzte.
„You know, I get the feeling You try to mix yourself with Nii-san to get information from me." Ren sah sie mit großen Augen an und dachte für einen Moment ernsthaft darüber nach. ...Wie macht sie das?... dabei ist mir das bisher nicht mal selbst aufgefallen...
„Du lässt mich ja auch nicht mit ihr reden."
„There is no reason to. Her job is Cain Heels sister and here I am." Sie sah Ren auffordernd an. „So, let her do the job and give me my Nii-san." Langsam nervte es Ren. Er hatte Cain erschaffen. Auch wenn er ihn spielt ist er doch immer noch die gleiche Person.
„Setsu-" Sie funkelte ihn böse an. „Setsuka-san. Sie haben recht." Er machte eine Pause. „Jedoch wäre es für Kyoko-san unmöglich ihre anderen Jobs auszuführen, wenn ich Cain durch und durch spielen würde. Ich denke Sie sind sich dessen bewusst." Auch wenn sie es nur ungern zugeben wollte, er hatte Recht. Cain würde sie für keinen Grund der Welt mehr als 100 Meter von ihm weglassen – nicht so lange er es verhindern kann.
„You have a point." Sie widmete sich wieder der Zubereitung des Abendessens.
„Würden Sie dann bitte damit aufhören mich wie einen Fremden zu behandeln? Cain ist immerhin ein Teil von mir."
"I'll think about it." ...Ich hoffe das tut sie auch wirklich...
Danke fürs lesen :)
