Kapitel 7

Harm stand auf der Veranda seines Hauses. Von weitem erkannte er, dass ein Auto in seine Richtung fuhr. Ein Lächeln umspielte seine Mundwinkel. Seit Tagen wartete er schon auf die Insassen dieses Autos.
Als das Auto endlich stand, ging er die wenigen Stufen hinunter zur Straße. Er war kaum unten angekommen, sprang ihm auch schon eine junge Frau um den Hals.

„Hey Dad. Ich habe dich vermisst." sprach die Frau in die Umarmung.

„Ich dich auch mein Schatz."

Harm drückte seine Tochter noch einmal und lies sie dann los. Er betrachtete sie, wie sie dort vor ihm stand. Ihre langen braunen Haare fielen ihr in kleinen Strähnen ins Gesicht. Sie sah aus wie ihre Mutter, als diese noch jünger war. Doch weiter konnte er seine Tochter nicht betrachten, denn ein kleiner Wirbelwind hatte sich an sein Bein geklammert.

„Wer ist denn da?" fragte er diesen.

„Niemand." antwortete das Mädchen grinsend.

„Dann soll niemand mal herkommen." Meinte Harm nun und hob sie hoch.

„Bekommt Opa auch einen Kuss?"

Das Mädchen schien zu überlegen. Harm lächelte seine Enkeltochter mit seinem Flyboy-Lächeln an.

„So lächelt auch Papa, wenn er von Mama einen Kuss haben will."

„Weißt du Schatz, so sind wir Navy-Flieger halt." antwortete Harm.

Zusammen mit seiner Tochter und seiner Enkelin ging er wieder ins Haus zurück. Drinnen stellte Harm Miranda wieder auf den Boden. Sofort flitzte sie los um ihre Oma zu suchen.

„Kaffee?" fragte Harm seine Tochter.

Diese sah ihn nur abschätzend an.

„Deine Mutter hat ihn auch gemacht."

„Marine Kaffee. Den bekommt ihr Flieger nie hin. Mike schafft das nämlich auch nicht."

Harms Tochter nahm sich und ihrem Vater je eine Tasse Kaffee mit ins Wohnzimmer. Sie reichte ihm die eine Tasse und setzte sich zu ihm auf die Couch.
Als Harm den ersten Schluck des Kaffee´s nahm, hatte er das Gefühl, als ob sein Herz stillstehen würde. Nachdem er die Tasse abgesetzt hatte fing sein Herz wie will an zu schlagen.

Erstaunt sahen der Sanitäter auf das Leichentuch, welches man über Harm ausgebreitet hatte. Es hob und senkte sich unregelmäßig. Er rieb sich die Augen, da er dachte er träumte, doch das Tuch bewegte sich noch immer. Er riss das Tuch von Harm hinunter und fühlte seinen Puls. Seine Augen weiteten sich.
Dort war ein schwacher, aber regelmäßiger Puls.

„Ich brauche hier sofort HILFE!" schrie er so laut er konnte über das Flugdeck.

Sofort stürmten gut zwanzig Leute auf ihn zu, unter ihnen auch Admiral Boone.

„Der Mann muss sofort auf die Krankenstation." befahl der Sanitäter.

JAG-HQ
Büro des Admirals

Mit einem Lauten schrei setzte sich Mac senkrecht auf der Trage auf.
Alle anwesenden blieb die Luft weg.