So ihr Lieben. Da ist das neue Chap. Es hat etwas länger gedauert als erwartet aber ich glaube/hoffe, dass ihr es mir verzeiht.

Wie immer an dieser Stelle, ein „Dankeschön" an meine Beta Malina/Thea Potter für Zuckerbrot und Peitsche (lol) und auch an Nici1807 die mir wunderbar geholfen hat.

Kurz zu den Reviews. Vielen lieben Dank dafür, ich hab mich echt im Kreis gefreut.

Malina: Vielen Dank für den Stärkungstrank, ich hab ihn gebraucht. Das Messer oder mit was immer du da rumgeritzt hast, meine Liebe, nehme ich dir aber mal weg, bevor du noch auf dumme Gedanken kommst (g) und ich dich aus Askaban abholen kann (gg) Ich knuddel dich.

Nici1807: Deine Review war, wie immer, zum niederknien. Du hast dich erschrocken, als er hinter ihr aufgetaucht ist? Im Ernst? (gg) Find ich gut. So muss das sein bei Geschichten die man liest, nicht wahr! Zu deinem –Strike- wie du es nennst, in den Köpfen der Leserinnen, hmm lieber noch nicht zu früh freuen (gg) Dein kleiner Faupax sei dir verziehen (gg) Passiert halt mal. Dank für deine ganze Hilfe. Knuddewuddel

CallistaEvans: Herzlich Willkommen! Ich habe mich total gefreut über deine vielen Reviews, die einem Marathon gleichkamen (g). Die ein oder andere Anmerkung von dir habe ich mir zu Herzen genommen und werde sie wohl umsetzten -siehe Snape und die Anspielung auf die Frau von damals- Sie wird kommen (g) Ich hoffe auch weiterhin auf deine Unterstützung. Danke für all die wunderbaren Komplimente –Abenochganzrotist-. Knuddel

Pima: -Abesichvordirverbeugt- Vielen Dank für dein Lob. Puh, ich bin total geschmeichelt. Ich finde, wenn man seine Leserinnen tatsächlich dazu bewegen kann über die Geschichte, so wie du es sagst, nachzudenken und zu grübeln, hat man/frau sein Ziel erreicht. Ich hab dich lieb. Knuddel

AnnyAn-AbeknuddeltAnnyzurück- (gg) Es wird schwer werden für Hermine, Severus zu überzeugen, glaub mir (g) Aber, selbst ist die Frau und Hermine ist nicht umsonst eine waschechte Gryffindor, gelle! Knuddel

Meta Capricorn: Da bin ich aber gewaltig froh das der Dampf um deinen Kopf, sich verzogen hat, puhh. (gg) Ich wäre nie auf die Idee gekommen Süße, das du meine Geschichte ins lächerliche ziehen willst. Danke für deine Worte. Ganz liebe Grüße an dich.

Suffer: Huhu auch dir ein Hallo (wink) Du liebst meine Geschichte? Das ist wunderbar und ich hoffe natürlich das es dir auch weiterhin gefällt (g) Solche Worte sind ein schöner Ansporn. Ich drück dich.

Little Nadeshiko: Hallo Kleine (gg) Schön das du hergefunden hast. Vielen Dank für deine Review. Nun, ich werde mich bemühen das Trio mit einzuführen obwohl sie erstmal nicht so eine große Rolle für den Verlauf spielen, also zumindest im Augenblick noch nicht. Lass dich überraschen. Ich drück dich ganz fest.

Yavanna: Gerade erst die Story entdeckt? Ts ts ts (gg) Herzlich Willkommen und vielen Dank für dein Lob. Ich hab mich riesig gefreut. Liebe Grüße

snaperin: Na ja, wir werden sehen ob er das Pflänzchen wachsen lässt (g). Eins ist gewiss, es braucht ne Menge Dünger (lol) Vielen Dank für deine Review. Liebe Grüße

Jessy2104: Hallo Liebchen. Sorry das ich auf deine Email nicht mehr geantwortet habe. Es ist mir irgendwie total durchgegangen. Ich hoffe zu verzeihst mir (klimper) Danke für deine Review und nun geht es ja endlich weiter. Ich drück dich ganz feste.

So meine Damen, jetzt aber ab zum Chap

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Die „Schwarze Magie"

Hermine erwachte am nächsten Morgen und fühlte sich, als hätte ein Zug sie überfahren. Sie hatte eine unruhige Nacht. Immer wieder war sie wach geworden, weil ihr Kopf einfach keine Ruhe fand und sie so um den wohlverdienten Schlaf brachte. Das gestrige Zusammentreffen am Abend mit Professor Snape war ziemlich schwere Kost, die sich nicht einfach verdauen ließ.

Irgendwie tat ihr Kopf weh und ihr Magen zog sich mal wieder unangenehm zusammen. Sie seufzte und kniff die Augen zusammen. Die ganze Nacht über hatte Hermines Gehirn fieberhaft gearbeitet.

Was war da gestern eigentlich wirklich geschehen?

Für einige wenige Augenblicke hatte Hermine das Gefühl halluziniert zu haben. Professor Snape hatte ihr ungesagt soviel von sich selbst preisgegeben, dass es fast schon keinen Zweifel gab, dass das alles nicht wirklich passiert, sondern ein Traum war.

Und doch, auch jetzt nachdem einige Stunden vergangen waren, konnte sie seine körperliche Präsenz immer noch bis in die kleinste Pore ihres Körpers spüren. Seinen warmen Atem in ihrem Nacken, seinen Atem nah an ihrem Gesicht und Hals, seine Hände auf den ihren…

Nach einem lang gezogenen Seufzer beschloss sie, bevor die warmen Schauer sie weiter überrollten, erstmal den Tag zu beginnen und nahm sich fest vor, ihn erst einmal aus ihren Gedanken zu vertreiben, auch, wenn es nicht leicht werden würde.

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„Guten Morgen Hermine", kam es im Chor von Ginny und den Jungs, die bereits beim Frühstück in der Großen Halle waren und geschlossen am Tisch saßen.

„Guten Morgen, Ginny, Jungs", erwiderte Hermine matt, setzte sich und zog eine große Kanne Kaffee zu sich herüber.

Bereits beim Betreten der Großen Halle hatte sie bemerkt, das Professor Snape nicht an seinem Platz war. Erste Enttäuschung machte sich in ihr breit, hatte sie sich doch gewünscht ihn zu sehen. Die Neugierde auf seine Reaktion ihr gegenüber, wenn sie sich nach gestern Abend wieder begegnen würden, zog alle Register in Hermines Dasein und überflutete jedweden normalen Denkprozess.

Niedergeschlagen starrte sie in ihre Tasse. Schwarz. Schwarz wie die Nacht. Schwarz wie er. Schwarz, immer wieder schwarz. Schwarze Augen. Sehnsucht…

Hermine seufzte bedeutungsschwer in ihren Becher und registrierte überhaupt nicht, das alle anderen am Tisch sie beobachteten.

„Hermine?"

„Hermineeee?"

„Hm, was? Was war? Was ist los?"

„Sag mal, ist alles in Ordnung mit dir? Fühlst du dich gut? Du bist so daneben heute Morgen", fragte Ginny.

„Ja, ja, alles bestens. Ich habe nicht sonderlich gut geschlafen, das ist alles", erwiderte sie.

„Na das kann ich mir gut vorstellen, dein gestriger Abend war sicherlich nicht besonders erfreulich"äußerte Ginny und bedachte Hermine mit einem besorgten Blick.

„Wie meinst du das? Wie kommst du darauf?", hakte Hermine nach.

„Na ja. Ich habe dich gestern Abend gesehen wie du in Richtung Kerker gelaufen bist. Also warst du wohl bei Snape und dass das gleich am ersten Abend nicht besonders erfreulich ist, also bei ihm anzutreten, kann ich mir denken… Wieso warst du überhaupt bei ihm, du kannst doch nicht bestraft worden sein? Was wollte er von dir?"

Na wunderbar, dachte Hermine. Professor Snape hatte ihr gesagt, sie solle mit niemandem über ihre Nebentätigkeit sprechen, aber eine geeignete Ausrede hatte er ihr auch nicht geliefert. Jetzt saß sie hier und war Ginnys, Harrys und Rons fragenden Blicken ausgesetzt.

Normalerweise war Hermine im Denken von Null auf Hundert in zwei Sekunden, aber das war heute morgen fast zuviel, und so suchte sie fieberhaft nach einer Antwort, die keine sonderlich unangenehmen Fragen nach sich zog. Das schlimmere Übel war allerdings, dass sie ihre Freunde belügen musste. Letztendlich, so kam sie zu dem Schluss, war es ja für einen guten Zweck, der, so hoffte sie, irgendwann allen zu Gute kommen würde.

„Ähm, nein. Er hat mich nicht bestraft. Ich bin zu ihm gegangen, weil… weil ich ihn um zusätzliche Studien gebeten habe. Ihr wisst ja, dass ich gerne in Cambridge studieren möchte und Zaubertränke ist eins der Fächer, die ich vertiefen möchte. Also hab ich ihn gefragt, ob ich neben dem Leistungskurs noch mehr machen darf, und er hat zugestimmt. Das ist alles", antwortete Hermine und vermied dabei sorgfältig ihren Freunden direkt ins Gesicht zu sehen aus Angst, man könne das Wort Unwahrheit auf ihrer Stirn lesen.

„Du hast was?", schnaubte Ron los, „ich glaube, du spinnst, Hermine. Dein Lerneifer in Ehren, aber niemand tut sich freiwillig Stunden mit diesem, diesem, dieser Fledermaus an. Du bist echt nicht ganz dicht!".

„Ron, spinnst du? Hör auf so zu brüllen, es gucken schon sämtliche Leute zu uns", giftete seine Schwester.

„Wieso? Ist doch wahr. Jeder weiß, dass mit Snape was nicht stimmt. Ich persönlich verstehe das nicht ganz. Aber gut, ich weiß wie du bist, Hermine, und ich weiß wie wichtig dir das Lernen ist. Nur zu! Allerdings hätte ich nicht die Nerven mir auch noch freiwillig seine Gesellschaft zu suchen, ich halte das für unüberlegt und irgendwie dumm", sagte Ron.

Hermine, die Rons Ausbruch mit stetig ansteigender Wut verfolgt hatte, meldete sich zu Wort und funkelte ihn an.

„Weißt du, Ron, du verstehst so vieles nicht und wo du gerade von Dummheit sprichst: Wie wäre es, wenn du mal in den Spiegel schaust? Ausgerechnet DU sprichst von Unüberlegtheit und Dummheit? Du hast manchmal die Intelligenz eines Trolls und willst mir sagen, was ich zu tun und zu lassen habe? Ohne mich wärst du nicht mal im Leistungskurs von Zaubertränke und deine ach so tolle angestrebte Karriere als Auror könntest du dir abschminken. Ich bin es wirklich satt mir permanent eure abfälligen Bemerkungen über Professor Snape anzuhören. Es reicht wirklich. Bei allem was dieser Mann leistet und geleistet hat, um auch euren Hals aus der Schlinge zu ziehen, solltet ihr ihm wenigstens das Mindestmaß an Hochachtung entgegenbringen. Aber selbst dafür reicht es nicht aus. Nein, ihr hackt lieber weiter auf ihm rum und zieht ihn in den Schmutz; um von eurer eigenen Unfähigkeit abzulenken. Wie blind muss man sein um nicht weitersehen zu können als bis zur eigenen Nasenspitze? Mir reicht es! Mir reicht es wirklich! Ich höre mir das nicht weiter an und künftig könnt ihr sehen wo ihr bleibt mit eueren Hausaufgaben und Sonstigem. Fragt mich ja nicht mehr um Hilfe!"

Mit diesen Worten erhob sich Hermine vom Tisch ohne auf die bestürzten Gesichter der drei zu achten und eilte Richtung Ausgang.

Rums!

Hermine verlor ihr Gleichgewicht. Die Wucht des Aufpralls ließ sie hinten über kippen. Sie kniff ihre Augen fest zusammen und stellte sich auf eine harte Begegnung mit dem Boden ein, aber die kam nicht. Das Nächste, was sie wahrnahm, waren starke Arme, die sie festhielten, um zu verhindern, dass sie auf dem Boden aufschlug.

„Miss Granger? Alles in Ordnung?"

Seidenweich und wie fließendes Gold erreichte sie eine Stimme. Seine Stimme!

Siebter Himmel, mindestens, schoss es ihr durch den Kopf. Zeit, bleib stehen, bleib einfach stehen, bitte.

Doch wie alles im Leben ging auch dieser wunderbare Moment vorbei und die Realität kam mit großen Schritten.

Hermine öffnete ihre Augen und blickte ihm direkt ins Gesicht.

„P… Professor Snape, ich, es tut mir leid. Ich habe Sie nicht gesehen. Haben Sie sich was getan?"

„Fragen Sie das lieber den Türpfosten, gegen den Sie gerade gerannt sind". Ein kleines gemeines Lächeln erhellte seine Züge für einen Moment.

Hermine, die immer noch halb in der Luft baumelte, verdrehte ihre Augen. War ja klar, dass ich mich ausgerechnet wieder vor ihm blamiere.

„Sir, bitte, würde es Ihnen etwas ausmachen, mich wieder auf die Beine zu stellen? Mir wird doch etwas schwindelig wenn ich hier weiter in der Luft hänge".

Einen Augenblick noch verharrten beide in der Position uns sahen sich an, bis Snape sie mit einem sanften Ruck wieder in eine aufrechte Position brachte und sie los ließ.

„Vielen Dank."

„Achten Sie das nächste Mal besser auf Ihre Schritte, Miss Granger, wenn Sie einen solchen Abgang hinlegen wollen. Ihr Auftritt, besser gesagt, Ihre kleine Verteidigungsrede hat dadurch doch etwas an Wirkung verloren".

Verlegen senkte Hermine ihren Blick und schmunzelte den Steinboden an. Sie konnte ja nicht ahnen, dass er alles mit angehört hatte.

„Ja, Sir", flüsterte sie und konnte sich nun ein Lächeln nicht verkneifen.

Seine Mundwinkel zuckten kurz, er nickte ihr zu und ging an ihr vorbei Richtung Lehrertisch.

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Der Tag verging wie im Flug. Hermine hatte Verteidigung gegen die Dunklen Künste, Zauberkunst, Geschichte der Zauberei und ihren Arithmantik-Leistungskurs erfolgreich hinter sich gebracht.

Der Streit mit Ron war mittlerweile beigelegt. Ron hatte im Laufe des Tages eingesehen, dass er einen Fehler gemacht hatte und sich bei Hermine entschuldigt. Hermine kannte Ron zu gut um nicht seine wahre Absicht dahinter zu erkennen, nämlich an ihre Aufzeichnungen ranzukommen. Folglich blieb sie unnachgiebig, in Bezug auf ihre Hausaufgaben und verweigerte ihm ihre Hilfe, was Ron ein weiteres Mal die Wut ins Gesicht trieb.

Da es ohnehin Zeit war in die Kerker zu kommen, machte sich Hermine auf den Weg und ließ ihre Freunde im Gemeinschaftsraum zurück. Wenige Minuten später stand sie vor Professor Snapes Büro, gespannt, was sie erwarten würde und klopfte an.

„Herein."

Hermine betrat sein Büro. Wie schon am gestrigen Tag im Klassenzimmer, lag sein Büro im Halbdunkel. Erhellt lediglich von ein paar Kerzen, angebracht an den Wänden in Haltern und Kerzen auf seinem Schreibtisch.

Ein weiteres Mal spürte Hermine seine Präsenz und die unglaubliche Anziehungskraft, die er auf sie hatte. Und ebenfalls ein weiteres Mal war sie versucht einfach zu ihm zu rennen, ihn in dem Arm zu nehmen und zu küssen. Wieder stiegen Bilder in ihrem Kopf auf, die verschlungene Körper vereint in Leidenschaft zeigten. Sie erinnerte sich an seine starken Arme, die sie heute Morgen gehalten und vor einem Sturz bewahrt hatten. Hermine musste sich beherrschen um ihre ihm versprochene Professionalität nicht zu verlieren. Dennoch schaffte sie es nicht ganz, die warme Flut an Gefühlen aufzuhalten, die er in ihr auslöste.

„Setzten Sie sich Miss Granger, es dauert noch einen Moment, bis wir anfangen", ließ er verlauten und deutete, ohne aufzublicken, auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch.

Hermine setzte sich und wartete. Sie kannte sein Büro fast in- und auswendig. Die vielen Bücher, die merkwürdigen Wesen in ihren Behältern, die vielen Gläser, Phiolen und Bücher, die überall herumstanden und lagen… Sie beschloss die Zeit zu überbrücken, indem sie ihn intensiv beobachtete.

Das Erste, was ihre Aufmerksamkeit erregte, waren seine schönen Hände mit den langen, feingliedrigen Fingern die die Feder, mit der er schrieb, geschmeidig über das Blatt führte.

Wie es sich wohl anfühlt, würden seine Hände und Finger meinen Körper berühren?

Hermines Augen glitten weiter an seinem Körper entlang. Weg von den Händen, die Arme hinauf zu seinen Schultern, seinem Hals, seiner Brust…

Seine Brust! Professor Snape, so bemerkte sie erst jetzt, hatte seine Robe abgelegt. Die obersten Knöpfe seines schwarzen Hemdes waren aufgeknöpft und ließen einen Einblick auf den Ansatz einer wohlgeformten und muskulösen Brust erahnen.

Da war sie wieder, die Unprofessionalität!

Aus intensivem Beobachten wurde Anstarren. Aus Anstarren wurde unkontrollierte Fantasie...

Knöpfe, die langsam aufgeknöpft werden, Finger, die zwischen dem Ausschnitt entlang gleiten und sich einen Weg über heiße Haut weiter nach unten bahnen…

„Miss Granger!", peitschte Snapes Stimme plötzlich durch den Raum, und vorbei war die Vorstellung einer zärtlichen Zusammenkunft.

Hermine zuckte zusammen und wurde, wie so oft in letzter Zeit, puterrot.

„Haben Sie gefunden, wonach Sie suchen?"

„Ähm… Ja, Sir, ich meine, nein, Sir, also ich meine…"

„Was denn nun, Miss Granger. Ja oder nein?"

„In gewisser Weise schon, also, also, ja", gab Hermine verlegen zurück.

Professor Snape lehnte sich in seinem Bürostuhl zurück, legte seine Fingerspitzen aneinander und begann seinerseits, sie mit einem leichten Lächeln zu beobachten.

Hermine wurde unbehaglich. Nicht genug, dass er sie dabei erwischt hatte, wie sie ihn angestarrt hatte, nein, er drehte den Spieß rum und trieb sie mit seinem Blick fast in den Wahnsinn. Er verpasste ihr eine Retourkutsche, in der er deutlich machte, wer hier die Fäden in der Hand hielt.

Nach einigen Minuten des Schweigens durchbrach er endlich die Stille und Hermine konnte durchatmen.

„Nun, Miss Granger, Sie wissen bereits, warum Sie hier sind. Bevor wir jedoch mit der eigentlichen Arbeit beginnen, möchte ich, dass sie mir mitteilen, was Sie über Schwarze Magie wissen."

„Schwarze Magie?", fragte Hermine völlig verblüfft.

„Ja, Schwarze Magie und Schwarz Magier. Das dürfte Ihnen doch ein Begriff sein?"

„Selbstverständlich ist es mir ein Begriff", erwiderte Hermine. „Ich meine, ich habe einiges darüber gelesen, aber sie natürlich nicht praktiziert!"

„Natürlich nicht, wie sollten Sie auch", spöttelte er. „Also, sagen Sie mir, was Sie allgemein darüber wissen."

Hermine überlegte einen Moment und sortierte alles Mögliche in ihrem Kopf, was sie jemals über Schwarze Magie und Magier gelesen hatte und versuchte es so allgemein wie möglich zu halten.

„Nun ähm, also…Schwarze Magie ist, wie auch die Weiße Magie, eine geistige und auch körperliche Wissenschaft, die den Gesamtmenschen umfasst. Dazu gehört ein umfassendes Wissen um die menschliche Natur und das Wissen über das Universum im Allgemeinen. Dieses exklusive Wissen kann ihnen, also den Magiern, dazu verhelfen, den oder das in ihrem Leben zu erreichen, was sie schon immer angestrebt haben. Die Kontrolle darüber liegt zumeist bei dem, der sie praktiziert. Es ist nicht unter Kontrolle einer Gottheit, eines unsichtbaren Gefährten, oder unter Kontrolle irgendeines anderen Wesens in eventuellen übernatürlichen Dimensionen.

Schwarzmagier halten sich selbst zumeist für Götter. Ihre Handlungen entsprechen dem Wissen, welches sie durch Studien aus der früheren Geschichte erlangt und interpretiert haben. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass die schwarze Magie nichts für Personen ist, die nicht voll verantwortlich sein können für ihre Handlungen beziehungsweise nicht verstehen mit dieser Macht umzugehen. Schwarze Magie ist keinesfalls für Schwächlinge! Wenn man also ein brennendes Verlangen in sich hat nach Macht und Kontrolle über Andere, wenn sie die Kontrolle haben wollen über sich, über Geld, und ähm ähm… ja also…Sexualität, und das Leben selbst, dann kann schwarze Magie unter Umständen der schnellste Weg zu ausschlaggebendem Erfolg sein.

Schwarzmagier beugen sich vor keinem Wesen im Universum. Sie haben teilweise solche Wesen unter ihrer Kontrolle. Wesen, die unsere geistigen Begleiter sind und uns eigentlich schützen, unterstützten und mit Liebe erfüllen sollen. Sie verwenden sie gegen uns um uns zu schwächen. Schwarzmagier sind die Mächtigen, die Stolzen, und meist die Reichen in unserem Universum. Aus diesem Grunde sind sie unabhängig von jedweder Religion. Der Schwarzmagier weiß, dass Religion und Götter wirksame Mittel zur Kontrolle anderer sind!"

Hermine beendete ihren kleinen Vortrag und sah erwartungsvoll zu Professor Snape. Er lächelte und Hermine war erleichtert.

„Sagen Sie mal, Miss Granger, machen Sie es sich zu Lebensaufgabe, Buchseiten auswendig zu lernen?

„Eigentlich nicht, Sir", sagte sie und erwiderte sein Lächeln.

„Schön und gut. Soweit wissen Sie ja einiges. Wie steht es mit Schwarzen Tränken? Haben Sie auch dazu einen Vortrag für mich?

„Nein, Sir, nicht wirklich. Ich meine, ich… ich hab keine Ahnung von Schwarzen Tränken".

„Um ehrlich zu sein, hätte mich das jetzt auch gewundert. Nun Miss Granger, dann will ich Ihnen mal etwas zu diesem Thema sagen."

Er erhob sich, ging um seinen Schreibtisch herum und setzte sich Hermine gegenüber auf die Tischkante.

„Unter anderem wird es künftig Ihre Aufgabe sein, mir beim Brauen von Schwarzen Tränken für den Dunklen Lord, zur Hand zu gehen…"

Hermines Augen weiteten sich.

„…dafür müssen Sie einiges über die Wirkung der Tränke selbst und über die Wirkung der Tränke auf den, der sie zubereitet, lernen. Wie Sie in Ihrer Ausführung richtig bemerkten, werden wir es mit außerordentlichen Kräften zu tun haben. Viele der dunklen Tränke haben die lästige Angewohnheit, Wirkung zu zeigen auf den, der sie zubereitet, auch wenn sie keinen direkten Kontakt mit dem Gebräu haben. Schwarze Magie, egal, in welcher Form auch immer, Miss Granger, hat eine Stimme! Sie wird nach und nach versuchen Kontrolle über Sie zu bekommen und wird weiterhin versuchen Sie auf die Dunkle Seite zu ziehen, so lange bis Sie nachgeben oder sie stark genug sind um es zu ignorieren. Aus diesem Grund werden Sie niemals und ich meine niemals, alleine an einem der Tränke arbeiten. Ist das klar?"

Fasziniert und sprachlos über seine Ausführungen konnte Hermine nur noch nicken.

„Gut. Dann kommen Sie, es wird Zeit, dass Sie sehen womit Sie es zu tun bekommen."

Professor Snape ging an die Rückwand seines Büros und Hermine folgte ihm. Mit einem lässigen Schlenker seines Zauberstabes und ein paar gemurmelten Worten erschien eine weitere Tür in der Wand, die sie noch nie zuvor gesehen hatte. Sie gingen durch die Tür, einige Meter einen Korridor entlang in Richtung einer zweiten Tür, die sich am Ende des Ganges befand. Professor Snape öffnete auch diese.

Er deutete in den Raum und Hermine ging an ihm vorbei. Hermine riss die Augen auf, so weit sie nur konnte. Das war es also! Das war das private Reich ihres Professors.

Keine feuchte, dunkle Gruft mit Sarg, wie die meisten ihrer Mitschüler immer vermuteten, sondern ein schöner großer gemütlicher Raum, der über und über mit Bücherregalen voll gestellt war.

Das Herzstück des Raumes bestand, an der Kopfseite gegenüber der Einganstür, aus einem riesigen Kamin, in dem munter ein Feuer prasselte. Vor dem Kamin stand eine Sitzgruppe mit gemütlichen Ohrensesseln, einer Couch und einem schönen Tisch. Rundherum waren Bücherregale aufgestellt. An der rechten und linken Seite waren weitere Türen zu sehen und Hermine vermutete hinter ihnen Schlaf- und Badezimmer und vielleicht eine Küche sowie sein privates Büro.

Beim Anblick der vielen verschieden Bücher jeglichen Alters bekam Hermine feuchte Augen. Sie konnte einfach nicht anders. Der Bücherwurm brach durch und die Aussicht auf so unendlich viel Wissen ließ Hermine alle Scheu verlieren. Sie trat an eins der Regale heran, strich fast zärtlich mit ihren Fingern über die einzelnen Einbände und inhalierte den wunderbaren Geruch dieser alten Meisterwerke.

Professor Snape ließ sie eine Zeitlang gewähren. Hermine spürte, dass er sie beobachtete. Nach einer Weile drehte sie sich zu ihm um. Er stand lässig angelehnt, mit immer noch geöffnetem Hemd und mit verschränkten Armen in einem Türrahmen auf der anderen Seite des Zimmers und lächelte ihr entgegen.

„Sie können einfach nicht anders, oder?", fragte er in sanftem Ton.

„Nein, Sir, Sie haben Recht. Ich kann nicht anders. Jedes Mal, wenn ich Bücher sehe, ist es wie ein Zwang. Ich muss sie lesen. Es gibt so vieles, was ich lernen und wissen will. Und all das hier, ich meine, all diese wundervollen Bücher sind für mich wie das Schlaraffenland."

„Das was?"

Hermine lachte los. „Schlaraffenland, Sir. Eine Erfindung der Muggel für Kinder. In diesem Land finden die Kinder einfach alles, was sie sich wünschen."

„Ich verstehe. Nun Miss Granger, dann verlassen Sie jetzt mal ihr Schlaraffenland und kommen her zu mir, wenn ich bitten dürfte."

Hermine folgte sogleich der Anweisung ihres Professors und ging zu ihm hinüber. An der Schwelle zu seinem, wie Hermine jetzt erkannte, privaten Labor versperrte er ihr den Weg. Sie stand kurz vor ihm und sah zu ihm auf.

„Miss Granger, ich kenne Sie mittlerweile gut genug um zu wissen, dass auch dass was hier hinter dieser Tür liegt ebenfalls in ihr so genanntes Schlaraffenland fällt. Ich möchte Sie bitten sich zusammenzureißen. Von mir aus können Sie Luftsprünge machen wenn Sie hier wieder raus sind aber während Sie sich in meinem Labor aufhalten, beherrschen und konzentrieren Sie sich, verstanden?"

„Natürlich, Sir, versprochen."

„Also gut, dann rein mit Ihnen."

Nicht dass Hermine schon viele Labore von innen gesehen hätte, aber gemäß dem Standard, den sie von den Zaubertranklaboren in Hogwarts gewohnt warübertraf das hier bei Weitem alles. Ein riesiger Raum voll mit Kesseln verschiedener Größen, Gerätschaften, Gläsern, Behälter, Phiolen über und über voll mit Flüssigkeiten in den verschiedensten Farben. Merkwürdige schleimige Wesen in Einmachgläsern, darunter Augen und Teile, die wie die eines Gehirns aussahen. Ein großer Schrank voll mit den verschiedensten Magischen Pflanzen und Kräutern, von denen ein wunderbarer Duftverströmt wurde.Hermine klappte der Mund auf.

Überall im Labor war ein leises Blubbern und Sirren zu hören, das sie nicht direkt zuordnen konnte. Was sie aber zuordnen konnte, waren Stimmen die von den Wänden zu kommen schienen und leise auf sie einredeten. Unaufhörlich wurden ihr Worte zugeflüstert, teilweise hörte sie sogar ihren Namen.

Hilfe suchend und unsicher wandte sie sich zu ihrem Professor um und sah ihn fragend an.

„Sind sie das? Ich meine, ist sie das, die Stimme der Schwarzen Magie? Ich kann sie hören, zwar nur ganz leise, aber ich kann sie wirklich hören!"

„Das ist sie. Sie hören sie so leise, weil wir noch weiter von den Kesseln entfernt sind, in denen die Tränke für den Lord gebraut werden. Wenn wir näher ran gehen, werden die Stimmen lauter. Was hören Sie?"

„Ich verstehe nur einzelne Worte und unzusammenhängende Sätze. Und ich höre meinen Namen… Woher weiß sie wer ich bin?"

„Diese Frage sollten Sie eigentlich beantworten können. Hatten Sie mir nicht erst vor Kurzem einen Vortag über Schwarze Magie gehalten, Miss Granger? Denken Sie nach."

Hermine überlegte angestrengt und begann an ihrer Unterlippe zu kauen. Natürlich, das war es - Schwarze Magie ist, wie auch die Weiße Magie, eine geistige Wissenschaft, die den Gesamtmenschen umfasst. Dazu gehört das Wissen ihrer eigenen menschlichen Natur und das Wissen über das Universum im Allgemeinen- Das gesamte Wissen der menschlichen Natur, also auch der menschlichen Seele!

„Unsere Seele", flüsterte Hermine.

„Richtig, Miss Granger, unsere Seele. Sie beinhaltet alles, was den Menschen ausmacht. Schwarze Magie sieht in ihr Innerstes und ist innerhalb kürzester Zeit über alles Wissenswerte informiert. Die menschliche Seele ist das Stärkste, aber auch gleichzeitig das schwächste Glied in uns. Sie werden lernen, sie und sich selbst zu schützen. Wenn wir gleich rüber gehen zu den Kesseln, werden diese Stimmen lauter und fordernder werden, also wappnen Sie sich."

Hermine nickte zum Zeichen das sie verstanden hatte. Professor Snape deutete ihr mit einem Ruck seines Kopfes an ihm zu folgen, doch Hermine bewegte sich keinen Millimeter von der Stelle. Angst überkam sie. Nie zuvor war sie in derartiger Form der Magie ausgesetzt, schon gar keiner Dunklen. Und dass die Magie plötzlich noch ihre Namen flüsterte und in ihre Seele blicken konnte war doch etwas zuviel des Guten. Sie hatte den Eindruck, dass die Schwarze Magie ein handelndes, selbstständig denkendes Wesen mit einem Bewusstsein ist. Aber das konnte nicht sein, oder doch? Zum ersten Mal fragte sie sich ernsthaft ob ihre Entscheidung, ihm zu helfen, richtig gewesen war.

Snape drehte sich herum weil er offenbar bemerkt hatte, dass Hermine ihm nicht folgte und sah etwas überrascht zu ihr hinüber.

„Angst, Miss Granger?"

„Etwas", gab Hermine zu. „Fürchten Sie sich denn nicht vor diesen Stimmen? Ich meine, wie halten Sie das aus, wenn permanent dieses Getuschel um Sie rum ist?"

Er ging einige Schritte auf sie zu und blieb in ihrer unmittelbaren Nähe stehen. Augenblicklich verspürte Hermine ein ungekanntes Gefühl der Sicherheit, welches er vermittelte. Ihr wurde bewusst, dass, solange er in ihrer Nähe war, nichts, aber auch gar nichts passieren konnte. Er würde auf sie Acht geben.

„Miss Granger, ich fürchte mich nicht vor den Stimmen", sagte er sanft, „und auch Sie müssen keine Angst haben. Ich nehme sie längst nicht mehr so wahr wie Sie in diesem Moment. Sie dürfen nicht vergessen, dass ich, solange ich denken kann, mit Schwarzer Magie konfrontiert war und sie ebenfalls praktiziert habe. Ich persönlich habe eine ganz andere Einstellung zu diesen Dingen".

Er machte eine kleine Pause, sah ihr tief in die Augen und nahm ihre Hand.

„Nun kommen Sie."

Leichter Schwindel, Angst und ein absolutes Hochgefühl überkam Hermine gleichzeitig. Er hatte sie tatsächlich an die Hand genommen. Alleine für diese Geste und die Berührung war es die Sache allemal wert und verflogen waren jegliche Zweifel, sollte sie zuvor welche gehabt haben.

Er führte sie in einen Nebenraum. Ein kleineres Labor, das von dem großen durch einen Bogen zu erreichen war. Sie betraten gemeinsam den Raum und Hermine sah sich um.

„Sehen Sie sich alles in Ruhe an. Wenn Sie Fragen haben, werde ich sie beantworten", hörte sie Professor Snape wie durch Watte sagen.

Fast alles in diesem Labor war dunkel und unheimlich und wurde von der spärlichen Beleuchtung noch unterstrichen. Es waren vier verschiedene Kessel unterschiedlicher Größe zu sehen, in denen offensichtlich Schwarze Tränke gebraut wurden. Einer davon beinhaltete eine fast blendend weiße Flüssigkeit.

Warum, wusste Hermine nicht, aber bisher assoziierte sie alles, was mit Schwarzer Magie oder den Dunklen Künsten generell zu tun hatte, immer mit unangenehmen Gerüchen, aber hier war das Gegenteil der Fall. Alles in diesem Raum roch einfach wunderbar. Hermine fühlte sich an den Duft von Orchideen und Oleander erinnert. Dieser süßliche Geruch nebelte sie ein und begann ihre Sinne zu betören.

Und die Stimmen wurden tatsächlich lauter. Sie schienen plötzlich von überall zu kommen, riefen ihren Namen, sagten ihr, sie solle zu ihnen kommen. Das anfängliche zarte Flüstern wurde fordernder und Hermine spürte wie sie tief in ihrem Innern begann den Stimmen zu glauben und zu gehorchen. Sie fühlte wie sie sie umgarnten, ja fast streichelten. Unfassbare Sehnsucht ergriff ihr Innerstes. Ihr Puls raste, ihr Herz schlug heftig gegen ihren Brustkorb sodaß es weh tat.

Die leise Stimme der Vernunft, in ihrem Hinterkopf, ignorierend, löste sie sich ruckartig von Professor Snape und steuerte, wie in Trance, auf den Kessel mit der weißen Flüssigkeit zu. Die Umgebung verschwamm vor ihren Augen und alles, was sie noch wahrnahm, waren die Stimmen in ihrem Kopf, die ihr sagten, sie solle den Trank zu sich nehmen um in eine neue Welt mit unendlicher Macht, Wissen und Einfluss eintauchen.

Hermine war bereit! Sie wollte diese Macht, das Wissen, den Einfluss, die neue Welt, diese wunderbaren Gefühle, welche in ihr entfacht wurden. Sie wollte spüren und genießen. Nichts war mehr von Bedeutung, außer, den Trank zu erreichen, und Erfüllung zu erfahren.

Das Letzte, was sie spürte, war ein Ruck, der ihren Körper erfasste, bevor die Dunkelheit sie empfing...

T.B.C.

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Ja, ja, ja. Ich weiß, ein Cliff (gg) Na, was denkt ihr was passiert ist? Lasst mich teilhaben an euren Ideen und Meinungen zum Chap. Ich drück euch alle ganz feste. Bis bald. Eure Abe

-Butterbier und Kesselkuchen in die Runde schieb- (schlürf, schmatz)