Disclaimer siehe Kapitel 1

Tagebuch von Harry

Hogwarts, 22. September 2000

Als ich reinkam, sah er so niedlich verschlafen aus. Anscheinend war er gerade aufgewacht, als ich reinkam. Ich hatte Abendessen für ihn dabei, weil er dieses ja verpasst hatte und er freute sich, dass ich an ihn gedacht hatte und aß gleich etwas. Danach ging er dann duschen. Noch auf dem Weg ins Badezimmer zog er sich sein T-Shirt aus und ich warf einen Blick auf seinen Rücken. Schockiert und zugleich fasziniert konnte ich meinen Blick nicht abwenden. Sein ganzer Rücken ist vernarbt, es sieht furchtbar aus, rote, garstige Narben auf seiner hellen Haut. Aber irgendwie ist mein Blick dann tiefer gerutscht und ich sah seinen niedlichen Hintern. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und musste mich zumindest zwingen meinen Blick wieder zu heben. Die Narben faszinierten mich, woher er diese wohl hatte? Sie lassen ihn irgendwie verwegener erscheinen, aber er hat sicherlich entsetzliches deswegen durchgemacht. Er muss meine Blicke wohl gespürt haben, weil er sich zu mir umdrehte und mich ansah. Später, sagte er... was er wohl damit meinte. Wahrscheinlich die Narben, irgendwie macht mich die Erklärung traurig, keine Ahnung was ich erwartet habe. Ein Gespräch? Hmmh... ich höre, dass er die Dusche abstellt und höre besser mal auf. Was er wohl von mir möchte...

Tagebuch von Draco

Hogwarts, 23. September 2000

Heute Morgen musste ich raus, ich musste laufen. Und ich lief drei Stunden lang. Wenn mich Alan nicht irgendwann aufgehalten hätte, würde ich wohl jetzt noch laufen. Meine Gefühlswelt ist ein einziges Durcheinander, ich weiß nicht mehr, was ich fühle.

Gestern habe ich ihn gefragt, ob er bei mir im Zimmer einziehen möchte und er hat ja gesagt. Wir sind danach zu Severus und dort haben wir lange geredet. Er hat dort von seinem Traum mit dem Trank erzählt und Severus ist sehr blass geworden. Er holte etwas aus seinem Labor und Harry erstarrte kurz. Er sagte, dass dies der Trank war und er eine Phiole getrunken hat. Severus und ich erstarrten, wir wussten, was dies für ein Trank war. Von diesem Trank sollte man nur so wenig wie möglich trinken. Er bewirkt, dass man keinerlei körperliche Schmerzen mehr hat und, dass Wunden verschwinden. Wie lange die Schmerzlosigkeit anhält, ist abhängig von der Dosierung, aber irgendwann kommen die Schmerzen zurück und kein Trank der Welt kann diese dann verringern. Bei dieser Dosis wird er irgendwann – vielleicht in den Weihnachtsferien die schmerzliche Hölle erleben.

Wer zur Hölle hat ihm diesen Trank angetan. Dieser Muggel hatte sicherlich keine Ahnung davon. Dumbledore? Laut Severus, der Einzige, der noch von diesem Trank wusste. Severus sagte, dass er diesen Trank nicht mal seinem schlimmsten Feind geben würde. Er sagte uns, dass Harry sich vorbereiten müsse auf die Schmerzen. Aber da Harry noch nicht mal weiß, was alles passiert ist... kann das noch dauern. Er muss in der besten körperlichen Verfassung sein und ja auch in der besten geistigen Verfassung. Die körperliche Verfassung ist wahrscheinlich nicht das Problem, aber die geistige. Denn das seelische Durcheinander ist im Moment nach wie vor vorhanden. Diese Schmerzen werden einige Stunden anhalten... aber wenn ich mir nur vorstelle, was das für ihn bedeutet. Severus sagte, dass er sich an einen Gegentrank versuchen würde, der die Schmerzen zwar nicht verhindern, aber sie vielleicht verringern könnte. Vielleicht kann ich ihm einen Teil abnehmen? Mir fällt da ein Spruch aus dem schwarzmagischen Buch ein, Severus würde es mir wohl verbieten, es ist ein Spruch, der erlaubt Schmerzen zu teilen. Nebenwirkung ist, dass wir danach in einen komatösen Schlaf fallen werden und über Stunden / Tage nicht ansprechbar, während wir die seelischen und körperlichen Schmerzen teilen. Irgendwann werde ich ihn darauf ansprechen, jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt. Warum ich dies für ihn tun würde? Ich weiß es nicht...

Harry fragte mich später, ob ich bereit wäre in seinen Geist einzudringen? Nachdem ich ihn erstaunt ansah, sagte er mir, dass er das Gefühl hätte, jetzt wäre der richtige Zeitpunkt. Und dann versank ich in seiner Vergangenheit. Es ist ein schreckliches Gefühl. Einerseits wusste ich von seiner Kindheit, aber diese selbst mitzuerleben. Es war grauenvoll zu sehen, wie seine Muggelverwandten ihn quälten.

Aber nicht nur das, der Moment tiefster Verzweiflung als Voldemort seine Eltern töteten und wie ihn seine Mutter mit ihrer Liebe vor dem Tod beschützte. Es war ein so starkes Gefühl, so voller Liebe.

Seine Vergangenheit zu erkunden ist mehr ein spüren, als zu sehen. Man ist zur absoluten Hilflosigkeit verdammt, man kann nichts tun, man sieht was passiert, aber man kann nicht eingreifen.

Keine Ahnung, wie lange es gedauert hat, mir kam es wie Stunden vor, auch wenn es tatsächlich wohl nicht so lange gedauert hat. Minutenlang habe ich ihn nur angesehen und danach redeten wir über seine Kindheit, über das woran was er sich erinnerte. Er hatte Tränen in den Augen, wir rückten näher zusammen und ich legte einen Arm um ihn. Es war, als ob er dies gebraucht hätte. Er sagte, dass es ihm gut getan hat und es ihm Leid tut, dass ich erleben musste, wie es ihm ging. Ich habe ihn versucht zu trösten. Es ist ein seltsames Gefühl so verbunden zu sein. Seine Vergangenheit so zu spüren, seine Kindheit nach zu erleben. Eine freudlose Kindheit.

Irgendwie bekam ich ein schlechtes Gewissen, weil ich so viel von ihm wusste und er nichts von mir. Und dann tat ich etwas, dass ich noch nie getan habe. Ich habe ihm Einblick in meine Kindheit gegeben. Habe ihm Dinge erzählt, die ich noch nie jemanden erzählt habe. Nicht mal Alan und dieser wusste viel. Wir redeten sehr lange und intensiv. Wir teilten unsere Gedanken irgendwie.

Irgendwann befragte er mich zu den Narben auf meinem Rücken. Mein Vater hatte sie mir zugefügt letzten Sommer, der Sommer in dem ich mich entschieden hatte. Er wollte mich umstimmen und hetzte mir schlimmste Flüche an. Stundenlang litt ich unter seinen Flüchen. Aber dieser Fluch hätte mich fast gebrochen. Meine Haut am Rücken brach auf, es ist ein Fluch, gegen den es kein Heilmittel gibt. Kein Trank, keine Salbe nur die Zeit konnte die Wunden heilen. Es ist einer der schlimmsten Flüche, ich weiß nicht woher er ihn hatte. Er wird nicht zu oft angewendet, denn er muss in absoluter Ruhe ausgesprochen werden. Es ist ein Folterspruch, kein Spruch für einen Kampf, bei dem man abgelenkt werden könnte. Mein Vater ist einer der mächtigsten Zauberer, was ihn wohl dazu getrieben hat, so zu werden wie er wurde. Harry bemerkte meinen Stimmungswechsel und nun hielt er mich fest. Ich erzählte ihm, wie ich mich nur mit Mühe zusammenreißen konnte und, dass ich mich nicht gebeugt hatte. Es kostete mich alle Kraft, die ich hatte.

Nach den letzten Sommerferien war ich sehr geschwächt, aber dank Blaise und Severus erholte ich mich langsam und war bald wiederhergestellt. Auch wenn Blaise selbst in einer furchtbaren Verfassung war. Severus tat damals alles, um uns zu helfen. Wenn er auch nur Blaise mit Tränken und Salben helfen konnte. Bei mir halfen sie nicht, aber er verband mir diese und tat Muggelsalben darauf. Diese linderten den Schmerz, wenn auch die Narben nie verschwinden werden, so heilten die Wunden doch irgendwann.

Dann sprang ich auf, weil mir das Buch einfiel, das Tagebuch meines Vaters. Ich zeigte ihm das Tagebuch und auch die zugehörigen Zettel. Die Kette trage ich schon seit längerem um meinen Hals. Irgendwie fühlt sie sich dort richtig an. Vielleicht sollte ich das Buch bald anfangen zu lesen. Ich denke die Herbstferien sind ideal hierzu.

Aber ich denke auch, Harry sollte es lesen, sollte es mit mir lesen. Keine Ahnung warum, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich auch für ihn Fragen beantworten könnten. Es ist nur ein Gefühl, aber mein Gefühl trügt selten und so habe ich ihn gefragt und er hat zugestimmt.

Ich bin froh, dass Harry zugestimmt hat und er jetzt ganz hier ist. Wir können so ungestörter sprechen und uns näher kennen lernen. Er kennt mich jedoch schon besser, als Alan und Blaise es je können. Ich weiß nicht warum, aber es erscheint mir richtig. Alan und Blaise sind meine besten Freunde und ich werde ihnen weiterhin vieles erzählen, doch alles, ich weiß nicht recht... bei Harry habe ich ein anderes Gefühl.

Langsam sollte ich aufhören, gleich ist Quidditch-Training... Harry ist glaube ich vorhin schon nach draußen gegangen, er wollte mit seinen Gedanken alleine sein.

Harrys Tagebuch

Hogwarts, 23. September 2000

Heute habe ich sehr lange geschlafen, sogar unseren morgendlichen Lauf habe ich verschlafen. Als ich erwachte war ich zuerst sehr verwundert wo ich war. Bis es mir wieder einfiel. Ich war in Dracos, nein in unserem Zimmer. Als er kam war er fix und fertig und er legte sich noch mal hin. Was mir sehr recht war, so konnte ich alleine meinen Gedanken nachhängen.

Seine Narben waren von seinem Vater. Wie grausam Lucius Malfoy sein muss? Was er seinem einzigen Sohn angetan hat. Narben, die nie verblassen, sie müssen ihn immer erinnern. Er hat auch gesagt, dass es keinen Zauber der Welt gibt. Nur Muggelmittel konnten diese Wunden einigermaßen heilen.

Snape hat erlaubt, dass ich das Zimmer wechseln kann. Er konnte auch Auskünfte zu dem Trank in meinem Traum geben, Draco und er wurden blass im Gesicht, als sie die Beschreibung hörten. Noch blasser wurden sie, als ich nickte, denn Professor Snape holte den Trank und ließ mich auch kurz daran riechen. Die Schmerzen sind jetzt weg und kommen dann geballt wieder. Die Narben werden nie wieder erscheinen, die körperlichen Merkmale sind komplett weg. Irgendwie verstehe ich das nicht. Er hat gesagt, er hätte es nie an jemanden ausprobiert und der einzige, der von dem Trank wusste war Dumbledore. Aber warum? Was hätte er für einen Grund? Dumbledore hat sich in meinen Augen sehr verändert. Er wirkt plötzlich alt. Ob er wohl noch fähig ist die Schule zu leiten? Was ist mit ihm passiert?

Draco und Professor Snape wollen ein Gegenmittel brauen, sie brauchen nur die richtigen Zutaten und die Zeit läuft ihnen davon. Es ist wahrscheinlich nicht sehr einfach ein Gegenmittel zu etwas brauen zu müssen, dass man nie verwenden würde. Irgendwie tut mir Professor Snape leid. Vielleicht sollte ich Neville noch fragen, ob es irgendwelche Kräuter gibt, die helfen könnten. Der geht im Moment ganz in seinen Kräuterstudien auf. Vielleicht gibt es da etwas, ich werde in den nächsten Tagen mal mit Draco darüber reden.

Draco meinte, dass ich körperlich und seelisch absolut fit sein müsste. Das heißt, ich muss mich meinen Problemen stellen. Auch dem Vergessen. Allen meinen Mut habe ich zusammengekratzt, als ich ihn fragte, ob wir bei meiner Kindheit anfangen könnten. Er hat genickt und ist dann in meine Gedanken versunken. Ich weiß nicht, was er gespürt hat. Er war hinterher weiß im Gesicht, aber er erzählte mir davon und ich fügte Teile hinzu. Endlich konnte ich richtig darüber sprechen, konnte darüber sprechen, was ich fühlte. Fühlte wie er mich verstand und wie meine inneren Wunden anfingen zu heilen. Noch ist nicht alles vorbei, aber ich weiß, dass ich jederzeit zu ihm kommen kann und mit ihm darüber reden.

Später hat er mir über seine Kindheit erzählt. Sie war freudlos, ich habe mir immer vorgestellt, dass es toll sein müsste Eltern zu haben, aber solche Eltern? Diese eisige Kälte, in der er aufgewachsen ist, kein Wunder, dass er so wurde, wie er war, bevor er sich dann verändert hat. Und er hat sich verändert. Aus dem eisigkalten, arroganter Draco Malfoy den ich kannte wurde ein Anderer. Es ist als ob er ein anderer Mensch geworden wäre. Er ist auch selbstsicherer geworden, durch all seine Erlebnisse wurde er selbstsicherer denn je. Er ist einer der ruhigsten und tiefsten Menschen, die ich kenne. Er gibt anderen und auch mir ruhigen Halt. Er ist ein Fels in der Brandung. Auch wenn die Brandung in ihm nicht ruhig ist, so hat er doch einen inneren Frieden in sich gefunden. Er strahlt diese Stärke von innen heraus, dazu muss er nicht immer stark sein. Er ist auch mal schwach, aber genau dies ist es, was ihn zu dem neuen Draco Malfoy macht. Denjenigen, den ich als Gesprächspartner so zu schätzen weiß.

Er hat ein Tagebuch seines Vaters gefunden und hat es mir gezeigt. Er hat mir gesagt, dass er – warum auch immer – mir Dinge erzählt, die sonst niemand weiß, die noch nicht mal seine besten Freunde erfahren haben. Auch ich habe ihm Dinge erzählt, die sonst niemand weiß. Nicht Ron, nicht Hermine, nicht Alan, nicht Blaise, niemand außer Draco. Keine Ahnung warum, aber ich vertraue ihm am meisten. Irgendwie habe ich das Gefühl, bei ihm absolut sicher zu sein. Auch wenn ich nicht genau weiß warum...

Ich musste nach draußen, nach draußen in die Sonne. Irgendwie wollte ich ein bißchen Zeit zum Alleinsein. Draco hat es verstanden und wäre auch gegangen, aber ich wollte ohnehin nach draußen. Vielleicht gehe ich ein bißchen fliegen, da kann ich am Besten meinen Gedanken nachgehen. Fliegen, wie im Traum. ...

Harrys Tagebuch

Hogwarts, 29. September 2000

Morgen gehe ich mit Draco, Blaise, Alan und Hermine nach Hogsmeade. Freue mich schon darauf, endlich mal wieder etwas Abwechslung. Die letzten Tage waren so angefüllt mit Lernen und Training, dass ich für nichts anderes mehr Zeit hatte. Auch hatte ich kaum Gelegenheit mit Draco zu reden, ich war abends einfach zu müde und so bin ich immer bald ins Bett gegangen. Wie er das nur macht. Neben Lernen, Training noch das Zusatztraining, die Schülersprecherverpflichtungen und dann noch der Trank. Bewundernswert, ich schaffe mein Pensum kaum... aber er ist da ein bißchen wie Hermine. Je mehr Lernen und Arbeit desto mehr blühen sie auf.

Dracos Tagebuch

Hogwarts, 29. September 2000

Heute hatten wir endlich wieder mal Zeit uns zu unterhalten. Er hat mich gefragt, wie ich das Ganze schaffe? Jahrelanges Training vermute ich und ich habe schon immer gerne gelernt. Schon als Kind hatte ich einen vollen Terminkalender, in dem kaum Zeit für etwas anderes blieb. Um zu etwas anderem zu kommen habe ich mich organisiert und mir feste Zeitpläne gemacht. Dazu kommt wohl noch, dass ich sehr schnell und auch gerne lerne.

Er hatte sich Gedanken zu dem Trank gemacht und, dass wir doch Neville fragen könnten. Hmmh, stimmt an den habe ich gar nicht mehr gedacht. Er ist unbestritten ein Genie in Kräuterkunde. Werde die Tage mal mit Severus reden. Vielleicht können wir ihn ja dazu holen... Der Gegentrank kostet mich alle meine Nerven, die ich habe. Wenn ich nicht jeden Morgen mit Harry laufen würde, würde ich wohl verzweifeln. Es ist so verzweifelnd zu sehen, dass nichts vorwärts geht. Severus mag es von Neuentwicklungen so gewohnt sein, aber dies ist immerhin der Trank für Harry. Wir müssen eine Lösung finden. Ansonsten bleibt mir wohl nur der Schmerzteilspruch. Den ich auch schon in der Theorie gelernt habe, aber ob ich ihn tatsächlich in der Praxis ausüben werde. Ich weiß es nicht. Der Zauber ist sehr risikoreich. Vielleicht kann meine Großmutter helfen. Sie ist mit dieser Art von Magie aufgewachsen.

Er war die letzten Tage so unendlich müde, ihm sind oft schon beim Abendessen fast die Augen zugefallen. Aber er hat durchgehalten und sich oft abends noch in den Gemeinschaftsraum gesetzt und mit mir und den anderen geredet. Auch Hermine ist jetzt des Öfteren da. Bin ja mal gespannt, wann Alan und Hermine zusammenkommen. Sie passen gut zueinander, auch wenn sie Gegensätze sind. Aber irgendwie passt das!

Harry ist so niedlich, wenn er schläft...

Dracos Tagebuch

Hogwarts, 01. Oktober 2000

Der Ausflug nach Hogsmeade hat gut getan. Es war schön mal an nichts anderes denken zu müssen, als an Spaß. Wir waren gemeinsam in den Drei Besen und haben uns dort unterhalten. Nach und nach sind auch andere aus unserem Jahrgang zu uns gestoßen und wir wurden eine große Gruppe. Noch vor einem Jahr wäre dies nicht möglich gewesen, doch jetzt nach dem Sturz des Lords ist wohl alles möglich.

Nächstes Wochenende ist das Spiel Hufflepuff gegen Gryffindor. Bin ja mal gespannt, was die Gryffindors so drauf haben, jetzt wo ihr Sucher nicht mehr bei ihnen ist. Und dann am folgenden können wir im Spiel gegen Ravenclaw zeigen, was wir so können. Unsere Mannschaft ist dieses Jahr echt gut. Das Training ist diszipliniert, aber Harry bringt Lockerung hinein. Er ist frischer wohltuender Wind in unserem Team. Die Trainings sind hart und wir kämpfen erbittert um den Schnatz. Inzwischen sind wir wohl beide gleich gut, auch wenn er manchmal einen Tick besser ist. Aber ich bin nicht mehr eifersüchtig auf sein Können.

Gestern waren wir in einem Kampf um den Schnatz verstrickt und bemerkten gar nicht, dass alle Blicke während unserer waghalsigen Manöver auf uns gerichtet waren. Und dann geschah es, wir fingen den Schnatz gleichzeitig. Gleichzeitig hatten wir unsere Hände ausgestreckt und jeweils einen Flügel gepackt. Erst der Beifall holte uns aus unserer Starre und wir gratulierten uns gegenseitig. Severus, der uns von unten beobachtet hatte, gratulierte uns ebenfalls. Harry hatte sich sehr gefreut, es ist für ihn immer noch ungewohnt Lob von ihm zu bekommen.

Harrys Tagebuch

Hogwarts, 02. Oktober 2000

Am Samstag konnte ich endlich wieder mal ausschlafen und das hat mir gut getan. Der Ausflug nach Hogsmeade hat sein übriges getan und gemeinsam mit Alan und Blaise habe ich schon einen Plan geschmiedet wann wir Pinky Pink ausprobieren könnten. Nächstes Wochenende erscheint uns ein guter Zeitpunkt zu sein. Schließlich wollen wir sie nicht vor der ganzen Schule bloßstellen, uns genügt es, wenn wir sie so sehen. Rache ist süß oder besser gesagt in unserem Fall pink!!!

Am Samstag bei unserem Training habe ich das erste Mal gemeinsam mit Draco den Schnatz gefangen. Es war ein zauberhafter Augenblick. Wir sahen uns an und ich versank in seinen silbernen Augen, als mich Applaus aus den schönen Gedanken riss. Unsere ganze Mannschaft und Professor Snape hatten zugesehen. Wir gaben uns die Hand und flogen nach unten. Dort fand Professor Snape lobende Worte für uns. Auch für mich, ein Lob von Professor Snape, ist so selten wie sonst noch was. Ich habe mich ganz ehrlich darüber gefreut.