Kapitel 7: Beinahe
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Sie versuchte sich aus seinem Klammergriff zu befreien, doch schaffte es nicht. Sie war sich nicht einmal sicher ob er sich einfach so an sie klammerte oder weil er eh schon kaum geradeaus gehen konnte. Hermine hasste den Geruch von Alkohol an Menschen. Sie hatte ihn früher an ihren Vater gerochen, wenn er mal abends was getrunken hatte und schon da hatte sie den Geruch nicht abhaben können. Ein Gefühl der Erleichterung erfasste sie als Snape Ron anfuhr und dieser sich abwendete, nur um Snape irgendwelche Vorwürfe zu machen, von wegen er war nur auf sie aus. ,, Ron, du bist unmöglich! Geh sofort von Professor Snape weg ´´, fuhr sie ihn an, da sie sein betrunkenes Gerede einfach nur anwiderte.
Sie fühlte sich wieder in die Situation von vor dem Krieg zurückversetzt. Hilflos und unsicher, nie wirklich zu wissen was wahres Unglück war. Schwach. Nur das sie jetzt wusste was das größte Unglück hatte schon direkt als der Krieg vorbei war den Entschluss gefasst nie wieder so zu sein und es ärgerte sie wieder so zu handeln. Wütend auf sich selber und entschlossen wieder selbstbewusster zu sein packte sie Snape und zog ihn am Arm aus der Halle. Sie wollte keinen weiteren Moment in Rons Nähe sein, aber wollte auch nicht gänzlich alleine sein. ,, Und Sie beringen mich noch zu meinem Turm´´, zischte sie Snape zu. Schließlich hatte er sie dort runter geholt und zu diesem Ball mehr oder weniger gezwungen. ,, Ich denke man sollte Sie nicht in so einer Verfassung allein lassen Miss Granger. Sie schäumen schon vor Wut. Wer weiß wen Sie ansonsten heute noch verhexen´´, gab er ein wenig sarkastisch zu bedenken, doch sie meinte ehrliche Besorgnis zu hören. Abrupt blieb sie stehen und drehte sich um, so dass sie direkt vor ihm stand. Es erinnerte sie an die Szene auf der Tanzfläche. Zwischen ihr und ihn lag eine gewisse Anspannung, die Hermine nicht zu deuten wusste. ,, Und was wollen Sie dagegen tun?´´, fragte sie, nicht nur um ihn zu ärgern, sondern aus reiner Neugier. ,, Nun ja, vielleicht sind Sie noch an einigen Tränken interessiert die ich grade braue´´, antwortete er, als wäre es das normalste der Welt eine seiner Schüler zu fragen ob sie sein privates Labor betreten wollten. Hermine war sich nicht ganz sicher. Einerseits waren Zaubertränke schon immer etwas was sie zutiefst beeindruckt hatte und dann noch die Tränke eines Meisters in dem Gebiet zu sehen, wäre schon etwas Neues. Hermine war schon aufgefallen das er zwar immer seine Schüler Tränke brauen ließ, aber ihn selbst hatte sie nie brauen sehen. Sie hatte nur gehört das er Heiltränke für den Krankenflügel herstellte und aus eigener Erfahrung konnte sie sagen das diese auch halfen. Widerwillig erinnerte sie sich daran wie sie sich durch einen Vielsafttrank fast in ein katzenähnliches Wesen verwandelt hatte und mehrere Tage nicht mehr aus dem Krankenflügel kam. Andererseits hatte er nie einen Schüler in sein privates Labor gelassen, es sei denn es ging um eine Strafarbeit und genau dies machte sie stutzig. Wieso wollte er sie in seinem Privatlabor? Tat sie ihm wirklich so leid? Wenn sie genauer nachdachte waren ihr seine Beweggründe nicht so wichtig. Wenigstens einmal wollte sie seine Tränke genauer beobachten. ,, Gut wenn Sie wollen´´, antwortete sie möglichst gleichgültig, doch im inneren kribbelt es in ihren Bauch vor Aufregung.
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Was tat er da gerade? Er nahm sie mit in sein Labor! Wie war er eigentlich auf diese Idee gekommen? Es wäre vielleicht ein weiterer Schritt für seinen Erfolg bei der Wette, aber er hatte nie Jemanden in sein Labor gelassen, außer Schüler zum Kessel putzen. Und was wollte er ihr schon großartig zeigen. Der einzige Trank der bei ihm vor sich hin brodelte war ein Trank gegen Schwächeanfälle für den Krankenflügel. Schweigend führte er sie zu seiner Bürotür und hielt sie ihr auf. Was sollte er jetzt tun? Hier gab es nichts Spektakuläres. Als er sie anschaute merkte er jedoch das ihre Blicke neugierig durch den Raum streiften und an seinem Bücherregal, welches mehr als nur gut gefüllt war, hängen blieb, genauso an seinem Regal mit Zutaten. Dies schien sie zu überwältigen. ,, Woher haben Sie denn die hier?´´, fragte sie und blieb an einem Glas mit Anatulspinnen stehen. ,, Gesammelt im Wald´´, murmelte er vor sich hin. Er hasste es, wenn jemand seine Vorräte auch nur anfasste, konnte ihr das wohl kaum sagen, da sie sonst wieder flüchten würde und er ihr irgendwie weitere Freundlichkeiten vorheucheln musste, wie er es schon die ganze Zeit tat. Er fühlte sich vollkommen falsch und böse, so als wollte er sie verführen. Allein der Gedanke widerte ihn an. Glücklicherweise ging sie rüber zu seinem Regal und nahm sich ein Buch hinaus: ,,Wow´´, hörte er sie flüstern. ,, Wenn Sie wollen, können Sie sich setzen und etwas lesen´´, bot er ihr an. Bei Büchern war im schon etwas wohler. Diese konnte sie wohl kaum zerstören und außerdem war sie, soweit er wusste, eine von denen die von Büchern besessen waren. Sie nickte ihm zu und ließ sich auf einen seiner Sessel nieder. ,, Wenn Sie mich kurz entschuldigen´´, fragte er. Snape wollte einfach kurz in seine privaten Räume verschwinden um sich ein wenig zu fassen. Allein ihre Anwesenheit störte ihn und wie sie da einfach in seinem Sessel saß, als wäre er selbstverständlich. Er hielt es einfach nicht aus. So etwas hasste er. Sie reagierte nicht. Anscheinend war sie zu vertieft. Er beschloss einfach zu gehen und schloss die Tür, die sein Büro und Labor von seinen privaten Räumen trennte. Er hatte das Gefühl vor etwas geflüchtet zu sein. Nicht nur vor dem Mädchen. Er schmiss seinen Umhang ab und setzte sich auf sein Bett auf dem er auch das nervige Tagebuch lag. Seufzend beschloss er seine ersten Schritte zu notieren:
Ms. Hermine Granger
-1. Verabredung beim Winterball
-erster Körperkontakt
- später: sie ist in meinen privaten Gemächern
Erleichtert sah er dass die Tinte blieb wo sie war und nicht unsichtbar wurde, wie sie im Fall einer Lüge werden würde. Gut Körperkontakt konnte man auch interpretieren wie man wollte, aber die Gerüchte, die über ihn und Granger rumgehen würden, wären schon eindeutig und er war sich sicher das es Gerüchte geben würde, dafür kannte er seine Schüler gut genug. Er hatte die Blicke der Schüler und Lehrer registriert als sie beide getanzt hatten. Die ganze Sache nervte ihn schon jetzt unglaublich, obwohl sie kaum angefangen hatte. Verärgert legte er das Buch auf seinen Nachttisch und beschloss kurz nach seinem Trank zu sehen. Als er durch sein Büro ging achtete er nicht weiter auf Granger, er wollte sie gekonnt ignorieren um sich selbst wohler zu fühlen. Betrübt stellte er fest, dass der Trank bei weitem nicht so weit war, wie er eigentlich sein sollte. Er prüfte seine Notizen ob er etwas vergessen hatte, doch alles stimmte. Unschlüssig dachte er nach, ob er den Kessel richtig geputzt hatte. Rückstände von einem anderen Trank konnten fatal sein. Er beschloss abzuwarten und notfalls noch einen anderen aufzusetzen.
Als er nach einiger Zeit auf die Uhr schaute, stellte er fest das er Granger spätestens in 30 Minuten zu ihren Turm bringen musste, damit sie noch rechtzeitig zur Bettruhe in ihren Zimmer war. Der Abend war zwar nicht so erfolgreich gewesen, wie er es sich erhofft hatte, aber dennoch annehmbar. Mit dem Plan Granger schon jetzt wegzubringen, damit er seine verdiente Ruhe bekam, betrat er sein Büro und bemerkte missmutig das sie eingeschlafen war. Sie sah wieder so unschuldig aus und das Kleid verschaffte ihr das Aussehen eines kleinen Engels. Merlin was war mit ihm los? Das war doch nur eine seine Schülerinnen und eine nervige noch dazu. Aber jetzt wo sie ruhig war und nicht antworten konnte, war ihre Anwesenheit bei weiten nicht so schlimm. Er bewunderte sie sogar auf einer Art und Weise, die er selbst nicht verstand. Aber was sollte er jetzt mit ihr tun? Auf keinen Fall wollte er sie dort lassen. Erstens war der Sessel kaum zum Schlafen geeignet und zweitens wollte er sie verdammt nochmal nicht bei ihm haben wenn er schlief. Vorsichtig rüttelte er an ihr um sie wach zu kriegen, doch sie drehte nur unruhig ihren Kopf. Unruhig versuchte er immer weiter sie wachzubekommen. ,, MISS GRANGER!´´, schrie er beinahe, doch sie blieb ruhig liegen. Er wünschte er hätte auch so einen tiefen Schlaf. Er musste sich eingestehen das es leider nur eine Möglichkeit gab: er musste sie tragen. Bei Merlin hoffentlich würde das niemand in so sehen, aber eigentlich sollten die Schüler noch auf dem Ball sein. Sie würden die Ruhezeit heute eh gründlich überziehen und wie immer würden die Lehrer beide Augen zudrücken und so tun als ob sie die betrunkenen, herummachenden Schüler nicht sehen.
Vorsichtig nahm er sie auf seine Arme und stieß mit seinem Arm die Tür auf und murmelte wieder seine Zauber, die zum Schutz seiner Räume da waren. Aus Angst sie fallen zu lassen, lief er extrem langsam, was auch die Gefahr erhöhte gesehen zu werden. Sie wog viel weniger als er dachte.
Unruhig begann sie sich in seinen Armen zu bewegen und er blieb schnell stehen, um nicht umzufallen, was jedoch zur Folge hatte das die Treppe sich bewegte und er Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht hatte. Es gelang ihm noch eben so sich mit seinem Arm am Geländer zu stabilisieren. Er blickte so weit es ging auf Granger hinunter und war verwundert darüber das sie immer noch nicht wach war. Im Gegenteil sie schmiegte ihren Kopf an seiner Brust, als wäre er ein Kopfkissen. Das seltsame für ihn war, das er es nicht einmal unangenehm fand.
Langsam ging er weiter und wurde von mehreren nervigen Gemälden gefragt was er denn da tun würde. Genervt sprach er einen Zauber, damit sie alle schwiegen. Was sollte er auch sagen? Er brachte grade eine seiner Schülerinnen auf ihr Schlafzimmer. Das klang als wollte er ihre Unschuld klauen und nicht ihr helfen. Unschuld. An diesem Wort blieb sein Gedanke hängen. Ob sie diese wohl schon verloren hatte? Er sah auf ihr Gesicht hinab. Sie sah so unschuldig aus. Eigentlich konnte er es sich kaum vorstellen, aber bei diesem nervigen Weasley? Vielleicht war das der Grund weshalb sie ihm aus dem Weg ging. Als er bemerkte worüber er nachdachte widerte es ihn an. Was kümmerte es ihn ob seine Schüler Sex hatten? Allein das Bild von ihr beim Sex mit Weasley verstörte ihn schon auf einer Art und Weise, die sonst nicht üblich war. Wütend darüber das er schon wieder darüber nachdachte, lief er fast an dem Portal des Gryffindorturm vorbei. Eilig, damit er nicht mit der fetten Dame sprechen musste, nannte er das Passwort und wurde durchgelassen. Er hoffte in den Moment als die Tür aufging, dass sich keine Schüler dort befinden würden. Es wäre fatal und würde ein riesiges Nachspiel für ihn haben, das wusste er. Glücklicherweise war der Raum vollkommen leer. Zu seinem Pech fiel ihm nun ein das er nicht die geringste Ahnung hatte, wo genau ihr Bett war und auf der Coach wollte er sie nicht lassen, sonst würde der Betrunkene wieder über sie herfallen und das musste er dann verantworten. Ihm fiel erst nicht ein, bis er eine kleine Gestalt sah die grad am Kamin rumwerkelte. Erst hatte er sich ein wenig erschreckt, worauf Granger mit einem kleinen Geräusch reagiert hatte, was klang als würde er sie im Schlaf stören. Das brachte ihn zu einem kleinen Lächeln.,, Beherrsch dich´´, dachte er sich.
,, Hauselfe´´, sagte er barsch, ,, sag mir wo ich das Zimmer dieses Mädchens finden kann´´. ,, Entschuldigen Sie Sir, aber Dobby darf keinen männlichen Zauberer Auskunft über die Schlafplätze weiblicher Schüler geben. Das hat Dumbledore befehligt´´ , reagierte die Hauselfe direkt und drehte sich schockiert um. Seine Hände waren schwarz vom Karmin und er trug mehrere Mützen übereinander. Wenn Snape sich recht erinnerte war dieser Dobby ein Freund von dem Potter - Trio und hatte ihnen schon einige Male geholfen. ,, Und was denkst du soll ich sonst mit Miss Granger anstellen? Sie einfach hier abstellen?´´, fuhr er ihn an. ,, Sir? Sagten Sie Miss Granger? Miss Granger war immer gut zu Dobby. Sie dürfen ihr nichts Böses tun!´´, sagte er und kam näher, um sich zu vergewissern ob es sich dabei wirklich um sie handelte. Dabei sprang er auf und ab um einen Blick auf das schlafende Mädchen zu erhaschen. ,, Hör zu, ich will Miss Granger nur in ihr verdammtes Bett legen und dann will ich gehen. Ich habe keinerlei Interesse daran ihr etwas zu tun! Unser geliebter Direktor ist leider von uns gegangen und soweit ich weiß wurde diese Regel nicht erneuert. Also sei so nett und zeig mir ihr Bett!´´ , schrie er nun förmlich und der kleine Elf zuckte zusammen. Wie ironisch es doch war das er selbst Derjenige gewesen war, der Dumbledore am Ende, auf seinem Willen hin, getötet hatte. Für ihn war er schon immer ein Freund gewesen. ,, Gut Sir! Folgen Sie mir!´´, verbeugte sich der Elf vor ihm und führte ihn die Treppen hoch zu ihren Schlafsaal. Er erkannte sofort ihr Bett. Überall lagen Bücher. Er sah wie Dobby unschlüssig neben ihn stand, so als wüsste er nicht genau, ob er ihn mit Granger alleine lassen konnte. ,, Geh !´´ , fuhr er den Elf ein weiteres Mal an und mit einem lauten Knall verschwand der Hauself, aber nicht ohne sich vorher nochmal unsicher umzuschauen.
Vorsichtig legte er sie auf ihr Bett. Sie war schon die letzten Minuten immer unruhiger geworden und als er sie auf ihr Bett legte warf sie sich von einer Seite zu der anderen. Er beschloss das es nicht seine Angelegenheit war und drehte sich um, um zu gehen. Doch als er sie laut wimmern und sogar schreien hörte drehte er sich wieder um und sah sogar wie sie um sich schlug. Unsicher ging er zu ihr. Sie hatte Albträume und er wusste das diese sehr hart sein konnten. Er hatte ja selber beinahe jede Nacht welche, aus denen er schweißgebadet erwachte. Wider seines eigentlichen Plans versuchte er sie wiederholt wachzurütteln, doch sie reagierte darauf nicht und er musste aufpassen das sie ihn nicht mit den Schlägen traf. ,, Granger!´´ , schrie er laut, denn das war das Einzige, was er noch nicht probiert hatte und zu seiner Verwunderung öffnete sie ihre Augen. ,, Kein Grund gleich wach zu werden´´ , spottete er über sie und war mehr als schockiert über ihre Reaktion. Sie klammerte sich an seinem Arm und zerrte ihn zu sich. ,, Was wollen Sie noch? Denken Sie nicht Sie haben meine Anwesenheit heute genug genossen?´´. Doch sie reagierte auf seine ironischen Worte und schmiss sich in seine Arme, klammerte sich an ihn und fing an am ganzen Körper zu zittern. Er hörte wie sie zu schluchzen anfing und spürte wie ihre Tränen seine Kleidung durchnässten. Er war mit dieser Situation überfordert und nahm sie einfach in seine Arme und umarmte sie fest. Was war in dieses Mädchen gefahren? Noch vor einigen Minuten hatte sie sich gegen jeden Kontakt gesträubt.
Die Beiden saßen dort einfach mehrere Minuten in dieser Haltung. Sie weinte einfach hemmungslos weiter und er wusste einfach nicht wie er sich sonst verhalten sollte. Niemand, außer Lily, hatte sonst seinen Trost gesucht. Er war einfach kein Mensch für sowas und das zeigte er offen. Nur einmal hatte Lily sich in seine Arme gestürzt um sich trösten zu lassen und das war bevor sich dieser Potter sich über sie hergemacht hatte. Als er auf Hermine hinab sah bemerkte er das sie nun fast im selben Alter war wie Lily als sie gestorben war. Es war komisch und seltsam. Er betrachtete Granger eher immer noch als diejenige die sie gewesen war als sie nach Hogwarts kam. Er musste das ändern, es war ansonsten hinderlich für seinen Plan, denn sie war auch gedanklich mehr fortgeschritten und erwachsener geworden, als er gedacht hatte. Er merkte wie sie ruhiger wurde und ihr Gesicht von seiner Brust löste. Diesen Moment wollte er nicht. Er wusste das es jetzt unangenehm werden würde, sollte er bleiben und so machte er Anstalten zu gehen: ,, Da Sie sich beruhigt haben, kann ich nun davon ausgehen das Sie weiter schlafen werden und ich gehen kann. Ich wünsche Ihnen eine erholsame Nacht Ms. Granger´´. Er stand auf und merkte direkt wie jemand an seinem Hemd zerrte: ,, Bitte bleiben Sie noch ein wenig, Sir´´. ,, Wieso sollte ich. Sie sind doch wohl in der Lage Ihre Augen zu schließen?´´, meinte er sarkastisch, denn es war ihm deutlich unangenehm noch weiter zu bleiben und es irritierte ihn wieso es ihr nicht ebenfalls so erging und sah in ihr Gesicht, was an sich eine Erklärung zeigte. Ihr stand die Angst ihn ihr Gesicht geschrieben und sie versuchte es nicht zu verstecken. Er fragte sich was er hier noch sollte. Es ging ihn rein garnichts an woher die Kleine Angst hatte oder nicht. Dann viel es ihm wieder ein : die Wette. Es würde ihn noch Hals und Kragen kosten das er sich auf sowas eingelassen hatte. ,, Bitte, bleiben Sie. Nur so lange bis Jemand anderes kommt´´, bat sie ihn wiederholt. ,, Gut Miss Granger. Dafür schulden Sie mir etwas´´, knickte er, mit dem Gedanken bei der Wette, ein. Er blieb wo er war und starrte sie an. Sie saß dort, mit den Beinen zu sich heran gezogen und starrte auf einem Punkt auf ihrer Decke so als würde sie nachdenken. Sie sah so verletzlich aus. ,, Wissen Sie eigentlich das ich meine Eltern zu ihren eigentlichen Schutz vergessen lassen habe das ich ihre Tochter bin? Sie dachten sie hätten nie eine gehabt. Es war schlimm, aber es musste sein, ansonsten hätten die Todesser die umgebracht um Informationen zu bekommen. Es war alles ein Fehler. So ein Fehler. Ich hab alles falsch gemacht. Sie.. Sie haben sie gefunden und weil sie nichts wussten haben sie sie ….gefoltert und sich dann gegenseitig …umbringen lassen.´´, sie wischte sich mit ihren Arm über die Nase und schniefte. ,, Wissen Sie wann ich das erfahren habe? Im Krieg, als ich gegen den Todesser gekämpft hab, der sie getötet hat. Er fand es lustig auch gegen mich zu kämpfen und meinte er würde mich finden und töten, als er flüchtete. Meine Eltern starben, weil sie nichts wussten. Es war meine Schuld´´, erzählte sie bitter und die Tränen liefen weiter über ihr Gesicht. Er hatte schon viele solche Geschichten gehört, beinahe jeder hatte Jemanden im Krieg verloren, doch ihre Geschichte berührte ihn irgendwie ein wenig. ,, Sein Sie nicht so naiv Granger! So hart es klingt aber Ihre Eltern wären so oder so gestorben. Auch wenn sie etwas gewusst hätten, der Todesser hätte keine Gnade gezeigt und sie umgebracht. Was sie taten war vernünftig. Sie haben versucht Ihre Eltern zu schützen und das außergewöhnlich gut´´, versuchte er sie von ihrer Last zu befreien, ,,und denken Sie wirklich das sich hier in Hogwarts noch Todesser reinschleichen können?´´. Soweit er wusste waren nun sogar die Figuren behext worden alles Böse fernzuhalten. Granger hob ihren Kopf und schaute ihn nur mit ausdruckslosen Augen an. Er ließ sich nicht beirren und wich ihren Blick nicht aus. Das würde von Unsicherheit und Angst zeugen, welche er gegenüber ihr nicht fühlte. Plötzlich hörte er hinter sich Stimmen und Schritte vor der Tür des Saals. Er griff nach seinen Stab und sprach einen einfachen Tarnzauber, der ihn unsichtbar werden ließ. Er sah wie Granger verwirrt um sich schaute und zischte: ,, Tarnzauber, Miss Granger, sollten Sie doch bereits zu genüge kennen´´. Er ging zur Tür und wartete darauf das sie geöffnet wurde und schlich sich dann raus aus den Mädchenschlafsaal. Schon auf den Treppen hörte er laute Stimmen. ,, Komm schon. Sei doch nicht so´´, kam ein vertrautes Säuseln. Innerlich seufzend ging er die Treppen runter und war nicht allzu überrascht den Weasley Jungen über ein Mädchen gebeugt zu sehen, welches auf der Coach lag. ,, Nicht hier Ron´´, kicherte sie los. Snape musste seinen Würgereiz unterdrücken. Es war einfach abartig. Als der Junge dann auch noch seine Zunge in den Hals des Mädchens versengte konnte er beim besten Willen nicht mehr bleiben. Die waren schon beschäftigt genug damit sie nicht bemerken würden wie das Portal sich öffnen würde.
Erst in den Kellern nahm er den Zauber von sich. Er hatte heute genug erlebt und wollte keineswegs noch einen minderbemittelten Schüler oder ,,Kollegen´´ begegnen. Er beschloss noch eine kleine weitere Eintragung in das Buch zu machen und überprüfte seinen Trank. Er war letztendlich doch geglückt. Teils zufrieden ging er in sein Bett und hoffte einen weiteren Traum entgehen zu können.
