Hallo Liesl Snake und AnnaMA424!
Vielen lieben Dank für eure Kommentare! Mit Heil rauskommen wirds wohl heute nix werden, aber da muss Hermione jetzt durch! ;-)
Liebe Grüße Gaby
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„Das war alles nicht so wie … so habe ich das nicht gewollt!", kam es leise von ihr.
Sie hatte den ersten Schock überwunden und ihre Stimme wieder gefunden. Sie hätte ihren Augen trauen sollen. Es war keine Einbildung gewesen, als sie dachte ihn gesehen zu haben. Er war real. Mehr als das. Mühsam schluckte sie.
Immerhin hatte sie noch keine Ahnung wie er all diese Neuigkeiten verarbeitet hat und wie ihre Strafe aussehen würde. Severus Snape war nicht irgendwer. Jahrlang war er ein treuer Anhänger von Lord Voldemort gewesen. Er beherrschte dunkle Magie und soweit ihr das bekannt war, hatte er auch keine Hemmungen diese einzusetzen. Also blieb nur die eine Frage offen. Wie würde er ihr Vergehen ahnden?
„Wie dann? Sie sind davon ausgegangen das ich tot bin und das wars – habe ich recht?"
Stumm nickte sie mit dem Kopf. Es hatte keinen Zweck diese Tatsache zu leugnen.
„Es erschien mir für alle Beteiligten am Besten so und es würde auch niemanden verletzten."
Sie hätte sich Ohrfeigen können. Warum hatte sie nicht den Mund gehalten? Und warum musste sie immer so ehrlich sein? Sie hätte auch lügen, oder sich irgendeine Ausrede einfallen lassen können immerhin war sie gebildet und besaß einen wachen Verstand. Es konnte doch nicht so schwierig sein sich etwas Kreatives einfallen zu lassen. Aber wem machte sie etwas vor?
Sie bezog ihr ganzes Wissen aus Büchern. Ihr würde nur eine Notlüge einfallen, wenn es dazu ein entsprechendes Buch geben würde. Fest knallte seine Faust auf den Tisch und zugleich sprang er wutentbrannt auf.
„Niemanden verletzten? Was ist aus Ihnen nur geworden? Sie unterscheiden sich nicht im Geringsten von Voldemort. Er hätte genauso gehandelt!"
Erschrocken zuckte sie zusammen. Das saß. Es schmerzte sie, was er sagte, aber er hatte nicht unrecht mit seinem Vorwurf und sie hatte es verdient.
„Ich wollte ein Kind. Mein Sohn ist das Beste, was mir im Leben passiert ist!" Daran hielt sie fest. Die Liebe die sie für ihren Sohn empfand, machte all das was sie dafür getan hatte wieder wett. Das und die wahnsinns Nacht sie sie mit ihm verbracht hatte. Aber daran durfte sie jetzt nicht denken.
„Mein Wunsch war es Mutter zu werden und ein Kind zu haben."
Entschlossen reckte sie das Kinn nach vorne und verschränkte die Arme vor der Brust. Bis jetzt hatte er ihr noch nichts getan und schön langsam fand sie ihren Mut wieder.
„Und als einzig möglichen Vater wählten Sie mich aus? Warum konnten Sie mich nicht darum bitten?"
Was sollte sie ihm darauf antworten? Alles was sie dazu sagen konnte, würde ihre Situation nicht besser machen, sondern eher schlechter.
„Würden Sie sich selbst um etwas bitten?"
Ernst blickte sie ihn an. Er schien mit seinen Gedanken ganz woanders zu sein und im ersten Moment reagierte er nicht auf ihre Worte, weshalb sie es wagte ihm eine weitere Frage zu stellen.
„Hätten Sie ja gesagt, wenn ich Sie gefragt hätte?"
Darauf erwartete sie keine Antwort. Sie kannte sie bereits. Niemals hätte er sich darauf eingelassen. Er hätte ihr bestimmt niemals erlaubt seinen Körper zu erkunden und all die Dinge mit ihm zu tun, die sie getan hatte. Wie oft hatte sie an jene Nacht gedacht und sie in ihren Träumen wieder und wieder erlebt.
„Ich will an seinem Leben teilhaben.", verlangte er streng.
Vollkommen verblüfft betrachtete sie ihn. Damit hatte sie nicht gerechnet.
„Warum?", hauchte sie atemlos.
Er hatte nie geheiratet und soweit ihr bekannt war gab es, außer Harrys Mutter, keine andere Frau jemals in seinem Leben. Bis auf jene Nacht, war sie sich nicht einmal sicher ob er … ob er dazu fähig war das mit einer Frau zu tun, was er mit ihr getan hatte. Hitze stieg in ihr hoch, bei der bloßen Erinnerung. Sie musste diese Nacht endlich aus ihrem Kopf bekommen.
So besonders konnte sie auch wieder nicht gewesen sein. Hätte sie sich in den vergangenen Jahren mit anderen Männern getroffen, dann würde sie vermutlich gar nicht mehr daran denken, aber so hatte sie das erfolgreich verhindert. Sie klammerte sich an ein Hirngespinst. An etwas das es nur so einzigartig in ihrer Erinnerung gab.
„Sie können nicht hier bleiben! Sie müssen in ihre Zeit zurückkehren!", brachte sie mit bebender Stimme hervor.
Das alles hier war Wahnsinn und er war verrückt. Er wollte bei ihr sein und bei ihrem Sohn, aber aus welchem Grund? War das seine Rache? Wollte er sie so strafen?
„Nein, das muss ich nicht. In der Vergangenheit hat mein Leben geendet und hier werde ich es neu beginnen!", sagte er entschlossen und nahm wieder Platz.
„Wird man sich nicht wundern, dass Sie hier sind?"
Sie würde ihm nicht erlauben sich so einfach in ihr und in das Leben ihres Sohnes zu drängen.
„Bei meinem Sohn? Wohl kaum!", spott sprach aus seiner Stimme.
„Außerdem schulden Sie mir etwas. Sie haben mir etwas gestohlen und mir nicht einmal die Erinnerung daran gelassen!"
Schreckensbleich riss sie die Augen weit auf. Er konnte doch nicht das wollen, woran sie dachte.
„Eine Nacht! Ohne Magie und ohne Zaubertrank. Nur Sie und ich!"
Heftig stieß sie ihren Stuhl zurück, sodass er mit einem lauten Knall umkippte.
„Niemals!", keuchte sie atemlos.
Severus erhob sich ebenfalls und trat dicht an sie heran. So dicht, dass sie seinen Atem auf ihrem Gesicht spüren konnte.
„Ich kenne jeden Zentimeter deines Körpers. Ich habe gesehen, wie meine Hände dich berührten und wie du darauf reagiertest. Aber eines weiß ich nicht mehr. Wie es sich für mich angefühlt hatte!"
Aufgewühlt schnappte sie hektisch nach Luft. Sie war unfähig auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Was er verlangte, war unmöglich. Das konnte er nicht ernst meinen. Das war bestimmt nur ein Spiel. Er wollte sie nur in die Enge treiben um sich an ihr rächen zu können, anders konnte sie sich sein Ansinnen nicht erklären.
