Unglaublich aber wahr, ich sage wirklich schon wieder hallo. Wir sind schon bei Kapitel 6 ... wie die Zeit doch vergeht :-)
Eigentlich will ich gar nicht viel sagen. Ich hoffe, die Geschichte ist einigermaßen lesbar. Und ohne viele Stilblüten (wenn die doch mal vorkommen, tut mir das leid, aber ich bin immer zu faul alles neu zu schreiben, also lasse ich die immer drin ^^)
Wir nähern uns außerdem den Drarry-Momenten. Zwar noch nicht in diesem und auch noch nicht im nächsten Kapitel, aber bald wird mal einer auftauchen :-)
Länger will ich euch auch gar nicht aufhalten.
viel Spaß beim Lesen,
Eure GlowDraconis
Kapitel 6
„Okay, Potter. Dann teste mich mal." Draco sah den Gryffindor noch eine Weile an.
„Vorher will ich, dass wir wenigstens anfangen, uns beim Vornamen zu nennen, Draco", begann Harry. „Wir haben uns jetzt schließlich eine Weile am Hals. Da sollte man beginnen, die Feindschaft ruhen zu lassen."
Der Angesprochene verdrehte nur die Augen. Das konnte nicht alles sein, was er gewollt hatte.
Harry schüttelte den Kopf. „Sei's drum", resigniert setzte er sich auf einen der beiden Hocker. „Eigentlich wollte ich dich etwas fragen, unsere Mission betreffend. Da du an den Wahrheitszauber gebunden bist, zumindest noch für eine Weile, wirst du mir alles sagen, was du weißt. Verstanden?"
Draco sah ihn an, nickte. Er empfand es als kleinen aber doch mächtigen Vertrauensbeweis von Seiten Harrys, dass er ihn etwas bezüglich der Mission fragte. Vielleicht redete er sich das auch nur ein. Vielleicht will ich auch nur, dass es so ist … dass mir endlich jemand vertraut. Er schloss kurz die Augen, um diese Gedanken loszuwerden. Harry begann in der Zwischenzeit wieder zu sprechen. „Hermine wird es nicht gut finden, dass ich gerade dich darüber befrage", brabbelte er vor sich hin, „aber du gehörst jetzt ja schließlich quasi zum Team, wenn man so will. Wenn wir uns nicht vertrauen können, wem denn dann? Hermine wird mich umbringen, wenn sie erfährt, dass ich dir ohne, dass ich sie um Einverständnis gebeten habe, davon erzählt habe..."
„Komm zum Punkt, Harry." Verdutzt sah Harry Draco an, nickte aber. Die Nennung seines Vornamens musste ihn stutzig gemacht haben. Nach Dracos Reaktion vorhin hätte er nicht erwartet, dass der Slytherin darauf eingehen würde. Obwohl ich ihn gedanklich ja schon längst so nenne … Kaum vernehmbar seufzte Draco.
„J-Ja, du hast recht." Er suchte etwas in einer kleinen, mit perlen besetzten Handtasche. Als er Dracos gehässiges Lächeln bemerkte, wurde Harry kurz zornig. „Glaub bloß nicht, dass das meine ist, Ma-... Draco." Aber das lächeln verschwand nicht von seinem Gesicht und Harry suchte mit einem Seufzen weiter. „Aha!" Endlich hatte er gefunden, was er gesucht hatte und Draco bekam eine einzelne Seite Pergament zu sehen, auf der ein eigenartiges Zeichen prangte.
„Luna Lovegoods Vater hatte es um den Hals, als ich ihn das letzte Mal gesehen habe. Krum meinte, es wäre das Zeichen Grindelwalds. Genau genommen soll ich darüber nicht sprechen, aber ich habe es letztens in Godric's Hollow noch einmal gesehen, auf einem Grabstein", er hielt kurz inne um durchzuatmen. Anscheinend hatte er, ohne es zu bemerken, während des Sprechens die Luft angehalten. Das hat er früher schon immer getan, schoss es Draco kurz durch den Kopf, bevor Harry wieder ansetzte zu sprechen. „Ich habe mir gedacht, das wäre doch genau das richtige, um zu testen, ob du uns irgendwie helfen kannst. Ich meine, Grindelwald war einer der berüchtigsten Schwarzmagier seiner Zeit und naja … ich meine … ", er stockte, aber er musste auch nicht mehr sagen. Draco wusste, was gekommen wäre. Die Dunklen Künste sind ja mein „Spezialgebiet".
Er streckte die Hand aus, um das Pergament an sich zu nehmen und das Zeichen genauer zu begutachten. Als er es so direkt vor Augen hatte, glaubte er zu wissen, was es war. Er erinnerte sich daran, dass auch er es nur im Vorbeigehen in Godric's Hollow gesehen hatte, ihm aber keine weitere Beachtung geschenkt hatte. Er lächelte.
„Weißt du, was es ist?", Ungeduld schwang in Harrys Stimme mit.
Draco nickte langsam. „Ich glaube, ja", sein lächeln wurde breiter, echter. „Beedle der Barde ist dir ein Begriff?" Er sah Harry direkt in die Augen.
„Flüchtig", sagte dieser nur. „Ich bin unter Muggeln aufgewachsen, schon vergessen?"
„Richtig, wie konnte ich nur", ein leises lachen stahl sich aus Dracos Mund. „Beedle der Barde war Märchenerzähler. Und der erste, der sie aufgeschrieben hat in einem Sammelband. Eines der Märchen war „Das Märchen von den Drei Brüdern". Ich kann es nicht erzählen, darin … bin ich nicht gut", eine kurze Pause folgte, in der er kurz seinen Erinnerungen nachhing. „Jedenfalls geht es darin um drei Brüder, die den Tod umgehen wollen und sich die so genannten Heiligtümer des Todes beschaffen: Den Elderstab, den Stein der Auferstehung und der Tarnumhang des Todes. Alle drei gemeinsam machen den, der sie Besitzt, zum Herrscher über den Tod. Dieses Symbol hier", dabei tippte er abwesend auf das Blatt Pergament auf seinem Schoß, „zeigt die drei Heiligtümer vereint." Ein besorgter Gesichtsausdruck legte sich auf Dracos Antlitz. „Harry, sei dir gewahr, dass, wenn ihr die Heiligtümer sucht, Du-weißt-schon-wer auch auf der Suche nach mindestens einem davon ist. Er ist der festen Überzeugung, dass nur er den Tod besiegen kann, dass er allein die Macht über Leben und Tod haben sollte. Er … sucht den Elderstab."
„Den Elderstab?", Harry sah ihn an, fragend, unwissend. „Was genau tut der?"
Es wäre besser für dich, wenn du ein wenig mehr wüsstest, Harry. Wollte Draco eigentlich sagen. Doch der Wahrheitszauber hinderte ihn daran. Meinte er nicht, was er dachte? Log ihn sein Verstand an? Du wirst verrückt, Draco. So langsam aber sicher. „Der Elderstab ist der mächtigste Zauberstab, der jemals hergestellt wurde, schließlich ist er der Zauberstab von Gevatter Tod höchstpersönlich", begann der Blonde zu erklären. „Der Dunkle Lord glaubt, dass er mithilfe dieses Stabes die Macht der Zwillingskerne umgehen kann, die deinen und seinen Zauberstab verbindet." Er stockte kurz. „Mit dem Elderstab … wird er in der Lage sein, dich zu töten, Harry … so glaubt er."
Bei der Erwähnung der Zwillingskerne schluckte Harry, was Draco am Auf und Ab seines Adamsapfels bemerkte. Ob er etwas Wichtiges verschweigt? Auch wenn ich nicht in der dominanten Situation bin, um etwas zu fordern, würde mich das doch brennend interessieren.
„Der Elderstab also", nachdenklich strich der Gryffindor sich durch das zerzauste Haar und Dracos Augen hefteten sich dabei auf den Anblick der schlanken Finger, die die Haarsträhnen zwischen sich einfingen und in andere Richtungen legten, sie noch mehr verwuschelten und Harry ein verwegenes Aussehen gaben. „Und was hat das mit Grindelwald zu tun? Ich meine, was hat Grindelwald mit den Heiligtümern und mit mir, mit dir, mit ihm und mit dem ganzen Geschehen hier zu tun? Hat er den Stab oder eines der anderen Heiligtümer?"
Draco biss sich auf die Unterlippe, überlegte, wie er es sagen sollte. „Er hatte den Elderstab. Der Dunkle Lord hat ihn in seinem Gefängnis besucht, wollte den Stab von ihm zurück nach England holen, ihn für sich haben", er schluckte kurz. „Doch Grindelwald hatte ihn nicht mehr, was ihm zum Verhängnis wurde...Wo die anderen Heiligtümer sind, weiß ich nicht. Der Stein der Auferstehung ist schon lange verschollen. Und der Tarnumhang", bei diesen Worten sah er Harry noch intensiver an, „was ihn betrifft, habe ich eine Vermutung, dass er die letzten sechs Jahre in Hogwarts war und sich jetzt hier bei uns befindet."
Der Gryffindor sah ihn an, kurz mit fragendem Blick, bis er verstand. Er riss die Augen auf, seine Augen wanderten zu der kleinen Perlentasche und er flüsterte: „Der Umhang meines Vaters." Draco nickte. „Genau. Aber wie gesagt, es ist nur eine Vermutung."
Dann schwiegen die beiden erst einmal. Beide dachten darüber nach, was nun zu tun war. Irgendwann Stand Harry auf, lief im Zelt herum. Draco verfolgte jede seiner Bewegungen mit den Augen, kein Schlucken oder Blinzeln entging ihm. Wie ein Löwe im Käfig, dachte er. Es machte ihn schier verrückt, den Gryffindor so zu sehen, bis er es nicht länger aushielt: Er stand auf, stellte sich Harry in den Weg und legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter, um ihn in seinem Lauf aufzuhalten. Es half. Draco fühlte ein leichtes Kribbeln auf seiner Haut, doch versuchte es zu ignorieren, schluckte.
Harry sah ihn eine weile nur intensiv an, den Kopf leicht schief gelegt, kaute sich abwesend auf der Unterlippe herum. Sein ganzer Körper wirkte angespannt, selbst auf seinem Gesicht konnte man das erkennen. Auf seiner Stirn hatte sich eine Sorgenfalte mittig eingegraben, die selbst, wenn er die Stirn nicht bewusst runzelte, zu sehen war. Am liebsten wäre Draco mit einem Finger darübergefahren, allein schon, um ihn darauf aufmerksam zu machen. Was? Nein, nein, Draco, du willst Harry Potter nicht im Gesicht berühren! Sein Verstand schalt ihn einen Narren, verdrängte auch diesen Gedanken tief in sein Unterbewusstsein, das jetzt wohl schon zum Bersten voll sein musste.
„Weißt du, Draco", begann Harry nach einer Weile zu sprechen, „hätte mir vor wenigen Monaten jemand gesagt, dass du und ich heute hier in diesem Zelt stehen werden und du mir die geheimsten Pläne deines … Herrn … verrätst, ich hätte ihn wahrscheinlich verflucht." Er lachte kurz freudlos auf und legte jetzt auch eine Hand auf Dracos Schulter, was dem Slytherin einen erneuten Schauer über den Rücken jagte. „Ich hätte nie gedacht, dass du uns helfen würdest. Selbst unter einem vorgetäuschten Wahrheitszauber."
Draco sah Harry noch kurz tief in die Augen. Moment mal … „Vo-vorgetäuscht?", der Slytherin zuckte zurück, brachte einigen Abstand zwischen sich und den Schwarzhaarigen. „Was meinst du damit?"
Harry lächelte. „Hermine sagte mir, es gäbe keinen Wahrheitszauber, der länger als eine halbe Stunde anhält", dabei zuckte er mit den Achseln. „Die Halbe Stunde war schon nach unserem ersten Vieraugengespräch abgelaufen", wieder ein Achselzucken. „Ich musste aber weiterhin sichergehen, dass du mich nicht belügst. Also hab ich dich in dem Glauben gelassen, dass der Zauber noch eine Weile länger anhalten würde. Es war so geplant, Hermine hat mir geholfen."
Zornig funkelte Draco ihn an. Soviel also zum Vertrauen. „Ich dachte wirklich, ich stünde noch weiterhin unter diesem Scheiß-Zauber! Ich dachte, wir würden uns vertrauen, schließlich gehöre ich doch zum 'Team'!"
Harry verdrehte nur die Augen und zuckte wieder mit den Achseln. „Ich würde daher sagen: Prüfung bestanden, oder? Nicht nur Slytherins können hinterhältig sein, weißt du?" Draco schnaubte.
„Wie auch immer", Harry seufzte. „Ich glaube, das Essen ist fertig. Komm oder bleib, mir egal. Ich jedenfalls habe Hunger." Und er verschwand aus dem Zelt und ließ Draco noch wütend und verwirrt zurück. Hätte nicht auch er solchen Hunger verspürte, wäre er wohl wirklich geblieben.
Die drei hatten eine Weile schweigend gegessen. Draco hing, wie so oft in letzter Zeit, seinen Gedanken nach, die er dieses Mal nicht abschüttelte. Das hilft sowieso nicht.
„Wir müssen bald weiter", hörte er schließlich die Granger sagen. „Schließlich müssen wir die H- … die Mission vollenden, die Dumbledore uns aufgetragen hat."
Draco hatte den Beinah-Ausrutscher bemerkt und hob eine Augenbraue. „Was ist denn eigentlich die Mission? Auf was lasse ich mich hier ein?", skeptisch ließ er seinen Blick von Granger zu Potter wandern und wieder zurück. Beide sahen ihn nicht an. „Meint ihr nicht, ich habe ein Recht darauf, es zu erfahren?"
„Theoretisch...", begann Harry, doch bemerkte wohl Dracos wütenden Blick und konzentrierte sich wieder auf seine Suppe.
„Theoretisch?"
„Es ist nur so, dass … Dumbledore hat gesagt, ich solle niemandem, außer Ron und Hermine, von der ganzen Mission erzählen", Draco hörte ihn hart schlucken. „Naja, ich möchte das eigentlich einhalten …"
Draco schnaubte. „Schön", zornig stand er auf und funkelte Harry an, „wenn das so ist, kann ich auch wieder gehen. Ich werde mich nicht in irgendein dummes Abenteuer voller Gefahren stürzen, wenn ich nicht einmal über dessen Inhalt informiert werde."
Er wandte sich zum gehen. Typisch, aber was habe ich erwartet? Gryffindors sind doch alle gleich.
Er war schon beinahe an der Grenze des geschützten Bereiches angekommen, als er Schritte hinter sich herkommen hörte. Da brauchte es das gerufene „Draco, warte" nicht, um ihn zum Anhalten zu bewegen.
„Hör mal, du machst es uns wirklich nicht leicht", prustete Harry hinter ihm.
„Sagt der, der mich letztes Jahr mit Sectumsepra verflucht hat."
Er konnte förmlich spüren, wie Harry sich hinter ihm versteifte. „Du weißt genau, dass ich das nicht wollte", sprach er durch seine zusammengekniffenen Zähne hindurch.
Draco zuckte nur mit den Schultern und drehte sich um. „Wie auch immer", war alles, was er dazu noch sagte. „Was willst du noch? Ich wollte gerade gehen."
Harry verdrehte die Augen. „Wenn du immer schmollend wegrennst, wenn es Streit gibt, ist das echt nervig", fing er an, doch fuhr bei dem wütenden Ausdruck in Dracos Gesicht schnell fort, „aber was ich eigentlich sagen wollte war, dass wir deine Hilfe wahrscheinlich brauchen werden. Auch wenn ich dir wirklich nicht genau sagen kann, was wir tun, ist es wichtig, dass du bleibst, das spüre ich."
„So, so. Du spürst es", er lachte verächtlich.
Wieder verdrehte Harry die Augen. „Ja, wenn dir das nicht reicht, kann ich auch nichts tun."
Draco verschränkte die Arme. So leicht lasse ich mich trotzdem nicht auf eine mir unbekannte Gefahr ein! „Sag wenigstens ansatzweise was ihr … ich meine wir", puuh...daran muss ich mich auch gewöhnen, „vorhaben. Dann überlege ich mir, vielleicht doch zu bleiben."
Harry seufzte. „Mir bleibt ja nichts Anderes übrige, oder?", als Draco ihn nur weiter mit hartem Blick ansah, fuhr er fort. „Schön, aber komm erst zurück zum Feuer, Hermine soll hören, was ich dir sage."
Ein letztes resignierendes Kopfschütteln und die beiden machten sich auf den Weg zurück.
„Ah, hält Mr. Malfoy uns doch für würdig genug, um uns mit seiner Anwesenheit zu beehren", begann Granger eingeschnappt.
„Hermine, lass", Harry seufzte. Wahrscheinlich dachte er, dass es mit den beiden Streithähnen noch alles andere als lustig werden würde. „Wir müssen ihm von unserer Mission erzählen. Nicht alles", fügte er schnell hinzu, als Granger nach Luft schnappte. „Nur so viel, dass er weiß, was auf ihn zukommt. Du würdest das auch wollen, oder?"
Sie musste nachgeben, was Draco zu einem Grinsen verleitete.
„Gut", sie verschränkte die Arme, „dann fang an, Harry."
Er nickte, überlegte kurz, was er sagen durfte und konnte, holte Luft, und begann: „Dumbledore und ich haben letztes Schuljahr einen Weg gefunden, V-... Du-weißt-schon-wen zu schwächen", er sah Draco an, der jedoch (so hoffte er) keine Reaktion zeigte. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist er noch unbesiegbar, unsterblich, könnte man sagen." Draco hörte ihn schlucken und sah förmlich auf Harrys Gesicht, wie die Gedanken in seinem Kopf rasten, peinlich darauf bedacht, nicht zu viel zu verraten, aber ihn gleichzeitig zufrieden zu stellen. „Wir … wir müssen...", doch er wurde jäh unterbrochen.
„Ach, Harry, das hilft nichts, das ist zu kompliziert", Granger? Was hat sie vor?, „Dumbledore hat nur dir gesagt, du darfst nichts sagen, richtig?", auf das langsame Nicken Harrys hin fuhr sie zögerlich fort: „Nun … Ich darf", und damit wandte sie sich wider Erwarten Draco zu und erzählte ihm alles: Von den Horkruxen, die Stücke von Voldemorts Seele enthielten, den bisher gefundenen und zerstörten Seelensplittern und ihren bisher angestellten Vermutungen, was letzten drei verbliebenen Horkruxe sein konnten, dass sie aber ziemlich sicher waren, dass einer davon Nagini war .
Sowohl Draco als auch Harry starrten sie beide mit offenen Mündern an, beide konnten nicht glauben, dass sie soeben ihrem ehemaligen Erzrivalen vertraut und ihm alles erzählt hatte, was sie wussten. Selbst, wenn er nicht alles genau verstanden hatte, weil es einfach eine Flut von Informationen gewesen war, so wusste er doch jetzt eines: Er hatte sich auf ein Selbstmordkommando eingelassen.
Er bemerkte den erwartungsvollen Blick Harrys auf sich ruhen. Als ob er nicht wüsste, wie ich mich jetzt entscheiden muss. Soll er noch zappeln. Draco ließ noch einige quälende Minuten verstreichen, dachte nach.
„Egal, was auch geschieht", begann er dann langsam, leise zu sprechen, „ich kann jetzt nicht mehr zurück." Er sah die beiden Gryffindors mit neutralem Gesichtsausdruck an, drehte sich dann um und sagte nur: „Ich übernehme die erste Wache." Er musste nachdenken. Schließlich hatte er gerade sein sicheres Todesurteil unterschrieben. Als er hörte, wie Harry und Hermine leise ins Zelt krochen, legte er sein Gesicht kurz in seine Hände, Verzweiflung überkam ihn, die ihm auch noch ins Gesicht geschrieben stand, als er die Hände wieder senkte. Dass er dabei noch kurz von Harry Potter beobachtet worden war, der mit einem leisen, mitleidigen Seufzen endgültig im Zelt verschwand, hatte er nicht bemerkt.
