Es kann gut sein, dass morgen kein Kapitel kommt, weil ich heute keine Zeit zum schreiben werden habe. Ich muss nämlich im Haushalt helfen. :snief: Ich hab keine Lust!
Na ja, genug der Vorrede... hier das neue Kapitel...
Kapitel 6Missmutig starrte Hermine auf das, was Snape ihr als Essen hingestellt hatte. Katzenfutter! Man betone: KATZENfutter! Das konnte und würde sie nicht essen. Nie im Leben! Und wenn sie verhungern würde!
Snape hatte ihr Zögern bemerkt und sah sie fragend an. „Was ist? Stimmt irgendetwas nicht?", fragte er ahnungslos.
Sie knurrte nur leise. Nein, es war alles in Ordnung! Nahezu perfekt! Nun ja, es war wirklich besser als das, was sie in den letzten Tagen gegessen hatte. Sie schnüffelte an ihrem „Frühstück". Sollte sie das essen? Sollte sie auch diese weitere Erniedrigung hinnehmen?
Sie war von ihrem Professor gebadet, rausgeschmissen und angeschrieen worden, also reihte sich das doch problemlos ein. Doch schließlich siegte der Hunger und mit gerunzelter Schnauze kostete sie einen Fleischbrocken. Sie hätte ihn wieder ausgespuckt, wäre da nicht Snape gewesen, der sie mit gerunzelter Stirn beobachtete.
Wenn sie sich zurückverwandelt haben würde, würde sie ihm wohl erst einmal drohen müssen, kein Sterbenswörtchen darüber zu reden. Nun ja, vielleicht ergab sich ja bis dahin noch etwas. Das hoffte sie zumindest.
Als sie aufgegessen hatte, sah sie auf und bemerkte, dass Snape sich wieder auf seinem Sessel niedergelassen hatte. Er hatte etwas auf dem Schoß, das aussah wie ein Zeichenblock. Sie stutzte. Snape zeichnete?
Neugierig tapste sie auf ihn zu und legte ihre Vorderpfoten auf die Armlehne des Sessels um sehen zu können, was er tat. Sie schnaubte überrascht. Er zeichnete doch tatsächlich! Und das noch gar nicht mal so schlecht!
Mit schief gelegtem Kopf betrachtete sie den Drachen, der sich wie eine Katze zusammengerollt hatte. Alles in Allem strahlte er eine gewisse Ruhe aus, doch es war nicht zu verkennen, dass er trotzdem gefährlich war. Die Augen waren nur halb geschlossen und offenbarten eine Ruhelosigkeit, die sonst nur bei dem Zeichner des Bildes zu finden war.
Hermine kniff nachdenklich die Augen zusammen. Zeichnete er etwa sich selbst in der Gestalt eines Drachens? Möglich war es durchaus. Nachdem sie noch einmal genauer hingesehen hatte, war sie sich sicher. Der Drache besaß eindeutig einige Charaktereigenschaften, die auch Snape sein Eigen nennen konnte. Ruhelosigkeit. Mistrauen. Wut gegenüber von Störenfrieden. Und der Wunsch nach Sicherheit. Sie sah von dem Bild zu ihrem Professor und wieder zurück. Es bestand eine unleugbare Ähnlichkeit zwischen dem Bild und dem Zeichner.
Snape hatte ihre Verwunderung bemerkt und sah sie bewundernd an. „Du hast es bemerkt?", fragte er sie. Er hatte eine Augenbraue so weit hochgezogen, dass sie unter seinen schwarzen Haaren verschwand.
Sie miaute ihre Zustimmung und setzte ihre Vorderpfoten wieder auf den Boden. Sie war müde. Verdammt müde. Sie rollte sich wieder neben dem Sessel zusammen und schlief augenblicklich ein, allerdings nicht ohne vorher noch einmal zu beten, keinen Albtraum zu haben.
Snape saß in seinem Sessel und zeichnete fröhlich an seiner Zeichnung weiter. Es war, als würde er ein Bild von sich selbst, seiner Seele zeichnen. Er wusste nicht, wie viele Stunden insgesamt er schon an diesem Bild gesessen hatte, aber es waren einige, was recht ungewöhnlich für eine Bleistiftzeichnung war. Nach einer Stunde Arbeit mit verschieden harten, bzw. weichen Bleistiften legte er es zur Seite. Für heute hatte er genug gezeichnet.
Er lehnte sich zurück und rieb sich die Schläfen. Ihm war soeben eingefallen, dass in zwei Tagen die Schule wieder beginnen würde. Im Trubel der letzten beiden Tage hatte er es ganz vergessen. Ab morgen Abend würden die Stille in den Gängen wieder vom Geschnatter der Schüler vertrieben werden und es würde wieder Gryffindorschüler geben, denen er Punkte abziehen konnte. Das war wenigstens ein geringer Trost.
Er stand auf und ging in sein Labor. Er musste noch seine Kopfschmerztrankvorräte auffüllen, oder er würde schon in der nächsten Woche große Probleme haben, da der Direktor immer noch nicht die Angewohnheit abgelegt hatte, Slytherins und Gryffindors in Zaubertränke zusammenzustecken. Und Potter und Weasley würden ohne Granger noch schlimmer sein als die Rumtreiber, wenn das überhaupt möglich war. Aber wie er das Goldene Trio, nein Duo kannte, würden sie es garantiert schaffen.
Er wollte gerade den fertigen Trank in Glasphiolen füllen, als ihn ein brennender Schmerz durchfuhr. Er stöhnte. ‚Nicht jetzt!', dachte er, raffte sich allerdings auf und ließ den Trank in seinem Labor stehen, allerdings nicht ohne zuvor einen Zauber darüber ausgesprochen zu haben, damit er seine Wirksamkeit bewahrte.
Eilig holte er seine Todesserrobe und seine Maske und flohte in die Heulende Hütte um von dort aus zum Treffen zu apparieren. Es war völlig ungewöhnlich für Voldemort ihn am helllichten Tag zu rufen, aber warum wunderte es ihn. Der dunkle Lord wurde in letzter Zeit sowieso launischer. Man wusste nie, ob einen bei einem Treffen der Cruciatus- Fluch oder ein Lob vor der versammelten Mannschaft erwartete.
Wie immer war er einer der letzten, die zum Treffen erschienen. Doch wie gesagt nur einer der letzten. Der Letzte, der seinen Platz im Kreis um Voldemort einnahm war dieses Mal, man konnte es deutlich an der Statur des Todessers erkennen, Malfoy senior, was Snape sehr verwunderte. Normalerweise war Malfoy doch immer schon anwesend, wenn er selbst in den Kreis trat. Vielleicht würde er ja während des Treffens mehr erfahren...
... und seine Hoffnungen sollten erfüllt werden. Es stellte sich heraus, dass Malfoy Schuld daran war, dass Hermine oder die Schlammblütlerin, wie Voldemort sie nannte, entkommen war. Was Snape erleichterte, allerdings auch verärgerte, denn es wurde kein Wort darüber verloren, wie sie entkommen war. Es wurden auch keine Suchtruppen eingeteilt, die nach ihr suchen sollten. Sie wurde einfach als entflohen abgehakt, was Snape mehr als merkwürdig vorkam.
Doch er hatte andere Sorgen...
Eine Stunde, nachdem sie alle gerufen worden waren, schickte Voldemort alle wieder zurück, damit ihr Fehlen nicht zu auffällig war.
Snape wollte sich schon zurückziehen, als er die kalte Stimme seines Lords vernahm. „Du bleibst hier Giftmischer!", zischte er gefühllos.
Innerlich erschauderte der Zaubertränkeprofessor, doch er verbarg es gut. Er spielte diese Rolle nicht umsonst seit über siebzehn Jahren. Er kniete sich demütig auf den Boden und murmelte ergeben: „Jawohl, mein Lord!" Es lief ihm kalt den Rücken hinunter, als er den empfindungslosen Blick Voldemorts auf sich spürte.
„Weißt du warum ich dich noch hier behalte?", wollte Voldemort wissen, während er um Snape herumging.
„Nein, mein Lord!", erwiderte dieser in unterwürfigen Ton, was dem dunklen Herrscher ein seelenloses Lachen entlockte.
„Es gefällt mir, wenn du so untertänig bist, wo du doch nichts über deinen Stolz und deine Ehre stellst! Es ist so gegen deine Natur...", tönte seine Stimme durch den finsteren Raum, in dem das Treffen stattgefunden hatte. „Ich will, dass du mir einen gewissen Trank braust. Der Trank, der die Verwandlung eines Menschen in ein Tier wieder rückgängig macht! Wie viel Zeit wirst du benötigen?", zischte er.
Snape schluckte. „Einen Monat, mein Lord!", sagte er leise.
„Das muss schneller gehen!", fauchte Voldemort in wütend an. Das war das erste Mal, dass in seiner Stimme Emotionen lagen.
„Ich bedaure es sehr, mein Lord, aber es geht nicht schneller. Dem Trank müssen einige Zutaten hinzugefügt werden, die bei Neumond gepflückt werden müssen und dann noch eine Woche köcheln müssen. Ein Monat ist die kürzeste Zeitspanne." Er erwartete schon einen Cruciatus- Fluch, doch anscheinend hatte Voldemort ein Einsehen mit dem, was er sagte.
„Nun gut, einen Monat, aber nicht länger!", fauchte er und entließ ihn mit einer abfälligen Handbewegung.
Schnell aber nicht hastig stand Snape auf, verbeugte sich perfekt die Ergebenheit meuchelnd, die man von ihm erwartete, und apparierte wieder zur Heulenden Hütte. Was versprach sich Voldemort von so einem Trank?
Ende Kapitel 6 To be continued.…