Kapitel 6 - Euer Kleid ist wunderschön
Ich drehte mich um und erblickte Legolas, der unsicher im Türrahmen stand. „Kommt ihr?", wandte er sich an mich.
„Sicher, ich habe schon auf euch gewartet."
„Ihr sehr wundervoll aus, wenn ich das sagen darf", meinte er unsicher.
„Nur wenn ich das gleiche von euch sagen darf", sagte ich lächelnd als ich durch den Raum auf ihn zuschritt.
„Aber nicht so schön wir ihr, Sinye", lächelte er und streckte mir seinen Arm entgegen.
„Nein, noch viel schöner", grinste ich und hackte mich bei ihm unter.
Darauf hatte er nichts zu erwidern.
Ein Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht aus.
2 zu 0 für Sinye, dachte ich mir.
Auf dem Weg begegneten wir einigen Elben die auch auf dem Weg zum Fest waren.
„Guten Abend, schöne Frau", hörte ich eine Stimme hinter mir und krallte mich erschrocken in Legolas Arm.
Dieser sog erschrocken die Luft ein und blickte über die Schulter.
Ich blickte ebenso wie er über meine Schulter und sah einen lächelnden Gimli den Flur herauf kommen.
„Den wünsche ich euch auch, Herr Gimli", erwiderte ich.
„Solltet ihr eurer Begleitung überdrüssig werden könnt ihr gerne zu mir kommen", meinte er und fing sich dafür einen bösen Blick von Legolas ein.
„Na na meine Herren, wir werden jetzt doch wohl keinen Streit anfangen, wo doch eine so hübsche Dame in unsere Mitte ist", sagte Aragorn, der durch eine Tür zu meiner linken den Flur betrat.
Gimli und Legolas hörten sich auf mit Blicken zu erdolchen und sahen zu Aragorn.
„Nun da wir das ja auch geklärt haben können wir auch weiter gehen und nicht hier auf dem Flur Wurzeln schlagen, ich bin fruchtbar hungrig", schmunzelte er.
„Da stimme ich euch voll und ganz zu, Herr Aragorn. Ich komme gleich um vor Hunger." Und so setzten wir uns wieder in Bewegung und betraten kurz darauf den bereits gutgefüllten Festsaal und nahmen an einer großen Tafel Platz.
Legolas zu meiner linken Gimli zu meiner rechten und Aragorn mir gegen über.
Rechts neben Aragorn saßen bereits Merry und Pippin.
Elladan und Elrohir saßen am Kopf der Tafel.
Neben Elladan saß eine hübsche blonde Elbe.
Als alle Plätze an der Tafel besetzt waren erhob sich Elladan.
„Seid gegrüßt. Nun da wir uns alle hier zusammen gefunden haben, möchte ich zu allererst unserer Gäste willkommen heißen. Da wäre zum einen König Elessar mit einigen Kriegern aus Gondor. Mein Bruder Elladan, Herr von Lothlórien, mit Gefolge. Außerdem Merry und Pippin mit einigen Hobbits aus dem Auenland. Des weiteren Prinz Legolas von Düsterwald, sowie Gimli, Gloins Sohn und zu guter Letzt die Herrin Sinye, eine junge Frau, die nach Antworten sucht."
Bei jedem der genannten brannte kurzer Beifall aus, auch bei mir obwohl mich die meisten wohl gar nicht kannten.
„Nun da wir all unsere Gäste begrüßt haben, gibt es einige Sache bekannt zu geben. Als erstes und wichtiges möchte ich verkünden, dass Celume und ich den ewigen Bund eingehen werden", fuhr er fort.
Lauter Beifall und Glückwunsch-Rufe erklangen.
„Desweitern hat mir Elrohir bei seiner Ankunft mir geteilt, dass seine Frau schwanger ist", verkündete er, als wieder Ruhe eingekehrt war.
Und erneut erklangen Beifall und Glückwunsch-Rufe. „Und zu guter Letzt wünsche ich euch allen ein schönes Fest und guten Appetit." Damit war die Schlacht auf das Essen eröffnet.
Ich nahm mir dort eine Kleinigkeit und tat mir einen Löffel von dort auf. Die Speisen schmeckten vorzüglich, doch irgendwann war einfach kein Platz mehr da, wo noch etwas von dem guten Essen hätte hin passen können und so lehnt ich mich satt und zufrieden zurück.
Ich beobachtete Merry und Pippin die sicher immer wieder ihre Teller vollluden.
Schließlich lehnten sich auch die beiden zurück.
Einige der Elben erhoben sich von ihrem Platz und kamen kurze Zeit später mit Instrumenten zurück. Kurz darauf wurde erklang eine wunderschöne Melodie.
Elladan erhob sich um führte seine zukünftige Frau zum Tanz.
Wenig später folgten weitere Paare. Ich beobachtete wie sie beim Tanzen zu schweben schienen so elegant sahen ihre Bewegungen aus.
Im Augenwinkel sah ich, wie Pippin sich von seinem Platz erhob und um den Tisch herum kam.
Er blieb vor mir stehen und streckte seine Hand aus.
„Darf ich bitten", sagte er. Ich lächelte ihn an und legte meine Hand in seine ausgestreckte.
Als ich mich erhob und dem Hobbit auf die Tanzfläche folgte spürte ich die Blicke von Aragorn, Gimli, Legolas und Merry im Rücken.
Wir stolperte zwar an Anfang mehr über die Tanzfläche, aber wir hatten ungemein viel Spaß und nach einiger Zeit hatten wir auch eine guten Tack gefunden.
„Euer Kleid ist wunderschön", meinte Pippin schließlich.
„Danke, eure Kleidung ist aber auch sehr schön", erwiderte ich.
Pippin führte mich in eine Drehung und ich sah Aragorn und Legolas die immer noch zu uns herüber blickten.
Als das Lied kurz darauf endete führte mich Pippin zurück zu meinem Platz und Legolas erhob sich. Jedoch kurz bevor wir die Tafel erreicht hatten, trat Elrohir von rechts an uns heran.
„Wenn ich abklatschen darf", sagte er und Pippin reichte mich weiter.
„Nun, ich glaube der ein oder andere Elb in diesem Raum würde mich jetzt wohl gerne tot sehen, viele haben schon neidisch den Tanz zwischen euch und Pippin beobachtet, vor allem einer. Aber das habt ihr sicher selbst beobachtet."
„Nein, das ist mir nicht aufgefallen", erwiderte ich.
„Dann werde ich es euch auch nicht erzählen", grinste er.
Nachdem auch dieses Lied beendet war, holte ich mir erstmal einen Becher Quellwasser zur Erfrischung.
Wobei ich mehr als ein Angebot zum Tanz ablehnen musste.
Schließlich wurde es mir zu blöd und ich folgte einem dunkelhaarigen Elb auf die Tanzfläche.
Und erneut erschien es mir so, als wäre Legolas nicht sehr glücklich damit.
Nach dem ich gefühlt mir jedem zweiten anwesenden Elb getanzt hatte, spürte ich meine Füße kaum noch.
Als ich noch einen Becher mit Quellwasser holte begegnete ich Aragorn, der drei Krüge Mett in der Hand hatte.
„Die sind aber hoffentlich nicht alle für euch", scherzte ich.
„Nein, sicher nicht. Ich nehme für Gimli und Legolas mit. Gimli dürfte gleich von der Bank kippen, das ist schon sein vierzehnter. Was mich jedoch besorgt ist, dass es ebenfalls Legolas vierzehnter ist, auch wenn Elben viel vertragen ich glaube viel mehr sollte er nicht noch trinken. Und ich bin gerade bei meinem fünften Krug", sagte er und wäre beinah über seinen Füße gestolpert.
„Und so wie ich das sehe ist das auch mein letzter für heute", lächelte er.
Wir hatten den Tisch erreicht und Aragorn stellte die Mett-Krüge auf den Tisch.
Gimli griff gierig danach und kippte, nachdem er den Krug gelehrt hatte von der Bank.
Legolas griff zögerlich nach dem Krug und bevor Aragorn seinen Krug zur Hand nahm drehte er sich noch einmal zu mir um.
„Möchtet ihr Tanzen?", fragte er mich und bot mir seine Hand an.
„Als hätte ich das nicht schon genug", meinte ich legte dann aber meine Hand in seine und folgte ihm. „Hoppla", murmelte er, als er erneut stolperte. „Seid ihr euch sicher, dass ihr noch mit mir Tanzen möchtet?"
„Du", erwiderte er.
„Wie bitte?", wollte ich wissen.
„Es ist okay wenn ihr ‚du' zu mir sagt."
„Aber nur wenn du auch ‚du' zu mir sagst", sagte ich.
„Gut, dann zurück zu deiner Frage, ja ich bin mir sicher, dass ich mit dir Tanzen möchte."
„Nun dann, worauf warten wir dann noch." Mehr schlecht als recht tanzten der leicht angetrunkene Aragorn und ich über die Fläche.
Was doch auffiel, da die Elben alle noch ziemlich nüchtern waren.
Als wir kichernd an den Tisch zurückkehrten, war Gimli verschwunden, wahrscheinlich auf sein Zimmer und Legolas hatte Gesellschaft von Merry und Pippin bekommen.
Legolas griff gerade zu einem weiteren Krug Mett, doch ich nahm ihm den Krug aus der Hand und stürzte ihn herunter, was mir einen verwunderten Blick von Aragorn, Merry, Pippin und Legolas selbst einhandelte.
„Hey, das war meins", empörte sich Legolas. „Ich denke ihr hattet genug und ich will das ihr noch gerade stehen könnt wenn ihr mich jetzt auf die Tanzfläche begleitet", erwiderte ich und zog ihn hoch.
Er blickte mich reichlich dämlich an, nahm dann aber meine Hand und führte mich zur Tanzfläche. Dafür dass er, laut Aragorn, schon mindestens vierzehn Krüge Mett getrunken hatte, war er noch ziemlich nüchtern.
Im Gegensatz zu Aragorn, der schon nach vieren nicht mehr geradeaus gehen konnte.
Gegen Ende des Liedes, begann alles um mich herum zu verschwimmen.
