Ah, endlich Wochenende :) und endlich habe ich genügend Energie, dass ich mich mal wieder zum PC setze und weiterschreiben kann. Tja, in diesem Kapitel werden wohl einige Fragen beantwortet. Eigentlich wollte ich das ganze ja anders angehen, aber... wie so oft, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt G
Ich hoffe ich treffe mit diesem Kapitel wieder euren Geschmack und wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
Ich danke allen lieben Reviewern vom letzten Kapitel: kissymouse, maxine, lorelei, saby und jeanca
Kissymouse: schwierig zu sagen was Harry denkt, aber ich glaube nicht, dass er wirklich glücklich darüber war, ‚erwischt' zu werden, auf der anderen Seite ist ihm eigentlich wirklich schon fast alles egal. Da liegt der Hund begraben, aber vielleicht sagt er uns ja, was er sich bei der ganzen Sache alles denkt, in einem der nächsten Kapiteln Smile ;)
So nu aber genug gelabert Smile
Ich habe alles verloren,
Meine Eltern,
meine Freunde,
Meine Liebe,
Meinen Feind,
Doch das einzige, das ich bedaure,
Ist der Verlust von dir.
Das Schlimmste ist das Gefühl der Hilflosigkeit. Es legt sich eisern um einen, scheint einen fast ohnmächtig zu erdrücken und doch... niemals genug um zu weit zu gehen. Wie oft habe ich mir gewünscht, ich hätte die Dinge auf sich beruhen lassen, wie oft habe ich danach gefleht nicht zu wissen, was um mich herum vor sich ging. Doch keine Zuflucht wurde mir geboten, kein sicheres Terrain auf dem ich mich bewegen konnte.
Ich habe verloren ohne jemals gewonnen zu haben, ich habe versucht zu gehen ohne jemals von der Stelle zu kommen. Ich war gefangen in meiner Welt und wurde von einer anderen verschlungen. Ich versuchte zu helfen und verschlimmerte es nur noch.
Heute bereue ich die Dinge, die ich nicht sagen konnte, heute vermisse ich den süßen Klang der Stille, die mich einst umgab. Ich habe versucht die Probleme anderer zu lösen, habe versucht ihnen meinen Willen aufzuzwingen, und zu Letzt habe ich erkannt, dass all diese Dinge mich formten. Das ich ein Teil von ihrem Spiel wurde.
Erkenntnis, wurde mir einst gesagt, würde einen vor Fehlern bewahren, doch ich habe gelernt, dass gerade das Wissen um Geschehendes die Hölle, die einen unweigerlich verschlingt, nur noch unerträglicher macht. Wie sehr wünsche ich mir heute, ich hätte mit geschlossenen Augen dem Unglück entgegentreten können. Wie sehr wünsche ich mir, ich hätte nicht versucht etwas zu retten, dass nicht gerettet werden wollte.
Als ich erfuhr in welchen Kreisen Potter gelandet war, war nicht so sehr die Erkenntnis für den Verfall des Jungen das Schmerzliche daran, sondern vielmehr, dass ich meinen eigenen Status als Hoffnungsloser unter Verlorenen aufgeben musste. Ich erblickte einen Welt, die der meinen glich, und die dennoch um einiges Schrecklicher war, als ich jemals vermutet hatte.
Ich war so lange Zeit geblendet von meiner eigenen Verzweiflung, dass ich nicht mehr fähig war, meinen Zustand anderen zu zugestehen. Meine Verblendung in der ich mich so sehr hineingelebt hatte, wurde mit einem Streich davon gewischt. Das Leben durchströmte mich, nur um dann wieder aus mir zu flüchten. Wie ein gemeiner Scherz. Und doch wünsche ich mir selbst dieses Leben zurück, nur um nicht wieder zu der Stelle kommen zu müssen, in der ich mich jetzt befinde.
Die Dunkelheit schmiegte sich perfekt an die alten Gänge des Schlosses, füllten sie fast gänzlich aus. Und doch, war es nicht wie sonst. Fühlte sich der Zaubertränkemeister meist beruhigt allein durch die Gewissheit, dass er jeden Stein und jede Ecke in diesen Gemäuern kannte, so kam ihm am heutigen Abend, die Stille und Finsternis bedrohlich und beklemmend vor. Hinter jeder Biegung schien ein anderes Gesicht zu warten, eine weitere Erinnerung die er eigentlich ruhen lassen wollte.
Der ekelerregende Gestank von kaltem Rauch und billigem Fusel stieg ihm in die Nase, ließ ihn angewidert schaudern. Schon jetzt war Snape sicher, dass er diesen Geruch niemals wieder aus seinem Gewand herausbekommen würde. Das Beste würde wohl sein, wenn er die Klamotten einfach verbrannte, damit niemand mehr daran erinnert werden würde, was in dieser Nacht geschehen war.
Wie sehr sehnte er sich nach so einer einfachen Lösung, dass er einfach nur seine Bekleidung ausziehen brauchte und damit wäre auch das erschrockene Gesicht seines Schülers vergessen. Wie würde es von nun an weitergehen? Er wusste, dass er niemals für ein Gespräch mit Potter bereit sein würde, genauso wie er wusste, dass er es nicht ewig hinausschieben konnte. Wollte er dem Jungen wirklich noch helfen, würde er sich bald entscheiden müssen. Vielleicht war es bereits zu spät und es stimmt, was dieser andere Junge zu ihm meinte. Vielleicht war Potter wirklich schon zu tief um noch gerettet zu werden. Vielleicht waren sie alle schon viel zu tief um noch auf Erlösung zu hoffen.
Erlösung, welch einfaches Wort für etwas, dass schier unerreichbar zu sein schien. Etwas dem ein ganzes Leben gewidmet sein konnte und trotzdem war das Ziel niemals zu erreichen.
Endlich erreichte er den Eingang zu seinen Privaträumen und war etwas enttäuscht, dass Potter nicht davor stand. In gewisser Weise hatte er schon fast erwartet, wenn nicht schon gehofft, dass der Junge auf ihn warten würde. Einfach nur um ihn zu fragen, was er an solch einem Ort verloren hatte, was ihm einfiele ihm nachzuspionieren. Irgendetwas in dieser Art, einfach nur ein Zeichen, dass Potter noch interessierte was um ihn herum geschah.
Resigniert betrat der Zaubertränkemeister seine Gemächer und ließ sich mit einem Glas Whiskey vor dem Kamin nieder. Die wohlige Betäubtheit, die sich nach und nach durch die Wirkung des Alkohols in seinem Körper ausbreitete, ließ ihn wenigstens für kurze Zeit vergessen, welche Geheimnisse sich in dieser Nacht für ihn offenbart hatten.
Für einen kurzen Augenblick konnte er sich der Illusion hingeben, dass noch immer alles in Ordnung war, dass der Fall des Dunklen Lords noch nicht eingetreten war, und er immer noch ein Spion für die Sache des Guten war. Für einen kurzen Moment fühlte er diese innere Zerrissenheit, dieses Gefühl, das ihn durchströmte, wenn er im Auftrag von Dumbledore Menschen tötete. Und in dieser Zeit war er nicht nur ein unfähiger, ausgebrannter Zaubertränkemeister gewesen. In dieser Zeit waren auch die Gesichter der Kinder noch nicht zu emotionslosen Masken für ihn geworden. Angst und doch Hoffnung hatte sich darin gespiegelt, hatte ihm ein ums andere Mal gezeigt wofür es sich zu Kämpfen lohnte. In diesen Zeiten hasste er sein Leben, aber immerhin, er war noch zu diesem Gefühl fähig gewesen.
War der verzweifelte Kampf um das Leben seines Schülers nichts anderes als sein verzweifeltes Streben nach seiner eigenen Existenz? Seine Berechtigung weiter zu machen. Sich nicht vollkommen zu verlieren, in dieser Zeit des Friedens? Wie sehr er doch diese eigene Verlorenheit hasste. Alles war ihm genommen worden, sein Anrecht auf Leben, der Sinn, der ihn Tag täglich aufstehen ließ. Mit dem Tod des Tyrannen hatte auch er alles verloren. Und doch hatte er sehnsüchtig und fast schon bittend auf diesen Tag gewartet, diesen Tag, der auch das Ende seines Lebens kennzeichnete.
Immer wieder und wieder fielen ihm die Lider zu und nach geraumer Zeit gab er den Kampf gegen die Müdigkeit auf und sank in einen traumlosen von Alkohol geschwängerten Schlaf.
Das Schwierigste an dieser ganzen Situation war sich nichts anmerken zu lassen. Seinen Schülern, insbesondere Potter, gegenüber treten zu müssen und genauso ekelhaft und verbittert zu erscheinen, wie sie es von ihm gewohnt waren. Er gab sich seinen alten Gewohnheiten hin, schlug verbal umso öfter um sich. Verteilte Strafabzüge wie Professor Trelawney Todesvoraussagen. Doch immer mehr kam es ihm wie eine weitere sinnlose Bürde vor, die er einfach zu erfüllen hatte.
Er wagte kaum Potter anzusehen, nagte in ihm doch immer noch die Befürchtung, dass er weiter Zeichen des Verfalls erkennen würde. Weitere Hinweise darauf, dass er schon zu lange gewartet hatte. Dennoch konnte er den Jungen nicht ansprechen, fand einfach nicht den Mut sich der schon längst überfälligen Unterredung zu stellen, die er weiter und weiter vor sich hertrug.
Es verging eine weitere Woche in der Snape darauf verzichtete sich Potter auch nur zu nähern. Doch als der Platz von Potter eines Tages leer blieb, stieg in ihm eine ungewohnte Beunruhigung auf. Dieser verdammte Stuhl schien ihn zu verhöhnen, schien ihm vorzuhalten, dass er zu lange gewartet hatte. Das nagende Gefühl der Unsicherheit wurde im Laufe der Doppelstunde mit den Gryffindors zur Gewissheit. Etwas musste einfach geschehen sein, irgendetwas Schlimmes. Er hatte zu lange gewartet! Er war schuld daran, wenn dem schwarzhaarigen Jungen etwas zugestoßen sein sollte.
Zäh verging eine Minute nach der anderen. Doch das Ende der Stunde war in weiter Ferne, jedenfalls erschien es dem Zaubertränkemeister so. Seine innere Unruhe wuchs und als er schon fast glaubte, dass er diesen leeren Stuhl nicht mehr ertragen konnte, endete die Stunde.
‚Weasley!' rief er den rothaarigen Schüler zu sich.
Mit argwöhnischem Blick starrte der Rotschopf Snape an und setzte sich nur allmählich in Bewegung. ‚Ja, Professor?'
‚Wissen Sie warum Mister Potter sich gezwungen sah heute während MEINER Stunde mit Abwesenheit zu glänzen?' fragte der Zaubertränkemeister seinen Schüler ohne Umschweife. Er hoffte sehr, dass der Gryffindor nicht merken würde, dass er sich eigentlich nur Sorgen machte. Doch wie er Weasley kannte, würde selbst eine Tätowierung auf Snapes Stirn ihn nicht darauf bringen, dass irgendetwas nicht in Ordnung wäre.
‚Er fühlte sich nicht ganz wohl und hat deshalb beschlossen sich heute auszukurieren.' Antwortete der rothaarige Junge etwas zu schnell und zu sicher. Mit hochgezogener Augenbraue betrachtete der Professor seinen Schüler. Irgendetwas störte ihn an der Aussage. Etwas, das er nicht ergründen konnte. Es war reine Intuition, dennoch war er sich sicher, dass der Gryffindor nicht die Wahrheit sprach, oder womöglich etwas verschwieg.
‚Wo ist er jetzt?' fragte Snape in eisigem Ton.
‚Er ist auf meinem Zimmer... Damit er genügend Ruhe bekommt. Ich bin sicher, dass er schon in den nächsten Tagen wieder am Unterricht teil nehmen wird.' Auch wenn die Erklärung in sich vollkommen schlüssig wirkte, verließ den Zaubertränkemeister das Gefühl des Unbehagens keineswegs.
Langsam erhob er sich und ließ noch einmal einen eisigen Blick über die Züge des Gryffindor gleiten. Nur eine einzige Falte, die den Jungen verraten würde, er brauchte nur eine einzige Falte. Doch anscheinend sprach Weasley wirklich die Wahrheit, oder er war im Laufe der Jahre zu einem besseren Lügner geworden als Snape es jemals für denkbar gehalten hätte. ‚Ich werde mich selbst vom Gesundheitszustand von Mister Potter überzeugen!' ließ Snape trocken verlauten. Und zum ersten Mal entglitten dem Gryffindor seine einstudierten Züge. Ein leichter Schatten von Panik zog sich über das jugendliche Gesicht, entstellten es für wenige Augenblicke. Doch der rothaarige Junge fand seine Fassung sehr schnell wieder und nickte kurzangebunden. In einer anderen Situation hätte der Professor diese Begegnung wohl amüsant gefunden. Nicht nur, dass Weasley seine Erwartungen in ihn haushoch übertroffen hatte, er war auch noch zu einem sehr guten Schauspieler geworden.
Nur durch einen kurzen unbedachten Moment hatte der Gryffindor sich verraten, ansonsten hatte er eindeutig eine überzeugende Show abgeliefert. Erstaunlich wie sehr sich die Schüler im Laufe der Jahre doch verändert hatte.
Ohne den rothaarigen Jungen noch eines Blickes zu würdigen, ging Snape an ihm vorbei und begab sich in Richtung Gryffindor Turm.
Er wusste nicht, was ihn erwarten würde, wenn er Potter sehen würde. Vielleicht war wirklich alles einigermaßen in Ordnung und er war nur etwas kränklich. Vielleicht würden sich all seine Sorgen in Luft auflösen und sie würden wieder in ihre stumme Übereinkunft zurückkehren, in der jeder den anderen ignorierte. Doch mit jedem neuen Schritt den er in Richtung seines Zieles setzte, wurde er sicherer, dass es nicht so sein würde.
Nachdem das Portrait der Fetten Lady ihn als Vorstand der Slytherin anerkannt hatte, betrat er zum ersten Mal seit einer halben Ewigkeit wieder diese Räume. Er hatte immer die Fröhlichkeit hier verabscheut, die Zusammengehörigkeit, dieses seltsame Band, welches zwischen allen Angehörigen dieses Hauses gespannt zu sein schien. Und nur hier, in diesen Räumen war es stärker zu spüren als sonst wo. Vielleicht war es die Fremdartigkeit, die ihn immer wieder davor zurückschrecken ließ diese Räume zu betreten, vielleicht war es auch einfach nur die Gewohnheit. Doch heute erschien es ihm nicht wichtig.
Ohne auch nur eines der verdutzten Gesichter der anwesenden Schüler zu kommentieren, stieg er die Treppe in die Jungenschlafsäle hoch. Auch in all den Jahren hatte sich hier nichts verändert. Es war wie eine Zeitreise wieder hier zu sein. Dieselben Gerüche, die selben Laute, alles war beim Alten geblieben. Und wie auch schon Jahre zuvor wünschte sich Snape nichts sehnlicherr als weit weg von hier zu sein.
Schließlich stand er vor Weasleys Räumen und wappnete sich innerlich gegen alle möglichen Situationen, die ihn hinter dieser Tür erwarten könnten, nur um feststellen zu müssen, dass es sinnlos war. Egal was hinter dieser Tür war, er würde es nicht erwarten können.
Mit dieser Überlegung in seinen Gedanken umschloss er den silbernen Türgriff und drückte ihn nach unten.
Es dauerte einige Augenblicke bis der Professor registrierte, dass die hölzerne Türe verschlossen war. Mit hochgezogener Augenbraue betrachtete er die feine Maserung der Tür ohne sie jedoch wirklich bewusst zu sehen.
Mehr aus einem Reflex heraus griff er nach seinen Zauberstab und öffnete die Türe mit Alohomora. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und als die Türe knarrend auf die Seite schwang, schien es dem Zaubertränkemeister als würde sein Herzschlag einen Augenblick aussetzen um dann in neuer Intensität von vorne zu schlagen zu beginnen.
Der Raum war vollkommen verdunkelt, die schweren Vorhänge vor die Fenster gezogen. Die Luft war schwer und stickig, als wäre schon für einige Zeit nicht mehr gelüftet worden. Ein schweres Keuchen drang an Snapes Ohren. Mit einem weiteren Wink seines Zauberstabes schoben sich die Vorhänge auf die Seite und ließen gleißendes Sonnenlicht in den kleinen Raum. Fast wünschte sich der Zaubertränkemeister er hätte das Licht nicht hereingelassen, denn der Anblick, der sich ihm bot war genauso abscheulich wie erschreckend.
Potter lag mit den Knien an seiner Brust auf dem Boden. Die ehemals weiße Decke hatte sich um seinen ausgezehrten Körper gewickelt, ließ ihn noch verlorener aussehen als es ohnehin schon der Fall war. Potter zitterte am ganzen Körper, seine Augenlider flatterten unkontrolliert und das rasselnde Keuchen, dass sich seinen bleichen Lippen entrang hätte eher zu einem sterbenden alten Mann gepasst als zu einem Jungen in seinem Alter. Seine schwarzen Haare lagen schweißverklebt an seinem Gesicht.
Auch der Zaubertränkemeister begann am ganzen Körper zu zittern. ‚Weasley...' keuchte er tonlos. Ohne den rothaarigen Jungen gesehen zu haben, wusste er einfach, dass er hinter ihm stand, und als er ein ebenfalls tonloses ‚Ja?' hörte, wusste er, dass ihn seine Intuition nicht betrogen hatte. ‚Schließen Sie die Tür!' versuchte Snape mit gefasster Stimme von sich zu geben, nur um sein eigenes Scheitern zu hören. Noch immer konnte er den Blick nicht von dem vor ihm liegenden Körper wenden. Fast fürchtete er, dass der Junge wirklich im Sterben lag, und alles was ihn noch in dieser Welt hielt war der Blick des Zaubertränkemeisters. Würde Snape sich wegdrehen, würde der Junge aufhören zu atmen, würde einfach aufgeben und endlich besiegeln, wozu auch der Zaubertränkemeister beigetragen hatte.
Erst als er hörte, dass die Tür ins Schloss gefallen war, sah er sich imstande weiterzusprechen. ‚Wieso haben sie ihn hier eingesperrt?' fragte Snape ohne auch den geringsten Zweifel daran zu lassen, dass es anders sein könnte.
‚Was sollte ich sonst tun, Professor? Sie haben sich dazu entschieden zu ignorieren was aus ihm geworden ist, also musste ich doch handeln.' Mit unverhohlenem Erstaunen blickte Snape den rothaarigen Jungen an. ‚Ignorieren?' hörte er sich selbst leise erwidern.
Weasley schluckte einmal hart bevor er antwortete. ‚Ich hatte gehofft, wenn Sie wüsste, wo sich Harry herumtreibt würden Sie etwas dagegen unternehmen... doch Sie haben nichts getan, damit das aufhört, was er mit sich macht. Stattdessen ist alles nur noch schlimmer geworden.' Grüne, traurige Augen richteten sich auf den Zaubertränkemeister, und zum ersten Mal erkannte er auch in diesem Jungen ein Alter, dass weit über dem seines Körpers lag. ‚Der Brief...'
Mit einem leichten Nicken bestätigte der Gryffindor seine Vermutung. ‚Ich bin Harry selbst einmal gefolgt und bin dann auf diese Bar gestoßen. Doch...' Tränen sammelten sich in seinen Augen. Es war mehr als ersichtlich, dass ihm das Sprechen schwer fiel. ‚.. ich konnte ihm nicht helfen. Verstehen Sie? Ich konnte es einfach nicht!'
Wie lange wusste der Junge eigentlich schon, was mit seinem Freund geschah. Was musste in ihm vorgegangen sein, dass er sich zu so einem drastischen Schritt gezwungen sah?
‚Hier kann er nicht bleiben. Er braucht Aufsicht.' Erklärte der Professor knapp. Er wandte sich dem am Boden liegenden Gryffindor zu, und fühlte seine Stirn. Der Junge schien innerlich zu glühen und das immer noch andauernde Zittern verstärkte Snapes Besorgnis umso mehr.
Es war seltsam gleichzeitig den Sturm in sich selbst zu fühlen und doch zu wissen, dass es nur noch der sterbende Hall einstiger Gefühle war. Er bedauerte zutiefst was aus dem jungen Gryffindor geworden war, und doch musste er sich in erster Linie eingestehen, dass er tief in seinem Inneren nur sich selbst bedauerte.
Potter hatte alles um sich herum aufgegeben, hatte sich einfach nur noch fallen lassen, in dieses Nichts. Immer weiter und weiter trieb der Junge der vollkommenen Aufgabe entgegen.
Wie sehr er den Jungen bedauerte, doch noch mehr bedauerte er sich selbst. War sein Leben bisher nur gekennzeichnet von Leid und Hass, wurde es allein durch den Anblick des Jungen der Nichtigkeit preisgegeben. Diese Erkenntnis traf ihn härter als alles andere jemals zuvor und ohne es verhindern zu können, entstand ein Gefühl des Hasses gegen den Gryffindor. Hatte ihm Potter doch gezeigt, dass es allein seine eigene Unfähigkeit gewesen war, die sein Leben zerstörte.
Vorsichtig breitete er die Decke über dem Gryffindor aus und hob ihn hoch. ‚Ich bringe ihn zu mir... und Sie folgen mir, Weasley!' Ohne eine Erwiderung abzuwarten, verließ er den Raum und begab sich in Richtung seiner Privatgemächer.
TBC...
