Disclaimer: Die handelnden Personen und die Orte an denen diese Geschichte spielt, sind das geistige Eigentum von Joanne K. Rowling. Ich beabsichtige nicht mit dieser Geschichte Geld zu verdienen, sie dient lediglich der Unterhaltung. Mir gehören nur Jane Baker, Nicole Smith, Sarah Smith bzw. Black, Sophie Evans, Lucy Potter, Samantha Lestrange, Debbie Grant und Josh Black sowie einige unbedeutende Nebencharaktere


Die Rebellion des Phönixorden

Kapitel 6

Moralvorstellung


Die Arbeit an dem Krankenhaus schritt zu Janes eigener Überraschung recht schnell voran, nachdem es ihr und Madame Pomfrey erst einmal gelungen war, die Planung fertig zu stellen. Renovieren und einrichten gestaltete sich mit Hilfe von Magie sehr einfach und auch die wenigen Umbauten, die notwendig gewesen waren, wie etwa das verschieben von Wänden und stabilisieren des Gebäudes hatte sich nicht wirklich als Schwierigkeit erwiesen.

Es gab nun zwei Krankensäle, deren Betten durch Sichtschirme voneinander abgeschirmt werden konnten. Einen Vorratsraum, in dem Heiltränke und ähnliches aufbewahrt wurden und einen Aufenthaltsraum für die Heiler.

Das war der Punkt um den sich Jane am meisten Sorgen machte. Es gab nicht viele Heiler in Orden. Zwei ihrer Kollegen aus dem waren ebenfalls Mitglieder, das machte mit Madam Pomfrey vier Heiler und aus Erfahrung wusste sie, dass vier im Falle eines Großangriffs mit vielen Verletzten viel zu wenig war. Doch zunächst galt es ein anderes Problem zu lösen. Die Vorräte waren noch recht dünn gesät, doch zum Glück kannte sie einen sehr fähigen Tränkemeister, der bereits zugesagt hatte, sie damit zu versorgen.


Die Schutzzauber für Hogwarts waren fertig. Albus wollte sie noch einmal überprüfen, wozu er sich selbst hatte ausschließen lassen und versuchte jetzt recht erfolglos, seinen eigenen Schutz und den der anderen Lehrer zu durchbrechen. Ein überflüssiges Experiment, wie Severus fand, selbst wenn Voldemort begann ihren Schild zu zerstören, wurden sie gewarnt und konnten zusätzlich, zu der selbstregenerierenden Kraft der Zauber aktiv in ihre Wiederherstellung und Verstärkung eingreifen.

Doch wenn Albus diesen letzten Test wollte, so sollte er ihn haben, er selbst hatte sich um wichtigeres zu kümmern. Er warf ein wenig Flohpulver in den Kamin in seinem Büro und trat mit den Worten „Godrics Hollow, Potter Anwesen," in den Kamin.

Irritierte Blicke empfingen ihn, doch er überging diese und suchte nach Lucy.

„Was ist los, Snape?" fragte Potter, seine Stimme klang besorgt, offensichtlich glaubte er, dass Severus Ankunft schlechte Neuigkeiten bedeutete.

„Nichts besonderes," erwiderte er, „ich wurde lediglich gebeten, das Arsenal an Heiltränken für das neue Krankenhaus zusammen zu stellen, und da deine Tochter eine überaus fähige und ambitionierte Tränkebrauerin ist, etwas was man von dir nun nicht gerade behaupten kann, dachte ich sie hätte vielleicht Interesse daran, mir zu helfen."

Er hatte sich den kleinen Seitenhieb nicht verkneifen können, doch Potter ging nicht weiter darauf ein.

„Sie ist mit den anderen oben, ich hol sie."

Severus blieb mit verschränkten Armen am Kamin stehen.

Lily lächelte ihm zu, „Es ist nett von dir, dass du an sie denkst, ich glaube sie wird sich freuen."

„Hätte ich etwas anderes erwartet wäre ich nicht gekommen," versicherte er ihr, lächelte aber.

„Wie kommt ihr mit den Schutzzaubern voran?" fragte sie.

„Albus unterzieht sie einem letzten Test doch Morgen, spätestens Übermorgen, sollten wir die Schüler zurückholen können."

„Das ist gut, ich glaube Hogwarts ist sicherer als alles andere, selbst jetzt noch."

„Da könntest du recht haben. Nun ja, vom Fidelius Zauber mal abgesehen."

Endlich kam Potter zurück, gefolgt von Lucy, deren Vorfreude ihr deutlich anzusehen war. Sie hatte ihre Drachelederhandschuhe in einer Hand, für den Fall, dass sie mit giftigen oder ätzenden Substanzen arbeiten mussten.

„Brauch ich außer denen irgendwas?" fragte sie.

„Ich hab sonst alles," erwiderte er.

Er nickte Potter und Lily zum Abschied zu ehe er wieder in den Kamin stieg, gefolgt von Lucy. Deren Augen leuchteten regelrecht als sie mit Severus in die Kerker trat. Ein gewisser Stolz erfüllte ihn, als er daran dachte, dass er es gewesen war, der ihre Liebe zur Brauerei und die Präzision mit der sie arbeitete, in den letzten Jahren immer gefördert hatte.

„Was genau braucht Jane denn?" fragte Lucy.

Sie trug bereits die ledernen Handschuhe und brannte darauf mit der Arbeit zu beginnen.

„Jane braucht einen Vorrat aller wichtigen Heiltränke und Gegengifte. Also werden wir einiges zu tun haben. Traust du dir einen Blutreinigungstrank zu?"

„Ich denke ich krieg das hin," erwiderte sie.

Mit geübtem Blick holte sie das Rezept des Blutreinigungstranks aus seiner Rezeptsammlung. Alle hier aufbewahrten Rezepte waren Handgeschrieben und an der ein oder anderen Stelle von ihm verbessert worden.

Er beobachtete wie Lucy das Rezept konzentriert durchlaus, ehe sie mit der Arbeit begann, dann wandte er sich wieder seinem Skelewachs zu. Zuerst arbeiteten sie schweigend, ehe Lucy ein Gespräch eröffnete.

„Ich bin wirklich froh wenn wir in die Schule zurückkönnen, ich glaube zu Hause würde ich es nicht mehr lange aushalten."

„Wieso das?" fragte Severus überrascht, er hatte immer den Eindruck gehabt, das Lucy ihre Eltern und ihren Bruder über alles liebte und er verstand nicht, weshalb sie froh darüber war, dass sie wieder von zu Hause wegkonnte.

„Es kommt mir alles so eng vor, ständig sind Leute da, und außerdem halte ich es nicht mehr aus, dass Harry und Draco versuchen einander mit Blicken zu töten. Die Beiden machen mich am meisten wahnsinnig."

„Nur mit Blicken, ich hätte schwören können, dass sie sich duellieren, wenn sie so lange auf verhältnismäßig engem Raum zusammenleben."

Es wunderte ihn, dass die beiden Jungen die einander schon immer gehasst hatten, jetzt -und wenn man bedachte was Draco getan hatte- in der Lage waren ihr Temperament zu zügeln.

„Oh, das hätten sie auch beinahe. Besser gesagt Harry hätte Draco fast verflucht. Wie auch immer, ich hab Harry, Hermine und Draco zu einem Waffenstillstand verpflichtet, weil die Drei mich mit ihrer ständigen Feindseligkeit wirklich verrückt gemacht haben. Ich ertrag so was einfach nicht mehr, ich brauche das Gefühl von Sicherheit und Feindschaft im eigenen Haus sorgt nicht gerade dafür, dass man sich sicher fühlt."

„Eher weniger," stimmte Severus zu.

Es war erstaunlich, sie war so gleich und doch so anders. Früher hätte sie sich wahrscheinlich neben ihren Bruder gestellt und Draco ebenfalls verflucht. Ein hitziges Temperament lag den Potters im Blut und Lucy hatte da nie eine Ausnahme gemacht, bis jetzt. Doch manche Dinge hatten sich nicht geändert, ihre Schlagfertigkeit, die Art wie sie redete und ihr ganzes Auftreten.

„Nun, wie es scheint bist du ein wenig erwachsener geworden in den letzten Monaten, wurde auch Zeit," meinte Severus.

Sie streckte ihm die Zunge heraus.

„Oder auch nicht..."


Die Rückkehr der Schüler nach Hogwarts konnte, wie Severus gesagt hatte, bereits am nächsten Tag erfolgen. Die Ankunft aller Schüler samt Gepäck erfolgte in der großen Halle, wo einiger Tumult herrschte. Freunde fielen einander um den Hals, erleichtert, dass es den anderen gut ging.

Auch am Gryffindortisch umarmten Lucy, Ginny und Debbie einander, da Letztere in den wenigen Tagen seitdem sie so überstürzt die Schule verlassen hatten keinerlei Kontakt zu ihren beiden Freundinnen gehabt hatte.

Harry stellte fest, dass alle Gryffindors seiner Stufe zurückgekehrt waren und schnell waren er, Neville, Ron und Hermine in ein Gespräch mit Dean, Seamus, Lavender und Parvati vertieft.

„Meint ihr, sie werden einfach ganz normal weiter unterrichten?" fragte Parvati in die Runde.

„Na ja, die Lehrer sind, so wie es aussieht noch alle da und wir machen hier sicherlich keinen Urlaub oder so," meinte Seamus.

„Meint ihr wir werden praktische Verteidigung und duellieren lernen?"

„Bestimmt, egal wie sicher wir hier drin sind, wir können uns ja nicht den Rest unseres Lebens hier verstecken," meinte Dean.

„Ich denke auch," stimmte Hermine ihm zu, „und ehrlich gesagt glaube ich, dass allen hier wohler wäre, wenn sie in der Lage wären, selbst etwas gegen Todesser auszurichten, als immer nur auf den Schutz anderer angewiesen zu sein."

„Es ist grauenhaft was die Todesser tun," sagte Lavender, „sie haben schon in den paar Tagen öffentlich gemordet."

Sie stieß ein unterdrücktes Schluchzen aus und Parvati legte ihr tröstend einen Arm um die Schultern.

„Sie macht sich Sorgen um ihre Eltern, ihr wisst sie sind Muggel, und sie hat Angst, dass die Todesser ihnen etwas tun könnten."

„Ich hab ihnen erklärt was vor sich geht," schluchzte Lavender, „und gesagt sie sollen ins Ausland gehen. Irgendwo, wo die Todesser nicht sind, aber was ist, wenn sie nicht schnell genug sind?"

„Sie schaffen es schon," versuchte Seamus sie zu beruhigen, „meine Eltern fliehen wahrscheinlich auch ins Ausland, oder zumindest will Mum, dass Dad geht, er ist auch ein Muggel und weil sie von Reinblütern abstammt, hat sie Angst, dass sie und Dad jetzt auf deren Abschussliste stehen. Sie hat mich geradezu gedrängt zurück nach Hogwarts zu gehen, damit wenigstens ich in Sicherheit bin."

„Ja, war bei mir auch so. Und Dad meinte, er würde versuchen sich mit Dumbledore in Verbindung zu setzen, damit er sich dem Widerstand anschließen kann. Es wird doch Widerstand geben, oder?"

Dean der gesprochen hatte, sah Harry fragend an. Alle wussten, dass Harrys Eltern bekannte Auroren waren und rechneten damit, dass sie, wenn es Widerstand gab an vorderster Front stehen würden.

„Ich denke schon," erwiderte Harry, „aber natürlich sagen sie uns nicht alles, weil wir noch nicht Volljährig sind."

Er verdrehte genervt die Augen.

„Ich hab den Tagespropheten gelesen," sagte Parvati, „den haben sie auch übernommen, es war eine Kopfgeldliste drin, und du standest auch drauf Harry."

„Ja, ich weiß," sagte er nur.

„Warum? Versteh das nicht falsch aber im Grunde bist du doch ein ganz normaler Junge, wie wir auch," meinte Seamus.

„Ich schätze es hat damit zu tun, dass ich diesen Todesfluch überlebt habe, er sinnt einfach auf Rache," log Harry, der es inzwischen natürlich besser wusste.

„Bei uns allen stand nie in Frage ob wir zurückkommen," sagte Hermine, um das Gespräch wieder auf sicheres Terrain zu lenken.

„Dein Dad steht auch auf der Kopfgeldliste," warf Seamus ein.

Hermine nickte, „Rons Bruder und Nevilles Eltern auch und solange wir hier sind, sind wir in Sicherheit und kommen ihnen auch nicht in die Quere, wenn sie den Wiederstand aufbauen."

„Abgesehen davon müssen wir jetzt Malfoy nicht mehr ertragen," fügte Harry düster hinzu.

„Malfoy?" fragte Dean, „bei euch?"

„Jaah," Hermine seufzte schwer, „Sirius war der Einzige, der neben den Lestranges das Sorgerecht beantragen konnte, da Malfoy sonst keine Verwandten hat. Und deswegen hatten wir in den letzten Tagen das Vergnügen..."

„Was hat deine Schwester dazu gesagt?" fragte Parvati überrascht und blickte zu Lucy, die sich immer noch mit Debbie und Ginny unterhielt.

„Überaschenderweise kam sie damit am besten klar, sie hat ihn sogar verteidigt, damit ich ihn nicht verfluche."

„Passt gar nicht zu ihr," meinte Dean.

„Das dachten wir auch," erwiderte Harry ärgerliche.

Die Tatsache, das Lucy Malfoy verteidigte machte ihn immer noch wütend. Es erfüllte ihn allerdings mit einer gewissen Genugtuung, dass er Malfoy jetzt fast allein am Slytherintisch stehen sehen konnte. Außer ihm schien nur Blaise Zabini und ein paar jüngere Slytherins zurückgekommen zu sein. Und es fiel deutlich auf, dass der Slytherintisch der leerste der vier Haustische war.

„Ich glaube ehrlich gesagt..." begann Hermine, beendete den Satz jedoch nicht, da Professor Dumbledore sich erhob, der offenbar etwas sagen wollte.

„Ich bin froh zu sehen, dass ihr so zahlreich zurückgekehrt seid," begann der Schulleiter, „und ich hoffe, dass keiner von euch diese Entscheidung bereuen wird. Ich bin sicher, dass jedem von euch in den letzten Tagen aufgefallen ist, dass das neue Regime bereits drastische Änderungen durchgeführt hat. Zu diesen Änderungen gehört offenes Morden und ich habe die traurige Pflicht euch mitzuteilen, dass bereits einige eurer Mitschüler diesen Morden zum Opfer gefallen sind, die jetzt eigentlich ebenfalls hier sitzen sollten. Ich bitte um eine Schweigeminute für Ben Stanley, Rebecca Bauer und Josephine Bones und Teile ihrer Familien."

Alle kamen der Aufforderung der Schulleiters nach, mit gesenkten Köpfen und viele auch mit Tränen in den Augen.

„Der Tod dieser Menschen in so kurzer Zeit zeigt sehr deutlich, welche Politik das neue Regime verfolgt. Und diese Menschen sind bei weitem nicht die einzigen, die den Todessern bislang zum Opfer gefallen sind," fuhr Dumbledore fort, nachdem die Schweigeminute beendet war.

„Ich hoffe, dass Hogwarts für uns alle eine sichere Zuflucht sein wird. Wir, das heißt die Lehrer, haben unsere ganze Energie in den letzten Tagen darauf verwendet Hogwarts auf die uns bestmögliche Art zu schützen. Dieser Schutz umschließt das Schloss und die Ländereien. Hogsmeade ist nicht geschützt.

Ich weiß, dass einige von euch das Dorf öfter besucht haben, als es die offiziellen Besuchszeiten vorsahen. Ich bitte jeden von euch eindringlich, solche Besuche in Zukunft zu unterlassen. Todesser sind in Hogsmeade stationiert und sie werden nicht zögern, euch etwas anzutun. Für euch alle gilt, verlasst das Schlossgelände nicht. Viele von euch werden sich von der Außenwelt abgeschlossen fühlen, doch ich kann nur betonen, dass dies zu eurem eigenen Schutz geschieht."

„War doch klar, oder?" zischte Hermine, „natürlich können wir das Schloss nicht verlassen, sonst wäre das alles hier ja witzlos."

„Natürlich ist es euch gestattet Kontakt zu euren Familien zu haben, ihr müsst jedoch überlegen was ihr schreibt und wie häufig, denn zu rege Korrespondenz könnte eure Familien in den Fokus der Todesser rücken. Ich will euch nicht beunruhigen, sondern nur eure Wahrnehmung für die aktuelle Situation schärfen."

„Gut, dass Mum und Dad sowieso schon im Fokus der Todesser sind, da muss ich mir um Briefe die ich schreibe keine Gedanken machen," murmelte Neville.

Harry und Ron lachten leise, doch Hermine sah sie scharf an, offenbar ärgerlich, dass die drei Jungen die Sache so wenig ernst nahmen.

„Wir Lehrer," fuhr Dumbledore fort, „haben bereits erwartet, dass es bei eurer Rückkehr ein Ungleichgewicht zwischen den Häusern geben würde, daher haben wir beschlossen, eine Umstrukturierung vorzunehmen. Ihr werdet nicht länger nach Häusern unterteilt leben, sondern nach Jahrgängen.

Wir halten es für Sinnvoll, diese Änderung vorzunehmen, damit der Zusammenhalt unter euch gestärkt wird und ihr einander besser kennen lernt. Vorurteile und Feindschaften zwischen den Häusern sind das Letzte was uns in dieser Situation weiterhilft. Die Gemeinschaftsräume der Häuser stehen allen offen und auch die Haustische sollten nicht länger nur von den Schülern des entsprechenden Hauses genutzt werden.

Die Schüler der ersten und zweiten Klasse beziehen die ehemaligen Hufflepuff Räume. Die Dritt- und Viertklässler den Ravenclaw Turm, die Fünft- und Sechstklässler den Gryffindorturm und die Schüler der siebten Klasse beziehen die Slytherinkerker."

Harry konnte Fred und George Weasley sehen, die diese Ankündigung offenbar alles andere als amüsant fanden. Ihn selbst beschäftigte allerdings ein ganz anderes Problem.

„So viel zum Thema wir gehen Malfoy aus dem Weg," zischte er den anderen zu, „bei unserem Glück ist er wahrscheinlich sogar im gleichen Schlafsaal wie wir."

„Cho wird auch bei uns sein," sagte Ron, der Harrys Ex-Freundin bei den Ravenclaws entdeckt hatte.

Harry winkte ab, „Cho kümmert mich weit weniger als Malfoy, aber immerhin ist Lucy nicht bei uns, wenn wir ihn verfluchen wird sie also kaum was davon mitkriegen."


Missmutig machten Lucy, Ginny und Debbie sich auf in den Ravenclaw-Turm. Ihr Ärger lag nicht so sehr an der neuen Unterkunft, sondern vielmehr daran, dass sie nicht mit den Fünftklässlern zusammen waren.

„Aber Eigentlich können wir immer noch genauso viel Zeit mit ihnen verbringen wie vorher, wir schlafen ja nur getrennt von ihnen," versuchte Debbie die Stimmung ein wenig zu heben.

Doch im Grunde war sie mit der Einteilung genauso unzufrieden wir Lucy und Ginny.

„Ja aber sicher," meinte Lucy sarkastisch, „wird bestimmt auch das gleiche sein, wenn wir abends durch das halbe Schloss rennen müssen um zu ihnen zu kommen."

„Cho ist bei ihnen im Turm. Das gibt bestimmt noch ärger," meinte Ginny.

„Cho? Wer redet noch von der," meinte Lucy und winkte ab, „mit der ist Harry durch. Ich mach mir viel mehr Sorgen darum, dass er im gleichen Turm ist wie Malfoy."

„Die haben sich auch in den letzten Tagen nicht umgebracht. Aber mit Cho war er nicht mehr auf so engem Raum zusammen, seit sie Schluss gemacht haben," wiedersprach Ginny.

Lucy sah zu Debbie die ein verkrampft teilnahmsloses Gesicht machte. Sie musste an das denken, was Debbie vor ein paar Monaten gesagt hatte. Ginny und Harry. Aber an dem Verhalten der Beiden zueinander hatte sich nichts geändert und Lucy konnte und wollte sich die Beiden einfach nicht als Paar vorstellen. Aber Vielleicht hatte Debbie auch damals einfach überinterpretiert. Das war durchaus möglich. Und die Vorstellung von Ginny und Harry war einfach so... abwegig.

Trotzdem beschäftigte sie der Gedanke immer noch als sie zusammen mit den anderen Mädchen der vierten Klasse den neuen Schlafsaal im Ravenclawturm bezog. Neben den beiden anderen Mädchen aus Gryffindor, die ebenfalls zurückgekehrt waren, trafen sie noch drei Ravenclawmädchen in ihrem Schlafsaal an. Die Huffelpuffs und drei weitere Ravenclaws bezogen den zweiten Schlafsaal für Viertklässler Mädchen.

„Wäre mir lieber gewesen wenn sie die Gryffindors geteilt hätten," murmelte Ginny Debbie und Lucy zu, „auf Mary-Kate und Alica hätte ich echt verzichten können."

Die Beiden anderen nickten, diese Aussage konnten sie aus tiefstem Herzen unterstützen.


Neville, Ron, Harry, Dean und Seamus gingen, nachdem sie im Gryffindorturm angelangt waren die vertraute Treppe hoch.

„Wir sind sicher in unserem alten Schlafsaal, oder?" fragte Seamus. Neville blieb vor der Tür stehen. „Ja, aber so wie's aussieht sind wir nicht die einzigen," sagte er finster.

Ein Zettel war an die Tür gepinnt auf dem Stand:

Fünftklässler Gryffindor und Slytherin

„Zusammen mit den Schlangen?" fragte Dean entsetzt, „sind von denen überhaupt welche zurückgekommen?"

„Allerdings, Malfoy und Zabini," sagte Harry.

Er sah extrem wütend aus. Ron und Neville tauschten einen besorgten Blick sie kannten diese Launen Harrys und Beide fürchteten den kommenden Wutausbruch. Doch Harry stieß nur die Tür auf und marschierte zu dem Bett in dem er immer geschlafen hatte.

Zwei weitere Himmelbetten standen jetzt in dem Raum und alle fünf Jungs warteten wenig begeistert auf deren Besitzer. Malfoy und Zabini ließen nicht lange auf sich warten. Keiner von ihnen verzog eine Miene als sie den Raum betraten und die beiden verbleibenden Betten in Beschlag nahmen.

Dass sie keinerlei Reaktion auf den offen feindlichen Empfang zeigten trieb Harrys Wut noch ein wenig in die Höhe. Er wusste noch nicht mal auf wen er wütend war. Er sah Malfoy an, der seinen großen Koffer unter das Bett schob und sich dann lässig zu ihnen umdrehte.

„Netter Schlafsaal," meinte er sarkastisch, „wir werden uns sicher alle sehr wohl fühlen hier."

Harry sprang auf. Ohne auch nur an seinen Zauberstab zu denken packte er Malfoy grob am Kragen und stieß ihn gegen eine der Wände.

„Potter!" rief Zabini.

Harry konnte aus den Augenwinkeln sehen, dass er seinen Zauberstab zog. Doch noch im selben Moment waren vier weitere Zauberstäbe auf Zabini gerichtet.

„Halt dich da raus Zabini und pack deinen Zauberstab weg," sagte Ron.

„Und was jetzt Potter?" fragte Malfoy, „prügelst du dich mit mir."

„Das ist genau worauf ich seit Monaten brenne Malfoy."

Mit diesen Worten rammte er dem Slytherin eine Faust in den Magen. Der keuchte vor Schmerz auf begann nun aber endlich sich zu wehren, indem er Harry seinerseits einen Kinnharken verpasste. Fast genoss Harry den Schmerz, den der Schlag verursachte.

Das hier war worauf er seit Monaten gebrannt hatte. Das war die Rache, die es geben musste für das was Malfoy seiner kleinen Schwester angetan hatte. Er schlug Malfoy hart ins Gesicht, so das dessen Kopf gegen die Wand stieß und einen Moment dachte Harry Malfoy würde zusammenbrechen.

Doch dann stieß er Harry von sich weg um ihm gleich darauf zu folgen und ihn in den Magen zu schlagen. Die Prügelei wurde heftiger, irgendwann konnte Harry Blut schmecken und auch Malfoy blutete aus der Nase. Um sie herum wurde kein Wort gesprochen, die anderen wussten, dass dies eine Sache war die Harry und Draco nur untereinander ausmachen konnten.

Auch wenn Neville und Ron sich zusammenreißen mussten, denn wenn auch nicht ganz so stark empfanden sie doch das gleiche wie Harry. Irgendwann standen sie sich nur noch keuchend gegenüber, Harry hatte immer noch beide Hände zu Fäusten geballt. Er atmete schwer. Er fühlte, dass sein Auge zuzuschwellen begann und seine Lippe war aufgeplatzt.

Nicht ohne Genugtuung sah er, dass Malfoys Gesicht Blutüberströmt war und auch er wohl ein blaues Auge bekommen würde.

„Und, geht's dir jetzt besser Potter?" fragte Malfoy und zu Harrys Ärger schaffte er es immer noch überheblich zu klingen.

„Ist deine Nase gebrochen?" erwiderte er, „falls nicht würde ich gerne noch mal zuschlagen."

„Du hast diesem Waffenstillstand nur ihretwegen zugestimmt, oder?" fragte Malfoy.

„Ja, ich hab es nur getan weil sie es wollte und nicht weil ich eine Sekunde vorhatte dir zu vergeben."

„Das hatte ich von dir auch wirklich nicht erwartet Potter. Aber deine Moralvorstellung lässt zu wünschen übrig... du schließt einen Waffenstillstand und kaum ist deine Schwester außer Sicht setzt du ihn wieder außer Kraft, du bist wirklich ein ganz besonders goldiger Gryffindor."

„Hör zu du verfluchter Wichser," schrie Harry, „bei allem was du getan hast, ging es letzten Endes um mich. Ich war der den Voldemort töten wollte und du beschissener Mistkerl hast meine kleine Schwester da rein gezogen und sie als Mittel zum Zweck missbraucht. Du denkst du hast sie entführt, aber weil du gestanden hast und gesagt hast wo wir sie finden können ist wieder alles okay.

Aber es ist verdammt noch mal nicht okay. Hast du sie nachts schreien hören, weil sie einen beschissenen Alptraum hatte in dem sie von Voldemort oder deinen scheiß Eltern gefoltert wurde? Hast du gesehen wie sie Nachts schweißgebadet aufwacht und sich gehetzt umsieht und damit rechnet in diesem beschissenen Kerker zu sein? Wusstest du, dass sie Schweigezauber auf ihr Zimmer legt, damit niemand aufwacht wenn sie schreit? Also, frag dich mal wer von uns die falsche Moralvorstellung hat. Du hättest eigentlich schlimmeres verdient als eine blutige Nase und ein blaues Auge!"

Die beiden Jungen sahen einander an, in Harrys Augen glitzerte Hass. Es war Malfoy der den Blick abwandte und sich auf sein Bett setzte. Er sagte nichts, sondern betastete vorsichtig sein anschwellendes Auge.

„Nichts von alldem," sagte Neville, „verlässt diesen Raum, klar? Was Harry und Malfoy getan und gesagt haben geht Niemanden etwas an und wenn irgendjemand von euch auch nur ein Wort darüber an jemanden verliert, egal wer von euch, dann werd ich ihn verhexen so, dass er nie wieder ein Wort sagen kann."

Neville sprach sehr selten Drohungen aus, doch allen war klar, dass er es todernst meinte. Ron und Neville setzten sich mit auf Harrys Bett und beobachteten, wie er mit einem Taschentuch seine blutige Lippe betupfte.

„Danke," sagte Harry leise zu Neville.

„Manchmal ist es besser auch offensichtliche Dinge deutlich zu machen," erwiderte der weise. Ron blickte prüfend zwischen Harry und Malfoy hin und her.

„Ich finde er sieht schlimmer aus als du," meinte er.

Harry lachte leise. „Das will ich doch meinen. Ich hoffe nur Lucy kriegt ihn nicht allzu bald zu Gesicht, wenn sie sieht, dass wir Beide ein blaues Auge haben wird es ihr nicht schwer fallen eins und eins zusammen zu zählen."

„Und das wäre für deine Gesundheit alles andere als gut," beendete Neville den Gedankengang.

„Ja, gegen ihre Wut ist so ne Prügelei gar nichts."


AN: Es hat zwar ziemlich lange gedauert, aber ich hoffe, das neue Kapitel gefällt euch dennoch. Ich bin ziemlich zufrieden, vor allem fand ich, dass eine Konfrontation zwischen Harry und Draco fällig war, die nicht abgebrochen wird, bevor die Beiden wirklich aufeinander losgehen können. Im nächsten Kapitel kommt wieder mehr zu den Plänen des Ordens und der zum Teil etwas problematischen Umsetzung solcher Pläne.

Bis dann Sanny