Disclaimer: As usual.
*~*
So, ich hab es endlich geschafft ein neues Chapter fertig zu stellen. *erleichtert aufatmet* Sorry, dass es so lange gedauert hat und dass ich, obwohl ich vor kurzem versprochen hatte es schnell zu veröffentlichen, es erst jetzt mache. Ich musste mich mit einer Magen- und Darmgrippe, ein paar Klausuren und einem Referat herumschlagen und hab es einfach nicht früher geschafft. *um Verzeihung bittet*
Na ja, jetzt ist es ja fertig und ich gelobe Besserung! Das nächste Kapitel wird nicht so lange auf sich warten lassen, versprochen!
Apropos neue Kapitel, für diejenigen, die auch meine andere Story 'Eine unfreiwillige Bindung' lesen: Das neue Kapitel ist von der Rohfassung her fertig, es muss von mir nur noch ein wenig überarbeitet werden, dann wird es sofort online gestellt *hochheilig verspricht*.
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An dieser Stelle ein ganz dolles Dankeschön an meine herzallerliebste Beta Curlylein, die sich mit meinen vielen Wortwiederholungen etc herumschlägt! HDGGGGGGGDL *knuddel*
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Nun zu meinen lieben Reviewern:
@Curlylein: Sweetheart, danke, dass du mir immer so liebe Reviews schreibst! *ganz doll knuddel*
Tja, was ich an Hermines Stelle gemacht hätte, wenn Sev mich an die Wand gedrückt hätte? Hm, warum muss ich da bloß nicht lange überlegen? Ich schweife da auch in die NC-17 Welt ab...seltsam, warum nur??? *unschuldig schaut*
*hugs&kisses sendet*
@Herm84: Nochmals vielen, vielen Dank, dass du dir die Story durchgelesen hast, ich hab mich total über deine Review gefreut! *ganz doll knuddel*
Das mit Herm/Sev-Storys ist mir klar, ich lese ja mittlerweile ebenfalls vorzugsweise HG/SS-Storys. Wie oben schon geschrieben liefere ich auch bald den nächsten Teil zu meiner HG/SS-Story, aber erstmal hoffe ich, dass du Spaß an dem neuen 'DaI'-Teil hast! Du findest, dass ich Sev 'grandios' getroffen habe? *ganz stolz schaut* *kiss* Das freut mich!
Ich hab versucht in diesem Chap den SPC einigermaßen hoch zu halten, in den nächsten wird Sev auch wieder auftauchen und durchaus mit längeren Passagen, ich hab da noch so einiges mit ihm vor... *fies g* Und ja, aus Angie und Sev könnte durchaus, vielleicht, unter Umständen... etwas werden, mal sehen... *Geheimnistuerisch schaut* Könnte aber noch etwas dauern, aber lass dich überraschen...
Hm, soll ich an dieser Stelle wirklich etwas zu der BestAuthor-Liste sagen? Nun, ich denke, dass du wohl eher vor mir kommst... Aber um da jetzt keine längere Diskussion draus werden zu lassen, was ja durchaus passieren könnte, wenn ich da so an gewisse Reviews zwischen dir und Curlylein denke *g*, einigen wir uns darauf, dass wir ungefähr auf einer Höhe stehen, ja?
@Ilona: Danke für das Lob, freut mich, dass es dir gefallen hat! Ich hoffe, dass das neue Chap auch nach deinem Geschmack ist!
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So, jetzt genug der Vorrede, hier ist das neue Chapter:
*~*~*
7. Kapitel: Die ersten Hürden
- Es klingelte. - Angie rieb ihre Augen und reckte sich. Sie gähnte ausgiebig und drehte sich noch einmal um. Es war so gemütlich in diesem flauschigen, warmen Bett und sie konnte sich einfach noch nicht dazu durchringen, aufzustehen. Da sie gestern erst so spät gegessen hatte, hielt sich ihr Hunger ebenfalls noch in Grenzen.
'Ich bleib' einfach noch ein bisschen liegen. Nur noch ein bisschen...'
Faye schlug ungeduldig mit ihren Flügeln und piepte aufgeregt.
"Ist ja gut Faye, ist ja gut! Ich steh' ja schon auf!" stöhnte Angie und quälte sich aus ihrem Bett. "Nun beruhig dich endlich, ich geb' dir gleich etwas zu fressen und lass dich auch aus dem Käfig, so dass du herumfliegen kannst."
Sie holte aus einer Schublade ihres Nachttisches eine Packung Kekse raus und lief zu Faye herüber. Sie öffnete den Käfig und Faye flatterte glücklich heraus. Daraufhin drehte die Eule einige Runden durch die Räume und setzte sich dann neben ihren Käfig auf den Schreibtisch.
"Hier meine Kleine, möchtest du Kekse?"
Angie streckte Faye einen Keks entgegen, den diese fröhlich schnappte.
"Ich leg' dir die anderen hier neben den Käfig. Da du es ja nun geschafft hast, dass ich doch aufgestanden bin, kann ich mich ja nun auch schon anziehen. Ich geh dann mal baden. Du kannst dich ja so lange hier austoben, aber grab nicht die ganze Wohnung um, ja? Und nachher darfst du ganz raus."
Angie streichelte Faye noch einmal und ging ins Bad. Sie ließ das Wasser ein, gab eine Schaumbadlösung hinzu und suchte sich die Sachen heraus, die sie später noch benötigen würde, so wie z.B. Shampoo, eine Haarbürste und so weiter. Dann putzte sie sich ihre Zähne. Das Schaumbad war mittlerweile fertig und sie zog sich aus und legte sich ins Bad. Es war schön warm und entspannend. Der ganze Ärger des vorigen Tages fiel von ihr ab. Sie wusch sich die Haare und entspannte dann völlig. Sie wäre schon fast wieder etwas eingenickt, wenn Faye nicht auf einmal in den Raum geflogen gekommen wäre. Sie trug den Wecker in ihren Krallen und legte ihn genau vor Angies Augen auf die Fläche neben dem Bad.
"Was ist denn jetzt schon wieder, Faye? Sind dir die Kekse etwa ausgegangen? Und was willst du mit dem Wecker?"
Sie schaute Faye irritiert an.
"Ich weiß beim besten Willen nicht, was du meinst. - Ach du meine Güte, Albus wollte mich ja hier abholen! Und es ist schon so verflucht spät! Danke, Faye! Wenn ich dich nicht hätte, meine Liebe."
Angie sprang regelrecht aus dem Bad, trocknete sich ab, fönte und kämmte sich die Haare, schminkte sich und warf sich ihren Morgenmantel über. Dann huschte sie in ihr Schlafzimmer und machte den Kleiderschrank auf. Was sollte sie bloß anziehen? Nun hatte sie schon so viele Sachen mitgenommen und der ganze Kleiderschrank war voll und doch kam es ihr vor, als ob er ganz leer war. Sie wusste einfach nicht, wie sie sich entscheiden sollte. Einerseits waren die meisten Sachen in dem Schrank eindeutig Muggelsachen. Normalerweise hätte ihr das nichts ausgemacht, schließlich hatte sie ja die letzten Jahre als Muggel gelebt und kannte nichts anderes, aber wenn sie da so an diesen Snape dachte und daran, dass hier möglicherweise noch mehr von der Sorte herumliefen... Andererseits besaß sie nun mal nicht genug Sachen, die den Zauberersachen näher kamen, um sich immer an die anderen anzupassen. Um genau zu sein, traf diese Beschreibung so ziemlich auf keine ihrer Kleidungsstücke zu. Außerdem, wieso sollte sie sich gerade nach dieser unausstehlichen Person richten?
'Nein, nicht mit mir!' dachte sie und griff nach einem dunkelblauen, ärmellosen Kleid, das an der linken Seite hoch geschlitzt war. Ihr fiel auf, dass so ziemlich all ihre Oberteile und Kleider ein tiefes Dekolltée hatten, während sie sich ihr Kleid und die restlichen Sachen im Schrank näher betrachtete.
'Eigentlich nicht unbedingt passend, aber was soll's? Vielleicht gibt es hier ja auch noch nette Männer...'
Sie zog sich an und schon hörte sie auch ein Klopfen an der Tür.
"Angie, bist du fertig?"
"Ja, einen Augenblick, ich muss nur kurz noch Faye einfangen."
Mit diesen Worten hatte sie die Tür geöffnet und Albus trat ein. Faye saß mittlerweile auf Angies Schulter.
"Guten Morgen erst mal, " sagte Angie.
"Guten Morgen"
"Dann lass uns gehen."
Angie wollte schon gerade aus dem Raum, als Albus meinte: "Du hast etwas vergessen."
"Was denn?"
"Deinen Umhang. Auch wenn Severus Snape keinesfalls Recht damit hat, dass du hier nicht hingehörst, so solltest du dich trotzdem etwas anpassen - des lieben Friedens wegen."
"Stimmt. Wollte ich auch, hab ich nur leider wieder total vergessen. Da muss ich mich erst dran gewöhnen."
Angie ging also zurück und warf sich den Umhang über, wobei Faye kurz aufflatterte und es sich dann wieder auf Angies Schulter gemütlich machte. Dann gingen sie über die Gänge durch die Eingangshalle zum Speisesaal. Sie blieben vor dem Saal stehen und Angie schaute sich ihn genauer an. Er war riesig, noch sehr viel größer als die Eingangshalle. Der Saal war bereits brechend voll und alle redeten durcheinander. Sie sah überall Tische mit den Schülern der einzelnen Häuser, wie sie vermutete. Etwas davon entfernt war ein großer Tisch, an dem die einzigen Erwachsenen in diesem Raum saßen.
Albus deutete in die Richtung des Tisches und sagte: "Die anderen sind schon da. Ich war auch vorhin bereits kurz hier, um das Essen beginnen zu lassen und bin dann wieder weg, um dich zu holen. Ich habe dir einen Platz direkt rechts neben mir zugewiesen, ich hoffe das ist dir recht."
"Natürlich, solange ich nicht neben Snape sitzen muss..."
"Nein, musst du nicht. Aber ich würde es trotz deiner verständlichen Abneigung gegen ihn begrüßen, wenn du ihn zumindest vor den Schülern 'Professor Snape' nennen würdest."
"Wird mir schwer fallen, aber ich mach's dir zuliebe."
"Danke. Und nun komm, wir sollten uns für den Tag stärken. Außerdem möchte ich dich den anderen hier vorstellen."
"Gut, langsam werde ich auch hungrig. Aber ich möchte Faye noch kurz rauslassen. Ich glaube, sie braucht mal wieder etwas Bewegung."
"Dann lass sie am Eingang fliegen. Ich komme mit."
Die beiden gingen zum Eingangstor, Albus öffnete es und Angie schaute Faye an und gab ihr einen Schubs.
"Tob dich mal richtig aus, Faye. Wir frühstücken jetzt. Du kannst ja zurückkommen, wenn du genug hast."
Faye flatterte in die Lüfte, blickte sich noch mal kurz um und flog dann weg. Angie schaute ihr hinterher, bis sie sie nicht mehr sehen konnte.
"Dann lass uns reingehen. Ich hab dich vorhin schon kurz angekündigt, ohne Details zu verraten."
"Das heißt, die anderen wissen noch nicht, dass ich angeblich ein Muggel bin?"
"Nein, außer Severus hat es ihnen schon gesagt."
"Das kann ja heiter werden."
"Keine Sorge, glaub mir, sie sind nicht so."
"Na gut, dann mal los."
Sie gingen zurück durch die Eingangshalle zum Eingang vom Speisesaal. Angie hatte ein mulmiges Gefühl. Sie lief mit Albus vorbei an all den Schülern, die bei ihrem Anblick neugierig anfingen zu tuscheln. Dann kamen sie endlich am Lehrertisch an.
"Das ist Angelisa Jefferson, eine sehr gute Freundin von mir, die ich schon kenne, seit sie noch ganz klein war. Sie wird für ein paar Wochen unser Gast sein, " sagte Albus.
Alle am Tisch standen auf, um Angie die Hand zu schütteln. Snape warf einen verachtenden Blick zu ihr herüber. Dumbledore begann alle Anwesenden nacheinander vorzustellen. Die genannten Personen kamen zu Angie, um ihr die Hand zu schütteln. Sie lächelten alle, meinten, dass sie sich freuen würden, sie hier zu haben, erwähnten, dass man später mehr Möglichkeiten zum Reden hätte und setzten sich dann wieder.
"Angie, " begann Albus "darf ich vorstellen, das ist Madam Pomfrey, unsere gute Seele im Krankenflügel, sie kümmert sich um das körperliche Wohl von uns allen..."
'Gut zu wissen, wenn es mir dann mal nicht so gut geht kann ich mich bestimmt an sie wenden. Sie sieht ganz vertrauenserweckend aus.'
"...und das ist Mr. Filch, unser Hausmeister..."
'Irgendwie ist der mir nicht geheuer! Der sieht so - wie soll ich sagen? - komisch aus, irgendwie abschreckend, wenn er wenigstens nicht so einen grummeligen Gesichtsausdruck machen würde, o.k., es sah so aus als wenn er versucht hat zu lächeln, aber es war wohl eher ein etwas gequält aussehendes, erzwungenes Lächeln. Dem möchte ich lieber nicht nachts in einem dunklen Flur begegnen...'
"...Professor McGonagall, Lehrerin für Verwandlung und Hauslehrerin von Gryffindor..."
'Macht einen etwas strengen, aber sonst ganz freundlichen Eindruck.'
"...Professor Trelawney, Lehrerin für Wahrsagen..."
'Ähm, etwas gewöhnungsbedürftige Kleidung und die Brille, na ja, über Geschmack sollte man bekanntlich nicht streiten... Ist sie erkältet oder warum spricht sie so eigenartig und trägt die ganzen Schaals?'
Da aber auch sie lächelte, war Angie all dies im Grunde vorerst egal, so lange hier alle freundlich zu ihr waren, spielte es keine Rolle für sie, was für seltsame Erscheinungen die Leute hier auch sein mochten.
"...und Firenze, Lehrer ebenfalls für Wahrsagen..."
Angie war baff einen Zentauren vor sich zu haben. Sie mochte ja irgendwann schon mal einem begegnet sein, aber alles an was sie sich erinnern konnte waren die bunten Bilder, die Zeichnungen, die Märchenbücher für gewöhnlich ausschmückten und somit für die Kleinen interessanter machten. Es war schon beeindruckend einem in echt in voller Lebensgröße so einfach gegenüber zu stehen. Doch da sie sich dachte, dass dies hier wohl ganz normal war, beschloss sie einfach nur zu lächeln und vermied es ihre Verblüffung offen kund zu tun.
"...Hagrid, Lehrer für Pflege magischer Geschöpfe..."
'Man der ist aber groß, mehrere Köpfe größer als ich, doch er macht einen wirklich netten Eindruck'
"...Professor Binns, Lehrer für Geschichte der Zauberei..."
Bei der Vorstellung dieses Lehrers hatte Angie erst Bedenken, ob sie mit ihm klar kommen würde, denn sie musste missmutig feststellen, dass er ein Geist war, doch er war äußerst freundlich und so verschwanden ihre Bedenken bald wieder.
'Es war sowieso blöd von mir das mit den Geistern zu pauschalisieren, man kann die ja auch nicht einfach alle in eine Schublade stecken, es gibt da halt auch solche und solche' dachte sie mit einem etwas schlechten Gewissen, dass sie ihn so voreingenommen betrachtet hatte.
Und so ging es noch einige Zeit weiter, bis fast alle vorgestellt waren. Angie wurde aufgrund der fast durchgängigen Freundlichkeit aller Anwesenden immer wohler, die Angst, dass sie es unheimlich schwer haben würde, fiel etwas von ihr ab. Sie waren wenigstens nicht von Anfang an gegen sie.
'Trotzdem bleibt noch die Furcht, wie sie wohl reagieren werden, wenn sie erst einmal wissen, dass ich ein "Muggel" bin...'
"- und Professor Snape kennst du ja bereits, " sagte Albus und beendete hiermit die Vorstellung.
Snape war der einzige, der nicht lächelte. Er murmelte nur ein mürrisches "Hallo", schüttelte Angie hastig und angewidert die Hand und bemühte sich, so schnell wie möglich wieder an seinen Platz zu kommen.
Auch Angie und Albus setzten sich.
"Was verschafft uns die Ehre ihrer Anwesenheit, Miss Jefferson?" fragte Professor McGonagall.
"Nun, ich habe Albus nach langer Zeit wiedergetroffen und wir wollten unbedingt unsere Freundschaft wieder auffrischen. Dann hat er vorgeschlagen, ihn für ein paar Wochen nach Hogwarts zu begleiten, " antwortete Angie das Einstudierte.
Snape schaute genervt zu Angie herüber, seine Augen wurden mehr und mehr zu Schlitzen. Er streckte seine rechte Hand nach der Kaffeekanne aus - wohl um seine Tasse wieder aufzufüllen - ohne den Blick von Angie abzuwenden und stieß dabei immer wieder gegen Teller und Schüsseln, die bedrohlich zu wackeln begannen.
"Ich dachte, dass das die beste Möglichkeit wäre, mehr Zeit miteinander zu verbringen, da ich meine Stunden ja hauptsächlich hier verbringe, " ergänzte Albus.
Snape verdrehte seine Augen, anscheinend fand er die Fröhlichkeit, die herrschte und die öffentliche Freundschaftsbekundung unerträglich und überflüssig. Er hatte die Kaffeekanne mittlerweile ungefähr erreicht. Er schaute nur kurz zu ihr, um sich dessen zu vergewissern, dann funkelte er Angie wieder böse an. Als er nach dem Gefäß griff, führte es ins Leere und anstatt es zu erfassen, stieß er eine angrenzende Schale an, die sogleich scheppernd umfiel, die Kanne mit sich riss und zerbrach. Daraufhin verteilte sich nun eine Mischung aus Kaffee, Scherben und Rührei, das sich zuvor noch in der Schüssel befand, auf dem Tisch. Snape fluchte und warf abwechselnd wütende Blicke zu der über den Tisch schwappenden Brühe und Angie, so als ob sie an dem Schlamassel Schuld wäre.
Die Augen der anderen Anwesenden am Tisch richteten sich auf ihn. Bei einigen war ein leichtes Schmunzeln zu erkennen.
"Was haben Sie, Severus? Können Sie sich nicht damit anfreunden, dass wir für einige Zeit Besuch hier in Hogwarts haben werden?" fragte ihn Professor McGonagall.
Snape schaute sie nur böse an und seine Lippen kräuselten sich, während er mit ein paar Zauberstabschwenkern das angerichtete Chaos beseitigte.
"Ich denke, es liegt daran, dass Angie ein Muggel ist, " erklärte Albus und sagte dies in einem Ton, als wenn es das normalste der Welt wäre.
Für einen kleinen Augenblick herrschte völlige Stille am Lehrertisch.
Professor McGonagall ergriff als erste wieder das Wort: "Sie scherzen, Professor, oder? Es war noch nie ein Muggel in Hogwarts."
"Nein, ich scherze nicht. Angie ist ein Muggel. Gut, vielleicht ist es nicht gerade üblich einen Muggel hierher zu holen, aber es ist auch nicht total absurd. Angie hat entfernte Verwandte, die ein Muggel/Zauberer-Paar sind. Sie alle kennen sie, denn ich habe Ihnen schon viel von ihnen erzählt. Ich spreche von Gwendolyn und Melvin Larkins. Angie hat ein sehr gutes Verhältnis zu den beiden. Sie ist später in den gleichen Ort wie sie gezogen und da sie mehr oder weniger mit ihnen zusammen gelebt hat, ließ es sich nicht vermeiden ihr alles über die Zaubererwelt zu erzählen. Angie ist eine sehr vertrauenswürdige Person und ich sehe keinerlei Gründe, warum sie nicht ein paar Wochen hier in Hogwarts unser Gast sein sollte."
"Nun ja, im Grunde haben Sie ja natürlich Recht, Professor, aber es ist doch äußerst ungewöhnlich, " mischte sich nun auch Professor Flitwick mit seiner quiekenden Stimme ein.
Es ertönte ein zustimmendes Murmeln. Vorher hatten sich die anderen Lehrer relativ zurückgehalten, aber jetzt fing eine rege Diskussion zwischen ihnen über das Thema 'Muggel in Hogwarts' an. Alle tuschelten etwas verhalten und es dauerte einige Zeit bis dann wieder jemand direkt an Albus gerichtet sprach. Es war Professor Binns.
"Denken Sie nicht, dass es, bei allem Respekt, Professor, gegen Regeln verstößt, sie hier zu behalten? Nichts gegen Sie, Miss Jefferson, aber Regeln sind Regeln, " meinte er.
"Das habe ich bereits überprüft. Von da aus spricht auch nichts dagegen, " entgegnete Albus. "Hat noch irgendjemand besondere Bedenken, die er unbedingt äußern möchte?"
Bei diesen Worten hatte Albus Snape mahnend angeschaut.
"Nein? Gut, dann schlage ich vor, dass wir es erst einmal ausprobieren wie es läuft, wenn Angie hier ist. Ich würde mich freuen, wenn Sie alle sich bereit erklären würden, Angie mit in Ihren Unterricht zu nehmen, um ihr ein paar Einblicke in die Unterrichtsmethoden hier in Hogwarts zu geben."
"Alle, Albus? Muss das denn sein? Ich will unter keinen Umständen in den Unterricht von S- ähm Professor Snape!" fuhr es aus Angie heraus.
"Angie..."
"Nein, Albus, das kannst du mir wirklich nicht zumuten! Nicht nach gestern Abend!" sagte sie hartnäckig, sie wollte hier schließlich eine schöne Zeit verbringen. 'Ansonsten hätte ich auch gleich in die Wüste gehen können, da wäre es sicherlich erträglicher gewesen als in seinem Unterricht!'
"Ich habe auch kein Interesse daran, dass ein Muggel meinen Unterricht stört!" fauchte Snape.
Albus schaute etwas ratlos und bedachte Snape mit einem kurzen, bösen Blick.
"Schon gut, da kann man nichts machen. Aber außer Severus sind alle damit einverstanden?"
"Ja. Ich denke, dass das eine gute Idee ist. So kann sie sich für die Zeit ihres Aufenthalts hier besser integrieren, " sagte McGonagall und die anderen Professoren stimmten ihr zu.
Angie lächelte dankbar.
Snape saß währenddessen mit verschränkten Armen und einem missmutigen Blick in der Ecke und beobachtete die anderen.
"Gut, das freut mich. Dann könnte Sie Angie vielleicht heute den ganzen Tag begleiten, Minerva? Die nächsten Tage planen wir dann später."
"Selbstverständlich."
"Einverstanden, Angie?"
"Ja, ich freue mich, danke."
"Dann lassen Sie uns zu Ende essen und ich stelle dich dann danach der restlichen Schule vor, Angie."
Alle setzten ihr Essen fort und auch Angie nahm sich etwas.
Mit der Zeit brach das Eis zwischen Angie und den anderen am Tisch. Sie fingen an sich rege zu unterhalten, Angie erzählte ein wenig über 'ihre Vergangenheit' und ihr wurde einiges über Hogwarts berichtet, wie z.B. über Quidditch und Erlebnisse und Ereignisse, die etwas mit Zaubern und 'Zauberunfällen' zu tun hatten. Albus beobachtete dies mit Freude und einem Lächeln.
Der einzige, der mit dieser Situation absolut unzufrieden war, war Snape. Er stocherte in seinem Essen herum, warf immer wieder verachtende Blicke zu Angie und rutschte ungeduldig auf seinem Stuhl hin und her. Man merkte ihm an, dass er am liebsten sofort aufgestanden und aus dem Raum gegangen wäre, aber da Albus Angie noch den Schülern vorstellen wollte, konnte er nicht einfach so verschwinden. Angie, die sich erst sehr unwohl und fehl am Platz gefühlt hatte, wurde anfangs immer mulmig und es lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken, wenn sie einen dieser Blicke auffing. Da sie sich nun aber blendend mit den anderen verstand und sich äußerst wohl fühlte, hatten die Blicke Snapes ihre Wirkung verloren. Sie konnte darüber nur noch müde lächeln und dachte: 'Was für ein Idiot! Soll der doch machen, was er will, er ist der Außenseiter und nicht ich! Der kann mir mal gepflegt die Füße kraulen!!!' [A/N: Tribute to Curlylein *g*]
Nach einiger Zeit des Essens und fröhlichen Unterhaltens hatten alle ihren Hunger gestillt und Albus ließ das Besteck und das übergebliebene Essen verschwinden. Er stand auf.
"Steh bitte auch auf, Angie, damit man dich besser sehen kann, " sagte Albus leise zu Angie.
"Ich bitte um Ruhe, " rief er.
Das Getuschel verstummte.
"Ich habe Ihnen allen einen Gast vorzustellen, " fuhr er lauter fort. "Das ist Angelisa Jefferson. Sie ist eine sehr gute Freundin von mir und wird ein paar Wochen hier zu Besuch in Hogwarts bleiben. Ich habe sie hierher eingeladen, damit sie Hogwarts kennen lernt. Ich bin bemüht, ihr den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen und erwarte von Ihnen allen, dass Sie mich darin unterstützen."
"Hallo. Ich freue mich hier zu sein, " sagte Angie daraufhin, während alle Augen auf sie gerichtet waren.
Albus ergriff wieder das Wort: "Ach, noch eine Kleinigkeit - das hätte ich ja fast vergessen. Im Grunde ist es nebensächlich, aber für den Fall, dass Sie sich wundern sollten, warum Miss Jefferson nicht zaubert: Sie ist ein Muggel."
Ein Raunen ging durch die Menge der Schüler. Sie schauten sich verwundert an. Vor allem am Tisch von Slytherin wurde stark getuschelt und die Mienen der Slytherin-Schüler verzogen sich. Sie schienen keineswegs glücklich über die Zusatzinformation.
Albus sagte daraufhin: "Ich denke nicht, dass das ein Problem für Sie sein sollte. Falls doch, können Sie gerne später in mein Büro kommen und mit mir darüber sprechen. Des Weiteren möchte ich noch erwähnen, dass Miss Jefferson die einzelnen Lehrer in den Unterricht begleiten wird, um mehr über Hogwarts und die hier beigebrachten Zauberkünste zu erfahren. Sie begleitet jeden Lehrer jeweils für einen Tag, somit werden Sie sie im Unterricht vielleicht wiedersehen. Das wäre es soweit. Sie können nun gehen."
Das Getuschel, das, während Albus sprach, kurz verstummt war, ertönte nun erneut. Die Schüler verließen redend und immer wieder auf Angie schauend den Raum.
"Dann wollen wir auch mal, " sagte Albus zu den Lehrern. "Der Unterricht fängt ja gleich an. Ich gehe jetzt in mein Büro. Wir sehen uns dann später."
Er wandte sich Professor McGonagall zu: "Minerva, Sie nehmen Angie nun mit, ja?"
"Ja."
"Könnten Sie sie dann nach dem Unterricht zu ihren Zimmern bringen? Ich habe sie im Gästeappartement im Westflügel untergebracht. Sie kennt sich hier noch nicht so richtig aus und ich möchte nicht, dass sie sich verläuft."
"Natürlich."
Dann drehte er sich zu Angie: "Angie, wir sehen uns dann nachher beim Essen. Nur für den Fall, dass ich es später vergesse, ich hol dich morgen zur gleichen Zeit wieder bei deinen Zimmern ab."
"Gut."
"Schön. Bis dann."
Albus lächelte Angie noch einmal zu und verließ den Raum. Die Reihen lichteten sich auch am Lehrertisch. Die anderen standen ebenfalls auf und gingen an Angie vorbei, lächelten freundlich und sagten noch so etwas wie: "Wir sehen uns später." und/oder "Viel Spaß."
Nur Snape streifte sie noch einmal mit einem verachtenden Blick, bevor er sich eilig entfernte.
Auch Professor McGonagall und Angie verließen den Raum.
"Ich hoffe, Sie werden sich trotz des vielleicht etwas unangenehmen Anfangs hier in Hogwarts wohl fühlen. Es ist nur eine ungewohnte Situation für alle, einen Muggel hier zu haben."
"Ich denke schon. Mir gefällt es bis jetzt sehr gut hier. Ich kann verstehen, dass es für alle erst etwas gewöhnungsbedürftig ist, mich hier zu haben. Aber ich hoffe, dass man sich bald an mich gewöhnt hat. Ich finde das Kollegium sehr nett, na ja, bis auf Professor Snape, aber damit muss ich halt leben. Und wie ich mit den Schülern klar kommen werde, wird sich zeigen."
"Das ist schön. Sagen Sie, was ist eigentlich zwischen Ihnen und Professor Snape vorgefallen? Gut, jeder weiß, dass er nicht gut auf Muggel zu sprechen ist, aber warum haben Sie, nun, keine sonderlich hohe Meinung von ihm?"
"Ich habe mich gestern nach meiner Ankunft auf dem Weg von meinen Zimmern zu Albus Büro verlaufen. Es ist vielleicht, na ja, ein wenig peinlich, aber ich hatte mich durch einen Geist so erschreckt, dass ich geflohen bin und dann später durch wahlloses Rennen durch irgendwelche Gänge keine Ahnung mehr hatte, wo ich war. Ich landete in den Kerkern und habe dann hilfesuchend an einer Tür geklopft."
"An Snapes Bürotür?"
"Ja, leider. Denn er hat mir nicht geholfen, sondern mich gegen eine Wand gedrückt, so dass ich keine Luft mehr bekam, und in einer Tour angeschrieen."
"Sie Ärmste. Aber das passt zu ihm."
"Ich hatte Glück, dass mir Albus zu Hilfe kam. Er hat mich dann befreit und in sein Büro gebracht."
"Da hatten Sie wirklich Glück. Professor Snape hätte sie sicherlich nicht von alleine gehen lassen."
Angie und Professor McGonagall waren sich sehr sympathisch. Angie folgte ihr gerne in den Unterricht, denn sie hatte das Gefühl, dass es für sie sehr interessant werden würde und dass sie in Professor McGonagall eine neue Freundin gefunden hatte.
Und Angie behielt Recht. Die Stunden von Professor McGonagall waren spannend und aufschlussreich. Am Anfang einer jeden Stunde erinnerte sie die Schüler kurz daran, dass Angie dem Unterricht beiwohnen würde und die Schüler nahmen dies glücklich, missmutig oder gleichgültig hin. Angie bekam einen Sitzplatz in der letzten Reihe, hinter den Schülern. Zwischen den einzelnen Stunden kam sie nach vorne und unterhielt sich mit Professor McGonagall.
Die erste Stunde wurde die Verwandlung von einem Menschen in ein Tier gezeigt. Minerva McGonagall verwandelte sich in eine Katze und wieder zurück. Angie merkte, dass ihr die Unterrichtsstunden wirklich halfen, ihre Gedächtnislücken zu füllen. Sie war sich sicher, dass sie sich auch in ein Tier verwandeln konnte, aber auch, dass es keine Katze war.
Professor McGonagall erzählte einiges über die Verwandlung in ein Tier und alles, was mit Animagi zusammenhängt.
Nach dem Unterricht ging Angie zu ihr nach vorne.
"Interessant, dass sich Zauberer in Tiere verwandeln können. Dieses Verzeichnis, in dem alle Animagi aufgelistet sind, könnte ich das mal sehen?" fragte sie interessiert.
"Natürlich, aber warum?" fragte Professor McGonagall verwundert.
"Nur so aus reiner Neugierde. Vielleicht stehen da ja entfernte Verwandte von mir drin und ich kann die dann auf der nächsten Familienfeier mit meinem Wissen überraschen, " log sie überzeugend. Mittlerweile hatte sie sich daran gewöhnt, wer sie nun angeblich war und es fiel ihr nicht mehr so schwer zu lügen.
"Verstehe, " erwiderte Professor McGonagall schmunzelnd. "Ich bin mir sicher, dass Sie für den Fall, dass Sie jemanden Ihnen bekannten darin finden, Erfolg mit ihrem Vorhaben haben werden. Ich suche die Liste nach Unterrichtsschluss heraus und gebe sie Ihnen dann morgen."
"Danke."
Beide lächelten. Sie tranken noch zwei Tassen Tee. Es war eine gemütliche Atmosphäre und die Zeit verging wie im Fluge. Schon strömten die nächsten Schüler herein. Jeweils zur Hälfte Slytherins und Gryffindors. Die Gryffindors begrüßten Angie mit einem freundlichen "Hallo" und lächelten sie an. Manche Slytherins taten es ihnen gleich, es gab jedoch viele, die sie böse anschauten. Gut, sie kamen mit ihren Blicken nicht annähernd an Snape heran, bei dem sie sich immer wieder wunderte, wie man überhaupt einen derart bösen, durchdringenden, hasserfüllten Blick hinbekam. Aber immerhin, sie würde es nicht unbedingt leicht haben mit den Slytherins zurecht zu kommen.
'Man wächst mit seinen Aufgaben, ' dachte sie. 'Außerdem sitze ich ja einfach nur hier und es gibt immer Lehrer, an die ich mich im Notfall wenden kann.'
"Die Pause ist beendet. Lassen Sie uns mit dem Unterricht anfangen, " sagte Professor McGonagall zu den Schülern.
Angie machte sich wieder zur hintersten Reihe auf. Sie lief an den Schülern vorbei. Wie sie so durch die Reihen schaute verharrte ihr Blick plötzlich auf einem Jungen mit weißblondem Haar. Angie wusste erst nicht warum, aber es machte sich ein komisches Gefühl in ihrer Magengegend breit. Ihr Magen verkrampfte sich und es fiel ihr immer schwerer zu atmen, das, was nun wie Blitze durch ihren Kopf schoss, raubte ihr die Luft, es war als würde sie ersticken. Das Gesicht des Jungen begann zu verschwimmen, es wurde immer verzerrter und langsam verwandelten sich dessen Umrisse in die Umrisse eines männlichen Angesichtes. Die groben Züge waren gleich geblieben, die Ähnlichkeit zu dem Jungen war unverkennbar. Die Mimik des Mannes zeigte genauso wie die des Jungen tiefste Abneigung. Seine Augen waren kalt und mit dem weißblonden Haar, das fast nahtlos in eine fahle Gesichtsblässe überging, wirkte er wie eine Figur, die aus einem Eisblock geschlagen war. Angie begann zu frieren, die Kälte, die von dem Mann ausging, ging auf sie über und ließ ihr kalte Schauer über den Rücken laufen.
Langsam fingen die vorher wie eingefroren wirkenden Gesichtszüge an sich zu ändern, ein Hauch von Leben erwachte in dem in dem Klassenraum isoliert erscheinenden Antlitz. Die Umrisse des Körpers begannen sich im Raum nachzuzeichnen, sie wurden immer schärfer während das Zimmer, die reale Umgebung, mehr und mehr verschwand.
Die Illusion des Mannes, vorher nur wenige Meter von Angie entfernt, wurde plötzlich von ihr weggezogen und alles um sie herum drehte sich.
Es kam Angie wie eine Ewigkeit vor bis sie wieder auf festem Boden zu stehen schien. Sie schaute sich um. Es war dämmrig. Sie war auf einer Wiese in einer Waldlichtung gelandet, die sich auf einer Art Hügel befand. Von der Anhöhe konnte sie die Umgebung bis auf weite Entfernungen überblicken. Nicht weit von dem Wald entfernt konnte sie ein kleines Dorf erkennen. Dann richtete sich ihre Aufmerksamkeit wieder auf die weißblond-haarige Person. Sie suchte die Gegend nach ihr ab und erblickte sie schließlich rechts von sich in einiger Entfernung ebenfall in der Waldlichtung. Der Mann wirbelte etwas mit seiner rechten Hand hin und her, was einige Funken aussprühte und lachte gehässig. Das Lachen hallte in Angies Ohren wieder, es war kaum zu ertragen. Sie lief näher an ihn heran um besser erkennen zu können, was vor sich ging und hielt sich dabei die Ohren zu um das grässliche Geräusch aus ihrem Kopf zu kriegen, jedoch ohne Erfolg, es dröhnte ununterbrochen weiter. Als sie den Abstand auf nur wenige Meter verkürzt hatte, konnte sie erkennen, dass das Funkensprühende Etwas ein Zauberstab war. Angie folgte verunsichert dem Blick ihres Gegenübers, um endlich zu verstehen, was eigentlich passierte. Der Blick ging nach oben in die Luft. Über sich erblickte Angie schließlich einen weiteren Mann, der zappelnd in der Luft hing. Er lachte jedoch nicht. Im Gegenteil, erst jetzt hörte sie sein verzweifeltes und verängstigtes Wimmern, dass sich nun gemischt mit dem gehässigen Lachen des Zauberstabschwingenden Herrn seinen Weg in Angies Ohren bahnte um dort immer wieder und wieder zu ertönen. Bei dem Angstverzerrten Gesichtsausdruck des armen Teufels wurde ihr noch schlechter als es ihr ohnehin schon war. Sie musste sich sehr anstrengen um gegen das aufkommende Gefühl spuken zu müssen anzukämpfen.
Bisher waren ihre Flashbacks im Grunde positiv gewesen. Sie hatte sich an Dinge erinnert, die sie selbst erlebt hatte, Dinge, die ihr früher in ihrem Leben wichtig waren. Sie erinnerte sich daran, wer sie einst war und das sorgte sonst immer für eine Art Glücksgefühl, sie war dann meist in einer beschwingten Stimmung und war begierig darauf mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren. Doch dieses Mal war es anders. Diese grausamen Bilder, die sich jetzt in ihren Kopf drängten, hätte sie lieber nicht gesehen. Es war das erste Mal, dass sie die verborgenen Erinnerungen, die sich irgendwo verschlossen in ihr befanden, lieber dort gelassen hätte, wo sie waren.
Der Mann mit dem Zauberstab begann in seiner gehässigen Art zu sprechen, wobei seine sonst so kalten Augen vor Freude leuchteten:
"Nun, du Muggel, hast du Angst, ja? Möchtest du wieder festen Boden unter deinen Füßen haben? Soll ich dich vielleicht runterlassen?"
"Ja, bitte, bitte lassen Sie mich gehen" flehte der Schwebende.
"Na gut, ich will mal nicht so sein" erwiderte der andere mit einem Unheilverheißenden Grinsen woraufhin er den Flehenden tatsächlich unsanft auf den Boden stürzen ließ. Dieser brachte ein schmerzverzerrtes "Danke" hervor und versuchte zu fliehen. Doch schon wurde der Zauberstab erneut geschwungen und der Mann mit den weißblonden Haaren setzte wieder zu sprechen an: "Avada Ke-"
In Angie brach pure Panik aus, ohne dass sie genau wusste, warum. Irgendetwas in ihr sagte ihr, dass das tödlich sein würde und sie wollte schreien - schreien um ihn aufzuhalten.
"Malfoy, nein!" kreischte sie verzweifelt, doch die Personen um sie herum schienen sie gar nicht wahrzunehmen, sie zeigten keinerlei Reaktionen und so lief das Geschehen unbeirrt weiter.
"-davra"
Ein grüner Blitz schoss aus dem Zauberstab, traf den Muggel, der daraufhin mit Schmerz- und Angstverzerrtem Ausdruck starr zu Boden fiel und regungslos liegen blieb.
Malfoy lachte noch lauter und schrecklicher als zuvor während Angie den Tränen nahe war.
"Malfoy, verflucht, Lucius Malfoy, wie konntest du nur du verdammtes Arschloch!" schluchzte sie.
'Sein Sohn, Draco, dieser Bengel, hätte die Szene sicherlich mit Enthusiasmus beobachtet und begeistert applaudiert, wäre er dabei gewesen!' schoss es ihr durch den Kopf wobei sie ärgerlich das Gesicht verzog.
Mit diesem Gedanken begann erneut alles um Angie herum zu drehen während das Lachen Malfoy's weiterhin in ihrem Kopf nachhallte. In Bruchteilen von Sekunden befand sie sich wieder in dem Klassenraum und starrte in das Gesicht Draco Malfoy's, wie sie missmutig feststellte. Die Ähnlichkeit war einfach unverkennbar, das letzte Mal, wo sie ihn gesehen hatte, war er natürlich deutlich kleiner gewesen, aber er sah nun mal so wie sein Vater aus, über den Angie, wie sie erkennen musste, wohl mehr wusste als ihr lieb sein konnte. Sie erinnerte sich an ihn, sie hatte seinen Namen geschrieen.
Sie schaute sich im Zimmer um. Niemand schien etwas von dem, was sie gerade gesehen hatte, mitbekommen zu haben. Alle blickten unverändert wie auch zuvor drein, also konnten sie sie weder schreien gehört, noch konnte sie unendlich lange nur so da gestanden haben, auch wenn es ihr wie eine Ewigkeit vorgekommen war - das wäre aufgefallen und die Reaktionen wären dann anders. Sie setzte ihren Weg fort um die Illusion, dass alles ganz normal war, aufrecht zu erhalten. Innerlich jedoch tobte noch immer ein Sturm aus den verschiedensten Gefühlen in ihr. Das Bild des toten Muggels hatte sich festgebrannt und die Mischung aus gehässigem Lachen und verzweifeltem Wimmern wollte einfach nicht aufhören in ihrem Kopf nachzuhallen.
'Wenn mir derartige Bilder als erstes über diesen Malfoy ins Gedächtnis zurückgerufen werden, dann muss ich ja eine hohe Meinung von ihm haben und er ist bestimmt ein ganz liebenswerter Mensch, ' dachte Angie sarkastisch, sich innerlich wieder zu beruhigen versuchend während sie in Richtung hintere Reihe schritt. 'Und jetzt muss ich mich auch noch mit seinem wahrscheinlich total verzogenen Sohn hier rumschlagen!'
Und sie wurde wieder einmal bestätigt. Als sie an diesem Jungen vorbei ging, streckte dieser sein Bein so in den Gang, dass Angie darüber stolperte und flüsterte: "Blöder Muggel! Du hast hier nichts zu suchen!"
*~*~*
Das war's erst einmal wieder. Ich hoffe, ihr hattet Spaß! Ich würd mich natürlich total über eine Review freuen... *Dackelblick aufsetzt* Ihr könnt mich auch lynchen, wobei Lob auch immer wieder gerne genommen wird... *g* Hauptsache ihr schreibt was!
Den Cliffhanger habt ihr übrigens zum Teil Curlylein zu verdanken, die diese Stelle als Ende für das Chap vorgeschlagen hat, ich bin nur insofern daran Schuld als dass ich die Stelle gut fand und sie dann auch genommen hab... *Unschuldsmiene aufsetzt*
