Kapitel
7
"Hallo,
aufwachen, junge Dame.", mit diesem Worten wurde Annalisa geweckt.
Langsam öffnete sie ihre Augen und sah in das Gesicht eines
fremden jungen Mannes. Erschrocken quiekte sie auf, sprang aus dem
Bett und genau in die Arme des Mannes.
"Na,
na, na, nicht so stürmisch.", sagte er lachend, während
er Annalisa wieder richtig auf die Beine stellte. „Eigentlich bin
ich hier um sie zu beschützen und nicht um ihnen Angst zu
machen. Es tut mir leid. Ich wollte sie nicht erschrecken, aber es
wird zeit zum aufstehen, es ist früh am morgen."
Er
lachte wieder und sah Annalisa dabei in die Augen. Sie musterte ihn
misstrauisch. Er trug dieselbe Kleidung wie Streicher und hatte ein
markantes, aber freundliches Gesicht. Er verneigte sich leicht und
fing an zu erklären: „Mein Anführer Streicher schickt
mich. Ich gehöre zu den berühmt berüchtigten
Waldläufern. Aber sie brauchen eine Angst zu haben, die Leute
neigen zu Übertreibungen, wenn sie über uns reden.
Streicher hat mir aufgetragen mich um euch zu kümmern. Es gab
ein paar kleine Probleme und er wird später kommen."
Nachdem er ihr die Gründe seines hier seins genannt hatte, sah er sie erwartungsvoll an. Sie dagegen dachte nur: „Aragorn verspätet sich? Aber wann kommen denn dann die Hobbits? Hoffentlich ist nichts passiert. Hey der Kerl sieht ja ganz gut aus.", bemerkte sie und grinste leicht bei dem Gedanken. Sie wurde in ihrer Grübelei von ihm unterbrochen: „Habt ihr etwa eure Zunge verschluckt, edle Dame? Seltsam, schreien konntet ihr eben noch sehr gut."
Er
lachte wieder, auf eine freundliche und vertrauenswürdige Weise.
Annalisa riss sich zusammen und antwortete lächelnd: „Nein,
ich war nur überrascht von euerm auftauchen. Mein Name ist
Annalisa Fischer. Und wie lautet eurer?"
"Mein
Name ist Thoran, Therons Sohn. Annalisa ist ein ungewöhnlicher
Name, nennt man euch wirklich so, wo ihr herkommt?"
Annalisa
sah kurz an die Decke und dachte darüber nach, dass sie sich mal
für einen ihrer Namen entscheiden müsse.
Sie
sah ihn wieder an und antwortete: „Ich werde von den meisten
Serenity genannt."Er verneigte sich wieder: „Es ist mir eine
Ehre die Seherin Serenity kennen zu lernen."
Annalisa
wurde bei seinen Worten rot und lächelte schüchtern. Er
erhob sich wieder und ging kurz raus. Verblüfft sah sie zu wie
er eine große Kiste reintrug.
Während
er sich abmühte setzte sie sich auf das Bett und sah ihm zu. Sie
dachte nicht im Traum daran ihm zu helfen. „Soll er doch arbeiten,
ich bin doch schließlich die hilflose Frau."Nachdem er
fertig war, schloss er die Tür und öffnete die Truhe.
Gespannt
sah Annalisa hinein und sah das sie gefüllt war mit Stoffen,
wahrscheinlich irgendwelche Kleidungsstücke. Vorsichtig nahm
Thoran ein grünes Kleid aus der Truhe und legte es mit einem
lächeln auf den Lippen neben Annalisa auf das Bett.
„Los,
probiert es an. Ich glaube nicht, dass ihr weiter in diesem alten
Gewand rumlaufen wollt. Außerdem würde ich euch gerne die
Stadt zeigen...."
Er
ließ sie nicht zu Wort kommen und ging sofort raus.
Sie
sah sich das Kleid genau an und dann an sich herunter.
Das
Kleid war in einem dunklen grün gehalten und hatte lange Ärmel.
Es war schlicht und besaß keine Verzierungen, wirkte dennoch
sehr schön. Als sie sich das Kleid gerade anziehen wollte, fiel
ihr schmerzlich auf, dass sie mit dem Verband um den Arm gar nicht in
den Ärmel passte.
Schnell
zog sie sich wieder das Gewand über und ging zur Tür um
Thoran um Hilfe zu bitten, was sie nicht gerne tat. Normalerweise
hasste sie so etwas, aber diesmal konnte sie nichts machen.
Vorsichtig öffnete sie die Tür und lugte um die Ecke.
Rechts stand niemand und links auch nicht, doch von links hörte
sie Stimmen.
Der
Flur bog nach einigen Metern nach links ab und genau von da kamen die
Stimmen. Annalisa erkannte Thorans Stimme.
Sie
schlich sich dahin, Neugier war eine ihrer schlechten Eigenschaften.
Hinter der Ecke standen Thoran und ein ihr unbekannter Mann.
Sie
unterhielten sich zwar leise aber sehr energisch. Thoran sah nicht
gerade freundlich aus und bestärkte mit seinen Händen seine
Worte.
Plötzlich
schnellte die Hand des Fremden unter seinem Mantel hervor. Etwas
blitzte in seiner Hand und Annalisa zuckte zusammen, als sie den
Gegenstand als Messer erkannte. Sie bekam richtig Angst um Thoran,
doch der reagierte schnell und griff den Kerl an.
Er
schleuderte ihm das Messer aus der Hand und drückte ihn, mit
seinem Ellebogen am Hals, an die Wand. Erschrocken quiekte Annalisa
auf, doch hielt sich sofort den Mund zu und schreckte zurück.
Thoran wurde kurz von ihr abgelenkt und lockerte seinen griff als er
in ihre Richtung sah.
Der
Fremde nutzte diese Chance und stieß Thoran gegen die
gegenüberliegende Wand. So schnell er konnte rannte er weg.
Thoran sah ihm noch kurz nach und schüttelte dann verärgert
den Kopf. Er stampfte um die Ecke und hielt nach Annalisa Ausschau.
Er war sich 100%ig sicher das sie es war, die sie beobachtet und
gestört hatte.
Sie
stand aber nicht mehr im Flur. Die Zimmertür stand offen und
bestätigte seinen Verdacht. Er ging leise rein und dort sah er
Annalisa, die auf dem Boden saß, leichenblass und zitternd. Er
ging schweigend zum Bett und holte eine Decke, in der er sie
einwickelte. Sie stand noch unter Schock.
Da sie eine Seherin war, vermutete er, dass sie vorrausgesehen hatte, dass ihm etwas passieren würde und wollte ihm deswegen helfen. Das erklärte zwar nicht ihren Schock, doch es war ihm egal, was der genau Grund war. Jetzt galt es erst mal sie wieder zu beruhigen. Anscheint war sie keine Gefahr gewöhnt und war deswegen so geschockt, dachte er.
„Beruhigt euch, so eine Szene braucht euch doch nicht zu erschrecken. Ihr müsst keine Angst haben, keinem wäre etwas passiert, obwohl er es verdient hätte.", knurrte er. Annalisa hatte sich wieder gefasst. Sie war einfach nur geängstigt, da sie nicht erwartet hatte, das die Gefahr für sie so groß sei. Ja, sie war sich sicher, das dieser Angriff auf Thoran in irgendeiner Weise etwas mit ihr zu tun hatte. „Was ist denn mit dem Mann los, dass ihr so erschreckt seid?", fragte er sie ruhig.
Annalisa
schwieg kurz, fing dann aber an zu erzählen: „Ich habe diesen
Mann erkannt. Es war Tim Sandigmann!"Thoran nickte und setzte sich
auf die Fensterbank und hörte ihr aufmerksam zu.
"Ich
habe ihn gesehen und wusste sofort das er ein Verräter ist. Er
arbeitet für Sauron. Nennt wie ihr es wollt, es war wie ein
Geistesblitz der mich überkam. Ich wurde an all das erinnert was
noch passieren wird. Und glaubt mir, dass ist nicht gerade schön.
Außerdem hatte ich Angst um euch und um mich. Ich kann es nicht
genau erklären, aber ich konnte auf einmal in seinen Augen
lesen.
Ich
konnte seine Gefühle in seinen Augen sehen und glaubt mir, das
waren keine positiven Gefühle Ich sah, Hass, Angst und endlose
Leere. Ich fühlte seine Absichten, er wollte euch töten und
nicht nur euch. Er hatte es auf mich abgesehen.", sie brach ab und
stöhnte genervt auf. Ok, sie hatte jetzt etwas übertrieben,
aber sie musste ihm ja nicht unbedingt auf die Nase binden, dass
diese Situation sie einfach überrumpelt hatte, in der Realität,
da wo sie herkam war ihr nie etwas schlimmes passiert.
Außerdem
hatte sie wirklich schwache Nerven, wollte sich aber nicht vor ihm
als hysterisches Weibsbild outen. Dann übertrieb sie es lieber
und stellte sich zwar als hilflos, aber nicht als hysterisch da.
"Auch.",
dachte sie, „könnte das meinem Ansehen als Seherin stärken.
Hach, ich bin einfach genial!", dachte sie sich, während sie
aufstand und zu Thoran ans Fenster ging. Eigentlich wollte sie nicht
weiter darauf eingehen, doch sie konnte ihn nicht davon abhalten ihr
den Grund des Treffens zu erzählen und sie war wirklich der
Grund gewesen.
Tim
Sandigmann wollte wissen wer sie sei und vor allem was sie mit
Streicher zu tun hat. Dann fragte er sie, warum sie denn überhaupt
draußen war und nicht ihr Kleid angezogen hatte. Sie verzog das
Gesicht zu einer Grimasse und zeigte auf ihren kaputten Arm.
„Ich
bin mit dem scheiß Verband einfach nicht reingekommen, ohne das
es weh tut und der Verband hätte nicht in den Ärmel
gepasst.
Könnt
ihr mir vielleicht helfen?"Sie sah ihn bittend an. Thoran grinste
sie nur frech an. „Ihr wisst, dass das auch falsch zu verstehen
ist. Ich könnte über euch herfallen, wenn ihr hier so halb
nackt vor mir steht!"
Nun
grinste auch sie: „Ha, ich würde mich schon wehren, glaubt
mir. Nun helft mir schon, oder wollt ihr, dass ich Streicher erzähle,
dass ihr mir eure Hilfe verweigert habt. Ihr würdet sicher Ärger
bekommen, oder?"Sie sah ihn herausfordernd an. Thora seufzte
schwer. „Hach, dann werde ich das schwere Los wohl auch mich nehmen
müssen. Was für ein grausames Schicksal."Beide mussten
lachen.
Während
er Annalisa beim umziehen half, musterte er sie verstohlen. Sie war
wirklich sehr dünn, aber trotzdem wunderschön. Sie bemerkte
seine Blicke, störte sich aber nicht dran, schließlich war
sie nicht prüde. Thoran riss kurzerhand den Ärmel des
Kleides ab, damit Annalisa das Kleid richtig anziehen konnte, und
reichte es ihr.
Schließlich
musterte sie sich im Spiegel.
„Jetzt
sehr ihr wahrlich aus wie eine Lady.", sagte Thoran und sah sie
bewundernd an. Annalisa dagegen war sich nicht so sicher. Wie soll
ich den mit einem Kleid nach Bruchtal reisen? Das war doch
unpraktisch, selbst für eine Frau. Doch Thoran hatte dafür
genau das richtige für sie.
Er
ging schnell zur Truhe und holte eine grüne Tunika heraus.
Annalisa stöhnte innerlich. Das war eins dieser komischen
Kleidungsstücke, die die Waldläufer trugen und sie hatte
echt keine Ahnung wie man das an oder ausziehen sollte, geschweige
denn auf oder zu macht. „Das kann ja noch was werden.", dachte
sie sich im stillen.
Thoran hatte ihre Gedanken fast gelesen, aber das lag an der Tatsache, das man sie ihr von der Stirn ablesen konnte. „Ich werde euch noch zeigen, wie man die Tunika an und auszieht, doch nicht jetzt. Jetzt werden wir erst mal in die Schankstube gehen und etwas frühstücken.. Ihr seid sicher ausgehungert. Um die Zeit ist hier nichts los, die ganzen Säufer kommen erst in ein paar Stunden."Und mit diesem Plauderton ging er voran und Annalisa folgte ihm schnell, um ihn nicht zu verlieren.
Es
stellte sich heraus das Thoran wirklich recht hatte. Es war so gut
wie kein Mensch in der Schankstube, aber dafür ein paar Hobbits,
die auch am essen waren. Die beiden setzten sich an einen Tisch in
der Ecke und bestellten sich etwas. Annalisa war gespannt, würde es
hier etwas anderes zu essen geben, schließlich war sie hier in
einer fremden Welt.
Hoffentlich
essen die hier keine Insekte, dachte sie, doch der Duft von leckerem
Fleisch und Kartoffeln ließ sie von diesen Gedanken abkommen.
Es gab ein wirklich reichliches Mahl und Annalisa wurde endlich
wieder richtig satt. Nachdem essen saß sie zufrieden auf ihrem
Stuhl und sah sich genauer um. Thoran hatte währenddessen
geschwiegen und war kurz nachdem er fertig gegessen hatte schon
verschwunden. Er hatte gesagt er müsse noch etwas erledigen.
„Kerle.", dachte Annalisa sich nur und trank noch einen schluck
von dem leckeren Wein.
Dann bemerkte sie, wie Wirt Butterblume auf sie zukam. „Hoffentlich will der jetzt nicht das ich das essen bezahle, ich habe doch gar nichts. Thoran du Depp!", dachte sie geschockt. Doch Butterblume hatte etwas anderes auf dem Herzen. „Lady, wie es aussieht geht es euch wieder besser. Ihr seht seltsam aus mit dem kaputtem Kleid, habt ihr nicht besseres??", fragte er sie.
Annalisa schüttelte den Kopf. „Macht euch keine Sorgen, der Ärmel musste nur wegen dem Verband abgerissen werden. Ansonsten habe ich genug Kleider. Danke der Nachfrage. Aber sagt mir, ist in den letzten Tagen hier in Bree irgendetwas seltsames passiert?, fragte sie neugierig.
Butterblume zögerte erst, sah sich unruhig um, fing dann aber an zu erzählen. „Wie soll ich sagen. Immer mehr Gesindel treibt sich hier rum. Rúhnländer und ähnliche. Die sind alle auf der durchreise. Viele von ihnen erzählen von dem Schrecken, dem Bösen, was sich immer weiter ausbreitet. Vor ein paar Wochen war jemand hier, der gab mir eine wichtige Nachricht, doch kann ich mich nicht mehr erinnern, von wem und für wen die Nachricht war. Außerdem habe ich die den Brief verlegt. Ihr glaubt gar nicht wie schlecht es mir deswegen geht."
Annalisa
lächelte ihn freundlich an. „Kann es sein, dass ihr einen
Brief von Gandalf an einen Herrn Unterberg habt?", fragte sie ihn
und sah ihm an, dass er sich nun wieder erinnerte. Er war hoch
erfreut, dass er sich wieder erinnern konnte. „Es freut mich das
ich richtig lag. Ich will euch einen Vorschlag machen. Ich bin hier
mit dem Herrn Unterberg verabredet und ich kenne auch den Meister
Gandalf.
Wenn
ihr nichts dagegen habt, nehme ich den Brief an mich und geben ihn
Herrn Unterberg, wenn er hier ankommt. Das müsste in den
nächsten Tagen sein. So kann es euch nicht wieder passieren das
ihr es vergesst und Gandalf würde nicht wütend werden. Und
ihr wisst, dass er sehr wütend werde kann?"
Sie
sah ihn verschwörerisch in die Augen. Sie erkannte, wie er
nervös wurde und mit sich selbst rang.
Aber
schließlich gewann die Angst vor Gandalf. Er stand auf und ging
hinter den Tresen. Annalisa beobachtete ihn genau, während er
ein paar Ecken durchsuchte. Schließlich fand er den Brief doch
noch, kam zurück und gab ihn ihr. Sie steckte ihn sofort weg,
damit er es sich nicht noch anders überlegen konnte. Dann lobte
sie das leckere essen und ging wieder in ihr Zimmer.
Mittlerweile
war es schon Nachmittag, dass konnte Annalisa an der Sonne erkennen.
In ihrem Zimmer brannte einer Feuer im Kamin, da es draußen
ziemlich kalt war. Sie setzte sich ans Fenster und sah sich die Stadt
an.
Eigentlich
wollte Thoran ihr die Stadt noch zeigen, doch etwas in ihr sagte ihr,
dass sie die Stadt wohl das letzte mal bei Sonnenlicht sehen würde.
Und fast um ihr Gefühl zu bestätigen zogen Wolken auf und
es fing langsam, aber doch, wieder an zu regnen.
Annalisa setzte sich vor dem Kamin und wärmte sich auf. Dann öffnete sie den Brief. Nein, sie war nicht unverschämt, nur neugierig, außerdem hätte Frodo den Brief eh nie bekommen und Butterblume könnte sagen, er habe ihn ihr gegeben. Gandalf wird das schon verstehen.
Sie konnte den Brief gut lesen, das wunderte sie. Plötzlich schlug es wie ein Blitz in ihren Kopf. Sie sprach die ganze Zeit englisch. Das hatte sie gar nicht bemerkt. Wie dumm muss man sein. Hier war englisch die Sprache Westron, die Allgemeinsprache. Auch der Brief war auf englisch geschrieben, jedenfalls ein Teil. Den Teil für Frodo konnte sie gut lesen. Es ging darum, dass er Streicher vertrauen könnte. Das kannte sie ja aus dem Buch.
Unten
war noch ein Absatz für Aragorn, doch dieser war in Elbischen
Buchstaben geschrieben. Ein Glück, dass sie und Patricia
Sindarin lesen, schreiben und sogar ein bisschen sprechen konnten. So
konnte ihnen wenigstens keiner etwas vormachen. Sie verstanden alles,
bis auf zwergisch, entisch und natürlich die schwarze Sprache.
Aber
so wie sie Patricia kannte, und sie kannte sie gut, würde die
mit ihrem wenigen wissen über die schwarze Sprache angeben.
Obwohl das ja eigentlich keine gute Idee war. Egal ob sie nun bei
Elben, Menschen oder Hobbits gelandet ist, die schwarze Sprache war
hier nicht sehr beliebt.
Sie
wurde in ihrem Gedanken unterbrochen, als Thoran ins Zimmer gestürzt
kam. Schnell versteckte sie den Brief, damit er nichts merkte. Er
erzählte nicht wo er gewesen war oder was passiert war. Er
begrüßte sie nicht mal, ging einfach auf die Truhe zu und
holte die grüne Tunika heraus. Dann wandte er sich an sie.
"Ich
zeige euch jetzt wie man sie an- und auszieht, uns bleibt nicht mehr
viel Zeit, ich muss gleich wieder weg. Es gibt ein paar Probleme. Wie
es aussieht kommen die Hobbits heute Nacht hier an, doch sie kommen
nicht allein. Ich muss wieder zu meinen Leuten zurück und ihnen
Meldung machen. Streicher wird im Laufe des Abends wieder kommen und
mit euch auf die Hobbits warten."
Annalisa wusste nicht was sie sagen solle und ließ die Anprobe einfach über sich ergehen. Schließlich waren sie fertig und sie wusste nun wie man dieses Ding an- und auszog. Thoran und sie starrten sich in die Augen. „Ich muss jetzt los. Bitte bleibt im Zimmer und tut nichts, was gefährlich sein könnte. Bleibt vom Fenster weg. Ich habe Butterblume schon aufgetragen euch das Abendessen hoch zu bringen."
Sie unterbrach ihn „Sehn wir uns wieder?", fragte sie ihn. Irgendetwas in ihr sagte Nein, doch sie wollte es nicht glauben. Sie kannte ihn erst einen Tag, doch sie hatte ihn wirklich lieb gewonnen. Er sah sie traurig an. „Ich weiß es nicht. Pass auf dich auf!", er wechselte jetzt zur persönlichen Anrede, „Gibst du mir etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt?", fragte er sie und sah ihr dabei tief in die Augen.
Darum ließ Annalisa sich nicht zweimal bitten. Kurzerhand stellte sie sich auf die Zehenspitzen, er war etwas größer als sie, und küsste ihn. Er nahm sie in der Arme und erwiderte ihren Kuss stürmisch, dann wie von einer Tarantel gestochen sprang er zurück und sah sie entschuldigend an. „Ich wollte das nicht, es tut mit leid. Ich freue mich schon auf unser Wiedersehen."Und schon lief er aus dem Zimmer.
Zurück blieb eine verdutze Annalisa, die nicht wusste was sie machen sollte. „Ok", dachte sie sich, „wenn dieses scheiß Schicksal es so will, bitte schön. Aber ich sage dazu nur eins SCHEIß SCHICKSAL!!!!!!."Sie ließ sich frustriert auf den Boden plumpsen und beobachtete die Flammen im Kamin. Sie merkte nicht, wie Butterblume ins Zimmer kam um ihr etwas zu essen und einen Becher Wein zu bringen. Schließlich holte sie den Brief aus ihrem Versteck und warf ihn ins Feuer. „So eine Scheiße."
„Ich hoffe nicht das Thoran irgendwas passiert. Leider weiß ich nichts über seine Zukunft. So ein Mist."Dann warf sie den Brief von Gandalf ins Feuer, nur um zu zusehen wie die Flammen ihn vernichteten. „Genauso wie Sauron Mittelerde vernichten will!", dachte sie. Und da reifte ein Plan in ihr. Egal ob sie Patricia demnächst noch finden würde oder nicht. Sie würde bei den Gefährten mitgehen, komme was wolle und niemand wird sie davon abhalten. Außerdem war sie sich sicher, dass Patricia auch irgendwann da auftauchen wird, sobald sie erfährt wann sie hier ist. So etwas würde sie sich niemals entgehen lassen.
Da
wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, als ihr Zimmertür mit
einem Ruck aufgerissen wurde und Aragorn reinstürzte: Es ist
soweit
Ende
Kapitel 7
