Kapitel

Als sie erwachte, war es draußen schon dunkel geworden und der Mond blinzelte durchs Fenster hinein.

Verwirrt versuchte Hermine sich zu erinnern. Warum war sie im Krankensaal? Warum war sie nicht in ihrem eigenen Bett im Gryffindor Schlafsaal?

Bruchstückweise schoben sich Erinnerungen in ihrem Kopf herum und auf einmal wusste Hermine wieder, warum sie hier war. Sie hatte sich an etwas gestoßen und sich bei ihrem Sturz am Arm verletzt.

Rasch sah sie hinunter auf ihren Arm und merkte, dass Madame Pomfrey anscheinend schon ganze Arbeit geleistet hatte, die Schmerzen waren verschwunden und sie konnte sich auch wieder normal bewegen.

„Ach, Miss Granger, Liebes, Sie sind aufgewacht!", tönte da auch schon die Stimme der Krankenpflegerin durch das Zimmer.

„Wie geht es Ihnen? Fühlen Sie sich wieder gut und können Sie Ihren Arm wieder bewegen?"

Hermine nickte nur, nach viel Reden war ihr im Moment nicht im Sinn. Doch eines musste sie wissen:

„Madame Pomfrey, wissen sie wer mich hier her gebracht hat? Ich hatte das Gefühl, aufgefangen zu werden...", fragte sie.

„Oh ja, natürlich, das können Sie ja nicht wissen", plapperte die Schwester weiter. „Es war Professor Snape. Nachdem er sich von seinem Sturz erholt hat war er gerade noch schnell genug um Sie aufzufangen als Sie umkippten. Er hat Sie dann selbst hierhergebracht und war vor ungefähr 20 Minuten auch einmal hier um nach Ihnen zu sehen. Er war ziemlich besorgt, wissen Sie? Diese Tränke hat er auch hier gelassen, sie sollen Sie wieder lebendiger machen, wie er sich ausdrückte"

„Professor Snape? Er hat mich hergebracht? Und was heißt, „Als er sich von seinem Sturz erholt hatte"? Warum ist er gestürzt?", wunderte sich Hermine. Sie würde sich wohl oder übel bei ihm bedanken müssen, wenn sie wieder gehen konnte und vollständig genesen war.

„Warum er gestürzt ist? Sie stellen aber lustige Fragen! Sie sind doch direkt in ihn hineingelaufen! Haben Sie das denn nicht gemerkt?"

„Ich - ... ich bin in IHN hineingelaufen und dann sind wir beide hingefallen?", fragte Hermine schockiert.

„Ja, so muss es wohl gewesen sein, Miss Granger", antwortete die Schwester, auf einmal wieder im geschäftigen Arbeitstonfall.

„Aber er hat sich nichts getan, keine Angst", fügte sie noch hinzu, als sie Hermines schockierten Gesichtsausdruck sah. „Trinken Sie lieber diese Tränke, dann wird es Ihnen bald besser gehen und sie werden die Station morgen vor dem Frühstück verlassen können"

Hermine nahm also diverse Tränke zu sich während sie überlegte.

Sie hatte immer gedacht, sie wäre gegen irgendeine der vielen Ritterrüstungen oder Statuen gekracht! Und jetzt musste es sich auch noch ausgerechnet um Professor Snape handeln! Er war wegen ihrer Unachtsamkeit gestürzt! Nie würde er ihr das verzeihen können!

Und dann hatte er sie auch noch eigenhändig in die Krankenstation gebracht. Das heißt, wie gebracht? Er hatte sie doch nicht etwa getragen? Fuhr es Hermine durch den Kopf.

Das konnte ja heiter werden! Warum musste sie denn auch gerade mit ihm kollabieren! Es war so – und so nicht schön gewesen, warum also dann gerade Snape?

Hermine seufzte. Ihr Schicksal war nicht gerade nett zu ihr.

Der Abend verstrich und nach einem kurzen Besuch Ihrer Freunde schlief sie ein.