„Und, haben Sie schon etwas aus dem Bastard herausbekommen?", fragte Barba. Auffordernd sah er die Detectives der SVU an.

„Amaro und Fin sind noch dabei ihn zu verhören", antwortete Rollins. Sie blickte zum Staatsanwalt. Mögen tat sie ihn zwar nicht besonders, aber er tat ihr durchaus leid. Der Fall war schwer, doch er würde es durchziehen, da war sie sich sicher. Sie wandte den Blick von ihm ab und bemerkte erst dann, dass seine Tochter hinter ihm stand. Sie schaute zu Benson, welche ihr einen speziellen Blick zuwarf. Amanda verstand und stand auf, um zu Victoria zu gehen. Die Tochter des Staatsanwalts verstand, als der Detective auf sie zukam und folgte Rollins einfach nur.

„Hören Sie, ich bin kein kleines Kind mehr, Detective", sagte Victoria nach einer Zeit. Sie trat in den Raum, in dem ihre Aussage von Amaro aufgenommen worden war. „Schließlich geht es hier um mich, oder nicht?"

„Ich weiß Schätzchen", entgegnete Rollins. Sie setzte sich auf den runden Tisch im Raum. „Ich weiß..." Sie seufzte und sah Victoria Barba mitleidig an.

„Das was ich heute früh gesagt habe...", begann Olivia. „Das tut mir leid, Barba."

„Vergessen Sie's, Benson." Barba winkte ab. Er war kein Mensch, der sich von solchen Aussagen verletzt fühlte. In seiner Laufbahn als Jurist hatte er viel schlimmeres gehört. „Nicht der Rede wert." Dr stand gemeinsam mit dem Sergeant vor dem Verhörraum, in dem Amaro und Tutuola mit dem Verhör von Officer Murphy McCena zum Höhepunkt kamen.

„Hören Sie, Murphy", sagte Nick. „Es geht hier um Anderson, das wissen wir ja alle." Er setzte sich auf die Tischkante, vor dem Befragten. „Die Beweise, die Sie vernichtet haben, waren gegen Patrick Anderson. Wissen Sie jedoch was dieser Kerl getan hat?"

Murphy McCena saß eingeschüchtert auf seinem Stuhl, Hände zusammengefaltet auf den Schoß gelegt. Sein Blick starr auf den Boden gerichtet.

„Verdammt, ich habe es erst bemerkt, als ich die Kleine in der Kanzlei erkannt habe!", platzte es plötzlich aus ihm heraus.

„Sie meinen Victoria?", fragte Fin.

Murphy nickte. „Anderson hat mir zehn Tausend dafür gegeben, in Counselor Barbas Büro einzudringen und dieses zu zerstören. Falls ich Beweise finden sollte, die Anderson belasten, hatte ich die Aufgabe sie mitzunehmen", gab er zu.

„Wer war das mit den Beweisen im NYPD-Lager?", fragte Fin weiter. Seine Stimme behielt den scharfen Ton bei.

„Damit habe ich nichts zu tun!", antwortete Murphy sofort. „Ich war nur das mit dem Büro! Ich schwöre!"

„Haben Sie mit Patrick Anderson persönlich gesprochen, als es um den Auftrag ging, oder hat er Sie angerufen?", stellte Nick die Frage.

„Auf meinem Handy finden Sie den Beweis den Sie suchen, Detective", sagte Murphy. Zum ersten Mal sah er auf zu den Beamten.

Nick hob die Augenbrauen.

„Der Mann mag zwar Geld und Macht haben, aber er ist ziemlich dämlich. Er hat mir eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen, die ihn belastet."

„Und was ist mit den Beweisen?", wollte Fin wissen. „Entwendet haben Sie sie ja."

„Als ich bemerkt habe, was der Schweinehund getan hat...", Murphy ballte die Fäuste. „Sie sind in meinem Schließfach in meinem Prescinct. Ich wollte mich selbst stellen oder wenigstens die Beweise anonym zurückgeben."

„Lassen Sie die Anzeige gegen Murphy fallen", entschied Barba, der mit Benson das Verhör mitgehört hat.

„Was?!", entfuhr es Olivia. Es überraschte sie, diese Worte von Barba zu hören. „Der Mann ist in Ihr Büro eingebrochen und hat es verwüstet!"

„Ich weiß, Benson", gab Rafael zur Antwort. Er zog seinen Mantel an, den er seit seiner Ankunft im Präsidium in der Hand gehalten hatte. „Er hat meinen Fall zwar beinahe in den Ruin getrieben, dafür kann ich jetzt aber einen Haftbefehl für Anderson besorgen und mir somit einen Vorteil für den Prozess morgen verschaffen." Er zwinkerte dem Sergeant zu. „Ich rufe Sie an sobald der Richter unterschrieben hat." Daraufhin verließ er das Gebäude.

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Drei Stunden später standen Barba und Fisct vor dem Pult des Richters.

„Eine Grand Jury wurde auf Grund der kurzfristig vorgelegten Verhandlung nicht vorgeladen", sprach die Richterin. Ihr Blick fiel dabei auf Barba, der zufrieden dastand. „Hier geht es also einzig und allein darum, mich zu überzeugen, Counselors."

„Verstanden, Euer Ehren", antworteten die zwei männlichen Anwälte und begaben sich zurück an ihre Plätze. Patricks Anwalt setzte sich neben den Angeklagten. Barba blieb an seinem Tisch stehen.

„Ich rufe meinen Zeugen Murphy McCena auf", sagte der erfahrene Staatsanwalt. Der angesprochene Officer von seinem Zuschauerplatz, wie Barba sie selbst nannte, auf und nahm im Zeugenstand Platz. Er schwor die Wahrheit zu sagen und sah dann zu Barba, der auf ihn zukam.

„Woher kennen Sie den Angeklagten, Mr. McCena?"

„Ich habe ihn vor drei Jahren wegen Trunkenheit am Steuer in Los Angeles verhaftet", antwortete Murphy. Sein Blick war auf Rafael gerichtet.

„Wurde ihm damals eine Strafe zugesprochen?", fragte Barba weiter.

„Er wurde trotz wiederholte Vergehen freigelassen. Nicht einmal eine Kaution wurde vorgegeben." Der Blick des Officers klebte förmlich an Barba.

„Wann kam es zum erneuten Kontakt zwischen Ihnen und Mr. Anderson?" Barba lief vor seinem Zeugen auf und ab.

„Ein Jahr später."

„Unter welchen Umständen?"

„Ich hatte ihn erneut verhaften müssen. Bei dem Fall handelte es sich um Körperverletzung. Anstatt ihn über Nacht einzusperren, da er einiges getrunken hatte, nahm ich drei Tausend Dollar von ihm an und fuhr in stattdessen nach Hause", erzählte Murphy.

„Sie haben also Schmiergeld von dem Angeklagten angenommen, richtig?"

„Richtig." Murphy würdigte Patrick Anderson keines Blickes.

„Einspruch Euer Ehren! Mangel an Beweisen!", rief Fisct dazwischen.

„Abgewiesen", entgegnete die afroamerikanische Richterin. „Fahren Sie fort, Mr. Barba."

„Danke, Euer Ehren", sagte Rafael. Er setzte ein zufriedenes Lächeln auf. Dann drehte er sich erneut zu seinem Zeugen. „Mein Büro am Hogan Place wurde heute früh verwüstet aufgefunden. Stimmt es, dass Sie es im Auftrag von Mr. Anderson getan haben?"

„Ja", sagte Murphy, gerade noch hörbar für die Richterin neben ihm.

„Einspruch Euer Ehren!", fiel Fisct erneut ein. Diesmal erhob er sich dazu.

„Abgewiesen!", sagte die Richterin auch diesmal.

Barba ging zu seinem Tisch und hob eine Beweismitteltüte hoch. „Beweisstück Nummer 1", sagte er und kam den Richterpult wieder etwas näher. „Das Handy meines Zeugen." Er drückte einige Tasten, bis das Mobiltelefon einen Ton von sich gab. Es war die Nachricht auf dem Anrufbeantworter, von der Murphy bei seinem Geständnis gesprochen hatte.

„Einspruch Euer Ehren!" Andersons Anwalt sprang erneut auf. „Was will Mr. Barba denn eigentlich mit dem Schwachsinn erreichen?" Er ging um seinen Tisch herum und stellte sich neben Rafael.

„Setzten Sie sich wieder hin, Mr. Fisct", mahnte die Richterin.

„Nein, schon gut", sagte Barba. „Ich kann auch gleich zum Plädoyer kommen, wenn Mr. Fisct das so möchte." Er legte die Plastiktüte mit dem Beweisstück wieder zu seiner Akte und nahm an dem Tisch stehend Platz. „Euer Ehren, der Angeklagte ist bereits wegen einem schlimmeren Vergehen angeklagt. Der Prozess soll morgen früh stattfinden, jedoch neigt Mr. Anderson dazu sich freizukaufen und alles dafür zu tun, die Verhandlung zu verhindern. Dies ist nicht zum ersten Mal der Fall, deshalb beantrage ich Inhaftierung, bis der Prozess wegen Vergewaltigung zu einem Ende gelangt, was eine Sache von bis zu einer Woche sein kann." Er setzte sich, woraufhin der Anwalt neben Anderson sich erhob und sein Plädoyer verkündete, diesmal in einem ruhigeren Ton: „Euer Ehren, das, was Mr. Barba meinem Mandanten unterstellt ist total lächerlich. Bei meinem Mandanten besteht keine Fluchtgefahr und die Aussage von Mr. Barbas Zeugen ist nicht glaubwürdig, wenn man bedenkt, dass er Schmiergeld angenommen hat. Ich beantrage Freilassung meines Mandanten."

Barbas Blick fiel auf seinen Gegner in diesem Fall, der sich soeben selbst widersprochen, und somit ein Eigentor geschossen hatte. Dann sah er wieder zur Richterin, deren Blick zwischen den beiden Anwältin hin und her wanderte. Sie überlegte einen Moment und entschied dann: „Das Gericht entscheidet auf Freilassung des Angeklagten auf Kaution in Höhe von 750.000 $." Damit beendete sie die Verhandlung und erhob sich von ihrem Stuhl.

Barba hielt die Luft an. Das war nicht das, was er eigentlich erreichen wollte, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Es schien beinahe so, als würde es endlich bergauf gehen, was die ganze verzwickte Sache um Anderson anging. Er packte seine Aktentasche und verließ den Gerichtssaal ohne Anderson oder seinen Anwalt eines Blickes zu würdigen.

Kapitel 8 ist ebenso fertig!

Whaaay!

Langsam geht's auch richtig zur Sache hier!

Erneut bitte ich um Kritik / Verbesserungsvorschläge!

Es ist nämlich durchaus deprimierend wenn man sieht wie viele neue Aufrufe man hat, aber kein neues Review :/

LG, ChiltonsVictim