Ich bin jeden Tag total aus dem Häuschen, wenn ich mir die Statistik für meine Story hier auf der Seite angucke. Ich dachte die Marke von 60 Hits wäre schon super, aber… am Sonntag hatte ich doch echt 129 Hits und 39 Visitors!!! *-* Ich fasse es selber kaum! (Zumindest weiß ich so, dass nicht nur die Leute meine Story lesen, die mir auch ein Review hinterlassen *zwinker* auch, wenn ich dem Statistik-System nicht so ganz traue, aber was solls ^^)

Dieses Chapi ist Lielan gewidmet (mal wieder *hihi*), dafür, dass sie mir JEDES Mal ein Review schreibt *knutsch* und weil das hier eines meiner längsten Chapters sein dürfte (du weiß schon ^^) und… naja, weil ich Lust dazu hab! *muhaha*

Natürlich danke ich auch allen anderen für eure lieben Reviews, ich freue mich immer wie ein Schneekönig darüber was von euch zu lesen! *bussi*

Disclaimer: Mir gehört immer noch nichts außer der Idee an sich! (Leider ^^)


Louise durchquerte den Raum und kam an einem Sessel zum Stehen. War das Bella, die da drinne saß? Ich konnte sie nur von hinten sehen.

Sie sah aus dem Fenster und ihr unverwechselbarer Geruch steig mir in die Nase. Das konnte nur Bella sein!

Luise beugte sich zu ihr hinunter. „Bella, Besuch ist für dich da. Eine Freundin von dir." Sie schaute mich fragend an. Ich wusste sofort was sie von mir wissen wollte.

„Mein Name ist Alice." Luise nickte mir zu und wandte sich wieder an Bella.

„Deine Freundin Alice." Bella reagierte nicht, aber das schien Luise nicht im Geringsten zu stören. Als wäre es das normalste auf der Welt nahm sie Bella am Arm, die daraufhin ohne Protest aus dem Sessel aufstieg und führte sie zu einer kleinen Sitzecke, um sie dort wieder in einen Sessel abzusetzen, dem ein anderer gegenüberstand. Eine normale Prozedur anscheinend. Luise drehte sich zu mir und bedeutete mir doch näher zu kommen.

„Wir haben den Sessel extra für sie ans Fenster gestellt." Erklärte Luise und deutete auf den Sessel in dem Bella bis eben gesessen hatte. „Vorher hat sie immer Stundenlang dort gestanden und immer, wenn wir sie wo hingesetzt hatten, stand sie kurze Zeit später wieder dort. Also, wenn der Berg nicht zum Prophet kommt, muss der Prophet eben zum Berg kommen… oder so ähnlich." Sie grinste.

„Nun, ich lass euch dann mal alleine. Ihr habt euch ja bestimmt eine Menge zu erzählen." Dabei schaute sie lächelnd zwischen mir und Belle hin und her. „Leider ist die Besuchszeit in 30 Minuten zu Ende… für heute."

„Ist schon okay, ich bin froh, dass ich sie heute überhaupt noch besuchen durfte." Luise schien beruhigt und ging zu den Mühlespielern, um sie zu fragen, ob sie noch etwas zu trinken wollen würden. Ich bewegte mich langsam auf den freien Sessel zu und ließ mich zögerlich darin nieder.

„Bella?"

Sie sah furchtbar aus.

Charlie hatte Recht gehabt… ein Strich in der Landschaft. Bella war vorher schon schlank gewesen, aber jetzt sah sie richtig dürr aus. Ich war mir sicher, dass die Pfleger hier alles daran setzen, dass sie etwas zu sich nahm. Charlie hatte ja auch angemerkt, dass sie nach der ersten Woche … der Schlimmsten… wieder angefangen hatte zu essen. Aber es musste wirklich gerade genug sein, damit ihr Körper nicht den Dienst quittierte. Es änderte nichts daran, dass sie furchtbar krank aussah. Ihr Gesicht war eingefallen und tiefe Augenringe zeichneten sich ab. Ihre Haare wirkten stumpf und ihre Blässe hatte solche Ausmaße angenommen, dass man nun wirklich glauben könnte, sie wäre eine von uns.

Sie schaute mich an, doch ihr Blick ging einfach durch mich durch, als wenn sie überhaupt nicht mitbekommen würde, dass ich da war. Ihre Augen strahlten solch eine Leere aus, dass mir ganz anders wurde.

Ich fasste mir ein Herz und lächelte sie an. Ob sie es nun mitbekam oder nicht, ich wollte den Besuch nutzen. Ich wollte wenigstens daran glauben, dass sie es registrierte und nahm mir an der Zuversicht von Beatrice und Louise ein Beispiel.

„Hi Bella. Schön dich mal wieder zu sehen. Es ist so lange her, fast 6 Monate. War ganz schön langweilig ohne dich. Wir müssen unbedingt mal wieder shoppen gehen, du brauchst neue Klamotten, Schwesterherz." Ich vermied sicherheitshalber alles was irgendwie mit Edward zu tun hatte, erwähnte noch nicht einmal seinen Namen. Ich redete einfach so drauf los, was mir eben grade so einfiel. Und ehe ich mich versah waren die 30 Minuten um. Bella hatte keinerlei Regung gezeigt. Kein Zeichen dafür, dass sie mich erkannt hätte. Ihre leeren Augen blickten noch immer durch mich hindurch.

Luise kam pünktlich. „Ich muss euch jetzt leider trennen. Schlafenszeit für Bella." Auch in diesem Satz steckte keinerlei Spott, obwohl er es ausdrücken könnte.

Ich sah Bella noch einmal in die Augen. „Ich werde wiederkommen, ich verspreche es dir!" Wie um diese Aussage zu untermauern, legte ich meine Hand auf ihre, die die ganze Zeit auf ihrem Oberschenkel gelegen hatte. Selbst als meine kühlen Finger ihre umschlossen, zeigte sie keinerlei Regung.

Irgendwie entmutigend.

Auch wenn sie wohl zu den seeehr wenigen Menschen auf der weiten Welt gehörte, die die Kälte unserer Haut zu Genüge kannten, so gehörte es doch zu einer natürlichen Reaktion des Körpers bei solch einer Berührung zusammenzuzucken. War sie wirklich schon so weit in der Dunkelheit ihres Geistes verschwunden, dass sie selbst das nicht mehr wahrnahm? Darüber wollte ich jetzt gar nicht nachdenken.

Der junge Pfleger, den ich schon beim Eintreffen mit der älteren Dame zusammen gesehen hatte, kam hinter Luise hervor. Pete, so stand es auf seinem Namensschild, fasste Bella am Arm und sie ließ sich ohne Widerstand von ihm vom Sessel durch den Raum nach draußen führen. Dabei sprach er mit ihr, genauso wie mit der älteren Dame vorhin, als wäre es das Normalste der Welt. Auch wenn er wohl keine Antwort erwartete, so fragte er sie trotzdem nach ihrem Tag und ob sie sich über meinen Besuch gefreut hätte. Dann waren sie durch die Tür.

Ich bemerkte, dass ich ihnen hinterhergestarrt hatte, blickte etwas schuldbewusst zu Luise hoch und in einer fließenden Bewegung stand auch ich auf.

„Sie hat sich bestimmt gefreut dich zu sehen." Luise war wohl der Meinung Bellas Verhalten bzw. ja eher Nicht-Verhalten entschuldigen zu müssen.

„Und ich habe mich gefreut sie zu sehen." Das hatte ich wirklich. Nachdem ich so lange erst versucht hatte zu vermeiden überhaupt etwas von ihr zu sehen und dann beinahe am Verzweifeln war, als ich rein gar nichts von ihr gesehen hatte…

Luise schien meine Antwort zu freuen. Sie begleitete mich auf dem Weg nach draußen. „Ihr seid gute Freundinnen, oder?!"

„Schon fast so was wie Schwestern." Gab ich ernst zurück. Das schien Luise noch mehr zu freuen. Sie wurde mir immer sympathischer.

„Eine schreckliche Geschichte, meinst du nicht auch? Das arme Mädchen! Einfach tragisch dieses ganze Situation. Ich hätte niemals gedacht, dass man in ihrem Alter einen anderen Menschen schon so sehr lieben kann, um in solch einen Abgrund zu stürzen." Sie schüttelte traurig den Kopf. Es sah ein wenig danach aus, als wenn sie sich den Kummer um Bella von der Seele reden müsste. Ich nahm an, dass die Pfleger hier bestimmt schon umfangreich darüber diskutiert hatten. Natürlich, warum sollten sich die Pfleger nicht auch ihre Gedanken über ihre Patienten machen?

Und ganz Unrecht hatte sie ja auch nicht. Solch eine Reaktion einer 18-Jährigen, deren Freund sie verlassen hatte, sah man bestimmt nicht allzu oft. Sie konnten ja nicht wissen, wie viel wirklich dahinter steckte. Wie sehr Bella und Edward einfach zusammengehörten. Sie brauchten einander wie die Luft zum Atmen oder, in Edwards Fall, wohl eher das Blut zum Existieren.

„Manchmal, wenn ich sie so sehe, wie sie stundenlang einfach nur aus dem Fenster starrt, habe ich das Gefühl, ich hätte niemals in meinem Leben wirklich geliebt. Verstehst du was ich meine?" Ich glaube, sie war etwas beunruhigt, dass sie mir zu viel erzählt hat bzw. mich mit ihrer Erzählung langweilen würde.

„Ja, nur zu gut." Ich seufzte. In ihren Augen war ich vielleicht so alt wie Bella, wie hätte ich ihr da erklären sollen, dass ich schon seit Jahren den perfekten Gefährten für mich gefunden hatte? Bei der Vorstellung wie sie darauf reagieren würde, musste ich mir ein Grinsen verkneifen. Ich sollte nicht vergessen, wo ich hier war.

„Weißt du, das schlimmste an der ganzen Situation ist, dass sie ihn immer noch liebt. So sehr, dass sie eher bereit ist, in Dunkelheit zu leben als ohne ihn im Licht." Die Aussage war etwas metaphorisch, aber ich verstand genau was Luise meinte. Ich hatte es wahrscheinlich ähnlich ausgedrückt. Auch wenn ich mir, im Gegensatz anscheinend zu Luise, nicht so sicher war, dass sich Bella ihre Situation wirklich „ausgesucht" hatte.

„Ich habe sie, als sie noch nicht so lange hier war, einmal gefragt, warum sie sich das antut. Warum sie für diesen Mistkerl so leidet und ihr Leben wegschmeißt. Sie ist doch noch so jung und hat noch so viel vor sich. Irgendwann würde sie doch bestimmt einen anderen finden, mit dem sie auch glücklich werden würde…" Ich zuckte unmerklich zusammen. Das hatten wir alle gehofft, insbesondere Edward.

„Das war das einzige Mal, dass sie mir geantwortet hat… bis heute." Luise schien das nicht im Entferntesten so zu überraschen wie Charlie. Nun, wer weiß, was sie hier schon alles erlebt hatte?!

Es sah nicht so aus, als wenn sie weitererzählen wollte. Wahrscheinlich war sie der Meinung, dass sie mir so schon viel zu viel erzählt hatte. Immerhin war ich ja trotz allem nur eine Freundin. Dennoch konnte ich nicht umhin zu fragen.

„Was hat sie gesagt?" Luise schien etwas überrascht. Wahrscheinlich, weil ich lieber danach fragte, was Bella denn geantwortet hatte, als mich zu wundern, dass sie überhaupt gesprochen hatte.

Luise seufzte bei dem Gedanken daran schwermütig. Den Gesichtsausdruck, den sie in diesem Moment inne hatte, sah ich sonst immer nur bei Menschen, die sich über irgendwelche Lebensweisheiten ausließen oder den Sinn des Lebens diskutierten. Das machte mich nur noch neugieriger.

„Sie hat geantwortet: Er hat meine Seele mitgenommen…

Ist das nicht herzzerreißend?!" Luise schaute mich schmachtend und zugleich traurig an.

Ich musste in diesem Moment nur darauf achten, dass meine Beine unter mir nicht nachgaben.

So viel hatte ich heute schon erfahren, aber das… dieser eine Satz drehte meine gesamte Welt auf den Kopf.

Mir wurde so übel, dass ich das Gefühl hatte mich übergeben zu müssen. Wenn ich es gekonnt hätte, hätte ich es bestimmt sogar getan!

Er hat meine Seele mitgenommen…

Seele…

die Seele, die Edward um jeden Preis hatte schützen wollen. Sogar um den Preis ihnen Beiden dadurch Schmerzen zu bereiten.

Mit einem Mal war mir klar, dass es für Beide niemals einen anderen geben könnte und würde. Die Beiden brauchten einander nicht nur, wie ich es bis jetzt angenommen hatte. Sie waren unzertrennlich miteinander verbunden. Verbunden durch ein Band, das niemals von jemanden durchtrennt werden könnte, selbst von den Beiden nicht.

Ich wollte noch nicht einmal daran denken, wie Edward sich fühlen wird, wenn er davon erfährt. Die ganze Zeit hatte er gelitten, in der Hoffnung ihr Leben… ihre Seele… zu bewahren und genau das Gegenteil war geschehen.

Ich musste unwillkürlich schlucken. Luise schaute mich wissend an. Zumindest dachte sie wahrscheinlich, dass mir der Satz generell nah gegangen war. Ich hatte nicht vor, sie von etwas anderem zu überzeugen.

Die letzten Besucher verließen gerade die psychiatrische Abteilung durch die Milchglastür.

„Kommst du sie mal wieder besuchen, sie würde sich bestimmt freuen."

„Ja, das werde ich. Ganz bestimmt. Ich habe es ihr versprochen." Auch wenn Bella es vielleicht nicht registriert hatte, ich würde nie wieder eines meiner Versprechen ihr gegenüber brechen. Das schwor ich mir in diesem Moment.

Aber erst einmal müsste ich mich wohl mit Edward und dem Rest meiner Familie auseinandersetzen. Ich musste ihnen erzählen was ich erfahren und gesehen hatte und dann mussten wir darüber beratschlagen, was zu tun sei. Auf jeden Fall mussten wir für Bella da sein. Wir trugen immerhin die Schuld an ihrem Zustand! Es wurde Zeit für den Familienrat! Noch einmal würden wir uns nicht von Edward überrumpeln lassen, dafür würde ich schon sorgen!

Mit diesen Gedanken verabschiedete ich mich von Luise und Beatrice, die immer noch am Empfangstresen saß, und verließ die Abteilung wie die anderen Besucher durch die Milchglastür. Ich steig in den Aufzug und keine 2 Minuten später saß ich schon in meinem Mercedes in Richtung Kanada.


Jetzt dürften zumindest die Fragen was Bella angeht weitestgehend geklärt worden sein. Als nächstes werden wir wohl mal nachsehen, was nun so die Cullen-Family treibt und wie sie (und insbesondere wohl Edward *zwinker*) Alice' Erfahrungsbericht aufnehmen… ^^

Also, bis zum nächsten Chapi! Ich freue mich darauf was von euch zu hören. *mitdemzaunpfahlwink* ^^