6. November, Freitag

Maddie's Sicht

Ein Krachen weckte mich auf und ich öffnete meine Augen schlagartig. Alles war weiß. Wo war ich ? Ich sah mich um. Überall waren Krankenbetten und auch ich lag auf einem. Der Raum war groß und keiner außer mir war darin. Es musste der Krankenflügel von Hogwarts sein. Ich versuchte mich zu erinnern, was passiert war, aber ich konnte mich nur noch schummrig an das Blut und an James erinnern. Wahrscheinlich hatte er mich hier her gebracht.

Meine Hände waren verbunden. Verwirrt betrachtete ich sie und nahm mir dann vor, es abzumachen. Ich suchte das Pflaster und wickelte den Verband langsam auf. „Lass das!" hörte ich eine Stimme laut rufen. Es war Sirius. Ich lies mein Verband sofort in Ruhe und wickelte ihn wieder zu. Sirius lief auf mich zu uns setzte sich neben mein Krankenbett.

„Wie geht's dir?" „Gut." krächzte ich. Meine Stimme klang fremd, als wäre es nicht meine. Er lächelte zaghaft und drückte mich wieder zurück ins Bett. „Du solltest dich ausruhen." meinte er. „Wie lange bin ich schon hier?" Ich suchte nach einer Uhr, fand jedoch keine. „Lange... ca 14 Stunden." „Hm."

„James also?" „Sirius, ich... es tut mir Leid." Ich sah ihn entschuldigend an. „Ja, ich weiß, ich weiß. Ich denke ich kanns nicht ändern hm?" „Ich habs versucht. Wirklich." „Ist okay Maddie." „Nein ist es nicht. Was werden unsere Eltern dazu sagen?" fragte ich besorgt. Er lächelte zaghaft. „Ich sag ihnen nichts. Aber mach dir bitte nicht zu viele Hoffnungen. Ich denke, dass wir am Ende sowieso heiraten müssen, da spielen Gefühle nunmal keine Rolle." „Ja." „Ich geh dann mal, ich denke jemand anderes will dich jetzt besuchen?" Mein Verlobter zwinkerte mir einmal zu und ging dann.

Als James hereinkam, wagte ich es nicht ihn anzuschauen. Das Ganze war mir furchtbar peinlich. In welche Lage ich ihn da gebracht hatte.

„Hey." flüsterte James und setzte sich ebenfalls neben mich. „Hey."

„Es tut mir Leid James." Mir entfloh eine Träne. „Dir muss nichts Leid tun!" „Doch! Ich hätte nicht so überreagieren sollen." Er antwortete nicht. Stumm beobachtete er mich.

„Ich hatte Angst, dass du stirbst." Ich sah ihn an. „Ich hatte Angst, dass ich es nicht mehr schaffen würde und es zu spät war." „Ich hab doch nur gegen den Spiegel geschlagen!" Ich zog meine Stirn kraus, als er mich durchdringen ansah. „Maddie. Du hast dir die Pulsadern aufgeschnitten!" „Was?!" Schnell sah ich zu meinem Arm und kratzte an dem Verband rum. Das stimmt doch nicht. Daran konnte ich mich nicht mehr erinnern. Ich kratzte mit meinen Fingernägeln meine Haut auf und versuchte diesen verdammten Verband aufzureißen. „Hör auf! Bist du verrückt? Du tust dir damit nur noch mehr weh!" schrie er plötzlich und schlug mir meine Hand weg. Er nahm beide Hände in seine und Blickte darauf. Man konnte deutlich die Kratzer meiner Fingernägel erkennen. Sie zeichneten sich rot ab, und an kleinen Stellen fingen sie an zu bluten. Ich fing an zu weinen. „James, ich schwöre, das wollte ich nicht! Ich kann mich nicht mehr daran erinnern." Ich weiß nicht mehr, was er flüsterte, aber er versuchte mich mit seinen Worten zu beruhigen und nahm mich in den Arm, während ich weiter hemmungslos weinte. „Wie konnte das passieren?" Waren die Tabletten Schuld? „Neben dir lag eine große Glasscherbe. Du hast sie anscheinend genommen und..." Seine Worte gingen ins Leere. „Es war niemand Fremdes, falls du das denkst. Madame Pomfrey hat gesagt es waren nur deine Blutspuren und Fingerabdrücke darauf." „Aber das Wasser?" „Es lag neben dir, es wurde nicht vom Wasser weggespült." Warum konnte ich mich dann nicht daran erinnern? War ich so kaputt?

Er setzte sich wieder und hielt meine Hand. „Es tut mir so Leid für gestern. Das war dumm. Ich weiß nicht warum ich das getan habe. Vielleicht um mich abzulenken oder die wehzutun wie du es bei mir gemacht hast." Ich schloss schmerzhaft meine Augen. „Ich will, dass das Ganze aufhört Maddie!" Ich drehte meinen Kopf zu ihm und er strich mir über mein Gesicht. „Lassen wir die Spielchen."

Er beugte sich leicht über mich. „Ich habe mich in dich verliebt Maddie." Tränen entflohen mir und ich lachte vor Glück. Ich packte ihn am Hinterkopf und sanft landeten seine Lippen auf meinen.

, Freitag

Ich durfte ziemlich rasch aus dem Krankenflügel und die letzte Zeit verbrachte ich fast ausschließlich mit James. Mir ging es ein wenig besser. Doch ohne die Tabletten verschlimmerten sich meine Kopfschmerzen. Sie waren immernoch präsent.

Wir waren zwar zusammen, James und ich, hielten es jedoch privat. Nur unsere Clique wusste davon. Mit Natasha und Delia verstand ich mich wieder etwas besser, dennoch haben sie sich leicht von mir distanziert, was ich jedoch auch verstand.

„Man hat dich wieder rausgelassen Boutier? Nicht, dass du uns jetzt alle umbringen willst!?" rief mir Evans abwertend zu, während ich meine Sachen aufräumte. Ich sah sie an und fragte mich, ob sie das ernst meinte.

„Wir sollten vorsichtshalber alle Klingen verstecken." stichelte Cassandra.

Ich drehte mich zu ihr um und lächelte sie an. „Ja, nicht, dass ich dich noch damit aufschlitze." herausfordernd stellte ich mich vor sie. Sie sah sich kurz zu den anderen um und wieder unsicher zu mir. Dann stotterte sie los. „ Ja klar... Wers..glaubt Boutier." Und schon verschwand sie aus unserem Zimmer, gefolgt von Alice.

„Und, wie geht's dir wirklich?" fragte Evans mich abermals. „Gut. Alles super." Plötzlich spürte ich ihre Hand auf meiner Schulter. „Ich meine es ernst." „Ich auch." flüsterte ich. Sie drehte mich um und sah mich durchdringend an. „Ich weiß, wir verstehen uns nicht wirklich gut. Aber du bist an dem Abend mit mir gekommen und hast dich am Ende versucht umzubringen-" Ich unterbrach sie. „-Was nicht an dir lag." „Ja ich weiß. Immerhin bist du ja jetzt mit James zusammen." „Du hast das mitbekommen?" fragte ich sie erstaunt. „Connections sind alles, meine Liebe. Also, ich schätze mal viel Glück." murmelte sie. „Danke. Wirklich." „Das heißt aber immernoch nicht, dass ich dich jetzt mag Boutier!" sie lachte und sah mich lächelnd an. „Jaja, hau schon ab Evans."

„Wir müssen los zum Unterricht!" kicherte ich unter James. „Was wenn ich nicht will?" er grinste mich an und kitzelte mich weiter. „Hey!" schrie ich hervor, doch meine Schreie wurden von seinen Lippen unterdrückt.

Langsam bewegte er seine Lippen auf meinen, noch immer war er sehr vorsichtig mit mir. Als hätte er Angst ich würde zerbrechen. Deswegen schlief er auch nicht mit mir. Wir verbrachten viele Nächte im Raum der Wünsche, aber mehr als ein paar Zärtlichkeiten lief nicht. Egal was ich versuchte.

, Dienstag

„Advent Advent, ein Lichtlein brennt." flüsterte ich und legte mich auf James. Ich streichelte ihm über die Wange und legte meine weichen Lippen auf seine. Meine Hand wanderte an seiner nackten Brust umher. Ich spürte wie sich eine Gänsehaut über seinen Körper ausbreitete. Er grinste leicht unter meinen Bewegungen und öffnete seine Augen. „Guten Morgen." Ich lachte. „Guten Morgen Schatz." sagte ich und gab ihm einen Eskimo Kuss mit der Nase. „Du bist so süß." flüsterte er. „Ich kann auch anders!" Seine Augen weiteten sich als er spürte wo meine Hand hinwanderte. Ich fuhr über die Konturen seines Sixpack's und verteilte lauter Küsse darauf. „Maddie!" stöhnte er leise auf, doch ich machte weiter. Während ich mich wieder über ihm befand, fasste ich mit meiner Hand unter seine Hose. Ich legte meine Hand auf seine Boxershorts und schon nach wenigen Sekunden zeichnete sich eine große Wölbung ab. Ich kicherte. „Du bist ein Biest." knurrte er und biss mir auf die Lippe. Als ich dann plötzlich anfing ihn da unten zu massieren keuchte er auf und seine Augen wurden groß. „Maddie, stopp!" Doch ich hörte gar nicht erst auf ihn. „Bitte James. Für mich!" flüsterte ich in sein Ohr. Ich sah ihn traurig an. Er strauchelte, das konnte ich erkennen. Er versuchte meinem Blick auszuweichen , doch als ich wieder Druck auf seinen kleinen Freund ausübte, sah er mir wieder direkt in die Augen. „Hh du bringst mich noch um!" rief er und drückte mich zu sich runter. Seine Lippen krachten auf meine und liesen mir keine Zeit zum Nachdenken. Er schnappte beide meine Hände und drehte mich auf den Rücken. Ich lag nun unter ihm. Er hielt meine Hände über meinem Kopf und küsste mich am Dekolletee abwärts. Ich stöhnte bei jeder seiner Berührungen. „Man könnte fast meinen, es würde dir gefallen." keuchte er. „James ich will dich!" Er sah mir tief in die Augen und abermals krachten seine Lippen auf meine.

, Sonntag

Erschöpft und ausgelaugt lief ich zum Schloss hinauf. Die Weihnachtsferien waren vorbei und alle anderen waren schon seit gestern in Hogwarts. Ich jedoch hatte meinen Zug verpasst. Warum? War doch egal.

Ich sah mich in Hogsmeade um, alles war voller Schnee. Meine Schuhe waren mittlerweile durchnässt (scheiß Boots) und der Koffer lies sich nur schwer anziehen. Apparieren konnte ich leider nur bis nach Hogsmeade, da es innerhalb Hogwarts nicht möglich war. Die Minuten vergingen endlos und es schien, als würde ich nie in Hogwarts ankommen, aber nach und nach zeichnete sich das Schloss ab.

Am Eingang stand ein Wachmann und lies mich rein. Natürlich nur nach etlichen Sicherheitsvorkehrungen. Schon kurz nach dem ich im Schloss ankam, war alles voller schreiender und tobender Kinder. Viele blieben stehen, als sie mich sahen. Genervt versuchte ich sie auszublenden und ging schnurstracks hoch. Natürlich mussten die Treppen es mir schwer machen und änderten dauernd ihre Richtung. Nachdem ich viel zu spät endlich im Gemeinschaftsraum ankam, wusste ich das Passwort nicht. Super. „Brauchst du das neue Passwort?" fragte mich ein kleines Mädchen, das zu mir kam. Sie trug Gryffindor Kleidung. „Offensichtlich." murmelte ich. „Zauberkraft." sagte sie und musterte mich. Hätte ich mir eigentlich auch denken können. „Geht's dir gut?" fragte sie. Ich drehte mich um und lächelte sie falsch an. „Ja es geht mir gut." Ich verdrehte die Augen und ging in den Gemeinschaftsraum.

„Maddie!" riefen einige gleichzeitig und ich wurde plötzlich von Natasha und Delia umarmt. „Wie geht's dir? Wo warst du? Man wir haben uns solche Sorgen gemacht, besonders als du gestern nicht im Zug warst." „Ja..tut mir Leid. Ehm ich geh kurz hoch und bring den Koffer weg." „Okay.." Sie sahen mich komisch an und auch der Blick von James, Sirius und Remus lag auf mir, doch ich lief an ihnen vorbei.

„Kann ich kurz mit dir alleine reden?" war das Erste was ich hörte, als ich wieder hinunter kam. Die anderen beobachteten James und mich, also konnte ich schlecht nein sagen. „Klar." murmelte ich und ging mit ihm. Wir gingen raus und blieben im Gang stehen. „Was ist los mit dir?" er schaute mich besorgt an. „Nichts." Seine Hand lag auf meiner Wange und ich fühlte wieder so etwas wie Geborgenheit. „Schatz..." ich schloss schmerzhaft die Augen. „Es geht mir gut." versuchte ich so überzeugend wie möglich herauszubringen. „Das denke ich nicht." Er schob die Ärmel meines Oberteils hoch und blaue Flecke und Blutergüsse kamen zum Vorschein. Dann legte er seine Hand auf meine Schulter und schob den Stoff über meine Schulter. Er zog die Luft ein. „Ich schätze mal deine Ferien waren nicht so gut."

Flashback , Donnerstag

Es war schon der vierte Tag der Weihnachtsferien und ich war seit zwei Tagen Zuhause. Mein Zuhause lag in Tinworth. Es war ein kleiner Ort in Cornwall und wurde seit 1939 von Zauberern bewohnt, ohne, dass die Muggel es mitbekamen.

Mein Haus war groß und relativ dunkel gehalten. Nicht so düster wie bei den Blacks zum Glück.

Ich war mittlerweile 1 Monat und 14 Tage mit James zusammen. Und egal wie oft ich an ihn dachte, sofort stahl sich ein Lächeln auf mein Gesicht. Er machte mich glücklich und endlich fühlte ich mich vollkommen. Leider konnten wir die Ferien nicht zusammen verbringen, da unsere Eltern davon nichts wussten und meine erwarteten, dass ich meine Zeit mit ihnen und den Blacks verbringe.

Wir saßen alle gemeinsam am Esstisch.

„Und Madeleine. Schreibst du auch gute Noten?" fragte mein Vater und blickte mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Eh..Ja..schon." „Du sollst nicht stottern." „Tut mir Leid Maman." flüsterte ich und senkte den Kopf. „Aufrechte Haltung meine Liebe." zischte mein Vater. Ich widersprach nicht und gehorchte. In dieser Familie war es besser seinen Mund zu halten. „Wie läuft es mit dem Black Sprössling?" „Gut." „Freut mich. Walpurga und ich haben schon eure Hochzeit ein wenig ausgeschmückt. Der Musiker ist bestellt und die Location auch schon. Und Walpurga hat auch schon ein Brautkleid in Aussicht." „Wie bitte?" schockiert lies ich meine Gabel fallen und stand auf. Meine Eltern ebenfalls. „Junge Dame!" „Nein!" protestierte ich. „Was ist in dich gefahren?" „Ich will kein Brautkleid von ihr anziehen. Die will doch, dass ich am Ende in schwarz heirate." „Und jetzt?" „Ich heirate bestimmt nicht in schwarz und nicht ihr solltet meine Hochzeit planen, sondern wir sollten das. Wir sind gar nicht involviert. Sirius hat davon nichts mitbekommen, genauso wenig wie ich. Außerdem ist sie dick und das Kleid ist uralt." „Schätzchen, das ist eine Zweckhochzeit, du hast nichts zu sagen." „Wollt ihr mich verarschen?" rutschte es mir heraus und ich bereute meine Worte sofort. Stechender Schmerz durchzog mich. Erschrocken sah ich meinen Vater an. Seine Hand hielt er noch in der Luft. Er hatte mir tatsächlich eine Ohrfeige gegeben. Meine Hand fuhr an meine Wange. „Du wirst gehorchen!" „Nein." zischte ich. Jetzt erst recht. „Liebes." murmelte meine Mutter. „Nein. Ich will das nicht. Ich will auch nicht heiraten. Das Ganze ist total bescheuert. Ich will das nicht! Ihr könnt mich mal!" „Crucio!" rief mein Vater. Das letzte was ich sah, war wie ein Lichtstrahl auf mich zuraste.

Flashback Ende

„Ich liebe dich. Ich liebe dich. Ich liebe dich." Wir waren wieder im Raum der Wünsche. Seine Finger fuhren langsam durch meine Haare, dann über meine Wange. Ich zuckte leicht zurück. „Es tut mir so Leid." Entschuldigend legte er seine Lippen auf meine. Es war kein wirklich Kuss. Sie lagen einfach auf meinen. „Du kannst ja nichts dafür." flüsterte ich. „Trotzdem. Ich war nicht für dich da. Du hattest bestimmt beschissene Tage. Besonders Weihnachten und Silvester dort zu verbringen... Muss bestimmt schwer gewesen sein." Eine kleine Träne entfloh mir.

Flashback 31. Dezember, Montag

„Dir geht es nicht gut." stellte er fest und sah mich besorgt an. Ich saß vor dem Spiegel und schminkte mich. Er stand hinter mir und beobachtete. „Wird schon wieder." „Du bist stark." Seine Hände legte er auf meine Schultern. Schmerz durchzuckte mich. „Nicht wirklich." Ich lachte hysterisch auf. Ich schob den Seidenbademantel hinunter und entblößte meine nackten Schultern. Er zog die Luft ein. „Es tut mir so Leid." Ich lächelte ihn aufmunternd an. „Sie wollen, dass ich das Brautkleid deiner Mutter trage!" Seine Augen weiteten sich. „Wie bitte? Bestimmt nicht!" „Hab ich auch gesagt. Was denkst du für was ich die Schläge und den Cruciatus abbekommen habe?" Er schnaufte und sah mir tief in die Augen. „Ich werde das nicht zulassen Maddie. Und wenn es das Letzte ist. Ich will, dass du unsere Hochzeit geniest. Du kriegst dein eigenes Brautkleid." Er küsste mich flüchtig auf die Wange. „Wahrscheinlich planen sie schon wie viele Kinder wir haben sollen." übertrieb ich. „Zwei mindestens. Sie wollen erst einen Jungen, als Erbe. Falls es nicht klappt sollte der zweite ein Junge sein und das Mädchen außenvorgelassen werden." „Dein Ernst?!" Schockiert lies ich meine Wimperntusche fallen. „Das können sie nicht machen. Sirius!" Ich stand auf und packte ihn. Meine Hände legte ich jeweils an seine Wangen. „Sirius!" flüsterte ich verzweifelt. Sein Gesicht verzog sich schmerzhaft.

Er legte seine Hände auf meine Hüfte und drückte mich an sich. Ich schloss meine Arme um seinen muskulösen Oberkörper und legte meinen Kopf auf seine Schulter. „Wir schaffen das! Wir halten das durch."

„5...4...3...2...1...0!" Draußen schrien die Leute herum und die ersten Feuerwerke konnte ich durch das Fenster sehen.

„Frohes neues Jahr." Er drückte mich noch fester und setzte mir einen Kuss auf den Kopf.

„Frohes neues Sirius." murmelte ich unter Tränen und mein Blick wanderte zu dem kleinen Döschen voller Schmerztabletten, das auf dem Tisch stand.

Flashback Ende

„Ihr müsst also wirklich heiraten?" „Scheint so..." Traurig schloss ich meine Augen. „Was mach ich dann wenn ihr Mann und Frau seid? Bin ich dann deine schmutzige Affäre?" Er lachte leicht, doch ich stieg nicht mit ein. „Tut mir Leid, war nicht witzig." murmelte er entschuldigend und ich hätte beinahe über seinen Dackelblick lachen müssen.

„Bleib bei mir James!" Ich sah in seine braunen Augen. „Bleib bei mir." „Für immer..." „...und ewig." beendete ich seinen Satz und seine Lippen legten sich fordernd auf meine.

, Donnerstag

„Ich wäre für schwarze Rosen."

Ich sah von dem Magazin auf. War das etwa sein Ernst? Ich lächelte künstlich und sagte mit : „Sicher. Nicht."

Ich nahm meine Tasche und griff nach der Tablettenpackung.

„Schon wieder Maddie?" fragte Sirius mich argwöhnisch. „Ich weiß, ich weiß, aber die Schmerzen hören nicht auf." murmelte ich und nahm zwei Tabletten mit einem Schluck Wasser. Er seufzte hörbar. „Du solltest zu Madame Pomfrey." „War ich schon, brachte nichts." log ich.

Er verdrehte seine Augen.

„Naja okay zurück zum Thema. So kommen wir nicht weiter. Wir waren uns bei allem uneinig. Ich mein das dauert zu lange. Willst du nicht einfach entscheiden?" „Dann brauch ich tausend Stunden...nein danke."

Er grummelte.

„Hast du so einen Hochzeitsspruch?" fragte Sirius mich. „Jep." Er stöhnte auf. „Du etwa nicht?" „Bin noch dabei.. finde es aber schwierig die richtigen Worte zu finden." „Du weißt, dass du das nicht machen musst." „Ich will aber, dass wenigstens unsere Hochzeit gut wird." Ich sah ihn dankbar an.

Wir waren seit 2 Stunden im Gemeinschaftsraum, umgeben von Magazinen für Brautkleider, Anzüge, Blumen, Torten, Gesteck und und und.

Plötzlich ging die Tür auf und sofort sah ich auf. Ich dachte ich hätte jedem klar gemacht, bis heute Abend hier nicht aufzutauchen. Selbst die frechen Erstklässler hörten auf mich.

Aber es war James.

„Ernsthaft? Ihr seid immernoch hier?!" stöhnte er genervt.

„Jap Prongs." James kam zu uns rüber und beugte sich kurz zu mir hinunter. Er küsste mich kurz auf den Mund und setzte sich neben mich.

„Was ist das alles?" fragte er mich. „Weißt du doch, für die Hochzeit."

„Könnt ihr nicht mal eine Pause machen?" „James wir heiraten bald." „Ja in...hm.. schon 6 Monaten!?" meinte er sarkastisch. Er senkte seinen Kopf.

Er verhielt sich schon die letzten Tage so mürrisch. James wurde immer eifersüchtig, sobald wir das Thema Hochzeit anschnitten.

Ich sah zu Sirius, doch er wusste auch nicht weiter. Er fragte still ob er uns kurz alleine lassen sollte, aber ich schüttelte den Kopf.

James sollte endlich damit aufhören.

„Ich weiß, dich stört das Ganze, aber für uns beide ist das noch schlimmer okay? Wir werden dazu gezwungen nicht du." Mein Freund sah mich verständnislos an.

„Und für mich ist das etwa einfach? Du bist meine Freundin. MEINE!" Er wurde lauter und knallte die Magazine auf den Glastisch. „James!" rief ich entrüstet. „Ey Kumpel... komm schon." Sirius stand auf und ging zu ihm hin, aber James schüttelte seinen Arm weg und lief an ihm vorbei.

„Geh ihm nach." zischte Sirius mir zu. Genervt stöhnte ich auf und lief in den Jungenschlafsaal hinterher.

„Du kannst unten bleiben." grummelte James und legte sich auf sein Bett. Ich setzte mich neben ihn und nahm seine Hand. „Was ist los mit dir?" „Ihr heiratet. Das ist los."

James' Sicht

Sie verstand es nicht. Sie verstand gar nichts. Mal wieder.

„Kannst du mich bitte alleine lassen?" „James..." „Bitte Madeleine." „Verdammt was soll das? Du bist mein Freund und wir sollten uns gegenseitig unterstützen und naja. Man … ich versteh dich nicht mehr. Was soll ich denn tun?" „Du sollst gehen." Ich drehte mich von ihr weg und schloss meine Augen.

Laut schnaufend verließ sie das Zimmer und knallte die Türe zu.

Ich wusste, dass ich mich ihr gegenüber verständnislos verhielt, aber es lief nicht alles perfekt. Wir waren seit Monaten zusammen und sie konnte es einfach nicht sagen. Ich unterstützte sie bisher bei allem. Bei verdammt noch mal allem! Ich machte ihr klar wie wichtig sie mir war, aber dennoch konnte sie es nicht sagen. Sie konnte mich weder unterstützen, noch konnte sie es mir sagen.

Den ganzen Tag hing sie mit Sirius herum. Ihrem...Verlobten. Wenn ich das schon höre. Ich sollte ihr Verlobter sein, nicht er. Er war mein bester Kumpel und nun sollte er meine Freundin heiraten? Das ist einfach nur falsch. Ich wollte nicht ihr Geliebter sein und mich verstecken. Ich war ein Potter.

Warum konnte sie es nicht sagen?

, Sonntag

Sie merkte es. Sie merkte, wie ich mich veränderte. Und ich spürte, wie sie aufgab. Ich gab ihr keine richtige Chance, aber dennoch, warum kam sie nicht selbst auf die Antwort? Und warum gab sie so schnell auf? War ich ihr denn nicht wichtig genug? War ihre Hochzeit wichtiger?

Und es war der Anfang vom Ende.

Maddie's Sicht

„Arghh. Ich vertrage diese Kopfschmerzen nicht mehr!" Meine Hände drückten schmerzhaft an meinem Kopf. Ich stand von dem Sofa auf und lief aus dem Gemeinschaftsraum. Seit Wochen hatte ich diese Schmerzen und sie wollten einfach nicht aufhören. Ich rannte wie wild auf den Badezimmerschrank zu und griff nach den Tabletten.

Nach ein paar Minuten gingen die Schmerzen wieder zurück. Aber beruhigt hatte ich mich nicht. Wütend stützte ich mich am Waschbeckenrand ab.

„Geh zu Pomfrey, Boutier." Ich sah nach rechts und konnte Evans ausmachen.

„Ich meine es ernst. Du nimmst die Pillen seit Wochen und sie bringen dir nichts. Wenn du willst geh ich mit dir."

„Wie bitte?!" kreischte Poppy. Ich sah sie erschrocken an.

„Das ist viel zu viel meine Liebe! Sie werden schon als tablettenabhängig eingestuft, bei der Menge, die Sie pro Tag zu sich nehmen! Ist Ihnen das klar?"

„Die Schmerzen wollten nicht weggehen..." murmelte ich.

„Probieren Sie lieber diese Tränke hier. Und wenn die nichts bringen, kommen Sie schleunigst zu mir! Und bitte, reduzieren Sie ihren Tablettengebrauch!"

Und mit diesen Worten verschwand Madame Pomfrey.

Lily half mir aufzustehen und begleitete mich aus dem Krankenzimmer raus. „Hast du echt so viele genommen?" Ich antwortete nicht.

„Boutier...jetzt mal ernsthaft. Nicht, dass du wieder abrutschst." Und mit diesem Satz blieb ich stehen und drehte mich wütend zu ihr.

„Abrutsche? Willst du damit sagen ich bin verrückt? Geisteskrank? Ich habe nur Tabletten gegen meine Schmerzen genommen okay? Und das was damals war Lily, das geht niemanden was an. NIEMANDEN!" Ich lief schleunigst an ihr vorbei und bemerkte wie uns die Schülerschaft ansah. Mal wieder. Als hätten sie kein eigenes Leben, keine eigenen Probleme. War ich hier die Einzige, die Probleme hatte?!

Und mitten in der Menge stand er. James. Er sah mich an, aber ging nicht auf mich zu. Er sah mir direkt in die Augen, aber unternahm nichts. Ich fragte mich, ob er sich überhaupt Sorgen machte. Ich lief an ihnen allen vorbei und versuchte so schleunigst wie möglich dort wegzukommen.

Und ich war allein.

abends

Wir sagten nichts. Nein, wir lagen nur da. Es war still im Raum der Wünsche, denn es war keiner außer uns hier. Das Bett war groß und gemütlich und James' Schulter war es auch. Man könnte fast meinen es wäre idyllisch, doch das war es nicht.

Es war zwar keine peinlich Stille; angenehm war sie jedoch auch nicht. Ich hatte das Gefühl, wir hatten uns nichts mehr zu sagen. Er merkte, dass es mir schlechter ging, dessen war ich mir sicher.

Aber auch ihm ging es nicht gut. Ich verstand nicht, warum er mir nicht sagte was mit ihm los war oder warum er sich nicht um mich sorgte.

Ich wollte doch nur wieder seine Aufmerksamkeit, er war doch mein Freund. Das, was mir im Leben das Wichtigste war.

Doch plötzlich konnte ich seine Stimme hören. Sie war leise, doch ich hörte sie.

„Kann es sein..., dass du schwanger bist?"

Meine Augen weiteten sich entsetzt.

Ich denke, jeder normale Mensch würde jetzt aufspringen und ausrasten und leugnen und fragen warum er das denken würde und wie darauf kam. Aber nicht ich.

Ich fühlte mich unwohl, wagte es aber nicht mich zu bewegen. Ich blieb starr auf der Stelle.

„Nein, bin ich nicht." sagte ich mit ruhiger Stimme.

„Ah." Das war das Einzige was James dazu sagte. Ah. Ah. Ah.

„Wie kommst du darauf?" flüsterte ich nach etlichen Sekunden des Schweigens.

„Naja, du verhältst dich anders." „Dazu muss man nicht schwanger sein." „Ja, war ja nur eine Frage." „Was wenn es so wäre?" fragte ich ihn und drehte mich zu ihm. Er sah mich nicht an. Nein, sein Blick blieb an der Decke. „Weiß nicht. Wäre nicht so gut." „Hmm." Meine Augen fokussierten jede Aktion seinerseits. „Ohne Sex kann man nicht schwanger werden." meinte ich hart und er reagierte darauf. Er sah zu mir! „Was willst du damit sagen?" „Dass du mich seit einer Ewigkeit nicht mehr berührt hast." Er sah mich lange an.

„Du bist dünn." Es fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht.

„Du ekelst dich vor mir?" Schmerz machte sich in mir breit und ich kniff meinen Mund zusammen. Nein, keine Tränen!

„Du nimmst Tabletten." „Das ist dir also auch schon aufgefallen?" spie ich bitter hinaus. „Du heiratest meinen besten Freund." Ich setzte mich auf. „Was soll das? Willst du mir auflisten, was du alles an mir hasst und wie sehr eine Trennung besser wäre?!" Und wieder sah er mich an.

Er sagte nichts, sondern musterte mich nur. Dann stand er auf und ging zur Tür. Doch kurz davor blieb er stehen und drehte sich zu mir um.

„Ich liebe dich."

Verwirrt zogen sich Falten auf meiner Stirn.

„Aber die Frage ist, liebst du mich?"

Und damit lies er mich allein.

31. Januar, Donnerstag

Es war schon 11 Tage her und es kam mir wie eine Ewigkeit vor.

Ich war ohne James ein Nichts und mein Zustand verschlimmerte sich so sehr, dass selbst Lily Angst um mich hatte. Sie bemerkte, dass mein Tablettenkonsum stark wuchs und ich manchmal bis zu 5 Tabletten auf einmal nahm, aber was sollte ich denn machen? Ohne James wurde alles schlimmer. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren, nichts hatte mehr einen Sinn. Selbst Sirius konnte mich nicht trösten. Meine Kopfschmerzen wurden stärker denn je und ich fing auch an mich zu übergeben. Ich wusste nicht warum, dachte es wäre ein harmloser Magen-Darm Infekt.

Ohne James wurde alles schlimmer.

Hätte ich gewusst, dass er mit diesen Worten sich von mir verabschiedete und sich trennte, dann hätte ich ihm gesagt, wie viel er mir bedeutete. Aber das tat ich nicht.

Und so war ich nun wieder Single.

Es verbreitete sich wie ein Lauffeuer in Hogwarts und die Jungen waren froh, dass ich wieder auf dem Markt war, ebenso die Mädchen bei James.

Aber ich war nicht glücklich. Er mied mich, wo er nur konnte. Er sprach kein Wort mit mir und Sirius konnte mir nicht helfen.

James ließ niemandem mehr an sich heran und selbst die Anmachversuche der weiblichen Schülerschaft ließ ihn kalt – zu meiner Zufriedenheit.

Und da stand er wieder, allein, mit dem Rücken an der Korridor Wand und auf seine Schulunterlagen starrend. Er beachtete die kleinen Kinder, die um ihn herumrannten, nicht. Ich ebenfalls nicht, denn für mich gab es nur ihn.

Delia und Natasha verabschiedeten sich von mir, sie hatten Kräuterkunde. Ich stand allein und beobachtete ihn.

Warum tat er mir das an?

Wir waren doch glücklich, oder etwa nicht?

War ich ihm nichts wert? Okay ja ich weiß, er hatte mir gesagt, dass er mich liebt, aber dann würde er doch nicht so schnell aufgeben, oder?

Meine Wut wuchs. Wie konnte er es wagen?

Plötzlich fiel sein Blick auf mich. Er hatte mich entdeckt. Mein Atem stockte und ich bekam unter seinem Blicke eine Gänsehaut. Mein Herz fing an zu rasen, ich könnte schwören, es würde mir aus der Brust entspringen.

Kurz sah er mich an, dann wandte er seinen Blick ab und wollte sich auf den Weg machen. Meine Stimmung sank auf den Nullpunkt und meine Hände verkrampften sich.

War das sein Ernst? Läuft er jetzt schon vor mir weg?

Ich lief in seine Richtung, jetzt oder nie.

„James!" rief ich, doch er ignorierte mich und lief weiter. Ein paar Schüler wurden ruhig und beobachteten mich; ich sah sie böse an.

„James, bitte!" Ich rannte und holte ihn ein. Ich stellte mich direkt vor ihn, doch er sah mir nicht in die Augen.

„Ich hab jetzt keine Zeit." Er ging an mir vorbei. Eiskalt.

„Bullshit!" knurrte ich und drehte mich wieder in seine Richtung.

Ich blieb stehen und atmete tief durch. Er entfernte sich immer weiter von mir und mein Herz fing wieder an zu rasen. Er setzte mich unter Druck.

Ich bekam Panik und wurde unruhig. Ich ging einen Schritt vor, doch blieb wieder stehen. War es das Richtige? Man er ist so ein Idiot!

„James, ich liebe dich!" sagte ich mit lauter, erhobener Stimme und kniff fest meine Augen zusammen.

Als ich nichts hörte, öffnete ich langsam meine Augen und sah unsicher in seine Richtung.

Er blieb stehen.

Es wurde totenstill, keiner sagte ein Wort. Stattdessen beobachteten sie uns wie die Aasgeier, diese Nichtsnutze.

„Ich liebe dich, James!" wiederholte ich es und endlich drehte er sich zu mir um.

Er war mehrere Meter von mir entfernt und ich konnte seine Mimik nicht richtig erkennen, um sie zu deuten.

„Denkst du, das ist der richtige Ort um darüber zu reden?" antwortete er mit kalter Stimme. Mein Herz setzte aus. Als ob es ihm egal wäre.

Er deutete mir, dass ich ihm folgen sollte und so tat ich es vor dem gesamten Publikum. Das Flüstern fing an und ich versuchte mich nicht darauf zu konzentrieren. Sie sagten schreckliche Dinge; meinten er würde mich jetzt ewig hassen und es peinlich finden, das vor allen zu sagen. Sie meinten, er würde mich eh nicht mehr zurück nehmen.

Ich biss mir auf die Lippe und ging meinem Exfreund hinterher. Er blickte sich nicht noch einmal um und der Korridor kam mir doch so ewig vor.

Als wir am Ende angekommen waren, bog er rechts ab. Dort waren nur verlassene Klassenzimmer, die seit Jahren nicht mehr genutzt werden. Es war dort ruhig, zu ruhig, und ich bekam ein mulmiges Gefühl. Würde er mich anschreien?

Ich sah ihn nicht mehr und beeilte mich, ihm hinterher zu kommen. In der Sekunde, in der ich abbog, wurde ich plötzlich gepackt und gegen die Wand gedrückt. Erschrocken sah ich James an, uns trennten nur wenige Zentimeter. Ich dachte er würde einen Wutanfall bekommen, doch seine Augen sprühten gerade zu vor Freunde.

Er lächelte mich warm an.

„Sag es nochmal!" Meine Augen verrenkten sich leicht.

Und mit diesem Satz war ich wieder im Spiel. Ich grinste.