Hallo alle miteinander.

Erst einmal finde ich es einfach toll, wie viele leute diese Geschichte lesen, hätte ich nie mit gerechnet. Und viele dank für die lieben reviews... :)

Mich hat jemand angeschrieben, warum ich erst so viele kapitel hochgeladen habe und es dann auf einmal stoppte...nun der grund ist recht einfach. unter der woche wohne ich in einem wohnheim, wo ich kein richtiges internet habe. der "bunker" ist einfach zu solide und etwas hochlade sprengt wahrscheinlich die verbindung für alle und würde ewig dauern. also kann ich nur am wochenende (letzte woche hatte ich urlaub, dementsprechend zeit).

Ich könnte natürlich auch alles auf einmal hochladen, aber um ehrlich zu sein will ich das nicht. Wie ich am Anfang geschrieben habe, ist die geschichte eigentlich schon fertig...aber ich schreibe grad an einer fortsetzung und wenn ich ein oder zwei kapitel pro woche hochlade, gibt mir das auch ein wenig zeit...

Also, viel spaß mit dem neuen kapitel (auch wenn es etwas düster ist...keine sorge, wird bald besser... ;) ) und schönes wochenende an alle!


Als Harry das erste Mal erwachte, knirschte er mit den Zähnen vor Schmerzen. Sein ganzer Körper brannte und sein Blick war verschwommen. Auch wenn er seine Brille nicht auf hatte, war seine Sicht noch nie so schlecht gewesen. Automatisch krümmte er sich zusammen und hätte geschrien, wenn er nicht wusste, dass die Dursleys ihn dann an den Marterpfahl binden würden.

„Hush, Kind, alles wird gut", ertönte eine sanfte Stimme neben seinem Ohr. Er konnte sie im ersten Moment nicht zuordnen, bis sie laut „Poppy", schrie und er das penetrante Organ seiner Hauslehrerin erkannte. Was machte die denn in seinem Schrank?

„Hast du Schmerzen, Potter?"

Verwirrt hielt er sich die Ohren zu. Jetzt wurde es absurd. Madame Pomfrey und McGonagall würden nicht mal zusammen in seinen Schrank passen, wenn sie sich die Beine abschnitten. Vehement schüttelte er den Kopf.

„Harry, hast du Schmerzen?", fragte ihn McGonagalls Geist diesmal eindringlicher. Er gab ein leises Wimmern von sich und nur Sekunden später wurde ihm etwas Kaltes an die Lippen gedrückt. Er vermutete es war ein Trank, aber er schmeckte so widerlich, dass er ihn wieder ausspucken wollte.

„Oh nein, junger Mann. Du wirst ihn trinken!"

Jemand massierte seine Kehle, während seine Nase zugedrückt wurde. Gezwungenermaßen schluckte er, dann fühlte er einen Pick im Arm und die Dunkelheit verschlang ihn.

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„NEIN!", schrie er und fuhr hoch. War es dunkel oder hell? Er konnte es nicht mit Bestimmtheit sagen. Starke Arme drückten ihn zurück aufs Bett. Panik überkam ihn und er wehrte sich mit allem was er hatte.

„So wird das nichts, Albus", fiepte eine Stimme.

„P-Professor Flitwick?", stotterte Harry verwirrt.

„Wir sind da, mein Junge", hörte er und eine kleine Hand tätschelte ihm aufs Bein. Derweil hatte Albus (wer zur Hölle war Albus?) ihn an seine Brust gedrückt. Langsam beruhigte er sich wieder. Da war kein Vernon, keine Petunia. Niemand schrie ihn an oder schlug zu. Die Brust hinter ihm war warm und instinktiv legte er ein wenig den Kopf zur Seite und lauschte dem beruhigenden Herzschlag.

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Ob es nur Stunden oder Tage gewesen waren, wusste Harry nicht. Für ihn fühlte es sich an wie Jahre. Er hatte manchmal Alpträume, manchmal nicht. Immer wieder wachte er auf, aber er war nie allein. Ab und zu hörte er eine vertraute Stimme, dann war er so in seinem Wahn, dass er Niemand erkannte.

Als er zum ersten Mal mit klarem Kopf und ohne Schmerzen aufwachte, strahlte ihm die Sonne ins Gesicht. Blinzelnd griff er neben sich, um seine Brille zu suchen. Jemand drückte sie ihm in die Hand und vorsichtig setzte er sie auf. Über sich erkannte er die weiße Decke des Krankenflügels. Dann brach alles wieder auf ihn herab. Die Dursleys, Snape, Pomfrey, die ihn ausgeknockt hatte...

Er sah zur Seite und ins lächelnde Gesicht seiner Hauslehrerin.

„Endlich bist du wach", bemerkte sie und rief nach der Medihexe. Die kam sofort auf ihn zu gewuselt und drückte ihn rabiat zurück in die Kissen. Missmutig starrte er sie an.

„Sie haben mich ausgetrickst"

Die Medihexe hob nur eine Augenbraue und sprach ihre Diagnosezauber.

„Wie lange...?", fragte er und bemerkte das seine Stimme heiser klang. Er fühlte sich schwach und ausgelaugt. Als er seine Beine bewegte, konnte er es, aber es fühlte sich an, als hätte er schweren Muskelkater.

„Drei Tage. Du hattest sehr hohes Fieber, bis gestern Abend."

„Soweit alles in Ordnung", informierte sie Madame Pomfrey. „Die Erfrierungen sind vollkommen zurück gegangen und die Blutvergiftung ist auch raus. Du hast ganz schönes Glück gehabt, Potter, das Severus dich gefunden hat. Zwei Stunden später und es hätte zu spät sein können."

Er verzog das Gesicht und wandte sich ab. Er hasste den Gedanken, das die Fledermaus ihm das Leben gerettet hatte.

„Ich wäre auch gut allein zurecht gekommen, danke", knurrte er. McGonagalls Mund wurde schmal und sie gab ihm einen leichten Hieb auf den Hinterkopf. Es tat nicht weh, aber trotzdem sah er überrascht zu ihr auf.

„Wie gut du allein zurecht gekommen bist haben wir gesehen, junger Mann", sagte sie in ihrer besten Hauslehrerstimme und er musste fast lächeln. Irgendwie hatte er das vermisst. Nichts war schlimmer gewesen, als sie so emotionslos mit ihm reden zu hören.

„Was mache ich hier?", fragte er dann.

„Frühstücken", sagte Pomfrey und stellte ein Tablett vor ihm hin. Es bestand aus einem undefinierbarem grauen Brei.

„Ah ja...", sagte er wenig begeistert.

„Probiere es, bevor du meckerst", schnaubte McGonagall. Er warf ihr einen bösen Blick zu, nahm sich dann aber einen Löffel und schob sich ein winziges Bisschen in den Mund. Es schmeckte... es schmeckte einfach köstlich! Er konnte nicht definieren wonach, aber nach einer Woche, in dem er fast nichts gegessen hatte, fing sein Bauch an zu grummeln und er schaufelte sich den Brei hinein.

„Pubertierende Jungs", schmunzelte Pomfrey „immer wieder ein Rätsel."

Innerhalb von wenigen Minuten hatte er die ganze Schüssel verputzt und ein Liter Orangensaft obendrauf. Mit vollem Bauch fühlte er sich gleich viel wohler und er wollte schon die Beine aus dem Bett schwingen, aber irgendwie kam er nicht über die Kante. Verwirrt versuchte er es noch einmal, aber es war, als wäre um das Bett eine unsichtbare Mauer.

„Was soll das?", knurrte er aggressiv die zwei Frauen an. Sie warfen sich einen Blick zu, bevor Pomfrey antwortete.

„Du bist noch viel zu schwach um zu laufen..."

„Und deshalb sperren Sie mich hier ein?", seine Stimme war etwas lauter geworden.

„Würdest du sonst auf mich hören, Mr Potter? Wohl kaum!", knallte die Krankenschwester zurück und sah ihn funkelnd an.

„Aber..."

„Nichts aber, junger Mann. Du bleibst jetzt gefälligst ruhig, bis wir mit dir fertig sind!"

Angst überkam Harry. Die Krankenschwester war zwar immer etwas rabiater, aber so hatte sie noch nie mit ihm gesprochen. Außerdem war er an sein Bett gefesselt. Er fühlte sich wie ein Tier im Käfig.

„Mit mir fertig sind?", fragte er und hasste sich selber dafür, dass sein Stimme unsicher klang. Just in diesem Moment ging die Tür auf und herein kamen die zwei Männer, die er im Moment am allerwenigsten sehen wollte. Dumbledore und Snape. Frustriert schloss er kurz die Augen. Die zwei Lehrer setzten sich zu McGonagall und Pomfrey um sein Bett und sahen ihn an. Jetzt war es wirklich wie im Zoo. In seiner Unsicherheit griff er auf das einzige Mittel zurück, dass in der Vergangenheit immer geholfen hatte, er wurde wütend.

„Wann darf ich gehen?", fragte er kalt.

„Und wo willst du hin?", fragte Dumbledore sanft. Oh wie er diesen besserwisserischen Ton hasste.

„Egal...Hauptsache weg von hier."

„Nun das tut mir leid, aber da wir mitten im Schuljahr haben, können wir dich leider nicht weg lassen."

„Wer hat mich denn hier raus geworfen?", fragte Harry und warf dem Schulleiter einen bösen Blick zu, bevor er sich abwandte.

„Und Sie", sagte er zu Snape gehässig „haben Sie nicht Jemanden anderen um den Sie sich kümmern sollten?"

Snape ließ sich jedoch nicht so leicht provozieren und verschränkte nur die Arme. Keiner der Erwachsenen sagte etwas und das war viel schlimmer, als wenn sie ihn anschreien würden. Sie starten ihn nur an. Harry sah von einem zum Anderen und fühlte sich von Sekunde zu Sekunde unwohler.

„Was wird das hier? Harry bashing?"

Wieder sagte Niemand etwas. Er zwang sich ruhig zu bleiben, musste aber stark schlucken, bevor er wieder etwas raus brachte.

„Was wollen Sie von mir?", fragte er leiser als vorher.

„Das du uns zuhörst", sagte Snape. Harry konnte nicht anders als die Augen zu verdrehen.

„Ist ja ganz was neues", murrte er. Wieder verfielen sie in Schweigen und nachdem Niemand auf sein weiteres Grummeln reagierte hob er abwehrend die Hände.

„Okey, okey, ich bin ruhig."

„Gut, denn was wir dir sagen wollen, ist wichtig", fuhr Dumbledore fort. „Zuerst einmal will ich dir Mitteilen, dass dein Schulverweis aufgehoben wurde."

Überrascht und auch ein wenig hoffnungsvoll sah Harry auf.

„Warum?"

„Weil wir eingesehen haben, dass zum Lehrersein mehr gehört, als nur das Verteilen von Strafen", sagte Dumbledore geheimnisvoll. Harry beschloss das Mal so hinzunehmen. Er verstand eh immer nur die Hälfte, wenn der Schulleiter mit ihm sprach.

„Allerdings ist dein Hierbleiben an Bedingungen geknüpft." Jetzt kommt´s...

„Erstens: Du wirst so lange hier im Krankenflügel bleiben, bis Madame Pomfrey dich entlässt."

„Also niemals", murrte Harry und Pomfrey schmunzelte. Sie wusste wie sehr er es hasste hier zu sein.

„Zweitens: du wirst für die nächsten Wochen permanent unter der Beobachtung von uns stehen. Uns, das sind nicht nur wir vier, sondern das gesamt Lehrerkollegium."

Jetzt wurde es Harry erst kalt, dann heiß.

„Nun, Schulleiter, dann muss ich leider ablehnen."

„Diese Möglichkeit steht dir nicht offen."

„WAS?"

„Auch ohne deine Aussage hatten wir genug Beweise zusammen, um ein Verfahren gegen deinen Onkel und deine Tante einzuleiten. Ihnen wurde das Erziehungsrecht für dich aberkannt. Das heißt wiederum, du hast keinen Ort an dem du abgesehen von Hogwarts gehen kannst. Deshalb hat das Ministerium beschlossen, das Erziehungsrecht der Schule zu übertragen."

McGonagall warf ihrem alten Freund einen schrägen Blick zu. Das hörte sich alles so einfach an. Das Albus dem Ministerium zwei Tage die Türen eingerannt hatte, um sein Ziel zu erreichen, verschwieg er.

„Der Schule?", fragte Harry völlig aus der Bahn geworfen. „Wie kann eine Schule Erziehungsberechtigter sein?"

„Es ist nicht direkt die Schule, sondern der Lehrkörper."

Harry verschluckte sich beinah. Das war ja so, als würde man fünf Elternpaare auf einmal haben, die einem hinterherrannten... Schrecklich!

Dann kam ihm jedoch ein vollkommen anderer Gedanke, der noch viel Schlimmer war. Sie wussten es! Und ihren Gesichtsausdrücken zu schließen wussten sie alles! Kurz fuhr er sich über die Brust. Der Schmerz war verschwunden, also hatten sie seine Wunden bemerkt. Er fühlte sich plötzlich so verwundbar, wie noch nie in seinem Leben.

„Lassen Sie mich raten. Das war wieder ihre geniale Idee?", brüllte er ohne Vorwarnung los und machte Anstalten sich auf Dumbledore zu stürzen. Jedoch hielt ihn die gleiche Macht davon ab, die ihn auch am Aufstehen hinderte.

„Ja, allerdings", nickte Dumbledore ruhig.

„Ich denke das hat eh keinen Sinn mehr mit mir?", blaffte er jetzt Snape an, der tatsächlich ein wenig schuldbewusst zusammen zuckte, als er sich an seinen Kommentar erinnerte. Die beiden Lehrer tauschten einen Blick aus.

„Harry, du hast offensichtlich ein Problem mit mir", sagte Dumbledore jetzt und sah ihn offen an. „Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt um damit heraus zu rücken."

„Ich habe kein Problem", knurrte er und überkreuzte die Arme vor der Brust.

„Das sehe ich anders."

„Dann ist es vielleicht Ihr Problem."

„Mein Junge, ich kann die nicht helfen, wenn..."

„HÖREN SIE AUF MICH SO ZU NENNEN!", schrie Harry los. „Ich bin nicht ihr Junge!"

Snape musste sich das Lachen verkneifen, auch wenn nichts Komisches an der Situation war. Aber immerhin sagte er das dem Schulleiter auch ständig. Harry sah das und warf sich jetzt auf ihn.

„Was gibt es da zu grinsen, Snape? Das Sie mich hassen, okey damit kann ich umgehen, aber Sie haben mir schon meinen besten Freund weggenommen, reicht das nicht? Wollen Sie mich noch ein wenig mehr leiden sehen? Schön, Sie haben es geschafft! Stolz darauf mein Leben gerettet zu haben? Wissen Sie was, Sie übergroße Fledermaus? Das ist mir scheiß egal! Warum haben Sie mich nicht einfach da liegen lassen? Dann wäre es immerhin vorbei!"

Der Zorn nahm ihm fast die Luft weg und Madame Pomfrey wollte ihn besorgt an der Schulter packen, aber er riss sich los.

„Fassen Sie mich nicht an! Ich hab persönlich nichts gegen Sie oder Sie, wo wir gerade dabei sind", sagte er zu McGonagall, die ihn bleich ansah „aber Sie sagen doch auch nur zu allem ja und amen, was er", er deutete anklagend auf Dumbledore „sagt."

Harry spürte wie ihm die Tränen in die Augen stiegen und das machte ihn noch wütender. In der selben Lautstärke fuhr er wieder an Dumbledore gewandt fort:

„Ist Ihnen eigentlich klar, dass Sie hier mit Menschen zu tun haben und nicht mit Schachfiguren? Wenn Sie meine Eltern angeblich so sehr geliebt haben, wie konnten Sie dann nur...Wie konnten Sie..."

Er kam nicht mehr weiter, denn die Schluchzer wollten aus ihm heraus. Aber das konnte er nicht zulassen. Heulen war für Schwächlinge, aber er war nicht schwach!

„Wie konnte ich was?", harkte Dumbledore unbarmherzig nach. Harry schüttelte den Kopf, aber irgendwie musste es jetzt heraus. Zehn Jahre Hass, Verzweiflung und Einsamkeit brachen aus ihm heraus.

„Wie konnten Sie mich nur zu diesen Leuten geben? Sie hassen mich! Ich habe die Briefe gefunden, die Sie meinen Eltern geschrieben haben, bevor... Sie waren in einer Kiste, die Petunia verbrennen wollte. Ich habe sie alle immer wieder gelesen. Sie haben geschrieben, das sie wie eine Familie sind. Und ich habe gewartet. Jeden verdammten Tag habe ich gewartet, dass Sie mich wieder da raus holen. Aber das haben Sie nicht. Und dann kam ich hier hin und habe Sie getroffen und sie sind zur Hölle noch mal der mächtigste Zauberer, der mir je begegnet ist. Aber Sie haben mich einfach allein gelassen und..."

Wieder brach er ab. Er konnte die Stille der Erwachsenen nicht länger ertragen. Ihre mitleidigen Blicke brannten sich ihm durch die Haut und er wollte nur noch rennen. Wohin war nicht wichtig. Nur weg von hier. Irgendwo hin, wo er allein sein konnte. Aber er war gefangen auf seinem Bett und er durfte nicht weinen und verdammt noch mal, er wollte es gerade unbedingt!

Dumbledore näherte sich bedrohlich und Harry zuckte zurück, aber der Schulleiter schnappte sich den zappelnden Dreizehnjährigen und umschlang ihn mit seinen Armen. Harry spürte, wie sein Rücken an Dumbledores Brust gedrückt wurde und wie sehr er auch mit den Beinen strampelte, er kam nicht weg.

„LASSEN SIE MICH LOS!", brüllte er und wehrte sich mit aller Kraft.

„Nein", sagte der Schulleiter ruhig, ohne ein Anzeichen von Anstrengung.

„Hören Sie auf damit, lassen Sie mich LOS!"

„Nein", wiederholte Dumbledore schlicht.

„Sie haben kein Recht... Sie waren nie da... Verdammt lassen Sie mich los!"

„Nein", sagte Dumbledore ein drittes Mal und diesmal verstand Harry, dass er wirklich nicht los lassen würde. Etwas in ihm brach und eine Träne rollte seine Wange hinab. Er wollte sie schnell weg wischen, aber seine Arme waren eingeklemmt.

„Bitte...", flehte er leise und es zerbrach allen Vieren fast das Herz, doch Dumbledore flüsterte ihm nur ins Ohr:

„Weinen ist keine Schwäche, mein Sohn!"

Als hätte er auf die Erlaubnis gewartet, brach der Damm und immer mehr Tränen rannen ihm übers Gesicht. Je mehr er dagegen ankämpfte, desto mehr Tränen kamen.

„Ich hasse Sie", schluchzte er und drehte sich gleichzeitig ein wenig zur Seite, damit er seinen Kopf an Dumbledores Schulter lehnen konnte. Der Schuleiter lockerte seinen Griff ein wenig und Harry hob seine Faust und schlug sie dem Schulleiter gegen die Brust. Alle Kraft hatte ihn verlassen, deswegen war der Schlag kaum zu spüren. Trotzdem tat er es noch zwei Mal.

„Ich wollte doch nur, dass sie mich lieben", schluchzte er er irgendwann und es fiel den Anderen schwer ihn zu verstehen. „Ich wollte doch nur in ihre perfekte, kleine Familie passen. Aber ich war immer... ein Freak. Sie wollten mich doch nie."

„Hush, Junge", brummte Dumbledore und wiegte ihn ein wenig vor und zurück. Eine einzelne Träne fiel in seinen silbernen Bart. Den anderen erging es nicht besser. McGonagall und Pomfrey schnäuzten sich offen in ein Taschentuch und selbst Snape hatte Mühe seine starre Miene aufrecht zu halten. Es war ihr Plan gewesen, den Jungen so an seine Grenzen zu bringen, damit er endlich alles heraus lassen konnte. Den Zorn, die Frustration und auch die Tränen. Neville hatte ihm erzählt, dass Harry einmal heraus gerutscht war, dass es ihm verboten war zu weinen, schon seit er zwei Jahre alt war. Trotzdem bestürzte sie alle der Anblick von dem gebrochenen Jungen, der jetzt in Dumbledores Armen eingeschlafen war.

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