Nächstes chap für euch!
Kapitel 8: Gespräche
James trug Lily den ganzen Weg nach Hause. Er setzte sie nicht ab, bis sie wieder im eigenen Wohnzimmer waren und sie sich endlich sicher fühlte.
Sie setzten sich zusammen aufs Sofa, eigentlich hatte James Lily jetzt auf dem Schoss, da sie sich auf keinen Fall von ihm lösen wollte. Sie war tief geschockt und zitterte noch immer.
Prongs ergriff die Gelegenheit um endlich den Streit zu beenden.
„Es tut mir so Leid!", schluchzte er in ihre Halsbeuge. (A/N: Haltet das jetzt bloß nicht für unmännlich, ich steh auf Typen, die auch mal heulen können!) „Ich bin so ein Idiot, ich hab dich alleine gelassen. Und ich hab mich grauenvoll benommen. Ich versteh immer noch nicht, wie ich so ein wunderbares Mädchen zur Frau bekommen werde! Ich glaube, ich verdiene dich gar nicht"
Die Tränen rannen seine Wangen hinunter.
Sie weinte mit ihm.
„Du hast doch gar nichts gemacht! Ich hatte das echt mal verdient. Ich hätte dich nicht so ärgern sollen, so was macht man nicht! Und von wegen, du verdienst mich nicht. Ich versteh das nicht, wie ich so einen tollen Mann abbekommen hab. Das kommt mir so unwirklich vor, wieso hab gerade ich dieses Glück?"
Das Paar saß noch bis tief in die Nacht auf dem Sofa und pries die Qualitäten des jeweils anderen. Es wurden viele Tränen vergossen, die schon längst überfällig waren. Und in dieser Nacht schlossen die beiden den innigsten Bund, der sie nun endgültig, für alle Zeiten, fest zusammenschweißte.
/-/
Beide erwachten morgens auf der Couch, mit Kopf- und Nackenschmerzen von der sehr unkomfortablen Nacht. Bei Lily kamen auch noch etliche Verletzungen und Hämatome dazu, die sie von der gestrigen Aktion zurückbehalten hatte. Keiner sprach ein Wort, als sie sich anzogen und James beide dann ins St. Mungos brachte, in dem Lily wieder geheilt wurde.
So gesund wie eh und je verließ Lily die Heilanstalt wieder, ohne blaue Flecken und Schmerzen. Beide gingen sehr vorsichtig miteinander um, sie waren ausgesprochen schüchtern, als ob sie den anderen gerade erst für sich gewonnen hätten, ganz behutsam, als könne der andere augenblicklich wie eine Porzellanfigur zerbersten.
Der nächste Abstecher war zu Ollivander's, wo ein Ersatz für Lilys Zauberstab gekauft wurde.
Schüchtern zogen sich beide erst einmal in gegenüberliegende Ecken ihrer Wohnung zurück als die Tour durch London beendet war. Sie dachten beide nur nach, über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
„Was soll ich jetzt nur machen? Wir sitzen hier beide rum, ohne ein Wort zu sagen und nur, weil wir beide uns dumm benommen haben, wir haben nicht nachgedacht, solche Dinge zu sagen oder zu tun. Ich hab sie angebrüllt, und sie erzählt mir, dass sie mich nicht verdient hat? So ein Blödsinn. Wer verdient schon einen eingebildeten Trottel? Ich hätte nicht überreagieren sollen. Hoffentlich passiert so etwas nicht noch einmal! Aber wie wird das erst, wenn wir verheiratet sind? Ich hoffe doch sehr, dass wir dann erwachsen genug sind um solche Sachen zu vermeiden. Und wenn uns so was vor unseren Kindern passieren würde? Die würden mich als grausam und ihre Mutter als ein im Selbstmitleid ertrinkendes Wesen betrachten. …Ob Lily überhaupt Kinder mit mir haben will? … Wir müssen dringend reden"
Im anderen Zimmer:
„Wir sind schon seltsam. Wir sind verlobt und gehen wie verknallte Kinder miteinander um. Er hat sich ja auch schon entschuldigt. Aber hätte ich ihn nicht so provoziert, wäre dass alles nicht passiert, und außerdem wäre ich um Berührungen von einem alten, schleimigen Ekel gekommen"
Bei diesen Gedanken schüttelte Lily sich.
„Ich versteh gar nicht, warum er sich jetzt so entschuldigt hat. Ich hatte das echt verdient.
… Ich glaube, wir müssen miteinander reden"
Beide erhoben sich aus ihrer Sitzposition und wollten den anderen suchen gehen. Sie hielten beide die Köpfe gesenkt, immer noch nachdenkend. So kam es, dass die in der Mitte der Wohnung zusammenprallten und beide rückwärts auf die Fliesen fielen.
„Au!", rief Lily und rieb sich den Kopf, als sie auf dem Boden lag. Sie wollte grade wieder aufstehen, doch James war schon aufgesprungen und hielt ihr seine Hand entgegen. Sie ergriff sie dankbar.
Beide standen im Flur und versuchten, den anderen nicht anzusehen. Schließlich fasste Lily sich ein Herz und sagte: „James, ich glaube, wir müssen miteinander reden"
Er nickte.
Sie ließen sich nebeneinander auf der Couch nieder.
„Lily, ich kann nur noch einmal sagen, dass es mir schrecklich Leid tut. Ich hab mich einfach schrecklich benommen. Das macht kein anständiger Kerl!"
„Es tut mir doch auch so Leid. Lass uns nie wieder streiten, ja? Lieber sofort zum anderen gehen und ihm alles erzählen. Wir müssen Kompromisse schließen, dass unsere Beziehung länger als 2 Jahre funktioniert. Und wir müssen uns wirklich vollkommen vertrauen und vor allem: das Vertrauen des anderen nicht missbrauchen"
„Du hast Recht. Ich vertraue dir ja vollkommen"
„Dann scheu dich bitte nicht mehr, nie wieder, mir zu sagen, was du fühlst oder warum du jetzt eine bestimmte Sache haben möchtest. Wir müssen den anderen respektieren und ihn verstehen. Wenn du mir gesagt hättest, dass es dir nicht gut geht, du Kopfschmerzen hast und dir alles weh tut, hätte ich dich bestimmt nicht provoziert und hätte dir sofort geholfen. Glaubst du, dass ich noch keinen Kater hatte?"
Er lächelte bei diesem Gedanken.
„Du hast Recht. Nur zusammen werden wir es schaffen unseren Weg durchs Leben zu meistern. Keiner von uns kann das alleine"
Beide schwiegen.
Lily kicherte.
„Was?", fragte er neugierig.
„Ich hab mir uns nur gerade als Ehepaar vorgestellt, mit Falten, Runzeln und grauen Haaren, und um uns eine ganze Schar von…" Sie stoppte.
„Von was?"
Sie errötete.
„Nun ja… von Enkelkindern. … Es sei denn… du möchtest keine Kinder haben"
James runzelte die Stirn.
„Ich hab noch nie darüber nachgedacht", gab er preis. „Aber lass mich überlegen… natürlich will ich Kinder haben!"
Sie fiel ihm um den Hals.
„Das war bisher meine größte Sorge. Ich hab mir schon immer Kinder gewünscht… und ich hatte solche Angst, dass du gar keine haben willst!", beichtete sie ihm.
„Mein Schatz, natürlich will ich gerne Kinder mit dir haben. Und selbst wenn nicht… mit 2 oder 3 Rackern hätte ich mich schon anfreunden können. Spätestens, wenn ich sie als frischgebackener Papa auf dem Arm hätte"
Lily stellte sich die Situation vor: Sie, in einem Bett, verschwitzt und körperlich fertig, daneben James, grinsend und mit ihrem Kind auf dem Arm…
Das musste doch wundervoll sein! Und dann erst 2 oder 3! Soweit hatte sie noch gar nicht gedacht…
„Na, na. Wie fändest du es, wenn wir erstmal mit einem anfangen würden?"
„Gute Idee!" Er grinste sie schelmisch an. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das schaffen werden"
Sie grinste zurück.
„Aber ich würde schon gerne verheiratet sein, wenn das passiert"
„Tja, dann müssten wir vielleicht mal heiraten. Was hältst du von dieser Idee?"
„Brilliant!" Sie tat überrascht.
„Wann wollen wir denn eigentlich?"
„Im Frühling! Nicht im Winter, da ist es zu kalt, im Sommer ist es zu warm und im Herbst ist es zu farblos, also im Frühling"
„In Ordnung. Welcher Monat?"
„Vielleicht im Mai?"
„Gute Idee. Wir müssten wirklich mal langsam planen!"
Sie überlegte.
„Sollen wir das alleine machen oder Hilfe anfordern?"
„Von wem denn?"
„Ich will keinen schwulen Heiratsplaner, nein, ich will das selbst machen. Ich hatte nur an tatkräftige Unterstützung gedacht, vielleicht an unsere Eltern"
James stöhnte. (A/N: Könnt ihr euch schon denken, warum? grins
„Was ist los?", fragte Lily besorgt.
„Meine Mutter!", klagte James.
Sie lachte, dann wurde sie gleich wieder ernst.
Lily stützte den Kopf in die Hände.
„Nein, das können wir uns nicht antun"
Er nickte zustimmend.
„Warte, ich hab die Idee!"
Sie wirkte gespannt.
„Wir machen das nicht mit unseren Eltern, sondern mit Sirius, Remus, Kate und Sarah. Die helfen uns bestimmt, und mit unseren Freunden macht das doch doppelt Spaß!"
„Das ist eine tolle Idee, mein Jamie-Schatz! Wenn wir schon grade dabei sind, ich hoffe wir sind uns einig, dass Sirius und Remus Trauzeugen werden und Kate uns Sarah meine Brautjungfern?"
„Ist doch klar!"
Damit war dann alles abgeklärt. Nun konnten die Vorbereitungen erst richtig anfangen!
Ende Kapitel 8
