Kapitel 8
Er schlug sich geduckt noch etwas durch das Gebüsch, nur um gerade noch zu erkennen, wie sich Eden zu ihren Komplizen wandte und zum Sprechen ansetzte.
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„Wir
haben nicht mehr lange Zeit, um alles auf die Beine zu stellen. Wir
hinken unserem Zeitplan schon ziemlich hinterher."
Sie verzog
ärgerlich das Gesicht und schaute ihre beiden Freunde an, als
würde sie von ihnen Beiden nichts weniger, als eine perfekte
Lösung des Problems erwarten.
Während das blonde Mädchen
beschämt in eine andere Richtung schaute seufzte der Junge
genervt.
„Eden, wir können auch nichts dafür, dass
nicht alles so gelaufen ist, wie geplant."
Er stockte kurz, als
er ihren wütenden Blick bemerkte und hob abwehrend die
Hände.
„Außerdem," fuhr er in einem, wie er wohl
hoffte beruhigenden Tonfall fort „haben wir ja schon einmal die
Lieferung mit dem Material."
Eden seufzte.
„Ja, ihr habt ja
Recht. Tut mir Leid Nathaniel."
Sie wandte sich zu dem Mädchen
und lächelte.
„Bei dir auch Meredith."
Die
abgesprochene lief bis über beide Ohren an und spielte nun sehr
interessiert mit einer Haarsträne.
„K-kein Problem,
Eden."
Draco blinzelte kurz, bevor er wieder ungläubig nach
vorne schaute.
War das wirklich seine
Schwester?
Nach der Entschuldigung war er sich da gar nicht mehr
so sicher...
Der Junge, Nathanael, wie sich Draco mit einem
Zähneknirschen erinnerte, wandte sich wieder an Eden.
„Wir
machen es also nach wie vor am vereinbarten Termin?"
Eden machte
sich nicht die Mühe aufzusehen, als sie sich ,während sie
antwortete, einen Knoten aus dem Haar zog.
„Ja, es ist abgesehen
von dem Bankett am Ende des Schuljahres die einzige Möglichkeit,
an der wir so viel Aufmerksamkeit bekommen können, und so lange
wollen wir ja nicht wirklich warten."
Sie drehte die betroffene
Strähne noch einmal aufmerksam in der Hand und schaute dann
breit lächelnd auf.
„Wir werden in die Schulgeschichte
eingehen!"
Sie schaute noch einmal in den Himmel, der sich immer
dunkler anlaufend über den See spannte und runzelte die
Stirn.
„Ich glaube wir sind schon ein wenig über der
Ausgangssperre. Lasst uns lieber reingehen, bevor das Tor geschlossen
wird."
Immer noch zufrieden mit sich und der Welt, hackte Eden
sich bei ihren beiden Komplizen unter und machte sich auf den Weg
zurück zum Schloss.
Zurück blieben zwei Personen, die
noch immer totenstill im Gebüsch hockten und sich im Dämmerlicht
anstarrten.
Schließlich brach Ginevra die Stille.
„Und,
was denkst du?"
Draco verzog das Gesicht.
„Ich denke, dass
dieser Kerl, sollte er es noch
einmal
wagen meine
kleine
Schwester so
anzusehen, einen gratis Platz im Mungos sicher hat."
Sehr zu
seinem Verdruss nahm sie sein düsteres vor sich hin starren zum
Anlass laut loszulachen.
„Du hörst dich ja schon an, wie
Ron!"
Draco verzog den Mund.
„Du weißt, wie man
jemanden aufmuntern kann, nicht wahr?"
Er schaute sie mit
spöttisch hochgezogenen Augenbrauen an.
-und wunderte sich,
dass ihm vorher noch nie ihre Augen aufgefallen waren.
Braun, mit
goldenen Sprenkeln in der oberen Ecke...
Sie errötete unter
seinem Blick, beugte sich allerdings vor, als er ihrem Gesicht immer
näher kam-
„Ist da wer?"
Sie stoben auseinander, als
jemand ganz in der Nähe ihres Versteckes zu rufen begann.
„Ich
habe euch ganz genau reden gehört! Kommt raus, es hat keinen
Zweck!"
Was als nächstes geschah machte Draco klar, dass
ihn, wie schon früher am Tag festgestellt, irgendwer da oben
hassen musste, denn Ginevra suchte sich gerade diesen Moment aus, das
Gleichgewicht in ihrer hockenden Position zu verlieren und mit einem
lauten Plumpsen hintenüber zu fallen.
Mitten auf ihr
drauf.
Und ihn mit umzureißen.
Schritte näherten
sich und wenige Sekunden später tauchte das breitgrinsende
Gesicht von Professor Slughorn über ihnen auf.
„Miss
Weasley, Mr. Malfoy, von ihnen
beiden
hätte ich so etwas nicht erwartet! Lassen sie sich nur besser
nicht von Mr. Weasley erwischen."
Ginevra rappelte sich auf,
während sie bis über beide Ohren rot anlief.
„Es ist
nicht das, wonach es aussieht, Sir!"
Slughorn zwinkerte den
Beiden verschwörerisch zu.
„Keine Sorge, ich war auch
einmal jung.
Und deshalb werden sie beide auch nur wegen der
Ausgangssperre kriegen."
Er lachte noch einmal auf eine Art und
Weise, die ihn Draco nur noch unsympathischer machte.
„Das
nächste mal sollten sie sich allerdings ein besseres Versteck
suchen!"
Oh, wie er ihn haßte!
