Amicitia et fides
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Freundschaft und Treue
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Hallo ihr Lieben,
Und wieder ein neues Kapitel für euch. Ich hoffe, ihr seid alle gut in den Dezember gekommen und öffnet fleißig eure Adventskalendertörchen hihihi
Schön fleißig weiter reviewn.
LG Lucia
Disclaimer: Die Welt von Harry Potter gehört J. K. Rowling.
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Kapitel 8
Sorge
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Kaum zwei Tage, nachdem er seinen lange zurückgehaltenen Brief abgeschickt hatte, hielt Severus Lucius' Antwort in Händen. ‚Hat doch heilsam gewirkt, ihn ein bisschen zappeln zu lassen', dachte er zufrieden. Hastig erbrach er das Siegel und begann zu lesen. Doch während sein Blick eilig über die Zeilen huschte, wurde sein Gesicht von Sekunde zu Sekunde bleicher. Als er fertig war, stand er lange Zeit bewegungslos mitten im Raum.
‚Dieser Idiot! Dieser verdammte Idiot!'
Severus schüttelte sich leicht, um die Starre loszuwerden, die vorübergehend von ihm Besitz ergriffen hatte. Dann machte er sich daran, eine Antwort zu verfassen.
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Sehr geehrter Mr. Malfoy,
Ihre Nachricht habe ich an Ihren Sohn übermittelt. Ich hoffe doch sehr, dass Sie mit Ihrem Satz über die Personen, denen er kein Vertrauen schenken soll, nicht auf mich anspielen?!
Hochachtungsvoll
Prof. Severus Snape.
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Lucius,
nenn mir einen vernünftigen Grund, warum ich dich belügen oder dir gegenüber heucheln sollte, nur einen einzigen. Was hättest du aus deiner disparaten Situation heraus mir noch zu geben, das ich nicht mit wesentlich weniger Aufwand, Risiko und Verlust an Nerven von einem anderen bekommen könnte? Wieso also sollte ich heucheln?
Der erste Abschnitt meines Briefes war durchaus ernst gemeint – der Satz „Du arrogantes Arschloch!" war tatsächlich das Erste, was mir nach dem Lesen deines vorangegangenen Schreibens in den Sinn kam.
Ich habe es nicht nötig, dich mit Floskeln zu beliefern, und es liegt mir fern, mich bei irgendjemandem anzubiedern. Der Begriff ‚Freundschaft' hat in meinem Leben keine große Rolle gespielt, das weißt du so gut wie ich. Und ich werde auch künftig niemandem Zuneigung heucheln, für den ich keine empfinde.
Selbstverständlich habe ich Dracos Brief an dich gelesen.
Ich soll den Jungen von Bellatrix und Rodolphus fernhalten? Wie stellst du dir das vor? Ich habe schon mehr als genug damit zu tun, ihm den Tod vom Leib zu halten und die sinnlose Verwüstung zu beseitigen, die er in seinen inkompetenten Versuchen, Dumbledore zu ermorden, anrichtet. Draco weigert sich nach wie vor, sich in der Erfüllung seiner Aufgabe von mir helfen zu lassen. Vor zwei Tagen hätte er fast den Tod einer Mitschülerin verschuldet. Ich brauche dir sicher nicht zu sagen, was es bedeuten würde, wenn herauskäme, dass er dafür verantwortlich ist, eine Siebzehnjährige auf Monate ins St. Mungo's geschickt zu haben. Dein Sohn hat sich übrigens auch geweigert, mir eine Nachricht an dich zu übergeben. Sein Misstrauen gegen mich ist mittlerweile so groß, dass er jedes Gespräch mit mir ablehnt. Ich vermute, das haben wir deiner reizenden Schwägerin Bellatrix zu verdanken.
Lucius, du hast mich schon oft beleidigt, aber noch nie so sehr wie mit deinem Ansinnen, ich sollte mich von Narcissa für meine Unterstützung eurer Familie bezahlen lassen. Ich war noch niemals käuflich. Was ich tue, das tue ich aus Überzeugung, rationaler Erwägung und meinem eigenen freien Willen heraus. Wage es noch einmal, mir Geld anzubieten, und wir sind auf ewig geschiedene Leute! Statt mich im Voraus für deine „Inkorrektheiten" materiell entschädigen zu wollen, versuche lieber, nachzudenken, bevor du etwas schreibst, tust, etc. Das wäre vermutlich auch für dich selbst von großem Vorteil.
Was, verdammt noch mal, hast du jetzt wieder angestellt?!? Ich soll mich auf eine längere Wartezeit bezüglich deines Antwortschreibens einstellen? Das darf doch nicht wahr sein! Lucius, du dummer, idiotischer –. Was hat die Eiche von ihrem Stolz, wenn sie daran zerbricht?! So kurzsichtig verhalten sich nur großtuerische Gryffindors! Mut und Stolz ohne Verstand bringen dich nirgendwo hin, Lucius! Warum, verflucht, kannst du dich nicht wie ein Slytherin benehmen?! Biege dich, ducke dich, verberge deine wahren Gedanken und Gefühle. Ich will dich nicht tot sehen, Lucius! Reiß dich endlich zusammen und unterwirf dich den Regeln Askabans! Nicht um ewig auf dem Bauch zu kriechen, sondern um zu überleben – solange, bis wir eine Möglichkeit finden, dich zu befreien.
Deine Frau hat allen Grund zu weinen und ich werde ihr das Weinen nicht ausreden, indem ich sie anlüge. Draco zu schützen heißt Narcissa zu stützen. Und auch dich.
Lucius, ich weiß nicht, in was für eine Scheiße du dich diesmal mit deiner arroganten und impulsiven Art hineingeritten hast. Ich nehme an, die Konsequenzen deines Fehlers werden sehr schmerzhaft sein und ihn dir lange in Erinnerung halten. Heiltränke senden kann ich dir nicht, für dreidimensionale Objekte ist der Camouflage-Zauber ungeeignet. Du wirst dir also im Ernstfall mit primitiveren Mitteln helfen müssen. Heftige Blutungen können gestoppt werden durch Abbinden, sollte das nicht möglich sein durch Kälte (Wasser, Metall, Stein). Je mehr Blut du verloren hast, umso mehr musst du trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Bei Kopf- und Rückenverletzungen so viel wie möglich liegen. Bei inneren Verletzungen, besonders im Bereich des Magen-Darm-Traktes, mindestens drei Tage auf Nahrung verzichten, ebenso bei Verletzungen im Analbereich. Solltest du über eine Kerze verfügen: alle Wunden, auch wenn es nur Kratzer sind, ausbrennen. In einem Dreckloch wie Askaban stirbst du sonst schneller an Blutvergiftung, als du „Grindelwald" sagen kannst. Grundsätzlich gilt: warm halten, viel trinken, viel liegen und schlafen. Ich hoffe, man wird dir die Möglichkeit lassen, meinen Ratschlägen zu folgen.
In Sorge
Severus.
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Fortsetzung folgt.
