Zusammenstoß

Jetzt geht es spannend weiter. Ich hoffe ihr alle verfolgt die Story genauso wie ich. Die Outfits und Location Fotos findet ihr bei Tumblr und Pinterest. Ich freue mich über eure Kommentare :D


Zuvor: D'artagnan fuhr die Kurven auf der Straße enger und konnte so den Abstand vergrößern. Er nutzte die Gelegenheit, als er einige Sekunden aus dem Sichtfeld der Verfolger verschwunden war und lenkte den Wagen mit ausgeschalteten Licht an den Straßenrand. Dort war eine kleine Einfahrt, die durch dichtgewachsene Sträucher und Hecken ein gutes Versteck war. Die Äste und Dornen schabten an den Lack, doch das waren die geringsten Sorgen des Pärchens. Er hatte den Motor abgestellt, da fuhr auch schon in Windeseile zwei SUVs an ihnen vorbei.

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Beide atmeten erleichtert aus, als D'artagnan einige Sekunden später das Auto wieder anließ. Sie hatten sie erfolgreich abgehängt. Aber die Erleichterung hielt nur Sekunden an. Constance, die noch immer auf D'artagnans Wunde gedrückt hatte, spürte wie sich neues Blut an ihrer Handfläche staute. „D'artagnan, bitte, wir müssen ins Hotel."

Ihr Geliebter, der nun aschfahl war, nickte und legte den Gang ein. „Sollte ich nicht lieber fahren?" „Nein, das geht schon, wir sind gleich da." Brachte er nur zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Das Adrenalin, das ihm die letzten Minuten Kraft gegeben hatte, versiegte nun langsam. Er musste schnell ins Hotel.

An die Fahrt dorthin konnte er sich kaum erinnern. Er hatte das Tempo gedrosselt und sie fuhren gemächliche 80 km/h bis ins Hotel. Ab und an wurde ihm schwarz vor Augen, aber er zwang sich wach zu bleiben. Constance hatte immer eine Hand auf dem Lenkrad gehabt und half ihm, sodass der Wagen fünfzehn Minuten später sicher vor dem Hotel stehen blieb.

Das Hotel sowie der Eingang waren leer. War aber auch kaum zu erwarten, dass um vier Uhr morgens ein Mensch sich in der Lobby aufhalten würde. Constance stieg aus und eilte zur Fahrertür. D'artagnan hatte diese mit Mühe geöffnet und versuchte auszusteigen. Constance half ihm und gestützt durch seine Liebste betraten er die Eingangshalle. Constance mied die Rezeption und sie gingen sofort zu den Fahrstühlen. Sie wählte den zweitobersten Stock und der Aufzug setzte sich in Bewegung.

D'artagnan kippte immer wieder weg und sie hatte Mühe ihn aufrecht zu halten. Irgendwie hatte sie es dann vor ihre Zimmertür geschafft. Nach dem zweiten Mal konnte sie endlich diese öffnen. Ihre Junior Suite bestand aus einem großen Raum. Dort standen beige gelbe Möbel, ein Sofa und mehrere Sessel. Hinten an der Wand stand das große Bett, dass sie nun ansteuerten.

Sie zog ihn fast schon auf dem Boden entlang. Am Bett angekommen, drehte sie ihn so, dass sie ihn auf den Rücken liegend heben konnte. Er landete, durch ihre mangelnde Kraft, eher unsanft auf den Laken. Ein kurzes Aufstöhnen verursachte ihr Gänsehaut. „Entschuldige, D'artagnan. Gott, was soll ich machen? Ich werde den Arzt rufen." Sie lief zum Telefon auf dem Nachtisch, doch eher sie dies erreichte, murmelte D'artagnan etwas.

„Nein, hole Aramis. Hol Aramis." Constance schaute zwischen dem Telefon und dem Mann auf ihrem Bett hin und her. Sie würde lieber den Arzt rufen. Ein Arzt konnte ihm helfen. Eigentlich brauchte er eher einen Krankenwagen. Warum waren sie nicht gleich in ein Krankenhaus gefahren? Doch sie durfte jetzt nicht verzweifeln, sie musste ihm helfen.

Er wusste bestimmt, was er da tat und ein Arzt würde nur fragen, warum die Wunde wieder aufgegangen war und wieso er so komisch angezogen war. Das konnte sie nicht riskieren. Sie hatte ihn in Schwierigkeiten gebracht, sie würde ihn da auch wieder rausholen. Sie ging zur Tür. Die Türklinke in der Hand blickte sie noch einmal zurück.

Er lag da, halb auf dem Bett, die Beine baumelten über der Kante. Der eine Arm lag auf dem Bett, der Andere war in der Nähe der Wunde, so als würde er sie schützen wollen. Sie nahm noch einen tiefen Atemzug und ging dann hinaus. Sie wusste durch die Planung und Buchungen der Zimmer, welche Zimmernummer Aramis hatte.

Schnell ging sie zu ihm. Sie verlor keine Zeit, ließ den Aufzug links liegen und nahm stattdessen die Treppe. Sie rannte fast den Gang entlang und kam zu der Tür. Doch nachdem niemand öffnete, obwohl sie schon fast auf die Tür hämmerte, gab sie auf. Aramis war wohl nicht in seinem Zimmer.

Hatte er Wachdienst? Das konnte sie ja nicht wissen, aber auch nicht so schnell herausbekommen. Sie kannte jedoch jemanden, der sicherlich wusste, wo Aramis steckte.

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

„Es war eine gute Entscheidung nicht auf die Terrasse zu den anderen zu gehen, sondern hier drinnen den Zimmerservice zu genießen." Meinte Louis, als er den letzten Bissen des Sandwiches zu sich nahm. Milady, die ihm gegenüber auf dem Bett saß lächelte süffisant und nahm reizvoll eine Erdbeere zwischen die Lippen.

„Meine Geliebte, weißt du eigentlich wie sehr du meinen Schmerz gelindert hast." Er schaute sie mit so viel Liebe in seinen Augen an, dass es einer Frau das Herz gebrochen hätte. Doch Milady war nun mal eine Frau, die so etwas nicht aus der Bahn warf. Sie war es gewohnt, dass Männer ihr die Liebe schworen, es war ein Teil ihrer Aufträge. Er erwartete zum Glück keine Antwort noch eine Erwiderung seiner Gefühle.

/ Vor zwei Wochen/

Es waren nur wenige Tage vergangen seit dem tragischen Vorfall mit Marmion. Die Polizei war da gewesen und hatte lästige Fragen gestellt. Treville hatte auf seinen Befehl hin die halbe Belegschaft entlassen. Er selber versteckte sich in seinem Zimmer. Wollte niemanden sehen oder hören. Nur ein, zwei seiner engsten Diener brachten ihm die täglichen Mahlzeiten vorbei. Diese rührte er aber kaum an, war ihm doch der Appetit vergangen. Die Tage nach dem Vorfall, er konnte es immer noch nicht beim Namen nennen, war er voller Wut.

Er war in Rage und seine Gedanken waren nur noch von Rache getrieben. Treville und seine Männer hatten diesen Mann entkommen lassen. Er wollte ihn in seinen Händen haben, seine Finger sollten seine Kehle umschlingen. Er konnte nicht in Worte fassen, wie gerne er ihm das Leben genommen hätte. Doch dies wurde ihm durch die Unfähigkeit anderer verwehrt. Wann immer er einer der vier Männer, auch ihre Namen nahm er nicht mehr in den Mund, oder Treville sah, bewarf er sie mit einem Gegenstand, der in seiner Reichweite stand. Ihm war es dabei herzlich egal, welchen Schaden er anrichtete.

Eines Morgens kam Treville zu ihm. „Monsieur, ich wollte mit Ihnen die neuen Bewerbungen durchgehen." Treville war noch nicht einmal ganz durch die Tür gekommen, da duckte er sich schon unter einer Suppenterrine hinweg. „Verschwinde Treville, verschwinde!" Schrie in Louis an.

Der King, der einst machtvoll, stillvoll und voller Glanz und Glamour sich präsentiert hatte, war nur noch ein Schatten seiner selbst. „Sire, bitte. Sie müssen etwas essen und zur Ruhe kommen. Soll ich den Arzt holen?" Treville sah seinen Arbeitgeber besorgt an. Louis stand in einem abgetragenen Pyjama vor ihm. Seine Haare waren zottelig lang und schon langer nicht mehr durchgekämmt geworden. Die Luft im Raum war abgestanden und auch der eigene Körpergeruch von Louis war mehr als unangenehm. Er hatte sich und die Hygiene stark vernachlässigt. Das konnte man deutlich sehen und riechen. In der Hand hielt er eine halbleere Whiskyflasche, sein ständiger Begleiter.

Du? Den Arzt holen? Du hast alles hier angerichtet! Du warst für die Sicherheit verantwortlich. Du bist schuld, dass sie starben!" Schrie ihn Louis weiter an. Mit der Hand, die noch immer die Flasche hielt, holte er soweit aus, als wolle er auf alles zeigen, was Treville hätte beschützen müssen. Dabei schüttete er ein Teil der Flüssigkeit auf den Boden. Doch das kümmerte niemanden im Raum. Treville stand nur stocksteif da.

Diese Vorwürfe nun auch noch zuhören, das war zu viel für den sonst standfesten Mann. Treville hatte sich unzählige Male dafür gescholten. Was er nicht alles hätte ändern oder abwenden könne. Andere Protokolle, andere Sicherheitsrichtlinien, seine eigene Aufmerksamkeit. Es hätte keine Toten, noch nicht einmal diese Gefahr, gegeben. Er gab sich einen großen Teil der Schuld. Nacht für Nacht dachte er daran. Nun dies noch von Louis, dem King, zu hören, dass er die Schuld trüge, die alleinige wohlgemerkt. Es war wie ein Messer in eine frische Wunde zu bekommen. Der Schmerz war schon lange da, doch nun brannte es fürchterlich und es drohte ihn zu zerreißen.

Bevor er etwas zu seiner Verteidigung vorbringen konnte, wobei die Frage bestand ob sich verteidigen wollte, warf Louis die Flasche nach ihm. Durch den hohen Alkoholgehalt in seinem Blut hatte er ihn weit verfehlt und die Flasche zersprang an der Wand links neben der Tür. „Hinaus!" schrie er nun. Treville ging, in der Hand noch die Dokumente der potentiellen Neueinsteiger, diese waren aber nun vergessen.

Die Tage zogen sich hin. Treville war immer mehr abwesend und mied den direkten Kontakt mit Louis, wenn es etwas gab, dann schickte er Athos vorbei. Louis blieb weiterhin auf seinem Zimmer, vermied es zu duschen und zu essen. Trank nur noch. Eines Abends, Anne wollte von ihm einige Unterschriften haben, konnte sie dies nicht mehr länger mit ansehen. „Louis, ich bitte dich. Geh nach draußen. Wenn nicht nach Fontainbleau, dann bitte in den Garten. Etwas frische Luft wird dir guttun."

Er tat so, als würde er sie nicht hören. Sie verließ das stickige Zimmer wieder. Am nächsten Morgen aber hatte er bessere Laune und befolgte den Rat seiner Cousine. Er richtete sich einigermaßen her und ging in den englischen Garten. Als er dort so lief sah er hinter einer Hecke einen Damenrock verschwinden. Louis verfolgte diesen, dachte er, er würde Anne treffen. Als er die hinter die Hecke schaute, erblickte er eine dunkelhaarige Frau. „Entschuldigen Sie Mademoiselle?" Louis sprach sie unverhohlen an.

Es ist Milady, Milady de Winter." Die Dame drehte sich um und Louis war wie gebannt von ihrer Schönheit. „Ah, Milady, was machen Sie denn hier?" „Ich besuche den städtischen Garten." „Nun, da sind Sie wohl falsch informiert wurden. Dies hier gehört zu meinem Anwesen und ist der Englischen Garten des Chateau Fontainbleau." Sie machte große Augen und drehte sich im Kreis, so als würde sie alles auf einmal betrachten wollen. „Darf ich Ihnen eine Führung anbieten?" Er streckte seinen Arm ihr entgegen, den sie gerne annahm. Beide gingen durch die Gärten und die Laune von Louis verbesserte sich von Sekunde zu Sekunde.

„Louis," Milady riss ihn aus seinen Gedanken. „Hast du mir denn gar nicht zugehört?" sie tat leicht enttäuscht und wendete ihren Kopf ab. „Entschuldige mon Amour." Er schenkte nun seine Aufmerksamkeit ganz ihr zu. „Ich sagte, ich würde gerne nach Monte Carlo. Etwas ins Casino und das Tennis Turnier findet doch dort auch statt. Alles was einen Namen hat wird dort sein. Ich darf es nicht verpassen." „Natürlich, ich werde es sofort in die Wege leiten. Ich bin selber von Nizza gelangweilt. Auf nach Monte Carlo.

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Aramis und Anne saßen gemeinsam auf dem Balkon ihres Zimmers. Er schenkte ihr gerade Rotwein nach, als Constance in das Zimmer stürmte. Aramis hatte schon gedacht, es sei eines der Zimmermädchen, oder schlimmer, der King und sprang auf. Als er aber sah, dass es nur die Assistentin von Anne war, setzte er sich wieder hin.

/Vor anderthalb Wochen/

Constance kam gerade aus dem Krankenhaus und wollte Anne wecken. Sie hatten lange nicht mehr miteinander ausgiebig geredet. Wie auch. Constance war oft im Krankenhaus und Anne musste sich um die Geschäfte kümmern. Aber heute war Sonntag, heute konnte Anne ausschlafen und beide würden zusammen frühstücken. Dann konnten sie wieder einmal miteinander reden.

Sie öffnete leise die Tür. Im Wohn- und Schlafzimmer war es noch still. Anscheinend schlief Anne wirklich mal aus. Tat ihr bestimmt gut. Sie ging in das Schlafzimmer. Dort blieb sie wie angewurzelt stehen. Anne lag seelenruhig im Bett. Um sie hatte Aramis seine beiden Arme geschlungen. Diese Szene war so ruhig und friedvoll, sie wollte die beiden nicht stören.

Langsam ging sie rückwärts. Dabei stolperte sie jedoch über einen Schuh und trampelte leicht herum, als sie das Gleichgewicht finden wollte. Aramis erwachte daraufhin. Als er merkte, dass jemand im Raum war, wurde er blitzschnell wach und richtete sich auf. Dadurch wurde auch Anne wach.

Sie blickte zu Constance und realisierte erst wenige Sekunden später, dass ihre beste Freundin im Raum stand. „Ich…Es tut mir leid… Ich wollte nicht stören." Constance geht schnell hinaus. Aramis wollte aufstehen, doch seine Rippenverletzung nahm ihm seine sonst so gewohnte Schnelligkeit. Anne war schneller aus dem Bett und eilte ihrer Freundin nach. Sie hielt sie im Wohnzimmer am Arm fest. „Nun kennst du alle meine Geheimnisse." Ab diesen Moment wusste Constance sicher, dass etwas zwischen Anne und Aramis lief. Sie wusste es davor zwar auch, aber nie mit so einer Sicherheit, noch wusste sie, dass beide zusammen schliefen.

Bevor einer der beiden auf dem Balkon sie fragen konnte, was sie wollte, fing sie schnell an zu reden. „Aramis, bitte komm schnell." Sie ließ ihm im Unklaren und ging wieder aus dem Zimmer. Anne und Aramis schauten sich verwirrt an, folgten ihr aber sogleich.

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Constance stürmte ins Zimmer, sie achtete noch nicht einmal auf ihre Begleiter und Aramis tat sich schwer, die Tür aufzuhalten, die Constance achtlos hatte fallen lassen. Seine schnellen Reflexe hatten ihn gerade noch davor bewahrt, dass die Tür in sein Gesicht fiel. Aber als er näher ans Bett kam, war dies sogleich vergessen.

D'artagnan, einer seiner besten Freunde, lag bewusstlos auf dem Bett seiner Freundin. Er ging sofort auf ihn zu und untersuchte ihn. Er erkannte, dass die Wunde aufgegangen war und D'Artagnan einiges an Blut verloren hatte. Das war nicht gut. Er schaute nicht einmal auf, als er die Anweisungen gab. „Ich brauche frische Handtücher und Nähzeug, es müsste etwas im Bad liegen. Es liegt immer so etwas in dem Bad." Constance nickte. Sie war nun nicht mehr hilflos wie einige Minuten zuvor. Nun hatte sie die Lage wieder unter Kontrolle und D'artagnan hatte jemanden der ihm half. Sie lief sofort los und holte die Handtücher und das Nähzeug.

Anne blieb am Bettrand stehen und beobachtete die groteske Szene vor ihr. Aramis kniete über seinem Kollegen und entblößte seine Brust. Dann nahm er den blutdurchtränkten Verband ab und schaute sich die Wunde genauer an. Constance kam wieder und legte die gewünschten Sachen neben Aramis. Dieser reinigte und nähte anschließend die Wunde.

Anne nahm Constance leicht zur Seite. „Constance, was ist passiert?" Constance schaute nun zum ersten Mal ihrer Freundin in die Augen. Anne erschrak leicht, so hatte sie sie wirklich noch nie gesehen. So hilflos und verzweifelt. „Wir waren bei Feron, wegen den Informationen. D'Artagnan hatte mir seine Hilfe angeboten. Er hatte vorgeschlagen, dass wir bei Feron direkt suchen sollten, dort finden wir eher etwas, meinte er"

„Wie direkt?" Anne verstand nicht ganz. „Naja, wir sind dort eingebrochen, Feron war außer Haus. Dachten wir zumindest. Alles war auch gut am Anfang, aber dann, als wir im Arbeitszimmer waren, kamen Leute herein. Und wir mussten fliehen." „Welche Leute?" „Keine Ahnung, wir haben nicht gewartet, dass sie sich vorstellen."

Constance wurde leicht bissig. „Entschuldige Anne. Naja, wir sind dann geflohen, wir mussten durch das Fenster. Da hat er sich glaub ich die Wunde aufgerissen. Naja, jedenfalls, sind wir dann zum Auto. Dort habe ich es dann auch gemerkt. Aber er bestand darauf sie zuerst abzuhängen."

„Wen denn abzuhängen?" „Na unsere Verfolger, Sie haben uns in einem Auto bis fast vor das Hotel verfolgt. D'artagnan konnte sie aber abschütteln. Dann sind wir mit Not hierhergekommen. Er wollte, dass ich Aramis hole und nun sind wir hier." Constance atmete aus. Sie war bei der ganzen Erzählung kaum zu Atem gekommen.

„Gott, Constance, dass wollte ich doch nicht." Constance schüttelte den Kopf. „Nein, es war nicht deine Schuld, du hast es nicht von uns verlangt. Ich hätte es D'Artagnan ausreden sollen." „Ja, das hättest du wirklich tun sollen." Mischte sich nun auch Aramis ein. Er war fertig und verband gerade noch die frisch genähte Wunde wieder. „Aramis, wie…?"

„Er wird es überstehen. Es war zwar einiges an Blut, das er verloren hat, aber deine schnelle Reaktion hat ihm wohl das Leben gerettet." Er wusch sich die Hände und kam dann wieder zu den beiden Damen und dem bewusstlosen Mann auf dem Bett zurück. „Constance, wie konnte das passieren?"

Aramis als wütend zu beschreiben war eine Untertreibung. „Er war immer noch verwundet und sollte es ruhig angehen lassen. Ich denke ein Einbruch zählt nicht unter ruhigen Aktivitäten, oder?" „Aramis, bitte, D'artagnan ist ein Erwachsener Mann und Constance nicht verantwortlich für ihn. Du musst es am besten wissen, dass man ihm schwer etwas ausreden kann, wenn er es sich erst einmal in den Kopf gesetzt hat." Anne verteidigte ihre Freundin und baute sich nun vor Aramis auf. Beide starrten sich einige Sekunden an und Constance dachte schon sie würden gleich beide in einen furchtbaren Streit verfallen. Aber Aramis senkte seinen Kopf und strich sich mit der Hand über das Gesicht. „Du hast recht. Du hast recht. Es tut mir leid Constance. D'artagnan hat einen Dickkopf, wie wir alle. Er hätte es besser wissen müssen."

„Und?" Anne blieb beständig. „Und ich bin froh, dass du bei ihm warst, alleine hätte er es nicht geschafft. Danke." Anne war zufrieden. „Wenn du sauer sein willst, dann auf D'artagnan." Meinte sie noch „Oh, vertrau mir, dass werde ich auch sein. Wenn er wieder zu Bewusstsein kommt." Alle drei schwiegen danach und starrten nur D'artagnan an.

„Habt ihr denn etwas gefunden?" fragte nun Aramis und durchbrach die drückende Stille. Constance schüttelte den Kopf. „Nein, da war gar nichts. War wirklich seltsam. Nur unbedeutende Rechnungen und der Briefwechsel mit deinem Cousin." Sie sah Anne an. „Auf seinem Laptop haben wir nur ein paar Dateien gefunden, sonst war dieser auch leer."

„Er war leer?" Constance nickte. „Und die Dateien? Habt ihr die?" Constance schüttelte den Kopf. „Nein, bevor wir sie kopieren konnten, kamen die Leute und wir mussten schnell gehen. Aber es waren nur unbedeutende Schriftdokumente." Aramis fasste sich ans Kinn. „Was ist Babe?" Anne kannte diesen Blick.

„Ein Mann wie Feron, der hat doch bestimmt ein paar Dokumente, die wenigstens ein bisschen interessant wären. Und auch sein Laptop, ich meine bei dir, du brauchst oft noch mehr Speicher, als üblich." Anne nickte. Sie dachten noch eine Weile nach. „Okay, Anne wir gehen wieder. D'artagnan ist stabil, ich denke, morgen wird er wieder etwas kräftiger sein. Bis dahin bleibt das unter uns. Mir ist das alles nicht geheuer." Meinte Aramis.

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Anne und Aramis gingen den Gang entlang zu Annes Zimmer. Um die Ecke kam Porthos, schnell ließ Aramis Annes Hand los und brachte Abstand zwischen ihnen. „Porthos, was machst du denn hier?" „Meine Schicht ist fertig, wollte mich ein paar Stunden noch hinlegen. Was macht ihr denn hier noch?" Anne stammelte etwas, was beide Herren nicht verstehen konnten.

„Ich bringe Anne noch auf ihr Zimmer. Sie hatte sich in dem Hotel verlaufen." Es war nicht die beste von Aramis' Ausreden, aber immerhin. Porthos grinste nur und bohrte nicht weiter. „Na gut, und fang schon mal an zu packen." „Packen?" „Ja, Milady, will nach Monte Carlo. Und wir alle anderen müssen mal wieder mit. Sie hat den King wirklich um den Finger gewickelt."

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Am nächsten Morgen wurden die Autos früh gepackt. Milady und der King waren schon aufgebrochen und ließen die Mitarbeiter von Louis und vom Hotel alleine mit dem Gepäck vor Ort. Treville und Porthos koordinierten alles und gaben Anweisungen, dann folgten sie dem frisch verliebten Paar.

Athos und die jungen Bodyguards mühten sich mit den Koffern der Damen ab. Vincent stand nur daneben und rauchte eine. Athos, der im Aufzug mit Milady gestanden hatte, war noch zur sehr mitgenommen von dieser Begegnung, als dass er ihn schellte. Er ließ den Frust an den Koffern aus.

Aramis, Constance und Anne kamen durch die Tür und standen nun vor der großen Eingangstür. Aramis hatte D'artagnan gestützt. Dieser war morgens zur Freude von Constance endlich erwacht und etwas zu Kräften gekommen. Den Weg zu den Autos konnte er jedoch nur mit Aramis' Hilfe bewältigen. Constance stand an seiner anderen Seite. Sie hatte sich für einen unkomplizierten Rock mit Boho Muster entschieden, darüber ein schwarzes Tanktop. Da sie doch Aramis half ihren Liebsten zu stützen trug sie flache Sandalen und eine braune Clutch, die sie zur Not auch umhängen konnte.

Anne hatte etwas Eleganteres aus dem Schrank geholt. Schwarze Pumps zu einer camelfarbenen Karottenhose. Dazu ein seidenes schwarzes Spagetti Top und einen schwarzen Blazer mit hochgekrempelten Ärmeln. Ihre Clutch war schwarz-weiß gestreift. Aramis half D'artagnan ins Auto. Athos beobachtete die Szene, die sich ihm bot und runzelte mit der Stirn. Er sagte dazu nichts, dachte sich nur seinen Teil. Aramis war anscheinend eingeweiht und das reichte ihm. Einer für alle, alle für einen. Und manchmal war es nun mal Einer für Einen. Athos zog sich sein schwarzes Poloshirt, dass er zu der dunkelgrauen Jeans trug, zurecht und stieg als letzter in den hinteren Wagen ein. Dann fuhr der kleine Konvoi los.

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Porthos und Treville trafen kurz nach Louis und Milady ein. Das Hotel, Hermitage, hatte eine beeindruckende Fassade und konnte mit dem Hotel in Nizza locker mithalten. Es war ganz in gelb und schimmerte in der Sonne fast golden. Es war relativ flach und in einem Stil, der den Hotels in Bath ähnelte.

„Treville, kümmere dich ums Gepäck, wir machen uns frisch." Sagte Louis und verschwand mit seiner Geliebten im Hotel. Treville murmelte etwas von Pagen und folgte ihnen. Damit war die Gepäcksache wohl bei Porthos gelandet. Porthos lud die Koffer und die Taschen mit einigen Pagen auf die Wagen. Leider gab es nicht genug von ihnen und einen der Wagen musste er selber zu Louis Zimmer bringen.

Er hatte den schweren Wagen endlich aus dem Fahrstuhl bekommen und bugsierte ihn durch den Flur, als er an jemanden krachte und fasst hinfiel. Er konnte sich jedoch an der Wand abstützen. Die andere Person jedoch fiel unsanft zu Boden.