Hallo ihr da draußen!
Mir ist vor einiger Zeit aufgefallen, dass ich diese Begrüßung wirklich oft verwende, das ist schon komisch, oder? Aber irgendwie kommt das einfach immer so und dann schreibe ich jedes Kapitel dasselbe … chrmchrm …
Aber egal, ich wünsche euch jedenfalls viel Spaß beim 8. Kapitel. Ich weiß, heute etwas später, aber ich hoffe, das macht nichts. Und sonst seht ihr es ja vielleicht morgen noch!
Bis nächste Woche jetzt aber. Einen Dank übrigens noch an alle Leser, einfach, dass ihr es euch durchlest. *-*3
Eure Sea
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"Witzig", schnaubte Malfoy sie an und schnappte sich schnell den kleinen Eulerich, um ihn wieder in seinen Händen zu halten und damit am Abhauen zu hindern.
Hermine grinste breit und ging auf ihn zu. Neugierig schob sie seine Finger zur Seite und ließ den mit dunkelbraunen und karamellfarbenen Flecken übersäten Kauz auf ihren Arm hüpfen. Er erinnerte sie ein bisschen an Pigwidgeon, Rons winzige Eule.
"Ist der süß", murmelte sie und stupste ihn vorsichtig, damit er nicht auf ihrer Schulter einschlief. "Weißt du, Malfoy, ich gla-" Sie unterbrach sich, als sie merkte, dass er sie anstarrte. "Was ist? Habe ich Spinat zwischen den Zähnen?", versuchte Hermine es mit Sarkasmus, scheiterte aber, als Malfoy nur die Stirn runzelte und sein Blick zu ihren Händen wanderte. Sie folgte seinen Augen und erkannte, dass sie seine Hände immer noch in ihren hielt. "Oh, tut mir leid", entschuldigte sie sich automatisch und zog sich schnell zurück, den Sperlingskauz immer noch auf der Schulter.
"Was wolltest du sagen, Granger?"
Ja, gute Frage, dachte Hermine. Was hatte sie doch gleich fragen wollen?
Sie überlegte kurz, dann fiel es ihr plötzlich wieder ein - sobald sie sich erst einmal von seinen wirklich, wirklich faszinierenden Augen gelöst hatte, die so stahlgrau waren wie eine- was dachte sie da gerade? Ach ja, Malfoys Augen.
Hermine räusperte sich verlegen, gewann dann aber schnell die Fassung. Besonders unter seinem Blick, unter dem sie sich wie ein wehrloses Kleinkind fühlte und nicht wie eine junge Frau, die in einem Krieg gekämpft hatte. Gegen den mächtigsten Magier aller Zeiten und nicht gegen Elliot, das Schmunzelmonster.
"Ja, ich denke", meinte sie mit gefassterer Stimme, "ich werde ihn kaufen."
"Für dich? Also vom Katzenmensch zum Hundemensch zum Eulenmensch - was denn nun?"
"Ich schätze, man könnte die Silbe mit dem Tier streichen und es einfach zu einem tierlieben Menschen machen. Aber um mich geht es nicht: Ich kaufe ihn dir. Sieh es als Hau-bloß-bald-wieder-ab-Geschenk."
Damit drehte sie sich zu dem Mann in der Uniform um, der neben dem Babyeulenkäfig stand. Nicht ohne einem triumphierenden Grinsen im Gesicht, aber so, dass er es nicht sehen konnte. Der Mann sah ihr freundlich entgegen und als sie sich erkundigte, wo sie den "süßen Sperlingskauz" bezahlen konnte, sagte er lächelnd: "Freut mich, dass Sie was gefunden haben. Ihr Freund freut sich sicher über das Geschenk. Da drüben", er deutete auf einen der Schalter hinter ihr, "können Sie bezahlen." Offenbar hatte er ihre Unterhaltung mitbekommen, aber wieso hieß das gleich, das Malfoy erneut zu ihrem Freund erklärt wurde (selbst von ihr)?!
"Ähm, danke", sagte sie steif und drehte sich um. Ja, Hermine gab es ganz offen zu: Sie hasste diesen Tag und beschloss, gar nicht erst auf die Antwort ihrer Freunde zu warten sondern sie Zuhause in einer ruhigen Minute per Kamin zu kontaktieren. Oder sie würde sich ein Tagebuch anschaffen, in dem sie alle möglichen Schimpfwörter für Malfoy aufschreiben könnte, sollte sie irgendwann das Bedürfnis haben, ihn zu schlagen - ja, ein guter Schlachtplan.
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"Und ich dachte, du wolltest mit mir die Sightseeingtour des Horrors machen und nicht shoppen gehen?", erkundigte sich Draco und beobachtete wie Granger durch die Regalreihen des Antiquariats wuselte und, so kam es ihm vor, jedes Buch einzeln begutachtete und herauszog. In Wirklichkeit nahm sie nur immer mal wieder ein Buch aus dem Regal und legte es dann wieder zurück, doch nach seiner Meinung waren selbst das zu viele Schinken.
"Stimmt auch", antwortete sie nur knapp und nieste - kein Wunder, bei dem Staub, der durch das Antiquariat seine Bahnen zog.
"Aha", machte er und schlenderte desinteressiert auf der anderen Seite von Grangers momentanem Regalopfer an den Reihen entlang. Als er eine Lücke fand, die sich direkt vor ihrem von Locken umrahmten Gesicht auftat, blieb er stehen.
Ein süffisantes Lächeln umspielte seine Mundwinkel, was sicher andere Mädchen mehr als umwerfend empfunden hätten - aber er stand hier Granger gegenüber, sie war leider nicht so dumm und so widerstandslos wie meisten Mädchen, so ungern (nein, so verhasst) er das zugab.
Aber sein Vater hatte ihm immer geraten, und egal ob er ein Todesser war und im Gefängnis saß: Dieser Rat war brillant gewesen und hatte Draco viele unangenehme Vorfälle mit Widersachern erspart. "Unterschätze deinen Feind nicht, sondern schlaf mit ihm, wickel ihn um den Finger und bekämpfe ihn - solange er deine Schwächen nicht kennt, du aber seine" - das hatte sein Vater gesagt.
"Ich wusste noch gar nicht, dass du plötzlich Autorin werden willst, ich glaube nämlich nicht, dass leere Bücher dir viel in dein Hirn pressen werden. Glaub mir, das haben schon Trottel wie Dumbledore gemacht - und hat es funktioniert? Nein, er ist immerhin tot."
"Woher weißt du - warte, ich will gar nicht wissen, woher du weißt, dass Dumbledore leere Bücher hat. Aber falls es dich interessiert: Um eine Autorin zu werden wäre ich viel zu unkreativ. Mir liegen Fakten und keine Spinnereien - wie du sie wahrscheinlich nennen würdest", konterte Granger und warf ihm durch die Lücke einen vollkommen gelangweilten Blick zu. "Nimm mal", murmelte sie und kam um das Regal herum und drückte ihm den Käfig mit der Eule in der Hand.
"Nein!", hielt er sofort dagegen und sprang ängstlich zurück.
"Sag nicht, dass du vor so einem niedlichen, freundlichen, wundervollen Lebewesen wie Finnie Angst hast?", griente sie und drückte ihm den Käfig einfach in die Arme. "Und-", setzte sie schon an, da sah sie zufällig hinter ihn. Ihr Gesicht verzog sich unsicher, was Draco sich sofort umdrehen ließ.
Hinter ihm stand ein etwas älterer Mann mit kurzgeschorenen, braunen Haaren und vollkommen kalten, schwarzen Augen. Hier konnte man sehen, dass Schwarz keine richtige Farbe war, denn seine Augen waren selbst für Dracos Geschmack zu dunkel und kalt.
Zuerst dachte er, es wäre wieder einer von Grangers Kindheitsbekanntschaften, doch dann erkannte er ihn. Wahrscheinlich hatte er den Mann nicht erkannt, weil er nicht mehr die dreckige, von Bartstoppeln umwucherte Visage hatte, wie noch zu Voldemorts Zeiten.
"Walden Macnair?", fragte er und nahm sofort eine würdevollere Haltung an.
Dieser Mann hatte ihn und seine Mutter gefoltert, genau wie tausend weitere, darunter auch diese widerlichen Kreaturen, die der Halbriese - Hagrid - so toll fand, obwohl Draco denen nicht besonders nachtrauerte.
"Draco Malfoy", erwiderte Macnair kalt. "Hätte nicht gedacht dich je in Begleitung von dem Oberschlammblut zu sehen. Besonders ohne Würgeanfälle." Der bedrohliche, aber gleichzeitig fast schon begeisterte Ausdruck auf seinem Gesicht zeigte, dass er zu gerne seinen Zauberstab gezogen hätte oder dem "Schlammblut" die Kehle durchtrennt hätte.
Wenn man es aus Macnairs Mund hörte, dann klang das Wort noch beschmutzter, widerwärtiger und abfälliger, als Draco es je vernommen hatte. Aus dem Grund konnte er es Granger seitlich hinter ihm nicht verübeln, wie sie zusammenzuckte.
"Was willst du, Walden?", schnarrte Draco, als könnte Macnair ihn kein bisschen stören, besonders seine Beleidigung für Granger. "Ich glaubte, gehört zu haben, sie hätten dir dein liebes Spielzeug, diese erbärmliche Sense, weggenommen und deine Magie entzogen, stimmt das?"
Macnairs Gesicht verzog sich zu einer wütenden Grimasse und er hob drohend die Faust. Draco schnalzte nur missbilligend mit der Zunge, während er Grangers ungläubigen Blick in seinem Rücken spürte. "Du hattest schon immer Humor, Bambi", meinte der Todesser.
"Das Kompliment gebe ich gerne zurück. Darf ich aus der Bemerkung "Bambi" schließen, dass die Gerüchte stimmen und du wirklich nur noch ein nutzloser", Dracos Stimme wurde immer provozierender, "ausgestoßener Muggel bist?" Macnair und er starrten sich eine Weile nur hasserfüllt in die Augen, dann hob er seine Faust und donnerte sie blitzschnell gegen Dracos Kinn.
Wäre dieser nicht persönlich von seinem Vater und dem dunklen Lord erzogen worden, wäre er sicher unter dem Schlag zusammengeklappt, aber so stolperte er nur, aufgrund seiner nicht darauf vorbereiteten Stellung, in einen der Bücherständer. Ein Scheppern erklang und Staub wirbelte durch die Luft, als der Slytherin zusammen mit den Büchern auf dem Boden aufkam.
Kurz saß er nur da, dann schoss die Wut in Draco hoch. "Macnair", knurrte er und wischte sich das Blut von der Wange, das aus seinem Mund lief. Er hatte sich übel auf die Lippen gebissen, als sein Unterkiefer einfach so zugeschnellt und die Haut aufgerissen war - verdammt, es tat höllisch weh.
"Malfoy! Alles in Ordnung?" Granger stand immer noch an Ort und Stelle und schien nicht genau zu wissen, was sie von all dem halten sollte. Also konnte er von ihr wohl keine Hilfe erwarten - weder von der Kriegsheldin noch dem alten Klappergestell, welches man auch als Antiquar vorstellen konnte, der gerade auf sie zueilte, die Augen fuchsteufelswild zusammengekniffen.
Doch da Draco klar war, dass sich auch sonst niemand in dem Kellerlager, außer den ganzen Büchern und ihnen vieren hier aufhielt, musste er wohl die Initiative ergreifen.
Ohne nachzudenken sprang er wieder auf die Füße, was Macnairs siegreiches Lächeln boshaft und argwöhnisch werden ließ, wenn es ihn nicht sogar leicht verunsicherte. Aber das ließ er sich auch nur gut genug anmerken, dass allein Draco mit seinem geübten Auge es erkennen konnte.
Der Jüngere stürzte nun vor - ihm war klar, dass der Zauberstab vor den Augen des Muggel-Antiquars verheerende Konsequenzen nach sich ziehen könnte, also musste er wohl ohne ihn auf den Sieg vertrauen. Draco war ja wirklich nicht besorgt um einen Muggel, aber er wollte nicht, dass man das Gedächnis des Klappergestells bearbeitete.
Also hatte er beschlossen einfach zurückzuschlagen - wortwörtlich. Denn er schlug Macnair direkt vor die Brust, was Granger entsetzt aufkeuchen ließ. Macnair fiel zu Boden. Er starrte kurz zu dem jungen Malfoyspross, wog seine Chancen ab, dann rannte er hastig davon.
"Warum, zum Teufel, hast du ihn nicht geschockt?", zischte Draco außer sich, die Wut von eben noch nicht ganz erloschen, und wirbelte zu Granger herum.
Diese ließ die Hände langsam sinken, während ihre tennisballgroßen Augen wieder auf ihre Normalgröße zusammenschrumpften. Oder vielleicht sah das auch nur so aus, weil ihre Pupillen so klein waren.
"Oh Merlin, ist das Blut?", flüsterte sie, noch vollkommen von der Rolle.
"Ja. Aber ich nehme dir jetzt nicht ab, dass du noch nie welches gesehen hast", brummte Draco und spukte auf den Boden. "Lass uns abhauen, bevor der Typ noch diese Muggel-Polizi ruft. Komm schon."
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"Tut mir leid", murmelte Granger wie aus heiterem Himmel, die ihm in einem Restaurant gegenüber saß. Mit ihren schlanken, zerbrechlich scheinenden Armen umschloss sie den Eulenkäfig mitsamt Finnie, wie sie ihn wohl getauft hatte, wie sich ein Kleinkind an seinem Teddy festhalten würde.
Draco hielt lieber seine Klappe und studierte weiter die Speisekarte, auf der lauter komische Sachen standen. Sicher, ein paar kannte er (Eis oder Nudeln), aber ein paar von ihnen schienen ihm - fremdartig. Was, bei Salazars edelsten Boxershorts, sollte auch Pizza sein?
Die junge Gryffindor sperrte den Mund ein weiteres Mal auf - sie schien nicht gewillt zu sein, seine höflichen Versuche, ihr zu vermitteln, dass er lieber still war, anstatt etwas Falsches zu sagen, zu ignorieren. "Schon gut", beteuerte er schnell. "Wirklich. Sei einfach still und verrat mir lieber, was bitte Pizza sein soll."
"Wenn ich-", setzte sie schon, nach ihrem Ton zu schließen, zu einer besserwisserischen Bemerkung an, seufzte dann aber und erklärte: "Pizza ist im Prinzip Brotteig mit einer Art Tomatensoße und darauf dann ganz verschiedene Sachen und ... ach, probier es einfach. Es ist wirklich lecker und schmeckt eigentlich überall."
Draco nickte nur, hakte dann aber doch nach: "Denkst du, die machen mir Schokofrösche drauf?"
Granger sah auf. "Nein", gluckste sie und war offensichtlich bemüht, nicht loszulachen. "Nein, ich glaube nicht, dass sie dir da durch Magie belebte, aus Schokolade bestehende Frösche drauftun."
Draco grinste. "Ja, wahrscheinlich bestelle ich einfach, was auf der Karte steht."
"Das wäre vermutlich besser …", schmunzelte Granger. Als ihre Miene aber plötzlich unschlüssig wurde, runzelte er die Stirn. Was war plötzlich los? … Ach ja, Granger - sie war immer noch das wandelnde Lexikon mit dem er gerade in einem Muggel-Restaurant saß und herumalberte.
Nachdem ein ehemaliger Todesser und er sich geprügelt hatten und als eindeutiger Beweis noch etwas Blut in seinem Haar klebte, wie Draco jedenfalls mit einem Blick auf die Fensterscheibe neben ihm feststellte, die einen guten Ausblick auf den Muggel-Teil von Dover bot. Das Antiquariat war auch nur eine kurze Strecke von dem Restaurant entfernt.
Kurz sah Draco wieder zu Granger, dann faltete er so betont kühl wie möglich die Speisekarte zusammen. Was dachte er sich nur?
"Sir", sagte er mit schneidender Stimme zu dem Ober, "wir würden gerne bestellen."
