Some Love, a Captain and a lovely Chaser Me

Kapitel 8: Dieser doofe Zauberstab

Ich und mein stimmungsmäßig stark beeinträchtigtes Selbst langweilten sich im langweiligen Klassenraum, um eine Stunde Geschichte der Zauberei über sich ergehen zu lassen vom König der Langweiler, Professor Binns. Neben mir saß wie üblich David. Ich hatte jetzt schon eine ganze Zeit lang nicht mit ihm geredet, somit war die Stunde – wenn überhaupt möglich – noch öder, da ich nun nicht mal jemanden hatte, der mich beschäftigen konnte. Gerade als sich meine Augen langsam schlossen, kniff mich David in die Seite.

„AU!"

Die gesamte Klasse war schlagartig wach und drehte sich zu uns um. Binns setzte seinen Monolog fort, als wäre nichts gewesen. Er bekam gar nicht mit, dass einer seiner Schüler auf seinem Platz starb.

„Wofür war das denn?" schimpfte ich mit ihm.

„Oh, du redest ja wieder mit mir…" sagte er.

„Hey, du bist derjenige, der sich ja mal echt daneben benommen hat! Überredest mich mit ihm nach Hogsmeade zu gehen. Ernsthaft, was hast du dir dabei gedacht?"

„Könnten wir damit aufhören? Wir haben uns lang genug angeblafft."

Ich zuckte mit den Achseln.

David seufzte. „Wieder Freunde?" fragte er.

Nicht hochgucken, Katie. Nein, guck nicht in seine Augen. Mach das nicht! Katie, Stopp! Neiiiin!

Ich guckte hoch.

„Rrrr! Ja okay." sagte ich.

„Toll." freute sich David. „Ich muss zugeben, man wird ziemlich einsam, wenn die beiden besten Freunde nicht mit einem reden."

Oh stimmt, Oliver war ja auch sein Freund. Ha, ihm muss ziemlich langweilig geworden sein. Ach egal. Er hat ja immer noch seine blöde Beauxbatons-Freundin. Ich kenne nicht mal ihren Namen. Ich will ihren Namen auch gar nicht kennen. Ich habe sowieso schon ein klares Bild von ihr im Kopf. Sie ist blond und groß und dumm wie Bohnenstroh. Und im Quidditch ist sie die Oberniete – Wartet. Mist. Sie war ja diejenige, die David das Halten beigebracht hat. Hmmm.

„Also hast du dich auch wieder mit Wood vertragen?" fragte ich.

David nickte. „Kurz vor dem Unterricht. Er stand vor dem Klassenraum, er hat da auf irgendwas gewartet. Dabei hätte er eigentlich bei Kräuterkunde sein sollen, komisch."

„Er hat auf etwas gewartet?" fragte ich.

„Ja…Aber ich hab da eine so eine Idee, worauf er gewartet haben könnte." David sprach in Rätseln.

„Welche denn?"

„Dich."

„JA KLAR."

Ein erneuter Wecker für die Klasse. Angelina zog verschmitzt die Augenbrauen hoch und Alicia lachte. Dann erblickten sie einander und zickten sich wieder an.

„Er hat nicht auf mich gewartet." flüsterte ich. Mittlerweile war mir mehr daran gelegen, dass dieses Gespräch privat bleiben sollte.

„Ich denke schon. Er wollte sicher einen flüchtigen Blick auf dich erhaschen."

Ich rollte mit den Augen. Das ist nicht wahr.

„Sei nicht lächerlich, David. Das macht alles überhaupt keinen Sinn."

„Wirklich nicht? Und seine kleine Ansprache für dich vor Alicia gestern Abend?"

„Ohh…du hast das auch mitbekommen…? Ja, naja, ich weiß nicht, warum er das gemacht hat. Wahrscheinlich um den Frieden im Quidditchteam zu erhalten oder so. Das ist doch das einzige, was ihn wirklich interessiert, Quidditch."

„Den Frieden im Quidditchteam erhalten?" wiederholte David in einem fies-sarkastischen Unterton. „Sicher. Sollte er sich dann nicht auch um die Zwillinge, Angelina und Alicia kümmern oder gehören die nicht zum Team? Du bist doch eigentlich die einzige im Team, mit der sich momentan alle verstehen."

„Hast du mir in den letzten Tagen hinterhergestalkt?"

David grinste mich an. „Tja, ich weiß halt, was so abgeht."

„Glaub bloß nicht, dass du so clever bist, wie du denkst." sagte ich. „Das was du über Wood und mich gesagt hast, war nämlich nicht gar nicht clever."

„Ich hab nicht gesagt, ich sei clever – obwohl es durchaus berechtigt wäre – ich sagte nur, dass ich weiß, was abgeht. Ich weiß alles." Er lächelte mich gemein an.

Was zur Hölle sollte das heißen? Doch bevor ich ihn fragen konnte, klingelte die Schlussglocke und David stand auf.

„Ihr seid wieder Freunde?" fragte mich Angelina.

„Ja…" antwortete ich.

„Stehst du eigentlich noch auf ihn?"

„Hmm…ich denke nicht mehr so richtig." sagte ich. Wartet mal! Ich bin nicht mehr in David verknallt! Super!

Angelina und ich spazierten durch die Große Halle. Flint saß am Slytherintisch, als er mich entdeckte, leckte er sich die Lippen und warf mir einen Handkuss zu. Dieser Kerl ist so widerlich! Oh nein, er stand auf. Ich sah Angelina nervös an und sie verstand mich ohne Worte.

„Hey Katie." rief Flint mir zu, als er auf uns zusteuerte.

Ich sagte nichts und versuchte, nicht auf ihn zu achten, aber er hielt mich an. Er legte mir die Hand auf die Schulter.

„Entspann dich, Katie. Ich werd dir schon nichts tun. Zumindest nicht mitten in der Großen Halle."

„Fass mich nicht an!" Ich stieß seine eklige Hand von meiner Schulter und zog meinen Zauberstab hervor.

„Expelliarmus!"

Mein Zauberstab flog mir aus der Hand. Ich wirbelte herum und sah, wie ihn Oliver auffing.

„Tu nichts dummes." sagte er „Ich…wir können im Team nicht auf dich verzichten."

„Schau an! Da ist dein Freund! Dein großer Retter! Schon wieder!" brüllte Flint und am Slytherintisch brach man in Gelächter aus.

„Schon wieder?" flüsterte Angelina mir zu. Oliver warf mir einen kurzen Blick zu und verschwand wieder.

„Ähh… Keine Ahnung, wovon er redet." log ich. „Komm schon, lass uns gehen." Wir setzten uns an den Gryffindortisch.

ooo000ooo

In der nächsten Stunde (Zauberkunst) realisierte ich, dass Oliver immer noch meinen Zauberstab hatte. Großartig. Wir sollten Flüche üben, die wahrscheinlich auch noch im Examen rankommen, und ich habe keinen Zauberstab.

„Warum übst du nicht?" fragte David.

„Ich hab meinen Zauberstab nicht." klagte ich mein Leid.

„Dann besorg ihn dir."

„Ich kann nicht. Oliver hat ihn noch." Opps. Warum hab ich denn das jetzt gesagt!? Jetzt denkt David wieder sonst was und kommt mit der blöden Angelina-Theorie an.

„Oliver?" fragte Oliver nach, grinsend.

„Lange Geschichte." murmelte ich. „Ich sollte mir das Ding wohl wirklich irgendwie wiederbesorgen." Ich stand auf und ging zu Flitwicks Schreibtisch. Er gab mir die Erlaubnis, mir meinen Zauberstab zu holen. Als ich den Raum verlassen wollte, fiel mir auf, dass ich gar nicht wusste, wo genau Oliver war.

„David!"

David sah auf.

„In welcher Klasse ist er gerade?" fragte ich. Ich erwähnte mit voller Absicht nicht seinen Namen. Die müssen ja nicht alle wissen, wohin ich will.

„Wer?" sagte David.

Unfassbar. Er ist so gemein! Er weiß ganz genau, über wen ich sprach. Er wollte nur, dass es auch der Rest der Klasse erfährt. Arrrrrrr, ich hasse ihn!

„Du weißt, wen ich meine." zischte ich im zwischen zusammengepressten Zähnen hindurch.

David tat unwissend. „Ich hab ehrlich keine Ahnung, von wem du redest." Er würde gleich vor Lachen explodieren. Blöder Kerl.

„Miss Bell, könnten Sie das bitte erledigen, bevor die Stunde endet." mahnte mich Professor Flitwick.

Wer zum Teufel denkt David, wer er ist!? Ich wünschte ihm echt einen Fluch auf den Hals.

„Okay, wie du willst." schimpfte ich. „In welcher Klasse ist Oliver gerade?"

Die um Längen zu neugierige Klasse fiel in Schweigen.

David lachte. „Zaubertränke."

Ja, du lachst. Lach, solange du noch kannst. Wir werden sehen, wer zuletzt lacht, wenn ich es dir heimzahle. Ich schloss endlich die Tür hinter mir, bevor noch einer einen bescheuerten Kommentar machen konnte.

Ich schlurfte die Gänge, so langsam ich konnte, herunter. Von allen möglichen Schulstunden musste er ausgerechnet Zaubertränke haben. Vermutlich auch noch mit den Slytherins. Somit auch mit Flint. Und Olivers gut aussehende Freunden. Das muss wohl heute mein Glückstag sein!

Ich erreichte den Kerker, seufzte und klopfte an der Tür.

„Ja?" hörte ich Snape.

Ich öffnete die Tür und entdeckte, dass sie in der Tat Zaubertränke mit den Slytherins hatten. Und ja, auch die gut aussehenden Freunde waren da. Oliver sah mich an. Flint sah Oliver an. Alle beobachteten das Geschehen interessiert. Eine Hälfte beobachtete Oliver, die andere mich. Erwarteten sie, dass wir uns anfauchten oder froh waren, uns zu sehen? So angestarrt zu werden, ist jedenfalls nicht die angenehmste Sache der Welt.

„Kann man Ihnen irgendwie helfen, Miss Bell?" schnarrte Snape.

„Ähh..." macht ich (Merlin, warum ich?) „Ich war in Zauberkunst und wir probten Zauber aber Ol-äh…Wood hat noch meinen Zauberstab."

Pfiffe halten durch den Kerker und einer von Olivers Kumpel klopfte ihm auf den Rücken, typisch Männer. Oliver errötete und Snape lächelte fies.

„Dann sollte Sie ihren Freund ganz lieb darum bitten." sagte Snape.

Die Slytherins waren nicht mehr zu stoppen.

„Er ist nicht mein -"

„Glauben Sie ernsthaft, ich würde mich auch nur im Geringsten für Ihr Privatleben interessieren, Bell. Nehmen Sie sich einfach Ihren Zauberstab."

Ich ging zu Olivers Tisch und er gab mir meinen Stab zurück.

„Danke." nuschelte ich.

„Tschuldige, ich hatte vergessen, dass ich ihn noch hatte."

„Schon okay." sagte ich. Ich stellte beim Rausgehen einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf.

Mein Gesicht war immer noch tiefrot, als ich meinen Klassenraum erreichte. Erstaunlich demütigend. Es war wirklich außergewöhnlich demütigend.

Ich betrat das Zimmer. Diesmal war George derjenige, der pfiff.

„War s gut, Kates?"

„Halt die Klappe." schoss ich zurück.

Ich kehrte an meinen Platz zurück und David grinste wieder oder immer noch. Er genoss das viel zu sehr. Toller Freund.

„Unnnnnnnnnnnnnd?" fragte er.

„Kein Kommentar. Besonders nicht für dich."

Ü/N: was ich heute gelernt habe? man kann sich simultan mit übersetzungen und schmachtigen, amerikanischen arztserien befassen. modernes multitasking. dieses kapitel war etwas ruhiger, aber mit einem schönen oliver/katie-augenblick. das ist auch was wert, die zwei brauchen mehr davon, sonst wird das gar nichts mehr…bis zum nächsten kapitel, tschüüüü.