Kapitel 8

„Du konntest einfach nicht anders, oder? Du musstest es tun, Zabini. Der Himmel allein weiß, weshalb du glaubst, du könntest einen Zauber, an dem mindestens fünf Leute mitgewirkt haben (ja, wenn du Arithmantik belegt hättest, wäre es dir ein Leichtes gewesen, das zu erkennen), einfach so mit der Holzhammermethode aushebeln, aber das tust du! Und ich bin jetzt in einer so dermaßen hoffnungslosen Lage, dass mir dafür nicht mal ein Adjektiv einfällt!"

Um ein Haar hätte Hermine die Tür zu ihrem kleinen Haus hinter sich zugeschlagen, glücklicherweise besaß sie aber die Geistesgegenwart, zu erkennen, dass dadurch womöglich das ganze verdammte Haus über ihr eingestürzt wäre. Stattdessen schloss sie die Tür also sehr leise und bedacht, wenn auch ihre Hand vor Wut zitterte.

Blaise öffnete die Tür vorsichtig wieder und trat hinter ihr ein. Sie waren inzwischen beide ziemlich durchweicht. Apparieren stand außer Frage, da das Hermine zufolge eine der schlechtesten Ideen aller Zeiten gewesen wäre. („Wundervoll, warum splintere ich mich nicht gleich jetzt und bringe es hinter mich!") Wenigstens war es ihr gelungen, die Bücher mit einem Zauber zu belegen, der sie trocken hielt.

Sie zerrte sich Blaise' jetzt triefnasse Robe von den Schultern und warf sie aufs Sofa. Sie hielt inne, trotz ihres absoluten Zorns und Unverständnisses.

Er hatte kein Wort gesagt. Auf dem gesamten Rückweg nicht. Er hatte gar nichts gesagt.

Hermine, plötzlich unsicher, warf einen Blick über die Schulter und sah ihn in leicht gebeugter Haltung an der Wand lehnen. Seine dunklen, tropfenden Haare hingen ihm in die Augen, und seine Miene war, in Ermangelung einer besseren Beschreibung, völlig neutral. So vollkommen neutral, dass sie irgendwie wusste, dass er so getroffen war, wie sie ihn noch nie gesehen hatte.

Ihr Ärger verwandelte sich daraufhin in einen unangenehmen Knoten in ihrem Magen. Egal, was er getan hatte, was für eine Dummheit er auch verbrochen hatte, auszuflippen hatte die Situation nicht verbessert. Noch fühlte sie sich dadurch auf lange Sicht besser. Die Vorstellung, jemanden so brutal, so vollständig, zusammenzufalten und damit Erfolg zu haben, enttäuschte sie plötzlich von sich selbst, und sie fühlte sich hundeelend.

Natürlich wusste er, dass er es vermasselt hatte. Natürlich fühlte er sich deswegen schrecklich. Und zusätzlich wahrscheinlich gedemütigt. Er hatte bei seiner einzigen Aufgabe versagt – für die er ausgebildet worden war.

„Tut mir leid", sagte er leise.

Die Stille zwischen ihnen war drückend. Hermines bedauernswerter, unbeachteter Teppich wurde mit jeder verstreichenden Minute nasser.

„Ich …" Hermine zögerte betreten. „Ich weiß."

Falls sie eine Antwort erwartet hatte, bekam sie keine. Blaise sah sie nicht einmal an.

„Niemand hat dir gesagt, dass es ein wichtiger Kurs ist", murmelte sie. Plötzlich fühlte sie sich unwohl angesichts seiner Verlegenheit. „Bestimmt hat niemand es auch nur angedeutet. Und … und ich wäre wahrscheinlich schon tot, wenn du nicht … du weißt schon, wenn du nicht …"

„Du musst mir keine Komplimente machen, damit es mir besser geht, Granger. Du hattest recht. Das Ganze ist meine Schuld, und es gibt dafür keine Entschuldigung." Er wischte sich umständlich das Regenwasser aus dem Gesicht. Sie hatte plötzlich das Bild eines gründlich zusammengestauchten Schülers vor sich, eines Jungen, der mit Mühe ein tapferes Gesicht machte, während er fürchterliche Angst hatte, seinen Eltern zu sagen, dass er durch eine Prüfung durchgefallen war.

„Nein, ich …" Sie seufzte und verschränkte unbehaglich die Arme. „Ich hätte dankbarer sein sollen. Und … weniger schwierig wahrscheinlich auch."

Er brachte ein äußerst wackliges Lächeln zustande, auch wenn er sie immer noch nicht direkt ansah. „Wenn du schon versuchst, mir Mut zu machen, solltest du dir wenigstens etwas Plausibleres ausdenken. Wir wissen beide, dass ich der Schwierige von uns beiden bin."

Sie hätte vor Erleichterung heulen können. Blaise Zabini war selbstzufrieden, herablassend und unglücklicherweise geistreich. Sie war es nicht gewohnt, dass er so … so … war, wie immer er gerade gewesen war. Aus irgendeinem Grund zog sie Ersteres bei Weitem vor.

Hermine presste ihre Handflächen an ihre Arme und nickte. „Du hast recht. Du bist ein Arsch, Zabini. Und jetzt lass mich ein Feuer machen, damit wir uns trocknen können."

Die Stimmung war wieder etwas gelöster, wenn auch nicht sehr, und sie war froh, dass doch nicht alles irreparabel den Bach runtergegangen war. Sie machte auf herkömmliche Weise Feuer, da sie sich im Augenblick nicht traute, es magisch zu tun, und beobachtete den Herd sogar noch einen Moment länger, bevor sie Teewasser aufsetzte.

Blaise wrang gerade sein Hemd aus, als sie zurück ins Wohnzimmer kam. Sie bemühte sich, es nicht zu bemerken.

„Deine Schutzzauber sind ziemlich gut", sagte er, seine Stimme seltsam leise. „Sie werden nicht alles abhalten können, aber du solltest es leichter haben, solange du zu Hause bist."

Sie nickte zögerlich und machte dann einen zustimmenden Laut, als ihr wieder einfiel, dass er plötzlich ein Problem damit hatte, auch nur in ihre Richtung zu sehen, und es daher wahrscheinlich nicht gesehen hatte.

„Das ist gut zu wissen", seufzte sie. Tatsächlich war die Erleichterung so groß und kam so plötzlich, dass sie sich zwingen musste, sich nicht zu schnell hinzusetzen. „Ich nehme an, das bedeutet, dass ich von hier aus daran arbeiten muss. Du hättest dir keinen besseren Weg einfallen lassen können, um mich unter Hausarrest zu stellen."

„Das war nicht im Geringsten meine Absicht", sagte er, und sie verstummte bei seinem niedergeschlagenen Tonfall. „Aber wenn du mir erklärst, was du weißt, werde ich mich bemühen, das so schnell wie möglich wieder hinzukriegen."

Hermine setzte sich unbehaglich vor das Feuer und ordnete ihre Gedanken. „Lass mich einen Moment nachdenken", erwiderte sie reumütig, „und ich sag dir, was ich weiß."

ooOOoo

Blaise Zabini hatte wahrscheinlich nur ein oder zwei Situationen erlebt, die schlimmer gewesen waren als diese hier. Einer davon war der Tod seiner Lieblingstante gewesen. Die andere war wahrscheinlich gewesen, als er herausgefunden hatte, dass er in der Zwischenprüfung in Verwandlung die volle Punktzahl brauchte, um auch nur eine Chance zu haben, den Kurs zu bestehen.

Es war sicherlich nicht seine Absicht gewesen, etwas Dummes zu tun. Immerhin taten nur wenige Leute mit Absicht etwas Dummes. Aber es war so frustrierend gewesen, auf eine Weise, wie es nur wenige Dinge für ihn waren. Er war nun wirklich kein Genie – das hatte er schon diverse Male bewiesen –, aber er hatte die schiere Willenskraft, sich einfach durchzukämpfen, wenn ihm etwas wichtig war. Darauf war er zurecht stolz gewesen. Er hatte noch nie um Hilfe bitten müssen. Daran zu arbeiten, war immer genug gewesen, auch wenn es dann verdammt lange gedauert hatte.

Aber sie hatte ihm trotzdem geholfen, zweimal inzwischen, und das auf eine Art und Weise, dass er sich … hoffnungslos unterlegen fühlte. Irrelevant. Was auch immer Granger dachte, sie gehörte definitiv zu den wenigen Glücklichen, die mit überragender Intelligenz zur Welt gekommen waren. Sie war die Klügste in der gesamten Schule, und sie erwartete unglaublicherweise trotzdem, dass alle anderen mit ihr mithalten konnten und auch sollten.

Während sie ihm ihren Vortrag hielt, kaute sie die ganze Zeit über an ihrer Lippe. Was hatte sie gedacht? Mit welchem unmöglichen Standard hatte sie ihn verglichen, wenn nicht mit ihrem eigenen?

Er sah sich sein mentales Tagebuch noch einmal genauer an, hier vor dem Feuer, und eine Art trostlose Gewissheit beschlich ihn. Sein Tagebuch enthielt nichts zu dem Thema. Aber wenn man zwischen den Zeilen las, erkannte er jetzt, dann wurde eine Tatsache ganz deutlich.

Er war neidisch auf Hermine Granger.

War das der Grund, dass er diesen Job angenommen hatte? War er vielleicht absichtlich hierher gekommen, um in etwas besser zu sein als sie, nur einmal in seinem Leben?

Falls dem so war, war das vollkommen schiefgegangen. Auch, dass er sich durch die anspruchsvollen Erwartungen der Aurorenakademie durchgebissen hatte, dass er es irgendwie geschafft hatte, einen weltberühmten Auror als Mentor zu gewinnen und dessen Zustimmung zu finden und gelobt zu werden … vielleicht sogar die Tatsache, dass er überhaupt so lange im Außendienst überlebt hatte … All das bedeutete plötzlich absolut nichts im Angesicht von Grangers abweichender Meinung.

Genau. Und dafür hatte er … na ja, er hatte eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was er getan hatte, da er eine ganze Weile Zeit gehabt hatte, sich darüber Sorgen zu machen. Der Gegenfluch, den er versucht hatte, war so ziemlich die am wenigsten subtile Methode, die er jemals angewandt hatte. Er beruhte auf der rohen Macht desjenigen, der ihn aussprach, Flüche zu zersprengen. Aber verfügte jemand nicht über genügend Kraft – besonders wenn der Fluch außergewöhnlich gut vorbereitet war –, dann musste es ungefähr so sein, als würde man an einem Knoten zerren. Oder versuchen, eine Schlinge zu lösen, indem man sie um den Hals des Opfers zuzog.

Hermine blickte auf, als plötzlich der Kessel auf dem Herd zu pfeifen begann. Sie warf ihm einen nervösen Blick zu, bevor sie in der Küche verschwand, um sich darum zu kümmern.

Blaise hätte sich wesentlich besser gefühlt, wenn sie ihm gegenüber rachsüchtig gewesen wäre. Wenigsten ein bisschen.

„Ähm… hier. Tee."

Sie konnte nicht mal kleinlich sein, wenn es darauf ankam, oder?

Er nahm die Tasse wortlos entgegen und versuchte, sich zu konzentrieren. Er schweifte zu nutzlosen, egozentrischen Gedanken ab. Was er eigentlich hätte tun sollen, war, darüber nachzudenken, wie er umkehren konnte, was er getan hatte.

„Es ist … ungefähr so, als würde man einen sehr festen Knoten lösen", sagte Hermine nach einem Schluck Tee. Für einen Augenblick überraschte es ihn, dass sie zum selben Ergebnis gekommen war. Er hätte das nicht zur Bestätigung seiner eigenen Schlussfolgerungen brauchen sollen, aber das tat er. „Ich werde wahrscheinlich etwas helfen können, aber …"

Sie unterbrach sich, aber er hörte ihre Gedanken so klar und deutlich, als hätte sie sie ausgesprochen.

„Wenn du willst, kann ich Moody holen." Er starrte auf seinen Tee.

„Nein, ich meine, das musst du nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er … Nun ja, so was wie das hier, er hat wahrscheinlich nicht die äh …"

„Geduld?" Seine Mundwinkel zuckten nach oben. „Nein, vermutlich nicht. Aber ich sollte es ihm wenigstens sagen."

Hermine zögerte wieder. „Das musst du nicht."

„Ich sollte", wiederholte er.

Sie verkrampfte die Hände etwas um ihre Tasse. „Aber das musst du wirklich nicht."

Blaise runzelte die Stirn und sah sie an. Sie sah ihn sehr mitfühlend und mitleidig an, was ihm überhaupt nicht gefiel.

„Ich bin sicher, es wird alles wieder in Ordnung kommen", sagte sie. „Und wenn nicht … Ich glaube nicht, dass es helfen würde, ihn hier zu haben."

Er musterte sie einen Moment lang. Sie hatte recht, auch wenn sie es nicht wusste. „Genaugenommen … sucht er gerade die Leute, die er für die Verantwortlichen hält." Er stellte den Tee ab und rieb sich müde die Augen. Okay. Langsam verdiente sie die Wahrheit, oder nicht? „Und ich habe gelogen. Bis zu einem gewissen Grad."

Hermine blinzelte. „Wann genau?"

Wundervoll. Er hatte nie vorgehabt, ihr diesen Teil zu erzählen.

„Ich bin nicht in offiziellem Auftrag hier … Technisch gesehen habe ich gerade Urlaub. Außer Moody weiß niemand, dass ich hier bin." Um ihren unvermeidlichen Fragen zuvorzukommen, fügte er hinzu: „Er hielt es für kontraproduktiv, Scrimgeour einzuweihen. Der hätte dich in Ministeriumsgewahrsam genommen für mindestens … nun ja, so lange er es für nötig gehalten hätte." Möglicherweise Jahre. Und er hätte sichergestellt, dass die Öffentlichkeit wusste, wie gut er sich um Miss Hermine Granger, Trägerin des Merlinsordens erster Klasse, kümmerte.

Hermine starrte ihn an. Er versuchte, nicht zusammenzuzucken. Stattdessen nahm er einen langen Schluck Tee.

„Danke", sagte sie in einem merkwürdigen Tonfall.

Er sah sie überrascht an und verschluckte sich beinahe an seinem Tee. „Was?"

„Danke. Ich hatte mich schon gefragt, warum er nach dem Vorfall mit dem Alraunen-Buch nicht versucht hat, mich abholen zu lassen. Eigentlich hab ich … hab ich mich gewundert, dass er nicht gleich ein ganzes Bataillon plus Reporter geschickt hat." Sie sah ihn mit einem seltsam weichen Blick an. Er war sich nicht ganz sicher, wie er den deuten sollte.

„Na ja, ah …" Er hustete etwas. „Ich glaube, Moody hat sich eher Sorgen gemacht, dass eine öffentliche Reaktion … die Situation verschärfen würde. Im Moment ist die Gruppe der Leute, die dich tot sehen wollen, wahrscheinlich verhältnismäßig gering." Er machte eine Pause. „Jedenfalls der Leute, die auch bereit sind, nachzuhelfen."

Scrimgeour war fast so gefährlich für sie wie die Ex-Todesser, die es auf sie abgesehen hatten. Eine seiner Medienkampagnen würde sie zu einer Person von überwältigendem öffentlichen Interesse machen. Dadurch wäre ihr Tod plötzlich eine offensichtliche Siegesstrategie anstelle eines letzten Strohhalms, um wieder an die Macht zu gelangen.

Hermine blickte auf ihren Tee hinab. Da Blaise den Blick von ihren Augen aus nach unten gleiten ließ, und weil er solche Dinge an ihr inzwischen bemerkte, sah er, dass ihre Fingerknöchel, die sich um die Porzellantasse krallten, weiß waren. Ein Teil von ihm wollte sich freuen und sagen ‚Aha, du hast also doch Angst, du hast also doch etwas Verstand'. Ein anderer Teil war auf einmal alles andere als begeistert bei dem Gedanken daran, was ihr durch den Kopf gehen musste.

„Ich werde …dafür sorgen, dass du in Sicherheit bist. So gut ich kann." Das war nicht leicht zu sagen, was es umso seltsamer machte, dass er es sagte, denn er war nicht sicher, weshalb es so wichtig war, dass er ihr das sagte.

„Wieso?", fragte sie, den Blick noch immer auf ihren Tee gerichtet.

Er blinzelte. Damit hatte sie ihn völlig überrumpelt.

Hermine seufzte, und ihre Haltung sank ein wenig in sich zusammen. „Ich will nicht unhöflich sein, Zabini. Es ist nur, dass du nicht mal … Ich meine, wir kennen uns kaum. Warum machst du dir meinetwegen solche Mühe?"

„Ich …" Blaise unterbrach sich. Er wusste die Antwort. Er konnte sie in seinen Knochen spüren, bis ins Mark, aber es war ihm nie gelungen, die richtigen Worte dafür zu finden. In all der Zeit, die er damit verbracht hatte zu lernen, sich freiwillig zu melden, um sich von Älteren demütigen und zusammenschlagen zu lassen, sein Leben zu riskieren für eine Bezahlung, über die Putzpersonal gelacht hätte, und dann auch noch für jeden kleinen Fehler zur Schnecke gemacht zu werden, der jemand anderen das Leben hätte kosten können … „Das ist mein Job", war die recht lahme Antwort, die ihm schließlich einfiel.

„Ah." Sie nickte, als würde sie es verstehen, er war allerdings ziemlich sicher, dass sie das nicht tat.

Er seufzte und griff nach einem Arithmantikbuch. „Du solltest vielleicht was essen gehen", sagte er. „Das hier wird noch eine Weile dauern."

Hermine zögerte und warf ihm einen sonderbaren, schwer zu deutenden Blick zu. Als er nichts weiter sagte, ging sie jedoch zurück in die Küche und suchte sich etwas leidlich Sättigendes.

Blaise Zabini verstand Arithmantik überhaupt nicht. Aber er war nichtsdestotrotz entschlossen, es zu lernen.

ooOOoo

Sie verstand ihn nicht. Nicht im Geringsten.

Hermine hatte eigentlich gehofft, dass sie sein Verhalten einigermaßen vorhersagen konnte, bis zu diesem Tag. Er war auf eine sehr höfliche Weise fast unverschämt gewesen, und es hatte ihm reichlich Spaß gemacht, sie in eine unangenehme Situation zu bringen, wann immer er konnte. Er war enervierend, von sich überzeugt und legte eine sehr glaubhafte Aura selbstsicherer Kompetenz an den Tag.

Aber Blaise Zabini hatte sich einen Schnitzer geleistet, wie sie es insgeheim gehofft hatte, und sie war dabei gewesen und hatte das Ganze miterlebt. Aber anstatt ihr Genugtuung zu verschaffen, hatte es ihr Angst gemacht, und außerdem hatte sie einige Dinge an sich selbst bemerkt, von denen sie nicht sicher war, ob sie ihr gefielen. Aber anstatt den Spieß umzudrehen und ihr seinen Fehler in die Schuhe zu schieben oder das Handtuch zu werfen oder sonst irgendwas, hatte er sich entschuldigt und angeboten, es wieder gutzumachen. Beeindruckenderweise schien er das absolut ernst zu meinen.

Seine Beweggründe verstand sie noch immer nicht im Mindesten. Aber sie begann möglicherweise, ihn irgendwie zu respektieren und (bloß das nicht), ihn sogar ein wenig zu mögen. Ihre rationalere Hälfte fragte sich, weshalb sie ihn erst ertragen konnte, nachdem er sie nahezu völlig außer Gefecht gesetzt hatte, aber darauf fand sie wirklich keine Antwort.

Stattdessen verknotete sich ihr Magen ganz seltsam, als sie erkannte, dass er immer noch da draußen saß und eins ihrer Arithmantikbücher auf diese Art anstarrte, auf die er das manchmal machte, wenn er sich sehr konzentrierte.

Hermine Granger verstand Blaise Zabini überhaupt nicht. Aber nichtsdestotrotz wollte sie das auf einmal.