Kapitel 8

„Du bist ziemlich still", merkte Harry jetzt an. „Aber du freust dich schon über die Revision, oder?" Hermine aß summ ihren Keks und nickte dann.

„Selbstverständlich. Ich meine, das war doch das wichtigste."

„Und du hast Malfoy tatsächlich beim Tagespropheten getroffen?", fuhr Harry fort und Hermine nickte vage. „Habt ihr… irgendwie gesprochen? Hat er sich irgendwie gerechtfertigt?" Der Keks schien ihr im Hals stecken zu bleiben. Sie zuckte mit den Achseln.

„Na ja, er hat gesagt… es war nicht über mich. Und…" Und was? Sie log ihre Freunde an. Aber es änderte ja trotzdem nichts.

„Gut. Ron hat ja einen mittelschweren Anfall bekommen", erwiderte Harry grinsend. „Der Tagesprophet hat ihm einen schweren Schlag verpasst, mit Nevilles Andeutung, Malfoy könnte sein Innerstes nach außen gekehrt haben. Ich halte es eher für…" Harry schien kurz zu überleben. „Sehr weit hergeholt, ja", fuhr er grinsend fort und aß das dritte Stück Schokotorte. Obwohl sein Grinsen ein wenig unaufrichtig wirkte, stellte Hermine verwirrt fest.

„Ich mochte die Idee", sagte Ginny jetzt. Ein Klopfen am Fenster unterbrach ihr Gespräch. Hermine hob den Blick. Eine Eule hockte ungeduldig auf dem Fensterbrett und Ginny erhob sich. „Eine seltsame Zeit für Post. Harry, ist das wieder dieser Katalog für deine Besen?", erkundigte sie sich und Harry schüttelte schuldbewusst den Kopf.

„Es kommt nicht jeden Tag ein Brief, Ginny", erklärte er beflissen.

„Oh. Der ist auch für Hermine", stellte sie überrascht fest. „Bitteschön." Sie legte ihn Hermine auf den Tisch. Eine schwarze Seidenschleife war um die Ecken gebunden.

„Eine Trauerkarte?", vermutete sie tonlos, aber Ginny schüttelte den Kopf.

„Nein. Das ist eine formelle Karte, Hermine. Ein Anlass, ein Fest, irgendwas sehr offizielles. Trauerkarten kommen gewöhnlich morgens mit der Post." Hermine wog den Brief in der Hand. Er war nicht schwer.

Sie löste die Seidenschleife vom Umschlag und zog die quadratische Karte aus dem Innern hervor.

„Oh", sagte sie verwirrt. „Das ist eine Einladung zum Black Tie Tea", erklärte sie verwirrt.

„Was?" Harry starrte sie an. „Wieso bist du dort eingeladen?"

„Wieso hat mich die Eule bei euch gefunden?", stellte sie eine Gegenfrage und warf einen Blick aus dem Fenster. Die Eule war bereits wieder abgeflogen.

„Hermine! Das ist eine Einladung der Malfoys!", fuhr Harry fort.

„Was?" Sie sah ihren Freund an und schüttelte langsam den Kopf. Ihr Herz schlug sehr hoch in ihrer Kehle. „Nein. Unmöglich."

Harry nahm ihr die Karte aus der Hand. Er drehte sie um. Der schlafende Drache, das Siegel der Malfoys, prunkte eingestanzt auf der Rückseite. Darunter standen die Adresse und die Unterschrift von Lucius und Narzissa Malfoy.

„Das ist ein Scherz, richtig?" Das Seidenpapier lag weich in der Hand. „Was ist ein Black Tie Tea?", fragte sie jetzt ratlos.

„Na ja, Männer haben Anzüge an, mit schwarzen Fliegen und die Frauen tragen Abendkleider. Es ist ein formales Fest. Die Malfoys geben es jedes Jahr für die Hochgesellschaft von London."

„Und seit wann gehöre ich dazu?", wollte sie wissen.

„Seit ihr Sohn vielleicht den Liebesroman über sich und dich geschrieben hat?", vermutete Ginny schnippisch und Hermine verdrehte die Augen.

„Ha ha", sagte auch Harry. „Das ist eine kurzfristige Einladung. Diese Party findet heute Abend statt. Gleich sogar. Ich glaube, die Malfoys wollen dich dahin locken, um dich aus dem Weg zu räumen." Harry lachte über seinen Scherz, aber Hermine konnte es sich lebhaft vorstellen.

„Die denken doch nicht ernsthaft, dass ich zu ihnen kommen würde, oder?" Sie lachte hysterisch auf. „Das ist doch absolut lächerlich!" Sie erschrak als eine weitere Eule an das Fenster krachte.

„Merlin!", rief Ginny gereizt aus. „Wieder für dich", fuhr sie fort als sie den Brief vom Bein der zerzausten Eule gebunden hatte. „Vom Tagespropheten", fuhr sie fort und wedelte mit dem Brief in der Luft. Hermine hatte auch diesen Brief eilig geöffnet.

„Von Rita Kimmkorn", murmelte sie verzweifelt. „Oh nein. Ich hab schon drauf gewartet. Sie will mich interviewen und erwartet mich in meiner Wohnung, in einer halben Stunde!" Hermine hob panisch den Blick.

„Ich will nicht interviewt werden!", rief sie aus.

Harry öffnete gerade ratlos den Mund, als die nächste Eule ans Fenster stürzte. Und daneben gesellte sich eine weitere und noch eine Eule setzte sich daneben. Und noch zwei Dutzend Eulen erschienen nach und nach vor dem Fenster. Eilig machte Ginny die Post von ihren Füßen los.

„Wen wundert es! Fast alle für dich. Nur eine ist für uns, Harry." Und die Eule für Harry und Ginny trug auch ein schwarzes Seidenband. „Wir sind auch eingeladen", stellte Ginny überrascht fest. „Zu einem Black Tie Event!", brauste sie auf. „Ich kann das Ballkleid also noch ein weiteres Mal anziehen!", rief sie aus. Schon war sie verschwunden.

„Warte, warte!", rief Hermine, während sie wahllos den ersten Brief auf dem Tisch öffnete. Ein Leserbrief. Natürlich. „Ginny!", schrie sie wütend.

„Was denkt sie, was passiert?", knurrte sie. „Dass wir alle zu dieser Party gehen? Dass es gut ist, nur weil sie ein Kleid anziehen kann?"

Harry wirkte nicht erfreut. Er hatte auch einen Brief geöffnet.

„Hermine, hast du gewusst, dass eine Familie in Sussex gerne eure Trauung ausrichten würde? Deine und Malfoys?", erkundigte er sich mit übertrieben hochgezogener Braue.

„Das ist… sehr nett, bestimmt", erwiderte sie verwirrt und öffnete den nächsten Brief. Wieder ein Appell an sie, Malfoy zu heiraten und nicht herzugehen und dem Tagespropheten zu verbieten, die Wahrheit zu schreiben. Merlin!

„Ginny!", rief auch Harry. „Ich gehe nicht zu den Malfoys!"

„Du bist ein Spielverderber! Ich gehe auch ohne dich. Ich habe dieses Vermögen für das Kleid nicht ausgegeben, damit ich es einmal zum Aurorenball tragen kann, Harry Potter!", brauste Ginny im hinteren Teil der Wohnung auf. Harry warf Hermine einen knappen Blick zu. „Wag es ja nicht!", sagte er, als Hermine aufgestanden war. „Du sitzt gefälligst im selben Boot, Hermine. Wenn ich mit meiner Verlobten dort hingehe, dann kannst du deinen Hintern darauf verwetten, dass ich dich an den Haaren mit mir ziehen werde!"

Und Hermine dachte darüber nach, als die nächste Fuhre Eulen gegen Harrys Küchenfenster klatschte. Wahrscheinlich mit noch mehr Drohungen und Flüchen.

Sie erinnerte sich dunkel an ihr viertes Jahr, wo Rita Kimmkorn ihr unterstellt hatte, sie würde mit Krumm und Harry eine Affäre haben.

Rita Kimmkorn… die wartete auch noch auf sie. Oh nein! Sie konnte nicht zurück in ihre Wohnung. Sie warf Harry einen Blick zu.

„Ich bitte dich! Wie hoch stehen die Chancen, dass Narzissa und Lucius Malfoy uns zu ihrer Party eingeladen haben, Harry? So wie ich die beiden einschätze, wissen sie nicht einmal mehr, wer wir sind!" Harry schien zu überlegen.

„Es ist… wirklich etwas seltsam", bestätigte er langsam. „Aber… das sind offizielle Einladungen. Die werden persönlich verschickt. Könnte…" Sie wartete, dass er weiter sprach.

„Was?", fragte sie langsam.

„Könnte Malfoy selbst diese Einladungen geschickt haben?" Sie öffnete den Mund.

„Wieso fragst du mich das? Woher sollte ich das wissen?"

„Kannst du ihn fragen?", erkundigte sich Harry nachdenklich und erhob sich.

„Wieso soll ich das tun? Wir gehen da doch nicht wirklich hin?" Ihre Stimme klang mittlerweile völlig hysterisch und die Eulen hatten es geschafft, das Fenster aufzuschieben und schüttelten ihre kleinen Beine in ihre Richtung.

„Mir scheint, du fragst ihn besser. Ansonsten kannst du dir überlegen, ob wir hier sitzen bleiben, wo Eulen uns zuschütten mit Post oder zu dir gehen, wo Rita Kimmkorn Fragen stellt."

„Was sind das für Aussichten? Wieso sollten wir dann ausgerechnet nach Malfoy Manor gehen, Harry?"

„Weil dort kein Zuflug für Eulen besteht, es sei denn, sie sind auch ausdrücklich eingeladen worden", fuhr er gereizt fort, riss die Briefe von den Beinen der Eulen, die bereits auf dem Küchentisch hockten schuhuten und hexte dann das Fenster zu. „Außerdem wartet meine Verlobte seit Jahren auf so eine Gelegenheit. Ich halte auch nichts von den Malfoys, Hermine. Aber… das Essen ist umsonst, die Getränke und…" Sie runzelte die Stirn. Irgendetwas verschwieg Harry.

„Warum ausgerechnet willst du dort hin?", fragte sie leise. Warum war er nicht aufrichtig? Warum war er so seltsam?

Und Harry wirkte zum ersten Mal wirklich schuldbewusst. „Hermine, weißt du, es hat sich lange keiner mehr interessiert für… unsere Geschichte. Ich will nicht, dass sie in Vergessenheit gerät, nur weil Malfoy einen Liebesroman geschrieben hat." Harry war neidisch. Großer Merlin! Sie schloss die Augen. Harry Potter war neidisch!

„Harry, einen Abend bei den Malfoys wird die Tatsache nicht ändern, dass er in den verdammten Bestsellern ist", knurrte sie ungehalten.

„Nein, aber vielleicht sind Reporter da und möchten mit mir sprechen. Möchten, dass ich Stellung nehme zu den Malfoys oder… vielleicht möchte jemand ein Buch über mich schreiben und wartet nur auf meine Erlaubnis."

„Und die kann er nur in Malfoy Manor von dir bekommen?", fragte sie vorsichtig, aber Harrys Stolz schien angeschlagen zu sein. „Das ist doch nicht dein ernst, oder?"

„Es ist… eine gute Gelegenheit", murmelte er. „Bitte", sagte er ruhig.

Ihr Mund öffnete sich verzweifelt. Das konnte doch nicht wahr sein. „Ich mag ihn nicht, Hermine", fuhr Harry energisch fort. Sie mochte ihn auch nicht, Merlin noch mal. Aber sie musste nicht zu ihm gehen, um ihm das zu sagen. Sie konnte nicht fassen, dass sie das hören musste. Harry hatte das Bedürfnis, seine Geschichte aufschreiben zu lassen? Sie verstand es, sicher. Aber musste es in Malfoy Manor sein? Heute Abend? Aber er war schon aufgestanden, zum Kamin geschritten, und ehe sie ihn hätte aufhalten können, warf er eine Handvoll Flohpulver in den Kamin.

„Malfoy Manor!", rief er und sah Hermine auffordernd an.

„Nein, Harry! Ich frage doch nicht, ob er uns Einladungen geschickt hat!"

„Irgendwer muss uns Einladungen geschickt haben, Hermine! Und frag ihn, warum. Und…"

„Nein!", rief sie zornig. Das Feuer lichtete sich und zeigte eine Küche aus dem feinsten Gold, mit Marmorböden und Schränke aus robuster Eiche, Zedernholz und Hunderte an Kristallgläser. Ihre Worte erstarben abrupt. Die Eulen hinter ihr pickten mit Ungeduld an Harrys Fenster.

„Du hast meinen Brief bekommen?", erkundigte sich Malfoy seelenruhig und nippte an einem Becher, der stark nach Kaffee aussah. Ihr Mund öffnete sich und klappte wieder zu. Und egal, wie sehr sie verdrängen wollte, was sie wusste, konnte sie nicht verhindern, in ihrem Kopf zu Paige zu werden und in ihm Alec zu sehen. Sie schloss kurz die Augen.

„Malfoy!", sagte sie schließlich.

„Ich hoffe, doch ihr könnt kommen", fuhr er lächelnd fort. „Hallo Potter", begrüßte er nun Harry sehr knapp. Malfoy kniete nicht vor dem Feuer, er saß an einem Küchentisch und Hermine glaubte einige Hauselfen vor dem Feuer hin und her huschen zu sehen.

„Wir werden bestimmt nicht zu dir kommen!", flüsterte sie aufgebracht und erhob sich eher unbewusst und kam näher zum Kamin.

„Jammerschade", erwiderte er und in seinem Pokerface konnte sie keinen Hauch von Reue erkennen. „Dann werden die Eulen wohl dein Haus bevölkern, Granger. Oder Potters Haus, so wie es aussieht."

„Malfoy, was soll das? Wieso weißt du das?" Sie versuchte ihre Stimme leise zu halten. Ihre größte Angst war nämlich tatsächlich, dass Malfoy laut sagte, dass das Buch wirklich über sie geschrieben war. Sie wusste nicht, warum sie es vor Harry nicht sagen wollte. Sie wusste nicht, warum sie nicht wollte, dass die Worte wirklich Wahrheit wurden. Sie wollte es einfach nicht.

Malfoy lehnte sich in seinem Stuhl weiter vor.

„Wer denkst du, hat Rita Kimmkorn angeheuert, Granger?", fragte er ruhig. Ihr Mund öffnete sich.

„Was?", flüsterte sie tonlos und konnte sich keinen Reim darauf machen. „Was tust du denn nur, zum Teufel?", fügte sie heiser hinzu.

„Ich habe beschlossen, mich nicht von einem Haufen Zeitungsidioten lächerlich zu machen. Und wenn es gut ist für die Presse, für mein Image und mein Gold, dann sollen sie eben alle ihren Willen bekommen", fuhr er fort. Ihr Mund hatte sich geöffnet.

„Was?", wiederholte sie das Wort, was am besten passte, immer wieder. Waren er und Harry jetzt vollkommen verrückt geworden? Anscheinend.

„Das Buch-", begann er und geistesgegenwärtig ging sie auf die Knie, um den Blick in die Küche von Malfoy Manor abzuschirmen.

„Harry, könntest du gehen?", sagte sie sehr schnell. Harry sah sie sowieso schon an, als wäre sie verrückt geworden.

„Ich soll meine eigene Küche verlassen?", fragte er verwirrt, aber sie nickte nur. Es war gut, dass Ginny gerade nach ihm rief. Er warf ihr noch einen knappen Blick zu, der ihr wohl sagen sollte, dass er nach Malfoy Manor wollte, aber sie konnte sich jetzt damit nicht beschäftigen. Malfoy war aufgestanden und nun zu ihr geschlendert. Unter viel Aufheben ging er ebenfalls auf die Knie und tat so, als wäre es etwas sehr Anstrengendes.

„Du weißt noch, was ich gesagt habe?" Es war nicht wirklich eine Frage und unwirsch ruckte sie mit dem Kopf. „Granger, es ist sehr einfach", fuhr er ruhig fort. „Ich habe mit Rita Kimmkorn gesprochen", ergänzte er. Sie schnappte nach Luft.

„Du hast mit ihr gesprochen?", zischte sie und lehnte sich noch weiter ins Feuer. Sie konnte sein Gesicht jetzt so deutlich erkennen, als wäre er direkt vor ihr.

„Ja und sie hat mir eine Sache ziemlich klar vor Augen gehalten!", erwiderte er eiliger.

„Oh ja? Was war das? Dass du vollkommen verrückt geworden bist?", flüsterte sie hektisch. Er lächelte jetzt.

„In meinem Buch wirst du zu einer krankhaft idealisierten Vorstellung, Granger." Sie spürte ihren Herzschlag viel zu deutlich, spürte das Blut in ihren Ohren rauschen und die Hitze in ihren Wangen. „Alles, was ich tun muss, ist, gegen meine Dämonen zu kämpfen. Ms Kimmkorn kann dich nicht besonders gut leiden, wusstest du das?", fuhr er fort. Sie schnappte empört nach Luft. „Jedenfalls muss ich dich sehen", endete er knapp.

„Du… was? Wie soll dir das helfen irgendwelche Dämonen zu bekämpfen?" Sie hatte gar keine Lust zu fragen. Sie wollte es gar nicht hören.

„In dem ich ein weiteres Buch schreibe. Ich habe schon einige Ideen wie ich meinen Ruf wiederherstellen kann. Ich stelle mich der Tatsache, dass ich dich wohl in meinem Kopf hatte. Dass ich… mir vorgestellt habe, wie es wäre dich zu besitzen. Wie gut es sich anfühlen könnte, auf der richtigen Seite zu stehen." Sie war froh, dass sie kniete. Es waren zu viele Worte. Furchtbare Worte. Jedes brannte sich in ihren Körper.

„Und sie sagt, es ist unmöglich, dass jemand wie ich, aus gutem Hause, mit reicher Herkunft und den besten Aussichten wirklich jemanden idealisieren könnte, der so unausgeglichen und anstrengend ist wie du. Jemand, der dem Abenteuer nicht aus dem Weg gehen kann, der die Ungerechtigkeit versucht zu bekämpfen, nur damit die eigenen Unzulänglichkeiten nicht Überhand gewinnen und dir selber zeigen wie unvollkommen und verkorkst du selber bist, Granger." Ihr Mund hatte sich empört geöffnet.

„Du Arschloch!", schaffte sie hervor zu stoßen.

„Nicht wirklich. Ich muss dich einfach nur sehen. Und ich muss mir einfach nur selber zeigen, dass du nichts Besonderes bist. Nichts weiter, als eine Vorstellung in meiner Fantasie, der du natürlich niemals gerecht werden könntest. Es klingt nach einer sehr umständlichen Bitte, Granger, ich weiß."

„Ach, du weißt das?", schrie sie jetzt, ungeachtet, dass Harry und Ginny nebenan waren. „Ich dachte schon, du bist wahnsinnig geworden!", fügte sie zornig hinzu.

„Aber dafür bekommst du die Hälfte vom nächsten Erfolg des Buches, das ich schreibe."

„Du wirst kein weiteres erfolgreiches Buch schreiben können, Malfoy. Und ich will kein Gold von dir!", fügte sie böse hinzu.

„Willst du dann lieber mit Rita Kimmkorn sprechen?", fragte er lauernd. Ihr graute davor.

„Nicht so ungern, wie dein Forschungsobjekt zu spielen, du Arschloch!"

„Komm schon! Ich verlange hier nichts Unmögliches. Du sollst einfach nur herkommen und mich verabscheuen, Granger. Wie schwer ist das wirklich?"

„Wie lange überlebe ich, wenn ich deine Schwelle betrete?", entgegnete sie kühl.

„Meine Eltern werden kein Problem sein."

„Nein?"

„Nein", bestätigte er so ruhig und so überzeugt, dass sie ihm vielleicht sogar Glauben schenken konnte.

„Wieso? Wieso ist dir das so wichtig?", fragte sie erschöpft. Er kam ihr schon vor wie Harry. Was war mit den Männern los? Wahrscheinlich wollte Ron sich selber auch noch irgendwas beweisen und zwang sie, irgendwas Unmögliches zu tun. „Wieso ausgerechnet heute? Wieso jetzt?"

„Weil ich nicht will, dass ganz England denkt, ich wäre scharf auf dich. Denn ich weiß, ich bin es nicht, Granger. Ich weiß, ich habe diese Sache schlecht gelöst, aber ich verspreche dir, verbring etwas Zeit mit mir und ich bin sofort im Stande überzeugend zu Papier zu bringen, dass du ein widerlicher Mensch bist und ich ein Idiot, der nicht wusste, von was er schreibt." Das war kein Kompliment. „Und heute, weil ich endlich anfangen will zu schreiben. Etwas Richtiges", fügte er hinzu und ihr Mund öffnete sich perplex.

„Du bist ein Arschloch", wiederholte sie.

„Wir sprechen hier von hunderttausend Galleonen, Granger. Wenn nicht sogar noch mehr. Nachdem was das letzte Mal passiert, werden sich die Leute um mein Buch reißen! Ich verspreche es dir. Du wirst mit mehr Nutzen aus dieser Sache rausgehen als du reingegangen bist!"

Sie schüttelte langsam den Kopf. „Du bist also überzeugt, du hasst mich", sagte sie schließlich.

„Mehr als das", bestätigte er eindringlich. „Ich weiß es."

Und irgendwie gefiel ihr diese Aussage nicht.

„Du willst also beweisen, dass du dich geirrt hast. Du willst Zeit mit mir verbringen, damit du dich davon überzeugen kannst, dass deine Fantasie dir einen Streich gespielt hat?", vergewisserte sie sich ungläubig und er nickte.

„Granger, ich möchte wieder schlafen können. Ich möchte mich nicht jeden Tag fragen, weshalb ich so von dir gedacht habe. Ich will dich nicht mit meinem Buch in Verbindung bringen müssen. Und du willst doch wohl nicht dein Leben lang mit dem Vergleich zu einer Frau in einem Buch leben, das ich geschrieben habe."

Sie zögerte. Es war ein guter Punkt. Und es war ihr egal, wie viele Hexenherzen sie damit brach. Malfoy würde sie benutzen um eigentlich zu beweisen, dass er doch ein Arschloch war und keine Muggel lieben konnte. Das wusste sie natürlich schon, aber London schien es ausgeblendet zu haben. Er schadete also eigentlich nur sich selber.

„Komm schon, Granger. Es ist ein großes Durcheinander. Ich kann es wieder gut machen. Deinen Namen wird man nie mehr mit meinem in Verbindung bringen, ok?"

Und das war wohl das ausschlaggebende Versprechen.

„Abgemacht", sagte sie schneller, als sie zu Ende gedacht hatte.