Hallo und ein schönes Sylvester!

Heute leider etwas später, aber wir hatten gestern Besuch und ich bin erst um 5.30 ins Bett gefallen. Meine Tochter wollte dann aber leider schon um 7.30 wieder aufstehen - stöhn!

Da ich davon ausgehe, dass ihr alle auf einer superschönen Party seid oder auch nur ganz gemütlich zu Hause feiert - jedenfalls keinen Gedanken an ff's verschwendet (es sei denn, ihr seid genauso krank wie ich) - werde ich mir an Neujahr einen Tag Pause genehmigen. Das nächste Update zu dieser Story gibt es also erst am 02.01.2008!

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins Jahr 2008 und dass all Eure Wünsche (und guten Vorsätze) auch in Erfüllung gehen!

Mein besonderer Dank (neben all den Schwarzlesern - hehe), geht heute an:

Kasseopeia, zissy, night-kitten, none, Deedochan, Amunet und Leni4888!

Seid mir nicht böse, dass es heute keine ausführlichen Antworten gibt, aber ich bin stehend ko und hab morgen auch noch einen Kindergeburtstag vor mir. Nächstes Jahr geht's ausführlicher weiter!

Ach - und nur als Warnung vorweg - dieses Chap ist nicht gebetat, also seid gewarnt ---gg---.

Alles, alles, alles Liebe

Eure euch zutiefst dankbare

Cassie

24. Dezember Teil II

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Spontan hatte Draco beschlossen, dass es ihnen beiden nicht schaden würde so kurz vor Heilig Abend, die letzten Geschichtsstunden bei Binns zu schwänzen. Statt also dem einschläfernden Binns'schen Gelehre zuzuhören, fand Harry sich in Slytherin wieder. Auf Dracos Bett!

"Und du hast sicher nichts dagegen, wenn ich über Weihnachten nicht hier bleibe?", erkundigte Harry sich ein weiteres Mal.

Draco stöhnte und drehte sich auf den Bauch um ihn ansehen zu können. "POTTER! Ich weiß, dass du eigentlich hören willst: Oh, Baby, nein, verlass mich nicht, ich ertrage keinen Tag ohne dich!"

Harry wurde rot.

"Aber das wirst du verdammt noch mal nicht von mir hören!" Er hob die Hand und strich mit den Fingerspitzen Harrys Lippen nach. "Nicht, weil es nicht so wäre… aber ich denke, Ginny hat Recht. Du solltest Weihnachten bei deinen Freunden feiern."

"Aber du bist allein mit… mit ihm.", brummte Harry und schnappte spielerisch nach Dracos Hand.

Knapp einer Fingeramputation entkommen, nahm Draco vorsichtshalber seine Hand zurück, um den Kopf darauf zu stützen. Er grinste. "Severus ist wirklich nicht so schlimm, wie du denkst." Er verstummte und schien über etwas nachzudenken. "Naja, zu mir jedenfalls nicht."

Harry brachte ein schiefes Grinsen zustande. "Trotzdem… ich wäre lieber mit dir zusammen."

Draco seufzte nachsichtig. "Na gut, wenn du unbedingt willst werde ich Severus sagen, dass du Weihnachten mit uns…"

"WAS?", entfuhr es Harry heftig. Als er Dracos unverschämtes Grinsen sah und verstand, dass er ihn aufzog, verdüsterte sich seine Miene. "Ist gut, ich hab schon kapiert, dass du mich nicht hier haben willst."

"Das stimmt nicht und das weißt du auch.", antwortete Draco, griff nach Harrys T-Shirt und zog ihn in einen zärtlichen Kuss. "Aber ich denke, es ist keine gute Idee die Weasley-Bande vor den Kopf zu stoßen…"

Er unterbrach Harrys protestierendes Brummen mit einem weiteren Kuss, bevor er fortfuhr. "Sie sind alles, was du noch an Familie hast und du kannst mir nicht erzählen, dass sie dir plötzlich egal sind."

Ein kaum merkliches Kopfschütteln war die Antwort. "Nein, das sind sie auch nicht… es ist nur…"

"Du hast Schiss.", konstatierte Draco trocken.

Eigentlich rechnete er mit rigorosem Protest von Seiten Harrys und das Ausbleiben dieser typischen Reaktion machte Draco nachdrücklich deutlich, wie sehr Harry die Situation belastete.

"Hör zu. Wenn ich könnte, würde ich dir das Gespräch mit dem Rotschopf abnehmen… unterbrich mich nicht, immerhin hab ich ihn nicht Wiesel genannt… aber das kann ich nicht! Sieh es doch einmal so, wenn selbst deine Ex-Freundin sich mit uns beiden abfinden kann, wird We… Ron… das doch auch können. Immerhin ist er dein Freund."

Mit gesenktem Kopf zupfte Harry an Dracos Bettdecke herum und dachte über dessen Worte nach.

"Vielleicht wartet er einfach nur darauf, dass du es ihm erklärst.", fuhr Draco fort.

"Was denn erklären?"

"Dass du auf einmal schwul bist und nicht mit ihm in die Kiste gehst?"

"BAH! DRACO!" Harry schmiss mit einem der in dunkelgrünem - schweineteuren! - Seide bezogenen Kissen nach ihm. "Ron ist mein bester Freund! Das wäre ja fast so was wie… Inzest."

Draco zog einen Flunsch. "Ach, dann bin ich also nicht dein bester Freund?"

Unvermittelt wurde Harry ernst und schaute Draco lange an. Er wusste, dass Draco ihn mit dieser Frage nur ärgern wollte, dennoch hatte Harry das Gefühl etwas sagen zu müssen. Obgleich er nicht wusste, ob er es wirklich tun sollte. Immerhin war das zwischen ihnen noch sehr frisch und… Rigoros wischte Harry seine Bedenken beiseite. Zum Grübeln hatte er später noch Zeit genug.

Er rutschte näher an Draco heran und schob eine Hand in dessen Nacken. Langsam brachte er ihre Gesichter sehr nah aneinander. Dracos Blick wurde fragend, Harry kannte mittlerweile die Bedeutung der sich verdunkelnden Augen des Slytherins. Eben waren sie noch von einem so hellen grau, dass sie fast silbern wirkten, nun glichen sie mehr und mehr einer wirbelnden Sturmfront und er wusste, dass es in Dracos Inneren genau so aussah. "Nein", wisperte Harry und ließ seine Lippen über Dracos wandern. "Du bist nicht mein bester Freund… du bist mein Leben."

Dracos überraschtes Luftholen ging in Harrys Kuss unter und für lange Zeit waren das die letzten Worte, welche in dem stillen Slytherin-Schlafsaal fielen.

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"Was wirst du morgen machen?", fragte Harry irgendwann.

Der Arm um seine Taille verstärkte seinen Griff und Draco bewegte sich neben ihm. Sein warmer Atem glitt über Harrys Nacken während er leise antwortete: "Ich schätze, werde ich noch mal nach Hogsmeade gehen, vielleicht auch in die Winkelgasse, mal sehen. Mir fehlt noch ein Geschenk für Severus' Freundin. Sie kommt ja zum Glück erst morgen Abend. "

"Du schenkst Snapes Freundin was zu Weihnachten? Wow, ich stelle fest, dass einige Dinge wohl wirklich nicht so sind, wie ich sie mir ausgemalt habe."

Draco stemmte sich auf hoch und blickte auf Harry hinunter. Sanft ließ er seine Hand über Harrys nackte Brust wandern. "Ach, gerade du solltest doch jetzt begriffen haben, dass jede Medaille zwei Seiten hat."

"In diesem Fall wohl eher, dass selbst ein Slytherin ein Mensch ist.", grinste Harry.

Besagter Slytherin zog die Nase kraus. "Sag's nicht weiter, sonst ist unser schöner, mieser Ruf dahin."

"Ja, das wäre ja eine Schande, die die Welt nicht verkraften würde."

"Höre ich da leichten Spott heraus, Potter? Ich sage nur, für einen Gryffindor bist du ein ziemlicher Schisshase, sonst würdest du dich nicht vor einer Woche mit deinen Freunden drücken wollen." Dracos Grinsen wurde überheblich. "Ich meine, ich verstehe natürlich, dass du meine Gesellschaft denen deiner Gryffindor-Freunde vorziehst… wer würde das denn nicht… aber es ist nur eine Woche und an Neujahr sehen wir uns wieder."

"Neujahr…", sagte Harry und vergaß sogar Draco für seine Arroganz zu strafen. "Dann bin ich an Silvester ja auch allein."

Dracos Blick wurde sehr weich als er sich hinunterbeugte um Harry zu küssen. "Nur noch dieses Jahr, nächstes Mal feiern wir zusammen."

Harrys Herz schlug einen verdächtigen Salto, als ihm die Bedeutung von Dracos Worten bewusst wurde und plötzlich fühlte er sich sehr beschwingt. Es war ein zarter, sanfter Kuss und Harry genoss ihn in vollen Zügen. Doch viel zu schnell trennten sich ihre Lippen wieder. Er blickte in Dracos amüsiert funkelnde Augen und wurde tatsächlich rot, als dieser sagte: "Ich entnehme deiner Äußerung über den Jahreswechsel, dass du an deiner romantischen Ader arbeiten wirst? Ich erwarte in Zukunft etwas mehr Engagement, als ein Date in einer zerfallenen Hütte!"

Leider hatte Harry auf diese Feststellung keine passende Antwort parat. Er beschloss unauffällig das Thema zu wechseln. "Wie muss ich mir Snapes Freundin vorstellen? Eine eiskalte, schwarzhaarige, bleiche Aristokratin aus Durmstrang?"

Er bekam für diese Vermutung einen nicht gerade zärtlichen Schlag auf seine entblößte Bauchdecke und krümmte sich erschrocken zusammen.

"Du würdest dich wundern, nach alledem, was Severus erzählt hat, ist sie klein, blond, ziemlich kurvig und war auf irgendeiner schweizerischen Privatschule."

"Gütiger Himmel, das kann echt nur ein Traum sein!", entfuhr es Harry in gespieltem Entsetzen.

Lautes Pochen an der Schlafsaaltür ließ beide zusammenfahren. Pansys Stimme drang gedämpft zu ihnen herein. "Steht auf, sie kommen!"

Draco seufzte und schwang die Beine aus dem Bett. Für einen Augenblick - in welchem Harry den Anblick eines splitterfasernackten Slytherin genoss - vergass er sogar zu fragen, was Pansy meinte.

Glücklicherweise unterrichtete Draco ihn auch sogleich davon. "Steh auf, Potter! Die anderen Slytherins sind vom Unterricht zurück. Es ist also Zeit für dich zu gehen."

Mit einer genügenden Portion Bedauern kroch Harry ebenfalls aus dem warmen Bett. Sie waren rasch angezogen und Draco reichte ihm seine Tarnumhang. Harry ergriff ihn und stahl Draco noch einen letzten Kuss, bevor er hinter ihm zur Tür ging. Keine Sekunde zu früh, wie sie feststellten, denn kaum, dass Draco die Tür öffnete, schob sich Blaise an ihm vorbei und schaute sich suchend im Zimmer um.

"Falls du dein Hirn suchst, Zabini, sieh unter dem Bett nach, das ist eine Ritze in den Dielen."

"Malfoy, hab ich dir nicht verboten unter meinem Bett rumzulungern? Also, sag schon, WER WAR ES? Und erzähl mir nicht, du hattest Migräne und hast dich hier drin drei Stunden lang nur ausgeruht."

"Pansy, wer sonst.", antwortete Draco kaltschnäuzig.

"Sicher, war es Pansy. Wie komme ich auch darauf, dass ich jemand anderen - schwarzhaarigen - hier erwartet hätte?" Blaise grinste und Harry stellte fest, dass die Frotzeleien zwischen ihnen gutmütig und vertraut klangen.

Harry schob sich an Draco vorbei, griff noch einmal nach dessen Hand, bevor er eilig den Schlafsaal verließ. Im Hinausgehen hörte er Zabini und Draco reden, sie waren mittlerweile bei ihren Plänen für die Feiertage angekommen.

Niemand bemerkte Harry, als er mit schnellen Schritten den Gemeinschaftsraum der Slytherins durchquerte und das, obwohl dieser gut besucht war. Glücklicherweise war der Ausgang von den drei reich verzierten Säulen verborgen und so gelang es Harry ebenso ungesehen hinauszukommen.

Dafür bekam er fast einen Herzkasper, als er Pansy fand, welche gegenüber dem Zugang zum Gemeinschaftsraum an der Wand lehnte und offenbar auf ihn wartete. "Potter.", sagte sie und stieß sich von der Wand ab. Ihre dunklen Augen huschten suchend über Harry hinweg.

Er wartete jedoch, bis sich die Wand hinter ihm geschlossen hatte, bevor er sich die Kapuze des Tarnumhanges vom Kopf zog. "Merlin, hast du mich erschreckt."

Pansy lächelte und Harry stellte erstaunt fest, dass sie eigentlich ganz gut aussah, wenn sie nicht gerade eine Miene der tiefsten, abscheulichen Depression zur Schau trug.

Sie hielt ihm etwas entgegen, was in einen grün-silbernen Slytherin-Schal eingeschlagen war. "Kannst du das der kleinen Weasley geben? Sie wollte es sich über die Feiertage ausleihen."

Er musste wohl ziemlich verdattert ausgesehen haben, denn Pansys Lächeln wurde zu einem breiten Grinsen. "Nimm schon, ich verspreche, es beißt nicht."

"Was ist das?"

"Ein Traumatisator."

"Ein was?"

"Ein Trauma… einfach gesagt, ein Ding, mit dem man Träume erschaffen kann. Ziemlich reale Träume. Wenn ich deine Ex richtig verstanden hab, will sie sich an irgendjemandem für einen Scherzartikel rächen?" Pansy machte ein merkwürdiges Gesicht und es war klar, dass Ginny ihr nicht wirklich erzählt hatte, um welchen Scherzartikel es sich dabei handelte. Allerdings hatte Harry da eine unbestimmte Ahnung, dass sein monströser Adventskalender dabei die ein oder andere Rolle spielen dürfte.

Er nahm Pansy den Traumatisator ab und verstaute ihn sorgfältig in der Tasche seines Umhanges. "Wann habt ihr das denn besprochen?", erkundigte Harry sich verwundert. Pansy zuckte mit den Schultern. "Ach, neulich irgendwann."

"Aha.", kommentierte Harry die präzise und ausführliche Antwort. Nach einem Moment des Schweigens verabschiedete Harry sich: "Also dann wünsche ich dir ein schönes Fest. Wo feierst du denn?"

Pansy sah ihn komisch an und antwortete sehr leise. "Hier?"

"Oh.", sagte Harry und ihm fiel siedend heiß ein, dass auch Pansys Eltern ihre Gefolgschaft zu Lord Voldemort mit einem sehr unschönen Tod hatten bezahlen müssen. Harry wurde rot und murmelte eine verlegene Entschuldigung.

Mit einem Kopfnicken überging Pansy seinen Faux pas und verabschiedete sich. Harry sah ihr peinlich berührt nach, bis der Zugang zum Gemeinschaftsraum sich hinter ihr schloss. Erst dann verbarg er auch sein Gesicht wieder unter dem Tarnumhang und machte sich auf den Rückweg nach Gryffindor.

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Während man am Vormittag oder auch noch beim Mittagessen nichts davon bemerkt hatte, dass es Zeit für die Abfahrt nach Hause wurde, herrschte beim Abendessen das alljährlichen weihnachtlichen Chaos. Man unterhielt sich lautstark über die Pläne während der Feiertage, prahlte damit, das man schon wusste, was man geschenkt bekommen würde. Und versicherte natürlich, dass man Hogwarts überhaupt nicht vermisse!!! Wieder und wieder und immer wieder.

Harry hockte zusammengesunken am Tisch und brachte es nicht über sich, sich von Ginnys guter Laune anstecken zu lassen. Selbst, nachdem er ihr mittlerweile den Traumatisator gegeben hatte und sich sein Verdacht bestätigte, dass Ginny einen Anschlag auf den Seelenfrieden ihrer Zwillingsbrüder plante.

Ihm war sterbenselend zumute, sobald er nur daran dachte, wie Fred und George reagieren würden, wenn sie erfuhren, dass er mit einem Slytherin zusammen war. Nein - nur um es noch einmal zu erwähnen - mit DEM Slytherin. Eine Steigerung war eigentlich nur noch möglich, wenn Snape ihm plötzlich seine unsterbliche Liebe erklären würde. Harry stöhnte und genehmigte sich eine mentale Ohrfeige. SOLCHE Gedanken trugen nun wirklich nicht dazu bei, dass sein Befinden in nächster Zeit den grünen Bereich erreichen würde.

Auch Dracos wissendes Grinsen, sobald sich ihre Blicke trafen und das taten sie oft, und seine Lippen, die das Wort 'FEIGLING' formten, als Ron sich neben ihm niederließ, waren wenig erbaulich.

"Ich hoffe ihr habt schon fertig gepackt…", sagte Hermine und kletterte gutgelaunt neben Ron auf die Bank.

"Na klar und eine extra Überraschung für meine geliebten Brüder hab ich auch schon dabei.", grinste Ginny mit winzigen teuflischen Glimmen in den Augen.

Weder Ron noch Harry antworteten und so ergriff Ginny erneut das Wort. "Und, Harry, hast du dich jetzt endlich entschlossen mit in den Fuchsbau zu kommen?"

Harry warf Ron einen unsicheren Blick zu. Er wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als Santa Clause in einem beängstigend weihnachtlich geschmücktem Schlittengespann - oh du meine Güte, das Lied von Rudolph dem rotnasigen Rentier war wirklich nicht übertrieben! - plötzlich von der Decke der Großen Halle hinabsauste. Mit seinem tiefen Bariton donnerte er "FRÖHLICHE WEIHNACHTEN" und flog so dicht über den Köpfen der Schüler vorbei, dass es dem ein oder anderen gehörig die Frisur ruinierte.

Harry vergaß vor lauter Schreck zu kauen und verschluckte sich prompt. Bevor ein elementarer Hustenanfall ihn schüttelte, warf er einen weiteren Blick zu Draco und stellte fest, dass dieser von einem noch immer "FRÖHLICHE WEIHNACHTEN!" brüllenden Santa Clause gänzlich unbeeindruckt blieb. Harry begann zu husten.

Überhaupt schien tatsächlich Harry der Einzige zu sein, der Santa Clause bei seinem Kamikazeflug durch die Halle beobachtete. Einzig Pansy wischte sich das Pony aus der Stirn, welches der Santa Claus'sche Fahrtwind ihr ins Gesicht getrieben hatte. Und Dumbledore ließ gerade rechtzeitig sein Messer unter den Tisch fallen, wonach er sich sofort bückte, um einer Enthauptung zu entgehen. Harry hustete munter weiter. Prof. Trewlaney blickte Santa Clause verträumt hinterher, was Harry allerdings nicht wirklich verwunderte, denn er war sich ziemlich sicher, dass Sibyll mal wieder in einer ihrer detailreichen Todesomen bezüglich seiner Person schwelgte. Noch mehr Gehuste.

Endlich erbarmte Ginny sich und klopfte ihm auf den Rücken. "Glaub ja nicht, dass du dich durch das Verschlucken vor einer Antwort drücken kannst, mein Lieber! Also, kommst du nun mit in den Fuchsbau, oder nicht?"

Santa Clause vollführte samt Schlitten eine wahnwitzige Kehrtwende, welche Snape fast seinen Skalp gekostete, und raste direkt über den Gryffindortisch hinweg. Harry meinte zu sehen, wie ein Schneeball auf Ron hinabsauste. War sich dessen aber nicht sicher, denn im nächsten Augenblick ging er formvollendet in Deckung vor Rudolphs harten Hufen.

Ginnys Blick wurde bedrohlich: "Harry Potter! Antworte! Sofort!"

"Ich denke immer noch, dass es besser wäre, wenn ich hier bliebe, aber….", brachte Harry noch halb unter dem Tisch liegend hervor. Er sah gerade rechtzeitig auf, um Zeuge von Rons überraschender Reaktion zu werde.

Rons Kopf schnippte nach oben und er schaute Harry das erste Mal seit Tagen - ach was, Wochen! - in die Augen. "Du… du willst nicht mitkommen?", fragte er entgeistert. "Aber Mom und Dad rechnen doch mit dir und Fred und George und Bill und Fleur und Charlie und…" Ron unterbrach sich.

"Du?", ergänzte Ginny hoffnungsvoll.

Verlegen und sichtlich nicht einverstanden damit, dass er so leicht zu durchschauen war, nickte Ron schließlich. Harry war plötzlich ähnlich leicht zumute wie nach Dracos erstem Kuss und er strahlte Ron über beide Ohren an, was dessen Verlegenheit noch steigerte.

"Bin's ja gewohnt, dass du an Weihnachten da bist…", nuschelte er, "…ist ja sonst auch irgendwie kein richtiges Weihnachten, wenn die Familie nicht zusammen ist."

Eilig griff Ron nach einer Pastete und rutschte viel zu nah an Seamus heran, als dass es unauffällig wäre, während er den Iren nach den Kartoffeln fragte. Hermine betrachtete Ron mit einem Blick, als wolle sie sich in der nächsten Sekunde auf ihn werfen und bewusstlos knutschen.

"Ron, das war mit Abstand das Wundervollste, was ich jemals von dir gehört habe.", sagte Ginny und unterdrückte nur mit Mühe ein Schniefen.

Auch Harry hatte einen Kloß im Hals und schaute dankbar zu Santa Clause hinauf. Der Weihnachtsmann zwinkerte ihm gutgelaunt zu und verschwand nach einem letzten Rundflug über den Tisch der Slytherins im Nichts.

"Hört schon auf!", murmelte Ron und stopfte sich engagiert ein Viertelpfund Pastete in den Mund, sei es auch nur, um weiteren Kommentaren zu entgehen.

"Ich hätte mir keine bessere Familie wünschen.", wisperte Harry so leise, dass nur Ron und Ginny es hörten. Das nächste Mal, als Harrys Blick dem von Draco begegnete, war er sichtlich gelöster und Draco nickte.

Knapp 12 Stunden vor der Bescherung im Fuchsbau hatte es also Harry Potter doch noch geschafft, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Auch wenn ihm durchaus bewusst war, dass das klärende Gespräch mit Ron noch vor ihm lag. Dennoch war es eindeutig ein Schritt in die richtige Richtung, dass Ron ihn an Weihnachten dabeihaben wollte, selbst wenn der Weihnachtsmann persönlich etwas nachhelfen musste. Doch Ron wollte, dass Weihnachten so war wie immer, als hätte sich nichts zwischen ihnen geändert.

So als hätte Harry nicht mit seiner Schwester Schluss gemacht, wäre von einem Tag auf den anderen schwul geworden und hätte sich nicht von seinem bisherigen Erzfeind flachlegen lassen.

Harry schluckte, wenn er genauer darüber nachdachte, konnte er Ron eigentlich kaum verdenken, dass er sauer war. Immerhin hatte er keine Zeit gehabt sich allmählich an Harrys geänderte Prioritäten zu gewöhnen, sondern war quasi im Minutentakt mit neuen Enthüllungen konfrontierte worden.

Harry versprach Ron im Stillen eine wirklich gute Erklärung.

Die er sich noch würde überlegen müssen.

Nach dem Abendessen und der Weihnachtsansprache Dumbledores brach schnell die allgemeine Hektik der herannahenden Abreise aus. Der Großteil der Schüler versammelte sich inklusive Gepäck in der Eingangshalle, um sodann von Hagrid und einigen der Professoren zum Hogwarts-Express begleitet zu werden. Nur wenige Schüler blieben zurück und Harry warf Draco einen letzten bedauernden Blick zu, als er mit seiner Tasche über der Schulter auf den Ausgang zustrebte. Draco grinste und legte Pansy den Arm um die Schulter.

"Daran muss ich mich also wirklich gewöhnen?", murmelte Ron verlegen an seiner Seite.

"Ja, Ron, ich hoffe, dass du das eines Tages tust.", antwortete Harry ehrlich.

Ron seufzte gequält, brachte aber schlussendlich sogar ein schiefes Grinsen zustande. "Na, da wirst du mir vorher noch einiges erklären müssen."

"So lange bis es endlich in deinen Dickschädel reingeht, verlass dich drauf."

Ginny hakte sich bei Harry ein und Ron wurde plötzlich der Möglichkeit auf eine passende Antwort beraubt, denn Hermine erschien an seiner Seite und folgte Ginnys Beispiel. "Nun, wie es scheint, weißt du ja ziemlich genau, wie ich mich bei Draco fühle.", kommentierte Harry hinterlistig Rons röter werdende Wangen.

Prompt wurden nicht nur Rons Wangen, sondern sein kompletter Kopf inklusive Ohren und Hals so rot, dass er schon merkwürdige Blicke ihrer Schulkameraden auf sich zogen. Auch Hermine hatte eine - nun - gesunde Gesichtsfarbe angenommen. Ginny tätschelte ihrem Bruder fürsorglich den Arm, bevor auch sie noch einmal einen Blick über ihre Schulter zurückwarf. Sie winkte und drehte sich dann schnell wieder um, zog Harry unbarmherzig in den Strom Schüler hinein, welche auf den Ausgang zustrebten.

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Die Reise zum Fuchsbau und damit zu Rons Familie war so entspannt, wie Harry es sich seit seinem Outing nicht hatte vorstellen können. Es war sicherlich ein zwiegespaltenes Gefühl, denn einerseits bedrückte es ihn, dass er an Weihnachten nicht mit Draco zusammen war. Harry verzog die Miene ob der unerwarteten Sentimentalität. Er konnte praktisch Dracos höhnende Stimme hören, die ihn einen 'verkappten Hufflepuff' schimpfte. Die Grimasse wurde zu einem Lächeln während er an den Slytherin dachte.

"Ich wette 10 Galleonen, dass ich errate, was du gerade denkst.", grinste Hermine und Harry wurde rot.

"Das würde selbst ich erraten, auch wenn ich es mir gar nicht so deutlich vorstellen möchte.", brummelte Ron und schob sich einen Schokofrosch in den Mund - den er schon wieder wer weiß woher hatte!

"Ist ja gut.", murrte Harry verlegen. Dennoch freute es ihn, als Hermine und Ron anfingen zu lachen.

Allerdings gab es eine Sache, die ihn belastete und er hatte das dringende Bedürfnis darüber zu sprechen, kaum, dass Ginny die Abteiltür hinter ihnen geschlossen hatte. Sie hockte sich neben ihn auf dem Sitz und kramte in ihrer Tasche. "Sag mal, Ginny…?"

"Hmm?", machte sie ohne aufzusehen.

"Was sagen wir denn deinen Eltern?" Seit geraumer Zeit - ungefähr seit dem Moment als klar war, dass er auch dieses Jahr Weihnachten im Fuchsbau feiern würde, war auch dies ein Problem, was Harry nicht in Ruhe ließ. Molly und Arthur waren so stolz darauf, dass er mit Ginny zusammen war und Harry hegte sogar den heimlichen Verdacht, dass Molly schon das ein oder andere Babyjäckchen häkelte.

"Sag ihnen, wie es ist.", antwortete Ginny halbherzig und schien endlich gefunden zu haben, was sie suchte. Ein Münze der DA, wie Harry im selben Moment erstaunt feststellte.

"Was? Er soll ihnen sagen, dass er dich für nen Kerl verlassen hat? Ich will mir gar nicht vorstellen, wie Fred und George dich damit aufziehen werden, Schwesterherz." ,warf Ron kauend ein.

Ginny zog halbherzig eine Grimasse, bevor sie plötzlich aufschaute und ein beängstigend diabolisches Lächeln an den Tag legte. "Ach, das lass mal meine Sorgen sein, Ron. Irgend etwas sagt mir, dass die Beiden andere Dinge im Kopf haben werden als mich zu ärgern - muahahaha."

Harry beäugte Ginny schockiert, die zuckte nach einem letzten fiesen Augenbrauenwackeln - was Draco den Tränen nahe gebracht hätte vor lauter Stolz - die Schultern und nahm nun ihren Zauberstab zur Hand um die Oberfläche der Münze zu berühren.

"Sag mal, was genau machst du da eigentlich?", wollte Hermine wissen und beugte sich vor.

Ginny schloss ihre Hand über der Münze. "Ihr müsst auch nicht alles wissen, liebe Leute!"

"Aha.", sagte Hermine und zu Harrys völliger Verwirrung grinste sie und schien mit Ginnys Antwort tatsächlich zufrieden zu sein. Er blickte Ginny an, doch die war schon wieder mit ihrer Münze beschäftigt.

"Und da wundert sich noch einer, warum ich auf Kerle stehe.", brummelte er leise.

Ron reichte ihm einen Schokofrosch und erkundigt sich - ein bisschen unsicher - ob Harry jetzt überhaupt noch Snape explodiert mit ihm spielen dürfte.

Harry fand, das dürfe er.

Ron hatte ihn gerade - zum zweiten Mal - geschlagen, als dieser so unvermittelt das Thema von dem Spiel-Slytherin auf den echten Slytherin brachte, dass Harry drei Sekunde brauchte um zu verstehen, was Ron von ihm wollte.

"Und? Macht er dich wirklich glücklich?" Ron fixierte die Karten in seiner Hand. Einzig seine roten Ohrspitzen verrieten sein Unwohlsein.

"Ich…", Harry schluckte und bemerkte aus den Augenwinkeln, wie Ginny den Blick von ihrer Münze hob. "Ja, Ron. Ja, das tut er."

"Gut.", sagte Ron, dann, nachdem er eine Karte abgelegte hatte, "Und muss ich jetzt nett zu ihm sein?"

Harry konnte sich ein Grinsen nicht mehr verbeißen und auch Ginny lächelte ihre Münze an. "Nein, Ron. Das brauchst du nicht. Nur, nenn ihn nicht mehr Frettchen."

"Ok.", sagte Ron und schlug Harry zum dritten Mal. "Mehr will ich für den Anfang gar nicht wissen."

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Sofern Harry sich Gedanken darüber gemacht hatte, wann der richtige Zeitpunkt wäre, der restlichen Weasley-Familie mitzuteilen, dass er und Ginny nicht mehr zusammen waren, wurden diese Grübeleien schnell von der hektischen Betriebsamkeit im Fuchsbau unterbunden.

Kurz nach ihnen trafen die Zwillinge ein, einen ganzen Koffer voll neuer Entwicklungen im Gepäck, was Molly schon - bevor Fred und George das Haus überhaupt betreten hatten - an den Rand eines urwüchsigen Nervenzusammenbruches brachte.

Bill und Fleur kamen mit Gabrielle und einer kaum zu verhehlenden guten Nachricht. Denn, obwohl sie es eigentlich noch geheim halten wollten, musste Bill dann doch erklären, warum die arme Fleur die meiste Zeit des Abends auf - nein, vor - der Toilette verbringen musste.

Molly und Arthur waren außer sich vor Freude und Ginny flüsterte Harry in einem unbeobachteten Moment zu, dass ihre Mutter ja jetzt wenigstens Verwendung für die Babyjäckchen hätte.

Charlie brachte seine neue Freundin inklusive deren 4jähriger Tochter mit, welche sofort von einer begeisterten Gabrielle mit Beschlag belegt wurde.

Kurz gesagt, herrschte im Fuchsbau mehr als nur helle Aufregung und der Nachmittag verflog zwischen all den Neuigkeiten, die jeder loswerden wollte. Man gab sich der Erprobung der neuesten Erfindungen von Fred und George hin und der allgemeinen Freude, dass man sich endlich einmal wieder sah. Mehr als einmal wackelten und knirschten die Wände, wenn das Gelächter einen neuen Rekord erreichte.

Es kam Harry vor, als hätte er gerade erst vor einem Augenblick seinen Koffer in Rons Zimmer gehievt, da scheuchte Molly sie alle zuerst aus der Küche - um wenigstens das Essen ungehindert auf den Tisch zu bekommen - und dann aus dem Wohnzimmer wieder in die Küche, damit sie endlich anfingen zu essen.

Harry fand sich auf seinem Platz zwischen Ron und Ginny wieder und erst, als er sich den ersten Bissen von Mollys Spinatpastete in den Mund schob, fiel ihm auf, dass er den ganzen Nachmittag nicht an Draco gedacht hatte. Ein wenig erschrocken senkte er den Blick und konnte sich eines leisen Schuldgefühles nicht erwehren.

"He, alles ok?", fragte Ginny besorgt und griff automatisch nach seinem Arm.

"Jaah. Schon, es ist nur…", er unterbrach sich. Es war nicht unbedingt besonders taktvoll, seiner Exfreundin von der neuen Liebe vorzuschwärmen.

Ginny schien da anderer Meinung zu sein. "Lass mich raten? Draco?"

Ein etwas klägliches Nicken ging Harrys Antwort voraus: "Mir ist grad aufgefallen, dass ich seit ich hier bin noch nicht an ihn gedacht… Merlin, Ginny, es tut mir leid, das ist jetzt so was von kitschig." Er lächelte entschuldigend.

Energisch klapste Ginny ihm auf den Arm und grinste breit: "Ach, glaub mir, das ist bei dem Trubel hier normal, ich hatte auch noch keine Zeit an…oohhh!" Erschrocken presste sie sich die Hand auf den Mund und wurde knallrot, während Harry praktisch die Gesichtszüge entgleisten. "Ginny!", brachte er halb amüsiert, halb entsetzt heraus.

Fred und George schienen mitbekommen zu haben, dass etwas vor sich ging und plötzlich wurde es mucksmäuschenstill am Tisch.

"Viel Glück, Alter.", murmelte Ron an seiner anderen Seite und warf ihm einen mitleidigen Blick zu. Harry schluckte. Das war er also, der Augenblick der Wahrheit.

"Was ist los? Müsst ihr uns vielleicht auch etwas sagen?", erkundigte Fred sich interessiert und tauschte einen wissenden Blick mit seinem Zwilling. George summte unverkennbar die Melodie des Hochzeitswalzers vor sich hin. Harry wurde sterbenselend zumute und auch Ginny verging das Lachen.

"Äh… nein?", versuchte er es mit einer halbherzigen Lüge.

"Sicher doch, warum ist meine Schwester dann so knallrot und hat bis vor 10 Sekunden noch so ein leicht manisches Grinsen im Gesicht gehabt?", wollte George wissen.

"Obwohl, denkst du, das Grinsen hat nicht nur weihnachtliche Gründe? Immerhin hab ich heute selbst Malfoy schon blöd grienend rumrennen sehen.", warf Fred ein. Ron verschluckte sich ganz spontan.

Fleur verschwand mit einem würgenden Geräusch auf der Toilette. Harry hatte sich ihr niemals so nah gefühlt!

"Es… es ist nicht so, wie ihr denkt.", fing Ginny schließlich an und griff unter dem Tisch nach Harrys Hand.

"Neeeiiiinn?", machte Fred und tat überrascht. "Soll das heißen, ihr seid schon verheiratet und habt drei Kinder mit fürchterlichen Namen, von denen wir nichts wissen?"

"Ach, Fred!", tadelte Molly, doch Harry glaubte ein unheimliches Funkeln in ihren Augen zu sehen.

Er dachte an Draco. Ginny drückte seine Hand und sie sahen sich an. Dann atmete Harry entschlossen durch. "Ok, hört zu…", begann er, obwohl die Aufmerksamkeit aller sowieso schon auf ihm und Ginny ruhte. Von Fleur einmal abgesehen, die ein gedämpftes Stöhnen von sich gab.

"Es gibt tatsächlich etwas, was wir euch sagen müssen…", Molly wollte schon zu einem gerührten 'AAAAAHHH!' ansetzen und nach ihrem Taschentuch greifen, was Harry mit einer energischen Handbewegung zu verhindern wusste. "…Es ist nicht das, was ihr denkt. Ginny und ich…."

"Wir werden definitiv nicht heiraten.", schaltete Ginny sich ein. Ihre Stimme klang fest.

Einen Moment herrschte völlige Stille, bevor Arthur etwas zögerlich sagte: "Nun ja… heutzutage muss man ja nicht gleich heiraten, es ist doch nichts Schlimmes daran nur so zusammen…"

"Dad.", unterbrach Ginny ihn.

"Wir haben uns getrennt.", brachte Harry schließlich heraus und unterdrückte den Drang sich beide Arme über den Kopf zu werfen und sich Schutz suchend unter den Tisch fallen zu lassen.

"Ge-trennt?", wiederholte George und es schien, als wäre ihm die Bedeutung dieses Wortes nicht ganz klar.

"Ja. Getrennt. Schluss gemacht. Harry und ich sind kein Paar mehr." Ginny quetschte Harrys Finger so fest, dass es wehtat. Trotzdem war er dankbar für ihre Nähe.

"Aber.", warf Charlie ein und wirkte ebenso geschockt wie der Rest der Anwesenden.

"Aber.", sagte Molly und zückte nun doch noch ihr Taschentuch.

"Aber.", warf Ron ein und fing sich einen verwirrten Blick seitens Harry und Ginny ein. "Aber sie sind immer noch Freunde."

Dankbar nickte Harry ihm zu und Ron grinste. "So, und nun mach gleich weiter! Die Gesichter waren schon gut, aber der Knaller kommt erst noch."

"RON!", rief Hermine empört und verpasste ihm eine Kopfnuss.

"Autsch! Was denn? Ist doch wahr!", verteidigte Ron sich noch immer grinsend, bevor er sich wieder an Harry wandte. "Tut mir leid, Harry, aber da musst du jetzt durch! Sieh es als Rache dafür an, dass du mir so was antust." Sein breites Grinsen widersprach den hart klingenden Worten und Harry wusste, dass Ron ihm längst verziehen hatte.

Gespannte Gesichter blickten ihn an.

"Sag es ihnen, Harry.", flüsterte Ginny und entließ endlich seine Hand aus ihrem Klammergriff. Aufmunternd tätschelte sie statt dessen seinen Schenkel.

"Ja, Harry, sag es uns. Was hat Ginny getan?", wollte George wissen und griff nach seinem Butterbier.

"Nichts. Es liegt nicht an Ginny, es liegt an mir, ich…"

"Ooohhh! Übel! Der absolute Klassiker.", stöhnte Fred ergriffen.

"FRED!", tadelte Molly empört, doch - welch Überraschung - überhörte Fred ihren warnenden Unterton und plapperte stattdessen an Ginny gewandt weiter: "Ich hab dir ja schon immer gesagt, dass du nicht so zickig sein sollst! Das hält kein Mann auf Dauer aus! Sag schon, was hast du gemacht? Die Migränenummer abgezogen?"

"WAS?", schnappte Ginny entsetzt und bekam rote Wangen.

"Nein, Leute, bitte, hört mir doch mal zu, ich…", versuchte Harry vergeblich sich Gehör zu verschaffen.

"Nein, warte, ich weiß es, du hast diese peinliche Schatz-ich-kann-jetzt-nicht-ich-hab-meine-Tage-und-blute-wie-ein-Schwein-Nummer abgezogen!"

"FRED!", rief Molly nun wirklich böse.

"FRED!", kreischte Ginny los und griff nach dem erstbesten, was sie ihrem Bruder an den Kopf schmeißen konnte, einem Brotmesser.

Harry verhinderte Freds unschönen Tod in allerletzter Sekunde und hielt Ginnys Wurfhand fest, während er laut aber deutlich in die Runde sprach: "Ginny hat wirklich nichts falsch gemacht! Es ist nur so… ich habe einen Freund! Einen männlichen Freund! Ich hoffe, das war deutlich genug."

Stille senkte sich über den Tisch, nur unterbrochen von dem leisen Klappern, mit welchem Harry Ginny endgültig das Brotmesser entwendete.

Während alle Anwesenden Harry anstarrten, beäugte George seine Flasche Butterbier mit einem zutiefst argwöhnischen Blick. "Sag mal, Fred, was hast du mir in das Bier getan? Ich hab grad gedacht, Harry hätte gesagt, dass er es neuerdings mit Kerlen treibt."

"GEORGE!", fuhr Charlie erschrocken auf und hielt seiner Stieftochter in spe die Ohren zu. "Es sind Kinder anwesend!"

"Genau das hab ich gesagt, George.", murrte Harry und verschränkte die Arme vor der Brust.

"Welsch ein Verlust für die Damenweld…", sagte Fleur bedauernd und schüttelte ihre langen Haare. "Aber sag mir… Härry… wer ist dein Freund? Isch wedde, es ist dieser 'übsche Blonde aus Slytherin, nischt wa'r? Der 'at disch doch schon bei dem Trimagischen Turnier kaum aus den Augen gelassen."

Harry klappte die Kinnlade runter.

"Ooohh, isch weiß, er wirkt ein bisschen kü'l, aber sagt man das nischt so: Kü'le Schale, 'eißer Kern?" Bill starrte seine Frau an, als sähe er sie zum ersten Mal.

George gab einen winselnden Laut von sich. Und Fred betrachtete Fleur ziemlich neidisch, während sie ein weiteres Mal auf die Toilette flitzte.

Der Einzige, der wirklich Freude hatte, war offensichtlich Ron, denn er betrachtete jeden einzelnen seiner Familie mit einem breiten, sehr zufriedenen - und nur ein ganz klein wenig schadenfrohen - Grinsen.

"Du… du… du… du meinst, du bist mit Lucius' Sohn zusammen?", brachte Arthur heraus und wurde verdächtig blass um die Nasenspitze.

Harry seufzte. "Ob ihr es glauben wollt oder nicht: JA! Und Draco hat sich wirklich verändert."

"Dra-co?", wimmerte George.

"Ja, DRACO. Soll ich meinen Freund vielleicht weiterhin Malfoy nennen?"

"Dra-co Mal-foy?" Noch mehr Winseln.

Harry stöhnte.

Und Ron?

Ron brach in anhaltendes Gelächter aus. Die Blicke aller Anwesenden wanderten von Harry zu Ron, der sich auf die Schenkel klopfte und so knallrot im Gesicht war, dass Hermine Angst bekam sein Schädel würde einfach explodieren. Er schlug sich mit der Hand auf die Schenkel. Tränen liefen ungehindert über seine Wangen und er lachte nur noch lauter, als Fleur von der Toilette zurück war und fragte, ob sie mit ihrer Vermutung Recht behalten hatte.

Geschlagene fünf Minuten lang war Rons Gelächter alles, was im Fuchsbau zu hören war und Harry war ein winziges Bisschen angefressen.

Gerade als Harry überlegte, ob er nicht auf der Stelle zurück nach Hogwarts reisen sollte - übler als diese Weasley'sche Inquisition mit einem offenbar durchgedrehten Ron konnte auch ein Abend mit Snape… gut, das war jetzt doch etwas übertrieben - jedenfalls verhinderte Ron seine vorzeitige Abreise. Er packte nämlich plötzlich Harrys Kopf mit beiden Händen und drückte ihm einen laut schmatzenden Kuss auf die Wange. Dann strahlte er ihn glücklich an: "Harry! Ich danke dir dafür, dass ich es noch erleben darf, dass Fred und George praktisch sprachlos sind! Dafür kann ich dir sogar verzeihen, dass du Malfoy flachlegst!"

"RON!", kreischten Charlie - wieder mit den Händen auf den Ohren seiner Stieftochter -, Fred, George und seine Mutter los.

Harry, Hermine, Ginny und Ron jedoch lachten nur befreit.

Tbc…

Read and Review, please.

---wink--- Sylvesterknaller auspack:

Guuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuten Ruuuuuuuuuuuuuuutsch!!!