Disclaimer:
Na ja Leute, ich bleibe standhaft dabei: Nichts gehört mir, bis auf die Idee zu dieser Story... Aber das ist ja auch schon was...
An dieser Stelle muss ich unbedingt einmal ein ganz großes Dankeschön an all die tollen Leser und Kommentarschreiber aussprechen... Danke Leute, ihr seid der Grund, warum diese Story so schnell bzw. überhaupt von der Stelle kommt!!!
Ohne euch würde hier bei mir gar nichts laufen, ihr tretet mich in den hintern und gebt mir neue Impulse, eure Kommentare versüßen mir den Tag.... Eine Runde Dankeskekse für alle...
Warum machte ihm das Glück seiner Freunde so krank? Tsubasa verstand es einfach nicht und nahm noch einen Hieb aus der Flache, die innerhalb von fünf Minuten beinahe komplett leer geworden war.
Tsubasa wollte seine Sorgen und die Ungewissheit im Alkohol ertränken, dabei vergaß er aber, dass Sorgen schwimmen konnten.
Immer wieder griff er zur Flasche, so dass er sich schon bald nicht mehr alleine auf den Beinen halten konnte. Orientierungslos taumelte er durch das Wohnzimmer und sah auf einmal dort zwei Fernseher stehen, wo er sich doch sicher gewesen war, dass er sich nur einen gekauft hatte. Außerdem drehte sich alles und er bekam die nächste Flasche Whiskey nicht mehr richtig zu fassen.
„Iiiist das auch alles ein scheeeeeiß hier!"
Lallte Tsubasa laut vor sich hin. Er selbst hätte wahrscheinlich nicht genau sagen können, ob er diese Aussage auf seinen angetrunkenen Zustand oder die Tatsache, dass Genzo und Sanae heiraten wollten, bezog. Alles war ihm einfach zuwider und die ganze Welt hatte sich gegen ihn verschworen. Heute war augenscheinlich der große „Ich verarsche Tsubasa Ohzora" Tag und er war absolut mies drauf.
Es hörte ihn zwar keiner in seinem Appartement, aber irgendwie musste er seinem Unmut Luft machen. Was konnte er auch dazu, dass einer seiner besten Freunde sich hinter seinem Rücken an seine beste Freundin heranmachte, sie verführte und sie nun auch noch heiraten wollte. Was war denn in die Menschheit gefahren? Waren irgendwie alle total verrückt geworden? Wer hatte ihn denn mal gefragt, was er dazu zu sagen hatte? Schließlich war Sanae ja seine Freundin aus Kindertagen. Niemand! Aus der Presse musste er erfahren, was da los war. Wahrscheinlich hatten sie ihn schon monatelang an der Nase herum geführt.
Tsubasa versuchte einen weiteren Schluck aus der Falsche zu nehmen, kippte aber mehr daneben als in seinen geöffneten Mund. Die beerensteinfarbene Flüssigkeit lief in Rinnsalen an seinem Kinn entlang und tropfte langsam auf das Parkett, wo sich langsam kleine Pfützen bildeten.
Minutenlang starrte Tsubasa in die Flüssigkeit und schien wie hypnotisiert. Irgendwie erinnerte ihn die Farbe seines Whiskeys an Sanaes Augenfarbe. So wunderschön klar, braun und doch irgendwie undurchdringlich, er konnte ihre strahlenden Augen genau vor sich sehen. So wie sie immer mit ihm gelacht und gestrahlt hatten. So voller Wärme, Liebe und Güte. Die Augen seiner wunderbaren Freundin. Tsubasa versuchte seinen Blick abzuwenden, doch innerlich traute er sich nicht, hatte er doch Angst vor der gähnenden Leere, die unweigerlich kommen würde.
Kraftlos sackte Tsubasa in sich zusammen und verzweifelt starrte er auf die kleinen braunen Flecken. Im Licht blinkte und glitzerten die Tropfen so wundervoll verlockend, dass Tsubasa am liebsten in ihnen ertrinken wollte. Je länger er jedoch auf die Whiskey Reste schaute, umso heller wurden sie. Es schien als wollten sie sich seinem intensiven Blick entziehen, sie wurden einfach immer durchsichtiger. Verwirrt suchte Tsubasa nach einer Erklärung.
Erst langsam dämmerte es ihm in seinem benebelten Hirn, dass er weinte und dass seine eigenen Tränen unablässig in den Whiskey hinein tropften. In die wundervollen Augen seiner Sanae, wie sein betrunkener Verstand ihm weismachen wollte. Er selbst war durch seine Handlungen dafür verantwortlich, dass seine Sanae und auch die Erinnerung an seine Sanae langsam aber stetig immer weiter verblassten. Diese Erkenntnis belastete Tsubasa tief und die Tränen kamen immer stetiger, auch wenn er versuchte sich zu beruhigen. Das Klingeln seines Handys ignorierte er und er machte sich auch nicht die Mühe auf das Display zu schauen, denn sonst hätte er vermutlich gesehen, dass Genzo dringend versuchte ihn zu erreichen. Erschöpft und hoffnungslos schlief Tsubasa letztendlich mit dem Kopf in der Lache aus Whiskey und Tränen ein.
Genzo versuchte in Deutschland hingegen immer noch Tsubasa zu erreichen und ihm die ganze Angelegenheit zu erklären. So naive konnte dieser Junge doch nicht sein und alles glauben, was einfach so in der Zeitung stand.
Nach mehreren vergeblichen Versuchen gab Wakabayashi es auf und beschloss es wenig später noch einmal zu versuchen. Jetzt standen erst einmal Sanae und die Schadensbegrenzung im Vordergrund. Wobei sich Genzo relativ sicher war, dass Schneider gut für Sanae gesorgt hatte.
Leise ging er in die Küche zurück, wo er jedoch niemanden vorfand. Auf der Theke stand noch ein Behälter mit Kakao und zwei Tassen, die darauf hinwiesen, dass Kalle sein bewährtes Kummer Rezept aus zu probieren versucht hatte, aber mittendrin unterbrochen worden war. Leise rief er nach Schneider, der ihm aus dem Wohnzimmer heraus antwortete. Als Genzo den Raum betrat brauchte er einen Augenblick um die Situation zu erfassen. Da saß Schneider in Jogginghose und T-Shirt auf seiner Couch, während Sanae friedlich schlafend in seinem Schoß lag, Schneiders Trainingsjacke über den Schultern und beide Hände fest um Kalles Oberschenkel geschlungen. Ihr Gesicht war rot und selbst durch ihre geschlossenen Augen konnte man sehen, dass sie geweint hatte. Hin- und wieder zuckte ihr schmächtiger Körper noch, was Kalle mit beruhigenden Streicheleinheiten zu verringern versuchte.
„Kalle, was machst du da?"
„Wonach sieht es denn aus, Genzo? Sanae war völlig am Ende mit ihren Kräften, da wollte ich ihr einen schönen heißen Kakao machen und sie aufs Sofa packen. Letzteres hat funktioniert, ersteres nicht. Sie wollte nicht, dass ich sie loslasse, dass ich gehe. Sie hatte panische Angst, dass alles um sie herum einstürzt. Genzo, diese verdammten Papparazzis haben ihr ziemlich zugesetzt. Es ist mir egal was wir machen müssen und welche Kontakte wir einsetzen müssen, aber ich will, dass dieser Idiot, der das verfasst hat, in hohem Bogen fliegt und auch so schnell keine Anstellung mehr bekommt. Er soll spüren, was er ihr angetan hat."
Schneiders Augen glühten zornig und Genzo wusste, dass sein Freund es todernst meinte. Er wollte Rache und zwar richtig. Und Kalle würde nicht eher Ruhe geben, bis er seine Rache bekommen hatte. Er wollte diesen Schmierenfink bluten sehen, bis auf letzte. Und Wakabayashi hatte volles Verständnis für dieses Bedürfnis, auch wenn Schneider nicht direkt betroffen war.
Traurig sahen beide zu dem schmalen Bündel Mensch in Schneiders Schoß. Ihr gerötetes Gesicht hob sich von dem sonst so blassen Körper fast beängstigend ab. Ihre Atemzüge wurden langsam ruhiger aber sowohl Genzo als auch Schneider gaben sich keinen Illusionen hin: Sobald Sanae die Augen wieder aufschlagen würde, wäre alles wieder da, alles wieder präsent. Hier, in einem fremden Land, grundlos so angegriffen und verleumdet zu werden, war schon schwer, aber dass es geschah, weil sie einfach nur sie selbst war und einen Freund besuchte, das war für Genzo einfach zu viel. Das hatte Sanae nun wirklich nicht verdient.
Auch er wollte dieses Schwein dran kriegen, darin bestand kein Zweifel. Normalerweise war Genzo Wakabayashi kein Mensch, der anderen gerne Leid zufügte, aber in diesem Augenblick wusste er seinen gewalttätigen Impuls nicht zu unterdrücken. Er wollte ganz primitive Rache. Und er zweifelte auch nicht daran, dass Karl-Heinz und er es hinbekommen würde. Nicht umsonst waren sie zwei einflussreiche Sportler. Und Kalle hatte noch den besonderen Bonus die Hoffnung Deutschlands zu sein, niemand würde ihm einen Wunsch abschlagen, schon gar keinen, der so berechtigt war.
Aber vorher musste er die Sache mit Tsubasa klären, sonst würde Sanae den nächsten schweren Schock erleiden und das wollte Genzo ihr so gut es ging ersparen. Auch wenn es ihn ein wenig verwunderte, dass Tsubasa, der Sanae und auch ihn selbst mittlerweile seit vielen Jahren kannte, so leicht auf die Täuschung und Verleumdung der Medien hereingefallen war, und dass Schneider, der ihn zwar auch schon länger, aber Sanae erst seit ein paar Wochen kannte, nicht einen Moment an ihrer Unschuld gezweifelt hatte und sofort hergekommen war. So als habe er gespürt, dass Sanae seine Hilfe bitter nötig hätte.
Vielleicht tat er Schneider ja wirklich unrecht und womöglich war es doch besser dem Schicksal seinen Lauf zu lassen und ihm nicht durch Einmischung ins Handwerk zu pfuschen. Denn wenn Tsubasa und Sanae eine gemeinsame Zukunft haben sollten, dann musste sich zumindest auf Tsubasas Seite noch einiges ändern und Genzo war sich nicht sicher, ob Tsubasa dazu schon bereit war. Karl-Heinz hingegen ließ keine Zweifel an seinen Absichten: Er wollte Sanae unbedingt glücklich sehen und war auch bereit sie dafür auszugeben. Mittlerweile war Genzo sich nicht mehr so sicher, welcher von beiden der bessere Mann für Sanae war.
Unter Umständen auch keiner von beiden, da Genzo einen dritten Konkurrenten nicht mit auf der Rechnung hatte.
Dieser Rivale, namentlich Kojiro Hyuga, saß gerade am Frühstückstisch, als er die Zeitung aufschlug und ihm der reißerische Artikel über Sanae und Genzo entgegenschlug. Im ersten Augenblick konnte er nicht so recht fassen, was er da sah und was er da las. Doch wie Schneider glaubte er keinen Moment, dass an dieser Geschichte auch nur ein Fünkchen Wahrheit dran sein sollte. Er wollte sich einfach nicht vorstellen, dass Sanae sich in Genzo Wakabayashi verliebt haben könnte. Und er sich in sie.
„Nein, nein und nochmals nein. Das kann verdammt noch mal nicht sein!"
Wütend verließ Kojiro seine Wohnung und fuhr in seinem Porsche mit rasantem Tempo zum Trainingsplatz des AC Mailands, die Zeitung neben sich auf dem Beifahrersitz. Höhnisch, so kam es Hyuga zumindest vor, lächelten ihn Genzo und Sanae an. Ihr Glück ließ das Blut in seinen Adern kochen, so als würde man mit einem rotem Tuch vor den Augen eines Stieres herumwedeln.
Am liebsten hätte er Sanaes Handynummer gewählt und sie direkt gefragt, ob es wahr sei, dass sie und Genzo ein Paar seien, doch da Sanae schon seit Wochen nicht mehr mit ihm gesprochen hatte, verbot sein Stolz es ihm zu ihr an gekrochen zu kommen. Und der Stolz war etwas verdammt wichtiges für ihn. Er war immerhin Kojiro Hyuga, der stolze Tiger und kommender Star des AC Mailands, er rief nicht bei einer Frau an, die Frauen riefen bei ihm an. Sie lagen ihm zu Füßen und beteten den Boden an, auf dem er wandelte. So war das schon immer gewesen und so sollte es, ginge es nach Hyuga, auch immer bleiben.
Nur eine hatte sich bisher nicht an das gewohnte Verhaltensmuster gehalten und der Gedanke an sie bereitete Kojiro gemischte Gefühle. Denn bei ihr kannte er seine zugegebener Maßen schlechten Chancen und er verfluchte sich innerlich, dass er genau das haben wollte, was er nicht haben konnte. Zumindest aller Wahrscheinlichkeit nach nicht haben konnte.
Am Trainingsplatz angekommen begann Hyuga sofort wahllos Bälle aufs Tor zu dreschen. Aus allen erdenklich Winkeln schoss er mit aller Wucht ins Netz. Seine Wut ließ er regelrecht an den Bällen aus, die nun wirklich nichts für seine schlechte Laune konnten. Hin- und wieder ließ ein Lattentreffer das Torgerüst gefährlich wanken, doch das kümmerte den Tiger herzlich wenig. Er schoss immer weiter und immer weiter, er bemerkte weder die sich an sammelnden Zuschauer noch die eigentliche Ermüdung, die seine Muskeln bei diesen harten Schüssen schon längst hätte erreichen müssen. Der Frust und die Wut ließen ihn zur Höchstform auflaufen.
„Du, sag mal, was ist denn heute nur mit Kojiro los? Der ist ja wie verrückt geworden?"
Fragte Gino Hernandez irritiert seinen holländischen Mannschaftskollegen Wilhelm, der Kojiro Hyuga für ihre Verhältnisse relativ gut kannte. So hatte Gino Kojiro bisher noch nicht erlebt und wenn er ehrlich mit sich war, hatte er in diesem Augenblick auch wirklich Angst ins Tor zu gehen und einen dieser Bälle abzubekommen. Auch wenn ein Torwart diese Angst niemals laut aussprechen würde.
„Ich würde mal vermuten, dass es irgendetwas mit einer Frau zu tun hat."
„Mit einer Frau?"
Ungläubig sah Hernandez von Wilhelm zu Kojiro und wieder zu Wilhelm zurück.
„Hyuga scheint mir nicht der Typ zu sein, der sich wegen einer Frauengeschichte in so eine Raserei hinein steigert. Die Frauen liegen ihm doch alle Scharenweise zu Füßen, da dürfte es ihm auf eine doch nicht ankommen, so viele Herzen, wie er hier mittlerweile gebrochen hat,"
„Und da irrst du dich, Gino. Er hat hier viele weibliche Fans und er hat sich bisher auch immer sie schönsten für eine Nacht rausgesucht, sie aber nie für länger behalten. Benutzen und wegwerfen, dass ist seine Devise, auch wenn sie etwas frauenfeindlich wird, die Mädels wissen ganz genau, worauf sie sich mit ihm einlassen. Er sagt ganz klar vorher, was Sache ist. Entweder sie akzeptieren es, oder sie tun es nicht, dann heißt es auf wieder sehen, die nächste bitte."
„Ja, und?"
„Ist dir denn nichts aufgefallen? So war es früher immer. Seit er von seinem letzten Japan Aufenthalt zurück gekommen ist, hat er weniger Frauen abgeschlappt. Direkt danach ging es noch munter wie immer weiter, aber mittlerweile schleppt er fast keine mehr ab. Er ignoriert sie und verbringt mehr Zeit allein in seiner Wohnung als in fremder Leute Betten. Irgendetwas ist mit ihm passiert und ich würde mein linkes Knie darauf verwetten, dass es etwas mit einem Frauenzimmer zu tun hat."
„Das ist aber eine ziemlich gewagte These."
„Nein, Gino, dass ist ein wenig Menschenkenntnis, gepaart mit Instinkt, einer guten Auffassungsgabe, einer scharfen Beobachtungsgabe und Allgemeinbildung. Was so was angeht habe ich also einen siebten Sinn."
Schweigend sahen Wilhelm und Gino den wilden Schüssen des Tigers zu, bis Wilhelm seinen Blick zu Kojiros halbgeöffneter Tasche schweifen ließ. Darin lag, nur undeutlich zu erkennen, ein wütend zerknüllter Zeitungsausschnitt, der unverkennbar eine hübsche, lachende junge Frau zeigte.
„Aha, soviel also zu der Richtigkeit meiner Theorie. Habe ich mir doch gedacht, dass hinter so einem Gefühlschaos nur eine Frau stecken kann. Armer Tiger, ich hätte nicht erwartet, dass es dich auch mal so heftig erwischt und dass du absolut nichts dagegen tun kannst. Hoffentlich fängst du dich schnell wieder und erkennst, dass Angriff die beste Verteidigung ist; Auch in der Liebe."
Wilhelms Gedanken wurden von einem extrem scharfen Schuss Kojiros jäh unterbrochen.
Währenddessen fand ein ziemlich genervter Pascal einen unheimlich betrunkenen Tsubasa Ohzora, der bereits das Training verpasst hatte, schlafend in seinen Appartement. Laut fluchend versuchte Pascal durch die mehr oder minder verwüstete Wohnung zu stiefeln, in der es roch, als hätte Tsubasa eine ganze Kneipe intus.
„Mensch Junge, aufwachen. Auf dem Fußboden wird nicht geschlafen, wo kommen wir denn dahin?! Du hast das Training verpasst, sag mal, schämst du dich gar nicht hier betrunken in deiner Wohnung rum zu liegen, während andere ehrlich für ihren Stammplatz trainieren müssen?"
Pascals Worte drangen nur schwerlich bis in Tsubasas Großhirn vor und er war auch nicht wirklich in der Lage sich mit seinem argentinischen Freund Pascal, der ebenfalls der beste Freund von Juan Diaz war, auseinander zu setzten. Er wollte einfach nur da liegen und nichts mehr fühlen. Nichts mehr mitkriegen. Die ganze Welt konnte ihn mal am Arsch lecken, er hatte keine Lust mehr.
„Lass mich bloß in Frieden Pascal, deine Moralpredigt brauche ich jetzt wirklich nicht."
Pascal sah zu Tsubasa hinunter und beim direkten Anblick seines Freundes wurde ihm klar, dass es Tsubasa verdammt dreckig gehen musste, wenn er sich so gehen ließ.
„Was ist denn passiert?"
„Nichts. Und jetzt lass mich endlich in Ruhe. Ich brauche nicht noch einen Freund, der mir in den Rücken fällt. Einer pro Tag reicht vollkommen aus."
Pascal verstand zwar nicht so ganz, was Tsubasa da in unzusammen hängenden Sätzen vor sich hin brabbelte, aber er beschloss, dass es bestimmt etwas mit Tsubasas Zustand zu tun haben musste.
Nichts desto trotz schaffte es Pascal nach viel gutem Zureden und einiger Überzeugung Tsubasa zum Duschen zu bewegen, damit dieser endlich wieder halbwegs menschlich rum lief. Währenddessen begann Pascal den Saustall, den Tsubasa während seiner Trunkenheitsphase angerichtet hatte, sauber zu machen, auch wenn er nicht ganz wusste, warum er es tat. Heute war Tsubasa nur absolut eklig zu ihm gewesen. Aber was tat man nicht alles für Freunde? Tsubasas Handy zeigte die sagenhafte Anzahl von 32 verpassten Anrufen an, die wahrscheinlich größtenteils alle entweder von ihm selbst oder seinen Kollegen stammen mussten. Neugierig sah Pascal sie durch, entdeckte aber zumeist eher eine Ausländische Nummer, die Tsubasa unter dem Namen Genzo abgespeichert hatte.
„Was kann Genzo Wakabayashi denn so dringendes von Tsubasa wollen?"
Pascal nahm sich fest vor Tsubasa danach zu fragen und ihn zum Rückruf sämtlicher wichtigen Anrufe zu nötigen. Irgendwer musste dem Jungen ja einen Schubs in die richtige Richtung geben.
Frisch geduscht und wieder fast nüchtern trat Tsubasa aus dem Badezimmer und sah sich in seiner mittlerweile wieder halbwegs wohnlichen Wohnung um.
„Danke Pascal. Du hast mich echt gerettet."
„Bitte, bitte. Das nächste Mal machst du deinen Dreck aber besser selbst weg. Ich bin schließlich keine Putzfrau. Außerdem musst du jetzt erstmal deine ganzen verpassten Anrufe regeln. Genzo scheint als erster auf der Liste zu stehen. Er hat mehrfach versucht dich zu erreichen, was du wahrscheinlich in deinem Suff aber nicht mitbekommen hast."
Einen Augenblick sah Tsubasa nachdenklich aus dem Fenster. Er war sich nicht sicher ob er schon bereit war mit Genzo zu sprechen. Er konnte sich jetzt einfach keine Schwärmereien von Glück und Liebe anhören, schon gar nicht, wenn sie Genzo und Sanae betrafen.
„Ich weiß nicht, ob ich das jetzt schon wieder kann, Pascal."
„Warum solltest du nicht mit Genzo reden können? Ihr seid doch Freunde."
„Indirekt ist Genzo wahrscheinlich der Grund, warum ich mich so abgeschossen habe."
Die Fragezeichen über Pascals Kopf blinkten mittlerweile farbenfroh. Er hatte sich schon gedacht, dass irgendetwas vorgefallen sein musste, aber dass ausgerechnet Genzo von Deutschland aus so eine Wirkung haben konnte, hätte Pascal nicht gedacht.
Stockend begann Tsubasa Pascal zu erklären, warum er sich so mies fühlte, was geschehen war und wie überhaupt seine ganze Welt ein wenig in sich zusammen gefallen war, was im Grunde genommen völlig unsinnig sei.
Pascal hielt sich mit seiner Meinung zurück, denn ihm war schon seit der Erwähnung des Namens Sanae klar, dass es wieder eine dieser ganz bestimmten Geschichten werden würde, in denen jeder die Realität ganz genau benennen konnte, nur der Herr Ohzora wieder nicht. Irgendwann gab man es einfach auf, er, Pascal, hoffte eigentlich nur noch darauf, dass diese Sanae, die er selbst erst ein paar Mal gesehen hatte und die ihm doch sehr sympathisch vorkam, die Notleinen ziehen würde. Allein schon für ihr eigenes Glück. Aber dass sie dieses Glück nun angeblich so schnell und so geheim mit Genzo gefunden haben sollte, kam Pascal nun doch etwas spanisch vor.
„Tsubasa, bist du eigentlich schon mal auf die Idee gekommen, dass es einfach auch nur wieder ein Gerücht der Presse sein könnte? Eine Verleumdung, ganz haltlos? Mit Fotomontagen und allen drum und dran, sowie man sie dir schon zu hunderten unterjubeln wollte?"
Tsubasa schwieg und atmete ein paar Mal tief durch. Nein, dieser Gedanke war ihm in seiner ach-so-selbstgerechten Wut bisher noch nicht gekommen. Vielleicht hatte Genzo auch deswegen so oft angerufen, um dieses Missverständnis aufzuklären, schließlich hatte Tsubasa selbst ihm am Telefon keine Gelegenheit dazu gelassen, so wie er getobt hatte.
„Oh scheiße!"
„Genau."
In Windes Eile hatte Tsubasa Wakabayashis Nummer in sein Handy eingetippt und wartete beunruhigt auf das Freizeichen, dass erst nach einer halben Ewigkeit, so schien es ihm zumindest, ertönte.
Nach ungefähr einer Minute war Genzo dann auch endlich am Apparat und staunte nicht schlecht, als Tsubasa ihm in aller Form um Verzeihung bat. Natürlich klärte er das große Missverständnis sofort auf, da er nicht wollte, dass Sanae darunter noch weiter zu leiden hatte, auch wenn sie mittlerweile wusste, dass Tsubasa an ihr gezweifelt hatte.
„Nicht unbedingt bei mir solltest du dich entschuldigen, Tsubasa, sondern vor allen bei Sanae. Es nimmt sie doch ziemlich mit, dass du ihr so etwas zugetraut hast. Du hast ihr verdammt weh getan Tsubasa, lass dir bitte etwas gutes einfallen um es einigermaßen wieder wett zu machen."
Nachdenklich kaute Tsubasa an seiner Unterlippe und überlegte, was er Genzo darauf antworten konnte. Ja, es tat ihm leid Sanae Kummer bereitet zu haben, aber er war auch nur ein Mann und er hatte keine Ahnung, wie er sie am besten dafür entschädigte. Bisher war Sanae immerhin noch nie ernsthaft sauer auf ihn gewesen. Zumindest nicht, dass er es gewusst hatte. Frauen waren schon komplizierte Wesen...
„Ich werde mir etwas überlegen. Versprochen, Genzo."
„Dann ist ja gut Kumpel. Drei Tage hast du noch, dann seid ihr ja sowieso hier in Bremen, vielleicht solltest du dann mit deiner Wiedergutmachung anfangen."
Beide verabschiedeten sich voneinander und Tsubasa ließ sich erschöpft in seinen Sessel zurück sinken. Er hatte keine Ahnung, wie er diesen Fehler am besten wieder gut machen konnte.
„Pascal, wie bekomme ich Sanae dazu mir zu verzeihen und mir wieder zu vertrauen? Du bist doch so ein Frauenspezialist. Lass dir bitte etwas für mich einfallen, denn sonst bin ich in Deutschland total verloren."
Pascal musste über den unverhohlenen Hilferuf seines Freundes nur milde lächeln. Endlich schien er zu begreifen, dass nicht alles so simpel wie Fußball war.
„Da kann ich dir leider auch nicht wirklich helfen, Tsubasa, das musst du schon alleine hinbekommen. Aber ich habe volles Vertrauen, dass du es schaffst."
Das war zwar eher eine schmeichelhafte Lüge, aber irgendwie musste Pascal ihn ja schließlich aufbauen.
„Ich habe eine Idee."
„Und die wäre?"
Pascal war nun wirklich gespannt, was Tsubasas Hirn innerhalb so kurzer Zeit als Lösung ausgespukt hatte. Sonst war er, sobald es um etwas anderes als Fußball ging, nicht unbedingt der Schnelldenker.
„Du kommst einfach mit nach Bremen und besuchst Juan."
Tsubasa grinste etwas dümmlich, was Pascal noch direkt auf den Alkohol zurück zu führen versuchte, denn sonst wusste er nicht, wie er so eine Idee seines Freundes als irgendwie logisch rechtfertigen sollte.
„Und was soll dir das bitte schön bringen?"
„Das weiß ich noch nicht, aber mir fällt bestimmt noch irgendetwas ein."
Singen ja ja jippieh jippieh jäh... Ich hab's geschafft! Ein weiteres Kapitel ist vollendet... Und im nächsten heißt es für die Jungs: Ab nach Bremen und dann geht es rund...
Wie fandet ihr dieses Kapitel?? Nicht ganz so viel Action, aber die kommt im nächsten, versprochen...
Wie meint ihr wird Tsubasa es wohl anstellen Sanae wieder milde zu stimmen? Vorschläge immer an mich...
Wer der „Realität" am nächsten kommt bekommt einen langen exklusiv Ausblick auf das nächste Kapitel, auf das ich mich schon seit Ewigkeiten freu... hallelujah wird das heiß... Da geht so richtig die Post ab...
Lasst euch die Chance also nicht entgehen...^^
Auf wieder lesen
Schumeriagirl
