Titel: - Hating Love - - Sounds of Revenge, Part One by: Nyx und Wandelstern, Kap. 6: April 2003 Inhaltsangabe: Düstere Zeiten, Finsternis ist überall. Der Dunkle Lord Voldemort herrscht grausam über die Welt der Magie. Doch die Hoffnung auf bessere Zeiten lässt eine Gruppe von Zauberern und Hexen nicht aufgeben. Hauptcharaktere: Draco Malfoy, Harry Potter, Ron Weasley, Hermione Granger, Ginny Weasley, Sirius Black, Severus Snape, Remus Lupin, u.a. Anmerkung: "Sounds of Revenge" ist der erste Teil von - Hating Love - und beginnt im Spätsommer 1997. Draco, Harry, Ron, Hermione (...) sind 17 Jahre alt, Ginny, Colin 16. - Hating Love - - Sounds of Revenge ist der erste Teil. Der zweite Teil und der dritte Teil werden an Teil eins anknüpfen und die Fortsetzungen darstellen. Altersfreigabe: ~ ab 13. Feedback: Immer gern gesehen und danke an die, die bisher reviewt haben... onenyx@yahoo.de | wandelsterne@yahoo.de ~~~ www.dark-nyx.de.vu | www.wandelstern.de.vu Disclaimer: Alle wiederkannten Personen gehören Joanne K. Rowling. Wir haben keine Rechte an diese Figuren und verdienen mit der Fanfic kein Geld. Beta: Tanni ^ knuddelz
- Rescue Operation -

(Rettungsaktion)

~ 6th Chapter ~

Es war soweit. Sie hatten ganze zwei Tage gebraucht, um alles sorgfältig zu planen. Colin war schon ganz nervös und doch konnte er es kaum abwarten, endlich loszufliegen, um Ginny zu befreien. Und Dumbledore natürlich. Er gehörte zu der Gruppe, die Ginny suchen und mitnehmen sollten. Mit ihm waren da noch Fred, George, Ron, Neville und Justin. Er selbst würde mit den Weasley-Zwillingen und Ron in die Festung hineinschleichen, während Neville und Justin draußen warten würden. Zur anderen Gruppe, die Dumbledore befreien sollte, zählten Hermione, Harry, Sirius und Draco, die hineingehen würden. Blaise, Angelina und Katie würden draußen mit Neville und Justin zusammen ausharren. Snape, so lautete der Plan, würde offiziell um Einlass bitten und hoffentlich Voldemort davon überzeugen können, dass er auf dessen Seite stehen würde. Es würde riskant für ihn werden. Nichts deutete darauf hin, dass Voldemort ihn Glauben schenken würde. Zumal er ohne Sirius kommen würde, wie wollte er dem dunklen Lord denn bitte schön erklären, dass er zwar mit Sirius zusammen - zum Schein - geflohen war, ihn aber dann wohl doch verloren hatte? Colin schüttelte ungläubig den Kopf. Snape hatte vielleicht Nerven. Aber, so dachte er, Snape war erstens intelligent, zweitens gerissen und obendrein ein Slytherinlehrer, er würde wohl Ausreden parat haben, die wirken würden.

Colin stieß seinen Atem aus und beobachtete den Nachthimmel. Sterne funkelten im blauweißem Licht und die Mondsichel wirkte zart, beinahe zerbrechlich.

'Hoffentlich geht es Ginny gut', dachte Colin besorgt.

Er spürte, wie sich jemand zu ihm gesellte und er drehte leicht den Kopf zur Seite. Mit einigem Erstaunen erblickte er Blaise Zaibini, eine ehemalige Slytherin, die wohl noch nie das Wort an ihn gerichtet hatte, soweit sich Colin erinnern konnte.

"Die Nacht wirkt so friedlich, nicht wahr", hörte er Blaise leise sagen.

Er sah Blaise in die Augen. Sie hatte den Blick gen Himmel gehoben und die Sterne spiegelten sich in ihren unglaublich klaren grünen Augen wider.

"Die Nacht versteckt nur zu oft die harte Realität", meinte Colin und folgte ihrem Blick.

Er merkte, wie sie ihn ansah und löste sich wieder vom Anblick des Sternenhimmels. Forsch musterte er sie. "Wo ist Malfoy?"

Blaise schlug kurz die Augen nieder. Ihre langen Wimpern warfen dabei halbmondförmige Schatten auf ihre Wangen. Doch es war nur für einen Augenblick, dann schaute sie ihn wieder an. "Er wird in der Burg sein."

Colin fragte sich, wie echt die Liebe zwischen den beiden eigentlich sein konnte oder ob es einfach nur eine Mischung aus Lust, Selbstzweck und Langweile war.

Irgendetwas musste seine Gedanken verraten haben, denn Blaise verengte plötzlich ihre großen Augen zu Schlitzen. "Ich wüsste auch nicht, was dich das angeht", sagte sie schroff.

Colin hob abwehrend die Hände. "Ist ja schon gut, es interessiert mich auch nicht wirklich."

Blaise seufzte. "Tut mir leid. Wir sind wohl alle ein wenig nervös."

Colin konnte dem nur zustimmen. "Allerdings", nickte er.

"Was hältst du von der Befreiungsaktion?"

Er blinzelte und sah sie verwirrt an. Er hätte nicht damit gerechnet, dass sie ihn nach seiner Meinung fragen würde. "Nun...", fing er an und überlegte, was er denn tatsächlich davon hielt. "Wir müssen sie machen. Mir liegt viel daran, Ginny zu befreien. Und es ist sehr wichtig, Dumbedore zu befreien."

"Aber?" Blaise sah ihn aufmerksam an. Auf ihren feinen Gesichtszügen lag etwas wie Wärme.

Colin hob die Schultern und sah hilflos zum Himmel hinauf, als ob er erwarte, Schutz von den Sternen zu bekommen. Oder Hilfe. "Es gleicht einem Selbstmordversuch, Dumbledore zu befreien."

Blaise vergrub ihre Hände in ihre Hosentaschen. "Und Ginny zu befreien ist okay, oder wie?" Sie klang amüsiert und ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen.

Colin sah flüchtig zu ihr hin. "Ginny ist für Voldemort keine wichtige Person."

"Aber für dich." Es klang mehr wie eine Feststellung, denn einer Frage.

"Und wenn?", fuhr Colin sie heftig an. "Dumbledore wird schwer bewacht werden. Und wir wissen gar nicht, wo genau er gefangen gehalten wird. Die Festung ist groß!"

"Und von Ginny wissen wir noch nicht einmal, ob sie dort ist."

Colin funkelte sie zornig an, doch Blaise lachte leise und legte eine Hand auf seinen Arm. "Hey, es ist schon okay. Ich verstehe dich ja."

Sein Zorn verrauchte.

"Ich halte es auch für einen Selbstmordversuch, in die Festung einzudringen."

"Aber du machst trotzdem mit."

"Du doch auch", lächelte Blaise.

"Ja, weil wir keine andere Wahl haben. Wir sind Rebellen auf der Flucht, in alle Winde zerstreut, ohne Kontakt zueinander. Und irgendwer muss eine Befreiungsaktion starten. Irgendetwas müssen wir schließlich tun. Was haben wir denn schon zu verlieren."

"Nicht viel", gab Blaise zu. Sie trat auf ihn zu und lächelte ihn aufmunternd an. "Es wird schon irgendwie klappen, mach' dir nicht allzu viele Gedanken." Sie tätschelte ihn kurz am Arm, wie um zu beweisen, dass sie die Ältere war und so was besser einschätzen konnte, dann drehte sie sich um und ging.

Colin sah ihr etwas verwirrt hinterher, sagte zu sich, dass sie wohl jemanden zum Reden gebraucht hatte und versank wieder in seinen Gedanken.
* * * * * * * * * * * * * * *

Hagrid hockte seufzend in der Heulenden Hütte. Die Todesser hatten ihn überrascht und ihn nach einem heftigen Kampf überwältigen können. Sie hatten ihn in die Heulende Hütte gesperrt und schienen ihn dort vergessen zu haben. Bis auf ein kleiner Junge mit großen schwarzen, ängstlich dreinblickenden Augen, der ihm seit zwei Tagen brav drei Mal am Tag Wasser und Brot brachte.

Hagrid fragte sich, was sie mit ihm vorhatten, dass er eine solch' angenehme Gefangenschaft genoss. Er brummte in seinen Bart hinein und überlegte, wie er hier wieder rauskam. Er wusste, dass die Tür von einer einzigen Wache bewacht wurde. Sie konnte er überwältigen, aber was dann? Wie sollte er dann weiterkommen? Er könnte einen Besen gebrauchen. Oder das alte, fliegende Motorrad.

Es klopfte schüchtern an der Tür.

'Ah, das verspätete Abendmahl', grinste Hagrid. 'Da haben's wir schon. Ich bin ein Gefangener der Feinde und mir geht es so gut, dass ich grinse.' Hagrid schüttelte ungläubig den Kopf. Für wahr, eine Gefangenschaft hatte er sich wirklich anders vorgestellt.

Der kleine Junge trat ein und hielt ein Tablett auf der rechten Hand. Er mochte etwa sechs Jahre alt zählen. Sein dunkles Haar stand in allen Richtungen und stand im Kontrast zu seiner hellen Kinderhaut. "Ich bringe Ihr Essen, Sir", sagte er leise und trat ein.

Die Wache schloss die Tür von außen und der Junge ging zu Hagrid und stellte ihm das Essen auf einen kleinen Hocker.

"Wie heißt du, mein Junge?", fragte Hagrid freundlich.

"Yonathan, Sir."

"Kannst du mir sagen, wieso ich so freundlich behandelt werde?"

"Gefällt es Ihnen etwa nicht?" Der Junge blickte ihn fragend an.

Hagrid lachte gutmütig. "Doch, natürlich. Es wundert mich nur. Es irritiert mich, um's genau zu sagen."

Er nahm einen Becher mit Wasser.

Yonathan hob die Schultern. "Ich weiß es nicht, Sir. Vielleicht werdet ihr nicht zu den Feinden gezählt."

Hagrid prustete ihm das Wasser ins Gesicht.

Yonathan zog eine Grimasse und wischte sich mit dem Ärmel das Wasser aus dem Gesicht.

"Ich zähle nicht zu den Feinden? Was soll'n das? Wenn ich ein Freund wäre, hätte man mich kaum gefangen genommen, Freundchen."

"Ich muss jetzt gehen", sagte Yonathan. Er lächelte Hagrid unwirsch an, dann ging er wieder hinaus.

Hagrid starrte nachdenklich auf die Tür. "Nicht zu den Feinden zählen, herrje. Die Todesser haben sie auch nicht mehr alle, fürchte ich."
* * * * * * * * * * * * * * *
Ginny schluckte mühsam und zwang sich zu atmen, als Voldemort plötzlich vor ihr stand. Dicht hinter ihm wuselte Peter Pettigrew herum, der sie mit seinen wässrigen Rattenaugen musterte.

"Ich hoffe, du hast meine Gastfreundschaft genossen, Ginny Weasley", lächelte Voldemort. Seine rotglühenden Augen blieben kalt.

Ginny zog sich an der Wand empor und versuchte, nicht allzu sehr zu zittern. Sie spürte die Feuchtigkeit der Wand in ihrem Rücken, sosehr presste sie sich daran, um Halt zu finden.

Sie hatte Furcht. Richtige Furcht. Hier war sie verloren. Man hatte sie vor den Flüchen bis jetzt verschont, aber für wie lange noch? Ginny wurde noch nie gefoltert, doch sie hatte Verstand genug, um sich vorstellen zu können, wie schrecklich es sein musste. Grausame Bilder schossen vor ihrem inneren Auge vorbei und peitschten ihre zarte Seele. Crucius-Flüche. Unmenschlicher Schmerz, der einen in die Schatten des puren Wahnsinns trieb. Hilfloses Mitansehen, wie der eigene Wille brach. Ein verzweifelter Kampf, der von Anfang an verloren war. Und letztendlich der Wunsch, zu sterben.

'Du musst stark sein', flüsterte ihr eine Stimme im Kopf.

'Ich weiß nicht, ob ich das kann', erwiderte eine andere, tränenerstickte Stimme in ihren Gedanken.

'Du bist eine Gryffindor. Sei mutig. Verlierst du den Glauben, bist du verloren.'

Und es half tatsächlich. Sie redete sich ein, eine Gryffindor zu sein, Mut zu zeigen und ihre Furcht ließ etwas nach.

"Was wird mit mir geschehen?", wagte sie leise zu fragen. Sie schaffte es zwar nicht, Voldemort dabei anzusehen, aber ihre Stimme klang ruhig und fest.

Pettigrew trat neben seinem Meister. "Das wirst du noch früh genug erfahren", blaffte er.

Ginny sah ihn an und eine Welle des Hasses durchfuhr sie. Er war der Verräter. Ein ehemaliger Freund von Sirius, Professor Lupin und Harrys Vater. Aber er hat sie alle verraten. Er hat die Zaubererwelt verraten.

"Sie lernt schnell", hörte sie Voldemort genüsslich sagen und diesmal wagte sie es, ihn anzuschauen. Irritiert blickte sie in sein grausames Gesicht. "Sie ist wahrhaftig ein Geschenk."

Damit drehte er sich um und ging mit erhabenen Schritten den Gang herunter. Fort. Gefolgt von Pettigrew.

Ginny stieß einen langen Atem vor Erleichterung aus. Sie zitterte immer noch etwas. Ihre Furcht hatte sie stark zugesetzt.

'Wie lange soll ich denn hier noch ausharren? Wie realistisch ist es denn schon, dass ich hier befreit werde? Ich komme hier nicht heraus. Niemals... niemals.'

Tränen brannten in ihren Augen und Ginny rutschte verzweifelt wieder zu Boden. Sie gab allmählich alle Hoffnung auf. Wollte man sie hier schmoren lassen, bis in alle Ewigkeit? Welches Ziel verfolgte Voldemort, sie hier gefangen zu halten, wenn er noch nicht einmal Informationen von ihr haben wollte?

Sie zog die Beine an ihren Bauch heran, umschlang sie mit ihren Armen und vergrub ihren Kopf darin.

Das Schlimmste war diese Ungewissheit, nicht zu wissen, was und wann mit ihr geschehen würde. Ginny spürte, wie sie so langsam ihre Hoffnung aufgab, die sie in ihrer Zeit der Gefangenschaft so krampfhaft versucht hat aufrechtzuerhalten. Sie wusste, dass sie verloren war, wenn sie vor der Hoffnung floh. Dunkelheit würde ihr Herz regieren und Furcht Zugang zu ihrer Seele finden, wenn sie die Hoffnung verbannte und sie würde in dem Augenblick verloren haben, wenn sie letzten Endes sich selbst aufgibt.
* * * * * * * * * * * * * * *
"Seid ihr bereit?" Sirius sah die anderen an.

Hermione nickte und merkte, wie die anderen es auch taten.

"Es kann losgehen", hörte sie Ron sagen.

"Also gut. Ihr kennt den Plan, gibt es noch irgendwelche Fragen?" Forschend sah Sirius in die Runde.

Niemand antwortete.

"Viel Glück", sagte Cho. Sie war an Harry herangetreten und umarmte ihn. "Und kommt unversehrt zurück", lächelte sie.

Hermione beobachtete die beiden lächelnd.

"Also, wir fliegen in Zweier Gruppen getrennt nach London. Jeder kennt den Treffpunkt. Na dann, schwingt euch auf die Besen", rief Sirius.

Sie stiegen auf ihre Besen und stießen sich in die Höhe. Hermione lenkte ihren Besen neben Rons. Sie und Ron flogen zusammen in einer Zweiergruppe nach London.

"Hey."

"Hey, Hermione."

Ron hatte ein angespanntes Gesicht, das konnte sie im matten Mondlicht erkennen.

"Hast du Angst?"

Ron schüttelte den Kopf. "Oder doch", korrigierte er sich. "Ich habe Angst, dass wir zu spät kommen."

"Ginny geht es sicher gut, Ron." Sie flogen dicht über Baumkronen hinweg.

"Sie ist eine Gefangene. Was wird wohl mit Gefangenen gemacht, hm?", fuhr Ron sie an.

Hermione ignorierte seinen barschen Ton, sie wusste, wie nervös er war. "Ginny ist aber keine wichtige Informationsquelle, Ron. Vielleicht hat man sie nicht so sehr gefoltert."

"Ich... ich hoffe es." Ron sah sie verzweifelt an.

Hermione erwiderte seinen Blick, dann streckte sie ihren Arm aus und nahm seine Hand. Sie fühlte sich warm an.

Er drückte ihre Hand dankbar.

"Es wird alles wieder gut, Ron. Du musst daran glauben, du darfst die Hoffnung nicht aufgeben."

"Ich... ich weiß. Es ist nur so schwer."

"Ja. Das ist es", seufzte Hermione, während sie Hand in Hand weiterflogen. "Aber die Hoffnung ist das Einzige, was wir noch haben."

Ron nickte. "Du hast Recht. Wir haben nur noch die Hoffnung, die uns Kraft gibt." Er sah sie flüchtig an. "Und wir haben uns."
* * * * * * * * * * * * * * *
Hagrid fuhr zusammen, als die Tür plötzlich aufgestoßen wurde und ein Todesser eine Gestalt brutal hineinschubste. "Hier, hast du Gesellschaft, Bastard", höhnte der Todesser und ging wieder hinaus.

"Verstärkt die Wache auf das Vierfache!", hörte Hagrid ihn noch brüllen.

"Wer bist du", fragte er die vermummte Gestalt, die auf dem Boden lag und dabei war, sich mühsam aufzurappeln.

Hagrid war aufgesprungen, um der Person zu helfen, aber er erstarrte, als er die Kapuze vom Fremden hinuntergestreift wurde und er das Gesicht erkannte.

"Remus!", rief er verblüfft aus. "Remus! Ich fass' es nicht! Remus!" Er zog Remus in die Höhe und umarmte ihn freudig. "Remus! Remus! Remus!" Er freute sich wie ein kleines Kind.

"Du tust mir weh", keuchte Remus.

Hagrid fuhr zusammen, als er das graue Gesichte erblickte. "Mensch, sie haben dich gefoltert!"

Remus winkte ab. "Halb so wild." Er lächelte Hagrid froh an. "Bin ich froh, dich zu sehen, alter Freund."

"Und ich erst!" Hagrid strahlte. "Komm', setz' dich." Er zog einen zweiten Stuhl neben seinen heran und drückte Remus vorsichtig nieder. "Wasser?" Er füllte Remus einen Becher mit Wasser, setzte sich und zwang sich zur Geduld, während er beobachtete, wie Remus gierig trank.

Er hatte ja so viele Fragen. Wie es Remus ging, was er gemacht hat und mit wem er sich versteckt hatte.

Remus stellte den Becher ab. "Danke." Er sah Hagrid aus seinen müden Augen an. "Ich bin wirklich froh, einen Freund zu treffen", sagte er. "Du kannst mir sicher erzählen, was hier los ist."

Hagrid blinzelte. "Was?"

"Na, warum hier Todesser herumlaufen und jeden gefangen nehmen, der nicht auf ihrer Seite steht? Mein Gott, du kannst dir sicher vorstellen, wie groß mein Schock war, als ich feststellen musste, dass Voldemort hier herrscht. Was, um Himmels Willen, ist geschehen???"

"Was??"

"Du kannst es mir doch sicher erklären."

"Was???"

"Hagrid?" Remus sah ihn besorgt an. "Geht es dir gut?"

Hagrids Gedanken drehten sich. Was faselte Remus da? "Ist dir die Folter nicht gut bekommen?"

"Hagrid! Ich komme nach längerer Zeit wieder zurück nach England und sehe, dass hier alles auf dem Kopf steht! Nichts ist mehr so, wie ich es verlassen hatte und ich würde gerne wissen, was geschehen ist."

"Du weißt nichts davon?" Hagrids Stimme war nur ein heiseres Flüstern.

Remus schüttelte den Kopf. Er wirkte schockiert, aber auch nachdenklich. "Nichts. Ich wollte nach Hogwarts und - "

"Hogwarts ist schon im Winter gefallen", sagte Hagrid und er klang traurig und verwirrt zugleich. "Woher kommt es, dass du davon nichts wusstest? Wo warst du überhaupt?"

"Gefallen?" Remus sah ihn entsetzt an. "Wie... wie kam es dazu? Ich... ich war in den USA..."

"Oh. Und hat man dir keine Briefe geschickt, damals, als abzusehen war, dass es mit dem Kampf schlecht aussehen würde?"

"Bitte? Ich erhielt bis vor einer Woche noch regelmäßig Briefe von Sirius, der mir schrieb, dass alles wunderbar laufen würde!"

"Was?"

"Hagrid..."

"Was??"

Remus seufzte. "Ich fürchte, so kommen wir nicht weiter."

Hagrid war verwirrt. Wie konnte Remus Briefe von Sirius erhalten, dass alles okay wäre? Sirius war ein Freund und mit Sicherheit nicht in der Lage, so einfach Eulenpost zu verschicken. Eulen wurden immer vom Feind abgefangen.

"Ich war für anderthalb Jahren in den USA. Und ich erhielt bis kurz vor meiner Abreise vor zwei Tagen regelmäßig Briefe von Sirius, der mir erzählte, wie gut es doch in England laufen würde und wie sehr Voldemort geschwächt worden war. Doch in den USA hörte ich wilde Geschichten über einen grausamen Herrscher in England und ich war sichtlich irritiert. So flog ich los, um selbst zu schauen, was hier eigentlich los war. Ich wollte nach Hogwarts, wurde aber schon vorher abgefangen. Man brachte mich zu zwei Todessern, die aus mir Informationen rausfoltern wollten, bekamen aber schnell mit, dass ich überhaupt nichts wusste und dann brachten sie mich hierhin."

"Und du bist dir sicher, dass es Briefe von Sirius waren?" Hagrid war fassungslos.

"Es war seine Handschrift. Die Inhalte enthielten mehr oder weniger belangloses Zeug." Remus stand auf und ging rastlos auf und ab. "Das kann doch alles nicht wahr sein." Er raufte sich die Haare.

Hagrid stieß laut den Atem aus. "Puh. Nun, wie du gemerkt hast, scheinen die wilden Geschichten, von denen du gehört hast, zu stimmen. Voldemort ist an der Macht und er herrscht grausam."

"Und was ist mit Hogwarts? Gefallen, sagst du?"

Hagrid nickte. "Im Winter", antwortete er düster. "Es war ein schrecklicher Kampf und eine noch schrecklichere Niederlage. Voldemort und seine Schergen ha'm gesiegt und wir mussten fliehen. Es gibt nicht viele Rebellen von uns und unser Widerstand ist lahm. Er besteht aus Flucht und Lebenserhaltung, aus ständigen Versteckspielen. Wir haben uns in kleinere Gruppen aufgeteilt, die zueinander keinen Kontakt haben. Das Eulenpostsystem wird streng überwacht und täglich werde Muggel und Muggelfreunde getötet. In ganz London gibt es keine Muggel mehr."

"Himmel und Hölle", hauchte Remus schockiert.

"Und Dumbledore wurde gefangengenommen."

"Was?" Remus wurde bleich.

"Das dürfte sicher jeder in England wissen, die Todesser prahlen damit. Er lebt noch, heißt es, aber wer weiß, für wie lange noch."

"Das ist ja alles schlimmer, als ich dachte." Remus' Stimme war ganz rau. Seine bernsteinfarbenen Augen waren dunkel vor Entsetzen.

Hagrid nickte und betrachtete ihn mitfühlend.

"Und diese Briefe von Sirius? Wer hat Interesse daran, mir Briefe mit Sirius' gefälschter Handschrift zu schreiben, um mich fernzuhalten?"

Hagrid schwieg. Er hatte einen ganz fürchterlichen Gedanken. "Vielleicht ist er ein Verräter", sprach er es schließlich aus.

"Nein!" Remus hetzte zu ihm und packte ihm am Kragen. "Sirius ist ein Freund! Er ist kein Verräter!" Er ließ Hagrid wieder los und begann wieder unruhig auf und ab zu laufen. "Sirius wurde jahrelang als Verräter abgestempelt. Aber er ist keiner."

"Ist ja schon gut", wehrte Hagrid beschwichtigend ab.

"Aber wer hat dir dann geschrieben?"

Remus sah ihn wortlos an. "Ich weiß es nicht", flüsterte er schließlich.
* * * * * * * * * * * * * * *
Colin hatte ihr Treffpunkt gesichtet und landete. Die meisten waren schon dort.

"Gab es Schwierigkeiten?", fragte Sirius.

Colin schüttelte den Kopf. "Keine Seele war zu sehen."

Sie warteten, bis alle eingetroffen waren.

Colin wandte sich zur Festung, die sich vor ihrem Versteck in die Höhe auftat. Sie wirkte mächtig und sehr finster. Uneinnehmbar. Eine Burg der Dunkelheit. Ihm lief unwillkürlich eine Gänsehaut über den Rücken.

"Alles klar", hörte er Sirius flüstern. "Harry, Hermione und Draco, kommt hierher. Fred, George, Ron, Colin, ihr ebenfalls. Wir tarnen uns und gehen vorsichtig neben Snape her, alles klar?"

"Ja", wurde durcheinander geantwortet.

Colin fuhr sich aufgeregt mit der Zunge über die Lippen, als er sich mit Ron, Fred und George unter dem Tarnumhang versteckte.

"Die anderen warten an den zwei möglichen Ausgängen, und haltet euch versteckt", wies Sirius an.

Colin sah, wie Sirius, Harry, Hermione und Draco unter dem anderen Tarnumhang verschwanden, dann gingen sie los.

"Und seid vorsichtig", sagte Snape noch mit eisiger Stimme. "Zu dumm, dass ich euch als Tollpatsche in Erinnerung habe."

"Witzig", kommentierte Fred.

"Sehr witzig", kam es dicht gefolgt von George. "Wie lautet eigentlich das Passwort, Snape? Slytherin Rulez?"

Fred begann nervös zu kichern und Ron wollte ihn wohl in die Rippen stoßen, doch es ging daneben und er traf Colin.

"Woah, pass doch auf, du Trottel", keuchte er.

"'Tschuldige."

"Wollt ihr wohl jetzt endlich eure verdammte Klappe halten", zischte Snape zornig.

"Hihi, ansonsten gibt's Punkteabzug für Gryffindor, Leute", kicherte George angespannt.

"Und zwar so viele, dass Gryffindor sich bis Weihnachten nicht davon erholt haben wird", ergänzte Fred grinsend.

Colin erkannte, dass es die Art der Zwillinge war, mit ihrer Nervosität dumme Witze zu reißen. Aber er war, wie Ron, derzeit nicht in der Lage, es auch nur annährend lustig zu finden.

"Schluss jetzt mit dem Unsinn, oder es kommen zwei andere mit", befahl Sirius dumpf.

Das wirkte.

Fred und George waren endlich still und sie konnten sich getrost der Festung nähern.

Die Mauern waren schwarz und die Festung wurde von einer hohen Mauer und von einer riesigen Schlucht umgeben, die so tief sein musste, dass man den Boden nicht erkennen konnte.

An und auf den Mauern standen in regelmäßigen Abständen Wachen, etwa alle zwei Meter einer, schätzte Colin ehrfürchtig.

"Severus Snape!", rief einer der Wachen erstaunt aus.

"Ich erbitte Einlass, ich möchte zu unserem Meister, Lord Voldemort, dem Fürsten der Finsternis", rief Snape im befehlenden, kalten Ton.

Getuschel unter den Wachen war die Antwort, nicht wissend, ob Snape derzeit hoch- oder aber sehr tiefangesehen bei Voldemort war.

"Na, wird's bald!"

Die Wachen schienen der Meinung zu sein, Snape lieber einzulassen, für den Fall, dass er ja noch in Voldemorts Gunst stehen konnte.

"Lasst die Brücke herunter!", wurde befohlen und der Weg über die Schlucht stand ihnen offen.

Sie gingen herüber und warteten, bis das riesige, mit scharfen Zacken verzierte Eisentor geöffnet wurde.

Sie mussten aufpassen, dass sie nicht aneinander stießen und den Tarnumhang niederrissen. Es war schwer, so zu gehen, aber es klappte. Sie hatten ja auch zwei Tage lag geübt.

"Sir, ich werde Sie zu unserem Meister begleiten", meldete einer der Soldaten an Snape gewandt, als sie den Vorhof der Festung betraten. Auch von innen standen an der Mauer entlang Wachen.

"Ist gut", nickte Snape und sie gingen Richtung Burg.

An der riesigen Eingangstreppe standen vorne etwa vier Wachen, auf der obersten Stufe etwa noch einmal vier, die wortlos Snape und dem Soldaten die Tür zur Burg öffneten.

Endlich drinnen. Colin wagte es kaum zu atmen, als die Tür hinter ihnen zufiel.

"Hier entlang, Snape."

"Ich weiß sehr wohl, wo sich unser Lord befindet", blaffte Snape ihn an.

Colin musste unwillkürlich grinsen.

Sie warteten, bis der Soldat mit Snape verschwunden war, dann hörte Colin Harry flüstern. "Okay, ab hier trennen wir uns. Viel Erfolg."

"Euch auch", wisperte Ron.

Colin, Fred, George und Ron gingen durch die Einganghalle über einen Flur und bogen zweimal links ab. An der dritten Tür blieben sie stehen. Dies war der Eingang zu den offiziellen Verliesen. Sie sahen sich um, hofften, dass auf der anderen Seite niemand stand, zogen ihre Zauberstäbe und öffneten die Tür.

Natürlich wurde ihre Hoffnung ihnen zunichte gemacht. Zwei Wachen blickten ihnen baff entgegen, als die Tür sich öffnete, sie aber niemanden sahen.

"Non conscientia", zischten Fred und George gleichzeitig und blaue Blitze schossen aus ihren Zauberstäben hervor, die die beiden verdutzten Soldaten trafen. Sofort kippten sie unbewusst zur Seite und fielen zu Boden.

"Hoffentlich gibt es nicht noch mehr", murmelte Ron.

Sie stiegen die steinige und enge Wendeltreppe hinunter und kamen zu einem von spärlichem Fackellicht erhellten Gang.

Colin wurde zunehmend nervöser. Sie hatten große Chance, Ginny hier zu finden, schließlich war sie keine so wichtige Gefangene wie Dumbledore. Hoffentlich fanden sie Ginny... unversehrt.

Sie kamen zu einer weiteren Tür. Das Schauspiel wiederholte sich. Wieder lugten zwei verwirrte Wachen um die Ecke, als die Tür sich öffnete und sie niemanden sahen und wieder belegten Fred und George sie mit dem Unbewusstseinzauber. Sie stiegen eine erneute Wendeltreppe hinab, immer tiefer und tiefer in die Dunkelheit.

Endlich kamen sie zu einem Gang, an dem sich links und rechts Verliese erstreckten.

"Los, hier sind wir richtig", jauchzte Fred.

Aufgeregt gingen sie den Gang entlang und schauten in jedes Verlies. Hier und da sahen sie Gefangene, aber nirgendwo Ginny.

Am Ende des Ganges war eine Tür, die sie öffneten und ein neuer Gang offenbarte sich, mit noch mehr kalten und feuchten Verliesen.

Sie schritten durch den Gang und schauten aufmerksam nach links und rechts, aber nirgendwo war Ginny zu sehen. Die meisten waren leer.

"Da, jetzt kommen die letzten beiden Zellen", flüsterte Ron heiser.
* * * * * * * * * * * * * * *
"Wo lang?", fragte Harry, als sie über einen Flur huschten.

"Das weiß der Himmel", murmelte Hermione.

"He, Malfoy, hast du deine Mutter gefragt?" Harry klang angespannt.

"Sie weiß nicht, wo Dumbledore gefangengehalten wird."

"Na super", raunte Harry.

"Warum spielst du nicht Spion, Potter, dann hättest du es ja herausfinden können", entgegnete Draco feindselig.

"Haha, sehr witzig, Arschloch."

"Jungs", warf Sirius genervt ein.

"Aber das ist zu gefährlich für den berühmten Potter, nicht wahr?", fuhr Draco erbarmungslos fort.

"Bitte? Wir haben uns gerade in Voldemorts Festung geschlichen, falls dir das noch nicht aufgefallen ist. Das ist glatter Selbstmord, vor allem, wenn ein Slytherin einen begleitet."

"Seid endlich ruhig", zischte Hermione.

"Uhh, genau, Potter. Um die Ecke warten die Todesser, an die ich euch verkauft habe."

"Du - "

"Hört jetzt auf damit, verdammt noch mal", schimpfte Sirius leise. "Sonst gehen Hermione und ich alleine suchen, ist das klar!"

Harry und Draco schwiegen.

"Hier, die Tür führt hoffentlich in den Keller", flüsterte Sirius und er öffnete sie.

"He, wer da?", erscholl eine scharfe Stimme.

"Non conscientia", legten Sirius, Harry und Hermione die drei Wachen lahm.

"Gleich drei Wachen - für was? Hier könnten wir gar nicht mal so falsch sein", murmelte Harry.

"Also, ich weiß nicht...", murmelte Draco nervös.

Sie stiegen die Treppe hinab.

"Warum, meinst du, wir sind hier falsch?", fragte Hermione.

"Keine Ahnung, aber... ach, ich weiß auch nicht", murmelte Draco.

"Wir werden es ja sehen. Und seid jetzt still", wisperte Sirius.
* * * * * * * * * * * * * * *
Ron hielt den Atem an, als er in die vorletzte Zelle blickte.

"Ginny", flüsterte er erleichtert. Jegliche Anspannung fiel von ihm ab. "Oh Gott, Ginny!"

"Ginny, dir geht's gut", hörte er Colin jauchzen.

"Gin, hey, Schwestersherz!"

Ginny hatte verwirrt aufgeschaut. "Ron? Fred?", fragte sie und suchte den Flur ab. Sie stand rasch auf und ging auf die Gitterwand zu. Ein ungläubiger Ausdruck lag auf ihren angespannten, müden Gesichtszügen.

Ron nahm den Tarnumhang ab. "Wir sind's!"

"Oh, mein Gott, Ron! Fred! George! Colin!" Ginny sah die Jungs fassungslos und überglücklich zugleich an. Sie schob ihre Hände durch die Gitter, die ihre Brüder kurz drückten.

"Wir sind hier, um dich zu befreien. Schnell, wir müssen dich hier rausholen, ehe man uns entdeckt!", erklärte Fred hastig.

Ginny nickte.

Colin richtete seinen Zauberstab auf das Schloss. "Alohoroma", sagte er, aber es tat sich nichts. "Alohoroma", wiederholte er. Wieder nichts.

"Verdammt. Lass es uns alle zusammen machen", sagte Fred hastig.

"Alohoroma", sagen sie zusammen und es gab einen Knall. Das Schloss schien zu explodieren.

Ginny hatte leicht aufgeschrieen und war zurückgewichen, als Funken durch die Luft stoben.

"Scheiße, war das laut", fluchte George.

Ron riss die Gittertür auf und eilte zu Ginny. Sie fielen in eine innige Umarmung. "Dir geht's gut. Dir geht's gut", sagte Ron überglücklich.

"Los, schnell, kommt", drängte Fred.

"Was ist mit den anderen Gefangenen?", fragte Ginny.

"Dafür haben wir weder Zeit noch die Mittel, Gin", sagte George. Er streifte ihnen den großen Tarnumhang um. Ginny war so zierlich, sie passte auch mit darunter. "Los, kommt."

Sie eilten die beiden Gänge wieder zurück und stiegen die Treppen hoch.

Die Wachen waren immer noch bewusstlos.

Hastig kamen sie wieder auf den Flur zurück, der zur Eingangshalle führte. Aber diesmal nahmen sie einen anderen Weg.

"Wir müssen hier lang", flüsterte Fred und sie bogen links ab.
* * * * * * * * * * * * * * *
"Severus Snape", begrüßte Voldemort ihn mit gefährlicher Freundlichkeit in der Stimme.

Er saß auf seinem schwarzen Thron, der mit Schlangen aus Stein verziert war. Zwei Wachen flankierten ihn. Erhaben saß er auf dort auf dem Herrscherstuhl und ein Schatten schien ihn zu umgeben.

Ein Schatten, der immer bei ihm war, das wusste Snape. Es war der Schatten der Dunkelheit, der niemals von Voldemorts Seite wich. Ein finsterer, königlicher Schatten, der ihn umringte, um ihn zu beschützen. Oder zu bewachen. Oder beides.

"Mein Meister", sagte Snape und verbeugte sich höfisch.

"Welch' eine Überraschung, erzählte man mir doch, du seiest mit Black... geflohen."

"Ich konnte ihm klar machen, ich sei ein Freund, Mylord."

"Soso." Aufmerksam schaute er ihn aus seinen rotglühenden Augen an. "Und?"

"Und deswegen bin ich mit ihm scheinbar geflohen. Aber ich verlor ihn im Verbotenen Wald bei der Flucht vor den Riesenspinnen."

Voldemort starrte ihn an, dann legte er in den Kopf in Nacken und lachte. "Unser gerissener Severus, er war die ganze Zeit bemüht, Blacks Vertrauen zu gewinnen und verliert ihn dann im Verbotenen Wald."

Snape schluckte. "Es tut mir leid, mein Meister, ich hätte aufmerksamer sein sollen. Ich fürchte, ich habe versagt."

"Pettigrew behauptet, du seiest ein Verräter, Severus."

"Welch' Ironie, es von einem gerade solchen zu hören, Mylord."

Voldemort lächelte amüsiert. "Das gefällt mir an dir, Severus. Du bringst die Wahrheiten auf den Punkt, ohne heuchlerisch zu wirken." Er bedachte den Zaubertrankmeister mit einem lauernden Blick. "Nun denn, beweise mir, dass du kein Verräter bist."
* * * * * * * * * * * * * * *

Währenddessen waren Sirius, Harry, Hermione und Draco unten angekommen.

Ein Gang eröffnete sich ihnen und sie hatten die Wahl, nach links oder nach rechts zu gehen.

"Links", sagte Draco.

"Rechts", sagten Harry und Sirius gleichzeitig.

Sie bogen nach rechts ab.

Der Gang hörte schnell auf und endete mit einer Tür.

Harry öffnete die Tür und prallte zurück, als ihnen zehn Todesser gegenüberstanden.

"Sie verstecken sich unter dem Tarnumhang", sagte einer, riss seine Klaue hervor, griff ziellos ins Leere und zerrte den Tarnumhang herunter.

"Zurück!", brüllte Sirius entsetzt und sie ließen alle Vorsicht fallen und rannten um ihr Leben.

"Jemand muss uns verraten haben!", heulte Harry auf.
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"Hier ist der Hinterausgang", erklärte Fred, als sie eine Tür erreichten. "Justin und Neville fliegen uns mit unseren Besen entgegen."

"Okay, hoffentlich sind wir gleich in Sicherheit." Ron war wieder nervös.

Ohne Vorwarnung wurde plötzlich die Tür aufgerissen und ein Trupp Todesser stürmten hinein.

Sie prallten direkt mit Fred, George, Ron, Ginny und Colin zusammen und der Tarnumhang fiel zu Boden.

Mehrere Sachen passierten fast gleichzeitig.

"Verdammte scheiße!", fluchte Fred.

Ginny schrie auf.

"Woher kommen die denn her?", heulte Ron auf.

"Sind die das?", fragte einer der Todesser.

Zauberstäbe wurden auf beiden Seiten gezückt, mit denen man sich gegenseitig bedrohte.

"Nein, das muss eine zweite Gruppe sein!", sagte ein anderer verblüfft.

"Non conscientia", riefen Fred und George.

"Relashio!", brüllten Colin und Ron. Funken und heißes Wasser ergoss sich über zwei Todesser.

Sie schrieen laut auf.

"Avada Kedavra!", folgte als Antwort.

Grüne Blitze schossen hervor, Ginny quiekte auf und Colin riss sie und sich in Deckung.

"Relashio!"

Überall war Rauch.

"Vergesst sie, wir müssen die anderen schnappen!", brüllte einer der Todesser.

"Die anderen? Hat uns jemand verraten?" Georges Stimme überschlug sich.

De Todesser stießen Fred und George zur Seite, riefen noch "Avada Kedavra", aber die fünf Freunde entkamen knapp dem Tod.

Plötzlich tauchten Justin und Neville von draußen auf, stürmten hinein und rissen Ginny und Colin mit hinaus, dicht gefolgt von Ron, Fred und George.

"Los, auf eure Besen!", brüllte Justin.

"Nein! Sie sind hinter Hermione und Harry und Sirius her", brüllte Ron zurück.

"Wir müssen unsere eigene Haut retten", schrie Justin ihn nieder.

Die Wachen draußen ließen ihnen keine Wahl zum Streiten, denn sie stürmten auf sie zu, die Todesflüche als Waffe benutzend.

Hastig schwangen sie sich auf die Besen und flogen davon.

Dicht gefolgt Todessern.

"Wir müssen uns trennen!", rief Fred. Er und George bogen nach links und trennten sich von Colin, Ginny, Justin und Neville.

Die anderen vier flogen in die Richtung eines grauen Hügels, der in der Nähe der Festung stand.

Gehetzt und erbarmungslos gejagt von den Todessern.