Kapitel 8
Severus war das ganze Wochenende über in Malfoy Manor geblieben. Der Schwächeanfall, den die junge Frau erlitten hatte, war vorherzusehen gewesen. Als sie einige Stunden später wieder zu sich gekommen war, hatten sie kein Wort über ihre bevorstehende Zwangsverbindung verloren, sondern sofort mit dem Unterricht begonnen. Sie tat sich sehr leicht mit dem Zauberstab, allerdings war es noch um einiges einfacher für sie, ohne Hilfsmittel und kompliziertes Zauberstabgefuchtel Magie anzuwenden. Wie er sich gedacht, oder eher befürchtet hatte, beherrschte sie dieselbe Art Magie, die auch in Darla lag. Kein Wunder, dass der Dunkle Lord sie auf seiner Seite wissen wollte. Doch im Gegensatz zu Darla schien sie ausgezeichnet einschätzen zu können, wie stark sie war und was sie allein durch ihren Willen erreichen konnte.
Ihr Vater hatte sich keine einziges Mal in ihren Räumen sehen lassen und einzig durch einen Boten, in Form von Wurmschwanz, einen ausführlichen Bericht von Severus über ihre Fortschritte eingefordert.
"Ich denke, es reicht für Heute. Für den ersten Tag wirklich nicht schlecht!", meinte Severus Sonntag Abend. Er selbst hatte das Gefühl, im stehen einzuschlafen, während seine Schülerin einen geradezu unheimlichen Elan an den Tag legte und bei Weitem noch nicht ermüdet schien.
"Wahrscheinlich haben Sie Recht Professor, immerhin sind Sie nicht mehr der Jüngste. Lieber nichts überstürzen!" Sie warf ihm einen belustigten Blick zu. Die ganze Zeit über, seit sie aufgewacht war, hatte sie mit Spitzen um sich geworfen. Snape lächelte nur müde darüber, immerhin verspürte er selbst einigen Unmut die Pläne Voldemorts betreffend, wobei er nicht sein komplettes Leben auf den Kopf stellen musste.
"Miss Riddle, es freut mich zu hören, dass Sie sich scheinbar um mein Wohl sorgen. Der 'alte Mann' wird nun das Gebäude verlassen und zu seiner Haupttätigkeit zurückkehren. Wir sehen uns morgen Abend wieder."
Er wandte sich der Tür zu, um zu gehen.
"Warten Sie!", rief ihm die junge Frau nach. "Wollen Sie mich hier wirklich alleine lassen?! In einem Haus mit, wie Sie selbst sagten, teils sehr zwielichten Männern! Können Sie nicht noch etwas bleiben?" Mit verzweifeltem Blick in den Augen hielt sie ihn am Arm fest. Severus blickte sie erstaunt an.
"Sie sind nicht länger eine Gefangene in diesem Haus, das waren Sie noch nie. Als Tochter des Lords müssen Sie nichts fürchten. Wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen würden." Damit befreite er sich aus ihrem Griff und wandte sich erneut ab.
"Und was soll ich jetzt tun? Bis Sie wiederkommen?"
Severus sah sie lange an. Das Haar hing ihr wild um die Schultern, die Wangen waren gerötet und die Augen schimmerten verdächtig.
"Als Gast in diesem Haus, können Sie tun und lassen, was Sie wollen. Suchen Sie die Bücherei auf, lesen Sie und lernen Sie ein wenig mehr über Ihre neue Welt. Ich kann nicht hier bleiben."
Violette sah ein, dass sie den Mann vor ihr nicht zum Bleiben zwingen konnte. Er arbeitete als Spion für ihren Vater und durfte kein Aufsehen erregen. Und dennoch spürte sie ein Ziehen in der Magengegend, wenn sie daran dachte, dass der einzige Mensch, der in diesem neuen Umfeld einigermaßen vernünftig war, sie alleine zurücklassen würde. So nickte sie ihm nur bestätigend zu.
"Darf ich Sie noch etwas fragen?" Sie stand nun dicht vor ihm, die Hände vor ihrer Brust ineinander verschränkt.
"Natürlich dürfen Sie."
"Was ist mit all den Menschen, die mich kennen und die ich höchstwahrscheinlich nie wieder sehen werde?" Nervös kaute sie auf ihrer Unterlippe. Eine Geste, die ihn schwer an eine seiner Schülerinnen erinnerte.
"Machen Sie sich keine Gedanken darüber, darum werde ich mich in den nächsten Tagen persönlich kümmern. Guten Abend."
"Auf Wiedersehen Professor, bis morgen Abend."
Eleonora stand seit Stunden am Fenster und ließ ihren Blick über das Gelände wandern. Das ganze Wochenende war er fortgeblieben, sie hatte mit ihren Gedanken kämpfen müssen und keinen Weg gefunden, sich von ihren Sorgen zu erlösen. Als sie nun den dunklen Schatten über die Wiese gehen sah, fiel ihr ein Stein vom Herzen. Endlich war er wieder hier! Sie lief die Stufen in Richtung Keller so schnell, dass sie mehrere Male stolperte und nur ein reflexartiger Griff zum Geländer sie vor einem Sturz bewahrte.
"Professor!", rief sie, als sie ihn im Gang vor sich erblickte. Dieser drehte sich ruckartig um, erschrocken über das plötzliche Auftauchen der Lehrerin.
Außer Atem kam die junge Frau vor ihm zum stehen.
"Sie waren aber lang weg!", waren die einzigen Worte, die ihr auf die Schnelle einfielen.
"Haben Sie mich etwa vermisst?" Ein amüsiertes Lächeln umspielte seine Mundwinkel. Er hatte sämtliche geistigen Barrieren hochgefahren, als er erkannte, wer vor ihm stand.
"Nun ja, ich war besorgt, wenn ich ehrlich sein soll. Immerhin … Sie waren wohl kaum im Kurzurlaub, wenn Sie verstehen." Sie kam sich plötzlich reichlich bescheuert vor, wie sie schwer atmend vor dem düster gekleideten Mann stand und es für jeden offensichtlich erscheinen musste, dass genau dieser nicht nur irgendein Kollege für sie war. Als ihr dieser Umstand bewusst wurde, schallt sie sich innerlich eine Idiotin und wäre am liebsten im Erdboden versunken.
"Ich denke, Sie wissen so gut wie jeder andere, dass ich nicht über meine Privatangelegenheiten rede. Mit niemandem. Guten Abend." Die Worte waren mit milder Schärfe gesprochen, verfehlten ihre Wirkung jedoch nicht. Wie vor den Kopf gestoßen stand Eleonora in dem dunklen Gang und blickte dem schnell weitergehenden Mann nach, der ihr soeben deutlich zu verstehen gegeben hatte, dass er kein Interesse daran hatte, nun mit ihr zu Plaudern. Enttäuscht und gleichzeitig verwirrt kehrte sie in ihr Zimmer zurück. Dieser Mann brachte sie definitiv einige Nächte zu oft um ihren Schlaf, und das aus den unterschiedlichsten Gründen!
Hermine klopfte verhalten an das dunkle Holz. Die Tür öffnete sich wie von Geisterhand, was in einem Schloss voller Zauberer nichts ungewöhnliches war. Dennoch lief ihr eine Gänsehaut über den Rücken, was weniger an den kühlen Temperaturen in diesem Teil des Schlosses lag, als vielmehr an seinem Bewohner. Ihr Professor für Zaubertränke saß vor einem überschaubaren Stapel Pergamentrollen, die Korrekturfeder in der Hand.
"Miss Granger?!", schnarrte er leise, ohne den Blick von dem Blatt vor sich abzuwenden. "Was verschafft mir die Ehre?"
Hermine schluckte und trat näher an den Schreibtisch heran.
"Professor, ich-"
"Setzen Sie sich, mir scheint, dies könnte ein längeres Gespräch werden.", warf er dazwischen und sah nun endlich auf.
Die junge Gryffindor beeilte sich, auf dem Stuhl vor dem Tisch Platz zu nehmen und begann erneut.
"Professor Snape, Sir, ich hatte mich gefragt, ob Sie mir eventuell Stunden in Okklumentik geben könnten.", brachte sie in schnellem Tempo hervor und blickte ihm nun gespannt in die Augen. Diese verengten sich kurz und musterten sie eingehend.
"Wie, Miss Granger, kommen Sie darauf, dass ich meine wertvolle Zeit damit verschwenden würde, Ihnen Okklumentik beizubringen? Ich bin mir sicher, dass eine so überaus intelligente Schülerin wie Sie es alleine schafft, sich das nötige Wissen aus den entsprechenden Büchern anzueignen." Obwohl es eigentlich keinen Anlass dafür gab, war seine Stimme schneidend geworden, doch Hermine war auf solch eine Zurückweisung vorbereitet gewesen.
"Entschuldigen Sie bitte Professor. Ich möchte Sie nicht darum bitten, Ihre Zeit zu verschwenden, sondern Ihr Wissen über dieses Fachgebiet mit einer interessierten Schülerin zu teilen. Ich habe mich in die betreffende Literatur eingelesen, allerdings hilft das theoretische Wissen nicht viel, wenn man es nicht aktiv in der Praxis einsetzen kann."
Severus musste zugeben, dass die Kleine Mut bewies. Jeder andere hätte bereits nach seiner scharfen Zurückweisung das Weite ergriffen. Nicht so Miss Ich-will-alles-wissen-Granger. Allerdings wollte auch er nicht klein beigeben.
"Was veranlasst Sie zu dem Glauben, dass ich mein Wissen mit Ihnen teilen möchte?! Wieso fragen Sie mich?! Die beste Freundin unseres lieben Harry Potter kommt ausgerechnet zum Mörder Dumbledores, um ihn um Hilfe zu bitten?! Kein Schamgefühl Ihren Freunden gegenüber Miss Granger?!" Seine Stimme war leise, sarkastisch und, was Hermine nicht entgangen war, auch etwas neugierig gewesen. Eine Augenbraue fragend in die Höhe gezogen, sah er sie an.
"Sie wollten Harry damals Okklumentik Unterricht geben, auch wenn dieses Unterfangen von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Ich weiß, dass Sie an dieser Schule einer der Besten in diesem Fachbereich sind und vertraue Ihnen, auch wenn dass für Sie unglaublich klingen mag, insoweit, dass Sie mir durch diese Stunden keinen absichtlichen Schaden zufügen werden."
Severus war sichtlich überrascht von dieser ehrlichen Stellungnahme.
"Sie haben Mittwoch Nachmittag erst um fünfzehn Uhr Unterricht?! Geschichte der Zauberei bei Professor Binns?!"
Hermine bejahte.
"Diesem wird kaum auffallen, wenn Sie etwas erschöpfter wirken als sonst. Kommen Sie nach dem Mittagessen in mein Büro, dann beginnen wir mit der ersten Unterrichtsstunde."
Hermines Herz machte einen Hüpfer, sie hatte es geschafft!
Violette saß auf ihrem Bett, ein dickes, in dunkles Leder gebundenes Buch auf dem Schoß. 'Die alten Linien' stand in verschnörkelten Lettern auf dem Einband. Und dabei ging es nicht nur um Blutslinien, sondern auch damit verbundene Beschwörungsformeln. Fasziniert blätterte Sie durch die Seiten. Jede Familie hatte eine ihr eigene Art der Magie, allerdings wussten die wenigsten darum und je weiter die Nachkommen vom ersten Zauberer der Linie entfernt waren, desto schwächer wurde sie. Das musste bedeuten, dass Muggelgeborene Gründer einer neuen Linie waren und somit sehr starke magische Ströme in sich trugen. Eine These, die dem Reinheitsgebot ihres Vater in jeder Hinsicht widersprach! Ebenso wie der Umstand, dass er selbst 'nur' ein Halbblut war. Eine Erkenntnis, die sie im Hinterkopf behielt. Man konnte nie sicher sein, ob dieses Wissen nicht eines Tages nützen würde.
Allerdings war klar, dass keiner der Reinblüter hier dieses Buch gelesen, und wenn doch, zu dem selben Schluss wie sie gekommen war. Ebenfalls eine interessante Information, die im Hinterkopf behalten wurde. Die Muggel, sowie Muggelgeborenen wurden unterschätzt, wenn nicht sogar als minderwertig erachtet. Wenn ihre Informationssammlung so weiter wuchs, bräuchte sie bald einen zweiten Hinterkopf.
Sie hatte auch ihre eigene Linie gefunden. Nicht etwa die von Salazar, dafür war sie zu weit von den Wurzeln entfernt, als dass sie dieser Verwandtschaft allzu große Bedeutung beimessen konnte. Es war die Linie der Windläufer. Alle hundert Jahre wurde eine Sternenläuferin geboren. Obwohl sie einer Linie angehörten, bildeten sie doch einen neuen Anfang und trugen somit starke Magie in sich. Diese spiegelte sich in Glück wieder, welches ihnen selbst und den Menschen um sie widerfuhr. Ihre Töchter waren Windläufer, die die Gabe hatten, den Schmerz und das Leid anderer in sich aufzunehmen. Allerdings bedeutete dies auch, dass sie je nach Intensität ein recht kurzes Leben hatten. Violette unterdrückte eine Träne, die sich mit aller Macht aus ihrem Augenwinkel drängen wollte. Das war also der Grund für den frühen Tod ihrer Mutter gewesen. Sie schluckte den Kloß, der sich gebildet hatte, hinunter.
Weiter im Text. Die nächste Generation, und somit auch die letzte nennenswerte, waren die Töchter des Windes, die Gedankenläufer. Violette. Sie verkörperten in ihrem Inneren Magie in ihrer reinsten Form und konnten über diese allein mit Hilfe ihrer Gedanken gebieten. Allerdings kam es nur recht selten vor, dass diese Frauen ihr Innerstes berühren konnten, so dass es nur wenige wirkliche Magierinnen unter den Gedankenläufern und somit auch keine wirklichen Aufzeichnungen über all ihre Fähigkeiten gab.
Seufzend legte Violette das schwere Buch zur Seite. Wirklich viel hatte sie nun nicht erfahren, zumindest nichts allzu praktisches.
Als sie einen Blick aus dem Fenster warf bemerkte sie erst, wie spät es bereits war. Draußen herrschte tiefste Dunkelheit. Bald würde ihr 'Zukünftiger' wieder hier sein und obgleich ihr der Gedanke einer Zwangsvermählung nicht sonderlich behagte, tat ihr Herz einen kleinen Hüpfer der Erleichterung, als sie an ihn dachte. Den ganzen Tag hatte sie sich mit diversen Büchern in ihrem goldenen Käfig versteckt, sich zurückgezogen, auch auf ihrem Zimmer gegessen. Einzig Narcissa war sie begegnet und nicht um ein kurzes Gespräch herum gekommen, ehe sie wieder in ihren Räumen verschwinden konnte. Dennoch musste sie zugeben, dass ihr diese kühl wirkende Frau sympathisch war. Entgegen ihres ersten Eindrucks sehr herzlich.
Es klopfte.
Severus konnte dem Umstand, jeden Abend mit der Tochter des Lords zu verbringen, nicht sonderlich viel abgewinnen. Er hatte sich vorgenommen, es als eine Art Urlaub zu sehen, während welchem er eine Schülerin bei sich hatte, die talentiert und zugleich seine… Verlobte?! - Oh Merlin! - war.
Sie öffnete die Tür per Hand und bat ihn herein. Der Urlaub konnte beginnen.
"Guten Abend Miss Riddle!", grüßte er sie mit samtiger Stimme.
Sie winkte ab. "Bitte nennen Sie mich Violette. In Anbetracht der Tatsache, dass wir beide den Fortbestand einer so bedeutenden Linie sichern sollen, wie die Salazars, halte ich es für durchaus vertretbar auf eine persönlichere Ebene zu wechseln. Guten Abend Severus." damit wandte sie sich der kleinen Sitzecke zu und ließ sich auf dem schwarzen Sofa nieder.
Snape, von ihrer kurzen Ansprache leicht überrumpelt, folgte ihr schmunzelnd und machte es sich auf einem der Ohrensessel bequem.
"Nun denn, Violette, wie war Ihr Tag, den Sie wohl mit der Last einer Erbfolge auf den Schultern bestehen mussten?"
Sie lachte kurz auf. Dem Tränkemeister gefiel der leicht rauchige volle Klang und er machte im Geiste eine Notiz, sich seinen Urlaub zu versüßen, indem er sie öfter zum Lachen brachte. Ein Glück für ihn, dass sie seine Art Humor zu teilen schien.
"Wie Sie unschwer erkennen können", sie wies zu ihrem Bett, auf welchem sich einige dicke alte Bücher türmten, "habe ich Ihren Rat beherzigt und gelesen."
"Und das nicht zu knapp!", stellte er amüsiert fest.
Die Stunden vergingen wie im Flug, während Snape Violette immer neue Zaubersprüche beibrachte. Da sie äußerst schnell lernte und über eine sehr gute Auffassungsgabe verfügte, kamen sie zügig voran, so dass der Tränkemeister die stille Hoffnung hatte, diesen groben Lehrteil bald hinter sich gebracht zu haben.
"Genug für heute Violette! Morgen Abend werde ich um dieselbe Zeit wiederkommen. Bis dahin wünsche ich Ihnen einen angenehmen Aufenthalt und üben Sie fleißig!" Damit wandte er sich zur Tür, um zu gehen.
"Severus?!" Sie kam mit weichen Schritten auf ihn zu. Seine Augenbraue hob sich fragend.
"Danke!", sagte sie und hauchte ihm einen zarten Kuss auf die Wange. Er nickte ihr kurz zu, nicht wissend, wofür sie sich bedankt hatte, immerhin war es seine Aufgabe, sie zu unterweisen, und verschwand durch die Tür.
Mittwoch beim Mittagessen wirkte Hermine wesentlich unruhiger als sonst, was bei ihren Freunden nicht unbemerkt blieb.
"Was ist heute eigentlich los mit dir? Du wackelst die ganze Zeit hin und her, als wenn du Ameisen im Slip hättest!", meinte Ron, nachdem er einen großen Bissen seiner Hühnerkeule fast ohne zu kauen verschluckt hatte.
"Leider muss ich dich enttäuschen, aber ich habe keine Insekten in meinem Slip! Und nur zu deiner Information, es heißt 'Hummeln im Hintern'. Muss nachher nur zu einem wichtigen Termin, das ist alles!", versuchte Hermine von ihrer Unruhe abzulenken.
"Un' wasch isch dasch füan Te'min?", fragte Harry mit vollem Mund.
"Das… ähm… also Nachhilfe bei… Professor Sinistra, ich hab noch ein paar Fragen bezüglich der Raum Zeit Verschiebung bei der Anwendung von Zeitumkehrern und der Auswirkung auf die molekulare Struktur von Gegenständen und Individuen.", brachte Hermine nach kurzer Anlaufschwierigkeit heraus. Sie wollte auf keinen Fall, dass Professor Bellecourt etwas von ihren Privatstunden erfuhr und von ihren Freunden würde sich keiner merken können, was sie gerade gesagt hatte, so dass der Gedanke an Hermines Nachhilfeunterricht sehr verschwommen und kaum greifbar sein würde. Die großen Augen der Jungen sowie das verständnislose Kopfschütteln bestätigten ihre Vermutung.
Sobald sie gegessen hatte, stand sie auf und marschierte ungesehen in die Kerker. Sie hob gerade die Hand, um anzuklopfen, als die Tür auch schon von allein aufging.
"Kommen Sie herein." Snape wies zu einer Tür, die in sein Privatlabor führte. Dort setzte sich Hermine auf einen Stuhl, der hinten an der Wand lehnte und es ihr ermöglichte den düsteren Raum, der einzig von drei Kerzen erhellt wurde zu überblicken.
"Sie müssen Ihren Geist frei machen. Verschließen Sie Ihre Gedanken und konzentrieren Sie sich. Ich werde nun versuchen, in Ihren Kopf einzudringen." Er setzte sich auf einen Stuhl ihr gegenüber und zog seinen Zauberstab.
"Legilimens."
Die junge Frau fühlte sich in einen Strudel gezogen. Als wenn sich ein dunkler Schatten über Sie und Ihren Geist legen würde. Zunächst ließ Sie es geschehen, zu einfach und verführerisch wirkte dieser Zustand auf sie. So plötzlich, wie es begonnen hatte, brach der Zauber in sich zusammen.
Snape fuhr sie wütend an. "Sie sollten Ihren Geist frei machen und mich nicht willkommen heißen! So wird das nichts! Wenn Sie sich beim nächsten Versuch nicht mehr Mühe geben, dann können wir das hier gleich bleiben lassen!" Die Schülerin zuckte verängstigt zusammen. Wenn sie sich nicht anstrengte, würde sie die Kunst der Okklumentik nicht lernen. Sie biss die Zähne zusammen und nickte ihrem Professor zu.
Eine Stunde später verließ eine zu Tode erschöpfte aber dennoch zufriedene Hermine die Kerker, um zu 'Geschichte der Zauberei' zu gelangen.
