A/N: Das hier hat wieder etwas länger gedauert. Tut mir leid. ;) Der 60. Geburtstag meiner Mutter und ein paar Unisachen und Theaterproben sind dazwischen gekommen... aber es läuft ja weiter. Danke für's Lesen ihr Lieben und viel Spaß mit...
Kapitel 8
Dass der Sternenzerstörer auf dem er sich befunden hatte gelandet war, war offensichtlich. Anders als durch ein Landungsmanöver hätte Poe sich die leichten Erschütterungen des Schiffes kaum vorstellen können und es gab nur einige wenige Gründe aus denen ein Schiff wie dieses dazu verurteilt wurde in die Atmosphäre eines Planeten einzudringen und das war um schwerwiegende Reparaturen durchführen zu lassen. Mit einem grimmigen Lächeln dachte Poe daran, dass hauptsächlich der Pilot der sein Leben gelassen hatte dafür verantwortlich sein konnte und sein Tod wenigstens finanziell für die Erste Ordnung ein Nachspiel haben würde und für den Moment wenigstens, war dieser Sternenzerstörer von der Bildfläche verschwunden. Ein kleiner Trost, aber dennoch ein Trost.
Der dunkle Korridor durch den sie ihn führten war nicht derselbe durch den sie ihn in seine Zelle gebracht hatten. Zwar wirkten sie alle gleich, doch Poe hatte selbst in seinem angstumnachteten Zustand eine Ahnung davon, wo er sich befand. Der Boden war anders. Sie waren gelandet, aber sie gaben ihm keine Gelegenheit den Planeten zu sehen. Dieser fensterlose Korridor war eine Gangway. Poe spürte es daran, wie der Boden unter seinen Füßen geradezu zu federn schien. Erst als er wieder den festeren Boden spürte wusste er, dass sie in der Basis angekommen waren. Der Transporter zu dem sie ihn brachten, die zahllosen Gänge schienen geradezu dafür gemacht das ungeübte Auge vollends zu verwirren und den, der nicht mit der Architektur der Ersten Ordnung vertraut war, vollkommen seines Orientierungssinnes zu berauben. Poe gab kein Wort mehr von sich. Was brachte es auch? Die Sturmtruppler seiner Eskorte hatten sicherlich kein Wort an ihn zu verlieren. Immerhin die Hände waren frei, auch wenn der Gedanke daran, warum sie ihn nicht banden ihm noch mehr Sorgen machte. Sie glaubten nicht daran, dass er entkommen würde. Wie auch? Hier, auf der Basis der Ersten Ordnung gäbe es ganz sicher keine Möglichkeit zur Flucht. Er hielt den Blick auf den dunklen, blank polierten Boden gerichtet, bemühte sich, sich nicht anmerken zu lassen, dass er mit jedem Schritt, den sie weiter ins Innere der Basis vordrangen, mehr den Mut verlor und als sie im Gefangenenblock ankamen, war er beinahe froh endlich seine Ruhe haben zu können. Vorerst wenigstens. Die maskierten Einheitsgesichter der Sturmtruppler konnte er schon so nur schlecht ertragen.
Vorsichtig hob er den Blick zu der runden Mittelkonsole, hinter der zwei Offiziere in schwarzer Uniform standen, hinter ihnen ein langer Korridor, lediglich erhellt von ein paar spärlichen Leuchten. Der Anblick erinnerte Poe an eine Höhle auf Yavin 4, in die er und seine Spielkameraden als Kinder geklettert waren um sich zu beweisen, wie mutig sie waren. Die Erinnerung an die alles umfangende Finsternis, die ihm schon damals die Luft abgeschnürt hatte, raubte ihm auch jetzt den Atem. Sein Blick flog zu den Offizieren von denen einer mit festem Schritt auf einen der Sturmtruppler zutrat, der offensichtlich das Kommando hatte.
„HT-8789?" Der Offizier betrachtete den Sturmtruppler vor sich und für den Bruchteil einer Sekunde fragte Poe sich, woher der Mann wusste wen er vor sich sah. „Der Gefangene, den Sie überstellen sollten?"
Ein knappes Nicken des weißen Helmes und die stechend blauen Augen des Offiziers flogen sofort zu Poe, noch während der Sturmtruppler sprach. Poe war beinahe überrascht eine Frauenstimme zu hören, obwohl er wusste, dass es absoluter Blödsinn war. Das Imperium war gegen Frauen in jedwedem Zweig seines Militärs gewesen. Die Erste Ordnung nahm was sie kriegen konnte und hatte sich damit abgefunden, dass Frauen die Arbeit mindestens so gut erledigten wie Männer. Wenigstens in den niederen Rängen. „Commander Poe Dameron, Pilot im Widerstand." Sein Name... natürlich hatten sie ihn herausgefunden, wie Poe erwartet hatte.
„Bringen Sie ihn in die Dekontaminationseinheit", befahl der Offizier, wandte den Blick von Poe ab und wandte sich wieder seinem Kollegen zu, während die Sturmtruppen ihn nach rechts abführten. Dekontaminationseinheit? Sie behielten ihn tagelang auf einem Schiff und warteten bis jetzt? Poes Kehle wurde eng. Warum gaben sie sich überhaupt die Mühe mit ihm? Warum fragten sie ihn nicht einfach, was sie wissen wollten, prügelten es aus ihm heraus, oder ließen ihren Sith, oder was auch immer er war, auf ihn los um zu holen, was sie brauchten? Die Fragen schossen ihm durch den Kopf, als die Sturmtruppen ihn durch eine Seitentür in einen großen, mit schwarzen Kacheln gefliesten Raum schoben und eine barsche Stimme ihm befahl sich auszuziehen.
„Immerhin werde ich doch nochmal sauber...", murmelte er und kam nicht umhin doch wenigstens dankbar zu sein den Schmutz der letzten Tage von sich waschen zu können, auch wenn es für das Protokoll der ersten Ordnung bei dieser Vorschrift weniger um das Wohlbefinden des Gefangenen als vielmehr der Sicherheit und Hygiene der Basis ging. Er schluckte schwer. Sich vor diesen Fremden seiner Kleider entledigen zu müssen fiel ihm nicht leicht, dass sie ihn allerdings allein lassen würden stand natürlich gar nicht erst zur Debatte. Es kostete ihn Überwindung, aber immerhin überließen sie es ihm selbst. Das war immerhin etwas.
Die Zelle war klein. Poe schritt sie trotzdem ab. Die Länge und die Breite. Jeweils fünf Schritte. Nicht mehr. Eine kniehohe Liege mit hauchdünner Decke und ohne Kissen war an der, der Tür gegenüber gelegenen Wand eingelassen. Viel mehr nicht. Die zwei Treppenstufen zur Tür selbst mied er. Er ahnte, wann er sie das nächste Mal erklimmen würde und obwohl er keinerlei Hoffnung hatte hier wieder herauszukommen, wollte er nicht mit einem einzigen Schritt das Gefühl des letzten Ganges heraufbeschwören.
Seine Schritte hallten nicht auf dem harten Boden. Die Schuhe mit der dünnen Sohle, die sie ihm gegeben hatten, ließen kein festes Auftreten zu. Die dunkelbraunen Hosen und die Hemdjacke hielten immerhin warm genug, dass er nicht befürchten musste zu frieren, wenn das Licht ausgehen und man ihn so zur Nachtruhe verdammen würde. Auf und ab. Seine Beine trugen ihn, obwohl sie ihn an keinen Ort bringen konnten, den er sehen wollte. Nicht irgend ein anderer Ort war ihm offen. Nur von der einen Wand zur anderen brachten sie ihn, bis er schließlich mit einem frustrierten Seufzen zu Boden glitt. „Immerhin laufen, Poe...", sagte er leise. Es war das erste Mal seit Beginn dieser nie enden wollenden Strapaze, dass er bewusst mit sich selber sprach und es war ihm gleich.
„Du verlierst hier noch den Verstand und dann..." Er brach ab. Daran mochte er nicht denken, solange er nicht im Begriff war jede Kontrolle über sich zu verlieren. Aus dem Augenwinkel sah er einen silbrigen Knauf aus der schwarzen Wand hervorragen.
„Hm...", machte er, dann hob er die Hand und zog daran. Eine breite, tiefe Schublade kam zum Vorschein und ein Blick hinein, entrang seiner Kehle ein leises, freudloses Lachen. „Na immerhin pinkeln darf ich jetzt alleine. Wunderbar." Er war sich sicher, dass sie ihn beobachteten. Das irgend ein Instrument seine Körperfunktionen und jedes seiner Worte aufnahm und speicherte. Alles andere hätte ihn überrascht und es war ohnehin besser auf der Hut zu sein. Für Finn und alle anderen, die er nicht verraten durfte. Mit einem Seufzer ließ er die Schublade wieder zu gleiten. Mit einem dumpfen Geräusch verschmolzen die Konturen beinahe mit der Wand. Die Politur der Wände war ohne jeden Kratzer, ohne jedes Staubkorn. Versuchsweise fuhr Poe mit dem Fingernagel darüber. Nichts. Nicht einmal ein Fingerabdruck. Vielleicht würde er das zur letzten Aufgabe seines Lebens machen, dachte er mit einem unfrohen Lächeln. Hier auf der glatt glänzenden Politur der Ersten Ordung einen Kratzer hinterlassen. Eine Spur, die wenigstens bis zur Renovierung seiner Zelle von seiner Existenz zeugte. Das wäre immerhin etwas. Doch wenn er anfing hier auch nur entfernt zu randalieren, würden sie ihm sicherlich etwas verabreichen, das ihn ruhig stellte.
Seufzend stand er auf und ließ sich auf die schmale Bettstatt fallen. Hart, aber immerhin eine Möglichkeit zu liegen. Seit Tagen hatte er sich nicht wirklich ausstrecken können. Es war beinahe, als sei dieser Zellenblock ein Fortschritt. Er durfte laufen, sich hinlegen, war sauber... doch er wusste, dass das alles nur ein Vorspiel war auf das, was noch auf ihn wartete und er durfte sich nicht in Sicherheit wiegen lassen. Er drehte sich auf die Seite mit dem Gesicht in Richtung Wand, damit, egal welche Holocams auf ihn gerichtet waren, nicht jede seiner Regungen mitverfolgen konnten. Mit geschlossenen Augen verschränkte er die Arme vor der Brust und atmete tief durch. Seine Hände zitterten. Schon lange, oder erst seit er hier lag? Kalt war ihm nicht, doch die Angst begann schleichend an ihm herauf zu kriechen. Sie ließen ihm Zeit. Zeit um genau diese Angst zu spüren, die nur dadurch verstärkt wurde, dass ihm mit einem Mal so viel gewährt wurde. Beinfreiheit. Sauberkeit, so etwas wie ein Bett. Poe ballte die Hände zu Fäusten und rief sich zur Ordnung. Disziplin war es, die er brauchte. Disziplin um das hier durchzustehen und das Geheimnis zu wahren so lange es ging. Mit etwas Glück disponierten die Offiziere des Widerstands um und die Neue Basis würden sie woanders errichten. Mit etwas Glück... natürlich hatte Poe die letzten Tage nicht auf Glück zählen können.
Zwischen Schlafen und Wachen, zwischen Träumen und rasenden Gedanken hin und her gerissen, rieben sich seine Nerven an der Stille und Immobilität die ihn umfing immer mehr auf. Er sah niemanden, außer den Gesichtslosen Wachen die ihn täglich in die Dekontaminationseinheit brachten. Hörte nichts außer seinem eigenen Atem, die gelegentlichen Geräusche, die seine Bewegungen verursachten und das Tablett mit Essen, das durch eine Luke in der Wand zu ihm hindurch geschoben wurde und wodurch die Isolation in keinster Weise unterbrochen wurde. Er gab sich nicht einmal die Mühe zu identifizieren was sie ihm vorsetzten. Ohne jeden Geschmack war es ohnehin und wenn sie ihn töten wollten, dann wäre Vergiftung wohl eine der angenehmeren Exekutionsformen. Außerdem war es eine Möglichkeit die Zeit herum zu bekommen. Eine Tätigkeit. Also ließ er sich bei jedem Bissen Zeit und legte sich dann wieder hin. Ergab sich Erinnerungen und Träumen, weil auch sie seine Gedanken von der nagenden Angst fern hielten. Er starrte an die Wand vor sich an, bis die Dunkelheit verschwamm und er sich an anderen Orten zu anderen Zeiten wiederfand.
„Dameron?"
Poe fuhr zusammen, als die Stimme seinen Namen rief. Schnell wandte er sich um und sah den jungen Mann auf sich zukommen, aus dessen Raum er sich erst wenige Stunden zuvor herausgeschlichen hatte. Das Abzeichen auf dem Fliegeranzug ließ ihn erstarren.
„Poe!" Lachend schlug er Poe auf die Schulter und Poe kam nicht umhin sich die Lippen seines Gegenübers auf seinen vorzustellen. Schnell schüttelte er die Erinnerung an die Nacht zuvor ab.
„Morap." Er traute seiner Stimme kaum. Sprach leise, damit der andere es nicht merkte.
„Du bist Dameron!" Morap lächelte noch breiter und seine Augen funkelten. „Du bist der Neue. Dein Ausbilder hat dich unserem Commander geradezu empfohlen, warum hast du nichts gesagt? Ich kenne nur deinen Vornamen."
„Ich wusste ja nicht, dass wir im selben Schwadron sein würden", sagte Poe kleinlaut, gar nicht auf das Lob eingehend. Hätte er gewusst, dass er und Morap eng zusammenarbeiten würden, hätte er ganz sicher nicht die Nacht bei ihm verbracht. Wenigstens hätte er versucht sich nicht dazu hinreißen zu öassen. Sein Gesicht wurde heiß und er klemmte den Helm fester unter seinen Arm.
„Dann hättest du mich ignoriert, ist klar." Morap schüttelte den Kopf und legte Poe beinahe verschwörerisch einen Arm um die Schultern. Poe machte keine Anstalten sich zu befreien, doch er hoffte, dass niemand ihnen allzu viel Beachtung schenken würde. Moraps Arm um seine Schultern fühlte sich zu gut an um ihn abzuschütteln.
„Hätte nicht gewusst wie", gestand er dann doch. „Vielleicht wär ich nicht mit dir gegangen, aber ignorieren..."
Morap zwinkerte ihm verschwörerisch zu. „Das beruhigt mich. Deine Zurückweisung hätte mich gestern Abend auch sehr enttäuscht." Morap ließ ihn los, dann ging er voraus in Richtung des Hangars. Der erste Einsatz in seinem Schwadron und seine erste Nacht bei der Marine der Neuen Republik, nachdem er seine offizielle Ausbildung abgeschlossen hatte, hatte er im Bett eines seiner Schwadronkameraden verbracht.
„Wunderbar...", murmelte Poe, den Blick auf den Rücken der sich langsam entfernenden Person gerichtet.
Der Steuerknüppel in seiner Hand fühlte sich gut an. Geradezu vertraut. Sharas Hände, die Hände seiner Mutter, lagen auf seinen, als sie aus der Atmosphäre des Planeten heraus schossen und das Vakuum des Weltraum sie nach vorn schnellen ließ. Poe lachte laut auf, als seine Mutter seine Hände nach links drückte und sie sich einmal um die eigene Achse drehten. Der A-Flügler war alt, doch jedes noch so einfache Manöver vollführte er problemlos.
„Okay, jetzt bist du dran, Großer." Ihre Lippen streiften sein Ohr, ihr Atem fuhr durch sein Haar und als sie seine Hände los ließ, er wirklich frei über die Bewegungen des A- Flüglers verfügen konnte, setzte sein Herz ein paar Schläge aus. Mit riesigen Augen zog er den Steuerknüppel zu sich hin, ein kleiner Jubelschrei auf den Lippen, obwohl er wusste, dass jede noch so unüberlegte Bewegung im falschen Augenblick fatale Folgen haben konnte. Doch er war sicher. Seine Mutter war da. Der Tag an dem Shara Bey ihren Sohn sich selbst überlassen würde, da war Poe sich sicher, würde er niemals erleben.
Seine Mutter war tot, hatte ihn nicht sich selbst überlassen, aber seinen Vater und Poe einander. Das war nicht nichts, aber für einen achtjährigen Jungen war es zu früh. Für einen Mann, der gerade angefangen hatte sich an den plötzlichen Frieden zu gewöhnen, für seinen Vater, war es zu früh. Den Verlust spürte Poe noch immer, spürte noch immer die gähnende Leere, auch wenn er gelernt hatte damit zu leben. Irgendwie. So viele leere Phrasen, die alle nicht beschreiben konnten, was es wirklich bedeutete. Er hatte überlebt, auch wenn er in dem Moment, da sein Vater ihn aus dem Zimmer schickte, da er ihn vor die Tür setzte, als er nicht hatte gehen wollen, geglaubt hatte nicht eine Sekunde länger leben zu können. Seine Mutter war wenige Minuten daraufhin gestorben und Poe wusste, dass sein Vater ihn lediglich davor hatte schützen wollen: davor den Tod zu sehen, wenn er das Konzept nicht greifen konnte. Diese Minuten waren für Poe noch immer Zeit, die ihm gestohlen worden war. Nicht nur verwehrt durch eine Macht gegen die er nichts hatte ausrichten können, sondern gestohlen. Jede Sekunde, die er mit seiner Mutter verbracht hatte, war ihm heute ein kostbares Andenken, ebenso wie jeder Gedanke an Morap und auch heute die Erinnerung an Finn. An den einen Kuss. An die gute halbe Stunde, da für ihn eine Tür geöffnet worden war, die er seit Moraps Tod fest verschlossen gehalten hatte, weil Moraps Tod ihn ans Äußerste getrieben hatte. An einen Ort, zu dem er nicht zurückkehren wollte und durfte, wenn er wollte, dass sein Leben etwas bedeutete. Und dann, nach so vielen Nächten in fremden und vertrauten Betten, war Finn aufgetaucht. Finn, dem er sich mehr als nur freundschaftlich verbunden fühlte und dessen Gesicht immer wieder in seinen Träumen auftauchte und ihn bei Verstand hielt.
Poe sah auf, als die Tür zu seiner Zelle geöffnet wurde und er zwei Sturmtruppler sah, die mit Blastern im Anschlag herein kamen. Zögerlich kam er auf die Füße. Es war, als habe der Gedanke an Finn allein sie hierher gebracht und eine Gänsehaut kroch seine Wirbelsäule hinauf, als sie auf ihn zutraten und ihm bedeuteten ihm zu folgen. Poe fragte gar nicht wo sie ihn hin brachten. Fast war er dankbar eine andere Strecke laufen zu dürfen als auf und ab in der kleinen Zelle, auch wenn ihn sicherlich nichts Gutes erwartete. Die täglichen Gänge zum Waschraum, wo er die Hygieneauflagen der Ersten Ordnung zu befolgen hatte, zählte er kaum, dafür waren sie zu kurz, aber als er die Blaster gesehen hatte, hatte er sofort gewusst, dass dieser Weg länger dauern würde. Dass entweder seine Exekution, oder etwas anderes angeordnet worden war.
Der kleine Raum, mit dem beinahe vertrauten Stuhl in der Mitte, ließ ihn für einen Herzschlag innehalten. Ein Stoß in die Seite ließ ihn nach vorn taumeln. Es ging also weiter. Das Herz raste in seinem Hals, als sie ihn wieder fest schnallten und er wünschte sich, der Weg hätte länger gedauert. Sofort, als die Fesseln sich um seine Fuß und Handgelenke legten und sein Kopf fixiert wurde, seine Sicht durch die Instrumente rechts und links von seinem Gesicht eingeschränkt wurde, hätte er am liebsten geschrien. Gerade noch biss er sich auf die Zunge, ehe eine unkluge Bemerkung über seine Lippen kommen konnte. Im Stillen verfluchte er sich dafür, dass er sich derart hatte gehen lassen und er rief sich ins Gedächtnis, dass er aushalten musste, solange es ging. Für den Widerstand. Für Finn.
