10. Über seine Kräfte

Seit dreieinhalb langen Wochen verbrachte er jetzt weit mehr Zeit an ihrem Bett als in einem Bett. Seit dreieinhalb Wochen nagte die ständige Sorge um ihr Leben und ihr Wohl und die Belastung des Magiebannes an seinen Nerven und auch an seinem Körper.

Nie zuvor waren ihm drei Wochen so entsetzlich lange vorgekommen.

Vor sich selbst hatte er es bereits vor einigen Tagen zugegeben: Er war am Ende seiner Kräfte, allein sein unbeugsame Wille sie möglichst nicht allein zu lassen und der Gedanke, dass er gebraucht wurde, hielten ihn mehr schlecht als recht aufrecht. Wenn er sich im Spiegel betrachtete, was zugegeben nur ziemlich selten und normalerweise auch eher uninteressiert geschah, erschrak er jedes Mal, denn ihm blickte da ein hohlwangiger, alter Mann mit müden und sorgenvollen Augen entgegen.

„Professor, ich glaube, es wäre besser, wenn wir mit einem neuerlichen Magiebann noch ein paar Stunden warten würden", riet Heiler Clement und betrachtete besorgt Severus müdes, abgezehrtes Gesicht, „Vielleicht könnten Sie sich noch eine Weile ausruhen oder sogar kurz nach Hogwarts flohen. Ich habe extra den Kamin im Büro meines Bruders anschließen lassen."

Schon seit 26 Tagen wechselten sie sich ab. Seine Schwiegereltern und er, dazwischen immer wieder für einige Stunden Harry, Ron, Ginny und Marcus. Einmal hatte es auch Minerva versucht, aber die Belastungen des Magiebannes hatten sie zu sehr angegriffen.

Heiler Clement hatte es bereits in Hogwarts angedeutet, dieser Zauberbann forderte den Körper sehr, die eingesperrte Magie störte die normalen Ströme so stark, dass Kopfschmerzen, Schwindel und eine bleierne Müdigkeit auftraten und das Allgemeinbefinden immens beeinträchtigen. Zwar sorgte Poppy mit Aufpäppeltränken für einen gewissen Ausgleich, aber völlig konnte sich der Organismus so schnell nicht von den Anstrengungen erholen.

Daher waren 7 – 8 Stunden das Mindestmaß an Regenerationszeit, Severus bestand jedoch auf nicht mehr als 5-6 und auch das nur zähneknirschend. In dieser Zeit, in der der Bann nicht gesprochen werden konnte, tigerte der Tränkemeister zumeist unablässig vor der breiten Glasscheibe auf und ab, die Hermines Raum zum Flur hin abtrennte.

Schlaf fand er nur wenig und wenn, dann war dieser wenig erholsam, sondern von Alpträumen durchzogen, wie der in der letzten Nacht, als er erst die anklagenden Gesichter seiner Kinder, dann die besorgten Augen von Lily Potter gesehen hatte, die alle nicht froh mit ihm waren und ihn ein ums andere Mal inständig baten mehr auf sich zu achten. Würde er ja gerne! Keine Frage! Aber immer, wenn sein Traumbild ihrem Rat gerade entsprechen wollte, schoben sich diese schrecklichen Bilder einer toten und leblosen Hermine vor sein inneres Auge und jagten seinen Blutdruck in schwindelerregende Höhen. Danach war an Schaf nicht mehr zu denken.

Grundgütiger, so konnte das nicht mehr lange weiter gehen. Severus wusste, dass er über seine Kräfte lebte, ein Blick in den Spiegel genügte für diese Erkenntnis völlig.

„Haben Sie mich gehört, Professor?", Ernest Clement schien ehrlich besorgt zu sein.

„Natürlich habe ich Sie gehört, ich bin doch nicht taub!", zischte Severus, setzte in Gedanken allerdings hinzu, ‚nur am Ende!'

„Werden Sie denn dann auf meinen Rat hören?", der Heiler ließ nicht locker und verschränkte die Arme vor der Brust.

Severus Blick hing wie mit einem Dauerklebefluch belegt an der Glasscheibe, die ihn von seiner Frau trennte. „Gestern ging es ihr wieder schlecht, ich möchte sie heute auf keinen Fall alleine lassen", antwortete er entschlossen, „vielleicht machen wir morgen eine Pause."

Ernest Clement musterte den Tränkemeister eine Weile kritisch, dann nickte er nachdenklich,

„Ja, gestern war wieder ein Krisentag, aber heute Nacht war sie wesentlich ruhiger."

„Wann hört das endlich auf?", presste Severus gequält hervor und fuhr sich mit der Hand über die geröteten Augen und es war nicht zu übersehen, dass sie dabei heftig zitterte.

„Ich kann es Ihnen nicht sagen, das kann wahrscheinlich niemand", murmelte Clement und setzte sich, ebenfalls alles andere als frisch wirkend, neben Severus auf die Besucherbank vor Hermines Isolierzimmer. Harry und Ron waren gerade bei ihr und auch sie sahen bei näherer Betrachtung ziemlich abgekämpft aus.

Die beiden sehr unterschiedlichen Männer auf dem steril wirkenden Krankenhausflur schwiegen eine Weile, bevor Heiler Clement tief Luft nahm, „Ich sollte Ihnen besser sagen, dass die Hotelbesitzerin, Madam Blox, gestern Morgen verstorben ist."

Als er Severus zusammenzucken sah, setzte er schnell hinzu, „aber damit war leider zu rechnen, sie war schon über 130 Jahre und litt unter Asthma."

„Und der Heiler?", wollte Severus mit brüchiger Stimme wissen.

„Ähnlich wie Ihre Frau, Professor, er hält sich erstaunlich gut und daher wollen wir auch nicht die Hoffnung verlieren!" Damit schien er nicht nur Severus Mut zuzusprechen, denn auch seine, sonst so unerschöpfliche Zuversicht schwand immer dann ein beträchtliches Stück, wenn Hermines Leben mal wieder auf der Kippe stand.

Seufzend stand er auf, „Ich spreche noch kurz mit meinem Bruder, dann muss ich für einige Stunden ins Ministerium, Minister Shacklebolt will mich sehen, ich bin pünktlich gegen 14:00 Uhr wieder hier, um den Bann über sie zu sprechen", Severus wollte schon aufatmen, als Heiler Clement warnend den Zeigefinger hob, „allerdings nur, wenn Sie mir versprechen, dass Sie jetzt erst einmal etwas essen gehen und sich dann noch für eine oder zwei Stunden hinlegen."

Severus Augenbrauen zogen sich drohend zusammen und er funkelte den Heiler gefährlich an, „Erpressen Sie mich gerade, Mister Clement?"

„Aber natürlich", über das Gesicht des Heilers huschte ein flüchtiges Grinsen, „Ihre Frau hat mir mal gesagt, dass bei Ihnen nichts anderes wirkt!", und bevor Severus irgendetwas erwidern konnte, hatte Clement sich schon verabschiedet und war hinter der nächsten Ecke verschwunden.

Wider Erwarten hatte sich Severus wenigstens in Teilen dem ‚Wunsch' des Heilers gebeugt, was ihm nicht sehr schwer gefallen war, denn Ginny Potter kam mit einem riesigen Topf voll wunderbar duftender Suppe vorbei, mit der sie ihren Mann, ihren Bruder und natürlich auch den Tränkemeister versorgte. Sie schmeckte köstlich und Severus ließ sich sogar gerne ein zweites Mal nachschenken.

Als sie alle satt waren und Ginny die Speisen wieder verpackt hatte, schaute sie den müden Mann vor sich lange an, „Severus, Ihre Töchter fragen nach Ihnen", sie setzte sich ihm gegenüber.

Severus blickte traurig nickend in Ginnys dunkelbraune Augen, „Ich vermisse sie auch, sehr sogar."

„Ich weiß. Aber es wäre schön, wenn Sie das Ihre Mädchen auch wissen ließen."

„Soll ich eine Eule schicken?", überlegte Severus unsicher.

Ginny musste sich ein Lächeln mühsam verkneifen, der Professor konnte manchmal echt süß sein – etwas, was sie während ihrer Schulzeit mit einem Unbrechbaren Schwur bestritten hätte.

„Eine Eule wäre schon gut", meinte sie langsam.

„Aber nicht gut genug?", wollte Severus misstrauisch wissen.

„Nun, ich könnte mir denken", lächelte Ginny ihn warm an, „dass ein leibhaftiger Vater, mit starken Armen, breiter Brust und tröstender Stimme noch wesentlich besser ankommen würde."

Severus starrte eine Zeit die Tischplatte an, bevor er leise antwortete, „Sie haben recht, Ginny, ich komme vorbei, sobald es irgendwie geht!"

„Sehr gut, Severus, die Damen werden sich riesig freuen", war sich Ginny sicher, doch dann beugte sie sich beschwörend nach vorne, „aber warten Sie bitte nicht zu lange damit. Sie haben alle schreckliche Angst um ihre Mum. Lillian weint immer dann, wenn sie denkt, es sieht keiner und Sera hat gestern keine drei Worte mit uns gesprochen. Außerdem weiß ich von Minerva, dass Eileen überhaupt nicht mehr zu essen oder zu schlafen scheint."

Als sie Severus kummervollen Blick auffing, setzte sie entschuldigend hinzu, „Ich wollte Ihnen nicht noch mehr Sorgen aufladen, Severus, aber Hermine zieht Ihnen und mir das Fell über die Ohren, wenn sie erfährt, dass wir uns nicht ausreichend um die Mädchen gekümmert haben!"

Als ein freudloser Ton die einzige Antwort des Tränkemeisters blieb, stand sie auf und zog ihre Jacke an, „Ach und wo ich schon dabei bin, Ihnen weise Ratschläge zu erteilen. Ein Bad, eine Rasur und frische Sachen wären ebenfalls ganz in Hermines Sinne!", sie zögerte einen Augenblick, bevor sie murmelnd ergänzte, „obwohl sie ja auf Bärte steht!", dann seufzte sie leise und ergänzte: „Sagen Sie mir oder Harry Bescheid, wenn Sie etwas brauchen, wir besorgen es Ihnen."

Das bedrohliche Grollen, das jetzt zu hören war, ließ Ginny zügig das Weite suchen, man sollte sein Glück nicht überstrapazieren.

Mit steifen Gliedern erhob auch er sich, dabei spürte er das dumpfe Dröhnen in seinem Schädel wieder stärker, der stechende Kopfschmerz ging schon seit Tagen nicht mehr weg, da nützte auch kein Trank. Langsam nahm er sein Auf und Ab vor der Glasscheibe wieder auf, er hatte schon ganz vergessen, was er Heiler Clement mehr oder weniger zugesagt hatte.

Daher musste er auch etwas die Wahrheit verbiegen, als dieser ihn bei seiner Rückkehr am Nachmittag danach fragte, ob er seinen Bedingungen nachgekommen wäre.

„Wenn es sie so sehr interessiert, ich habe sogar zwei Teller Suppe gegessen und Madam Pomfreys Trank habe ich ebenfalls genommen", blaffte er ihn ziemlich unfreundlich an, Angriff war immer noch die beste Verteidigung.

„Sie sehen noch immer nicht besser aus", antwortete der Heiler völlig ungerührt, er kannte den finsteren Kerkerbewohner schon viele Jahre lang, „den nächsten Bann kann ich wirklich erst übermorgen sprechen."

„Sie sollten sich lieber beeilen, Mister Clement", lenkte Severus weiter geschickt ab, „nach meiner Uhr müssen die Herren Potter und Weasley in wenigen Minuten den Raum verlassen."

„Nun gut, aber nur mit wirklich viel Bauchweh!", gab er schließlich nach und schwenkte den Stab mit den mittlerweile schon bekannten Formeln und Formen.

Als das gelbe Licht jedoch dieses Mal Severus Körper traf, hätte auch ein Troll über ihn herfallen können, es wäre das gleiche Gefühl gewesen und hatte leider auch die gleiche Wirkung, denn erst sackte der Tränkemeister, sich fahrig an die Brust fassend, langsam und wie in Zeitlupe in die Knie, bevor er schließlich ganz zu Boden ging und tiefe Finsternis ihn wie einen weichen Kokon umfing. Heiler Clement gelang es gerade noch so ihn aufzufangen.

Als Severus wieder zu sich kam, war es dunkel und sein Kopf dröhnte immer noch, zudem fand er sich in seinem Bett in Hogwarts wieder. Er wollte schon wütend die Bettdecke wegziehen und sofort zurück zu Hermine flohen oder apparieren, als er den vertrauten Duft, der ihn umfing und die wohlbekannten Geräusche um ihn herum wahrnahm und er für einen kleinen, schwachen Augenblick dem riesig großen Verlangen nachgab, diese Normalität einfach zu genießen. Wie gerne hätte er geglaubt, dass alles wieder so wäre, wie vor dieser verfluchten Krankheit.

Sein Herz tat zudem einen wilden Hüpfer, als er sogar ein gleichmäßiges Atmen neben sich wahr zu nehmen glaubte. Hatte er vielleicht all das Grauen nur geträumt?

Er richtete sich langsam auf, alle seine Glieder taten ihm weh und sein Kopf nahm ihm diese Aktion auch recht übel. Als sich das Klopfen in seinem Schädel etwas abgeschwächt hatte, murmelte er ein leises „Lumos" und schaute hoffnungsvoll auf die linke Betthälfte.

Dichtes, langes, lockiges Haar lugte aus der Bettdecke. Aber er erkannte etwas enttäuscht, dass es schwarz war. Seine älteste Tochter Eileen hatte anscheinend mitbekommen, dass ihr Vater sich wieder in Hogwarts aufhielt und die Chance genutzt, ihm nahe zu sein. Vorsichtig zog er die Bettdecke etwas herunter und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht, dabei bemerkte er betroffen, dass ihr Gesicht noch feucht war und ihre Augen rot umrandet schienen. Sie hatte anscheinend geweint, etwas, das sie schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gemacht hatte. Ganz vorsichtig zog er sie etwas näher an sich heran und bettete ihren Kopf zärtlich in seiner Armbeuge. Als er sich wieder langsam und erschöpft in die Kissen zurücklegte, erwachte sie und ein feucht schimmerndes, schwarzes Augenpaar blickte ihn an.

„Dad, geht es Dir gut?", wisperte sie und schlang ihre Arme fest um seinen Hals.

„Aber ja, mein Schatz", log er ziemlich überzeugend, das Licht war hoffentlich nicht ausreichend genug, dass sie seine hohlen Wangen sofort erkennen konnte.

„Und Mum?"

„Es geht so", war seine ausweichende Antwort, „die Heiler sagen: ‚Den Umständen entsprechend'."

„Dad", ihre Stimme brach, als sie das Schluchzen nicht mehr unterdrücken konnte, „ich hab solche Angst!"

Nichts hätte Severus so entsetzen können, als seine sonst stets gefasste und beherrschte Tochter derart die Fassung verlieren zu sehen. Fest schloss er seine Arme um sie und zog sie ganz nah an sich heran.

„Scht, meine Große", versuchte er sie zu trösten und wiegte sie leicht in seinen Armen. Gerne hätte er ihr gesagt, dass sie keine Angst zu haben brauchte, aber das wäre sogar für einen Slytherin eine zu große Lüge gewesen, außerdem hatte sie sich bestimmt in der Zwischenzeit umfassend über die Krankheit ihrer Mutter informiert. Darin glich sie Hermine aufs Haar.

Er entschloss sich aus einem Impuls heraus, ihr die Wahrheit zu sagen und begann ihr leise und stockend von seiner eigenen entsetzlichen Angst und seiner Wut über die Hilflosigkeit, die er in sich fühlte, zu erzählen. Es schien zu helfen, denn Eileens Schluchzen wurde mit jedem Satz leiser und versiegte schließlich ganz, still hörte sie ihrem Vater zu.

„Es ist nicht schlimm, dass wir Angst haben, Eileen", versuchte er seine Ausführungen zusammenzufassen, „In den Zeiten des dunklen Lords hatte ich immer Angst und ich weiß, dass es Deiner Mutter, Onkel Harry und Onkel Ron, sogar Albus Dumbledore und Tante Minerva genau so ging. Angst zu haben ist kein Makel und schon gar kein Zeichen von Schwäche oder Feigheit. Entscheidend ist, dass man mit dieser Angst so umgeht, dass sie einen nicht wie einen Ganzkörperklammerfluch lähmt und man die wichtigen Dinge, die es zu tun gilt, nicht ausführen kann. Verstehst Du, was ich damit meine?", fragte er unsicher und schaute auf das aufmerksame Kindergesicht hinab.

Ein kleines Nicken war ihm Antwort genug um fortzufahren.

„Damals war es entscheidend, dass wir alle unsere Aufgaben im Kampf gegen Voldemort ausgeführt haben, dass Deine Mum, Harry und Ron die Horkruxe gesucht und vernichtet haben, egal ob sie gegen Drachen oder magische Feuer ankämpfen mussten, es war entscheidend, dass Tante Minerva auch ohne Albus den Orden geführt hat und es war eben auch wichtig, dass ich weiter meine Rolle so perfekt wie möglich gespielt habe, um den Lord zu täuschen und Dumbledores Plan gemeinsam mit Onkel Harry zu erfüllen."

„Und was ist jetzt entscheidend?", wollte Eileen zaghaft wissen.

Severus überlegte einen Augenblick, dann war er sich sicher, „Heute müssen wir alles dafür tun, dass Deine Mum nicht aufgibt!", erklärte er leise, „wir müssen sie anfeuern und ihr Mut machen, ihr zeigen, dass wir sie hier brauchen und dass wir für sie da sind und sie nie alleine lassen!"

„Wie beim Quidditch?", überlegte Eileen.

„Hm, ja, so ähnlich wie beim Quidditch, Fans sind wichtig, wenn die Spieler müde werden!", um Severus Mund zuckte ein winziges Lächeln. Seine Tochter kam schon auf Ideen!

Eine ganze Weile war es sehr still und der Tränkemeister glaubte schon, dass seine Tochter eingeschlafen wäre, aber als sie schließlich ihren Kopf zu ihm hindrehte, sah er ihre wache Entschlossenheit:

„Gut, ich werde morgen zusammen mit Sera und Lillian beraten, was wir für Mum und für Dich tun können!"

„Das ist eine wirklich hervorragende Idee!", lobte sie Severus und küsste ihren Scheitel. Eine riesengroße Welle der Zuneigung drohte ihn gerade zu überrollen, wenn er seine Älteste so sah. Zwar waren die Kopfschmerzen immer noch da, genau wie die bleierne Müdigkeit und seine Angst um seine Frau war auch nicht geschrumpft, aber trotzdem fühlte er sich seltsamerweise etwas befreiter und ruhiger.

„Übrigens", ließ sich Eileen noch mal vernehmen, „ich hätte Dich damals anstelle des dunklen Lords sofort durchschaut!"

„Ach ja", Severus hob spöttisch seine linke Augenbraue, „und warum hättest Du das an seiner Stelle gekonnt?"

„Weil ich Dich so furchtbar lieb habe!", flüsterte sie leise und küsste ihn ganz schnell und ganz leicht auf die Wange.

„Ich habe Dich auch furchtbar lieb, mein Schatz!", murmelte Severus eindeutig gerührt.

„Darf ich heute hier bei Dir bleiben?", wollte sie dann noch etwas unsicher wissen.

„Nun, ich, als Ihr Hauslehrer, Miss Granger-Snape, bestehe sogar darauf!", schnarrte er streng, was ihr ein kleines, frohes Kichern entlockte.

Sie hätte ihn wirklich sofort durchschaut, da war er sich sicher, genau wie seine anderen Kinder. Und seiner Frau konnte er auch schon lange nichts mehr vormachen, die Zeiten waren endgültig vorbei.

Diese bunte Ansammlung von Frauen waren definitiv das Beste, was ihm je passiert war und er würde alles, wirklich alles dafür tun, dass es ihnen gut gehen möge. Er zog Eileen noch etwas näher zu sich heran, um sein Kinn auf ihren Kopf zu legen und als ein tiefer Schlaf ihn wenig später überfiel, galt sein letzter Gedanke seiner Familie.