Disclaimer: JKR alles, ich nix, ihr nix – kein Geld, keine Anerkennung, kein NIX! ;)

A/N: Es weihnachtet sehr...! :D

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Arian sah Snape schon von Weitem in die Halle gleiten. Er schwebte vorbei an der Horde aufgeregt schnatternder Schüler wie ein unheilvoller Schatten und ließ sich schließlich auf seinem angestammten Platz nieder. Gestern Nacht war sie ihm nicht mehr auf der Patrouille begegnet, was sie allerdings auch nicht so sehr gestört hatte. Hoffentlich würde sie ihn während der Ferien nicht allzu oft zu Gesicht bekommen, denn Minerva hatte ihr erzählt, dass die Hauslehrer allesamt verpflichtet waren, in der Schule zu bleiben. Und Single-Lehrer sowieso. Warum sie das allerdings erwähnt hatte, war Arian ein einziges Rätsel.

Egal, morgen stand eh erst einmal der gefürchtete Shoppingtrip mit Daniel an und das bereitete ihr wahrlich schon genug Kopfzerbrechen. Je näher dieses Datum kam, desto lieber würde sie plötzlich an Drachenpocken erkranken, auch wenn das bedeutete, dass sie über die Feiertage auf der Nase liegen würde. Mit der Vorplanung waren sie bisher auf keinen grünen Zweig gekommen und sie konnte sich nur glücklich schätzen, dass sie ihre eigenen Einkäufe schon getätigt hatte.

Wider Erwarten wurde die Einkaufstour jedoch gar nicht ganz so schlimm. Zwar war der Herr Muggelkundeprofessor ungefähr das Letzte, was Entschlussfreudigkeit anging, doch im tiefen Schnee durch die bunt erleuchtete Winkelgasse zu stapfen, Punsch zu trinken und sich all die Kuriositäten anzusehen, machte dennoch für einige Stunden Spaß.

Als ihr langsam kühl wurde und sie noch immer kein passendes Geschenk für die zukünftige Mrs Shephark gefunden hatten, schleppte Arian ihren Kollegen kurzerhand in ein kleines, verramschtes Juwelierlädchen, das erst kürzlich hier eröffnet hatte und allerlei mehr oder weniger Hübsches aus Edelmetall in den unterschiedlichsten Formen und Farben anpries.

„Schau mal!", meinte Arian und zog Daniel zur ersten großen Schmuckauslage hinüber. Im Dämmerlicht des Winterabends schimmerten Silber, Gold und Edelsteine auf Ringen, Ketten und Armbändern um die Wette als wollten sie einen Schönheitspreis gewinnen.

Daniel wirkte recht unschlüssig, als sein Blick über die kleinen Schätze strich und Arian seufzte.

„Trägt Diane Schmuck?"

„Ja, schon, also… ich meine, ja, gerne, aber…"

‚Bitteschön, Professor Quirrell, hier wäre Konkurrenz für Sie!' „Gut, mag sie lieber Silber oder Gold? Und eher mit Edelsteinen oder ohne? Verzierungen? Was ist ihre Lieblingsfarbe?"

Das Gesicht ihres Kollegen verriet eindeutig, dass er nicht gedacht hatte, dass man beim Schmuckkauf so viel zu bedenken hatte.

„Also… Ich glaube, Di ist mehr der Gold-Typ, denke ich…"

Arian tat sich hart nicht mit den Augen zu rollen. „Was trägt sie denn normalerweise? Das wäre doch ein guter Indikator."

„Dann Gold. Vielleicht ein kleiner Edelstein… Moment, sind die echt?"

„Ja, und alles Handarbeit. Von einem renommierten Muggel-Goldschmied aus Niederösterreich. Steht über der Theke."

Vor Arians innerem Auge entstand das Bild einer stereotypen langbeinigen, blonden, blauäugigen Schönheit, die einem Modemagazin entstiegen hätte sein können. Falls die wirklich so oberflächlich war, wie es aus Daniels Erzählungen den Anschein machte, würden sie sicher ein perfektes Pärchen abgeben…

„OK. Und sie mag Rosa recht gerne…"

Volltreffer.

„Ooooh nein!", ging Arian schnell dazwischen. „Du kannst unmöglich Rosa und Gold kombinieren, wie kitschig sieht das denn aus! Hier, wie wär's denn damit?" Sie wies auf eine zarte Goldkette, an der ein Anhänger mit einem Amethyst hing, der so dunkel war, dass man ihn für schwarz halten könnte. „Der Preis ist auch nicht so verkehrt."

Mit gerunzelter Stirn und leicht benommenem Blick betrachtete Daniel die Halskette; gerade so als hätte er Schwierigkeiten damit, sich seine Freundin vor Augen zu rufen.

Arian kroch mittlerweile die Kälte regelrecht den Rücken hoch und sie sehnte sich nur noch nach Hogwarts vor ihr Kaminfeuer. Ohne Daniel, wohlgemerkt, und auch ohne Robbie. Kein anstrengendes Mannsvolk, einfach einen Abend lang die Stille genießen – war das zu viel verlangt? Sie wusste gar nicht, wann ihre Laune so umgeschwungen hatte, aber Fakt war, sie hatte keinen Nerv mehr durch jeden Laden der Winkelgasse zu dackeln und dumm zu gucken.

Endlich – es wurde aber auch Zeit! – entschied sich Daniel dafür, die Halskette zu nehmen und sie konnten in die Schule zurückkehren. Seine Einladung auf ein Glas Wein lehnte Arian höflich aber bestimmt ab und ließ sich, allein und befreit aufatmend, müde auf ihre Couch sinken. Was für ein Tag! Zum Glück hatte sie nicht wieder Aufsicht, diese Nacht hätte sie nicht wach überstanden.

Wie erschöpft sie tatsächlich gewesen war, merkte sie erst am nächsten Morgen, als sie völlig verspannt und in zerknittertem Zustand auf dem Sofa wieder aufwachte.

*OoOoO*

Die erste Ferienwoche nutzte Severus dazu, in aller Seelenruhe den Stoff für das nächste Trimester vorzubereiten, fiese Grundwissenstests zu erstellen (stets besonders beliebt nach der freien Zeit!) und für den Eigen- sowie Schulbedarf bis spät in die Nacht zu brauen. Der ein oder andere nächtliche Spaziergang durch die stillen Hallen Hogwarts' durfte selbstverständlich auch nicht fehlen.

Am Weihnachtsabend ließ er sich anstandshalber im Lehrerzimmer blicken (Albus mochte es ganz und gar nicht, wenn er sich den kompletten Tag über in den Kerkern verschanzte), doch nachdem er da nur ein giggelndes Frauenkränzchen vorfand, das sich begeistert um Minerva geschart hatte und allem Anschein nach bereits für Silvester plante, hielt er sich dort nicht lange auf. Ein Zwischenstopp im Slytherin-Gemeinschaftsraum wollte auch noch gemacht werden. Es war immer gut als Hauslehrer Präsenz zu zeigen - den Schülern tat es wohl zu wissen, dass jemand auf sie aufpasste, und gleichzeitig erinnerte es manche daran, dass sie wachsam beobachtet wurden und sich nicht alles herausnehmen konnten. Zum Glück waren von dieser Sorte nicht sonderlich viele in seinem Haus zu finden.

Als er schließlich in seinem Bett lag - der improvisierte Schlafanzug hatte nun endgültig einem alten, grauen Nachthemd weichen müssen, nachdem sich die Nähte im Schritt verabschiedet hatten (ein Einteiler war aber sowieso praktischer) - hatte er das Gefühl, einen weitestgehend unspektakulären Tag verlebt zu haben, was aufgrund des Datums einem kleinen Wunder glich.

In der Nacht träumte Severus, wie Dumbledore als Weihnachtsmann verkleidet über ihn herfiel und ihm Quirrells Turban zum Geschenk machte. Aus der Kopfbedeckung wuchs eine Gestalt und zuerst dachte Severus, es müsse sich um den Dunklen Lord handeln, der irgendwie an den Stein der Weisen gelangt war und nun wieder zu einem Körper gekommen war, doch dann erschien vor ihm das Abbild seiner Kollegin Llewelyn, die einen Stechpalmenzweig wie eine Keule schwang und sich mit grimmigem Gesichtsausdruck auf ihn zu bewegte...

Oh super. Jetzt war er natürlich wieder hellwach. Wie lang hatte er überhaupt durchgehalten? Severus tapste mit seinem Zauberstab in der Hand ins Wohnzimmer. Im Kamin war noch ein Rest Glut vorhanden, also konnte es nicht allzu lange her sein, dass er zu Bett gegangen war. Tatsächlich. Die Uhr zeigte im Licht seines Stabs vier Uhr morgens.

Seufzend wollte er sich auf den Rückweg machen, doch ein leises Plopp erregte seine Aufmerksamkeit: Zwei kleine Päckchen waren auf seinem Schreibtisch erschienen. Die Magie der Hauselfen war in der Tat faszinierend - sie wussten immer, welche Geschenke zu welcher Person mussten, welche noch in letzter Sekunde fertiggestellt werden mussten und welche der Schenker lieber persönlich übergeben wollte. Na, dann würde er mal...

"Frohe Weihnachten", murmelte Severus und ließ sich mit den knisternden Päckchen in seinen durchgesessenen Sessel sinken.

Das erste war von Albus - tada, selbstgestrickte Wollsocken. Nur schien es dem Schulleiter heuer schwer gefallen zu sein, sich auf eine Farbe festzulegen - die diesjährigen waren eine augenkrebserregende Mischung aus beißendem Rot und krätzigem Grün. Hmpf, wenigstens waren sie schön warm. Das war auch der einzige Grund, weshalb er sie nicht sofort in die Tonne kloppte.

Etwas ungeschickt lümmelnd zog er das neue Paar über seine eisigen Füße. Das von letztem Jahr (senfgelb) hatte leider schon Löcher an den großen Zehen und den Fersen und konnte so seinen Dienst nicht mehr zur völligen Zufriedenstellung erfüllen.

So, und was war das zweite? Oh... Wider Willen war er ein klein wenig gerührt: Pomona hatte ihm einen selbstgemachten Pfefferminztee geschickt. Das war neu.

Ein heimliches Lächeln stahl sich auf Severus' Gesicht. Es fühlte sich ungewohnt an und so kehrte er bald wieder zum gewöhnlichen Ausdruck zurück. Müsste er sich jetzt revanchieren? Er wüsste ja nicht mal wie, außerdem... Dumbledore würde eh etwas wie "Ach, nicht doch, mein Junge!" vom Stapel lassen und zu Pomona konnte er eventuell irgendwann mal in Ruhe gehen, wenn der ganze Trubel vorüber war.

Nun, dann konnte er sich zumindesterst einmal mental auf das Weihnachtsessen später vorbereiten. Eine wahre Schande war das schon, dass jeder so sehr auf diese Tradition bestand - er persönlich hätte das am liebsten schon lange abgeschafft... Vor sich hin sinnierend hockte Severus in der Kälte seiner Räume, sein Atem bildete kleine weiße Wölkchen, und doch hatte der Moment etwas ungemein Friedliches an sich. Seufzend entschloss er sich schließlich, sich anzukleiden und vor dem Frühstücken noch ein wenig zu lesen.

Wie vom Schulleiter nicht anders gewünscht, erschien Severus pünktlich zum Weihnachtsessen, wenn auch mit einer dezent finstereren Miene als normalerweise. Sein Weihnachtsgesicht. Die Große Halle strahlte in ihrem üblichen besorgniserregend weihnachtlichen Glanz mit den goldbehängten Tannen, den tiefgrünen Stechpalmenzweigen und dazu der verzauberten Decke, von der es dicke, weiße Flocken schneite. Der Duft der wahrhaft köstlich aussehenden Truthähne ließ sogar wie Severus das Wasser ein wenig im Mund zusammen laufen, obgleich er wirklich nicht allzu großen Wert auf diese Vögel legte. Daher machte er gute Miene zum bösen Spiel und probierte brav alles durch (gut, zugegebenermaßen war alles so schmackhaft wie im vergangenen Jahr, dementsprechend: ein Genuss!); nur von den Crackern hielt er sich lieber fern. Es reichte schon vollkommen zu sehen, wie die Schüler - oh nein, nicht Potter angucken! - ihren Spaß hatten und seine Kollegen mal wieder die letzte Unze Verstand verloren: Dumbledore in seinem Blumenhut wurde mal nicht mitgezählt, aber Minerva mit Zylinder war schon eine Sache für sich. Und wie viel musste sie von dem Punsch gehabt haben, dass sie, als Hagrid ihr im Suff einen Schmatzer auf die Wange drückte, tatsächlich errötete wie ein unreifes Schulmädchen?! Der Druiden-Weihnachtshorror in passender grellroter Robe lachte sich zusammen mit Aurora und Rolanda - beide ungeniert schlemmend - kaputt über einen Haufen versauter Witze, die ihren Weg aus den Crackern zu Filius gefunden hatten, auf dessen Kopf ein Hut in Form eines Obstkorbs balancierte. Merlin helfe! Hoffentlich war es bald vorbei!

Still und heimlich verputzte Severus zwei Scheiben Christmas Pudding mehr als sein Image des grantig-giftigen Tränkemeisters erlaubt hätte und leerte einen Kelch Wein hinterher. Im letzten Bissen stieß er auf etwas Hartes... Aus den Augenwinkeln stellte er sicher, dass ihn weder Schüler noch Lehrer beobachtete, als er einen silbernen Sickel in seine Serviette spuckte. Er war seltsam ergriffen davon. Dies war das allererste Mal, dass er je einen gefunden hatte. Nachdenklich schlossen sich seiner Finger um das Geldstück, während er sich erhob, um die Halle zu verlassen.

"Severus! Gehst du schon?", rief Dumbledore ihm fröhlich zu.

Severus hob nur eine genervte Augenbraue und schritt davon. Das war für gewöhnlich Antwort genug. Mehr verdiente dieser Überschwang an guter Stimmung auch nicht.

*OoOoO*

Vollgefuttert und glücklich wanderte Arian nach dem Weihnachtsessen plauschend mit ihren Kolleginnen zum Lehrerzimmer, um dort Geschenke auszutauschen und noch eine zweite Chance beim Eierpunsch zu bekommen.

Nachdem diese witzige Episode ebenfalls vorüber war, rief sie noch kurz per Flohnetzwerk bei ihrer Familie in Deutschland an und wünschte dort ein frohes Fest, bevor sie endlich zu Robbie apparieren konnte. Eigentlich hatten sie beide eine Einladung von Arians Mutter gehabt, die Weihnachtstage bei ihnen zu verbringen, doch irgendwie fühlte Arian sich nicht wohl bei der Vorstellung, Robbie dabei zu haben. Es passte einfach nicht.

Entschlossen schob sie diese etwas unangenehmen Gedanken beiseite, als sie die Treppen hinauf zur Wohnung ihres Freundes stieg. Er schien sie schon am Apparierplatz im Hinterhof des ausschließlich von Zauberern bewohnten Gebäudes gesichtet zu haben, denn die Eingangstür stand weit offen. Der Flur glomm in einladend dezentem Kerzenlicht, allerdings war kein Robbie in Sicht.

Neugierig und mit klopfendem Herzen trat sie ein - krach! Donnernd fiel die Tür hinter ihr ins Schloss. Arian schrak mit einem leisen Schrei zusammen, nur um rücklings in die Arme eines lachenden Robbie gerissen zu werden, der augenscheinlich hinter der Tür gelauert hatte.

"Frohe Weihnachten, Liebstes!", grinste er und küsste stürmisch ihren Hals.

Halb von dem Schreck erholt, huschte ein Lächeln über Arians Gesicht. "Frohe Weihnachten dir auch, du Schwachkopf! Musstest du die Begrüßung so gestalten?"

"Oooooch, sei doch nicht so", grummelte Robbie gespielt beleidigt und nahm ihr den Umhang ab, bevor er sie ins Wohnzimmer zog, wo ein bereits nadelnder Mini-Tannenbaum und ein Tisch mit Tee und ganz vielen verschiedenen Muggel- und Zauberer-Weihnachtsleckereien wartete - aus dem Supermarkt und dem magischen Äquivalent. "Schön, dass du endlich da bist, ich warte schon seit Stunden!"

Arian schluckte den Kommentar, dass sie ihm schon gefühlte tausend Mal geeult hatte, dass sie erst nach dem Essen auf Hogwarts kommen würde. Heute wollte sie es nicht auf unnötigen Streit ankommen lassen.

Insgesamt verbrachten sie einen recht schönen Abend. Sie redeten nicht viel, aber sobald sie redeten, hatte Arian das Gefühl es würde ein unterschwelliger Vorwurf in Robbies Worten mitschwingen. Als fühlte er sich vernachlässigt. Sie hatte wirklich überhaupt ganz und gar keine Lust auf Konfrontation, nur so war das beileibe nicht auszuhalten.

"Robbie - spuck's aus!", meinte sie ihn genervt, als er schon wieder eine Andeutung in ebenjene Richtung machte.

"Was denn?", entgegnete er, unzufrieden, dass er unterbrochen worden war.

"Na, was dein Problem ist, irgendwas stört dich doch oder du würdest nicht ständig so jammern!"

Robbies bisher noch einigermaßen fröhliche Miene verfinsterte sich von einer Sekunde auf die andere und ein verkniffener Ausdruck trat in sein Gesicht. "Merkst du das denn immer noch nicht? Du bist nur noch in dieser Schule, wir machen kaum noch was."

Daher wehte also der Wind. Mal wieder. "Ja, aber schau doch, Hogwarts ist ein Internat, da ist es doch klar, dass ich dort viel beschäftigt bin!", versuchte Arian ihm ruhig zu erklären.

"Dass du diesen Job überhaupt angenommen hast, find' ich zum Kotzen!", erwiderte er nur patzig. "Wir sehen uns nur noch einmal pro Woche, maximal, so viel kann doch gar nicht zu tun sein! Du bist mir zu viel weg!"

Arian spürte, wie es langsam begann in ihr zu brodeln. "Das ist wohl immer noch meine Entscheidung, oder?"

"Ich will das aber nicht - nein!"

Diese Aussage brachte das Fass zum Überlaufen: "Ich bin nicht dein Eigentum!", fauchte sie. "Ich kann selber entscheiden, was ich tue und lasse, und es ist mein Job!"

"Du bist so scheiße egoistisch, seit du da arbeitest!", kam der nächste Vorwurf daher.

"Aber du! Wer beschwert sich denn laufend, dass er angeblich zu wenig Aufmerksamkeit bekommt?!"

Abfällig sah Robbie sie an. "Du reißt ja alles an dich!"

"Soll heißen, bitteschön?!"

"Immer musst du im Mittelpunkt unserer Gespräche stehen! Immer langweilst du mich mit lahmen Stories aus dem Warzenschweinstall und dann... dann erzählst du noch von deinen Interaktionen mit jeglichem männlichen Personal...!"

"Also jetzt gehst du eindeutig zu weit!", fuhr Arian ihn an. "Wie kannst du nur so etwas sagen! Das klingt ja als würde ich mit jedem dahergelaufenen Penner in die Kiste steigen!" Robbie machte Anstalten, sie zu unterbrechen, doch das ließ sie nicht zu. "Ich habe keine Lust mit dir zu reden, solange du solche Sachen behauptest oder überhaupt erst denkst! Was glaubst du eigentlich, wer du bist! Ich gehe! Superfröhliche Weihnachten wünsche ich dir noch!" Und mit gerecktem Kinn sprang sie auf, griff sich ihren Umhang und stob unter lautem Türenschlagen aus dem Haus.

Zurück blieb ihr wütender Freund, der gerade noch sah wie sie in einem Wirbel aus Rot disapparierte. Die Freude auf weihnachtlichen Sex war ihm gründlich vergangen.

*OoOoO*

Severus hatte den Rest des Weihnachtstages wohlweislich in seinen Kerkern verbracht - in den ersten Jahren als Lehrer war er gelegentlich Opfer sehr schneeiger Streiche geworden und auch noch aus der eigenen Schulzeit war ihm so etwas unliebsam in Erinnerung geblieben. Wenn man mal ehrlich war, war kein Jahrgang in dieser Hinsicht anders, niemand konnte dem Schneebälle Werfen widerstehen, es schien das Jungvolk magisch anzuziehen. Das überdrehte Geschreie und Gejauchze hörte er aber auch hinter den dicken steinernen Wänden noch gut genug und es nervte ihn zum Teil fürchterlichst - Konzentrieren glich einer schieren Unmöglichkeit. Doch je später es wurde, desto leiser wurde auch das Schloss um ihn herum. Traumhaft. Allein an Träumen war nicht zu denken; Severus fühlte sich putzmunter, wenn auch recht unmotiviert, sich noch länger mit den erbärmlichen Aufsätzen der Schüler zu beschäftigen. Konnte er genauso gut durch die Gänge streifen und mögliche festtagsverseuchte Regelbrecher schnappen.

Im ersten Stock traf er auf Filch, der ihm mit einem unheilverkündenden Lächeln einen guten Abend wünschte - wie erleichternd, dass er kein Schüler mehr war!

Die Korridore waren ungewöhnlich ruhig, keine Menschen- oder Geisterseele lief ihm über den Weg - wahrscheinlich alle noch im Weihnachtsmodus... Systematisch wanderte er Stockwerk um Stockwerk hinauf, mit dem losen Ziel, dem Astronomieturm einen Besuch abzustatten. Aber schon im vierten Stock hörte er Schritte, die unmöglich zu einem Schüler gehören konnten. Das konnte ja nur Stress bedeuten...

"Professor!", schnaufte Filch, als er um die Ecke bog. "Sie sagten, ich solle Ihnen Bescheid geben, wenn jemand des Nachts herum streift und es war jemand in der Bibliothek - Verbotene Abteilung!"

Augenblicklich waren Severus' Sinne noch geschärfter als zuvor. War Quirrell unterwegs?

"Die Verbotene Abteilung? Sie können noch nicht weit sein, die kriegen wir!"

Eilig liefen sie in Richtung Bibliothek, Severus mit gezogenem und erleuchtetem Zauberstab. Dabei kamen sie durch den schmalen Gang, der das Zimmer mit dem Spiegel Nerhegeb beherbergte, und Severus erwischte sich dabei, wie sein Blick für einen kurzen Moment abgelenkt zu der Tür hinüber wanderte. Doch für sentimentale Gedanken war nun wirklich keine Zeit.

In der Verbotenen Abteilung angekommen grüßte sie ein kreischendes Geheul, das Severus eindeutig einem ihm leider schmerzlich bekannten Buch über schwarzmagische Folter zuordnen konnte. Es war schnell gefunden und zum Schweigen gebracht. Dann sah er sich um. Eine umgeworfene Lampe lag in der Nähe, noch etwas warm. Ansonsten keine Spur. Was sollte Quirrell mit dem Buch gewollt haben? Der Dunkle Lord wusste weiß Merlin genug fiese Foltermethoden, da brauchte es keinen jämmerlichen Wurm wie Quirrell, um Nachforschungen auf diesem Gebiet anzustellen! Das machte keinen Sinn. Viel eher war es nur ein dreister Schüler gewesen...

"Verdammt!", murmelte Severus und fixierte noch einmal jede dunkle Ecke des Raumes. Nichts. "Sie sind entwischt. Ich werde mich noch weiter umsehen." Er ließ Filch zwischen den finsteren Buchreihen stehen und führte seinen ausführlichen Rundgang fort, doch er konnte niemanden aufspüren.

Endlich erreichte er den Astronomieturm, sein Rückzugsgebiet für schlaflose Nächte, oder wenn er dringend nachdenken musste. Hier konnte er meist allein und ungestört sein. Doch nicht so heute: An der Brustwehr, dunkel gegen den glimmernden Mondschein, stand eine kleine Frauengestalt, deren langes Haar im eisigen Nachtwind leicht flatterte. Heute blieb ihm aber auch nichts erspart...! Wollte sie nicht eigentlich bei ihrem Lover sein? Und flixe Entscheidungsänderung hin oder her - warum musste sie ausgerechnet auf seinem Turm auftauchen?!

"Was machen Sie denn hier?", blaffte er sie an und kam mit bedrohlich düsterem Gesichtsausdruck näher.

Arian zuckte zusammen und fuhr herum. Als sie den nächtlichen Besucher erkannte, schnaubte sie: "Ach Himmel, nicht auch noch Sie zusätzlich zu allem anderen!"

Severus musterte sie. Waren das Tränenspuren auf ihren Wangen? Gigantisch, gleich würde sie wieder anfangen ihn zu beschimpfen...

"Sollten Sie nicht eigentlich woanders sein und Weihnachten auf ganz entsetzlich süße Art genießen?", ätzte er.

Sie wandte sich nur ab und schwieg. Tz, das Liebesleben schien ja hervorragend zu laufen!

„Lassen Sie mich in Ruhe!", forderte Arian, als sie bemerkte, dass Snape ein paar Minuten später immer noch ein Stück entfernt von ihr herumstand.

„Ihre Anwesenheit stört meine Konzentration", erwiderte Severus nur garstig und beschoss sie mit einem bösen Blick.

„Ist ja gut, ich werde mich auf die andere Seite des Turms stellen!", fauchte sie, stieß sich von der Balustrade ab und verschwand im Dunkeln, etwas wie „dämlicher Idiot" murmelnd.

Severus sah ihr nur kurz nach, verwundert über den fehlenden Kampfgeist. Und obwohl es ihn hochgradig ärgerte, gerade sie hier in seinem Revier angetroffen zu haben, so drängte sich doch der Gedanke in seinen Kopf, dass er dieses Weihnachten nicht die einzige einsame Seele im Schloss war.

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A/N: Bitte erwartet bis Dezember erstmal kein weiteres Kapitel, muss mich wirklich um den Adventskalender kümmern (ich faules Stück hatte seit März Zeit und habe bisher 3 Türchen...) und nebenher noch die Uni managen - Weihnachten war hier ja eh schon :P Danke für euer Verständnis ;)