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Kapitel 7 - Du hast aber einen süßen Popo!
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Ok, da er sich schon so vernachlässigt fühlt, hier seit langem mal wieder ein Disclaimer:
Auch wenn ich so viele ganz liebe Reviews gekriegt hab -knuddelaneuchalle- bin ich immer noch arm wie eine Kirchenmaus und hab Roman Polanski seine Vampire noch nicht abkaufen können. Lediglich Alfons und Karolina hab ich ein hübsches Zimmer bei mir eingerichtet, aber deswegen sind sie auch nicht folgsamer als die anderen -gg-
Und da sich diesmal alle gewehrt haben, sich beim Einkaufen ein bisschen zu beeilen, folgt jetzt ein extralanges Kapitel und der Strandausflug wird aufgeschoben (aber nicht aufgehoben...).
Aber beginnen wir mit unserer Liveübertragung aus Venedig ... drei ... zwei ... eins ...
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Ohne Rücksicht auf Verluste schleifte Alfons den immer noch verschlafenen Herbert die Treppe hinunter. Sarah und Karolina hatten sich mit Alfred zusammengesetzt und wollten gerade seine Meinung zu verschiedenen Bikinis hören, die auf dem Tisch ausgebreitet waren.
Herbert versuchte anzuhalten, um seine Schwester zu begrüßen, aber Alfons schliff ihn unbarmherzig weiter zum Ankleidezimmer.
Er warf ihm ein schreiend buntes Hemd ("Was ist das denn?! Das kann ich nicht anziehen!") und eine enge Wildlederhose ("Doch nicht am Strand!!") entgegen, ignorierte jeden Protest und begann Herberts Sachen nach einer Badehose zu durchwühlen.
"Das ist doch nicht dein Ernst, Herbert!" Alfons hatte inzwischen den Boden des Koffers erreicht und den gesamten Inhalt im Zimmer verteilt. Was er in der Hand hielt war eine uralte, zerschlissene kurze Hose, der man deutlich ansah, dass sie schon ein paar Jahre zu lang in Gebrauch war.
"Das ist nicht meine, die gehört Alfred!", verteidigte der angesprochene Vampir seinen Modegeschmack.
"Und wo ist deine?" "Ich hab keine." "Wie jetzt?" "Alfons, du weißt doch wie es in Transilvanien um Badeseen steht. Die sind stärker vom Aussterben bedroht als Rotnasenfledermäuse! Wozu brauche ich da eine Badehose?"
Alfons seufzte und warf die Kleidungstücke mehr schlecht als recht zurück in den Koffer. Dann warf er Herbert einen kritischen Blick zu. "Du bist ja immer noch im Nachthemd." "Krieg ich keine Unterhose?"
Alfons schien die Bitte in der Tat kurz zu überdenken, doch dann zog er etwas aus der Tasche, bei dem sogar Herbert rote Ohren bekam. "Was ist das denn?!" "Mein Willkommensgeschenk! Man nennt es Tanga. Und jetzt beeil dich, wir müssen los!" Herbert zog eine Augenbraue nach oben und machte nach wie vor keine Anstalten, sich anzuziehen.
"Welpe! Rein in die Klamotten!" "Erst krieg ich eine ordentliche Unterhose." "Abgelehnt." Zu weiteren Protesten hatte Herbert keine Gelegenheit mehr. Alfons packte ihn kurzerhand am Schlafittchen, zog ihm das Nachthemd über den Kopf und bemühte sich, Herbert in die ausgesuchten Sachen zu bekommen. Bis der es schaffte, sich aus dem Griff des Älteren zu befreien, steckte er bereits in Hemd und Tanga und Alfons versuchte, seine strampelnden Beine in die Hose zu zwängen.
"He ihr Beiden, nehmt euch ein Zimmer oder beeilt euch ein bisschen, wir wollen los!" Die rangelnden Vampire sahen überrascht zu Karolina auf, die sich grinsend in der Tür positioniert hatte.
"Lina!" Fröhlich sprang Herbert auf - und dachte sogar noch daran seine Hose zuzuknöpfen - um seiner Schwester um den Hals zu fallen. "Wie um alles in der Welt hast du es so schnell von Schottland bis hierher geschafft?!"
Lächelnd erwiderte sie die Umarmung. "Habe ich gar nicht. Jonathan und ich waren auf einer Fahrt durch die Alpen, als dein Brief ankam. Es war also nur ein Katzensprung ..." Begeistert plaudernd schlenderten die Beiden Arm in Arm aus dem Gasthof.
Alfons wandte sich an Sarah und Alfred. "Wenn ich bitten dürfte, werte Lady, süßer Jüngling. Gestattet mir, euch in die Geheimnisse venezianischer Shoppingkultur einzuweihen."
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Wenig später wurden die fünf von einer Kutsche vor einem der größten Gebäude abgeliefert, die Sarah je gesehen hatte. Staunend betrachtete sie die vielen farbigen Fenster und kunstvollen Verzierungen am Mauerwerk. Alfred war nicht weniger begeistert. "Was ist das hier? Ein Palast?"
"Sozusagen. Der ‚1001 Nacht Shopping Palast'. Hier gibt es so ziemlich alles, was ein Vampir sich wünschen kann. Und sie haben 24 Stunden lang geöffnet. Wollen wir?" Herbert ergriff Alfreds Arm und führte ihn durch die gigantische Eingangstür. Der junge Wissenschaftler war so in Erstaunen versunken, das er nicht einmal an Gegenwehr dachte.
Um sie herum wimmelte es von Vampiren, die schnell das eine oder andere kaufen wollten oder auch solchen, die ganze Wagenladungen an Einkaufstüten mit sich herumschleppten. Es gab sogar einen Eisverkäufer, wie Sarah entzückt feststellte.
"Später", versprach ihr Karolina. "Erstmal haben wir etwas anderes vor."
In der Tat schienen sie und Alfons diesen kleinen Ausflug bereits geplant zu haben, denn als sie ein Geschäft mit dem Namen "Kleidung für jede Gelegenheit" betraten, war sofort ein junger Verkäufer zur Stelle. "Sehr schön, wir haben sie schon erwartet! Bitte sehen Sie sich um und wenn Sie etwas brauchen...."
Alfons nahm ihn zur Seite um einige Worte mit ihm zu wechseln, während Karolina die drei zu einer kleinen Sitzecke für erschöpfte Kunden führte. "Also, passt auf. Ich habe mit Vater abgesprochen, dass ihr zwei ...", sie nickte zu Sarah und Alfred, "... dringend etwas zum Anziehen braucht. Das heißt mit anderen Worten, wir gehen hier nicht wieder raus, bevor nicht jeder von euch mindestens drei Sätze Klamotten hat: ein Partyoutfit und eins für den Alltag und nicht zu vergessen ein Strandoutfit."
Amüsiert beobachtete sie die unterschiedlichen Reaktionen ihrer neuen Schützlinge. Sarah schien hell auf begeistert von der Idee, Alfred sah aus, als hätte sie gerade seine Hinrichtung bekanntgegeben.
Und Herbert, nun ihr Bruder schien zwar nicht abgeneigt aber zumindest misstrauisch zu sein.
"Keine Sorge," beeilte sie sich ihm zu versichern, "Du darfst dir auch etwas aussuchen."
Sarah und Herbert wollten sich gerade auf die Regale stürzen, als Karolina sie mit einer entschiedenen Geste zurück auf ihre Plätze schickte. "Nicht so schnell! Wir wollen doch nicht den armen Alfred ganz allein lassen, oder?" Sie zog einen leeren Würfel aus ihrer Tasche und das verspielte Funkeln in ihren Augen erinnerte sehr an ihren kleinen Bruder. Schnell kritzelte sie ein ‚A', ein ‚S' und ein ‚H' auf den Würfel und erklärte die Spielregeln.
"Also, der, der zuerst gewürfelt wird, wird eingekleidet, der zweite darf ihm beim Aussuchen helfen. Also wollen wir mal sehen..."
Gespannt starrten die drei Vampire auf den Würfel, bis er schließlich zum Stillstand kam. Oben lag die A-Seite.
Alfred schaute mindestens so entsetzt, wie Sarah und Herbert enttäuscht, aber der Würfel hatte kein Erbarmen: Herbert sollte die Sachen für ihn aussuchen.
"Na dann wollen wir mal!" Scheinbar hatte der Sohn des Grafen wieder zu seiner alten Fröhlichkeit zurückgefunden, denn sie hatten kaum ein paar Schritte getan, als Alfred auch schon eine eingehende Typberatung verpasst bekam.
"Na wenn das mal gutgeht bei jemandem, der auf Schleifen und Rüschen steht.", murmelte Sarah vor sich hin.
"Oh, ich habe vollstes Vertrauen, dass er Alfred schon anständig rausputzen wird."
Sarah zuckte zusammen. Sie hatte ganz vergessen, dass Karolina ja immerhin Herberts Schwester war. Sie schien ihr die Bemerkung aber nicht übel zu nehmen, vielmehr zwinkerte sie Sarah verschwörerisch zu. "Jetzt haben sie wenigstens keine Chance mehr, sich aus dem Weg zu gehen."
"Wie jetzt? Du hast geschummelt, damit die beiden zusammen losziehen mussten??"
Karolina legte einen Finger auf die Lippen und setzte ein vielsagendes Lächeln auf. "Von allein würden sie doch eh nicht auf die Sprünge kommen. Und nach dem was Vater und du von gestern erzählt haben, brauchen sie dringend etwas Nachhilfe."
Sarah musste zugeben, dass sie baff war.
Hinter ihnen tauchte Alfons auf und stellte ihnen zwei Gläser mit kaltem Blutorangensaft und Trinkstäbchen vor die Nase. "Ich bin sofort wieder da, muss nur schnell die Kutsche zum Strand bestellen."
Kaum war er wieder außer Hörweite, konnte Sarah ihre Neugier nicht mehr im Zaum halten. "Karolina? Darf ich dich mal was fragen?"
Sie nickte und rührte etwas geistesabwesend in ihrem Glas herum. "Nur zu." "Was läuft eigentlich zwischen Alfons und Herbert?"
Ein breites Grinsen versicherte ihr, dass die Frage keineswegs als so unhöflich aufgenommen worden war, wie sie befürchtet hatte. "Du meinst ob sie zusammen sind? Nein, das ist schon eine Ewigkeit her. Jetzt sind sie so eine Art beste Freundinnen."
"Aber sie waren mal?"
"Ja, allerdings. Die große Liebe." Karolina beugte sich ein wenig zu ihr, damit keiner der anderen etwas von ihrem Gespräch aufschnappte. "Weißt du, Alfons war damals derjenige, der Herbert gebissen hat." "WAS?!" Sofort besann sich Sarah wieder und sprach etwas leiser. "Und trotzdem hat sich Herbert in ihn verliebt?"
"Nun, wenn ich das richtig sehe, ist es zwischen dir und Vater genauso." Sarah spürte, wie sie rot anlief. Dankbar bemerkte sie, dass Herbert und Alfred in diesem Moment zwischen den Kleiderstapeln wieder auftauchten, um ihre erste Beute zu präsentieren.
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"Was meint ihr zu dem hier?" Stolz strich Alfred den schwarzen Anzug glatt, den er anprobieren sollte.
Sarah war die erste, die sich zu Wort meldete. "Ich finde ihn ein bisschen zu ernst." "Ja, er lässt dich so streng aussehen," stimmte auch Karolina zu.
Entnervt verdrehte Alfred die Augen, verschwand aber sofort wieder mit neuer Begeisterung in der Kabine.
"Wann hat der Junge eigentlich seine Leidenschaft fürs Shoppen entdeckt?" Alfons schlürfte mittlerweile an seinem zweiten Orangensaft und Herbert hatte sich selig schlummernd gegen seine große Schwester gelehnt.
Kein Wunder, dass er erschöpft war, nach dem Streit den er sich gerade mit Sarah geliefert hatte. Karolina und Alfons hatten die beiden Vampire mit Gewalt voneinander fernhalten müssen, während diese den Modegeschmack des jeweils anderen - zugegeben sehr fantasievoll - beleidigten.
Grund für den Streit war eine blaue Badehose gewesen, die Alfred ihnen vorgeführt hatte. (Sarah hatte darauf bestanden, dass sie in rot viel besser aussehen würde.)
Karolina hatte sie schließlich damit abgelenkt, dass sie die weiteren Einkaufspärchen auswürfelte. Sarah sollte für Herbert aussuchen und Alfred würde die Ehre zuteil werden, Sarah einzukleiden.
Momentan stand ihm aber eher der Sinn danach, die vielen Hemden, Hosen und Jacketts anzuprobieren, die Herbert für ihn ausgewählt hatte...
...
"Und wie ist das hier?"
Alfons, Karolina und Sarah starrten Alfred mit heruntergeklappten Kinnladen an, worauf er prompt wieder zu seiner üblichen Unsicherheit zurückfand. "Nicht gut?"
Er trug eine tiefschwarze Stoffhose und darüber ein elegant geschnittenes, tailliertes Hemd, das am Kragen ebenfalls schwarz war, dann jedoch in das dunkelste weinrot überging, das Sarah je gesehen hatte.
Die Haare hatte Alfred locker mit den Fingern zurück gekämmt, so dass man ihn kaum wiedererkannte. Ein ebenfalls pechschwarzer Samtumhang, gefüttert mit dunkelrotem Satin, vervollständigte das Bild.
Karolina schüttelte erstaunt den Kopf. "Alfi, wenn Herbert wach wäre, müsste ich ihn wahrscheinlich festketten."
Alfons ging ein paar Schritte auf Alfred zu, um ihn eingehender betrachten zu können. Karolina konnte förmlich sehen, wie sich in seinem Kopf eine Idee zu formen begann.
"Das ist perfekt. Genau das was wir brauchen, oder Karo?"
Sarah und Alfred schauten verwirrt zwischen den beiden hin und her.
"Na für die Party!", versuchte Alfons zu erklären. "Pssst!" Vorsichtshalber hielt Karolina ihrem Bruder die Ohren zu. "Das können wir später noch besprechen!"
"Na gut, na gut ... dann ... ab in die Kabine, Alfred, und raus aus dem Outfit. Das darf Herbert nicht an dir sehen, sag ihm einfach es hätte nicht gepasst, wenn er fragt."
"Und was jetzt?" "Ganz einfach. Weck den Kleinen auf. Sarah? Du kannst ja schon mal mit ihm Klamotten suchen gehen."
Alfred fühlte sich jetzt aber doch etwas überrumpelt. "Darf ich nicht einmal die Badehosen fertig anprobieren?" Sarah schenkte ihm ein fröhliches Grinsen und half, Herbert wachzurütteln. "Das kannst du ja dann mit Herbert zusammen machen."
Der blonde Vampir hatte allerdings kaum Zeit die Augen zu öffnen, da zerrte Sarah ihn schon zu den Regalen.
------------------------
"Was für eine Party meint ihr?" Noch immer verwirrt - und nur in Unterhose - kam Alfred wieder aus der Umkleidekabine und setzte sich zu Karolina und Alfons.
Die sahen sich vorsichtig um, ob Herbert auch nicht in Hörweite war.
"Ich weiß nicht, ob er es dir gesagt hat, aber Herbert hat in vier Tagen Geburtstag." "Geburtstag? Oder der Tag an dem er gebissen wurde?"
Alfons zuckte mit den Schultern. "Ist egal, ist beides der dritte Juni."
"Naja jedenfalls wird er in vier Tagen genau 300 Jahre alt. Und wir wollten für ihn eine Überraschungsparty organisieren."
Alfred wurde sofort wieder skeptisch. "Und wer ist eingeladen?"
"Na wir beiden, du, Sarah und ..." "Und?" "Und ein paar von Herberts Freunden." "Was versteht ihr unter ein paar Freunden??"
"Also ..." Karolina sah etwas unsicher zu Alfons hinüber. "Mit Sarah und dir ist die Gästeliste bei ... 219."
"220", korrigierte Alfons. "Du hast den Tod vergessen." "Ich dachte der ist schon zu einer Hochzeit eingeladen..." "Ich weiß, aber er wollte trotzdem mal vorbeischauen."
"Der ... WAS?"
Karolina versuchte Alfred wieder zu beruhigen. "He, so schlimm ist er auch nicht. Außerdem hast du nichts mehr vor ihm zu befürchten."
"Also gut." Alfred atmete einmal tief durch. "Und welche Rolle spiele ich dabei?"
"Das ganze wird ein Maskenball. Und du der Überraschungsgast. Bist du dabei?"
"Wie jetzt? Ich hüpfe bestimmt nicht aus der Torte!"
"Nein, das sollst du auch nicht. Du sollst nur mit Herbert tanzen." Alfred stöhnte.
"Oh, bitte. Du weißt doch, dass Herbert in dich verliebt ist. Er ist nunmal mein kleiner Bruder."
"Gibt es irgend etwas wichtiges?" Sarah und Herbert kamen mit beiden Armen voller Sachen wieder zu der kleinen Sitzecke zurück.
"Nein, nein, Zeit für die Badehosen!" Fröhlich wie immer schubste Sarah den verdatterten Alfred zurück in die Kabine.
Herbert blieb davor stehen und sah Sarah mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Und wo soll ich mich umziehen?" Sarah blickte sich um. "Also entweder hier oder bei Alfred. Eine andere Kabine ist nicht frei."
Prompt steckte Alfred den Kopf heraus. "Also hier drinnen auf keinen Fall!"
"Na gut, dann eben hier." Sarah setzte sich zu Karolina und schaute erwartungsvoll zu Herbert. Der machte jedoch keine Anstalten, sich umzuziehen.
"Seit wann bist du so schüchtern? Es sind doch nur Sarah, ich und Alfons hier. Und die Unterhose kannst du ja drunter lassen."
Alfons, der gerade an seinem Saft nippen wollte, verschluckte sich prompt und versuchte hustend wieder zu Atem zu kommen - und dabei sein Grinsen möglichst gut zu kaschieren.
Herbert dankte ihm den Ausrutscher mit einem vernichtenden Blick, sah jedoch ein, dass es hier so schnell kein Entkommen gab.
Widerwillig begann er, seine Hose aufzuknöpfen.
Er brauchte Sarah gar nicht erst ansehen, ihr Kichern sagte mehr als genug - ‚Typisch kleine Mädchen', fluchte Herbert innerlich. Aber auch Karolina musste an sich halten, um dem armen Vampir die Situation nicht noch unangenehmer zu machen. Sarah schien solche Zurückhaltung aber offensichtlich nicht angebracht. "Herbert, du trägst TANGAS?!?! Weiß das dein Vater?", kicherte sie. Herbert verkniff sich einen Kommentar und streckte die Hand nach der Badehose aus, die Sarah ihm hatte geben wollen. Allerdings schien das Schicksal nicht gewillt zu sein, ihm heute Nacht irgend etwas leichter zumachen.
"Was ist denn das?!" Entsetzt drehte Herbert sich zu dem schockiert dreinschauenden Alfred um.
"He, hör mal, jetzt ... jetzt glaub bloß nicht, das ich sowas immer anhabe ..."
Doch gnädigerweise sprang Alfons für seinen Welpen in die Bresche. "Jetzt beruhigt euch wieder! Ich hab ihm das Ding heute erst geschenkt und ihn überredet es anzuziehen. Sarah, nun gib ihm schon die Badehose."
Noch immer bis über beide Ohren grinsend tat Sarah wie geheißen. Allerdings nicht ohne Herbert vorher noch einmal koketten Zuzuzwinkern. "Immerhin hast du einen verdammt süßen Popo."
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Und hier machen wir eine kleine Verschnaufpause, meine Tastatur ist schon ganz abgenutzt -gg-
Ich bin gespannt auf eure Meinung!
Kapitel 7 - Du hast aber einen süßen Popo!
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Ok, da er sich schon so vernachlässigt fühlt, hier seit langem mal wieder ein Disclaimer:
Auch wenn ich so viele ganz liebe Reviews gekriegt hab -knuddelaneuchalle- bin ich immer noch arm wie eine Kirchenmaus und hab Roman Polanski seine Vampire noch nicht abkaufen können. Lediglich Alfons und Karolina hab ich ein hübsches Zimmer bei mir eingerichtet, aber deswegen sind sie auch nicht folgsamer als die anderen -gg-
Und da sich diesmal alle gewehrt haben, sich beim Einkaufen ein bisschen zu beeilen, folgt jetzt ein extralanges Kapitel und der Strandausflug wird aufgeschoben (aber nicht aufgehoben...).
Aber beginnen wir mit unserer Liveübertragung aus Venedig ... drei ... zwei ... eins ...
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Ohne Rücksicht auf Verluste schleifte Alfons den immer noch verschlafenen Herbert die Treppe hinunter. Sarah und Karolina hatten sich mit Alfred zusammengesetzt und wollten gerade seine Meinung zu verschiedenen Bikinis hören, die auf dem Tisch ausgebreitet waren.
Herbert versuchte anzuhalten, um seine Schwester zu begrüßen, aber Alfons schliff ihn unbarmherzig weiter zum Ankleidezimmer.
Er warf ihm ein schreiend buntes Hemd ("Was ist das denn?! Das kann ich nicht anziehen!") und eine enge Wildlederhose ("Doch nicht am Strand!!") entgegen, ignorierte jeden Protest und begann Herberts Sachen nach einer Badehose zu durchwühlen.
"Das ist doch nicht dein Ernst, Herbert!" Alfons hatte inzwischen den Boden des Koffers erreicht und den gesamten Inhalt im Zimmer verteilt. Was er in der Hand hielt war eine uralte, zerschlissene kurze Hose, der man deutlich ansah, dass sie schon ein paar Jahre zu lang in Gebrauch war.
"Das ist nicht meine, die gehört Alfred!", verteidigte der angesprochene Vampir seinen Modegeschmack.
"Und wo ist deine?" "Ich hab keine." "Wie jetzt?" "Alfons, du weißt doch wie es in Transilvanien um Badeseen steht. Die sind stärker vom Aussterben bedroht als Rotnasenfledermäuse! Wozu brauche ich da eine Badehose?"
Alfons seufzte und warf die Kleidungstücke mehr schlecht als recht zurück in den Koffer. Dann warf er Herbert einen kritischen Blick zu. "Du bist ja immer noch im Nachthemd." "Krieg ich keine Unterhose?"
Alfons schien die Bitte in der Tat kurz zu überdenken, doch dann zog er etwas aus der Tasche, bei dem sogar Herbert rote Ohren bekam. "Was ist das denn?!" "Mein Willkommensgeschenk! Man nennt es Tanga. Und jetzt beeil dich, wir müssen los!" Herbert zog eine Augenbraue nach oben und machte nach wie vor keine Anstalten, sich anzuziehen.
"Welpe! Rein in die Klamotten!" "Erst krieg ich eine ordentliche Unterhose." "Abgelehnt." Zu weiteren Protesten hatte Herbert keine Gelegenheit mehr. Alfons packte ihn kurzerhand am Schlafittchen, zog ihm das Nachthemd über den Kopf und bemühte sich, Herbert in die ausgesuchten Sachen zu bekommen. Bis der es schaffte, sich aus dem Griff des Älteren zu befreien, steckte er bereits in Hemd und Tanga und Alfons versuchte, seine strampelnden Beine in die Hose zu zwängen.
"He ihr Beiden, nehmt euch ein Zimmer oder beeilt euch ein bisschen, wir wollen los!" Die rangelnden Vampire sahen überrascht zu Karolina auf, die sich grinsend in der Tür positioniert hatte.
"Lina!" Fröhlich sprang Herbert auf - und dachte sogar noch daran seine Hose zuzuknöpfen - um seiner Schwester um den Hals zu fallen. "Wie um alles in der Welt hast du es so schnell von Schottland bis hierher geschafft?!"
Lächelnd erwiderte sie die Umarmung. "Habe ich gar nicht. Jonathan und ich waren auf einer Fahrt durch die Alpen, als dein Brief ankam. Es war also nur ein Katzensprung ..." Begeistert plaudernd schlenderten die Beiden Arm in Arm aus dem Gasthof.
Alfons wandte sich an Sarah und Alfred. "Wenn ich bitten dürfte, werte Lady, süßer Jüngling. Gestattet mir, euch in die Geheimnisse venezianischer Shoppingkultur einzuweihen."
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Wenig später wurden die fünf von einer Kutsche vor einem der größten Gebäude abgeliefert, die Sarah je gesehen hatte. Staunend betrachtete sie die vielen farbigen Fenster und kunstvollen Verzierungen am Mauerwerk. Alfred war nicht weniger begeistert. "Was ist das hier? Ein Palast?"
"Sozusagen. Der ‚1001 Nacht Shopping Palast'. Hier gibt es so ziemlich alles, was ein Vampir sich wünschen kann. Und sie haben 24 Stunden lang geöffnet. Wollen wir?" Herbert ergriff Alfreds Arm und führte ihn durch die gigantische Eingangstür. Der junge Wissenschaftler war so in Erstaunen versunken, das er nicht einmal an Gegenwehr dachte.
Um sie herum wimmelte es von Vampiren, die schnell das eine oder andere kaufen wollten oder auch solchen, die ganze Wagenladungen an Einkaufstüten mit sich herumschleppten. Es gab sogar einen Eisverkäufer, wie Sarah entzückt feststellte.
"Später", versprach ihr Karolina. "Erstmal haben wir etwas anderes vor."
In der Tat schienen sie und Alfons diesen kleinen Ausflug bereits geplant zu haben, denn als sie ein Geschäft mit dem Namen "Kleidung für jede Gelegenheit" betraten, war sofort ein junger Verkäufer zur Stelle. "Sehr schön, wir haben sie schon erwartet! Bitte sehen Sie sich um und wenn Sie etwas brauchen...."
Alfons nahm ihn zur Seite um einige Worte mit ihm zu wechseln, während Karolina die drei zu einer kleinen Sitzecke für erschöpfte Kunden führte. "Also, passt auf. Ich habe mit Vater abgesprochen, dass ihr zwei ...", sie nickte zu Sarah und Alfred, "... dringend etwas zum Anziehen braucht. Das heißt mit anderen Worten, wir gehen hier nicht wieder raus, bevor nicht jeder von euch mindestens drei Sätze Klamotten hat: ein Partyoutfit und eins für den Alltag und nicht zu vergessen ein Strandoutfit."
Amüsiert beobachtete sie die unterschiedlichen Reaktionen ihrer neuen Schützlinge. Sarah schien hell auf begeistert von der Idee, Alfred sah aus, als hätte sie gerade seine Hinrichtung bekanntgegeben.
Und Herbert, nun ihr Bruder schien zwar nicht abgeneigt aber zumindest misstrauisch zu sein.
"Keine Sorge," beeilte sie sich ihm zu versichern, "Du darfst dir auch etwas aussuchen."
Sarah und Herbert wollten sich gerade auf die Regale stürzen, als Karolina sie mit einer entschiedenen Geste zurück auf ihre Plätze schickte. "Nicht so schnell! Wir wollen doch nicht den armen Alfred ganz allein lassen, oder?" Sie zog einen leeren Würfel aus ihrer Tasche und das verspielte Funkeln in ihren Augen erinnerte sehr an ihren kleinen Bruder. Schnell kritzelte sie ein ‚A', ein ‚S' und ein ‚H' auf den Würfel und erklärte die Spielregeln.
"Also, der, der zuerst gewürfelt wird, wird eingekleidet, der zweite darf ihm beim Aussuchen helfen. Also wollen wir mal sehen..."
Gespannt starrten die drei Vampire auf den Würfel, bis er schließlich zum Stillstand kam. Oben lag die A-Seite.
Alfred schaute mindestens so entsetzt, wie Sarah und Herbert enttäuscht, aber der Würfel hatte kein Erbarmen: Herbert sollte die Sachen für ihn aussuchen.
"Na dann wollen wir mal!" Scheinbar hatte der Sohn des Grafen wieder zu seiner alten Fröhlichkeit zurückgefunden, denn sie hatten kaum ein paar Schritte getan, als Alfred auch schon eine eingehende Typberatung verpasst bekam.
"Na wenn das mal gutgeht bei jemandem, der auf Schleifen und Rüschen steht.", murmelte Sarah vor sich hin.
"Oh, ich habe vollstes Vertrauen, dass er Alfred schon anständig rausputzen wird."
Sarah zuckte zusammen. Sie hatte ganz vergessen, dass Karolina ja immerhin Herberts Schwester war. Sie schien ihr die Bemerkung aber nicht übel zu nehmen, vielmehr zwinkerte sie Sarah verschwörerisch zu. "Jetzt haben sie wenigstens keine Chance mehr, sich aus dem Weg zu gehen."
"Wie jetzt? Du hast geschummelt, damit die beiden zusammen losziehen mussten??"
Karolina legte einen Finger auf die Lippen und setzte ein vielsagendes Lächeln auf. "Von allein würden sie doch eh nicht auf die Sprünge kommen. Und nach dem was Vater und du von gestern erzählt haben, brauchen sie dringend etwas Nachhilfe."
Sarah musste zugeben, dass sie baff war.
Hinter ihnen tauchte Alfons auf und stellte ihnen zwei Gläser mit kaltem Blutorangensaft und Trinkstäbchen vor die Nase. "Ich bin sofort wieder da, muss nur schnell die Kutsche zum Strand bestellen."
Kaum war er wieder außer Hörweite, konnte Sarah ihre Neugier nicht mehr im Zaum halten. "Karolina? Darf ich dich mal was fragen?"
Sie nickte und rührte etwas geistesabwesend in ihrem Glas herum. "Nur zu." "Was läuft eigentlich zwischen Alfons und Herbert?"
Ein breites Grinsen versicherte ihr, dass die Frage keineswegs als so unhöflich aufgenommen worden war, wie sie befürchtet hatte. "Du meinst ob sie zusammen sind? Nein, das ist schon eine Ewigkeit her. Jetzt sind sie so eine Art beste Freundinnen."
"Aber sie waren mal?"
"Ja, allerdings. Die große Liebe." Karolina beugte sich ein wenig zu ihr, damit keiner der anderen etwas von ihrem Gespräch aufschnappte. "Weißt du, Alfons war damals derjenige, der Herbert gebissen hat." "WAS?!" Sofort besann sich Sarah wieder und sprach etwas leiser. "Und trotzdem hat sich Herbert in ihn verliebt?"
"Nun, wenn ich das richtig sehe, ist es zwischen dir und Vater genauso." Sarah spürte, wie sie rot anlief. Dankbar bemerkte sie, dass Herbert und Alfred in diesem Moment zwischen den Kleiderstapeln wieder auftauchten, um ihre erste Beute zu präsentieren.
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"Was meint ihr zu dem hier?" Stolz strich Alfred den schwarzen Anzug glatt, den er anprobieren sollte.
Sarah war die erste, die sich zu Wort meldete. "Ich finde ihn ein bisschen zu ernst." "Ja, er lässt dich so streng aussehen," stimmte auch Karolina zu.
Entnervt verdrehte Alfred die Augen, verschwand aber sofort wieder mit neuer Begeisterung in der Kabine.
"Wann hat der Junge eigentlich seine Leidenschaft fürs Shoppen entdeckt?" Alfons schlürfte mittlerweile an seinem zweiten Orangensaft und Herbert hatte sich selig schlummernd gegen seine große Schwester gelehnt.
Kein Wunder, dass er erschöpft war, nach dem Streit den er sich gerade mit Sarah geliefert hatte. Karolina und Alfons hatten die beiden Vampire mit Gewalt voneinander fernhalten müssen, während diese den Modegeschmack des jeweils anderen - zugegeben sehr fantasievoll - beleidigten.
Grund für den Streit war eine blaue Badehose gewesen, die Alfred ihnen vorgeführt hatte. (Sarah hatte darauf bestanden, dass sie in rot viel besser aussehen würde.)
Karolina hatte sie schließlich damit abgelenkt, dass sie die weiteren Einkaufspärchen auswürfelte. Sarah sollte für Herbert aussuchen und Alfred würde die Ehre zuteil werden, Sarah einzukleiden.
Momentan stand ihm aber eher der Sinn danach, die vielen Hemden, Hosen und Jacketts anzuprobieren, die Herbert für ihn ausgewählt hatte...
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"Und wie ist das hier?"
Alfons, Karolina und Sarah starrten Alfred mit heruntergeklappten Kinnladen an, worauf er prompt wieder zu seiner üblichen Unsicherheit zurückfand. "Nicht gut?"
Er trug eine tiefschwarze Stoffhose und darüber ein elegant geschnittenes, tailliertes Hemd, das am Kragen ebenfalls schwarz war, dann jedoch in das dunkelste weinrot überging, das Sarah je gesehen hatte.
Die Haare hatte Alfred locker mit den Fingern zurück gekämmt, so dass man ihn kaum wiedererkannte. Ein ebenfalls pechschwarzer Samtumhang, gefüttert mit dunkelrotem Satin, vervollständigte das Bild.
Karolina schüttelte erstaunt den Kopf. "Alfi, wenn Herbert wach wäre, müsste ich ihn wahrscheinlich festketten."
Alfons ging ein paar Schritte auf Alfred zu, um ihn eingehender betrachten zu können. Karolina konnte förmlich sehen, wie sich in seinem Kopf eine Idee zu formen begann.
"Das ist perfekt. Genau das was wir brauchen, oder Karo?"
Sarah und Alfred schauten verwirrt zwischen den beiden hin und her.
"Na für die Party!", versuchte Alfons zu erklären. "Pssst!" Vorsichtshalber hielt Karolina ihrem Bruder die Ohren zu. "Das können wir später noch besprechen!"
"Na gut, na gut ... dann ... ab in die Kabine, Alfred, und raus aus dem Outfit. Das darf Herbert nicht an dir sehen, sag ihm einfach es hätte nicht gepasst, wenn er fragt."
"Und was jetzt?" "Ganz einfach. Weck den Kleinen auf. Sarah? Du kannst ja schon mal mit ihm Klamotten suchen gehen."
Alfred fühlte sich jetzt aber doch etwas überrumpelt. "Darf ich nicht einmal die Badehosen fertig anprobieren?" Sarah schenkte ihm ein fröhliches Grinsen und half, Herbert wachzurütteln. "Das kannst du ja dann mit Herbert zusammen machen."
Der blonde Vampir hatte allerdings kaum Zeit die Augen zu öffnen, da zerrte Sarah ihn schon zu den Regalen.
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"Was für eine Party meint ihr?" Noch immer verwirrt - und nur in Unterhose - kam Alfred wieder aus der Umkleidekabine und setzte sich zu Karolina und Alfons.
Die sahen sich vorsichtig um, ob Herbert auch nicht in Hörweite war.
"Ich weiß nicht, ob er es dir gesagt hat, aber Herbert hat in vier Tagen Geburtstag." "Geburtstag? Oder der Tag an dem er gebissen wurde?"
Alfons zuckte mit den Schultern. "Ist egal, ist beides der dritte Juni."
"Naja jedenfalls wird er in vier Tagen genau 300 Jahre alt. Und wir wollten für ihn eine Überraschungsparty organisieren."
Alfred wurde sofort wieder skeptisch. "Und wer ist eingeladen?"
"Na wir beiden, du, Sarah und ..." "Und?" "Und ein paar von Herberts Freunden." "Was versteht ihr unter ein paar Freunden??"
"Also ..." Karolina sah etwas unsicher zu Alfons hinüber. "Mit Sarah und dir ist die Gästeliste bei ... 219."
"220", korrigierte Alfons. "Du hast den Tod vergessen." "Ich dachte der ist schon zu einer Hochzeit eingeladen..." "Ich weiß, aber er wollte trotzdem mal vorbeischauen."
"Der ... WAS?"
Karolina versuchte Alfred wieder zu beruhigen. "He, so schlimm ist er auch nicht. Außerdem hast du nichts mehr vor ihm zu befürchten."
"Also gut." Alfred atmete einmal tief durch. "Und welche Rolle spiele ich dabei?"
"Das ganze wird ein Maskenball. Und du der Überraschungsgast. Bist du dabei?"
"Wie jetzt? Ich hüpfe bestimmt nicht aus der Torte!"
"Nein, das sollst du auch nicht. Du sollst nur mit Herbert tanzen." Alfred stöhnte.
"Oh, bitte. Du weißt doch, dass Herbert in dich verliebt ist. Er ist nunmal mein kleiner Bruder."
"Gibt es irgend etwas wichtiges?" Sarah und Herbert kamen mit beiden Armen voller Sachen wieder zu der kleinen Sitzecke zurück.
"Nein, nein, Zeit für die Badehosen!" Fröhlich wie immer schubste Sarah den verdatterten Alfred zurück in die Kabine.
Herbert blieb davor stehen und sah Sarah mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Und wo soll ich mich umziehen?" Sarah blickte sich um. "Also entweder hier oder bei Alfred. Eine andere Kabine ist nicht frei."
Prompt steckte Alfred den Kopf heraus. "Also hier drinnen auf keinen Fall!"
"Na gut, dann eben hier." Sarah setzte sich zu Karolina und schaute erwartungsvoll zu Herbert. Der machte jedoch keine Anstalten, sich umzuziehen.
"Seit wann bist du so schüchtern? Es sind doch nur Sarah, ich und Alfons hier. Und die Unterhose kannst du ja drunter lassen."
Alfons, der gerade an seinem Saft nippen wollte, verschluckte sich prompt und versuchte hustend wieder zu Atem zu kommen - und dabei sein Grinsen möglichst gut zu kaschieren.
Herbert dankte ihm den Ausrutscher mit einem vernichtenden Blick, sah jedoch ein, dass es hier so schnell kein Entkommen gab.
Widerwillig begann er, seine Hose aufzuknöpfen.
Er brauchte Sarah gar nicht erst ansehen, ihr Kichern sagte mehr als genug - ‚Typisch kleine Mädchen', fluchte Herbert innerlich. Aber auch Karolina musste an sich halten, um dem armen Vampir die Situation nicht noch unangenehmer zu machen. Sarah schien solche Zurückhaltung aber offensichtlich nicht angebracht. "Herbert, du trägst TANGAS?!?! Weiß das dein Vater?", kicherte sie. Herbert verkniff sich einen Kommentar und streckte die Hand nach der Badehose aus, die Sarah ihm hatte geben wollen. Allerdings schien das Schicksal nicht gewillt zu sein, ihm heute Nacht irgend etwas leichter zumachen.
"Was ist denn das?!" Entsetzt drehte Herbert sich zu dem schockiert dreinschauenden Alfred um.
"He, hör mal, jetzt ... jetzt glaub bloß nicht, das ich sowas immer anhabe ..."
Doch gnädigerweise sprang Alfons für seinen Welpen in die Bresche. "Jetzt beruhigt euch wieder! Ich hab ihm das Ding heute erst geschenkt und ihn überredet es anzuziehen. Sarah, nun gib ihm schon die Badehose."
Noch immer bis über beide Ohren grinsend tat Sarah wie geheißen. Allerdings nicht ohne Herbert vorher noch einmal koketten Zuzuzwinkern. "Immerhin hast du einen verdammt süßen Popo."
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Und hier machen wir eine kleine Verschnaufpause, meine Tastatur ist schon ganz abgenutzt -gg-
Ich bin gespannt auf eure Meinung!
