Irgendjemand, der sich wohl nicht in der Bibliothek befand oder sich gut versteckte, hatte Scarlett mit einem Fluch belegt, der sie für kurze Zeit stumm werden ließ. Verschreckt darüber, das sie keinen Ton mehr heraus bekam, lief Scarlett so schnell sie konnte aus der Bibliothek in Richtung Krankenflügel. Hermines Herz schlug bis zum Hals. Irgendjemand war immer da, um ihr den Hals zu retten. Konnte es Harry sein? Nein, wahrscheinlich eher nicht, denn dieser war meistens eher mit Ginny beschäftigt und Ron schlug sich lieber den Bauch voll. Aber wer würde ihr sonst helfen? Darauf gab es wohl keine Antwort oder sie würde keine darauf finden. An weiter lernen, war jetzt eigentlich nicht zu denken. Da ihre Gedanken ganz woanders waren. Sie notierte sich noch schnell einige Dinge und verschwand dann wieder in die Richtung des Gryffindorturms. Doch es war keiner mehr wach, das wunderte Hermine etwas. 'Na gut, dann kann ich ja auch ins Bett gehen, ich bin müde...'
Sie machte sich auf den Weg nach oben und im Mädchenschlafsaal bettfertig. Als Hermine dann endlich im Bett lag, dauerte es nicht sehr lange und schon war sie im Land der Träume.
Die nächsten Wochen verliefen eher ruhig, Harry und Ron fiel mal wieder ein, das sie vielleicht langsam anfangen sollten zu lernen. Hermine dagegen ging die Sache etwas ruhiger an, da sie ohnehin täglich lernte. Inzwischen redete sie auch wieder mit den beiden, aber viel hatten Harry und Ron wohl nicht gelernt, durch Hermines Schweigen. Aber das war einfach nur typisch Mann.
Am Nachmittag wollten die Gryffindors gemeinsam ins Dorf, sich wieder mal mit Süßigkeiten eindecken. Aus Rücksicht begleiteten die Jungs Hermine heute ohne ihren Freundinnen. Denn auf deren Gesellschaft hatten die beiden keine Lust.
„Hoffentlich wird es bald wieder wärmer", murmelte Harry und rieb seine behandschuhten Hände aneinander. „Ach hab dich nicht so Harry, ihr seid solche Weicheier." Hermine kicherte und hielt sich die Hand vor den Mund, um ihr Kichern zu verbergen. Harry verzog das Gesicht. Das war ganz schön unhöflich, aber er verkniff sich den Kommentar.
„Man hört das Scarlett ständig hinter dir her ist", deutete Hermine an, worauf sie nickte. „Sie hat es schon einige Male versucht, aber jedes Mal war jemand da und hat sie entwaffnet. Ich weiß leider nicht wer, sonst würde ich mich bedanken." Die beiden Jungs legten, wie Hermine auch die Stirn grübelnd in Falten. „Vielleicht einer der Lehrer, aber das ist unlogisch, die würden sich ja zeigen und Scarlett Hauspunkte abziehen."
Hermine legte den Kopf schief. Damit hatte Ron schon recht. „Nun ja, wenn wir noch etwas warten, gibt sich mein anonymer Retter zu erkennen. Ich habe schon mit Professor McGonagall gesprochen. Sie hat mir gesagt, ohne Beweise und Zeugen kann sie nichts tun, ich soll den Gryffindorturm auch nicht mehr ohne Begleitung verlassen und, und... ihr kennt sie ja."
Auch wenn die beiden Freunde es nicht zugeben wollten, sie machten sich etwas Sorgen um Hermine, gerade weil Scarlett ihr gegenüber ziemlich unfreundlich war. Doch außer Hermine beschützen konnten sie erst einmal nichts tun. Draco hielt sich aus diesen Konflikten inzwischen heraus. Auch ihn hatte der finale Kampf ziemlich mitgenommen und natürlich musste der Slytherin letztendlich zugeben, das er viele auch sehr schwerwiegende Fehler gemacht hatte. Nun versuchte Draco sich ein Ziel zu setzen und darum zu kämpfen und das war eben sein Abschluss. Das Verhältnis zwischen ihm und Harry war jetzt auch nicht mehr so gespannt. Selbst Draco nervte Scarletts Größenwahn und nicht nur ihn, auch andere Slytherins hatten genug davon.
„Kommst du endlich?" fragte Scarlett gereizt. Sie wartete noch auf eine Freundin, mit der sie sich heute für einen gemeinsamen Spaziergang und anschließenden Kaffee verabredetet hatte. „Ich komm schon", brummte diese genervt und trotte langsam zu der arroganten Slytherin. „Das du auch immer so hetzen musst." Augenrollend schob Scarlett ihre Freundin heran. Das ihr bei den Angriffen auf Hermine immer jemand dazwischen funkte schmeckte ihr gar nicht, außerdem zeigte Scarlett dies, das Hermine anscheinend nicht so unbeliebt war, wie sie sich es erhoffte. Scarlett verachtete Schlammblüter, sie hatte vor Voldemorts Sturz diese … nach ihrer Meinung wertlosen Insekten zu gerne gequält. Auch sie wäre gerne eine von Voldemorts Anhängern geworden, doch hatte sie dazu keinen Mut. Aus Scham würde sie das aber auch nicht zugeben. Die anderen hätten sich wohl eher auch über sie lustig gemacht. Doch nun war alles vorbei und Scarlett würde nie zeigen können, was wirklich in ihr steckte. Die Slytherins mussten zusammen halten, doch nur eine kleine Gruppe teilte ihre Meinung. Das frustrierte Scarlett derart, das sie ihre Wut und den Frust an schwachen Schülern auslassen wollte. Irgendwann würde sie Hermine erwischen und sich für ihre Bloßstellung vor den anderen rächen.
Etappenweise tanzten zwei Finger über die Knöpfe des schwarzen Anzugs, der sich beherrscht langsam hob und senkte. „Entspann dich", säuselte die dunkelhaarige Frau, während sie mit einer Höllengeduld, das weiße Hemd darunter freilegte. Der Mann schien eher angespannt zu wirken, als wolle sich dieser gar nicht entspannen. Davon ließ sich die Dame nicht aus der Ruhe bringen, sie machte einfach mit dem weiter, womit sie angefangen hatte und das war eben den Mann von der störenden Kleidung zu befreien. Der Stoff war nur hindernd. Mit einem frechen Grinsen auf den Lippen, beugte sie sich über ihn und verschloss die Lippen des Mannes, mit einem gefühllosen Kuss. Nein, die Zärtlichkeit standen hier nun defentiv nicht an erster Stelle. Sondern eher die Lust der beiden. Das simple Druck ablassen. Sie schienen sich nicht abgeneigt, aber auch dies schien eher zweitrangig zu sein. Beide schenkten sich nichts mit dem was sie im spärlich beleuchteten Zimmer taten, dennoch waren beide sehr beherrscht, denn keiner gab einen Ton von sich. Es sollte ja nicht gleich jeder von diesem Date erfahren.
Nachdem der Druck abgelassen war, ließ sich der Mann neben die dunkelhaarige Frau in das alte Holzbett sinken. Ein Wunder das es gehalten hatte, bei dem was die beiden getan hatten.
Keiner von beiden wagte etwas zu sagen, vielleicht war das gerade auch besser so. „Du entschuldigst mich einen Augenblick, ich muss mich frisch machen", presste der Mann über seine angespannten Lippen. Die Dunkelhaarige erwiderte es mit einem leichten Nicken, worauf sie ihre Augen schloss.
Nach kurzer Zeit verließ der Mann das Bad, angezogen und geduscht.
„Du kannst ins Bad, ich bin fertig." Die Dame erhob sich ohne ein weiteres Wort und verschwand ohne ein weiteres Wort im Bad.
Natürlich fühlten sich beide etwas befreiter, obwohl der Akt doch sehr lieblos gewesen war. Sie hatten das bekommen, was sie wollten und nun würden beide wieder getrennte Wege gehen.
„Kommst du, wir sollten bezahlen und schleunigst verschwinden." Er nickte zustimmend, griff nach seinem wärmenden Umhang und folgte der dunkelhaarigen Frau aus dem Zimmer.
Scarlett stand mit ihrer Freundin und den neuen Errungenschaften in einer Seitengasse. „Ich wusste ja gar nicht das du so gerne Schokolade isst Scarlett", stellte ihre Freundin mit einem breiten Grinsen fest. „Tue ich eigentlich auch nicht, aber die hat mir meine Mutter mitgebracht, sie müsste eigentlich auch gleich hier sein, sie war noch verabredet mit einer ehemaligen Schulfreundin."
Das war auch wieder so etwas, was Scarlett nicht so gerne zugab. Aber wen ging das schon an? Niemanden!
„Genelia, ich muss wirklich zurück", murmelte der noch unbekannte Mann. Scarlett fuhr herum und sah ihre Mutter, die ihre Arme um den Hals eines anderen Mannes, der defentiv NICHT ihr Vater schlang und diesen leidenschaftlich küsste und dieser stellte sich schon etwas unbeholfen dabei an, als würde es ihm so gar nicht gefallen, das eine Frau ihn so küsste.
„Was ist denn?" Arlee drehte ihren Kopf etwas und ihr fiel dabei die Tafel Schokolade aus der Hand. „D-das ist doch S-Snape", keuchte sie erschrocken. „U-und deine M-Mutter..." Scarlett schluckte, als würde sie gar nicht glauben wollen, was sie dort zu sehen bekam. „Kneif mich bitte mal", flüsterte sie atemlos. Das tat Arlee auch ohne Widerrede. Scarlett verzog das Gesicht schmerzvoll, nun hatte sie mit einem zu kämpfen... mit ihren Tränen. Für die Slytherin brach eine Welt zusammen, ihre Eltern führten doch eine ganz normale und glückliche Ehe, sogar vorbildlich und jetzt?! Und nun musste sie mit ansehen, wie ihre Mutter sich an Snape, ihren nicht gerade attraktiven Hauslehrer drückte und diesen küsste. Ihr Herz krampfte sich zusammen, sodass sie sich an Arlee festhalten musste, um diesen Schmerz zu tragen, den Verlust ihrer ach so heilen Welt. „Das kann sie nicht tun", wisperte Scarlett enttäuscht und verletzt. Arlee senkte mitfühlend den Kopf, sie wusste auch nicht wie sie ihrer Freundin helfen sollte. Vorsichtig legte Arlee ihren Arm um Scarlett und streichelte ihr über die Schulter. „K-Kannst du bitte in die drei Besen gehen und dort auf mich warten Arlee, ich würde das gerne alleine mit meiner Mutter klären." Sie nickte nur und verschwand kurze Zeit später.
Auch dem Trio war das Drama nicht entgangen.
Rons Augenlid zuckte. Ihm war der Bissen im Hals stecken geblieben. Was er da zu sehen bekam, überstieg selbst seine Vorstellungskraft. „Snape hat ein Liebesleben", kam nach einer Weile unendlich langsam über die Lippen des Gryffindors. Harry musste diesen Anblick auch erst einmal verdauen. Snape war wirklich nicht sehr attraktiv, soweit er das als Mann beurteilen konnte und das sich eine Frau ihm so näherte, konnte sich Harry eigentlich auch weniger vorstellen. Zudem wusste Harry auch wer diese Frau war, die seinen Zaubertränkelehrer küsste. Scarletts Mutter … und diese schien gerade die Hölle durchzumachen.
„Wir sollten weitergehen, geht uns ja nichts an", knurrte Hermine verärgert. Warum mussten ihre Freunde immer so starren? 'Die Frau hat sicher etwas getrunken, man küsst Snape doch nicht freiwillig...', dachte Hermine kurz und ärgerte sich sogleich über diese Gedanken.
„Kommt ihr jetzt?" fragte Hermine genervt und zog ihre Freunde weiter. Die wollten eigentlich noch weiter gucken, aber sich mit Hermine anzulegen, konnte unter Umständen sehr gefährlich werden. Außerdem wollten sie ja noch in die drei Besen gehen.
„Hallo Süße", begrüßte Genelia, eine außergewöhnlich attraktive, dunkelhaarige Frau mit leuchtend blauen Augen ihre Tochter und wollte ihr eigentlich einen Kuss auf die Wange drücken. Doch sie ging auf Abstand. „Was ist denn?" fragte sie verwirrt. „Ich bin nur etwas erkältet", erwiderte Scarlett knapp. „Dann lass dir doch etwas dagegen geben, Professor Snape hat sicher etwas." Scarletts Gesichtsausdruck verfinsterte sich, doch sie ließ sich nichts anmerken. „Wollen wir etwas spazieren gehen Mum?" Eigentlich hatte ihre Mutter etwas anderes vor, aber wenn Scarlett es so wollte, dann gingen sie eben spazieren.
„Wie geht es Dad?" fragte Scarlett nach einiger Zeit der Stille. Genelia zuckte mit den Schultern. „Wie sollte es ihm schon gehen, gut wie immer. Du kennst ihn doch." Scarlett musterte den Schnee. Sie wollte eigentlich gar nicht fragen, doch als ihre Mutter den Arm bei ihr den Arm einhaken wollte, platzte es aus der Slytherin heraus. „Wie lange geht das schon mit Snape?" Genelias gesunde Gesichtsfarbe verschwand sofort. Unsicher biss Genelia auf die Unterlippe und musterte dabei interessiert den Schnee, durch den sie liefen. „Mum... bitte sag mir die Wahrheit", flehte sie den Tränen nahe.
„Lange Scarlett, sehr lange", wisperte ihre Mutter und verkrampfte sich dabei. Es fiel ihrer Mutter wirklich nicht leicht darüber zu reden, weil es eigentlich niemanden etwas anging. „D-du gehst mit ihm ins Bett Mum?" Genelia zögerte einen Moment bevor sie antwortete. „Ja, tue ich." Scarlett entglitten alle Gesichtszüge. Das konnte doch alles nur ein Traum sein, sie würde sicher gleich aufwachen und das alles war nie passiert, doch sie wachte nicht auf. Ihre Mutter hatte ein Verhältnis mit Snape. „Liebst du Snape?" Auf die Frage hin schüttelte ihre Mutter den Kopf. „Da war nie Liebe Scarlett, wir haben uns nie geliebt. Wir haben uns alle paar Jahre mal gesehen und sind miteinander ins Bett gegangen, für uns beide stand schon von Anfang an fest, das wir keine Beziehung eingehen wollten, erstens bin ich verheiratet und...." Scarlett sah ihr verärgert in die Augen. „Das hat dich wohl nicht daran gehindert … mit ihm ins Bett zu gehen", fauchte Scarlett verärgert. Genelia biss sich auf die Zunge, ihr wäre beinahe über die Lippen gerutscht, das es für Snape so einfach billiger war, als zu den käuflichen Damen zu gehen. Aber das ging nur sie und Severus etwas an.
„Scarlett es ist wirklich nicht mehr als... simples Druck ablassen, wir haben unseren `Spaß´ und gehen dann wieder getrennte Wege." Scarlett explodierte beinahe bei den Worten ihrer Mutter. „Das ist Snape Mum, er ist mein Hauslehrer!" schrie sie voller Wut. „SCARLETT!" fuhr sie ihre Tochter wiederum an. „Zwischen mir und Severus besteht nicht mal eine Freundschaft, wir haben Sex und das war es dann auch. „Beschäftige du dich lieber mal mit deinen Abschlussprüfungen, nicht das du durch die Prüfungen fällst und wir uns für dich schämen müssen!" Scarlett musterte ihre Mutter kalt. „Dafür sorgst du ja schon genug, wahrscheinlich bezahlt er dich auch noch", zischelte Scarlett mit einer Wut in ihrer Stimme heraus. „Ich will dich nie wieder sehen Mum, du bist für mich gestorben!" schrie sie und lief mit den Tränen kämpfend an ihr vorbei. Betroffen sah Genelia ihrer Tochter nach. Irgendwann hätte Scarlett es so oder so irgendwann erfahren.
Doch hatte Scarletts Reaktion sie sehr getroffen und auch sie hatte nun mit den Tränen zu kämpfen. Sie beschloss erst einmal ins Hotel zu gehen und dort über die Situation nachzudenken.
Schluchzend ließ sich Scarlett an einer Hauswand nieder und schlang die Arme um ihren Körper. Ihre schöne, heile Welt war wie ein Glas zerbrochen. Nun stand sie vor dem Scherbenhaufen ihrer ach so glücklichen Familie. Eigentlich war doch alles perfekt gewesen und nun hatte sie mit ansehen müssen, wie ihre Mutter ausgerechnet Snape geküsst hatte und als ob das nicht genug wäre. Sie ging auch noch mit ihm ins Bett. Bei der Vorstellung drehte sich Scarletts Magen um und sie ließ sich die Schokolade noch einmal durch den Kopf gehen. Scarlett fühlte sich plötzlich so unendlich einsam und verlassen. Ihr Vater wusste wahrscheinlich nicht einmal von dem Verhältnis seiner Frau. Der sah auch immer nur das, was er sehen wollte. So etwas würde sich ihr Vater auch nicht vorstellen können.
„Scarlett?" Arlee lächelte als ihre Freundin langsam auf den Tisch zu kam, doch ihr Lächeln gefror, als sie Scarletts trostloses, gefühlloses Gesicht erkannte. „Was ist passiert?" fragte sie vorsichtig. „Die geht mit ihm ins Bett", wisperte Scarlett, dabei musterte sie ein Glas eiskalt. Sofort wurde sie an ihre zerbrochene heile Welt erinnert. „WAS?" Arlee starrte Scarlett entsetzt an. „Sei leise Arlee!" zischte Scarlett und fuhr dann fort. „Sie haben schon lange ein Verhältnis. Liebe ist laut meiner Mutter nicht dabei, es ist `nur´ Sex", fügte die Slytherin hinzu und griff einfach nach Arlees Glas um den ekligen Geschmack aus ihrem Mund zu kriegen.
Arlee verzog das Gesicht. Ja auch sie stellte sich das vor, was sie sich gar nicht vorstellen wollte. „Das ist eklig Scarlett, erzähl mir bitte so etwas nie wieder", presste Arlee angewidert über ihre Lippen. „Hatte ich eigentlich auch nicht vor", knurrte die Slytherin wütend. Hermine versteckte sich inzwischen etwas hinter ihren Freunden, damit Scarlett sie nicht sehen konnte, aber die hatte wohl andere Probleme. „Geschieht ihr mal ganz recht", murmelte Hermine mit einem kalten Ton in ihrer Stimme, worauf Harry und Ron sie etwas erstaunt ansahen. „Was denn? Soll ich jetzt auch noch Mitleid mit Scarlett haben, wenn ihre Mutter Snape besteigt?" fragte sie spitz. Harry schüttelte mit dem Kopf. „Du hast schon recht Mine, aber schön ist es wohl trotzdem nicht für sie, zumindest wissen wir jetzt das ihre Mutter einen komischen Männergeschmack hat." Rons Augenlid zuckte wieder. „Hast du schon mal ihre Ex – Freunde gesehen, wie die Mutter so die Tochter", scherzte Ron. Hermine rollte nur mit den Augen, ihr war diese Diskussion viel zu kindisch.
Natürlich hatte sie sich auch etwas gewundert, ausgerechnet ihren depressiven Zaubertränkelehrer mit einer Frau zu sehen, doch so wirklich glücklich wirkte dieser dabei auch nicht. 'Ach egal', dachte sie und nahm einen Schluck aus ihrem Glas.
Severus war froh, als er endlich wieder in der Schule ankam. Seit einigen Wochen unterrichtete er wieder und fand so langsam wieder in das Leben zurück. Eigentlich wollte Severus sich so schnell wie möglich wieder auf den Weg in seine Gemächer machen, doch daraus wurde wieder einmal nichts.
„Hallo Severus!" kam es amüsiert von der Seite. „Albus!" fauchte der Zaubertränkemeister erschrocken, weil Dumbledore mal wieder aus dem Nichts erschienen war und das hasste er mehr als alles andere.
„Wie geht es dir heute?" fragte dieser höflich. Snapes Mundwinkel zuckten. „Es geht, ich kann nicht klagen", brummelte Snape. Dumbledore musterte interessiert den Tränkemeister. Dieser schien doch etwas entspannter als zuvor, zu sein. „Kommst du wieder in die große Halle zum essen oder ziehst du es weiter vor in deinem Wohnzimmer zu essen?" Snape zuckte mit den Schultern. „Ich werde wahrscheinlich vorerst lieber in meinem Wohnzimmer das Essen einnehmen, vermisst mich doch sowieso keiner."
Dumbledore schüttelte mit dem Kopf. „Quatsch Severus, mir würde es mehr zusagen, wenn du mit uns in der großen Halle die Speisen ein nimmst." Der Schwarzhaarige schüttelte verneinend den Kopf. „Damit du mir weiter vorhalten kannst, das ich viel zu wenig esse? Vergiss es Albus, ich bin erwachsen und kann für mich selbst entscheiden."
Am liebsten hätte sich Severus dafür auf die Zunge gebissen, er kannte Dumbledore und wusste genau was Albus jetzt wieder dachte. Albus schien wirklich amüsiert, doch heute behielt er seinen Kommentar mal brav für sich und das musste schon etwas heißen.
„Kann ich jetzt gehen?" fragte er spitz. „Nein", erwiderte Albus ziemlich trocken darauf.
Severus erdolchte Dumbledore wieder einmal mit seinen Blicken, doch der ließ sich davon natürlich nicht aus der Ruhe bringen. Warum auch? Er hatte Severus so eigentlich ganz gut unter Kontrolle.
„Und weswegen warst du im Dorf, Severus?" bohrte Albus einfach dreist nach und wirkte dabei sehr unschuldig. Sofort nahm Severus sonst so bleiches Gesicht eine leicht, rötliche Färbung an. Er fing sich aber recht schnell wieder. „Ich habe einen alten Bekannten getroffen, nichts besonderes also."
Natürlich konnte sich Albus schon denken, das es sicher kein Bekannter gewesen war. Die Spur war unübersehbar. „Dann wünsche ich dir noch einen recht schönen Tag Severus..." murmelte Dumbledore grinsend und ging langsam weiter.
„Ach Severus?" Snape blieb stehen und wollte gerade zu einer lauten Beschwerde ansetzen, als Dumbledore schmunzelnd auf Snapes Lippen deutete. „Du hast da Lippenstift am Mund", kicherte Albus. Sofort nahm Severus Gesicht eine feuerrote Farbe an. „Ich muss weg", presste Severus zähneknirschend heraus, irgendetwas murmelnd suchte Severus etwas, nämlich möglichst schnell das Weite.
Hermine hatte sich im Gegensatz zu ihren Freunden, die sich noch etwas mit Süßigkeiten eindecken wollten, wieder auf den Weg zur Schule gemacht. Irgendwie ging es ihr auch nicht so gut. 'Wahrscheinlich schon wieder eine Erkältung', dachte sie ein kleines bisschen frustriert. Denn Hermine bekam meistens zu unmöglichsten Zeiten, irgendwelche Krankheiten. Aber so hatte sie vielleicht auch etwas Zeit zum lernen. Als sie in der Schule ankam, wunderte Hermine sich etwas, warum war es denn um diese Zeit so leer? Normalerweise ging es gerade um diese Zeit so hoch und wild her. Na gut, das sollte ihr nur recht sein.
Als Hermine um die nächste Ecke lief, bemerkte sie nicht, das Snape direkt auf sie zuging und so kam es wie es kommen musste, sie prallten aufeinander und Hermines Tasche, sowie der Inhalt fiel zu Boden.
„Verdammt!" regte sich Hermine sofort lautstark auf und schluckte erschrocken. 'Oh Mist.... warum ausgerechnet der?' Snape hob etwas verwirrt die Augenbrauen. 'Ausgerechnet die?'
Irgendwie hatten beide dann das gleiche vor, sie gingen auf die Knie und Snape hielt Hermine ihre Dinge hin, ohne diese auch richtig anzusehen, dabei trafen sich ihre Blicke ...
A.K.: Wenn es euch gefallen hat, hinterlasst doch ein Review. Have a nice Day ;)
