Jep, habs mal wieder geschafft upzudaten die Story…
Eure SoraTeil 8/12
Von neugierigen Gryffindors, beleidigten Rumtreibern und ernsten Gesprächen
Leider kam der nächste Morgen zu schnell und keiner seiner Mitschüler schien den gestrigen Abend vergessen zu wollen. So dass er nun am Frühstückstisch saß und neugierigen Blicken und Fragen ausgesetzt war.
"Jetzt erzähl schon, Harry", sagte Seamus nun schon zum dritten Mal.
"Wieso interessiert euch das so sehr? Fragt Draco, wenn ihr es unbedingt wissen wollt, ich werde euch nicht eine Frage beantworten." Sagte Harry stur und füllte sich seine zweite Portion auf den Teller.
"Draco? Seit wann ist aus Malfoy Draco geworden?" Fragte Ron.
"Seit einem wundervollen ersten Kuss, und Finnegan, komm gar nicht erst auf die Idee mich zu fragen.", sagte eine Stimme hinter ihnen. Harry bekam einen sanften Kuss auf die Wange. "Guten Morgen, Engel", flüsterte er ihm in sein Ohr und benutzte damit den Spitznamen, den er ihm in ihrer 'Nacht' gegeben hatte. Sämtliche Blicke waren nun auf sie gerichtet. Einschließlich der Lehrer. Besonders Sirius hatte sich gleich an seinem Tee verschluckt und Remus war dabei ihm kräftig auf den Rücken zu schlagen. Lediglich Snape grinste überlegen zu den beiden Rumtreibern.
"Guten Morgen, Draco", sagte Harry nur und lächelte ihn an.
"Morgen, Malfoy", kam es fröhlich von den Gryffindors, die Harry schon gestern das Leben schwer gemacht hatten.
"Sind das die Voyeure?" Fragte der Slytherin und setzte sich einfach zu Harry.
"Yepp. Du solltest Ginny mal fragen, was sie von dir hält", sagte Harry frech.
"Harry James Potter, wie kannst du nur. Ich verrate dir nie wieder etwas", rief sie und wurde rot im Gesicht.
"Was denn, ich habe gar nichts gesagt. Du sollst es ihm ja sagen und nicht ich", verteidigte sich der Schwarzhaarige sofort.
"Ist doch auch egal. Was ist jetzt mit dem Kuss. Bekommen wir einen zu sehen?" Fragte Seamus und er wurde kräftig von Lavender, Parvati und auch Dean unterstützt.
"Das ist kein Voyeurismus mehr, das ist Nötigung", brummelte Harry.
"Lass mal, das ist nichts gegen die Slytherins. Blaise meinte, ich solle ihm einen Platz reservieren, wenn wir über das Küssen und Händchen halten hinaus gehen", meinte Draco schulterzuckend. Dem Goldjungen stieg daraufhin die Röte ins Gesicht.
"Habe ich schon erwähnt, dass Zabini ein perverser Spanner ist", sagte Harry laut genug, dass man es bis zum Tisch der Slytherins hören konnte.
"Ich dachte immer, Zabini steht auf Mädchen", murmelte Hermine mehr zu sich selbst als zu anderen, aber Draco hörte sie.
"Ich bezweifle, dass er ganz genau weiß worauf er steht. Ich denke, er ist eher beiden Geschlechtern nicht abgeneigt", sagte Draco ebenfalls nicht besonders leise.
"Vielen Dank, Draco. Ich wollte mich eigentlich selbst irgendwann Outen, wenn es soweit ist", rief Zabini vom Tisch der Slytherins.
"Ach, dafür doch nicht", gab Draco nur mit einem liebenswerten Lächeln zurück.
"Sag mal, Malfoy, wieso bist du eigentlich so nett zu uns?" Fragte Ron.
"Ziemlich einfach, Weasley. Gryffindors stecken einen damit an. Außerdem kann ich ja nicht unfreundlich zu den Freunden von Harry sein." Er drückte diesem noch einen Kuss auf die Wange und ging dann zu seinem Tisch, um etwas zu Essen.
"Seid ihr jetzt zusammen?" Fragte Hermine leise, so dass es nur Harry hören konnte.
"Ich glaube schon."
"Glücklich?"
"Ja!" antwortete er aus vollem Herzen und schaute direkt in die eisblauen Augen seines Freundes einige Meter von ihm entfernt.
Der heutige Tag war für Harry einfach wunderbar. Im Zaubertränkeunterricht setzte er sich gleich neben Draco. Jeder arbeitete an seinem eigenen Trank, aber wie zufällig berührten sie sich immer wieder. Leichte Schauer rannten jedes mal durch seinen Körper und die Blicke, die sie sich zuwarfen, erhitzten sein Blut. Am Ende der Stunde brachte er seinen fertigen Trank nach vorne und als er ihn Snape in die Hand drückte, schaute dieser ihn kurz an.
"20 Punkte für Gryffindor Potter", sagte dieser und scheuchte Harry weg, bevor dieser Fragen konnte wofür. Er warf seinem Freund einen fragenden Blick zu und gemeinsam gingen sie zum nächsten Unterricht. Der Gryffindor freute sich auf Verwandlung, bis er das Gesicht seines Paten sah. Dieser sah mehr als sauer aus und bedachte ihn mit einem Todesblick.
"Potter, in mein Büro. SOFORT!" rief er gleich, als Harry den Raum betrat. Mit einem sehr ungemütlichen Gefühl folgte er ihm in das kleine Arbeitszimmer. Gleich nach dem Schließen der Tür und einem Stillezauber, damit ihnen niemand zuhörte, legte Sirius los.
"Sag mal, spinnst du eigentlich? Nicht nur, dass du mit Malfoy rum machst. Der nur nebenbei der Sohn von Narcissa Black ist und somit aus meiner furchtbaren Familie kommt. Nein, viel schlimmer noch. Diese elende schleimige Fledermaus weiß das auch noch vor mir. Mein ganzer Ruf als Rumtreiber ist dahin. Dir ist schon klar, dass ich als solcher geradezu die Pflicht habe, alles vorher zu wissen. Ich kann ja noch verstehen, dass deine Freunde es vorher erfahren. Vielleicht auch noch alle Schüler, aber Snape. Wie konntest du mir das nur antun? Er hat natürlich nichts besseres zu tun gehabt, als..."
"Sirius." versuchte ihn Harry zu unterbrechen
"...mir das gleich nach dem Frühstück unter die Nase..."
"Sirius!" sagte er lauter.
"...zu reiben. Dieses eingebildete, selbstherrliche..."
"SIRIUS!" schrie er schließlich und sein Pate stoppte die Schimpftirade. "Bevor du weiter meckerst. Erstens, solltest du dich damit abfinden, dass ich mit Draco Malfoy zusammen bin. Vielleicht solltest du auch einmal mit Narcissa sprechen. Sie ist wirklich ein lieber Mensch und immer sehr freundlich zu mir. Und Zweitens wollte ich dir noch sagen, dass Draco der Vater des Kindes ist. Und nun, mach weiter", doch der Ex-Gryffindor schaute ihn nur mit offenem Mund an, bis ein Lächeln seinen Mund umspielte.
"Das weiß die Fledermaus nicht, oder?" Fragte er fies grinsend und Harry schaute betreten zu Boden. "Sag nicht, dass das wahr ist. Wieso weiß der das wieder vor mir? Was habe ich getan einen solchen Patensohn zu verdienen?"
"Sorry, ich denke Lucius oder Narcissa haben es ihm erzählt", sagte er. "Aber wenn es dich beruhigt, Ron weiß noch nicht, wer der Vater ist. Außer den Malfoy's, Snape und dir weiß es nur noch Hermine. Dies auch nur, weil sie es gestern erraten hat."
"Das heißt, ich kann ihn ein wenig ärgern?" Fragte er hoffnungsvoll.
"Na ja, heute solltest du es erst mal sein lassen. Er muss erst den Schock mit mir und Draco überleben."
"Gut. Aber ich habe heute ja auch noch Remus. Der weiß ja auch noch nichts", freute sich Sirius und Harry verdrehte die Augen. Dann ging er zur Tür, öffnete sie und schrie: "MALFOY, HERKOMMEN!"
"Tatze, ich schwöre dir, wenn du..."
"Ganz ruhig. Ich will mich nur mit ihm unterhalten", sagte er grinsend. Draco kam ins Büro und sah nicht besonders glücklich aus. Er schien sehr nervös. Harry lächelte ihm aufmunternd zu, nahm seine Hand und drückte sie. Die Tür war wieder verschlossen. Sirius hatte wieder seinen giftigsten Blick aufgesetzt. Er hätte damit sogar Snape Konkurrenz gemacht.
"So, Mr. Malfoy. Sie gehen also mit meinem Patensohn?" Draco schaute kurz zu Harry und als der nickte, schenkte ihm der Blonde ein glückliches Lächeln.
"Ja, Professor Black", antwortete er artig.
"Und so ganz nebenbei haben sie ihn auch geschwängert", stellte er trocken fest. Der Slytherin nickte nur. "Dir ist schon klar, wenn du ihm auch nur ein wenig weh tun solltest, bekommst du es mit mir zu tun. Ich denke, du kennst das Wissen um die Schwarze Magie in der Black Familie, aber glaube mir, ich kenne noch viel mehr, als deine Mutter. In deinen kühnsten Träumen könntest du dir die Schmerzen und Qualen..."
"Sirius, dir ist schon klar, dass wir jetzt Unterricht haben. Lass Draco in Ruhe oder willst du, dass ich mich aufrege?" unterbrach ihn Harry etwas gelangweilt, während der Eisprinz den Professor mit groß gewordenen Augen anstarrte. "Draco, nimm ihn nicht ernst. Er tut nur so. Er ist noch immer sauer, dass Snape alles vor ihm wusste."
"Er ist immerhin mein Patenonkel. Mum konnte es kaum erwarten ihm zu erzählen, dass ich Vater werde und dieser hat dann zwei und zwei zusammen gezählt", sagte Draco. Sirius entgleisten sofort alle Gesichtszüge.
"Das ist nicht wahr, oder? Snape? Patenonkel von ihm? Harry, wie kannst du nur?", legte er wieder los. "Das ist ja schon fast so, als würde ich mit ihm verwandt sein und..." Harry zog Draco nur an der Hand aus dem Raum und zurück in den Klassenraum. Sie setzten sich zusammen an einem Tisch in eine der hinteren Reihen. Die Blicke der Schüler ruhten auf ihnen und Professor Black, der Haare raufend ebenfalls zurück kam und sich an sein Pult stellte. Er warf den beiden Jungen noch einen wirklich tödlichen Blick zu und ignorierte sie dann die restliche Stunde.
Nach Schulschluss saßen sie zu sechst, Harry, Draco, Hermine, Ron, Blaise Zabini und Millicent Bulstrode, in der Bibliothek über ihren Hausaufgaben. Ron konzentrierte sich nicht auf seine Aufgaben, sondern blickte immer wieder zu den Slytherins. Auch Millicent und Blaise kam das alles sehr merkwürdig vor, aber sie würden sich nie gegen ihren besten Freund Draco stellen. Erst recht nicht, wenn sie sehen konnten, dass er endlich wieder glücklich war.
"Also, ich versteh ja noch wieso wir mit Malfoy zusammen sitzen, Harry. Aber wieso denn auch noch Bulstrode und Zabini", brummelte Ron leise. Aber alle anderen hatten ihn verstanden.
"Weil sie Draco's Freunde sind." gab Harry zurück.
"Aber...", setzte der Rotschopf an.
"Find dich damit ab, Weasley", sagte Draco ruhig und wandte sich dann seinem Freund zu. "Was wollen wir denn heute noch machen? Ich bin fertig mit allem und du scheinbar auch."
"Ich weiß nicht. Komm doch einfach mit in den Gryffindorturm. Wir können ein bisschen im Gemeinschaftsraum sitzen und uns unterhalten", erwiderte der Schwarzhaarige.
"Draco, du willst doch nicht wirklich in die Höhle des Löwen", spöttelte Blaise.
"Als wenn es das erste Mal wäre", murmelte Harry vor sich hin. Draco grinste ihn frech an bei der Erinnerung, wie er schon in den Schlafsaal von Harry geschlichen war.
"Wieso nicht, Blaise. Kommt doch beide mit. Sowie ich hörte sind die Gryffindors nicht ganz so unschuldig wie sie immer tun", sagte der Blonde grinsend. Drei Todesblicke ruhten nun auf ihm. "Was denn? Wer hat denn behauptet Gryffindors bestehen aus Voyeuren."
"Das klingt interessant. Was sagst du Milli?" wandte sich der dunkelhaarige Slytherin an seine beste Freundin. Diese hatte ihre Augen schon die ganze Zeit auf den Rotschopf gerichtet und wandte ihn erst ab, als Blaise ein drittes Mal ihren Namen rief.
Nachdem auch der letzte mit seinen Aufgaben fertig war, gingen sie gemeinsam zu den Gryffindorräumen. Ron bestand darauf, dass keiner der Slytherin's das Passwort mitbekam und so hielten sie sich die Ohren zu. Als sie den großen Gemeinschaftsraum betraten, herrschte urplötzlich absolute Stille. Nur eine kleine Gruppe Gryffindors winkte ihnen erfreut entgegen. Auch wenn sie etwas überrascht vor Milli und Blaise waren.
Ziemlich schnell bildeten sich Freundschaften zwischen den Syltherin's und Gryffindors. Und das, obwohl die Häuser seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten offen verfeindet waren.
Besser konnten die nächsten Wochen kaum vergehen, fand Harry. Er und Draco waren glücklich und ein Paar. Inzwischen hatte sich auch die ganze Schule damit abgefunden. Ihre Abende verbrachten sie oft gemeinsam mit Lernen, langen Gesprächen und kuscheln. Meist in den Gemeinschaftsräumen der Gryffindors oder Slytherins. Der Blonde kümmerte sich rührend um ihn. Wenn er etwas wollte oder brauchte bekam er es sofort. Mehr als einmal war Draco spät am Abend in die Küche gestiefelt und hatte ihm etwas zu Essen geholt. Es hätte wirklich perfekt sein können. Aber das war es nicht. Jeden Tag mehr, merkte Harry wie ihm etwas fehlte. Fast schon schmerzhaft spürte er die Liebe in seinem Herzen für ihn. Aber zurück bekam er sie nicht. Ja, er küsste und streichelte ihn liebevoll, flüsterte ihm zärtliche Worte ins Ohr, aber mehr nicht. Die drei kleinen Worte, die er so ersehnte hörte er nicht. Immer wieder zwang er sich ihm Zeit zu geben, aber viel zu oft zwangen die durcheinander geratenen Hormone in seinem Tribut. Abends liefen ihm oft einfach Tränen über die Wangen, ohne das er etwas tun konnte.
Seinen inzwischen stärker gerundeten Bauch, immerhin war er im fünften Monat, konnte er kaum noch unter seiner Robe verdecken. Lediglich die Kälte und damit die Tatsache, dass er dicke und warme Kleidung tragen musste, schützte sein kleines Geheimnis. Dennoch war er sich sicher, dass er es nicht mehr lange für sich behalten konnte. Auch musste Harry sich und Draco ständig davon abhalten den Bauch zu berühren. Es wäre doch einfach zu auffällig.
"Meinst du wirklich wir erfahren heute, was es wird?" Fragte Draco aufgeregt. Sie saßen auf einem Bett in der Krankenstation. Harry war zu seiner monatlichen Kontrolle gekommen.
"Sie hat es mir das letzte Mal so versprochen und ein Bild wollte sie auch machen", erwiderte Harry.
"Das werde ich auch, Mr. Potter. Mr. Malfoy, wenn sie bleiben wollen, setzen sie sich auf den Stuhl", meinte sie streng und sagte Harry, dass er sich frei machen sollte. Der Gryffindor kam sich etwas komisch dabei vor. Immerhin hatte Draco ihn seit so vielen Monaten nicht ohne Shirt oder Hemd gesehen. Sie hatten sich bisher auf Küssen beschränkt und wenn der Slytherin den Bauch von ihm berührte, war immer Kleidung dazwischen gewesen. Ganz langsam zog er sich sein Hemd aus und öffnete auch den ersten Knopf seiner Hose, ehe er sich auf der Liege ausstreckte. Seine Augen hielt er geschlossen, bis er eine sanfte Berührung fühlte, die über die Wölbung streichelte.
"Das ist wunderschön", sagte der Blonde leise. Harry schaute in die eisblauen Augen und sah die Liebe in dem Blick. Nur war dessen Blick auf den Bauch gerichtet und nicht auf ihn. Eifersucht überkam ihn. Eifersucht auf das Baby. Wieso bekam es die Liebe, die er so sehr brauchte und wollte. Sein Herz wurde ihm schwer und Tränen schossen ihm in die Augen. Schnell drehte er den Kopf weg, damit es keiner sah.
Madame Pomfrey untersuchte ihn gründlich und ließ mehrere Male ihren Zauberstab über seinen Bauch und Körper gleiten. Schließlich umrundeten bunte Lichter den Bauch und nach einem weiteren Wink mit dem Stab hielt die Krankenschwester ein großes Sonogramm in der Hand. Als ihr Blick darauf viel kniff sie erst mehrmals ihre Augen zusammen und dann breitete sich ein Strahlen in ihren Augen aus.
"Erzählen sie schon, Madame Pomfrey", sagte Harry ungeduldig.
"Zwillinge", sagte sie und lächelte die beiden an.
"Zwillinge?" kam es wie aus einem Mund von den beiden Jungen.
"Ja! Eigentlich habe ich es mir ja schon gedacht. Immerhin haben sie schon gut zugelegt, Mr. Potter. Sie sollten ihre Schwangerschaft jetzt schnellstens öffentlich machen. Lange verheimlichen können sie nichts mehr", sagte sie freundlich, reichte ihnen das Bild und war dabei den Raum zu verlassen. Vor dem Schließen der Tür rief sie ihnen noch zu: "Ach ja, es wird übrigens ein Mädchen und ein Junge."
"Das ist klasse. Meine Mum wird ausflippen", sagte Draco glücklich. Harry nickte nur und zog sich wieder an. Er freute sich auch, aber er spürte noch immer die Eifersucht in sich. "Wie wär's? Wir holen uns was zu Essen und feiern im Raum der Wünsche", schlug er vor.
"Sei mir nicht böse, aber ich würde jetzt gern etwas allein sein", erwiderte Harry nur und lächelte schief.
"Freust du dich denn nicht darüber? Oder hast du Angst vor der Geburt?" Fragte Draco.
"Nein, nein. Ich freue mich. Nur ich will etwas schlafen. Der Tag war wohl doch etwas zu anstrengend." Er ließ Draco stehen, als er fertig mit dem Ankleiden war und ging schnell zum Gryffindorturm. In seinem Zimmer legte er sich auf sein Bett und ließ den Tränen freien Lauf. Verdammte Hormone, dachte er nur und wischte sich übers Gesicht.
Er war kurz vor dem Einschlafen, als ein Klopfen ihn wieder zu sich kommen ließ. Er reagierte nicht und hörte schließlich wie jemand das Passwort sprach und eintrat. Hermine. Sie war die einzige, die es kannte. Selbst Ron hatte er es noch nicht verraten.
"Hey, du bist so schnell nach oben gerannt. Ist etwas passiert? Das Baby, ist alles damit in Ordnung?" Fragte sie leise.
"Ist das alles, was euch interessiert?" Blaffte er sie an und bereute es schon im nächsten Moment, als er ihren verletzten Gesichtsausdruck sah. "Tut mir leid, Mia. Aber ich bin nicht gerade gut drauf. Ja, die Babys sind gesund und ich auch."
"Babys?"
"Mmmh. Zwillinge. Ein Junge und ein Mädchen. Sag es bitte noch nicht weiter. Ich wollte es Sirius später allein erzählen", sagte Harry.
"Das ist wunderbar. Aber wieso weinst du und siehst so fertig aus?" Sie kam näher zu ihm und setzte sich auf sein Bett. "Malfoy war eben vor dem Turm und fragte, ob du sicher hier angekommen bist. Er wollte eigentlich hoch kommen, aber ich habe ihn erst mal bei Ron gelassen. Sie wollen Schach spielen."
"Er macht sich doch nur Gedanken um die Kinder", sagte er leise und Tränen liefen wieder aus seinen Augen.
"Wie meinst du das?" Sie fuhr ihm tröstend durch das Haar.
"Wie ich es gesagt habe. Alles was ihn an mir interessiert, sind die Babys. Das ist wahrscheinlich der einzige Grund, wieso er mit mir zusammen ist", Seine Stimme klang bitter.
"Das kann ich mir nicht vorstellen. Er ist immer so liebevoll zu dir und hat sich nur dir zuliebe verändert. Er ist sogar immer kurz davor Hermine zu mir zu sagen, anstatt Granger. Selbst mit Ron kommt er inzwischen klar. Wie kommst du eigentlich darauf?"
"Weil er mich nicht liebt", erwiderte er nur flüsternd. Daraufhin nahm ihn Hermine einfach in den Arm.
"Glaubst du das wirklich? Hast du ihm überhaupt schon einmal deine Liebe gestanden? Vielleicht traut er sich nur nicht es dir zu sagen", tröstete sie ihn.
"Ich weiß es nicht. Und es ihm gesagt, habe ich in unserer ersten Nacht. Er hat mich nur geküsst und wir sind eingeschlafen. Als wir uns dann wiedersahen haben wir uns nur noch angeschrieen. Alles was er mir noch hinterher rief, als er mich hinaus warf, war, dass er mich hasst. Kannst du mich jetzt verstehen?" Er erinnerte sich zurück an die damaligen Tage.
Flashback:
"Wow, das war unglaublich", sagte Harry glücklich. Sein Kopf lag auf der nackten Brust seines Liebsten und seine Hände streichelten über den noch heißen Körper.
"Mmmh. Ich kann nicht genug von dir bekommen", flüsterte Draco und zog ihn noch enger an sich.
"Ich auch nicht. Ich liebe dich, Dray", Harry hob seinen Kopf um in die eisblauen Augen zu schauen, aber sie wirkten verschlossen. Der Slytherin küsste ihn kurz auf den Mund und schlief wenig später ein. Ein wenig enttäuscht folgte ihm der Gryffindor in das Traumland. Als er am nächsten Morgen erwachte, war er allein im Zimmer des Slytherin's. Keine Nachricht oder Hinweis war zu finden. Das Badezimmer war leer. Er wartete noch kurz und zog sich dann an. Er hinterließ eine kleine Notiz auf dem Bett, dass er im Gryffindorturm sei und sie sich wie immer im Raum der wünsche treffen würden.
Wie gewöhnlich trat er gegen zehn Uhr abends in den Raum der wünsche ein. Er war leer. Langsam machte er sich Sorgen. Wo war Draco? Auch auf der Karte der Rumtreiber war er nicht gewesen. Nach über zwei Stunden warten, ging er zurück in den Schlafsaal, aber zur ruhe kam er nicht. Hatte er ihn etwa mit seinem Liebesgeständnis verscheucht? Meinte er es nicht ernst?
Im Unterricht war er am nächsten Tag auch nicht. Nach Zaubertränke ging er zu Snape und fragte nach Draco. Aber dieser sagte ihm nur, dass es ihm gut ginge und es ihn nicht zu interessieren habe. Den Abend verbrachte er wieder im Raum der Wünsche und Erleichterung durchfuhr ihn, als der Blondschopf gegen elf den Raum betrat. Sein Gesicht wirkte kalt. So wie seine Augen.
"Was ist passiert, Draco? Wo warst du?" Fragte Harry. Er wollte ihn umarmen, aber der eiskalte Blick hielt ihn zurück.
"Erst mal, Potter, nenn mich nie wieder bei meinem Vornamen. Ich war bei meinen Eltern und die haben mir eine kleine Geschichte erzählt, die du ja scheinbar schon kennst. Wie konntest du mir das nur verheimlichen? Jedes meiner Geheimnisse habe ich dir erzählt und du hältst so etwas vor mir zurück? Was bildest du dir eigentlich ein?" schrie er ihn an. Harry war verwirrt.
"Aber das ist doch gut, dass sie es dir endlich gesagt haben. Außerdem wollten sie es dir selbst sagen und es wäre nicht meine Aufgabe gewesen das zu tun. Sie haben..."
"Deine Ausflüchte interessieren mich nicht. Was ist mit deinen anderen kleinen Geheimnissen? Deiner Extra-Ausbildung? Dunkle Künste? Die Unverzeihlichen? Die viele Zeit, die du mit dem Werwolf verbringst? Du willst gegen den Dunklen Lord antreten und das allein. Streite es nicht ab, Snape und mein Vater haben mir alles erzählt."
"Von wollen kann keine Rede sein. Ich muss. Und wieso sollte ich es abstreiten? Ich habe dir das nie verheimlicht. Du hättest jederzeit fragen können, wieso ich zu Sonderstunden muss."
"Ah, da haben wir es ja mal wieder. Der selbst erkorene Retter der Welt. Sehnst du dich so nach Ruhm? Aber gut, wenn du es unbedingt tun muss, kämpfe doch gegen ihn. Wäre mir nur recht, wenn du endlich tot wärst, Potter." Seine Stimme war so voller Hass, dass Harry zusammen zuckte. Wieso hatte er sich so verändert? Was war bei seinen Eltern geschehen?
"Wieso bist du so? Ich dachte, du würdest etwas für mich empfinden?" Harry übermannte die Trauer und seine Augen wurden feucht. Schnell wandte er den Blick ab, dass der Slytherin ihn so nicht sah.
"Alles, was ich für dich empfinde, Potter, ist Hass. Find dich damit ab!" Mit diesen Worten rauschte er aus dem Zimmer. Der Schwarzhaarige brach auf dem Boden schluchzend zusammen und schlich sich erst in den frühen Morgenstunden zurück in den Gryffindorturm.
Flashback Ende
"Aber wieso bist du denn mit ihm zusammen? Davon einmal ab, dass ich stark bezweifle, dass er dich hasst oder nur wegen deiner Schwangerschaft mit dir zusammen ist." Riss ihn Hermine aus seiner schmerzhaften Erinnerung.
"Weil ich ihn liebe und gehofft habe, dass er sich irgendwann in mich verliebt."
"Ach Harry, rede mit ihm darüber. Du machst es dir nur zu schwer. Wenn er wirklich nichts für dich empfindet, solltest du einen Schlussstrich ziehen. Aber das glaube ich nicht."
"Meinst du wirklich?" Er hatte sich von ihr gelöst und schaute ihr in die Augen. Sie nickte nur.
"Du solltest ein bisschen schlafen. Ich sag ihm, dass du Ruhe brauchst", sagte sie lächelnd und ging zum Ausgang.
"Danke, Mia", sagte er noch einmal. Nur ein paar Minuten später war er eingeschlafen.
Hermine ging langsam die Treppe hinunter. Im Gemeinschaftsraum sah sie Ron und Draco zusammen sitzen und Schach spielen. Der Slytherin war nicht wirklich bei der Sache, den er schaute abwesend aus dem Fenster. Als er Hermine sah, stand er sofort auf und ging auf sie zu.
"Was ist mit ihm?"
"Er schläft jetzt sicher. Lass uns ein bisschen spazieren gehen. Ich muss dich was fragen", sagte sie nachdenklich. Ron wollte sich ihnen anschließen, aber sie winkte nur ab und machte sich dann mit Draco auf den Weg durch die Gänge Hogwarts.
"Ich hoffe, du nimmst mir meine Fragen nicht übel, aber was willst du von Harry. Wieso bist du mit ihm zusammen?" Fragte sie nach einigen Minuten des Schweigens.
"Dumme Frage, Granger. Natürlich, weil ich ihn mag."
"Und das hat nichts mit den Babys zu tun?"
"Wie meinst du das?"
"Na ja, ob du nur mit ihm zusammen bist, weil er schwanger ist."
"Das ist Unsinn. Nichts gegen Verantwortungsgefühl und so, aber nur deshalb bin ich mit niemanden zusammen. Denkt er das? Wieso kommt er damit nicht zu mir?"
"Ich glaube, er hat Angst vor deiner Reaktion. Liebst du ihn?" Mitten im Kerker blieben sie stehen und sie versuchte in seine Augen zu sehen.
"Das ist etwas, was nur ihn und mich betrifft", sagte er und Hermine konnte sehen, wie er seine Maske auflegte.
"Gut, dann solltest du es wenigstens ihm sagen, was du für ihn empfindest. Er macht sich sonst damit fertig. Ich weiß, dass ich mich da nicht einmischen sollte, aber ich liebe ihn wie einen Bruder. Er liebt dich und hat dir das auch gesagt, wieso kannst du es nicht?" Fragte sie.
"Granger, hör zu. Das geht dich nichts an. Es ist allein meine Sache", sagte er sauer und ließ sie stehen.
"So wirst du ihn verlieren, das ist dir hoffentlich klar", rief sie ihm hinterher und ging zurück zu ihren Räumen. Hatte sie sich so sehr in ihm getäuscht? Wieso musste es gerade Harry geschehen? Gerade er hatte es doch geradezu verdient glücklich zu sein.
tbc.
