A/N: Hey, nur 5 Reviews? Ihr laßt nach, Leute. Macht mich nicht unglücklich. OK, Scherz beiseite. Ich freue mich natürlich auch über 5 Reviews für ein Kapitel. Vor allem wenn sie so herrlich ausführlich sind, wie einige dieser 5. Ich danke euch 5 Reviewern ganz herzlich für die Anerkennung und auch denen, die das Kapitel (wieder) nur gelesen haben (und das waren nicht wenige, wie ich an den Hits gesehen habe), für ihre Treue. Zur Belohnung habe ich für euch alle zwei wichtige News:

1) Vergeßt ganz schnell, was ich im ersten Kapitel über meinen Fandom-Wechsel geschrieben habe. Ich komme mit Twilight-FFs einfach nicht zurecht und schreibe seit einiger Zeit schon wieder parallel an zwei großen HP-Mehrteilern. Die beiden Mehrteiler sind zwar thematisch grundverschieden (eine Quidditchgeschichte und eine Kriegsgeschichte), aber sie werden gut. Wirklich gut. Das verspreche ich euch. Drückt also die Daumen, dass ich meine derzeitige Kreativität noch eine Weile behalte. Sobald es konkretere Infos zu einer oder beiden Stories gibt, werdet ihr es auf meinem Profil lesen.

2) Ich habe diese Story nach dem letzten Update nochmal überarbeitet, was dazu geführt habe, dass ich die angegebene Kapitelanzahl nicht einhalten kann. Es wird jetzt ein Kapitel mehr geben, was euch hoffentlich nicht stört. Mich stört es zumindest nicht.

So, und jetzt noch etwas, was mir sehr auf dem Herzen liegt. Sollten hier Fans von Turn Back Time mitlesen (und ich bin sicher, dass hier einige mitlesen), dann sei euch gesagt, dass ich ein fürchterlich schlechtes Gewissen für den erneuten Update-Stop habe. Es liegt einfach an dem Epilog, der unglaublich wichtig ist für die Gesamtstory, der mir aber wahnsinnige Probleme beim Schreiben bereitet. Ich versuche es immer wieder, aber es will und will einfach nicht klappen. Sobald ich ihn allerdings fertig habe, werde ich ihn und alle noch ausstehenden Kapitel auf einen Schlag hochladen. Es gibt in dem Fall also ein Mega-Update. Seid mir also bitte, bitte nicht böse für den erneuten Update-Stop. Er tut mir selbst am meisten weh. Das könnt ihr mir glauben.

Und jetzt, viel Spaß beim lesen.


Kapitel 8 - Eifersucht

„Du bist verrückt. Du bist vollkommen verrückt.", murmelte Leanne immer wieder völlig fassungslos vor sich hin, als sie mit Katie und Caroline zusammen die große Marmortreppe zum Gryffindorturm hinauf stieg. „Du knutscht in aller Öffentlichkeit hemmungslos mit einem Slytherin rum, obwohl du noch nichtmal einen Tag von Oliver getrennt bist. Merlin nochmal, du bist vollkommen verrückt, dass du dich überhaupt von Oliver getrennt hast. Ich meine, Oliver Wood! Ich würde morden, um mit ihm zusammen sein zu können, und du gibst ihm einfach so den Laufpaß. Ich fasse es nicht."

Katie grinste verschmitzt vor sich hin. Sie konnte sich nicht helfen, aber sie fühlte sich einfach großartig. Komme was wolle, aber die Knutscherei mit Adrian in der Großen Halle vorhin hatte sie in Hochstimmung versetzt.

„Tue dir keinen Zwang an, Leanne. Oliver ist seit gestern wieder zu haben, und vielleicht stellt er sich mit dir als Freundin besser an, als mit mir. Meinetwegen brauchst du deswegen auch nicht wirklich zu morden, aber wenn du es doch tun willst, würde ich dir Snape, Mrs. Norris oder Marcus Flint als mögliche Opfer vorschlagen. Keinem von denen würde ich auch nur eine Träne nachweinen."

Breit grinsend sah sie ihre Freundin an, die ihrerseits völlig entgeistert zurück sah, bis sie schließlich den Kopf schüttelte.

„Du bist völlig verrückt.", murmelte sie leise vor sich hin.

„Du wiederholst dich, Leanne.", konnte Katie es nicht unterlassen, ihre Freundin ein wenig aufzuziehen, doch es war nicht Leanne, die antwortete, sondern Caroline, die es genauso wenig fassen konnte, was Katie an diesem Abend getan hatte.

„Ich finde sie hat recht. Du bist definitiv völlig verrückt.", stand sie ihrer Freundin zur Seite. „Ernsthaft Katie, was ist an diesem Adrian Pucey so toll?"

Katie sah mit einem übermütigen Funkeln in den Augen zu Caroline rüber, die daraufhin gleich abwehrend die Hände hob.

„Weißt du was? Wenn ich mir das nochmal so recht überlege, will ich das eigentlich gar nicht so genau wissen."

„Schade.", meinte Katie verschmitzt. „Dabei hätte ich dir jetzt so gerne eine Antwort darauf gegeben."

„Hör auf.", rief Caroline laut auf und hielt sich gleichzeitig die Ohren zu. „Ich will gar nichts davon hören. Tue uns nur den Gefallen und ziehe uns da nicht mit rein, wenn die dich im Gemeinschaftsraum gleich auseinander nehmen."

Katie zuckte gelassen mit den Schultern, so als würde sie diese Aussicht völlig kalt lassen, dabei fühlte sie sich innerlich doch recht aufgewühlt, wenn sie an die Konfrontation dachte, die ihr gleich noch bevor stand. Aber sie hatte es ja nicht anders gewollt. Und mit der Aussicht auf noch einige dieser wirklich phänomenalen Küsse mit Adrian nahm sie diese Konfrontation gerne in Kauf.

Inzwischen waren sie am Portrait der fetten Dame angekommen und sowohl Caroline als auch Leanne sahen Katie unsicher an.

„Nimm es uns nicht übel, aber wir werden uns gleich wohl ganz schnell verdrücken.", meinte Caroline offen und ehrlich. „Ehrlich gesagt haben wir nämlich keine Lust, die Auswirkungen deiner Kurzschlußhandlung mit abzukriegen."

„Kurzschlußhandlung?", wiederholte Katie ungläubig. „Ich kann dir eins garantieren, Caroline, das mit Adrian und mir gerade war keine Kurzschlußhandlung, sondern eine Sache, die sich über Wochen hinweg aufgebaut hat und der wir nun endlich nachgegeben haben."

„Wie auch immer.", meinte Caroline abwinkend. „Ich bin jedenfalls nicht wild darauf, am gegenteiligen Ende des Ärgers von Oliver Wood, Lee Jordan und deinen Quidditchfreunden zu stehen. Denn die sind richtig sauer auf dich. Das kann ich dir garantieren."

„Wie überraschend.", murmelte Katie trocken vor sich hin und schob sich eine verwirrte Haarsträhne aus dem Gesicht, während Leanne der fetten Dame das Paßwort sagte, die daraufhin aufklappte.

Leanne und Caroline warfen ihr noch einen letzten, leicht mitleidigen Blick zu und waren kurz darauf verschwunden. Katie starrte ihnen irritiert nach, bis sie sah, wie das Portrait langsam wieder zu schwang.

„Schöne Freunde, die ich da habe.", murmelte sie vor sich hin und schnaubte dann verärgert.

„Du solltest es ihnen nicht übel nehmen, meine Liebe.", meinte die fette Dame leise glucksend.

„Was soll das denn heißen?", fragte Katie sie und sah sie skeptisch an.

„Damit meine ich, dass du dir heute Abend scheinbar ein gewaltiges Ding geleistet hast.", gab die fette Dame bereitwillig Auskunft. „Der ganze Turm brodelt und du solltest dir wirklich gut überlegen, ob du dich da im Moment wirklich rein wagen willst."

Katie runzelte jetzt wirklich skeptisch die Stirn, winkte dann jedoch ab.

„Es gibt nichts, wofür ich mich schämen müßte.", meinte sie rigoros. „Und mein Liebesleben geht nun wirklich niemanden etwas an. Würdest du mich also bitte rein lassen?"

„Wenn du mir das Paßwort sagst, gerne.", meinte die fette Dame belustigt.

„Du weißt, wer ich bin, und du weißt, dass ich das Paßwort kenne.", meinte Katie genervt. „Muß ich es wirklich laut aussprechen?"

„Ja", war die schlichte Antwort der fetten Dame.

„Nieder mit der Schlangenbrut", grummelte Katie vor sich hin und verdrehte die Augen. Welcher Idiot hatte sich eigentlich dieses Paßwort ausgedacht? Seit wann hatten sie überhaupt ganze Sätze bzw Slogans als Paßwort? Manchmal konnte man es mit der Häuserfehde zwischen ihrem Haus und dem der Slytherins auch ziemlich übertreiben und dies war definitiv so ein Fall.

„Es geht doch.", meinte die fette Dame und schwang bereitwillig zur Seite. „Hereinspaziert, meine Liebe. Und mach dich auf einen heftigen Empfang gefasst."

„Ja ja", grummelte Katie und stieg durch das Portraitloch. Manchmal konnte die fette Dame einem schon ziemlich auf die Nerven gehen.

Allerdings stellte sie sehr schnell fest, dass diese durchaus recht hatte. Die Stimmung im Gemeinschaftsraum schlug spürbar um, als sie ihn betrat. Schlagartig wurde es still und Katie konnte sich nicht bremsen, bevor ihr ein genervtes Stöhnen entfuhr.

„Was?", warf sie in die Runde. Ihre Hochstimmung, die sie auf der großen Marmortreppe gerade noch gehabt hatte, war wie weggeblasen.

„Was?", fragte jemand zurück und alleine an der Stimmlage konnte Katie schon hören, dass dieser Jemand sie nur spöttisch nachahmte und ihr absolut nicht abnahm, dass sie nicht wußte, was hier los war.

„Ja, Oliver. Was?", wiederholte sie trotzdem stur und drehte sich zu ihm um.

Dieser stemmte sich gerade aus einem Sessel vor dem Kamin hoch, in dem er bisher gesessen hatte und ging langsam auf sie zu. Aus den Augenwinkeln konnte Katie erkennen, dass sowohl Matt und David, wie auch Lee und ihre Teamkameraden in dieser Sofagruppe saßen. Wenn man mal von Harry absah, der sich immer schon ein wenig vom Team abgesondert hatte.

„Hör auf, hier die Ahnungslose zu spielen, Katie.", fuhr er sie an. „Du weißt ganz genau, was hier los ist. Was sollte das da gerade?"

Überdeutlich atmete Katie tief durch und sah Oliver durchdringend an. Er sollte ruhig merken, dass sie keine rechte Geduld hatte, sich mit ihm über die Szene in der Großen Halle zu streiten.

„Weißt du, Oliver. Bei den Muggeln gibt es ein Sprichwort. Es heißt: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Und jetzt darfst du mal in Ruhe darüber nachdenken, was das bedeuten soll. Ich werde mich solange auf meine Hausaufgaben konzentrieren."

Sie warf ihm einen finsteren Blick zu, griff nach ihrem Rucksack, den sie vor dem Abendessen in eine Ecke des Gemeinschaftsraums geschmissen hatte und ging zu einem der Tische nahe dem Fenster hinüber. Doch Oliver ließ sie gar nicht soweit gehen, sondern hielt sie am Handgelenk zurück. Heftig riss sie sich los, während sie gleichzeitig herum wirbelte.

„Laß mich gefälligst los, Oliver.", zischte sie ihm leise und deutlich drohend zu. „Du hast kein Recht, hier jetzt Erklärungen einzufordern. Die Zeiten sind vorbei."

„So ein Quatsch.", widersprach er ihr, machte jedoch keinen neuen Versuch, sie festzuhalten. „Das ist doch jetzt reiner Trotz von dir. Glaubst du, ich sehe das nicht?"

„Nein", gab Katie zurück. „Nein, das ist es ganz und gar nicht. Ob du es glaubst oder nicht, Oliver, aber als Adrian mich da unten heute geküßt hat, habe ich mich das erste Mal seit Wochen wieder richtig wohl gefühlt. Für ihn habe in dem Moment nur ich gezählt. Kein Quidditch, keine Häuserfehde. Nur ich. Und das ist etwas, was ich bei dir in letzter Zeit völlig vermisst habe. Ich war da, ich war selbstverständlich und wenn du nicht gerade mit Quidditch beschäftigt warst oder damit, mit Flint oder verschiedenen weiteren Slytherins Streitigkeiten anzufangen, dann kann es sein, dass du dich eventuell mal daran erinnert hast, dass du eine Freundin hast. Oder besser gesagt, hattest. Und darauf habe ich einfach keine Lust mehr, kapiert?"

„Ich habe dich nie als selbstverständlich angesehen, Katie. Das ist völliger Unsinn und das habe ich dir gestern auch schon gesagt.", schoss er zurück. „Ich hatte in letzter Zeit nur extrem viel um die Ohren, da kann ich mich nicht ständig um dich kümmern. Dafür mußt du auch Verständnis haben."

„Ständig? Ständig, Oliver?", brauste sie jetzt auf. „Ich erwarte nicht, dass du dich ständig um mich kümmerst, aber ich denke, ich konnte als deine Freundin erwarten, dass du dich zumindest an Versprechungen hältst oder mich nicht von einem Moment auf den anderen einfach so irgendwo stehen läßt, wenn Roger oder Cedric dir was wichtiges über die Schlangen stecken wollen. Ist es denn wirklich so schlimm, wenn sowas mal ein oder zwei Stunden auf sich warten läßt? Und ist es wirklich so viel verlangt, wenn ich zumindest auf ein „Herzlichen Glückwunsch" und einen Kuß von dir hoffe, wenn ich Geburtstag habe? Ein Geschenk muß ja gar nicht mal unbedingt sein, auch wenn das eigentlich an sich schon traurig ist, aber ich glaube nicht, dass du mir einen Vorwurf daraus machen kannst, wenn mir endgültig der Geduldsfaden reißt, wenn du meinen Geburtstag völlig vergißt."

„Also da muß ich ihr nun wiederum zustimmen.", meinte Matt nun, der wie alle anderen auch bisher schweigend zugehört hatte, wie sich Gryffindors ehemaliges Traumpaar heftig fetzte. „Das war wirklich keine Glanzleistung von dir, Kumpel."

„Das weiß ich selber, Matt.", fuhr Oliver seinen Freund an und warf ihm einen finsteren Blick zu. „Aber das ist noch lange kein Grund, um gleich Schluß zu machen und öffentlich mit diesem Pucey rumzuknutschen."

„Er heißt Adrian.", konnte Katie es sich nicht verkneifen einzuwerfen, was dazu führte, dass die versammelte Gryffindorschar überrascht nach Luft schnappte, weil sie so offen gegen einen Gryffindor für einen Slytherin eintrat. „Und du gewöhnst dich besser daran, dass ich öffentlich mit ihm rumknutsche."

„Ach ja?" Oliver sah sie verärgert an. „Hast du jetzt etwa vor, dauerhaft einen auf schwer verliebt mit ihm zu machen, oder was?"

„Wenn du es so nennen willst, ja.", gab Katie zurück und setzte sich jetzt an einen der Tische, während sie in ihrem Rucksack nach ihrem Verwandlungsbuch wühlte. „Wir haben da unten gerade nämlich beschlossen, es ernsthaft miteinander zu versuchen."

„Das werde ich nicht zulassen."

„Zu schade, dass du da inzwischen so kein Mitspracherecht mehr hast.", gab sie trocken zurück. Innerlich brodelte sie jedoch immer mehr. Was bildete er sich ein, jetzt einen auf eifersüchtig zu machen und sich ungerecht behandelt zu fühlen? Das war einfach nicht fair. Nicht nach all den Wochen, wo er völlig blind und taub durch die Gegend gelaufen war und nichts gehört und gesehen hatte, was um ihn herum vor sich gegangen war. Damals, als alles einfach nur Show gewesen war und nicht von ernsthaften Gefühlen geprägt war wie jetzt.

„Das werden wir ja sehen.", gab er jedoch verärgert zurück und stürmte davon. „Der Kerl wird mich jetzt mal richtig kennen lernen." Und kurz darauf schlug das Portraitloch hinter ihm zu.

Katie schüttelte den Kopf, setzte sich an einen Tisch und schlug schließlich seufzend das Verwandlungsbuch auf.

„Viel Spaß beim suchen.", murmelte sie leise. „Ich bezweifle allerdings stark, dass du ihn findest."

„Ach ja? Und warum nicht?"

Sie sah auf und sah direkt in Matts unterdrückt amüsierte Augen, der sich zu ihr setzte. Und auch David setzte sich auf die andere Seite zu ihr und sah sie abwartend an. Katie schob sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und zuckte mit den Schultern.

„Weil er gerade in diesem Moment in seinem eigenen Gemeinschaftsraum sitzt und für einen Test in Zaubereigeschichte büffelt.", gab sie gelassen Auskunft.

„Und das glaubst du ihm?", fragte David sie gelassen.

„Ja", gab sie ohne zu zögern zur Antwort, bevor sie abermals mit den Schultern zuckte. „Ich meine, ich kann natürlich nicht garantieren, dass ihn nachher nicht doch noch der Hafer sticht und er sich noch ein Weilchen verbotenermaßen in den Gängen rumschleicht, aber zumindest im Moment hat er ernsthaft vor zu lernen."

Eine Weile sahen die Jungs Katie einfach nur an, bis es dieser schließlich zuviel wurde und sie seufzend die Feder fallen ließ und den Kopf in den Händen abstützte.

„Ich weiß, dass das alles nicht so geplant war, okay?", meinte sie schließlich leise. „Aber der Schuss ist nunmal nach hinten los gegangen. Nicht alles läuft immer nach Plan und zumindest ich bin mit dieser Situation im Moment sehr viel glücklicher als mit der vorherigen. Es tut mir leid, dass Oliver dabei auf der Strecke bleibt. Wirklich. Aber in erster Linie muß ich einfach so langsam mal an mich denken. Das versteht ihr doch hoffentlich, oder?"

Fragend sah sie erst Matt und dann David an. Immer noch sagte keiner der Jungs ein Wort, doch Katie sah, wie sie sich eine Weile stumm ansahen und scheinbar mit Blicken das abklärten, was es abzuklären gab. Dann sah Matt Katie entschlossen in die Augen und warf ihr schließlich ein kleines Lächeln zu.

„Du hast recht. Wichtig ist in erster Linie, dass du wieder glücklich bist. Denn darum ging es schließlich von Anfang an.", meinte er leise und griff ohne recht hinzusehen nach ihrer Hand, um sie kurz zu drücken. „Und wenn es wirklich Adrian ist, der dich glücklich macht, dann waren es wohl gute Entscheidungen, die du da gestern und heute getroffen hast."

„Auch wenn du für ziemlichen Aufruhr gesorgt hast, als du da so provokant auf seinem Schoss rumgerutscht bist.", warf David verschmitzt grinsend ein.

Katie holte aus, um ihm einen Klaps zu verpassen, doch David lehnte sich leise lachend außer Reichweite.

„Ich bin nicht gerutscht. Er hat mich zu sich rangezogen.", gab sie grummelnd zurück, doch auch ihre Mundwinkel zuckten.

David brummte nur deutlich spöttisch, enthielt sich aber eines weiteren Kommentars. Von Matt kam ebenfalls leises Lachen, doch er wurde gleich darauf wieder ernst und sah Katie nochmal eindringlich an.

„Und sollte Oliver dir wirklich ernsthaft Ärger machen, sag Bescheid. Dann knöpfen wir ihn uns mal vor und öffnen ihm gründlich die Augen, okay?"

Katie nickte, lehnte es jedoch gleich ab, diesen Rat anzunehmen.

„Ich will euch da nicht noch weiter mit rein ziehen. Er ist euer Freund und ich will da nichts kaputt machen."

„Tust du nicht.", widersprach David ihr und stand auf. „Wir fetzen uns öfter mal. Auch Matt und ich. Aber wir vertragen uns auch wieder. Mach dir da mal keine Sorgen. Da machst du schon nichts kaputt."

Matt drückte ihr noch mal die Hand und stand ebenfalls auf.

„Wie gesagt, sag Bescheid, wenn er Ärger macht.", meinte er, zwinkerte ihr zu und ließ schließlich ihre Hand los. Zusammen mit David verzog er sich an einen der anderen Tische, um seine eigenen Hausaufgaben zu machen. Katie dachte noch einen kurzen Moment über das Angebot nach und schob den Gedanken dann zur Seite. Sie hatte es ernst gemeint, was sie gerade gesagt hat. Sie würde Matt und David nicht weiter in die Sache herein ziehen, als sie es ohnehin schon getan hatte. Auch wenn die ganze Sache ursprünglich von ihnen ausgegangen war. Oliver würde völlig ausflippen, wenn er davon erfuhr und das Ende einer jahrelangen, engen Freundschaft war ihre kleine Beziehungsrebellion einfach nicht wert.


Mit geschlossenen Augen lehnte Katie am Bücherregal und versuchte mühsam, ihren rasenden Pulsschlag wieder unter Kontrolle zu kriegen, während Adrian sein bestes gab, um genau diesen immer weiter in die Höhe zu jagen. Aufreizend langsam küßte er sich an ihrem Hals entlang bis zu ihrem Ohrläppchen hinauf, biß kurz hinein und lachte leise auf, als er hörte, wie Katie mal wieder erschrocken die Luft einsog. Er konnte sich einfach nicht helfen, aber er liebte es, wenn sie dabei so erschrocken zusammenzuckte . Und schließlich war es ja nicht so, als würde er ihr damit wirklich weh tun. Es war eher die Tatsache, dass sie damit überhaupt nicht rechnete und es wohl von Oliver auch nicht gewohnt war, dass er in solchen Momenten ein wenig provokant war. Überhaupt schien es ihr durchaus zu gefallen, wenn er die Kontrolle übernahm und ihr in gewissen Situationen jede Möglichkeit nahm, sich aus der Affäre zu ziehen. So wie im Augenblick, als er sie wie am allerersten Tag ihres kleinen Verwirrspiels an ein Bücherregal in der Bibliothek geschoben und ihre Hände mit seinen eigenen neben ihrem Kopf festgepinnt hatte.

Mit einem spöttischen Grinsen und einem übermütigen Funkeln in den Augen ließ er von ihrem Ohrläppchen ab und sah ihr tief in die Augen.

„Ich habe es von Anfang an gewußt, dass es dir gefällt, wenn ich dich ein wenig zu deinem Glück zwinge, Kitty.", meinte er leise und lockerte den festen Griff ihrer ineinander verschränkten Hände für einen Moment, nur um sie gleich wieder fest zu umfassen. „Geb's zu. Ich hätte dich damals schon küssen können, wenn ich gewollt hätte."

„Wenn ich mich recht erinnere, haben wir das damals auch schon geklärt.", gab sie leise zurück und warf ihm ein ehrliches Lächeln zu, dass ihm durch und durch ging.

„Mhmmm", meinte er und gab ihr einen federleichten Kuß auf die Stirn. „Und wenn ich mich recht erinnere haben wir auch festgestellt, dass du definitiv nicht an mich gedacht hättest, wenn ich es getan hätte."

„Aber auch nicht an ihn.", gab sie leise zurück, ihre Antwort von damals wiederholend.

Für einen endlosen Moment sahen sie sich in die Augen, bevor Adrian seinen Blick auf ihre Lippen lenkte und seine eigenen wie in Zeitlupe wieder auf ihre senkte. Ein zufriedener Seufzer entfuhr Katie, als er langsam mit der Zunge über ihre Unterlippe fuhr und dann leicht anstupste, um sie dazu zu bringen, sie zu öffnen.

Katie kam dieser Aufforderung ohne zu zögern nach. Ihr Magen machte einen Salto rückwärts und ihr Herz hüpfte unkontrolliert in ihrer Brust, und nur die Tatsache, dass Adrian ihr ihren Mund gerade fest verschloss, garantierte ihr, dass es ihr nicht aus selbigem heraus hüpfte. Sie hatte keine Ahnung, wie er es immer wieder schaffte, aber bei jedem Kuß brannten ihr völlig die Sicherungen durch und in ihrem Kopf war nur noch Nebel. Sie spürte nur noch Adrians Lippen auf ihren, seine Zunge, die mit ihrer eigenen einen mal langsamen, zärtlichen Kampf auskämpfte und mal einen leidenschaftlichen, atemlosen, bei dem ihr regelmäßig die Knie weich wurden.

Sie waren zwar erst seit zwei Tagen zusammen, aber ihr kam es schon wie eine kleine Ewigkeit vor. Vor allem weil Adrian nie lange fackelte und sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit schnappte und versuchte, sie besinnungslos zu küssen. Egal ob es in der Menge in der Eingangshalle oder der Großen Halle war, auf irgendeinem Gang zwischen den Unterrichtsstunden, aus versteckten Geheimgängen heraus, in die er sie einfach ohne Widerrede zu dulden hinein zog, oder so wie jetzt in der Bibliothek. Dass es dabei nie lange dauerte, bis sie scheinbar ganz zufällig von einem von Katies Freunden oder Oliver selber erwischt wurden, wurde langsam auffällig. Katie nervte dies extrem, da es schließlich ihre eigene Sache war, mit wem sie zusammen war, doch sie hatte das unbestimmte Gefühl, dass Adrian eigentlich immer nur auf diese Momente wartete und alles tat, um ihre Freunde so richtig auf die Palme zu bringen.

So wie jetzt scheinbar auch, denn er hatte inzwischen ihre Hände los gelassen, die sie jetzt locker um seinen Nacken geschlungen hatte, während er mit seinen eigenen langsam die Bluse ihrer Schuluniform aus ihrem Rock heraus zog. Nur mühsam konnte sie sich ein Lachen verkneifen, als sie den Kuß abbrach und ein wenig atemlos fragte, was genau er denn mit dieser Aktion eigentlich beabsichtigte.

„Wonach sieht es denn aus, Kitty?", fragte er leise zurück und sah ihr tief in die Augen, während seine Hände sich langsam aber definitiv nicht zögerlich unter ihre Bluse schoben. „Ich bin gerade dabei, dich in einer viel zu öffentlichen Bibliothek zu unanständigen Dingen zu verführen." Sie sog zischend die Luft ein, als seine herrlich warmen Hände mit ihrer nackten Haut in Berührung kamen und lehnte den Kopf schließlich mit geschlossenen Augen zurück an das Bücherregal hinter ihr. „Und so wie ich das einschätze, scheint es dir auch noch sehr gut zu gefallen."

Katie wollte gerade zu einer amüsierten Erwiderung ansetzen, als sich jemand nicht weit entfernt laut und vernehmlich räusperte. Ihre Augen flogen erschrocken auf und sie sah direkt in Angelinas deutlich verärgertes Gesicht, die keine drei Meter entfernt am Ende des Regals stand und Adrian mit Blicken regelrecht erdolchte. Dieser machte sich allerdings gar nicht erst die Mühe, sich zu ihr umzudrehen, sondern sah Katie weiterhin an, während seine Hände sich langsam weiter an Katies Taille entlang nach oben schoben, bis sie den unteren Rand ihres BHs erreicht hatten. Erst dort hielt er an, wie Katie doch innerlich erleichtert feststellte. Denn weiter hätte sie es ihm auch nicht erlaubt. Das wäre ihr dann doch deutlich zu schnell und zu weit gegangen.

„Gibt es ein Problem, Johnson?", fragte er so desinteressiert, als würde er sich mit Professor Binns über Koboldaufstände unterhalten.

„Oh, es gibt definitiv ein Problem, Pucey.", fauchte sie ihn an und warf Katie einen vorwurfsvollen Blick zu, den diese mit einem genervten Augenverdrehen beantwortete. „Wenn ich nicht in genau drei Sekunden deine Hände wieder sehen kann, kann deine Mama froh sein, wenn noch genug Körperteile von dir über bleiben, um sie beerdigen zu können. Habe ich mich klar genug ausgedrückt?"

„Klar und deutlich.", gab er gelangweilt zurück. „Die Frage ist nur, warum ich mich an das halten sollte, was du von mir willst. Soweit ich weiß, geht es dich nämlich nichts an, wo ich meine Hände habe, solange ich sie nicht unter deine Bluse schiebe. Wie wäre es also, wenn du einfach wieder abschiebst und mich mit meiner Freundin in Ruhe weitermachen läßt, was wir gerade vor haben, hm?"

„Das werde ich ganz sicher nicht tun. Glaube ja nicht, dass wir nicht wissen, was du hier für eine Nummer abziehst.", giftete sie zurück. „Du magst Katie vielleicht völlig den Kopf verdreht haben mit deinem verlogenen Süßholzgeraspel, aber uns nicht. Und wir werden ganz bestimmt nicht zulassen, dass du sie nur benutzt, um uns zu provozieren."

„Angelina, bitte ...", begann Katie nun doch sich einzumischen, bevor die Situation außer Kontrolle geraten konnte, doch Angelina fiel ihr gleich verärgert ins Wort.

„Nein Katie. Du kannst nicht von uns erwarten, dass wir tatenlos dabei zusehen, wie du dabei bist, in dein Unglück zu rennen, nur weil du gerade eine Mordswut auf Oliver hast. Es mag vielleicht nicht recht sein, was er sich in den letzten Wochen alles geleistet hat, aber das ist noch lange kein Grund, dich gleich der erstbesten Schlange an den Hals zu werfen, die dir über den Weg läuft, nachdem du ihm den Laufpass gegeben hast."

Amüsiertes Gelächter kam von Adrian, als er sich jetzt doch zu Angelina umdrehte.

„Erstbeste Schlange?", wiederholte er mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. Seine Hände steckten immer noch unter Katies Bluse, auch wenn sie inzwischen wieder ein wenig nach unten gerutscht waren und ihre Taille fest umfassten. Seine Daumen fuhren in sanften Kreisen über ihre Haut, was Katie kleine wohlige Schauer durch den Körper jagte, wie er hochzufrieden feststellte. „Mir scheint, die Blindheit eures Kapitäns ist ansteckend. Ich bin nämlich ganz sicher nicht die erstbeste Schlange, die Katie über den Weg gelaufen ist, sondern die Schlange, die schon seit Wochen mit ihr flirtet und ihr den Kopf verdreht, ohne dass ihr es scheinbar bemerkt habt."

„Soweit mir bekannt war, hast du ihr Nachhilfestunden in Zaubertränke gegeben, was ich sowieso nicht so recht nachvollziehen kann, Pucey."

„Oh, ihr Leichtgläubigen", stöhnte Adrian mit einem unterdrückten Lachen auf und grinste jetzt Katie an, die nur wieder die Augen verdrehte. „Und du glaubst wirklich, mit einem Team voller blinder und tauber Spieler kannst du uns übermorgen besiegen? Im Leben nicht." Er drehte den Kopf wieder zu Angelina und grinste sie jetzt so unverschämt an, dass diese Mühe hatte, ihm nicht sofort an den Hals zu springen und ordentlich zu zu drücken. „Der einzige, der das alles wirklich durchschaut hat und irgendwann wußte, dass diese Nachhilfestunden nur Mittel zum Zweck waren, war dein Freund mit der großen Klappe. Er war der einzige, der mir wirklich gefährlich wurde. Ihr dagegen wart nicht mal am äußersten Rand auf meinem Gefahren-Radar zu sehen. Auch wenn ich das nach der kleinen Show an dem Tisch da drüben vor kurzem noch gedacht habe."

„Na bitte, Katie.", meinte Angelina jetzt. Sie sah Katie triumphierend an und wies vorwurfsvoll mit der ausgestreckten Hand auf Adrian. „Reicht dir das nicht? Er gibt ja praktisch zu, dass er dich nur benutzt."

„Nein Angelina. Du kapierst das nicht.", meinte Katie müde und schüttelte bedauernd den Kopf. „Diese Nachhilfestunden mögen vielleicht in gewisser Hinsicht Mittel zum Zweck gewesen sein, aber es waren meine Mittel für meinen Zweck. Nicht seine."

„Was?" Angelina runzelte verwirrt und immer noch verärgert die Stirn, und versuchte Sinn in Katies Aussage zu kriegen, was ihr aber scheinbar nicht gelang.

„Vergiß es, Kitty. Das ist zu hoch für kleine Löwenköpfe.", meinte Adrian leise lachend und zuckte gleich darauf zusammen, als Katie ihm schmerzhaft auf den Fuß trat.

„Hey, ich bin auch eine Löwin, klar?", fauchte sie ihn an.

„Glasklar.", gab er leicht gepresst zurück und rieb sich den Fuß verstohlen an der Wade des anderen Beins, während er sich bemühte, keine Miene zu verziehen. Sie hatte nämlich nicht wirklich vorsichtig zugetreten, wie er festgestellt hatte. Allerdings hätte es ihn auch stark gewundert, wenn sie es getan hätte. Immerhin war ja ihr Hausstolz nicht plötzlich weniger präsent, nur weil sie jetzt mit ihm zusammen war. „Und es tut mir wirklich leid, wenn ich dich jetzt versetzen muß, aber mein Kapitän macht mich einen Kopf kürzer, wenn ich zu spät zum Training komme."

„Na, dann will ich dich mal nicht aufhalten.", meinte Katie mit einem verschmitzten Grinsen. „Ihr scheint Training ja scheinbar bitter nötig zu haben."

„Reiz mich nicht, Kitty.", gab er leicht drohend zurück, kniff sie kurz in die Seiten, was ein leicht erschrockenes Aufquieken ihrerseits zur Folge hatte, und gab ihr einen provokant innigen Kuß - womit er in diesem Moment mehr Angelina reizen wollte und weniger Katie - bevor er seine Hände unter ihrer Bluse hervor zog und einen Schritt zurück trat. „Du weißt schließlich nie, wann und wo ich dich das nächste Mal erwische. Und dann ist vielleicht keiner deiner Bodyguards da, um dich vor dem großen, bösen Slytherin zu bewahren."

Katie schnaubte und kämpfte hart darum, dem Grinsen nicht nachzugeben, dass sich auf ihre Lippen schleichen wollte.

„Ich werde jederzeit und überall mit dir fertig, Adrian. Dazu brauche ich keine Bodyguards.", gab sie herausfordernd zurück.

Adrian lachte daraufhin nur, sah Angelina deutlich herausfordernd in die Augen, als er an ihr vorbei ging, und verschwand schließlich hinter dem Regal in Richtung Ausgang. Katie lehnte sich dagegen wieder zurück an das Regal, schloss die Augen und vergrub das Gesicht in den Händen.

„Was ist so schwierig daran zu glauben, dass das mit Adrian und mir wirklich ernst gemeint ist, Angelina?", nuschelte sie durch ihre Hände und ließ diese dann langsam sinken, während sie müde den Kopf zur Seite drehte und ihre Freundin ausdruckslos ansah. „Warum könnt ihr das nicht einfach stumm hinnehmen, wenn ihr es schon nicht akzeptieren könnt? Es ist schließlich meine Entscheidung, mit wem ich mich einlasse und mit wem nicht, und definitiv nicht eure."

„Es ist solange deine Entscheidung, wie du dazu in der Lage bist, das ganze objektiv zu beurteilen, Katie.", gab Angelina zurück, und sämtlicher Ärger der vorhin noch darin mit geschwungen war, war jetzt völlig verschwunden. Stattdessen war deutliche Besorgnis zu hören. „Und das ist in diesem Fall definitiv nicht der Fall. Der Kerl hat dir vollkommen den Kopf verdreht und du merkst gar nicht, wie er dich nur benutzt. Und solange du das nicht merkst, werden wir ihn davon abhalten, dich völlig unter seine Kontrolle zu kriegen und zu manipulieren. Das sind wir dir als deine Freunde schuldig."

Mit einem resignierten Seufzer stieß Katie sich schließlich vom Regal ab und ging auf Angelina zu.

„Die einzigen, die hier kontrollieren und manipulieren, sind meine sogenannten Freunde, Angelina.", meinte sie leise. „Und du kannst mir eins glauben: Das tut verdammt weh. Denn sowas verstehe ich nicht unter Freundschaft."

Und mit diesen Worten lies sie ihre Freundin und Teamkameradin einfach stehen und verließ die Bibliothek.


Kopfschüttelnd stand Katie knappe vier Stunden später im Krankenflügel und sah auf ihre merkwürdig verunstalteten Teamkameraden und den nicht minder verrückt aussehenden Stadionsprecher hinunter. Allen dreien wuchs wildes Grünzeug aus den Ohren, dass Madame Pomfrey ohne lange darüber nachzudenken als relativ ungefährliches, wenn auch ziemlich störendes Knollenblätterkraut bezeichnete. Störend vor allem in den Momenten, wo es durch eigentlich nett angelegte Zauberergärten wucherte oder wie in diesem Fall aus menschlichen Körperöffnungen. Zauber und Flüche schienen recht resistent gegen dieses Unkraut zu sein, denn egal was die Schulkrankenschwester versuchte, die Wucherungen waren nicht zu stoppen. Alicia, Angelina, Oliver und Matt, der mal wieder seinen freiwilligen Krankenflügeldienst ableistete, hatten alle Hände voll zu tun, dieses wild und scheinbar immer schneller wachsende Unkraut mit Heckenscheren aus dem Muggelkundeunterricht abzuschneiden, um dem Chaos wenigstens einigermaßen Herr zu werden. Madame Pomfrey kramte derweil leise vor sich hin schimpfend durch ihren Medizinschrank und blätterte immer mal wieder durch eins der Bücher, dass Professor Sprout ihr für solche Extremfälle mal besorgt hatte. Natürlich gab es wirkungsvolle Unkrautvernichtungstränke gegen Knollenblätterkraut. Das Problem war nur, dass sie sich nicht mit menschlicher Haut vertrugen und so nicht in die Ohren der drei bedauernswerten Opfer geträufelt werden konnten, ohne ziemlichen Schaden zu verursachen.

„Es ist immer wieder dasselbe Theater, wenn eure Teams gegeneinander spielen.", schimpfte Madame Pomfrey leise vor sich hin, zog eine kleine Phiole aus dem Schrank, warf einen kurzen Blick auf das Etikett und stellte es schließlich kopfschüttelnd wieder in den Schrank. „Wann lernt ihr endlich mal die Bedeutung von Sportsgeist und Fairplay? Man sollte eure Teams wirklich mal für die ein oder andere Saison suspendieren. Vielleicht lernt ihr dann endlich mal, euch anständig zu benehmen."

„Hier ging es ausnahmsweise mal wirklich nicht um Quidditch, Madame Pomfrey.", grummelte Lee schlecht gelaunt vor sich hin, der Katie gleichzeitig einen finsteren Blick zuwarf.

Diese lehnte mit verschränkten Armen an einer Säule und weigerte sich schlichtweg zu helfen. Sie sah nämlich nicht ein, warum sie das nötig haben sollte. Schließlich hatte sie ihren Freunden oft genug in den letzten paar Tagen gesagt, dass sie sich nicht in Dinge einmischen sollten, die sie nichts angingen, und wer nicht hören konnte, mußte halt fühlen. So einfach war das.

Madame Pomfrey schnaubte jedoch nur und kramte weiter in ihrem Medizinschrank rum. Es war offensichtlich, dass sie ihm kein Wort glaubte.

„Du brauchst mich gar nicht so giftig anzusehen, Lee.", meinte Katie jetzt, stieß sich von der Säule ab und schlenderte gelassen Richtung Ausgang. „Ihr seid definitiv selbst schuld an dieser Sache. Euer Ohrenunkraut hättet ihr definitiv verhindern können, wenn ihr euch nicht in fremde Angelegenheiten einmischen würdet."

„Also da bin ich definitiv anderer Meinung.", schoss Alicia zurück und ließ die Heckenschere so knapp an Georges linken Ohr zuschnappen, dass dieser erschrocken zurückzuckte, aus berechtigter Angst ein Ohr zu verlieren. „Sorry, George. Aber ich habe doch recht. Wenn Katie endlich kapieren würde, dass das hier definitiv keine fremden Angelegenheiten sind, in die wir uns einmischen, müssten wir uns nicht dauernd streiten und hätten auch dieses Unkrautproblem nicht."

„Wer's glaubt.", schnaubte Katie. „Ihr würdet euch doch auch so mit denen fetzen. Egal ob ich nun was mit einem von denen habe oder nicht. Schiebt jetzt also nicht mir die Schuld in die Schuhe."

„Sag mal, auf wessen Seite stehst du eigentlich, Katie?", mischte Oliver sich jetzt verärgert in das Gespräch ein und warf die lange Ranke auf den Boden, die er gerade knapp unterhalb von Freds rechtem Ohr abgeschnitten hatte. „Hat dieser Idiot dich jetzt schon soweit manipuliert, dass du vergisst, zu welchem Haus und vor allem zu welchem Team du eigentlich gehörst, oder was?"

Katie verschlug es für einen Moment die Sprache und sie sah sich ungläubig zu ihrem Exfreund um. Sie schüttelte kurz den Kopf, um diesen wieder frei zu kriegen, und ging ein paar Schritte zurück auf ihre Teamkameraden zu.

„Das meinst du jetzt nicht wirklich ernst, oder?", fragte sie ihn fassungslos.

Oliver verdrehte jedoch nur die Augen, setzte die Heckenschere an und schnitt wieder ab, denn das Knollenblätterkraut wuchs langsam aber sicher bedenklich schnell.

„Ich meine das bitterernst, Katie.", meinte er jedoch gepresst. „Wie weit hat er dich schon unter Kontrolle? Wie weit kann ich mich übermorgen darauf verlassen, dass du für uns spielst und nicht für die?"

Katie hatte das Gefühl, als hätte ihr jemand mit dem Holzhammer brutal vor den Kopf geschlagen. Sie fühlte, wie sechs Augenpaare sie durchdringend musterten und konnte es einfach nicht fassen, was diese Blicke sagten. Glaubten die wirklich allen ernstes, sie würde mit den Slytherins gemeinsame Sache machen, nur weil sie jetzt mit Adrian zusammen war? Glaubten die ernsthaft, sie würde sich beim Spiel zurückhalten und nicht mit allem was sie hatte um den Pokal kämpfen? Das konnte doch nicht wirklich deren Ernst sein?

„Also das geht jetzt definitiv zu weit, Oliver.", meinte Matt jetzt, der sich als einziger nicht von der explosiven Grundstimmung anstecken ließ, die im Augenblick im Krankenflügel vorherrschte, sondern scheinbar die Ruhe selbst war. Katie warf ihm einen dankbaren Blick zu, denn sie wäre jetzt definitiv nicht dazu in der Lage gewesen, etwas auf diese völlig aus der Luft gegriffenen Unterstellung zu erwidern. „Egal mit wem sie zusammen ist, Katie ist durch und durch eine Gryffindor. Das hat sie in der Vergangenheit mehrfach deutlich bewiesen."

„In der Vergangenheit hat sie sich auch nicht mit so einer Schlange von Slytherin eingelassen und sich von ihm zu einer Marionette umwandeln lassen, Matt.", fauchte Oliver seinen Freund finster an und warf die Heckenschere jetzt zu Boden, dass es nur so schepperte. „Aber damit ist es jetzt vorbei. Ich werde diesem Kerl jetzt mal klar und deutlich sagen, was ich davon halte, dass er sich an meiner Freundin vergriffen hat."

Ex-Freundin!", warf Katie verärgert ein und stürmte hinter ihm her aus dem Krankenflügel, um ihn daran zu hindern, in der voll besetzten Großen Halle einen handfesten Streit mit Adrian vom Zaun zu brechen. Sie wußte immerhin genau, dass dieser seit Tagen nur auf diesen Moment wartete und sich keinesfalls in falscher Zurückhaltung üben würde. Und egal mit wem sie gerade zusammen war und mit wem nicht, Tatsache war, dass sie in zwei Tagen einen spieltauglichen Kapitän brauchten, um den Pokal zu gewinnen. Und genau darauf würde Adrian ganz sicher keine Rücksicht nehmen. Das wußte sie mit tödlicher Sicherheit.

„Darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, Katie.", gab Oliver zurück, ohne sich umzudrehen und stürmte die Treppe am Ende des kleinen Gangs hinunter. „Glaube ja nicht, dass ich dich einfach so kampflos aufgebe."

Katie schnaubte verärgert und schüttelte dann resigniert den Kopf.

„Was hätte ich nicht dafür gegeben, wenn du das vor zwei oder drei Wochen gesagt hättest.", murmelte sie frustriert vor sich hin, so dass er es nicht hören konnte. „Aber nein, du Idiot hast wie immer treffsicher das völlig falsche Timing. Großartig."

Keine zwei Minuten später stürmte Oliver durch die Tür in die Große Halle hinein, wo sich schon ein Großteil der Schüler zum frühen Abendessen eingefunden hatte, und hielt schnurstracks auf den Slytherintisch zu. Katie war knappe fünf Meter hinter ihm und warf ihm alle möglichen Mordversionen an den Hals, die ihr so spontan einfielen, was Oliver jedoch entweder nicht hören wollte oder in seiner Wut auf Adrian tatsächlich nicht hörte.

„PUCEY?! Wo steckst du kleine Kanalratte? Zeig dich gefälligst, damit ich dir gründlich den Hals umdrehen kann."

Ziemlich verblüfft drehte Adrian sich am oberen Drittel des Slytherintischs um und sah den mordlüsternden Gryffindorkapitän auf sich zu stürmen. Ein übermütiges Funkeln trat in seine Augen, als er sich gelassen ein Stück weiter auf der Bank herum drehte und einen Blick an diesem vorbei auf seine Freundin warf, die mit einem ebenso mordlüsternden Blick hinter diesem her gestürmt kam, was ihn äußerst amüsierte. Das war genau der Moment, auf den er sich seit Wochen gefreut hatte und den er jetzt so lange wie möglich genießen würde.

„Na, jetzt wird's interessant.", meinte Chris Warrington neben ihm spöttisch und auch die anderen Slytherins um ihn herum nickten grinsend.

Adrian warf ihm einen kurzen amüsierten Seitenblick zu und wandte seine Aufmerksamkeit dann wieder auf Oliver, der inzwischen fast vor ihm stand und sich kaum beherrschen konnte. Kurz darauf hatte dieser ihn an seinem Robenkragen gepackt und von der Bank hochgezogen.

„Du wirst gefälligst deine Drecksgriffel von Katie lassen und aufhören, deine miesen, kleinen Spielchen mit ihr zu spielen, kapiert?", knurrte dieser ihn drohend an.

„Oliver, hör gefälligst auf damit! Und laß ihn sofort los! Du spinnst ja wohl!", fuhr Katie ihn an und versuchte, sich zwischen ihn und Adrian zu drängen, um die beiden auf Abstand zu kriegen. Sie hatte ein verdammt ungutes Gefühl bei dieser Sache und hoffte inständig, dass dieser Zusammenprall der beiden Kontrahenten glimpflich vonstatten ging. Doch weder Oliver noch Adrian beachtete sie in diesem Moment, wie sie verärgert feststellte.

„Du mußt vollkommen irre sein, wenn du glaubst, dass du mit dieser Aktion einfach so davon kommst, Wood.", meinte er und machte keinerlei Anstalten, Olivers Klammergriff um seine Robe zu lösen. „Im Gegensatz zu dir brauche ich nämlich nur einmal zu husten und schon haben meine Leute dich ausgeschaltet. Was man von deinen Leuten nicht unbedingt sagen kann. Wo stecken die überhaupt alle? Es gibt doch nicht etwa Schwierigkeiten bei euch, oder?"

Katie schoss ihm einen finsteren Blick zu, den sie auf die unterdrückt auflachenden Slytherins ausweitete, sagte jedoch nichts dazu. Sie hatte sich im Krankenflügel entschlossen, nicht beim Unkraut vernichten zu helfen, aber genauso wenig würde sie sich hier öffentlich dazu äußern. Den Gefallen würde sie ihnen nicht tun. Denn genau darauf hatten die Slytherins es scheinbar angelegt.

„Ich hab's halt nicht nötig mich hinter einem Haufen Mitläufer zu verstecken, du Scheißkerl!", fuhr Oliver ihn an, löste den Griff jedoch und verpaßte Adrian einen heftigen Schlag vor den Brustkorb, der diesen doch einige Zentimeter zurück taumeln ließ, bevor die Bank an seinen Waden ihn wieder einigermaßen stabilisierte. Warnend hob Oliver den Zeigefinger in seine Richtung. „Aber ich warne dich gerne noch einmal. Hör auf mit diesen Spielchen oder ich mach dich fertig."

„Oliver!", fauchte Katie ihn nochmal an, doch wieder wurde sie von beiden Jungs völlig ignoriert.

Scheinbar völlig gelassen, doch mit einem gefährlichen Funkeln in den Augen, strich Adrian sich die Robe wieder glatt, bevor er antwortete.

„Ich spiele nur die Spielchen mit ihr, die sie mir zu spielen erlaubt.", meinte er kalt und drohend. „Und ich weiß ja nicht so recht, ob es dir überhaupt mal bewußt geworden ist, während du mit ihr zusammen warst, aber deine Exfreundin ist nun wahrlich kein Unschuldsengel, wenn es darum geht, gewisse Spielchen zu spielen."

„Adrian!", brauste Katie jetzt auf und sah ihren aktuellen Freund giftig an.

Dieser zuckte gelassen mit den Schultern und sah ungerührt zurück.

„Was? Willst du etwa wirklich behaupten, dass das nicht stimmt, Kitty? Komm schon. Du weißt genau, dass ich mir das gerade nicht aus den Fingern gesogen habe."

„Mag sein, aber das geht hier niemanden etwas an.", fuhr sie ihn an, was für unterdrücktes Gelächter vom Slytherintisch sorgte, während am Hufflepufftisch nebenan mal wieder heftig getuschelt wurde. „Und hört gefälligst endlich mit diesem Theater hier auf. Das ist ja nicht zum aushalten."

„Sag das nicht mir. Sag das ihm. Er ist hier derjenige auf dem Kriegspfad. Ich wollte lediglich völlig in Ruhe zu Abend essen."

„Ich bin aus einem guten Grund auf dem Kriegspfad, Pucey. Glaubst du ernsthaft, ich merke nicht, was für eine Show du hier abziehst? Glaubst du ernsthaft, ich merke nicht, wie du auf wirklich hinterhältige Tour versuchst, Katie zu manipulieren?" Die Mordlust in Olivers Augen wurde noch größer, falls das überhaupt möglich war. Adrian sah mit spöttisch hochgezogener Augenbraue zurück und schien den deutlich verärgerten Gryffindorkapitän absolut nicht ernst zu nehmen. „Aber ich kann dir eins garantieren, Pucey. Das läuft dir nicht mit. Übermorgen wird dein ganzer sorgfältig durchdachter Plan in sich zusammen fallen wie ein Kartenhaus, denn sie wird euch da draußen fertig machen. Dir wird es nicht gelingen, sie zu euren Gunsten zu manipulieren, um diesen Pokal zu gewinnen. Wir werden diejenigen sein, die am Ende lachen. Da gebe ich dir Brief und Siegel drauf."

Bevor Adrian auch nur die Chance hatte, darauf etwas zu erwidern, kam von Katie ein lautes frustriertes Stöhnen.

„Merlin, steh mir bei. Laß nicht zu, dass ich zwei Tage vor dem Finale noch zum Kapitänsmörder werde.", stöhnte sie und fuhr sich resigniert mit der Hand über das Gesicht, bevor sie sich wieder den aktuell wichtigen Dingen im Leben zuwandte.

Damit war es jetzt auch mit Adrians Beherrschung vorbei. Breit grinsend trat er einen Schritt auf Oliver zu und konnte sich nur mühsam daran hindern laut zu lachen.

„Und du wunderst dich echt, dass sie zu mir gerannt kommt, wenn sie für dich in erster Linie nur Mittel zum Zweck für diesen verfluchten Pokal ist?", fragte er mit soviel Spott in der Stimme, dass die Slytherins am Tisch hinter ihm erneut in amüsiertes Gelächter ausbrachen. „Ernsthaft Wood, du tust mir einfach nur leid. Vielleicht solltest du dir bei Gelegenheit mal einen guten Beziehungsratgeber kaufen. Dann hast du vielleicht Glück und mit der nächsten Freundin klappt es besser." Ohne hinzusehen streckte er die Hand nach Katie aus und zog sie zu sich ran, um ihr besitzergreifend die Hand um die Hüfte zu legen. „Diese hier hast du mit deinen falschen Prioritäten definitiv verspielt."

Mit Olivers Beherrschung war es nach dieser Geste endgültig vorbei. Mit einem wirklich deftigen Fluch auf den Lippen wollte er sich auf Adrian stürzen, der ihn immer noch spöttisch und herausfordernd angrinste, und gar nicht daran dachte, Katie los zu lassen. Doch beide hatten sie nicht mit Katie gerechnet, die sich im gleichen Augenblick los riss und Oliver mit ungeahnten Kräften nach hinten schob.

„Verfluchte Hölle nochmal, Oliver!", brüllte sie ihn an. „Komm endlich wieder zu Verstand. Merkst du denn nicht, dass das alles reine Provokation ist? Unsere Treiber haben die heute schon aus dem Verkehr gezogen. Laß nicht auch noch zu, dass die auch dich noch in den Krankenflügel bringen. Ich kann die schließlich übermorgen nicht alleine fertig machen."

„Du solltest auf deine Ex hören, Wood.", riet Adrian ihm und setzte sich breit grinsend wieder auf die Bank. „Die Kleine ist gar nicht so naiv, wie du immer zu glauben scheinst."

„Ich habe nie ...", fing Oliver an, wurde jedoch rigoros von Katie unterbrochen, die ihn immer noch krampfhaft festhielt und von den Slytherins wegzuschieben versuchte.

„Laß es, Oliver.", warnte sie ihn. „Laß uns hier verschwinden, verflucht nochmal."

Sehr zu Adrians Missfallen ließ Oliver sich schließlich doch endlich auf die wirklich vernünftigen Argumente von Katie ein und ließ sich von ihr mitziehen. Doch lange ließ er sich nicht so behandeln. Nach knappen zehn Schritten riss er sich los und verschwand schimpfend und fluchend aus der Großen Halle hinaus und bog in die Richtung ab, aus der er vorhin gekommen war. Seufzend schüttelte Katie den Kopf und beschloss, ihm nicht zurück in den Krankenflügel zu folgen, wo sie ja doch nicht helfen würde, sondern zum Gryffindortisch hinüber zu gehen, um selber was zu essen.

„Kitty?"

Fragend drehte sie sich um und sah zu Adrian hinüber, der gute zehn Meter von ihr entfernt am Slytherintisch saß und sie übermütig angrinste.

„Was?", gab sie nicht sonderlich freundlich zurück.

Doch Adrian ließ sich davon nicht beeindrucken, sondern warf ihr leise vor sich hin lachend einen Luftkuß zu. Katie verdrehte die Augen und wandte sich wieder ab, um ihren Weg fort zu setzen. Doch sie konnte nichts dagegen tun, dass ihre Mundwinkel leicht zuckten.

„Glaube ja nicht, dass ich darauf herein falle, Pucey.", rief sie ihm zu, ohne ihn anzusehen. „In einem hat mein Kapitän nämlich durchaus recht. Ich werde mich von dir definitiv nicht manipulieren lassen und dich übermorgen mit absoluter Sicherheit vollkommen fertig machen."

Zustimmendes Johlen vom Gryffindortisch war die Antwort darauf, dass von Applaus und Fußgetrampel vom Ravenclaw- und Hufflepufftisch, sowie von deutlich belustigten Buh-Rufen vom Slytherintisch begleitet wurde. Es dauerte eine Weile, bis der Lautstärkepegel wieder soweit abebbte, dass Adrian sich verständlich machen und zu einer Erwiderung ansetzen konnte. Katie hatte sich in diesem Moment schon neben David am Gryffindortisch nieder gelassen und angelte mit ausgestrecktem Arm nach dem Krug mit dem Kürbissaft.

„Dazu mußt du mich mit deinem drittklassigen Besen erstmal kriegen, Bell.", rief er ihr spöttisch zu.

Wieder waren Johlen, Applaus, Buh-Rufe und Kommentare von allen Tischen zu hören, doch Katie winkte gelassen ab und kippte sich Saft in ihren Becher.

„Weißt du, Pucey", meinte sie so uninteressiert, als würde sie über das Wetter reden, aber laut genug, dass er es hören konnte. „Es gibt Teams, die gut mit der Klappe umgehen können und es gibt Teams, die tatsächlich wissen, wie man Quidditch spielt. Die Kunst an der ganzen Sache ist, im richtigen Moment im richtigen Team zu sein."

Dröhnendes Gelächter war nach dieser schlagfertigen Antwort vom Gryffindortisch aus zu hören und auch die Ravenclaws und Hufflepuffs fielen so lautstark mit ein, dass die Reaktion der Slytherins völlig unter ging. Doch als Katie kurz darauf den Becher ansetzte und über den Rand hinweg durch die versammelten, äußerst belustigten Schüler hinweg zu ihrem Freund hinüber sah, konnte sie sehen, wie er ihr einen zwar belustigten, doch deutlich herausfordernden Blick zuwarf. Breit grinsend gab sie diesen zurück und diesmal beantwortete sie auch den Luftkuß, den er ihr danach zuwarf, so, wie Adrian es gerne hätte. Sie mochten zwar in verschiedenen Teams und verfeindeten Häusern sein, aber gerade das machte ihre Beziehung erst so richtig interessant. Sie genoss das Zusammensein mit ihm von Tag zu Tag mehr. Allen Zweiflern zum Trotz.


A/N: Und? Was meint ihr? Wieder 5 Reviews? Oder doch mehr/weniger? Überrascht mich und sagt mir, was ihr von der aktuellen Entwicklung der Ereignisse haltet.