Zusammenfassung:

Hermione, die eine Hausarbeit für Professor Binns zu schreiben hat, stößt bei ihren Nachforschungen auf Texte aus Hogwarts. Unter anderem fällt ihr das Tagebuch Helga Hufflepuff's in die Hände, in der die genauen Begleitumstände beschrieben werden, wie es zur Gründung Hogwarts kam.

Die Tagebucheinträge beginnen mit jenen Begebenheiten, die im Sommer des Jahres 954 n.Chr. stattgefunden haben. Helga Hufflepuff, 10jährige Tochter dänischer Einwanderer, bemerkt, dass sich Angelsachsen dem Hof ihres Vaters nähern. Diese waren ausgesandt worden von Solmen Slytherin, dem Ratsmitglied des Bundes der Wölfe, der das Schwert Beowulfes, Hrunting, in ihren Besitz bringen, da von diesem Schwert besondere magische Fähigkeiten ausgehen sollen. Seine Soldaten, auf einem Kriegszug gegen Erik Blutaxt, töten Helgas Familie; Helga dagegen kann fliehen, wobei sie auf Richard Eriugena, einen Halbelf und Heilprediger, trifft, der sie nach Derby mitnimmt. In der scheinbaren Sicherheit eines Freundes besorgt Richard Helga einen Zauberstab und beginnt mit ihrer Ausbildung als Zauberin. Auf Grund des Nichtauffinden des Schwertes beauftragt Solmen Nadal Lynx, einen magischen Fährtensucher, Helga zu finden. Er reist Richard hinterher, überfällt den Hof des Freundes und tötet dabei einen Mann, ehe er von Richard entdeckt und verjagt wird. Richard ist nun klar, dass er seinen Freund nicht weiter in Gefahr bringen darf und verlässt mit Helga den Hof. Dabei versucht er den Fährtensucher immer wieder durch Zauberei in die Irre zu leiten, doch als Richard plötzlich norwegischen Wikingern gegenübersteht, muss er sich und Helga in Sicherheit bringen.

Im Auftrag Solmens wird der Arzt des Königs Eadred, der an einer Magenkrankheit leidet, getötet. So kann der Bund der Wölfe einen Arzt beim König einschmuggeln, der dem König ein Gift, welches den König in einen langsamen Tod treiben wird, verabreicht. Ziel des Bundes ist es einen König auf den Thron zu bringen, der nicht nur Zaubern kann, sondern der auch die Zauberer Englands zu der wichtigsten Gruppe machen wird.

Währenddessen tritt bei Abt Duncan von Glastonbury, Reformer und einer der engsten Berater des Königs, ein neuer Bbliothekar an. Doch nicht dieser imponiert Dunstan, sondern seine Schülerin Rowena von Ravenclaw. Besonders, da Rowena nicht nur über die gleichen magischen Fähigkeiten verfügt wie Dunstan, sondern auch seine Korrespondenz zu führen vermag. So nimmt er sie nach Winchester mit, stellt sie Cynesige, den Grafen von Berkshire und Eadgifu, der Königsmutter, vor. Während Rowena in Winchester ihre Arbeit macht, melden Herolde die Vernichtung des Wikingerheeres von Eric Blutaxt. Während alle nun, insbesondere Eadgifu, auf die Rückkehr des Königs warten, scheinen neue Krisen England zu bedrohen, denn der König von Gywnedd bietet um die Unterstützung Eadreds. Doch bevor Dunstan sich diesem Problem stellen kann, wird ihm ein mysteriöser Brief zugesteckt, worin eine Person C. ihn von dem Bund der Wölfe informieren möchte. Als Dunstan und seine Freunde dem nachgehen, kommen sie zu spät... sie finden nur zwei unbekannte tote „Wölfe". Keiner kann sich ihren Tod erklären. Als der König schließlich zurückkommt und es zu einem großen Fest kommt, werden im Hintergrund schon die nächsten Aufgaben aber auch Intrigen geschmiedet.

Salazar, ungeliebter Sohn Solmens von Slytherin, wird im Kloster Sherbourne im Namen seines Vaters zum Magier ausgebildet. Als Prinz Eadwig mit Gefolge das Kloster besucht, bemerkt er eine junge Zofe, die sein Herz zum Zerbrechen bringt. Als er sie beim Fest des Königs wiedersieht, versucht er sich ihr zu nähern, obwohl sie anscheinend Angst vor seinem Namen hat.

7. Überraschungen

Stafordshire, Spätsommer 954 n.Chr.

Langsam und sehr leise näherte sich Richard dem Lager der Wikinger. Vorsichtig schaute er nach Wachen, doch noch waren keine zu erblicken.

„Da ist die Lady!", flüsterte Helga, die Richard leise nachgeschlichen war. Eigentlich hatte dieser Helga zurücklassen wollen, aber die Gefahr, dass sie in ihrem Nachtlager von weiteren herumstreuenden Nordmännern aufgefunden und mitgenommen wurde, war einfach zu groß gewesen. Natürlich würde sich ein anderer wundern, warum Richard nicht gleich Helga in Sicherheit gebracht hatte... zu seinen Freunden nach Wales zum Beispiel... doch dann hätte er nicht nur Rufus aufgeben müssen, sondern auch seinen Wagen und sein Pferd, was ihm eine lange Zeit gedient hatte. Auch die Tinkturen und Salben, die er in diesem Sommer hergestellt hatte und die sein Überleben sichern sollte, wären dahin gewesen. Er hätte nicht nur ein volles Jahr umsonst bestimmte Pflanzen gesammelt... er wäre so im Winter auch auf Almosen angewesen. Nein, er konnte und er wollte sein Eigentum nicht aufgeben. So schlich er nun langsam und leise sich dem Lager der Wikinger näher um sein Eigentum wieder zu erlangen.

‚Komisch', dachte Richard und schaute noch einmal von dem kleinen Hügel auf das unter ihm liegende Lager, 'komisch... nichts rührt sich.'

Noch einmal schaute er auf die Männer in ihren Decken, die nahe des Feuers schlafen zu schienen.

‚Wenigstens eine Wache am Feuer hätten sie doch postiert... damit das Feuer nicht ausgehen mag. Aber da sitzt niemand.'

Richard schüttelte den Kopf. Außer den Tieren, die auf irgendeine Weise leicht erregt waren, schien das Lager vollkommen ruhig zu sein... zu ruhig. Richard schlich weiter und blieb plötzlich stehen. An einem nahen Baum sah er einen Wikinger sitzen, seine Axt auf den Knien liegend, schien auch dieser eher zu schlafen, als über das Lager zu wachen.

‚Und das mitten im Feindesland. Wenn ein Angriff plötzlich losbrechen würde, wären die Nordmänner sehr überrascht.'

Langsam schlich er weiter, nahe an der schlafenden Wache vorbei, als er abermals auf sie schaute. Irgendetwas schien Richard an dem Nordmann nicht zu stimmen. Er schlich langsam an diesen heran, wobei er Helga ein Zeichen machte, ihm nicht zu folgen. Dann sah er, was nicht stimmte. Überall war sein Wollmantel mit Blut getränkt, was in dem morgendlichen Dämmerlicht von weitem kaum zu erkennen war. Als Richard noch näher kam, konnte er auch erkennen, wem das Blut gehörte... es gehörte dem Mann selber, denn... die Kehle des Mannes war aufgerissen.

„Nun, er wird Euch nicht mehr gefährden... denn ich musste ihn leider töten", hörte Richard eine Stimme aus der Dunkelheit und nur wenige Augenblicke später tauchte ein, in einer dunklen Kutte verhülltes, Wesen auf, welches sich elegant auf ihn zu bewegte. Richard erschrak. An ihren Verfolger hatte Richard in den letzten Stunden kaum mehr gedacht. Und nun stand dieses Wesen ihm nicht mal mehr zwei Meter von ihm entfernt. Langsam rutschte Richards rechte Hand in seinen Umhang, um zu seinem Zauberstab zu kommen.

„Ich würde Euch bitten, es nicht zu versuchen... nicht, das ich Euch nicht erreichen hätte können, bevor Ihr nur den Mund geöffnet habt, doch Ihr wollt doch nicht das Leben euer Anvertrauten gefährden, oder?", sagte das Wesen.

Richard drehte sich erschrocken nach Helga um... doch die stand nicht mehr da, wo er sie vermutete, sondern direkt neben ihm... keine drei Meter von dem Wesen entfernt. Richard wusste, dass es sehr schnell war... und er ahnte, dass Helga bei einem Angriff nicht von ihm geschützt werden konnte. Nicht hier...

„Was wollt Ihr?", fragte Richard und versuchte so Zeit zu gewinnen, um nachzudenken.

„Informationen. Nur Informationen... doch zunächst möchte ich euch gratulieren. Ihr seid der erste nach langer Zeit, der es geschafft hat, sich mir fast zu entziehen. Eure Zaubertricks waren schon bemerkenswert. Immer wieder habt Ihr eure Spuren verwischt, obwohl ich Euch sehr nahe gekommen war. Wirklich, Ihr seid bemerkenswert. Vor allem... Eure Magie ist so anders, kleiner Mann. Was seid Ihr... nur ein Halbmensch nehme ich an?", sagte das Wesen sehr vergnügt.

„Ist das der Teufel, der uns verfolgte?", fragte Helga und schaute das Wesen aufmerksam an. Sie schien keinerlei Angst gegenüber dem Wesen zu verspüren.

„Ja... ich bin Euer Verfolger. Manche nennen mich Teufel... andere geben mir andere Namen... aber das ist mir egal. Wichtig ist nur, dass ich meinen Auftrag erfülle... wie ist allein meine Sache... nun, Ihr hattet mir noch nicht geantwortet, kleiner Mann", erwiderte das Wesen, dass sich unmerklich näherte. Richard fixierte es, wobei auch er unmerklich seine Hand dem Zauberstab immer näher schob.

„Ich bin ein Halbelf", sagte Richard und knirschte dabei mit den Zähnen.

„Ein Halbelf... ja, das erklärt so manchen unterschiedlichen Zauber, so manche fremde Kraft...", sinnierte das Wesen vor sich hin.

„Und Ihr...? Wollt Ihr euch nicht zeigen... denn ich rede ungern mit einer Kutte. Wer seid Ihr?", sagte Richard mit fester Stimme und fixierte das Wesen mit seinen Augen.

„Nun, da Ihr so freundlich wart, euch zu erkennen zu geben, Halbelf, werde ich es auch tun. Mein Name ist Nadal Lynx... und wie Ihr denken könnt, bin ich Fährtensucher... der beste Fährtensucher, den es gibt. Nie ist mir eine Person schließlich entkommen... auch wenn es schon mal Jahre gedauert hatte, bis ich die Person gestellt habe. Nur ungern zeige ich einem mein Äußeres, doch da die Jagd mir bisher so viel Spaß gemacht hat, deshalb werde ich es tun", sagte die Gestalt vor ihnen und schob mit dem einen Arm die Kapuze der Kutte nach hinten.

Während Helga erstaunt ihre Augen aufriss und leicht stöhnte, verengten sich die Augen Richards und seine Lippen wurden schmaler.

In der Dämmerung des aufkommenden Tages konnte Richard zwar nicht alles an dieser Person erkennen, doch Richard sah, dass die Person zwar menschliche Züge hatte, doch auch ein leicht anderes Aussehen besaß. Die Haut der Person war in der Dunkelheit hell, fast weiß... was auch daran liegen mochte, dass die Person sich fast nur unter der schweren Kutte verbarg. Allerdings schien das Gesicht des Wesen leicht mit dunklen Flecken gecheckt zu sein. Die Ohren waren klein und lagen an einem länglichen Kopf an. Das Besondere am ganzen Gesicht waren aber auch nicht die nach hinten gekämmten schwarzen Haare oder der sehr merkwürdig aussehende Oberlippenbart, bei dem es aussah, als würde er in alle Richtungen sprießen, nein, dass Außergewöhnliche an diesem Gesicht war zum einen die sehr flache und breite Nase und die spitzzulaufenden hell-leuchtenden Augen und ihre anders geformten Pupillen. Es war klar, dass dieses Wesen mit diesen Augen weit mehr und besser sehen konnte, als ein gewöhnlicher Mensch.

Helga drehte sich zu Richard um.

„Der sieht aber sehr merkwürdig aus", sagte sie mit ernster Stimme. Das Wesen begann seinen Kopf in den Nacken zu legen und begann herzhaft zu lachen.

„Nun, Helga, dass liegt daran, dass dieser Mann ein Lykanthrop ist", ergänzte Richard und musterte weiterhin die Gestalt vor ihm.

„Vortrefflich, Halb-Elf, gut erkannt. Ja, ich bin ein Lykanthrop. Aber wie Ihr selbst sehen könnt, kein gewöhnlicher... kein gewöhnlicher Werwolf, wie er in diesen Breiten öfter vorkommt", erklärte das Wesen lächelnd, wobei es seine messerscharfen Zähne zeigte, mit denen es ohne Schwierigkeiten jedem die Kehle aufreißen konnte, "nein... ich bin auch kein Werbär... sondern eine Werkatze... genauer gesagt, ein Werleopard."

„Ein was?", fragte Helga nach, die sich zwar vorstellen konnte, was ein Wolf oder ein Bär war, doch von einem Tier was Leopard hieß, hatte sie bisher noch nichts gehört. Zudem... was sollte denn erst ein Werleopard sein.

„Ihr stammt nicht aus England, nicht wahr?", stellte Richard dem Wesen eine schon fast rhetorische Frage.

„Ihr wisst die Antwort schon. Natürlich nein... geboren wurde ich im Süden von Ägypten. Doch nachdem ich zum Lykanthropen geworden bin, führte mich mein Weg mal hierher, mal da hin. Je nachdem, wer mich am besten bezahlte... und je nachdem, wie reizvoll meine Arbeit war. Seit einigen Jahren arbeite ich für den Bund der Wölfe... hier in diesem doch so wenig reizvollen Klima... aber die Arbeit ist gut, wobei diese Jagd die bisher beste der letzten Jahre war. Aber ich bin nun nicht hier um meine Geschichte in aller Breite vor euch darzulegen. Ich wurde geschickt, um einige Informationen zu erhalten. Und diese solltet ihr mir nun langsam geben...", sagte die Gestalt leicht lächelnd, wobei sie allerdings seine Hand streckte, so dass es aussah, als würde sie ihre Krallen ausfahren.

„Was für Informationen wollt Ihr von uns?", fragte Richard… wobei es ihm endlich gelang den Zauberstab zu umfassen.

„Nicht von euch, Halb-Elf. Von ihr!"

Dabei zeigt Nadal auf Helga. Seine Augen glimmten auf, als er Helga ansah, wobei er wiederum seine Zähne zeigte.

„Was wollt Ihr von ihr?", sagte Richard schärfer als zuvor.

Nadal sah den Halbelf durchdringend an. Wieder bemerkte Richard diese Beklemmungen, die er in der Gegenwart dieser Person erhielt. Es schien ein spezieller Zauber zu sein, den dieses Wesen ausübte. Er straffte seine Schultern und stellte sich noch ein wenig mehr vor Helga, die das Wesen angstvoll ansah. Ihre kindliche Zuversicht war in dieser Situation gewichen.

„Meine Auftraggeber möchten wissen, wo ihre Eltern das Schwert ‚Hrunting' verborgen haben. Sie haben es weder im Haus noch anderswo in der Umgebung des Hofes gefunden. Leider stehen ihre Eltern nicht mehr zur Verfügung um eine Antwort geben zu können. Doch meine Auftraggeber sind der Meinung, sie, das Mädchen, könnte wissen, wo sich das Schwert aufhält."

„Hrunting? Ein Schwert? Warum, in Gottes Namen, wollen Eure ominösen Auftragsgeber… wie hießen sie noch gleich… dies wissen wollen?"

Nadal schaute ihn belustigt an, doch dann antwortete er nicht auf die Frage, sondern begann Helga zu taxieren. Richard schaute die Werkatze an… und verstand. Nadal versuchte in die Gedanken des Kindes einzudringen… doch schon nach einigen Minuten, begann er zu keuchen und senkte den Blick. Richard begann zu grinsen… auch die Werkatze hatte es nicht vermocht in die Gedanken Helgas einzudringen. Sie konnte bereits jetzt schon ihre Gedanken vor anderen Zauberern verbergen.

„Nun, Nadal… ich nehme nicht an, dass Ihr etwas erfahren habt!"

Die Werkatze schaute ihn nun weniger freundlich an. Seine Überheblichkeit war einer gefährlichen Berechenbarkeit gewichen. Noch immer grinste Nadal die beiden vor ihm stehenden Menschen an, doch seine ganze Körpersprache war nun weit gefährlicher als zuvor.

„Ich nehme nicht an, dass Ihr mir sagen werdet, wo sich das Schwert aufhält, nicht wahr?", zischte er

„Ich weiß von keinem Schwert…", sagte Richard wahrheitsgemäß. Dann drehte er sich leicht zu Helga um, wobei er zum einen allerdings den Werleoparden nicht aus den Augen ließ, zum anderen so seinen Zauberstab so platzieren konnte, dass er nun auf seinen Kontrahenten zielte.

„Weißt du etwas von einem Schwert, Helga?"

Helga schüttelte den Kopf. Vater hatte einige Schwerter besessen… aber keines hatte er einen Namen gegeben. Und Hrunting… sie konnte mit diesem Namen gar nichts anfangen.

„Dann tut es mir leid… ich werde das Mädchen mitnehmen.."

Stupor!"

Richard hatte nur auf diesen Moment gewartet, als der Werleopard sich von ihm auf Helga konzentrierte und schoss den Schockzauber in Richtung des Wesens. Doch der traf den Lykanthropen nicht, da dieser sich in einer unglaublichen Geschwindigkeit zur Seite geworfen hatte. Noch ehe Richard seinen Zauberstab richtig aus dem nun leicht lädierten Mantel ziehen konnte und ihn abermals auf das Werwesen richten konnte, hatte dieses die Distanz zwischen ihnen verringert und schlug mit der rechten Hand zu. Schmerzen schossen Richard in den Arm… und er konnte nicht umhin den Zauberstab aus der nun blutenden Hand fallen zu lassen.

„Das war dumm von euch, Halbelf. Sehr dumm… Ihr wusstet doch, dass ich überaus schnell bin. Und ich wusste, dass Ihr Euch bemüht Euren Zauberstab zu erreichen. Aber dennoch… ich dachte, Ihr würdet eure Ausweglosigkeit erkennen und euch nicht zu solch einer Tat hinreißen lassen. Nun seht, was für Folgen dies gehabt hat."

„Bist du schwer verletzt, Richard", sagte Helga und schaute angstvoll auf den blutenden Arm des Heilpredigers.

„Nicht wirklich schlimm", versuchte Richard Helga zu trösten. Er versuchte seine Hand zu bewegen. Anscheinend war nicht gebrochen.

„Nun, Halbelf, schade… es hatte mich gefreut, euch kennen gelernt zu haben, doch ich muss euch nun verlassen… mit dem Mädchen. Meine Aufraggeber werden sich ihrer annehmen und ihr die Informationen recht bald entwunden haben. Allerdings tut es mir um euch leid… denn ich kann nicht zulassen, dass ihr uns verfolgt. Und deshalb…", sagte Nadal, nun wieder mit jener Überheblichkeit die Richard in diesem Augenblick mehr aus wütend machte.

„Helga… Kind, so heißt du doch, nicht wahr… geh zur Seite!"

„Nein, dass werde ich nicht tun!"

Helga versuchte sich dem Blick zu erwehren, mit dem das Wesen sie anstarrte. Doch im nächsten Moment umkreiste der Werleopard beide. Er schien sich immer mehr in eine große Katze zu verändern… die schon bald sich auf den nun unbewaffneten Halb-Elf stürzen würde.

„Geh zur Seite, Helga… bitte", sagte nun auch Richard. Er wusste, dass der Kampf wahrscheinlich kurz und schmerzvoll sein würde, doch noch hatte er sich nicht aufgegeben. Immerhin… er war ein Halbelf… und so besaß er auch Teile ihrer Zauberkraft, die nicht unbedingt einen Zauberstab bedurfte.

„Hast du noch einen Wunsch, Halbelf?", fragte ihn nun eine schon fast veränderte Großkatze.

„Fahr zur Hölle!", erwiderte Richard… worauf die Katze schallend auflachte.

„Nun, denn…", sagte der Werleopard und schien sich im nächsten Moment zum Sprung bereitzumachen.

„Eigentlich habe ich gedacht, dass Ihr mich nicht braucht, Meister Richard… dachte, Ihr würdet mit dieser Katze klar kommen. Aber nun denke ich, werde ich wohl eingreifen müssen, nicht wahr", sagte eine Stimme aus dem Unterholz… und wenig später trat ein junger rothaariger Mann auf die Lichtung, Er hatte einen roten Umhang um, der sehr gut zu seinen Haaren passte und ein grün-goldenen Wams an. Auf seiner Brust befand sich ein Wappen. Über seiner Schulter hing ein großer Jagdbogen, wie ihn die Waliser benutzten, währenddessen an seiner Seite ein Schwert hing, welches einen reich verzierten Schaft besaß. Sein leicht kantiges Gesicht strahlte eine Ruhe und Sicherheit aus, die sich durch wenig irritieren ließ.

„Godric… ich habe eher gedacht, Euer Vater würde kommen", erwiderte Richard und sah dem jungen Mann, der rund siebzehn Jahre alt zu sein schien verdutzt an.

„Vater ist mit meinen Brüdern auf dem Weg nach Ceredigion. Gwynedder haben viele Dörfer und Häuser dem Boden gleichgemacht… und König Owain ap Hywell hat uns Dyfeder an unseren Eid erinnert. Allerdings durfte ich leider noch nicht mit. Vater sagt, ich sei noch zu jung für solche Kriegsdienste. Obwohl ich ein besserer Bogenschütze und Schwertkämpfer bin als meine Brüder. Und… mehr Mut besitze als sie. Na ja, so war nur ich zu Hause, als eure Brieftaube den Weg zu uns fand. Ein Glück für euch… nicht wahr? Nun, Kätzchen… troll dich lieber."

Nadal war leicht erstaunt als er plötzlich den jungen Ritter auftauchen sah. Doch schon bald lächelte er auch ihn mit seiner Überheblichkeit an.

„Es wird mir ein Vergnügen sein, Euch den Vortritt vor dem Halbelf zu geben, Jüngling."

„Danke… nett von Euch. Doch ich schätze, Ihr habt Euch dadurch ein wenig überschätzt, Kätzchen."

Unerwartet legte Godric seinen Bogen ab, ebenso wie sein Schwert.

„Würdest du auf das Schwert aufpassen, Mädchen. Es ist sehr kostbar… und ich möchte es nicht verlieren. Ein Seher hat mir prophezeit, dass es einmal in einem Kampf mit einem Basilisken eine wichtige Rolle spielen wird. Ich weiß zwar nicht, wie ein Basilisk aussieht, aber es scheint ein gefährliches Tier zu sein… gefährlich genug für mich", sagte Godric selbstsicher, ohne dabei irgendwie arrogant zu wirken. Helga nahm das Schwert ab und schaute den jungen Ritter mit großen Augen an.

„Nun, Jüngling, ein Basilisk ist ein gefährliches Tier… aber wer weiß, ob du es noch erleben wirst", sagte Nadal und zeigte wieder sein Raubtiergebiss.

„Nette Zähne… nun gut, dann lass uns duellieren", sagte Godric… und im nächsten Moment begann auch er sich zu verwandeln. Während Nadal und Helga auf den atemlos auf den Jungen starrten, zeichnete sich ein leichtes Grinsen auf Richards Mund ab. Godric verwandelte sich immer weiter… bis schließlich dem Werleopard ein braunroter Löwe gegenüberstand. Helga starrte den Löwen atemlos an.

„Ist er auch ein Lykanthrop?", fragte Helga Richard atemlos.

„Nein… Godric ist ein Animagus. Dies ist ein Zauber, der in seiner Familie von Vater auf den Sohn übergeht. Allerdings hat sich noch niemand in seiner Familie in einen Löwen verwandelt… oder hat seine Fähigkeit besessen. Meist sind es Hunde, Greifvögel, Hirsche oder andere Waldbewohner, in die sich die Familienmitglieder verwandeln. Aber Godric… er war immer schon ein wenig anders als seine Brüder. Und da das Tier auf ihrem Wappen ein Löwe ist… und seine Eigenschaften jeher einem Löwen als einem Hirsch oder Hund ähnelten… ist er ein Löwe geworden."

Der Werleopard faucht unangenehm, doch der Löwe näherte sich ihm jetzt mit nicht weniger Drohgebärden. Es schien ein Kampf zwischen zwei Großkatzen zu werden, die ähnlich schnell und kräftig waren. Während der Leopard den Löwen mehr umkreiste, fixierte dieser den Leoparden, ehe er sich schließlich auf ihn stürzte. Ein kurzer aber kräftiger Hieb Godrics mit seiner Tatze ließ schließlich den Kampf beenden. Nadal, leicht blutend, nahm Reißaus vor der größeren Katze und verschwand im Unterholz.

„Ihr hättet ihn verfolgen müssen, Godric", meinte Richard, als der Löwe sich wieder in den Jungen verwandelte.

„Ach… ich glaube nicht, dass er sich noch einmal mit mir anlegen wird, Meister Richard. Er wird sich seine Wunden lecken und beschämt zu seinen Auftraggebern zurückkehren. Aber auch wir sollten so langsam machen, dass wir hier weg kommen… so anheimelnd ist die Gegend hier auch nicht."

Richard nickte seinem jungen, ehemaligen Schüler zu… ehe er sich aufmachte zum Lager hinunterzukriechen und seine Sachen zusammenzutragen.

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Winchster, Dunstans Gemächer, Spätsommer 954 n.Chr.

Dunstan rieb sich abermals die Augen. Die Müdigkeit in seinen Beinen schien immer mehr zuzunehmen, sie fühlten sich steif und ungelenk an. Dabei würde bald die Sonne aufgehen… und damit würden wieder weitere Aufgaben anstehen, die er als Berater des Königs wahrzunehmen hatte. Geschweige denn der Verpflichtungen, die er auf Grund seines Glaubens und der Stellung in der Kirche innehatte. Doch die Sitzung - erst mit Eadgifu, der Königsmutter und dann mit beiden, der Königsmutter und Erzbischof Odo - hatten die restliche Nacht gefordert… jedenfalls noch die Zeit, die von der Nacht übrig geblieben war. Noch einmal dachte er an die Gespräche mit der Königsmutter und Odo über die Zukunft der Prinzen.

„Schwester Rowena hat irgendetwas über die Änderung der Ausbildung der Prinzen erzählt, Erzbischof. Was hat es damit auf sich?"

Der Erzbischof hatte die Königsmutter angesehen, die ihm freundlich zugenickt hatte. Hatten die beiden noch weitere Geheimnisse vor ihm, kam ihm in diesem Moment in den Sinn, doch er verfolgte den Gedanken nicht weiter, sondern ließ noch einmal das Gespräch Revue passieren.

„Wir sind… wie soll ich es formulieren… nicht ganz einverstanden mit dem Umgang der Prinzen. Cuichelm, der Ausbilder der beiden Prinzen ist zwar ein Ehrenmann…"

„Zumindest war er einmal einer…", unterbrach in die Königsmutter.

„Nun, gut, dann war er mal ein Ehrenmann, ein guter Ritter und gläubiger Christ, aber wir meinen, dass unsere beiden Prinzen eine bessere Ausbildung genießen sollten. Oder anders gesagt, die beste. Immerhin, solange unser junger König sich noch nicht für eine junge Frau entschieden hat und einen eigenen Thronfolger gezeugt hat, solange sind die Söhne des Edmund immerhin die nächst möglichen Regenten Englands. Es ist sehr wichtig, dass England weiter mit einer starken Hand regiert wird und dass es nicht zu Unruhen oder durch ihre Nachbarn verheert wird."

„Nun, ich dachte, Ihr achtet die Arbeit des Cuichelms, der ja aus eurem Bereich, Canterbury stammt, als sehr hoch, Erzbischof", fragte Dunstan erstaunt nach.

„Ja… wie soll ich sagen… unser guter Cuichelm, ein eigentlich grundsolider Mann mit sehr moralischen Grundsätzen hat wohl für sich… nun ja…"

„Erzbischof, redet nicht um den heißen Brei herum… Euer so grundsolider Christenmann hurt sich in den letzen Wochen nur so durch die Betten ansehnlicher Frauen, insbesondere dieser ‚sehr geehrten' Kurtisane Ethelgiva. Ich denke mir, ein solches schamloses Vorbild sollten unsere Prinzen nun doch nicht haben", warf Eadgifu erzürnt ein, was ein kleines Lächeln auf Dunstans Mund zauberte.

„Äh…ja… nun gut. Jedenfalls ist uns einiges über unseren lieben..."

„Lieben?", unterbrach Eadgifu abermals den Erzbischof.

„…lieben Cuichelm bekannt geworden, was seine Aufgabe die Prinzen auszubilden, ein wenig hemmen würde."

„Hemmen würde… Eure Ausdrucksweise ist heute mal wieder köstlich, Odo.", sagte die Königsmutter und schüttelte den Kopf,„ Er vergisst die Prinzen auszubilden, weil er nicht aus dem Bett kommt. Anscheinend übernimmt zudem diese Frau die Ausbildung der Prinzen… Eine FRAU! Ich kann… und will dabei nicht zusehen, wie ein eventuell zukünftiger König besser Bescheid weiß, wie man stickt, als das er sich mit einem Schwert zu wehren weiß."

„Werte Eadgifu, ich glaube, Ihr übertreibt ein wenig. Aber lieber Erzbischof, wie habt Ihr euch die Ausbildung nun vorgestellt? Sollte Euer Mann die Ausbildung der Prinzen nicht weiter verfolgen… wer dann? Immerhin war dieser Cuichelm bekannt dadurch, dass er unabhängig von den beiden großen Gruppen, den beiden Parteien waren, weil er ein Mann aus eurem Zuständigkeitsbereich, aus Canterbury, war. Jeder andere würde von einem der beiden Gruppen kaum als Ausbilder anerkannt werden. Und sollte sich der Gesundheitsstand unseres aller Königs verschlimmern… würde der Zwist weiter ausarten. Ihr wisst, schon jetzt beginnen einzelne Eldormänner ihre Grenzen auszutesten. Wir haben mehr innere Streitigkeiten als noch vor einem Jahr oder noch vor dem Krieg gegen den tyrannischen Norweger Erik. Also, was habt Ihr vor?", fragte Dunstan

„Was, wenn die Prinzen nicht von einem Ausbilder erzogen werden, sondern von mehreren?"

„Wie meint Ihr das?", fragte Dunstan den Erzbischof nach.

„Nun… zum einen, warum sollen die Prinzen nicht von unterschiedlichen Männern ausgebildet werden? Und man diesen dann noch einen Christenmann an die Seite gibt, der auf das die seelische Ausbildung achtet und einen anderen Einfluss hemmt. Nicht, dass ich will, dass unsere Prinzen wie Mönche erzogen werden… aber ein wenig mehr christlicher Anstand sollte gewahrt werden."

„Erzbischof… wir beide wissen, dass in England die Pastoren, Prediger oder gar Kirchenmänner außerhalb der Mauern eines Klosters wahrlich nicht unbedingt einem Keuschheitsgebot verpflichtet sind. Zumal… auch wenn unser von uns allen geliebter Papst Agapitus II im Augenblick gegen die Pornokratie in Rom wettert… die zuvor residierenden Päpste sich ebenfalls nicht an ein Keuschheitsgelöbnis oder an das Zölibat gehalten haben. Nicht jeder Priester in diesem Land ist so tugendhaft wie euer Cuichelm… auch wenn er jetzt einige Verfehlungen begangen zu haben scheint. Also, wen, um Gottes willen, meint Ihr, sollte ein ehernes Vorbild für unsere Prinzen darstellen?"

„Nun… lieber Dunstan…"

„Moment… Ihr denkt, ich solle die Prinzen ausbilden… zusätzlich zu der Leitung einer Abtei und zusätzlich als Berater des Königs?"

„Nein, nein, lieber Dunstan, das wäre selbst für Euch ein wenig viel… Nein, ich habe da an zwei Männer gedacht, die ebenbürtig eurer Tugendhaftigkeit sind."

„Und die wären?"

„Nun, der eine ist Berthelm… ein Mönch aus London. Er hatte schon vor einiger Zeit ein Bittgesuch zu mir gestellt, um nach Canterbury zu kommen. Wahrscheinlich wird er auch euch kontaktieren, da er gern sich der Literatur und Geschichte widmet. Er ist zwar, wie ich hörte, ein Einzelgänger, aber… ein sehr vertrauenswürdiger Mann. Er ist zudem Chronist…"

Dunstan lächelte. Für Erzbischof Odo gab es keine höhere Ehrung, als wenn man über einen Mann sagte, er sei Chronist, also Geschichtsschreiber.

„Und der andere..?"

Erzbischof Odo schluckte, atmete tief ein und sprach dann langsam weiter.

„Nun, Dunstan, der andere… wir dachten, da ja euer lieber Dekan Aethelwold schon eine ganze Zeit in Glastonbury…"

„Aethelwold? Aethelwold soll einen der Prinzen ausbilden?"

„Nun ja, wir wissen, dass Aethelwold aus einer edlen und wohlhabenden Familie kommt… sein Vater ist ja Thegn des Königs… und zudem hat er die besten Beziehungen.. zu Euch und anderen Kirchenmännern…"

„Aber auch das wird nicht leicht sein, es der Westsächsischen Partei zu erklären. Aethelwold ist ein Freund von mir… und Aelfhere, der Führer der Partei ist nicht gerade ein Freund der Familie Aethelwolds. Seine Benennung zu einem Ausbilder könnte zu Schwierigkeiten führen", sagte Dunstan und neigte seinen Kopf ein wenig.

„Deshalb wird Aelfhere von Wiltshire ruhiggestellt werden", warf die Königsmutter ein.

„Wollt Ihr ihm weites Land geben?", sagte Dunstan erstaunt.

„Nein, Dunstan. Wir haben vor, Prinz Eadwig mit Berthelm nach Wiltshire zu Elfgar, seinem Großvater, zu schicken. Dort wird er und Aelfere für die Ausbildung des Prinzen sorgen."

„Der Führer der westsächsischen Partei soll mit seinem Vater für die Ausbildung des Prinzen zuständig sein? Aber... Moment, dann gedenkt ihr vielleicht Edgar mit Aethelwold nach Ost-Anglia zu schicken, an den Hof von Ethelstan."

Während der Erzbischof erstaunt schaute, lächelte Eadgifu vergnügt.

„Ich wusste, dass Ihr darauf kommen werdet, mein lieber Dunstan. So ist jede Partei eingebunden... keiner kann sagen, dass er nicht berücksichtigt wurde. Zumal sich beide Führer der Parteien nach dem Krieg gegen Erik Blutaxt schätzen gelernt haben. Sicher... die einen werden sagen, dass Eadwig, sollte denn mein Sohn früh sterben, als älterer die Königskrone bekommt... und von einem Dänenhasser ausgebildet wird... dass Eadwig einen unabhängigeren Ausbilder bekommen sollte... aber dafür werden die anderen auf Aethelwold zeigen... und auf Ethelstan. Nein... so ist es am besten"

Dunstan runzelte die Stirn... aber musste schließlich der Königsmutter zustimmen. Zumal nicht Aelfhere, sondern eher sein Vater Elfgar mit der Ausbildung beauftragt wurde.

„Nun... diesen Überlegungen kann ich mich kaum entziehen."

„Dann billigt Ihr diese Maßnahmen und entbindet Aethelwold seinen Aufgaben?", fragte Eadgifu nach.

„Ich glaube kaum, dass Aethelwold wirklich über diese Maßnahmen wirklich glücklich sein wird", ergänzte Dunstan unsicher.

„Auch nicht als Abt von Abington?", fragte Odo überrascht nach.

Dunstan lächelte.

‚So wollt Ihr ihn also einfangen!', dachte er sich im stillen. Natürlich würde sein Freund überglücklich sein, die Stelle der Abtei anzunehmen, auch wenn damit die Ausbildung des Prinzen verbunden war.

„Aber schließlich bleibe ich der Leidtragende. Denn ich verliere zwar keinen Freund, aber jemanden, der in meiner Vergangenheit die Abtei während meiner Abwesenheit sehr gut geführt hat", sinnierte Dunstan und rieb sich sein Kinn.

„Auch für diesen Fall habe ich eine Lösung. In der Abtei von Lichfeld lernt ein junger Norweger, Sigfrid. Er ist ein talentierter Ausnahmeschüler und ein wirklich guter Ersatz für euren Aethelwold."

„Ein Norweger? In Lichfeld?"

„Ja... und ein Christ durch und durch. Ihr werdet mit ihm Eure Freude haben", sagte Odo sicher.

„Wenn Ihr meint Erzbischof... ich denke allerdings eher, Ihr konntet Euren Ausnahmeschüler nirgends anderswo unterbringen, als bei mir... Da er ein Norweger ist."

„Meint Ihr wirklich, Abt?", fragte der Erzbischof verwundert nach, doch Dunstan enthielt sich einer Antwort.

Wieder musste Dunstan lächeln. Natürlich hatte er den Erzbischof aufgefordert nicht sogleich einen Boten zu Aethelwold zu schicken, sondern erbeten, das er als Abt von Glastonbury mit seinem Dekan reden werde. Doch Dunstan machte sich keine Illusionen. Aethelwold würde nach Abington gehen, dass war ihm klar.

Noch einmal rieb sich Dunstan seine Augen und versuchte die Müdigkeit zu überwinden, doch er hatte damit keinen Erfolg. Insgeheim freute er sich, dass der König heil nach Winchester zurückgekehrt war. Schon bald würde Dunstan der Stadt den Rücken kehren können, um zu seiner Abtei zurückkehren zu können. Dort, in Glastonbury, würde zwar weitere Arbeit auf sie warten, doch die sonstige Ruhe der Abtei würde seine innere Unruhe beseitigen und ihn wieder zu einem geregelten Leben führen.

‚Noch wenige Meter und meine Gemächer sind erreicht... wie freue ich mich ein wenig auf meinem Lager ausruhen zu können, allein mit meinen Gedanken und Gottes Gnade', sagte sich Dunstan... als er plötzlich ein Geräusch ausmachte, das unmittelbar aus seinem Gemach ertönte. Mit schnellem Schritt eilte er die letzten Meter zur Tür, riss sie auf und blieb erstarrt stehen.

Vor ihm drehte sich ein Wesen um, welches allein aus grünem Dunst oder Nebel zu bestehen schien. Einem Nebel, der die Gestalt des Lebewesen umwaberte und sie so undeutlich machte, dass Dunstan nur die Gestalt als Mensch ausmachen konnte. Dunstan zog seinen Zauberstab und schritt dem Wesen entgegen.

„Wer seid Ihr... ein Wesen der Unterwelt?", fragte Dunstan mit sicherer Stimme.

‚Sollte dies mein Untergang sein, so sei es', sagte er sich im Stillen, bereit seinem Schöpfer entgegen zu treten.

„Nein, Dunstan von Glastonbury... ich komme in Frieden. Ich habe nicht vor, euch etwas Böses anzutun... im Gegenteil. Dieser Nebel ist nur ein Schutzmechanismus, ein Zauber, um mich zu verbergen... und mich für alle nicht erkennbar zu machen... denn sonst würde die Gefahr erkannt zu werden, zu groß für mich werden. Und die Gefahr getötet zu werden, würde wachsen. Schon einmal bin ich nur knapp dem Tod zweier Wölfe entgangen. Ich darf niemanden trauen... ich muss mich auch vor Euch verhüllen, obwohl... Ihr einer der Einzigsten seid, die mir glauben werden und die auch die Möglichkeiten haben, das Tun der Wölfe zu verhindern."

„Ihr seid C.?"

„So ist der Anfangsbuchstabe meines Namen, ja!"

Dunstan nickte und bot dem waberndem Etwas einen Stuhl an.

„Dafür ist keine Zeit, Dunstan. Ihr müsst verhindern, dass Ethelgiva weiterhin für die Ausbildung der Prinzen zuständig ist."

„Nun, dann kann ich euch beruhigen, C. Seit heute Morgen haben dies andere Leute übernommen. In wenigen Stunden werden den Prinzen der Befehl des Königs zugehen, beraten durch mich und Erzbischof Odo, dass sie zu ihren neuen Ausbildern reisen müssen. Cuichelm wird von seinem Amt entlassen werden, wonach er so bald wie möglich nach Canterbury zurückkehren soll. Und diese Ethelgiva wird nicht mehr den Einfluss bekommen, den sie im Augenblick inne hat."

„Gott sei Dank. Denn Ihr müsst wissen, dass Ethelgiva ein Mitglied des Bundes ist"

„Der Bund der Wölfe?"

„Ja, sie ist ein Ratsmitglied. Eines der vier Ratsmitglieder, die dem Bund vorstehen."

„Sieh' an", sagte Dunstan und rieb sich sein Kinn, "... doch was wisst ihr über den Bund?"

„Der Bund ist ein Zaubererzusammenschluss... ähnlich einem Orden, der die Aufgabe hat, die Zauberer, also jene die magisch begabt sind, über die nicht Magischen zu stellen. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Sie dürsten danach Macht zu besitzen... und letztendlich einen König auf den Thron Englands zu bringen, der ebenfalls magisch begabt ist."

„Aber das ist weder Eadred, noch die Söhne Edmunds, Eadwig und Edgars!"

„Deshalb sind alle jene in größter Gefahr... so wie ich weiß, gibt es einen Bastards Edmunds, der magisch begabt ist... und den der Bund ausbildet."

„Einen Bastard Edmunds... das hieße, sie würden Eadred und Edmunds Söhne töten, um jenen an den Thron zu bringen."

C. schwieg, was Dunstan als Antwort wertete.

„Das wäre Hochverrat!"

Wieder schwieg C.

„Aber wie will dieser Bund den Jüngling schützen... nicht jeder Eldormann würde ihn anerkennen, auch wenn alle tot wären, Eadred, Eadwig und Edgar. Es würde zum Bürgerkrieg kommen."

„Deshalb braucht der Bund das Schwert Hrunting!"

„Hrunting... aber... gut, ich würde es verstehen, wenn sie das legendäre Schwert Excalibur von König Artus mit sich führen würden... das Schwert, von dem man sagt, es sei nach Avalon zurückgekehrt. Doch Hrunting... warum dieses?"

„Weil von ihm ein magischer Zauber ausgeht. Auch ich weiß nicht, um welche Magie es sich handelt... das weiß nur der Rat... aber dieser Zauber muss immens und wichtig sein. So groß, dass der Rat alles daran setzt, das Schwert in ihren Besitz zu gelangen."

„Wo befindet sich das Schwert?"

„Das weiß auch der Rat nicht... doch es scheint, als würden dänische Einwanderer dieses Schwert versteckt haben. So viel ich weiß, haben Wölfe bereits die Spur danach aufgenommen... und es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis sie das Schwert finden. Deshalb würde ich euch bitten, jenen zu helfen, die auf der Flucht vor den Wölfen sind."

„Keine Frage... wisst Ihr auch, wo sich die Einwanderer befinden?"

„So wie ich mitbekommen habe, sind die älteren von Wölfen getötet worden. Doch noch existiert ein junges Mädchen, welches auf der Flucht ist. Sie scheint der Schlüssel zum Schwert zu sein..., obwohl sie es wahrscheinlich gar nicht ahnt."

„Wisst Ihr auch wie sie heißt?"

„Helga Hufflepuff!", sagte C.," doch nun muss ich Euch verlassen... ich bin schon zu lange hier... und ich kann es mir nicht erlauben, noch länger bei euch zu bleiben, ohne entdeckt zu werden."

Mit einem lautem Knall verschwand das Wesen... und Dunstan blieb allein in seinem Gemach übrig, verwirrt und noch mehr durcheinander, als er es vorher war.

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Reveiw-Antworten:

El blindo (matthias. Herzlichen Dank für dein Review. Es ist schön zu hören, dass auch Andere noch diese Geschichte lesen. Dies baut einen wieder auf und motiviert einen noch weiter. Nun ja, ich tue jedenfalls das Beste, um für diese Geschichte den geschichtlichen Hintergrund so detailliert wie möglich darzustellen. Denn so eine Geschichte im 10.Jahrhundert sollte auch den richtigen Hintergrund besitzen. ( Auch wenn manches noch nicht ganz stimmt und zur künstlerischen Freiheit gehört.)

Auch ich mag nicht alle Harry-Verschnitt-Storys. Wenn man über Harry Potter schreibt, dann sollte man auch die Grundfigur von JKR so in etwa belassen wie sie ist. Natürlich kann es z.B. bei Draco noch einen Wandel zum Guten geben... aber den muss man dann auch entsprechend erklären. Und eine solche Erklärung sollte nachvollziehbar und schlüssig sein.

Doch viele der Leser fragen sich gar nicht, wo kommt Salazar her, warum kam es zum Streit mit den anderen Gründern, usw. Genau deshalb entwickle ich diese Geschichte, die schließlich einiges an Erklärungen für die spätere Geschichte JKR liefern könnte.

Fluffy Bond (): Wieder mal Danke für dein Review. Ich dachte schon, das letzte Kapitel würde nicht ganz so ankommen, aber um so mehr freue ich mich, dass es dir gefällt. Ich warte immer gespannt, was du mir so schreibst zu dem neusten Kapitel. Ja, Lynx heißt auf lateinisch Luchs... aber, wie du sehen kannst, ein Animagus ist Nadal nicht. Doch anders als bei den Werwölfen ist er nicht mondabhängig. Nun warum Richard und Helga nicht appariert sind, ist auch klar... mit dem ganzen Wagen und den ganzen medizinischen Waren war dies doch ein wenig zu schwierig. Auch einen Portschlüssel ( Frage mich, ob es damals schon einen gab... Flohpulver ist ja laut JKR erst einige Jahrhunderte später entwickelt worden...) ist schwierig, wenn man so viel dabei hat. Und das Richard dies nicht unbedingt aufgeben wollte, ist klar.

Tja Salazar hat es nicht leicht... einen solchen gefürchteten und gehassten Vater zu haben. Und doch wird er sich ebenfalls entwickeln... und manches wird klarer werden... wie er, eigentlich eine Geburt des Bösen, den Guten hilft... um dann ganz zum Ende sich wieder dem Bösen zuzuneigen. Auf jeden Fall hört man von ihm noch einiges... ebenso von Rowena, Helga und von nun auch von Godric.

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Informationen zum Nachlesen

Lykanthrop

Griechisch "Wolfsmensch". Allerdings wird häufig aber jeder Gestaltwandler so bezeichnet, sei die Spezies Bär, Wolf, Fledermaus, Panther, Rabe, Fuchs oder was auch immer. Etwas passender, und inzwischen recht häufig verwendet, ist der Begiff Theriomorph (gr.: von tierischer Gestalt. Analog zu "anthropomorph" werden so Menschen oder antike Götter mit tierischer Gestalt bezeichnet. Gestalt kann auch als "Gestalt der Seele" gemeint sein), da er sich auf kein konkretes Tier bezieht. Beide Begriffe, Lykanthrop und Theriomorph, werden jedoch nebeneinander benutzt. So gibt es in Skandinavien ein weit verbreiteter Glaube, dass sich manche Menschen in einen Bären verwandeln oder seine Eigenschaften annehmen können. Das Wort "Berserker" stammt von diesen Legenden. Man glaubte, wenn ein Krieger sich in ein Bärenfell hüllt, das mit speziellen Ölen und Kräutern getränkt war, würde der Krieger die Stärke, Ausdauer und Macht des Tieres erlangen. Im Kampf geriet der Krieger in einen rauschartigen Zustand und war angeblich in der Lage, die Rüstung des Feindes zu durchbeißen oder ohne Verletzung durch Feuer zu laufen.

In diesem Fall ist Nadal ein Werleopard, obwohl sein Nachname eher auf einen Luchs ( lat. Lynx) deutet. Solange wie Geschichten über Verwandlungen existieren, so lange gibt es auch Geschichten über Menschen, die sich in Katzen verwandeln. Als im Jahr 1588 ein Reiter am Chateau de Joux in Frankreich vorbei kam, entdeckte er mehrere Katzen auf einem Baum. Er trat näher, schoss mit seinem Karabiner auf die Katzen und ein Schlüsselbund viel aus dem Baum. Der Reiter nahm sie mit ins nächste Dorf und als er im Gasthof Essen bestellt, sind weder die Wirtin noch die Schlüssel zum Keller zu finden. Der Reiter zeigt die Schlüssel dem Wirt, der sie als die seiner Frau erkennt. In der Zwischenzeit kommt sie aus der Küche, mit einer Wunde in ihrer rechten Hüfte. Von ihrem Mann zur Rede gestellt, gibt sie zu dass sie gerade von einer Hexenversammlung kommt, wo sie ihre Schlüssel nach einem Schuss in ihre Hüfte verloren hatte. In Zentralasien kam der Aberglauben auf, ein Schneeleopard würde nicht das Fleisch seiner Beute fressen sondern ihr Blut trinken. Dieser Volksglaube kommt vermutlich von den Zahnabdrücken, die beim Ersticken der Beute entstehen. Eine andere Geschichte erzählt von Milarepa, einem tibetischen Dichtermönch, wie er für sechs Monate in der großen Höhle der kämpfenden Dämonen gefangen war. Als seine Schüler ihn endlich befreiten, fanden sie ihn in einen Leoparden verwandelt

Werkatzen sind oft Einzelgänger, die die sich in Gruppen nicht wohlfühlen. Sie neigen dazu, der Freiheit nichts unterzuordnen. Oft ist es besonders die Freiheit, kommen und gehen zu können wann sie wollen oder die, ihre eigenen Gedanken zu entwickeln und zu äussern zu können, ohne das ihnen dabei jemand über die Schulter schaut.

Der Leopard

Der Leopard (Panthera pardus) ist eine Art innerhalb der Familie der Katzen, die in Afrika und Asien verbreitet ist.

Maße und Gewichte des Leoparden sind innerhalb des großen Verbreitungsbietes sehr unterschiedlich. Im Süden Afrikas wiegen Leoparden nur 20 bis 30 kg, im Norden Afrikas über 60 kg. Die Schulterhöhe beträgt 70 bis 80 cm, dabei werden die Männchen deutlich größer als die Weibchen.

Der Leopard hat mittellange, kräftige Beine mit großflächigen Pranken. Die Augen sind wie bei allen Katzen nach vorn gerichtet; die Ohren sind rundlich.

Das Fell ist mit Rosetten gezeichnet. Vielfach sind die Rosetten, besonders in Längsrichtung des Rückens, reihenförmig angeordnet. An der Brust und am unteren Hals findet man häufig statt nebeneinander stehender Rosetten Flecken, die in einer Richtung angeordnet sind und wie Halsbänder wirken. An der Oberseite des langen Schwanzes setzen sich die Rosetten entlang der Mittellinie fort. Zum Schwanzende werden die Rosetten immer weniger ausgeprägt, können aber manchmal noch zu mehreren Querringen verschmelzen. Die Schwanzunterseite ist allerdings zum Ende hin sehr hell bis weiß. Bauch und die oberen Beininnenseiten sind ebenfalls frei von Rosetten und weiß, gelblich-weiß oder in grau übergehend gefärbt. Weiter zu den Pranken hin sind Vollflecken zu finden, die nach unten zu immer kleiner werden. Am Kopf und oberen Hals und Nacken sind ebenfalls keine Rosetten ausgebildet, sondern auch nur schwarze Vollflecken vorhanden.

Der Leopard war in geschichtlicher Zeit über ganz Afrika beiderseits der Sahara sowie über fast ganz Asien verbreitet. In Afrika lebt er sowohl in den zentralen Regenwäldern als auch in der Savanne südlich der Sahara bis zum Kap der guten Hoffnung. In Asien bewohnt er die Nadelwälder am Amur ebenso wie die Tropen Indiens und Südostasiens. In vorgeschichtlicher Zeit gab es Leoparden auch in Mitteleuropa. Hier verschwanden sie aber bereits am Ende der Eiszeit. Der Leopard hat von allen fünf Großkatzen das größte Verbreitungsgebiet, daher haben sich im Laufe der Zeit zahlreiche Unterarten entwickelt.

Berührungspunkte zwischen Leopard und Menschen gab es bereits in der Frühzeit der Menschwerdung. Schon in der Olduvaischlucht in Nordtansania wurden während umfangreicher Ausgrabungen Skelette von Leoparden neben denen von Frühmenschen gefunden. Nach anthropologischen Forschungen ist es durchaus wahrscheinlich, dass diese Vorfahren der heutigen Menschen ihren Fleischbedarf als marginale Aasfresser deckten. Sie ernährten sich von den Resten der Beute aller Raubtiere sowie auch von verendet aufgefundenen Tieren.

Seit 186 v. Chr. wurden Leoparden meist aus Afrika und Kleinasien für Venationen und Tierkämpfe nach Rom geliefert. Die Leopardenjagd wurde bereits von Homer beschrieben.

Die Ägyptische Mythologie stellt den Gott Osiris mit einem Leopardenfell bekleidet dar - der Leopard war ihm und seinen Priestern als Attribut zugeordnet. Eine prominente Stellung hat der Leopard auch im Judentum - einer Legende gemäß erhielten die beiden ersten Menschen Adam und Eva nach dem Sündenfall einen Schurz aus Leopardenfell, der später in die Hände des Jägers Nimrod gelangte. Dieser nutzte es, um bei Gefahr wilde Tiere zur Hilfe zu rufen und galt daher auch als Leopardenzähmer (nimr lässt sich mit "Gefleckter" übersetzen). Im Alten Testament tritt der Leopard ansonsten oft als gefährliches Raubtier auf, etwa wenn der Prophet Jeremia (Kapitel 5, Vers 6) schreibt:

Darum schlägt sie ein Löwe aus dem Wald, ein Wolf der Steppen überwältigt sie, ein Leopard lauert an ihren Städten: jeder, der aus ihnen hinausgeht, wird zerrissen

In chinesischen Fabeln und Märchen wird der Leopard dagegen in positiver Weise als mutig und kriegerisch charakterisiert, eine Vorstellung, die sich auch in der mittelalterlichen Heraldik finden lässt, wo der Leopard als auf drei Pfoten laufendes Wappentier mit vorgestreckter Vorderpfote Eingang fand - so findet man ihn noch heute auf zahlreichen Wappen, darunter dem englischen. Allerdings gilt auch der Glaube, der Leopard könne seine Gestalt nach Belieben wandeln. Danach tritt meist die Vorstellung auf, er versuche die Menschen in die Irre zu führen und vom richtigen Weg abzubringen.

Die Verbindung des Leoparden, bedingt durch seine Flecken, mit dem Bösen ist wahrscheinlich nicht zufällig - jedenfalls galt er in späteren Zeiten als Ausgeburt der Schande, die Offenbarung des Johannes bringt ihn sogar in direkten Bezug zum Antichrist (Kapitel 13, Vers 2):

Und ich sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte zehn Hörner und sieben Häupter und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern lästerliche Namen. Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther.

Doch Johannes war nicht der erste, der den Leoparden in solch monströser Form erblickte, bereits der Daniel hatte eine ähnlich greuliche Vision des Tieres (Kapitel 7, Vers 6):

und siehe, ein anderes Tier, wie ein Leopard: das hatte vier Vogelflügel auf seinem Rücken. Und das Tier hatte vier Köpfe, und Herrschaft wurde ihm gegeben

Dyfed

Grafschaft in Südwestwales, 5768 km2, 344 000 Einwohner; Hauptstadt Carmarthen.

Dyfed war eines der alten keltischen Königreiche von Wales vor der Unterwerfung durch Wilhelm den Eroberer. Im Rahmen der Verwaltungsreform von 1974 wurden die aus den Counties Cardiganshire, Carmarthenshire und Pembrokeshire zu einem so genannten "adminstrative county" namens Dyfed zusammengefasst. Es war unterteilt in die sechs Distrikte Carmarthen, Ceredigion, Dinfwr, Llanelli, Preseli und South Pembroke.

Nach einer weiteren Verwaltungsreform am 1. April 1996 wurde Dyfed wieder in die ursprünglichen Counties aufgeteilt. Für bestimmte zeremonielle Aufgaben wird der Name Dyfed aber auch heute noch verwendet.Um die Zeit 954 bestand das Königreich Deheubarth aus dem Gebiet Dyfed und Seisyllwg.

Pornokratie

Pornokratie oder Mätressenherrschaft (von griech. porne „Dirne" und kratia „Macht, Herrschaft, Kraft, Stärke") ist eine Bezeichnung für eine Beeinflussung der Regierenden durch Mätressen.

Geschichtlich bezieht sich dieser Begriff auf eine Periode des Papsttums im frühen 10. Jahrhundert, welche mit Papst Sergius III. im Jahre 904 begann und im Jahre 963 mit dem Tode Papst Johannes XII. endete. In diesem Zeitraum standen die Päpste unter dem direkten Einfluss einiger Frauen, die als Mätressen einiger Päpste und einiger Herrscher von Rom in diese Machtposition geraten waren. Besondere Bedeutung hatten Theodora I., ihre Tochter Marozia und deren Töchter Marozia II. und Theodora II.. Generell hatten die Päpste dieser Zeit ein geringes eigenes Profil und waren dem römischen Adel und damit den Mätressen hörig.

Agapitus II

Agapitus II. († 8. November 955), Papst vom 10. Mai 946 bis zu seinem Tod. Sein Name bedeutet: der Geliebte (griech.). Sein Pontifikat fiel in die Zeit als Alberich II., der Sohn Marozias, die unabhängige Republik Rom unter dem Titel Prinz und Senator der Römer regierte und auch ihn zum Papst ernannte.

Agapitus, ein Mann mit einem starken Charakter, gab sein Bestes, um den Niedergang des Papsttums aufzuhalten, die so genannte Pornokratie, die seit Sergius III. 904 bis zur Absetzung Johannes XII. 963 dauerte. Seine Bitte an Otto den Großen, in Rom zu intervenieren, blieb zunächst folgenlos. Alberichs Position in Rom war zu stark um angegriffen zu werden, doch nach seinem Tod trug die Bitte Frucht.

Klöster- Teil 1

Das durchschnittliche Kloster des Mittelalters beherbergte wohl zwischen 50 und 80 Mönchen. Ein Abt (vom hebräischen „abbas" Vater) stand an der Spitze eines jeden Klosters, unterstützt von einem oder zwei Prioren oder Dekanen. Die geistliche Oberaufsicht oblag der Diozöse, in der sich das Kloster befand, wobei der Bischof oder Erzbischof der direkte Vorgesetzte des Abtes war. In weltlicher Hinsicht waren die Äbte jedoch oftmals eigenständige Lehnsherren über ihren Besitz, der meistens auch Leibeigene beinhaltete, die den Grundbesitz des Klosters bewirtschafteten, in der Regel als Feudalfürst lediglich dem Staatsoberhaupt unterstellt und somit den wichtigsten Adeligen des Landes gleichgestellt. Einige Klöster waren jedoch auch Lehen der Kirche selber, wobei die Äbte in diesem Fall lediglich dem Papst unterstellt waren. Anfangs waren es dann auch vor allem die Könige, die für sich das Recht in Anspruch nahmen, den Abt zu ernennen. Später setzte sich wieder die eigentliche benediktische Regel durch, die die Wahl des Abtes in die Hände der Mönche legte. Als Voraussetzung für dieses Amt galt ein Alter von mindestens 24 Jahren, eine eheliche Abstammung und die Priesterweihe.

Die meisten Mönche waren bereits im Alter von fünf bis sieben Jahren von ihren Eltern oder Vormunden Gott geweiht und zusammen mit einer Spende dem Kloster übergeben worden. Als Novizen wurden sie sodann in der klostereigenen Schule unterrichtet. Mit 16 Jahren mussten sämtliche Novizen, die sich für ein Leben als Mönch entschlossen hatten, vor dem Konvent aus allen Mönchen des Klosters ein dreifaches Versprechen ablegen, dass ihre lebenslange Bindung an die Gemeinschaft, ihr Streben nach Tugend inklusive Keuschheit und Eigentumsverzicht und den völligen Gehorsam gegenüber dem Abt beinhaltete. Doch nicht nur Mönche lebten im Kloster, zusätzlich nahm fast jedes Kloster Laienbrüder auf, die den Hauptteil der körperlichen Arbeit erledigten. Die Laienbrüder waren nicht den strengen Ordensregeln unterworfen, obwohl auch für sie eigene Regeln galten.

Obwohl ursprünglich rein männlich ausgerichtet, fanden bald nach Gründung der ersten Klöster auch Frauen Gefallen am Klosterleben - vor allem, da dies für eine mittelalterliche Frau in der Regel die einzige Möglichkeit war, Bildung zu erwerben. Obwohl es auch einige Gemeinschaftsklöster mit Nonnen und Mönchen gab, die zwar räumlich getrennt untergebracht waren, aber einem gemeinsamen Abt unterstanden, waren die meisten Ordensschwestern des Mittelalters in eigenen Klöstern organisiert. Im Gegensatz zu ihren männlichen Ordensbrüdern war eine Ausübung des Priesteramtes den Nonnen jedoch ebenso untersagt wie die Weihe neuer Mönche und selbst die Predigt oder eine Abnahme der Beichte, weshalb die meisten Nonnenklöster trotz einer eigenen Äbtissin letztendlich auf den Abt eines Partnerklosters angewiesen waren. Auch gab es mit Ausnahme der Beginen, die in einer Art städtischer Hausgemeinschaft lebten, aber trotz strikter Regeln an Keuschheit, Gebet und Kleidung streng genommen kein Orden waren, keine eigenen Nonnenorden, sondern lediglich weibliche Ableger der meisten Mönchsorden.

Ost-Anglia

Ostanglien (engl. East Anglia) ist eine Region im Osten Englands, die sich zwischen London, dem Mündungsgebiet der Ouse und des Welland - genannt The Wash - sowie dem Mündungsgebiet der Themse erstreckt. Es umfasst die Grafschaften Cambridgeshire, Norfolk und Suffolk sowie Teile von Lincolnshire. Die Bevölkerung lebt überwiegend in kleinen ländlichen Dörfern, die beliebte Urlausziele für die Londoner Großstädter darstellen.

Die Gegend ist sehr flach und besteht größtenteils aus Moor, Niedermoor und anderen moorähnlichen Landschaften. Klimatisch ist das Gebiet im Verhältnis zum ozeanischen Klima der Britischen Inseln kontinental beeinflusst; man findet dort Sonnenblumenfelder ebenso wie Lavendel- und Weinanbau. In der Steinzeit war Ostanglien ein Zentrum der Gewinnung von Feuerstein, der dort auch als Baumaterial verwendet wurde.

Das Königreich der Ostangeln entstand um das Jahr 520, als sich das North- und das South-Volk der Angeln zusammenschlossen. Bis zum 20. November 870 blieb das Reich von Kriegen verschont, bis die Dänen einmarschierten und den letzten angelsächsischen König Edmund töteten; Edmund liegt in Bury Saint Edmunds begraben. 920 wurde es von den Sachsen zurückerobert und dann in das neugebildete England integriert.

Siegfried (Sigfrid, Sigurd) von Växsjö

Sigfrid war Mönch in Glastonbury und kam 995 als Missionar nach Norwegen, dann nach Schweden. Widerstände der Bevölkerung gegen seine Missionsarbeit trieben ihn nach Süden, wo er nach manchen Quellen in Skara das erste schwedische Bistum gründete. Nach weiterer Tätigkeit in Norwegen war er zuletzt wieder in Südschweden tätig.

Später ist in isländischen und norwegischen Quellen ein Bischof Sigurd erwähnt, der den schwedischen König Olav Skötkonung taufte und in Växjö starb. Sigurd ist wohl mit Sigfrid identisch.

Sigfrid wird als "Apostel von Schweden" verehrt. Seine Reliquien wurden teilweise in der Reformation vernichtet.

Personen, die in dem Kapitel der Geschichte Nosce te ipsum vorkommen. Die Personen die kursiv geschrieben sind, sind erdacht (entweder von JKR oder von mir).

Aethelwold

Dekan von Glastonburys, Freund Dunstans

Aelfhere

Eldorman von Wiltshire, Führer der ostsächsischen Partei

Aelfnoth

Bischof von Sherbourne, Mitglied der Wölfe

Aelfsige

Bischof von Winchester, Ratsmitglied der Wölfe

Berthelm

Mönch aus London, Chronist

Corric

einäugiger Housecarl Solmen von Slytherin, Mitglied der Wölfe

Cuthburh

Zofe im Hause Ethelgiva, Freundin von Salazar

Cuichelm

ehemaliger Ausbilder der Prinzen, Kleriker aus Canterbury, Geliebter von Ethelgiva

Cynesige

Eldorman von Berkshire, Freund Dunstans, gehört zur Ostsäschsischen Partei

Dunstan

Abt von Glastonbury, einer unserer Hauptprotagonisten

Eadgifu

Mutter von Eadred und Edmund, Großmutter von Eadwig und Edgar

Eadred

(924 +955), König von England

Eadwig

Prinz von England, Sohn Edmunds

Edgiva

Tochter von Ethelgiva, der Konkurbine

Edgar

Bruder Eadwigs, Prinz von England, Sohn Edmunds

Elfgar

mütterlicher Großvater von Eadwig und Edgar

Erik Blodox

( +954), norwegischer König von York

Ethelgiva

Konkubine, Mutter von Edgiva, Ratsmitglied der Wölfe

Ethelstan

Eldorman von East Anglia, Führer der Ostsäschsischen Partei

Godric ap Maredudd

Sohn des Herrn von Tenby und Gryffindor, eine der vier Gründer Hogwarts

Helga Hufflepuff

10 jährige Dänin, eine der vier Gründer Hogwarts

Nadal Lynx

Werkatze, Jäger von Solmen

Odo

Erzbischof von Canterbury

Owain ap Hywell

König von Deheubarth

Richard Eriugena

Heiler und Arzt, Ausbilder Helgas

Rowena Ravenclaw

Nonne von Glastonbury, eine der vier Gründer Hogwarts

Salazar Slytherin

jüngerer Sohn Solmens von Slytherin, Gründer Hogwarts

Solmen

Edorman von Cornwall, Graf von Slytherin, Vater Salazars, Ratsmitglied der Wölfe