So, frisch aus dem Urlaub zurück, kann ich jetzt wieder updaten.
Widmung: das hier ist für hac.potter . Für das in den Arsch treten… du hast Recht, 6 Monate für 7 Kapitel ist lang. Sorry, obwohl ich zu meiner Verteidigung sagen muss, dass mein PC einige Zeit kaputt war… ich hoffe du reißt mir jetzt nicht den Kopf ab, aber ich habe bis zum 17ten Kapitel auch schon alle fertig geschrieben.
Disclaimer:
Aber… aber ich mag doch den Sev… ups, das gehört hier nicht her…(nachdenk) ach ja, das HP Universum ist NICHT meins. Und ich mache übrigens auch keinen Profit damit. :)
Aber der Keks ist mein… Murhahahaha! Okay, sorry, weiter mit dem nächsten Kapitel.
8. Kleine Brücken:
Das Mittagessen verlief weitestgehend schweigend. Die kleine Ansage in Bezug auf Harrys Aufgabe einmal ausgenommen: „Also Potter, du hast bis heute Nachmittag Zeit, dich mit der Kugel auseinander zu setzen und deinen Weg zu finden. Ich würde dir dazu vorschlagen, dass du ausnahmsweise dein Hirn benutzt und nicht untätig rum sitzt. Hast du verstanden?" Letzteres war eigentlich eher Erwartung, denn ernst zunehmende Frage.
Der Gryffindor verzichtete auf einen längeren Satz, der ihn wegen seines feurigen Temperaments voraussichtlich nur in Schwierigkeiten gebracht hätte. Harrys Antwort beschränkte sich also auf ein gemurmeltes: „Ja, Sir."
Die vorherige Vermutung des 15-Jährigen fand erneut einen Weg:
Es musste so sein! Entweder es bereitete Snape ganz besonderes Vergnügen ihn zu verwirren und sein Spiel mit ihm zu treiben, indem er einmal nett und im nächsten Moment unausstehlich war, oder er war einfach nur launisch! Sehr launisch!
Beide suchten das Gespräch mit dem anderen bei dieser Mahlzeit nicht mehr und so verließ Harry ohne jeglichen Gruß das Zimmer, nachdem er mit dem Essen fertig war. Er schlug den Weg direkt in sein Zimmer ein und befasste sich mit dem runden Artefakt, das während der ganzen Zeit in seiner Tasche geruht hatte.
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Indem er sich auf sein Bett sinken ließ, betrachtete er das Runde Ding in seiner Hand. Es glomm schwach violett und wenn Harry es fester umfasste, ging eine Art Pulsieren von ihm aus.
In dieser unscheinbaren Kugel sollte also der Schlüssel zu der unbekannten Energie liegen, die sich ihm offenbart hatte. Ob er es schaffen würde, hinter ihr Geheimnis zu kommen, und das bis zum Nachmittag? Der Gryffindor zweifelte daran, beschloss jedoch es zuerst zu versuchen ehe er annahm seinen Zugang zu der Empfindung nicht finden zu können.
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Severus Snape verließ den Speisesaal und betrat wenig später sein Labor. Es war ein Ort, der den Tränkemeister zur Ruhe kommen ließ, sobald er ihn betrat. Hier war er ungestört und konnte sich völlig in seine Arbeit oder eventuelle Experimente vertiefen. Langsam, fast andächtig, schritt er zu dem hohen Lehnstuhl, der sich hinter dem Arbeitstisch befand, nahm ein Schriftstück, das auf der Arbeitsfläche gelegen hatte, zur Hand und machte die Schrift sichtbar, indem er das Papier mit dem Zauberstab berührte.
Auf dem Zettel befand sich eine Liste mit Tränken, die er in nächster Zeit fertig zustellen hatte. Teils waren es Elixiere für den dunklen Lord, jene, die er nur mit Widerwillen und dem unauslöschlichen Gefühl der Schuld braute, teils Mixturen, die er für den Hausgebrauch oder für Madam Pomfrey benötigte. Zur Kategorie „Hausgebrauch" zählte auch der Trank ganz oben auf der Liste. Er war für Potter.
Kopfschüttelnd ging er zu einem der zahlreichen Vorratsschränke und holte einige Zutaten daraus hervor, wobei seine Gedanken abschweiften.
Warum tat er das eigentlich alles? Es war immerhin Potter! Der Junge, der ihm in den letzten Jahren allein durch seine Überheblichkeit und blanke Stupidität in all seinem Tun wieder und wieder zur Weißglut getrieben hatte. Das vermochte sonst keiner bei ihm, der Sohn dieses arroganten Dummkopfes dafür jedoch umso besser! Er konnte nicht wirklich sagen warum, aber er verleitete ihn dazu seine sarkastische, eisige Seite Mal für Mal die Oberhand über sein Handeln gewinnen zu lassen.
Ohne sich wirklich konzentrieren zu müssen, bereitete Snape die Tinktur vor, die Harry Morgen um Morgen schlucken musste, damit die Wunden endlich heilten. Zufrieden und von dem leisen Brodeln der Flüssigkeit entspannt, wartete er schweigend bis der Trank die geforderte Zeit gezogen hatte. Dabei schlugen seine Gedanken abermals entfernte Wege ein.
Aber diesmal war es anders. Es war als entdecke er ein kleines Stück der anderen Charaktereigenschaften des Jungen, - unfreiwillig wie wohl nicht anders zu erwarten war. Natürlich, Potter war immer noch derselbe, …doch manchmal, in ganz bestimmten Situationen, schien er sich zu ändern.
Snape wurde aus ihm nicht schlau und wenn er so recht überlegte, wollte er das auch gar nicht.
Warum sollte er auch mit seinem Bild von dem jungen Gryffindor falsch liegen? Immerhin hatte er eine ausgeprägte Gabe dafür Menschen und deren Charakter zu durchschauen, ohne dass sie ihn ihm offenbarten, sondern durch bloße Beobachtung.
Es war genau dieses Talent, das Snape unter anderem zu einem so hervorragenden und gefürchteten Lehrer machte.
Severus gab es nie zu, doch tief in seinem Innern war ihm bedingt klar, dass diese Gabe im Falle seines Gastes gravierend getäuscht worden war, - getäuscht von seinem Hass auf James und Sirius, denen der 15-Jährige mit dem rabenschwarzen Haar manchmal so ähnlich war.
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Harry kniete derweil seit geschlagenen zwei Stunden auf seinem Bett, wo er mit aller Kraft versuchte dem Artefakt sein Inneres zu entlocken.
Er hatte es während des Rituals doch so deutlich gespürt! Er hatte das Gefühl der Schuld in jeder Faser seines Körpers brennen gespürt? Warum fiel es ihm jetzt so verdammt schwer, dazu durchzudringen?!
Verzweiflung drohte sich in ihm auszubreiten. Er hatte schon so vieles ausprobiert. Anfänglich hatte er versucht, ob „an den Kopf halten" die Lösung war (schließlich funktionierte es bei einem Denkarium ähnlich.), dann hatte er sich auf die Gefühlsregung konzentriert und mit dem Zauberstab dagegen getippt.
Nichts hatte gewirkt.
Auch der Versuch Wort wörtlich ins Innere der Kugel, zu diesem fremdartigen Nebel, zu gelangen war fehlgeschlagen (Geendet hatte es damit, dass Harry der Finger wehtat.). Also hatte er sich wieder auf Methoden verlegt, die dem Ritual näher kamen. Nach einer Weile war er völlig in Gedanken versunken, ohne zu bemerken, dass er schon längst zu Snape hätte gehen müssen.
Zu sehr war er im Moment darauf fixiert, den Nebel durch reine Vorstellungskraft ans Äußere der Kugel zu binden. Es war ihm eingefallen, als er abermals an die Anweisung seines Mentors denken musste, die er vorher als übliche, sarkastische Bemerkung abgetan hatte. Vielleicht musste er das Gefühl wirklich erst nach außen dringen lassen, ehe er es berühren und empfinden konnte.
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Der Tränkemeister füllte das gebraute Elixier in eine längliche Flasche, verkorkte sie und klebte letztlich einen Namenszettel darauf. In der dem Zaubertranklehrer eigenen, markanten Handschrift stand dort geschrieben: Devovetus Meditus.
Nachdem er das Glasgefäß in eines der zahlreichen Regale einsortiert hatte, begab er sich in düsterer Stimmung in Richtung des Raumes seines Schülers.
Er würde erst Potter abholen, was den Grund voranstellte, dass dieser nicht zur vereinbarten Zeit erschienen war, und dann noch einmal nach den anderen Tränken sehen, die er angesetzt hatte. Irgendwie hatte er es geahnt.
Warum sollte ein Potter es auch für auf seinem Niveau erachten, zu einem Treffen pünktlich zu erscheinen? Wahrscheinlich saß er gerade irgendwo und bemitleidete sich selbst wegen des ungerechten Schicksals, das ihm aufgebürdet worden war, oder er hielt es wie so oft schlichtweg nicht nötig aufgestellten Regeln zu folgen!
Sicher war, dass Potter sich eine verdammt gute Ausrede für sein Fehlen einfallen lassen müsste. Schließlich hatte er noch anderes zu tun, als seine ohnehin knapp bemessene Zeit mit diesem Jungen zu verbringen. Dieses Balg schaffte es noch, dass sein geliebtes pechschwarzes Haar grau werden würde! Tja, damit würde er wohl klarkommen müssen, denn es war wichtig, dass Lilys Sohn den Umgang mit dem ungewöhnlichen Zweig der Magie schnell erlernte, auch wenn ihn das noch einige Nerven kosten würde.
Obwohl er es mit aller Kraft zu ignorieren versuchte, wusste er, dass Harry das Talent, sowie die Veranlagung dazu hatte. (Das würde er natürlich niemals vor Potter zugeben.)
Der Schwarzhaarige öffnete die Zimmertür ohne jedes Geräusch, um dann mit wehender Robe und ebenso leise den Raum zu betreten. Was er sah, ließ ihn nicht schlecht staunen: Harry saß, wie schon vermutet, auf dem Bett, doch sein Tun wollte so gar nicht in Snapes Weltbild passen. Der 15-Jährige war mit all seinen Gedanken auf etwas, das der Ältere erst erkannte, als er unmittelbar neben dem Bett stand, konzentriert.
Es war die schwach glimmende, Faust große Kugel, um die sich ihr anstehendes Treffen drehen sollte. Auf den ersten Blick hätte man denken können, Harry sitze da und träume vor sich hin, während das Artefakt nur zufällig in seinen Händen ruhte, doch die Tatsache, dass Sevs Schützling ihn noch immer nicht bemerkt hatte, zeigte deutlich, dass sein Denken gänzlich dem Ding in seinen Händen zugewandt war.
Normalerweise lag es in Potters Natur, Menschen, die sich ihm näherten, instinktiv früh zu erkennen.
Es musste wohl eine Art Reflex sein, dessen Entstehung Severus sich momentan nicht erklären konnte.
Trotz der mehreren Konfrontationen mit dem dunklen Lord, war es etwas ungewöhnlich.
(An Harrys Verwandten dachte Snape nicht.)
Ein geübter Blick auf die Kugel sagte ihm, dass der Gryffindor, dessen rabenschwarzes, total verstrubbeltes Haar die Sicht auf seine angespannten Zügen erschwerte, nahe dran war, die Lösung des Geheimnisses und damit den Zugang zu der Empfindung zu finden. Einen Moment lang beobachtete Snape den Jungen, dessen smaragdgrüne Augen zu Schlitzen verengt den Nebel fixierten, dann räusperte er sich vernehmbar laut und sprach seinen Gegenüber an, obwohl er sich darüber im Klaren war, die Arbeit zu Nichte zu machen. Die Stimme war zu einem bedrohlichen Flüstern gesenkt.
„Potter, warum sitzt du immer noch faul auf dem Bett herum, anstatt dich auf den Weg zu mir zu machen?! Ich kann meine Zeit nicht mit Nichtstun verschwenden." Severus wusste ohne jeden Zweifel, dass Harry nicht gefaulenzt hatte.
Der Gryffindor schreckte aus seinen Gedanken auf und verfluchte den schleimigen Kerl innerlich dafür, dass er ihn unterbrochen hatte, sobald er sich von dem Schock erholt hatte, dass der offensichtlich verärgerte Professor direkt neben ihm stand. Harry hielt dem unerbittlichen Blick aus kalten Onyxaugen stand und erwiderte nicht weniger verärgert: „Bevor Sie mich unterbrochen haben, war ich mit der Aufgabe beschäftigt, die Sie mir gegeben hatten!"
Er war so nah dran gewesen! Er spürte, dass er seinem Ziel näher als jemals zuvor gewesen war! Er hätte nur noch eine einzige Barriere durchbrechen müssen, für dessen Zerstörung er bisher noch keine Lösung gefunden hatte. Warum hatte diese zu groß geratene Fledermaus ihn stören müssen?! Selbst Snape hätte in seiner beschränkten Sichtweise sehen müssen, was Harry da tat!,
dachte der Gryffindor zornig, als er bemerkte, dass das Leuchten außerhalb des kreisförmigen Gegenstandes, das an Intensität zugenommen hatte, nun wieder erlosch.
Snape blieb seinerseits völlig ungerührt und antwortete eisig: „Und wie immer hast du nicht richtig zugehört." Er bohrte seine tief schwarzen Augen in die Harrys. „Ich sagte, du hast bis zum Nachmittag Zeit."
Er legte eine kurze Pause ein, um den Triumph auszukosten. „Ich wusste zwar, dass du eine sehr ausgeprägte Neigung dazu hast, ausdrückliche Anweisungen zu überhören, aber so hoch hätte ich deine Unfähigkeit beim Befolgen einfacher Befehle nicht eingeschätzt." Der Tonfall des Tränkemeisters war schneidend und troff nur so vor Abneigung und Sarkasmus.
Harry sprang auf. Seine Augen glommen vor Wut, die wie Gift in seinen Adern pulsierte, als er aufgebracht eine Antwort gab, die sein schwer zu kontrollierendes Temperament heraufbeschworen hatte.
„Dann sagen Sie mir doch, was es gebracht hätte, zu Ihnen zu kommen, mir anzuhören, dass ich es nicht geschafft habe, wie unfähig ich bin und dass es ohnehin keinen Zweck mit mir habe, nur um damit dieZeit zu verschwenden, die ich dafür hätte nutzen können, den Zugang doch noch zu finden!! Ich werde nicht aufhören es zu versuchen, nur weil Sie den Drang verspüren, Ihre Wut auf meinen Vater an mir auslassen! Wenn Sie das nötig haben, ist das Ihre Sache, aber dann predigen Sie mir nicht immer wieder, dass wir keine Zeit verlieren dürfen!!"
Noch bevor der Mann antwortete, wusste Harry, dass er zu weit gegangen war. Das Gesicht Snapes war vor Zorn erbleicht, sein Blick tödlich, die Zähne bedrohlich gebleckt. Mit einem Schritt war der Ex-Todesser bei ihm, packte ihn am Kragen und zischte in einem Tonfall, der dem Jüngeren das Blut in den Adern gefrieren ließ und ihm momentan große Angst machte:
„Potter, wage es nie wieder in deinem verfluchten Leben so mit mir zu sprechen, oder du wirst mich kennen lernen, ganz gleich was die Zaubererwelt dazu sagt ihren Retter zu verlieren!!"
Mit großer Kraft, die man bei Severus hagerem Körper nur schwerlich vermutete, stieß er ihn von sich, sodass Harry mit einiger Härte neben dem Bett zu Boden ging. Snape machte auf dem Absatz kehrt und fügte ohne ihn noch eines Blickes zu würdigen hinzu: „Da du es wie erwartet nicht fertig gebracht hast das dir Aufgegebene zu erledigen, ist diese Zusammenkunft sinnlos. Komm, wenn du es irgendwann doch noch schaffen solltest, was ich bezweifle." Und schon verschwand er mit wehendem Gewand aus dem Raum.
Zurück blieb ein wütender, entmutigter Harry, der sich fragte, warum Snape so handelte wie er es schon seit etwa fünf Jahren tat. Einerseits brannte Zorn in ihm, doch andererseits wusste er, dass das was er eben gesagt hatte, falsch gewesen war. Es hatte ihn nur so unglaublich aufgeregt, dass Severus Snape die Tatsache, dass sie zusammenarbeiten sollten und Harry (auch wenn er es nur selten zugab) auf seine Hilfe als Mentor angewiesen war, immer wieder ignorierte, nur um ihn ein weiteres Mal zu erniedrigen. Nach einem Augenblick des bloßen Dasitzens erhob er sich mit schmerzenden Gliedern vom Boden und ergriff wiederum die Kugel.
Warum hatte Snape ihn eigentlich gerade mit dem Rücken halb gegen das Bett pfeffern müssen? Die Wunden an seinem Oberkörper taten ja noch nicht genug weh!
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Snape rauchte immer noch vor Zorn, als er sein Wohnzimmer betrat und die Tür mit einem lauten Knallen ins Schloss fallen lies. Resigniert ließ er sich in den hohen Lehenstuhl sinken, seine Finger massierten energisch das Nasenbein, der Blick galt dem leeren Kamin ohne ihn wirklich zu registrieren.
Severus konnte es auch jetzt noch nicht ganz fassen.
Es war unerhört, was dieses Potter-Balg ihm da gerade an den Kopf geworfen hatte! Was glaubte er eigentlich, wer er war! Schließlich war er, Severus Snape, es gewesen, der ihm versuchte zu helfen! Wieder hatte er es vollbracht, ihn zu einem Wutausbruch zu veranlassen, ihn ganz im Gegensatz zu der unterkühlten Fassade seines Wesens handeln zu lassen. Wie konnte Potter nur glauben so mit ihm sprechen zu können?!
Dem Tränkemeister gingen viele Gedanken dieser Art durch den Kopf und auch, dass er es ganz vortrefflich gemeistert hatte, seine schlechte Laune an dem Gryffindor auszulassen, wie er es sich auf dem Hof bei seinen Verwandten vorgenommen hatte. Es gab jedoch noch einen anderen Gedanken, der sich einen langen, mühsamen Weg zu Severus Bewusstsein bahnte:
Vielleicht war etwas Wahres an dem, was Harry gesagt hatte. Immerhin hatte er ihn absichtlich gestört, obwohl er gesehen hatte, was der Junge tat und dass er auf dem richtigen Weg war. Der Hass war wie so oft in Harrys Fall stärker als die Vernunft gewesen. Schon in dem Moment, da er ihm gesagt hatte, dass er nur bis zum Nachmittag Zeit habe, hatte er gewusst, dass es fast unmöglich war. Und obwohl er sich anfangs energisch eingeredet hatte, es sei lediglich als Ansporn gedacht, war ihm klar, dass es auf der alten Feindschaft beruhte.
All dies hätte der Zaubertrankmeister von Hogwarts niemals zugegeben. Trotzdem zeigte es Wirkung, indem es seine Wut schneller vergehen ließ.
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Es wunderte der Älteren nicht, dass Harry nicht zum Abendessen erschien, von besonderem Interesse war es jedoch auch nicht, denn schon früh hatte der Professor ihm klargemacht, dass es seine Sache wäre und er nicht hinter ihm her renne, wenn er zu den Essenszeiten nicht erschiene. Er nahm an, dass James Sohn erst mal eine Weile schmollte.
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Wieder hatte Snape sich getäuscht. Harry saß mit angezogenen Beinen auf der breiten Fensterbank, sah hinaus in die bevorstehende Dunkelheit und war währenddessen mit den Gedanken bei dem Gefühl, das in die seltsame Kugel eingeschlossen war. Er konzentrierte sich wie schon einmal an diesem Tag auf die wabernde Substanz im Innern und versuchte sie mit Imagination seines Verstandes nach draußen zu ziehen. Schneller als zuvor hatte der 15-Jährige diesmal den Weg gefunden, doch da war immer noch etwas, das das endgültige Vordringen zu der Ursache seines Handelns verhinderte.
Etwas, das Harry kannte, aber nicht zu benennen vermochte. Nach langer Zeit der Fixierung auf das Bild, das vor seinem geistigen Auge entstanden war, gab der Gryffindor es auf und lies niedergeschlagen die Kugel sinken. Nachdem er sich weitere zehn Minuten den Kopf darüber zerbrochen hatte, was er falsch machte, wo er doch so nah an der Lösung war, stellte sich ihm erneut eine bisher unterdrückte Frage.
War Snape schon immer so kalt und voller Hass gewesen, oder war dies erst seit seiner Schul- und Todesserzeit der Fall? Tja, Snapes Gefühle und Beweggründe waren ihm schon immer ein Rätsel gewesen. Als Erstklässler hatte er lediglich nicht verstanden, warum er so gemein zu ihm war, später war er darüber wütend gewesen, jetzt machte es ihn irgendwie traurig.
Er konnte eben nicht verstehen, wie die Gefühlswelt eines Menschen so unterkühlen konnte. Bei ihm war es doch auch nicht so gekommen, obwohl er schon viel erlebt hatte und, um nur ein Beispiel zu nennen, von seinen Verwandten wie Dreck behandelt wurde.
Dass Harrys Wesen ein vollkommen Verschiedenes zu dem von Snape bildete und er einfach früh gelernt hatte über schlechte Dinge hinweg zu sehen, kam ihm nicht in den Sinn. Dass er die Eigenschaft besaß sehr schnell über solches hinweg zu kommen, nahm er eben nicht war.
In Gedanken spielte Harry weiter mit dem Begriff herum, während er den Blick wieder auf den dichten Tannenwald richtete, hinter dem die Sonne vor Kurzem verschwunden war, um für eine sternenklare Nacht und einen fast orange leuchtenden Mond Platz zu machen.
Snapes Gefühle,…Snapes Gefühle. Natürlich, das war die Lösung!!
Harry sprang von der Fensterbank und flitzte zu seinem Bett, wo er sich geschwind niederließ.
Das war der Anstoß, den er gebraucht hatte! Die Empfindungen seines Mentors waren die fehlenden Puzzleteile zum Ganzen. Wenn er das Innere erreichen wollte, musste er zuerst das hinaus befördern, was Snape bei dem Ritual gespürt hatte. Er hatte es zwar erst später bemerkt, aber natürlich war auch der Kerkermeister nicht ohne jede Gefühlsregung geblieben, als er erfahren hatte, was Harry bewegte. Seine Gefühle mussten einfach auch in die Kugel gefahren sein.
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Der junge Gryffindor saß immer noch auf seinem Bett, während stille Tränen über seine blassen Wangen rannen. Er hatte es geschafft. Er war, mit den Gefühlen des Professors als Brücke, endlich zu der einen Empfindung gelangt, die die Ursache für den Energieausbruch gewesen war, der einen erwachsenen Mann fast getötet hätte.
Er hätte sich wohl freuen müssen und in gewisser Weise tat er das auch, doch das, was er vor wenigen Minuten herausgefunden hatte, machte ihn traurig. Es zerrüttete sogar einen ziemlich großen Teil seines Weltbildes, oder immerhin des bisherigen Bildes vom Kerkermeister, das sich so hartnäckig in sein Denken gegraben hatte.
Es war geschehen, als er einzig Snapes Gefühlsregungen gespürt hatte. In diesem Moment hatte er erfahren, welch heftiges, nagendes, zerfressendes Schuldgefühl den Menschen, den er so sehr gehasst hatte, Tag für Tag belastete. Unfreiwillig und unwissentlich hatte Severus ihn in die tiefsten Tiefen seiner Seele blicken lassen. Er hatte Harry etwas offenbart, von dem er wohl niemals geglaubt hatte, es würde jemals von einem anderen als ihm selbst gesehen werden.
Es zeigte nur zu deutlich, dass der Tränkemeister keineswegs völlig gefühlskalt in seinem Innern war und beantwortete gleichzeitig ansatzweise die Frage, warum Severus so distanziert und eisig war. Schon jetzt war dem Jungen, der lebte, klar, dass Snape wütend werden würde, sobald er ihm erzählen musste, wie er das Rätsel gelöst hatte.
Langsam erhob sich der Junge und verließ wortlos und ohne nachzudenken das Zimmer. Nicht nur Snapes Empfindungen zu durchleben war schwer gewesen, sondern auch mit den eigenen Gedanken und Gefühlen klarzukommen. Harry war sich ganz und gar nicht sicher, ob er diese Erfahrung würde machen wollen, wenn er sich noch einmal entscheiden könnte. Er wusste, dass es bedeutete lernen zu können mit der neuen Gefahr umzugehen, doch andererseits war dies die gebündelte Form von all dem, was seit dem Sommer so schwer auf seinem Herzen lag.
Von dem Gedanken geführt, dass er jemandes Gesellschaft brauchte, schlug er den Weg zur Eulerei ein, wo er Hedwig finden würde. Mit einem unangenehmen Kribbeln in der Magengegend ging er nach kurzer Zeit die schmale Treppe hinauf, auf der er die Vision gehabt hatte. Die Dunkelheit verminderte das beklemmende, einengende Gefühl und die Kälte, die ihn umlauerte wie ein Raubtier auf der Jagd, nicht und so freute er sich umso mehr endlich in den runden Turmraum mit den vielen Stangen und Balken einzutreten, der von orange-gelbem Mondlicht erhellt wurde. Die Schleiereule flog sofort auf seine Schulter und knabberte ihm halb vorwurfsvoll, halb zärtlich am Ohr herum.
„Ich weiß, ich war lange nicht da, aber der böse Fledermausmann hat mich ziemlich auf Trapp gehalten", verteidigte sich Harry mit einem leichten Grinsen vor dem Eulenweibchen, das ihn genau zu verstehen schien.
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Euer Drache, der kürzlich die Ehre hatte im Snape Cosplay rumzurennen, knuddelt euch alle für die Reviews!!! Ich denke ich wird sie ab jetzt einfach am Ende der Kapitel beantworten, außer es ist gerade anders sinnvoller, weil ich dann auch die Leute ohne Stecki oder Emailadresse erreiche.
Hey, machen wir einen Deal, ich schreibe schneller und zur Belohnung krieg ich ganz viele Reviews. mit großen Drachenaugen anguck
Also, here we go:
I bekomme immer ganz viele liebe Reviews, in denen nachgefragt wird wann, oder ob Snape noch netter wird, und ich kann euch sagen: Ja, aber er wird trotzdem immer noch seine Charaktereigenschaften behalten und auch zeigen. Denn auch wenn ich mir vorstellen kann (und die Vorstellung toll finde ;) ), dass Snape sich mit Harry besser versteht und netter zu ihm ist, will der völlig gewandelte Sev da doch irgendwie nicht reinpassen.
Zum Schluss noch… ja, wir wissen alle, dass Snape für alles seine Zeit braucht und sich in Gefühlsdingen manchmal selbst im Weg steht.
Übrigens; schlagt mich ruhig, ich weiß Snape hat in diesem Kap seinem Ruf alle Ehre gemacht… ich geb´s ja zu, die meiste Zeit war er ein ziemliches Peeeep.
ADADADADADADAD
So, nachdem dieses Kapitel nun auch zu Ende ist, hab ich noch mal eine Frage:
Ich suche jemanden, der diese und vielleicht auch meine andere Story „Necessary Care" ins Englische übersetzen könnte.
Bitte meldet euch, wenn ihr Interesse habt oder jemanden kennt, der es vielleicht machen möchte.
