Ich bin wieder da und ich will euch schon einmal eine schöne Weihnacht wünschen! Und ich hoffe euch wird dieses Kapitel gefallen :)
Mir hat das Schreiben sehr viel Spaß gemacht.

Eine längere Periode der Stille setzt ein, die nur von lauteren Atemzügen des Krokodils, angehenden Sprechversuchen der anderen beiden oder dem Rascheln von sich im Wind wiegenden Blättern unterbrochen wird. Die Situation wirkt bedrückend und weder Razar noch Worriz wissen genau was sie jetzt sagen sollen, also entscheiden sie sich erst einmal diese neue Erfahrung auf sich einwirken zu lassen. Jedoch lässt diese Entscheidung keine positiven Eindrücke gegen und, auch wenn er ein krampfhaftes ankämpfen dagegen versucht, fließen erneut die Tränen in Verbindung mit lautem, herzzerreißenden Schluchzen. Ein solcher Ausbruch der Gefühle ist nicht normal für den sonst stolzen und starken König der Krokodile, das wissen auch die beiden Freunde und so tauschen sie überraschte Blicke aus, welche einen leichten jedoch merkbaren Hauch von Mitleid, Pflichtbewusstsein und Verständnis mit sich bringen. Wie ein Spiegelbild nicken sie gleichzeitig und wenden sich dem von Trauer und Einsamkeit übermannten Cragger zu, welcher nicht den Blick von der wellen-überhäuften Wasseroberfläche nehmen kann. „Hey Cragger", beginnt Worriz, welcher erneut seine weiche Pfote auf die Schulter des schuppigen Königs legt, welche zittert und ihn vorerst erschaudern lässt, „Ist doch nichts dabei. Auch wenn du dich nun für Kerle interessierst, was soll daran verwerflich sein? Du bist und bleibst das beste Krokodil für uns und das wird auch diese Tatsache nicht ändern können." Langsam wendet dieser seinen Blick von dem Wasser ab und blickt in die goldenen Augen des Wolfes, welcher ihn zufrieden anblickt und nickt. Auch Razar folgt dem Manöver des Wolfes und legt seine Kralle auf die andere, die rechte Schulter, des Krokodils, welcher erneut langsam seinen Blick wechselt und nun den Raben fixiert. „Ich bin stolz auf dich", ertönen die ersten Worte aus seinem Schnabel, welche dafür sorgen das die Augen des Krokodils sich erweitern wodurch das Glitzern, welches durch die Tränen verursacht wird, sich verstärkt, „Das du dich entschieden hast endlich darüber zu reden... Auch wenn ich es eher erzwungen habe. Hoffentlich bist du mir deswegen nicht-"

„Danke...", unterbricht ihn eine zitternde Stimme, welche überraschenderweise zu Cragger gehört und die anderen beiden sichtlich überrascht. Razar hält weiterhin den Augenkontakt mit Cragger und erkundigt sich nach dem Grund seines Dankes: „Wofür dankst du mir? Ich habe-" „Einmal", unterbricht er erneut den Wortfluss des Raben und so konzentrieren sich die beiden Außenmänner auf ihr schuppiges Mittelstück, „dafür dass du mich dazu getrieben hast endlich die Wahrheit zu sagen. Ich hätte es bestimmt noch viel zu lange für mich behalten... Und außerdem für eure Worte... Ich bin echt froh dass ihr mich akzeptiert wie ich bin und ihr mich nicht irgendwie verabscheut oder ganz aus eurem Leben verbannt. Danke..." Kitschiger geht es zwar nicht, jedoch kann die Wahrheit auch manchmal kitschig klingen und sie abzuändern wäre nicht ratsam. Auch Razar und Worriz sind von diesen Worten ergriffen und entschließen, nach einem erneuten Blickaustausch und einem gleichzeitigen Nicken, ihren Krokodilskönig in eine feste, doch nur freundschaftlich gemeinte, Umarmung zu nehmen. Diese Aktion überrascht Cragger doch als der die Wärme des Federkleids und das Kitzeln des grauen Fells auf seinen grünen Schuppen spürt, fühlt eine Wärme, die sich in seinem Herzen entfacht und sich nur wenige Sekunden später im ganzen Körper ausbreitet. In dieser Position verharren sie ein paar Sekunden, welche zu beinahe einer halben Minute wird. „Leute?", flüstert Cragger, welcher sich zwischen den beiden plötzlich ein wenig eingeengt und, zu seiner Überraschung, unwohl fühlt. Sicherlich nicht wegen dem Gedanken in einer engen Umarmung mit einem, oder auch mehreren Männern, zu sein, wohl eher da er diese Situation nicht erwartet hat. Anscheinend haben die anderen Beiden diese Worte nicht gehört und so wird Cragger ein kleines wenig lauter bei seinem nächsten Aussprechen von Worten: „Leute? Ich habe euch ja auch echt liebt aber ich dachte ich wäre der Schwule hier, oder nicht?" Mit einer so frühen parodistischen Aussage, welche auf die neu erfahrene Sexuelle Vorliebe des Krokodils basiert, hat weder Razar noch Worriz gerechnet und langsam lösen sie die Umarmung. Mit einer unsicheren Mimik blicken sie Cragger an, welcher lachend entgegnet: „Überrascht? Ihr wisst genau ich bin einer der nicht lange flennt. Außerdem habe ich mich irgendwie eingeengt gefühlt." Er lacht und erhebt sich, um sich zu strecken und sich noch die letzten feuchten Spuren speziell aus seinem Gesicht und von dem Gebiet seiner Augen zu wischen. Die anderen Beiden erheben sich ebenfalls und müssen kichern, was die Stimmung des Krokodils nun auf eine fast perfekte Stufe hebt.

„Und nun... Bräuchte ich eure Hilfe bei einer weiteren Sache...", wird der König wieder etwas ernster und Razar scheint genau zu wissen was er meint. „Du willst es Laval gestehen, nicht wahr?", erkundigt er sich und, nach einer kürzeren Denkphase, nickt Cragger zustimmend. Worriz geht ein paar Schritte rückwärts, dreht sich nach dem Dritten um und blickt in die Baumkronen, mit den Gedanken auf der Suche nach möglichen Szenarien. Auch die anderen haben sich umgedreht, stehen jedoch noch immer am Bachufer. „Da gäbe es viele Möglichkeiten... Du könntest ihn anrufen mit deinem CHImunikator, ihm vielleicht einen Brief schreiben, vielleicht die Nachricht überbrin-" „Worriz? Du hast noch nie jemanden deine Liebe gestanden oder?", unterbricht ihn der amüsiert lachende und mit dem Kopf schüttelnde Rabe, worauf der stolze Wolf sich umwendet und diesen fixiert. Razar tritt näher an ihn heran, tätschelt seinen Kopf und verwuschelt sein dortiges Fell. „Du kannst eine solche Nachricht doch nicht per Elektronik, Papier oder einer anderen Person überbringen. Das muss man persönlich machen, Aug in Aug mit der Person deiner Träume. Nur so kannst du die Reaktion mitbekommen und, wenn es gut geht, deinen neuen Partner in deine Arme schließen. Außerdem ist das eine viel schönere Geschichte zum erzählen", erklärt er seinem pelzigen Kumpel, welcher, auch eher unwillig, zustimmen muss. Doch Cragger entscheidet, dass er beide Ideen in sein Vorhaben mit einbringen will und berichtet ihnen in einzelnen Abschnitten von seinem Plan: „Ich werde ihm ein Brief schreiben!" Mit einer siegreichen Miene blickt er erst den König, dann den etwas erschrockenen Raben an. „So unpersönlich? Wirklich?", fragt der schwarze Vogel und Cragger kichert amüsiert über den zurückgehaltenen Ausbruch seines Kumpels, schüttelt dann aber den Kopf und ergänzt seine Aussage: „Nein, nicht ganz. In diesem werde ich ihm nicht meine Gefühle offenbaren, sondern ich werde ihm mitteilen, dass ich ihn treffen möchte." Diese Methode scheint den sich wieder beruhigten Razar zufriedenzustellen und er nickt zustimmen. „Cragger, ich könnte ihn vorbeibringen. Ich muss sowieso noch in das Königreich der Löwen weil mein Kunde Logan noch auf seinen neuen Gürtel wartet", bietet er seinem Kumpel, welcher endlich seinem Herzen folgen will, seinen Dienst an, welcher durchaus willkommen ist. Worriz lächelt und meint lachend: „Es entwickelt sich ein echtes Vorhaben. Beinahe wie eine Mission!" „Eine Mission der Liebe", ergänzt Razar die Aussage und Cragger kichert, wobei er leicht rötlich anläuft. „Und wie soll es dann weitergehen?", möchte der Wolf gespannt erfahren und das Krokodil beginnt sich langsam durch die Gegend zu bewegen um den Plan zu perfektionieren.

„Nachdem", beginnt er die dritte Stufe seines Plans, „Razar den Brief überbracht hat gehe ich nach Hause und hole eine Sache, die mir und Laval eine Menge bedeutet, und bringe sie mit zum Treffpunkt." „Welchen Treffpunkt hast du dir den überlegt?", möchten die beiden anderen Wissen und fragen, wie aus einem Munde, gleichzeitig nach. Nach kurzer Bedenkzeit fällt ihm der perfekte Ort ein, wo er sich mit dem Löwenprinzen treffen möchte und nennt diesen seinen Kumpanen: „Der Stein, an dem wir als Kinder gespielt, als junge Erwachsene uns zerstritten haben und nun als Erwachsene Persönlichkeiten hoffentlich als mehr als nur Freunde wieder zueinanderfinden werden. Wie findet ihr die Idee?" Beide sehen den sich unsicheren Krokodil an, tauschen dann kurze Blicke aus und entgegnen, als sie ihre Blicke wieder auf das schuppige Männchen fixieren: „Das klingt perfekt!" Anscheinend sind sich in diesem Punkt beide zu hundert Prozent einig, der genannte Ort klingt traumhaft für das Vorhaben. „Dann ist das also auch geregelt", verkündet Cragger erfreut und klatscht einmal in seine Hände. Danach überlegt er erneut, bewegt sich gleichzeitig wieder zurück an das Bachufer und blickt erneut auf die glitzernde Wasseroberfläche, welche die Sonnenstrahlen reflektiert. „Und die letzte Phase beinhaltet das Erscheinen von Laval und das ist sicherlich das größte Hindernis... Er muss kommen sonst wird alles umsonst gewesen sein...",eine deutlich hörbare Furcht ist in der Stimmlage des Krokodilkönigs zu vernehmen und Razar, wie auch Worriz, erkennen diese sofort. „Er wird schon kommen", versichert der Rabe das Auftreten des Löwen und auch Worriz stimmt dieser Meinung zu, nachdem beide neben das Krokodil getreten sind und ebenfalls die glitzernde Oberfläche beobachten. Nach einem tiefen und deutlich hörbaren Atemzug antwortet Cragger, ohne dabei den Blick von dem Wasserlauf zu nehmen: „Ich hoffe ihr habt recht..." Die Sonne beginnt sich zu senken und die drei entscheiden, dass sie sich langsam auf den Heimweg machen sollen und so wenden sie sich von dem Bach ab, rennen zu ihren Speedorz und steigen in diese ein. Die drei Motoren brüllen auf und in der Reihenfolge Cragger, Razar und Worriz fahren sie wieder durch die Gebüschwand. Nachdem sie nur wenige Meter von dem besagten Gebüsch entfernt sind, ruft Cragger mit einer lauten und kraftvollen Stimme den anderen zu: „Hey!stt Razar! Komm heute Abend so um halb neun bei mir vorbei. Dann gebe ich dir den Brief mit, okay?" Der Rabe nickt zustimmend und das Tempo der drei Speedorz verdoppelt sich beinahe während sie den bereits befahrenen Hinweg wieder als Rückweg verwenden. Grüne Pflanzen zischen in Form einer Wand aus mehreren Grüntönen an den Freunden vorbei, welche hin und wieder mit undeutlichen bunten streifen geschmückt wird. In dem goldenen Augen des Krokodils ist für einen kurzen Moment eine Flamme zu sehen, welche in voller Pracht brennt und sein Auge leicht aufleuchten lässt. Der Drang nach der vollkommenen Wahrheit hat sein inneres entfacht.