Danke für die lieben Kommis

Lily

Harry war froh, dass genau in diesem Moment der Vorhang fiel und niemand sein Gesicht sehen konnte. Wie in Trance rollte Harry zum Ende der Bühne, wo ihm Draco und Dean samt Rollstuhl die zwei Stufen hinunter hoben. Natürlich hatte keiner der Beiden bemerkt geschweige denn gesehen was draußen passiert war, so waren die beiden total schockiert als der kleinere auf einmal anfing zu weinen. Draco, der sich als erster wieder fing kniete sich vor den weinenden Jungen und nahm ihn tröstend in die Arme. Er wusste zwar nicht, was vorgefallen war, war sich aber sicher, dass es etwas schlimmes gewesen sein musste, denn so aufgelöst hatte er Harry noch nie gesehen.

„Shh, Kleiner, ich bin ja hier. Willst du mir nicht sagen was los ist." Fragte er seinen Freund mit besorgter Stimme.

Doch Harry schüttelte nur den Kopf: „Mum, Ich will zu meinem Dad!"

Diese Antwort hatte Draco am wenigsten erwartet, er ließ sich jedoch nicht beirren und schickte Dean los um James in ihr Zimmer zu schicken, denn dort wollte er den total neben sich stehenden Harry so schnell wie möglich hinbringen. Er fand es nämlich angebrachter, dass sich die Beiden dort in Ruhe unterhalten konnten und nicht hinter der Bühne, wo jeder ein und aus gehen konnte. Außerdem, wenn die Frau im Publikum wirklich Lily gewesen sein sollte, dann würde Harry in seinem Zimmer am längsten ungestört bleiben. Draco war sich aber eigentlich ziemlich sicher, dass es Lily gewesen war, oft genug hatte er das Foto auf Harrys Nachttisch gesehen, doch so wie dieser reagierte wollte er seine Mutter nicht sehen.

Bevor Draco sich jedoch weitere Gedanken darüber machen konnte hatten sie ihr Zimmer erreicht und James, der ihnen gerannt kam, kam schlitternd vor ihnen zum stehen kam. Besorgt blickte er seinen Sohn an, was war passiert, das seinen Kleinen so aus der Bahn geworfen hatte. Ein Blick auf Harry sagte ihm, dass dieser ihm wohl nicht antworten würde also wand er sich an Draco, welcher immer noch hinter Harry stand und ihm beruhigend über die Schultern strich.

„Draco, was ist auf oder hinter der Bühne passiert. Was ist passiert."

Ohne aufzusehen meinte Draco nur: „Ich glaube es war ihre Frau."

Bum, das hatte gesessen, geschockt sah James den Blonden an.

„Das glaub ich nicht! Wieso sollte sie hierher kommen. Was will sie so plötzlich."

Kopfschüttelnd nahm er seinen Sohn auf den Arm und trug ihn vorsichtig ins Zimmer, denn er hatte gerade bemerkt, das sie immer noch auf dem Flur standen. Kaum spürte Harry die Nähe zu seinem Vater, da schmiegte er sich an ihn und ließ seinen Tränen freien Lauf. Draco, schob schnell den Rollstuhl ins Zimmer, bevor es mit einem letzten Blick auf Harry, welcher sich an seinen Vater geklammert hatte verlies um sich auf die Suche nach seinen Eltern zu machen. Sie wollten mit ihm in der nahe gelegenen Stadt erst essen und danach noch einkaufen gehen.

Außerdem war ihm klar, dass er im Moment sowieso nicht helfen konnte, es tat ihm weh seinen Freund so zu sehen und ihm nicht helfen zu können. Harry wirkte wenn er traurig war so zerbrechlich, zerbrechlich wie eine Porzellanpuppe.

James wusste einfach nicht was er tun sollte alles kam so plötzlich, Harry und er hatten sich erst am Morgen ausgesprochen und jetzt klammerte sein Sohn sich an ihn, und war überhaupt nicht zu beruhigen. Vorsichtig versuchte er sich von Harry zu lösen , das hatte jedoch nur zur Folge, dass dieser sich noch fester an seinen Vater klammerte. Seufzend stoppte James seine Versuche und fing an leise und beruhigend auf seinen Jüngsten einzureden.

„Sh, ist ja gut mein Kleiner, ich bin bei dir. Dir passiert nichts. Ich lasse dich nie wieder im Stich. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben wie sehr ich uns beiden mit meinem Verhalten wehgetan habe. Ich hab dich unendlich doll lieb. Ich werde immer für dich da sein, das verspreche ich dir. Dir passiert nichts. Ich kann verstehen, dass du mir nach allem was ich dir angetan habe nicht mehr vertraust, aber solange ich Lebe werde ich dafür sorgen, dass es dir gut geht." Hier versagte auch James die Stimme und er drückte seinen Sohn an sich.

So aneinander gekuschelt saßen Vater und Sohn einige Zeit still auf Harrys Bett. Bis dieser sich durch die Nähe und die beruhigende Hand auf seinem Rücken langsam entspannte und seinen Vater auf vom weinen geschwollenen Augen matt ansah.

„Dad, ich hab Mum gesehen sie saß genau vor mir in der ersten Reihe. Warum ist sie hier. Woher weiß sie überhaupt, dass wir hier sind. Egal was sie sagt, ich will sie nicht sehen, nie wieder! Ich hasse sie! Es ist alles ihre Schuld! Warum ist sie einfach gegangen. Ich hatte sie doch so lieb! Hat sie mir alles nur vorgespielt und mich in Wirklichkeit gar nicht gern gehabt. Dich hatte ich die ganze Zeit lieb, auch als du gemein zu mir warst, denn ich wusste, dass du mich irgendwo in deinem Inneren doch noch lieb gehabt hast. Wenn es nicht so gewesen wäre hättest du mich einfach weggegeben. Das mit Hogwarts hab ich erst als Abschiebung empfunden, doch mittlerweile habe ich begriffen, dass du mir einfach eine Change auf ein eigenes Leben geben wolltest. Ein Leben außerhalb eurer Schatten und ich liebe dich dafür."

Hier versagte die Stimme des Jüngeren und Harry wurde erneut von Weinkrämpfen geschüttelt. James war total fertig, auf einmal tat es ihm weh seinen Kleinen so zu sehen und er fing an zu begreifen was Harry die letzten Jahre alles wegen ihm durchgemacht haben musste. Langsam begriff er auch das Verhalten seiner beiden Grossen. Leonie und Hannes hatten Harry schon als Baby vor allem und jedem in Schutz genommen und das hatte sich selbst nach Lilys Weggang nicht geändert, es war eher noch schlimmer geworden.

Bevor er jedoch noch irgendetwas sagen konnte klopfte es an der Tür und Leonie trat leise in den Raum. Als sie Ihren Vater mit ihrem Kleinen Bruder auf dem Arm auf dessen Bett sitzend sah musste sie lächeln, genauso hatten sie und Johannes auch immer gesessen wenn sie Harry mal wieder beruhigen mussten. Sie unterbrach das Bild zwar nur ungern doch wenn sie nicht schnell handeln würde, würde es zu einer mittleren Katastrophe kommen.

„Dad, ich störe wirklich nicht gerne, aber Lily ist aus irgendwelchen, für mich und Hannes, unerfindlichen Gründen hier aufgetaucht und will unbedingt mit dir und Harry reden. Sie ist beim Schulleiter im Büro. Hannes hält sie gerade davon ab hierher zu kommen, ich weiß aber nicht wie lange er sie noch hinhalten kann. Du solltest wirklich kommen." Meinte sie hektisch.

Doch bevor James noch antworten konnte fing Harry zu schluchzen, „ bitte geh nicht, ich will nicht allein sein! Ich will sie nicht sehen! Nie mehr! Sie wollte es ja auch nicht, warum jetzt:"

Hilfe suchend blickte James zu seiner Tochter, diese verstand und ging vor dem Bett ihn die Knie und sah ihrem Bruder in die Augen, was sie dort sah erschreckte sie gewaltig, die sonst so fröhlichen Augen waren matt und glanzlos.

„Sh, Kleiner ich bleibe bei dir, wenn Dad nicht gleich geht kommt sie doch noch hier her."

Ängstlich sah Harry seinen Dad an, „kommst du auch gleich wieder."

Warm lächelnd sah James seinen Sohn an, „ich komm so schnell ich kann. Versprochen! Aber wenn ich jetzt nicht gehe kommt sie tatsächlich noch hier herein." Mit einem letzten besorgen Blick verließ James das Zimmer seines Sohnes und machte sich auf den weg zu Professor Dumbledores Büro.

Er wollte gerade klopfen als die Tür aufgerissen wurde und eine ziemlich geladene Lily vor ihm stand. Beim Anblick ihres Nochehemannes erstarrte sie, dieser zustand hielt jedoch nicht sonderlich lange an.

„James, na endlich, sag mir sofort wo ich Harry finde! Johannes wollte es mir nicht sagen. Ich habe aber ein Recht darauf zu erfahren wo mein Sohn ist! Ich will mit ihm reden! Ich habe das Recht zu erfahren wie es ihm geht!"

James lies sich jedoch nicht beirren und schob seine Frau zurück ins Büro des Direktors. Dieser warf einen Blick auf die Beiden und bedeutete Johannes welcher immer noch auf einem Stuhl vor dem Schreibtisch saß ihm zu folgen und die Beiden alleine zu lassen.

„Nein Lily, du hast dein Recht auf die drei an dem Tag verwirkt als du einfach gegangen bist. Ganz besonders das auf Harry. Du wolltest ihn damals nicht mehr! Du kannst nicht einfach nach über vier Jahren ankommen und sagen ich will meine Kinder sehen. Das geht nicht! Wenn sie es wollen, ja. Harry hat mir aber gesagt, dass er dich nie wieder sehen will! Glaub mir wenn Harry so etwas sagt dann meint er es auch genauso wie er es sagt!"

Mit jedem Wort von James wurde Lily wütender. „Wie kannst du es wagen. Du hast dich doch auch so gut wie gar nicht um Harry gekümmert! Jetzt komm mir nicht so! Wenn es danach ginge hättest du genauso wenig Recht auf ihn wie ich! Wenn du mich nicht sofort zu ihm lässt zeige ich dich wegen Kindesentziehung an!" Triumphierend sah sie James an.

Dieser konnte bei soviel Dummheit nur den Kopf schütteln. „Damit kommst du sowie so nicht durch, denn Harry will dich überhaupt nicht sehen begreif es doch endlich. Was Harry und mein Verhältnis zueinander betrifft, wir haben uns ausgesprochen. Wir haben über die Dinge geredet und haben einen Neuanfang gemacht."

Bevor Lily noch irgendetwas sagen konnte klopfte es an der Tür und Severus trat ein. Ein Blick auf die beiden Anwesenden sagte ihm alles, er ließ sich jedoch nichts anmerken und begrüßte Lily mit einem Kopfnicken bevor er sich an James wand.

„James, entschuldige bitte, dass ich hier so einfach herein platze aber ich muss dringen mit dir sprechen."

„Das macht nicht Severus, Lily wollte sowieso gerade gehen. Nicht war."

Mit einem giftigen Blick und den Worten, „das wirst du noch bereuen", verließ sie das Büro.

„Danke Severus viel länger hätte ich das nicht mehr ausgehalten. Wie kann sie nur. Auf einmal sind ihr die drei, besonders Harry unendlich wichtig! Was ist nur in sie gefahren. Ich meine, ich habe auch erst vor ein paar Tagen begriffen was ich Harry durch mein Verhalten alles angetan habe. Doch er hat mir gesagt das er mich liebt und das er mir verzeiht. Ich weiß, ich habe es eigentlich nicht verdient, aber ich freue mich unendlich. Und jetzt will sie ihn mir einfach wegnehme, obwohl er sie noch nicht einmal sehen geschweige denn mit ihr reden will. Seit er sie im Publikum gesehen hat ist er nur noch am weinen, ich bekomme ihn einfach nicht beruhigt. Der Einzige, der es womöglich schaffen würde ist Draco, doch der ist mit seinen Eltern unterwegs. Was mach ich denn nur. "

Schweigend hatte Severus seinem ehemaligen Feind zugehört. „James, Harry würde alles für dich tun, genau deshalb musst du jetzt stark sein und ihn in allem unterstützen. Wenn Lily ihre Drohung war machen sollte wird er dich mehr denn je brauchen. Keine Angst, Harry ist alt genug, wenn er sagt er will nicht zu Lily wird es auch nicht müssen. Du weißt, dass ich nicht damit einverstanden bin was du getan hast, doch Lily hat sich meiner Meinung nach weitaus schlimmer verhalten. Ich werde auf deiner Seite stehen. Doch jetzt sollten wir erst einmal sehen, dass Harry wieder zur Ruhe kommt. Alles andere wird sich finden." Er bemerkte wie dem ihm gegenüber ein Schwerer Stein vom herzen plumpste.

„Aber wie. Er fängt immer wieder an zu weinen."

„Da könnte ich dir auch helfen, denn hier ist jemand der gerne mit dir reden würde. Ihm wir es wenn du nicht dagegen hast das er sich mit Harry unterhält bestimmt gelingen ihn zu beruhigen."

Muss ich noch irgenetwas sagen, ich glaube nicht!

Sternchen